Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Claudia R.:
Atmosphärischer Einstieg
Windherz von Erik Kellen; Mira Valentin
Klappentext / Inhalt:
Der fesselnde Auftakt der gemeinsamen Fantasy-Saga von Bestsellerautor Erik Kellen und Kindle-Storyteller-Award-Gewinnerin Mira Valentin!
»Du selbst bist der Kompass, der dir die richtige Richtung weist. Höre nie auf zu suchen, dann wirst du gefunden werden.«
Kayden ist ein Nordmann und ein Jäger der Meere.
Niemand ist besser als er. Eines Tages aber erhält er einen ungewöhnlichen Auftrag.
Aira lebt als Prinzessin am Hofe von Jandor. Gesegnet und verflucht mit einer besonderen Gabe. Doch der Thron war nie für sie bestimmt.
Zwei Menschen, von denen mehr abhängt, als sie ahnen. In ihren Händen liegt das Schicksal einer ganzen Welt.
Cover:
Das Cover wirkt geheimnisvoll und spannend zugleich. Unterschiedliche Silhouetten sind hier angedeutet und bei genauerer Betrachtung entdeckt man immer mehr. Auch farblich ist es sehr schön umgesetzt. Die Blautöne haben etwas kaltes aber auch faszinierendes an sich und geben dem Ganzen eine gewisse Magie. Ich finde das Cover sehr gut gelungen und sehr schön umgesetzt.
Meinung:
Atmosphärischer und detailreicher Einstieg, in eine Saga, die einiges zu bieten hat. Abenteuer, Magie und eine Begegnung von der mehr abhängt, als man ahnt.
Kayden ist ein Nordmann und kennt die Meere besser als die meisten. Er ist eine besondere Persönlichkeit und kommt dem Ruf nach, den er sich lange aufgebaut hat. Aira ist Prinzessin und Erstgeborene von Jandor, doch der Thron war nie für sie bestimmt, denn durch ihre besondere Gabe wird sie eher gemieden. Ihre Gabe ist Segen und Fluch zugleich und dies bekommt sie deutlich zu spüren.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zu viel verraten und halte mich mit inhaltlichen Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist bildlich und detailreich. Man merkt, dass sich viele Gedanken zu Hintergründen und zur Welt gemacht wurden. Die Welt ist komplex aufgebaut und erst nach und nach findet man mehr und mehr hinein. Die Figuren sind facettenreich angelegt und auch hier findet man mehr und mehr in diese hinein. Anfängliche Rückblenden vereinfachen den Zugang zu Geschehnissen und bringen mehr in Gedanken und Emotionen der Charaktere hinein. Durch detailreiche Erzählungen und Informationen am Beginn braucht es ein wenig um Fahrt aufzunehmen. Auch wirken die Charaktere am Anfang noch etwas blass, man bekommt aber mehr und mehr Zugang zu diesen. Auch die Zugänge und die Verbindung der beiden Hauptcharaktere geschieht erst relativ spät, so dass zu Beginn der Fokus auf den bisherigen Geschehnissen und Hintergründen der beiden Hauptcharaktere liegt und erst nach und nach mehr Abenteuer und Spannung aufgebaut wird.
Die einzelnen Kapitel sind teils recht lang und so ist der Einstieg und der Lesefluss am Anfang nicht ganz so kurzweilig, aber mehr und mehr wird man gefesselt und mitgenommen von der Geschichte. Die Anfänge sind gut erkennbar und auch die Sichtweisen, da zum Beginn der Name steht, aus dessen Sicht erzählt wird.
Die Beschreibungen sind bildlich und atmosphärisch und in die Welt und auch das Drumherum findet man sich sehr gut hinein und kann sich alles auch sehr gut vorstellen. Die Geschichte ist fantasievoll umgesetzt und auch das Magiesystem wird hier sehr gut erklärt und auch die Welt und die Hierarchien werden verständlich erklärt und man kann dem Gesamten sehr gut folgen.
Das Glossar ist kurz, aber ausreichend, dafür ist die Übersicht der handelnden Personen umfangreicher und gut erklärt und zudem auch hilfreich. Auch die Karte und das Seelenlied am Beginn haben mir sehr gut gefallen.
Gliederung und Gestaltung ist gut gelungen. Die Geschichte an sich fand ich klasse und fantasievoll, auch die Umsetzung und die Idee dahinter war toll. Welt und System sind gut durchdacht, umfangreich und kreativ umgesetzt. Alles in allem sehr unterhaltsam und eine gelungene Einstieg in diese Saga.
Fazit:
Atmosphärischer und detailreicher Einstieg, in eine Saga, die einiges zu bieten hat.
Rezensionen von gerlisch:
Cosy Romance im Herbstwind
Autumn Secrets von Sarah Fulmar
Autumn Secrets von Sarah Fulmar hat mich sofort mit seinem warmen Herbstflair abgeholt. Obwohl es der zweite Teil der St.-Ives‑Reihe ist, lässt sich die Geschichte problemlos ohne Vorwissen lesen. Der kleine Küstenort in Cornwall mit seinen Kürbisfeldern, Apfelplantagen und dem herzlichen Zusammenhalt der Bewohner schafft eine wunderbar gemütliche Stimmung, die perfekt zu einer Romance im Herbstwind passt.
Im Mittelpunkt stehen Penelope, eine junge Unternehmensberaterin, und Nathan, der grumpy Farmer und beste Freund ihres Bruders. Penelope trägt seit ihrer Jugend tiefe Gefühle für ihn in sich, gleichzeitig fürchtet sie, sich in einer Beziehung zu verlieren oder ständig zurückstecken zu müssen. Nathan wiederum kämpft mit eigenen Verletzungen aus der Vergangenheit, dem Altersunterschied und Penelopes Karriereambitionen. Beide bringen negative Beziehungserfahrungen mit, was ihre Annäherung glaubwürdig und emotional macht. Die Tropes Age Gap, Grumpy meets Sunshine und Small Town Vibes finde ich durchgehend präsent und stimmig umgesetzt.
Der Schreibstil ist angenehm und gut lesbar und die Handlungen konnte ich gut verfolgen. Dennoch fehlte mir an einigen Stellen der Pepp, der die Geschichte wirklich mitreißend gemacht hätte. Besonders in der Mitte wird die Handlung etwas langatmig, wodurch das Tempo kurz abfällt. Die Atmosphäre und das Setting fangen das jedoch zu einem großen Teil wieder auf, denn die herbstlichen Vibes und das Herzklopfen zwischen Penelope und Nathan bleiben durchgehend spürbar.
Trotz kleiner Schwächen hat mich St. Ives als Ort und seine Bewohner neugierig gemacht. Ich würde sehr gern erfahren, welche Geschichten die anderen Charaktere in den kommenden Bänden erleben werden, denn das Potenzial für weitere berührende Small‑Town‑Romances ist definitiv vorhanden.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Nichts für Zartbesaitete!
Der gefährlichste Ort von Maike Möller-Engemann
Der Titel dieses Krimis muss mit den Worten „für Frauen ist das eigene Heim“ vervollständigt werden, denn jeden 2. Tag wird in Deutschland eine Frau ermordet. Einfach, weil sie eben eine Frau ist. Auch in Österreich ist keine Insel der Seligen. Von Jänner bis heute (23.08.) sind im Jahr 2026 bereits 16 Frauen ermordet worden (2025: 29).
Das letzte Opfer ist ein achtjähriges Mädchen, der Täter sein Vater. Und damit sind wir bei den Tätern. Der ist nur äußerst selten der große Unbekannte, sondern vor allem Ehemann, Vater oder Bruder. Ebenso wenig ist der unbeleuchtete Parkplatz oder die dunkle Unterführung der Tatort. Nein, es sind die eigenen vier Wände.
Das Erschreckende an all diesen Frauenmorden ist, dass sie nicht aus heiterem Himmel kommen, sondern dass die Anzeichen von der Umgebung (und manchmal auch von den späteren Opfern) nicht richtig wahrgenommen, ja geflissentlich ignoriert werden. Im Nachhinein wollen es Angehörige, FreundInnen oder Nachbarn immer schon gewusst haben. Zudem werden Frauen, wenn sie sich aufraffen können, Anzeige zu erstatten, häufig nicht ernst genommen. Und wenn es doch zu einem Gerichtsverfahren kommt, versuchen die Anwälte der Täter alles, aber auch wirklich alles, die Glaubwürdigkeit der Opfer zu untergraben und schrecken dabei vor nichts zurück.
All das findet sich in diesem Krimi von Maike Möller-Engemann. In drastischen Bildern und Worten, die möglicherweise für Zartbesaitete kaum lesbar sein könnten, schildert die Autorin die Ereignisse ohne dabei voyeuristisch zu sein.
Am Beginn des Krimis steht ein eigenartiges Zusammentreffen, in dem ein Mann den Mord an seiner Frau gesteht, das Geständnis wenig später aber widerruft. Die einzige mögliche Tatzeugin, die gemeinsame neunjährige Tochter, ist spurlos verschwunden. Hat sie sich versteckt oder ist sie ebenfalls ermordet worden?
Diese Geschichte fesselt die Leser und ist gleichzeitig aber auch brutal und teilweise verstörend. Besonders erschreckend finde ich die Beschreibung der Realitätsnähe von häuslicher Gewalt, dem Umgang mit den betroffenen Frauen und Kindern, denen die Gesellschaft immer wieder einen vorhält, an der Situation selbst Schuld zu tragen. Zudem erschreckt der Umgang der Behörden und des Rechtssystems mit den Opfern. Hier in der sehr authentischen Fiktion treffen eine engagierte Kriminalbeamtin und eine ebensolche Staatsanwältin aufeinander, die alles daran setzen, Zeugen wie das Kind zu finden, um der Verteidigung den Wind aus den Segeln zu nehmen und den Täter zur Höchststrafe verurteilen zu können.
Fazit:
Diesem Krimi, der sich von der Masse der Kriminalromane durch seine beklemmende Authentizität abhebt, weshalb er nicht einfach zu lesen ist, gebe ich 5 Sterne.
Rezensionen von Philiene :
Das wahre Gesicht einer Stadt
Dirty Rome von Michael Sommer
Jeder kennt das schillernde Rom der Antike, seine Bekannten Persönlichkeiten, den Glanz der Stadt. Doch dieses Buch schaut auf eine ganz andere Srite. Es schaut hinter die Kulissen und zeigt die schmutzige Deite des Stadt. Oh ja der Autor geht mit uns an die stinkenden und dunklen Stellen der Stadt.
Er zeigt nicht nur den Dreck der Stadt sondern auch wie das Leben dort wirklich war. Wie schlecht due Menschen behandelt worden, die nicht im Glanz der Mächtigen standen. Sklave in Rom war sicher kein Zuckerschlecken und auch Frauen hatten es nicht leicht.
Dieses Buch zeigt Geschichte wie sie wirklich war, wie die Menschen lebten und wie die Stadt funktionierte. Ein beeindruckendes Bild der Zeit, schonungslos und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Vielleicht war es manchmal etwas Schulbuch ähnlich aber so informativ und ehrlich das es sich einfach lohnt dieses Buch zu lesen.
Es gibt viele kurze Kapitel, das gefällt mir gut, da kann man immer gut ein Kapitel in einem Stück lesen. Auch ist es nicht zu wissenschaftlich und dadurch unverständlich.
Dazu kommen noch Illustrationen und Bilder, die das Buch perfekt ergänzen.
Wer sich für Geschichte interessiert und nicht nur das Lesen will was im Vordergrund steht ist hier genau richtig.
Rezensionen von Emmmbeee:
Hummerwelten auf Eagle Island
Hummerjahre von Beatrix Gerstberger
Obwohl ich bereits die „Hummerfrauen“ gelesen habe, bin ich in die Fortsetzung der Geschichte nur schwer hineingekommen. Julie, Mina, Ann und Judith mussten in den ersten Kapiteln neu vorgestellt werden, damit die Charaktere wieder vor mir auferstehen konnten. Bei den männlichen Figuren habe ich mir leichter getan, um die Personen wieder zu erkennen.
Der Beginn war also mühsam. Ein Personenregister wäre eine Erleichterung gewesen, zumal z. B. Ann nicht mehr lebt. Auch Carolyn blieb eine ganze Weile fremd für mich. Man sollte die beiden Bände also hintereinander lesen.
Doch danach fließt das Geschehen nur so dahin. Immer wieder Rückblicke, zumal was Ann betrifft, aber besser verständlich. Auf Ellis als einzigem Mann wird genauer eingegangen, was schade ist, denn gerade Sam, sein Leben, seine Entwicklung hätten mich sehr interessiert. Charmant und originell wirkt mittendrin Mr. Darcy im Geschehen mit.
Es geht um vergangene Schuld, schmerzhafte Verluste, Trauer, Zusammenhalt, Mut, aber auch um Durchsetzungskraft, Zugehörigkeit, Existenzkampf, Eigenständigkeit und vor allem um starke Frauen, die sich in einer schwierigen Welt gegen viele Widerstände behaupten können.
Das Narrativ ist sehr plastisch, sinnlich, atmosphärisch, man riecht fast die salzige Seeluft. Ich mag den Schreibstil von Beatrix Gerstberger, er hat mir das geschilderte Stück Land bzw. die Insel Eagle Island sofort nähergebracht, ja ich habe mich regelrecht ebenfalls dorthin gewünscht, aber nicht nur für zwei Urlaubswochen. Das Leben dort ist zwar mühsam, oft karg und nicht selten einsam für die Protagonisten, aber man kann sich bei den Inselbewohnern sehr aufgehoben fühlen.
Was selten ist: Der eigentliche Buchdeckel unter dem Schutzumschlag ist ebenso bedruckt wie das auf den ersten Blick sichtbare Cover, das hat mir sehr gefallen. Am Schluss gibt es eine Karte, auf der ich jedoch die Insel, um die es hauptsächlich geht, vermisst habe, weil sie nicht bezeichnet ist.
Ich hoffe schwer, dass die Autorin uns Leser bald mit weiteren Bänden beschenkt, mit Luca als neuer Haupt-Protagonistin. Das Buch schreit förmlich nach Band 3!
Rezensionen von effa:
Eine mehr als gelungene Fortsetzung
Hummerjahre von Beatrix Gerstberger
Hummerjahre - die mehr als gelungene Fortsetzung des Inselromans "Hummerfrauen" ist ein außen und innen wunderbares Buch über das Leben, die Liebe, den Tod und alles dazwischen.
Ein paar Jahre sind vergangen, seit Mina Maine verlassen hat, doch das Leben ging weiter. Ein Schicksalsschlag bringt sie und ihre Familie zurück auf die Insel ihrer unbeschwerten Jugend, die sie vor 37 Jahren Hals über Kopf verlassen und (zumindest ihre Eltern) nie wieder besucht haben.
Nun ist es an der Zeit, die Vergangenheit aufzuarbeiten.
Die Autorin Beatrix Gerstberger zieht mich mit ihrem entspannten, gefühlvollen und bildstarken Schreibstil sofort in ihren Bann. Ab der ersten Seite kann ich das Meer richen, das Wasser spüren und den blauen Hummer, der uns bereits durch das erste Buch begleitet hat, vor mir sehen. Die von ihr erschaffenen Menschen sind einem sofort nah und vertraut, man kann in jeder und jedem von ihnen einen Teil von sich selbst erkennen.
Wer gerne Geschichten über das Leben an einem Ort weit weg vom eigenen liest, sich gerne treiben lässt und das Meer und Inseln mag, ist hier in diesem Buch genau richtig.
Auch wer den erste Teil nicht gelesen hat, kommt in diesem Buch gut zurecht, es gibt zwischendurch immer wieder kleine Zusammenfassungen, um den jetzigen Handlungsstrang zu erklären.
Klare Leseempfehlung.
Rezensionen von Harakiri:
Stand-Alone
Haustausch von Stefan Ahnhem
Haustausch von Stefan Ahnhem ist ein Stand-Alone, kein Teil der Fabian Risk-Reihe.
Aber absolut lesenswert und atemberaubend.
Zwei Paare tauschen ihre Häuser: Carl und Helene Wester fliegen in die USA, Adam und Scarlett nach Schweden. Gleich bei der Ankunft erwartet beide Paare eine Überraschung und der Urlaub wird zur Zerreißprobe.
Mit seinem neuen Thriller legt der Autor eine Story vor, die zeigt, wie ein harmloses Ereignis zu einem Albtraum werden kann. Besonders gut gefällt mir die düstere Atmosphäre und dass jeder der Charaktere ein Geheimnis zu haben scheint. Dadurch bleibt die Handlung bis kurz vor dem Ende unvorhersehbar.
Ahnhems Schreibstil ist wie gewohnt mitreißend und lässt sich flüssig lesen. Die Kapitel wechseln sich in den Charakteren ab, was für tolle Cliffhanger sorgt. Außerdem sorgen die Wendungen dafür, dass man immer wissen möchte, wie es denn weitergeht, und vor allem, wie sich alles auflösen wird. Wer ist gut und wer ist böse? Diese Frage beschäftigte mich das ganze Buch.
Teilweise wirken die Szenen ein wenig konstruiert und unglaubwürdig, aber das gehört zu einem Thriller manchmal eben dazu.
Fazit: Das Buch ist ein spannender Psychothriller, das sehr gut zu unterhalten weiß.
Rezensionen von Shilo:
Zwischen Ebbe und Aufbruch
Das Seebad am Nordseestrand von Regine Kölpin
Wangerooge im Jahr 1829 ist der Schauplatz dieser Geschichte. Im Mittelpunkt stehen Bernhardine Westing und Beeke Tammen. Beide Frauen leben unter ganz unterschiedlichen Bedingungen und gehen trotzdem ein Stück ihres Weges gemeinsam.
Bernhardine weiß genau, was sie erreichen möchte. Sie will aus dem kleinen Seebad etwas Besonderes machen und nimmt dabei wenig Rücksicht darauf, ob alle Inselbewohner ihre Pläne gutheißen.
Beeke kommt aus einer ganz anderen Welt. Ihre Arbeit in Bernhardines Küche eröffnet ihr neue Möglichkeiten und verändert nach und nach auch ihren Blick auf das eigene Leben.
Beim Lesen habe ich die beiden Frauen gern begleitet. Gerade weil sie so verschieden sind, war es spannend zu sehen, wie sich ihr Verhältnis entwickelt. Nicht alles läuft glatt und manche Entscheidungen haben Folgen, mit denen beide umgehen müssen. Dadurch wirkte ihre Verbindung für mich nicht künstlich, sondern nachvollziehbar.
Auch das Leben auf Wangerooge hat seinen Platz in der Geschichte. Vieles ist noch einfach und das Seebad muss sich erst entwickeln. Bernhardine hat dabei klare Vorstellungen und setzt diese auf ihre eigene Art durch. Das sorgt natürlich nicht überall für Begeisterung.
Beeke hat mir als Figur besonders gefallen. Sie bleibt nicht die junge Frau, die am Anfang der Geschichte in Bernhardines Küche arbeitet. Mit ihren Aufgaben verändert sich auch ihr eigenes Leben. Es war schön zu verfolgen, wie sie selbstständiger wird und mehr Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten gewinnt.
Die Beschreibungen der Insel und des damaligen Lebens haben mir ein gutes Bild von dieser Zeit vermittelt. Man bekommt einiges vom Alltag der Menschen mit, ohne dass die Geschichte dadurch zu einem Geschichtsbuch wird. Einige Abschnitte waren für mich besonders schön zu lesen, an anderen Stellen hätte es ruhig etwas schneller weitergehen dürfen.
Die Geschichte hat mir insgesamt gut gefallen. Vor allem Beeke, Bernhardine und das Verhältnis der beiden haben dafür gesorgt, dass ich gerne weitergelesen habe. Dazu kommt die interessante Zeit, in der sich Wangerooge langsam zu einem richtigen Seebad entwickelt.
Ein schöner historischer Roman mit zwei unterschiedlichen Frauen, deren Wege sich auf besondere Weise verbinden. Von mir gibt es 4 Sterne.
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Eine Frau, die sich ihr eigenes Leben erschreibt
Glücklichere Tage von Margaret Laurence
Mittlerweile führt die 50-jährige Morag Gunn ein zufriedenes Leben als erfolgreiche Schriftstellerin in einem Haus am Fluss in einer ländlichen Gegend Kanadas, den sie jeden Morgen betrachtet. Als ihre 18-jährige Tochter Pique von zuhause weggeht und ihre Mutter im Ungewissen lässt, wohin sie geht und wann sie wiederkommt, blickt Morag auf ihr eigenes Leben anhand von Fotos zurück und erzählt davon in „Gedächtnisfilmen“.
Morags Eltern starben beide früh an Kinderlähmung. Sie wuchs als Waise in ärmlichen Verhältnissen bei Christie und dessen Frau Prin auf, Christie war ein Fraund ihres Vaters. Christie ist der Müllsammler im Dorf, dafür schämte sich Morag in der Schule. Sie wusste schon früh, dass sie aus Manawaka wegwollte, Erfolg in der Schule ihr das nötige Rüstzeug dafür gibt und ging dann zum Studieren nach Winnipeg. Sie heiratete ihren Literaturprofessor, brach das Studium ab und begann zu schreiben. Schon zuvor hat sie immer wieder geschrieben, nun arbeitete sie an ihrem ersten Roman. Die Ehe war jedoch nicht von Dauer und enttäuschend. Noch während ihrer Ehe hatte sie eine Affäre mit ihrem Jugendfreund Skinner Tonnerre, aus der ihre Tochter Pique hervorgeht, die sie allein großzieht.
Der Roman hat autobiografische Züge. Im Juli dieses Jahres wäre Margaret Laurence 100 Jahre alt geworden, leider ist sie bereits 1987 verstorben. Glücklichere Tage erschien 1974 erstmals auf Deutsch und wurde nun vom Eisele Verlag neu herausgebracht.
Ein poetischer Roman über Liebe und Selbstbestimmung, Bildung, Mutter und Alleinerziehend sein, übers Leben in Armut und großen Träumen. Dieser Roman hat mich richtig reingezogen in die kanadische Welt der 1970er Jahre und in die Welt von Morag Gunn. Diesen Roman kann ich wirklich ans Herz legen.
Rezensionen von Annabell95:
Dschungel voller Gefahren
Die Gejagte - Sie weiß nicht, wer sie ist. Er schon. von René Anour
Jess erwacht ohne Erinnerungen im Dschungel. Sie ist verletzt, gefesselt und wird plötzlich zur Gejagten. Ein schwerverletzter Mann liegt neben ihr. Als sie ihm zur Hilfe eilen will, taucht plötzlich ein vermeintlicher Retter auf. Doch der tötet den Mann und nimmt die Verfolgung auf Jess auf. Ihre einzige Chance ist sich Hals über Kopf in den Dschungel zu flüchten.
Tief im Regenwald kämpft Jess ums Überleben und um die Wahrheit über ihre Vergangenheit als Biologin. Nur wenn sie herausfindet, wer sie jagt und warum, hat sie eine Chance.
Die Story wird aus der Ich-Perspektive von Jess erzählt. Dadurch erlebt man ihre Flucht so nah, dass jede Angst, jeder Gedanke und jede Entscheidung spürbar wird. Zudem wird eine starke emotionale Bindung zur Protagonistin geschaffen und man fängt an mit ihr mitzufiebern.
Sehr gelungen ist der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Während Jess im Regenwald ums Überleben kämpft, setzt sich in Rückblenden Stück für Stück ein Bild zusammen, das erklärt, wie sie dort gelandet ist und wer hinter der Jagd steckt. Dieses Puzzle‑Gefühl hält die Spannung konstant hoch und lädt zum Miträtseln ein.
Das Setting ist sehr außergewöhnlich und auch etwas Besonderes. Der Regenwald wirkt lebendig, gefährlich und faszinierend zugleich. Jede Tierbegegnung ist so beschrieben, dass man automatisch versucht zu erraten, um welches Tier es sich handelt. Die Auflösungen, um welches Tier es sich gerade handelt, zeigen, wie gründlich der Autor vor Ort recherchiert hat.
Der Schreibstil ist flüssig, fesselnd und sehr visuell. Die bildhaften Beschreibungen lassen die Umgebung klar vor dem inneren Auge entstehen.
Die Hauptprotagonistin Jess ist mutig, stark, hilfsbereit und hat beeindruckendes Wissen über die Tiere und deren Verhaltensweisen im Dschungel. Gleichzeitig ist sie moralisch nicht makellos, was sie menschlich und glaubwürdig macht.
Unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass man immer wieder überrascht wird. In der Mitte verliert die Handlung allerdings kurz gefühlt etwas an Tempo, weil Jess wiederholt neuen Gefahren begegnet, ohne dass die Geschichte spürbar vorankommt. Die Auflösung am Ende ist schlüssig, jedoch bleiben einige Aspekte offen, was Interpretationsraum lässt. Ein abgeschlossenes Ende wäre an der Stelle stimmiger gewesen.
Mein Fazit:
Ein richtig fesselnder Survival‑Thriller mit starkem Setting. Man hat sich gefühlt, als wenn man mit Jess durch den Dschungel läuft und die ganzen Gefahren miterlebt und Gänsehaut bekommt. Für mich eine absolute Leseempfehlung.










