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Rezensionen von effa:

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Eine mehr als gelungene Fortsetzung

Hummerjahre von Beatrix Gerstberger

Hummerjahre - die mehr als gelungene Fortsetzung des Inselromans "Hummerfrauen" ist ein außen und innen wunderbares Buch über das Leben, die Liebe, den Tod und alles dazwischen.
Ein paar Jahre sind vergangen, seit Mina Maine verlassen hat, doch das Leben ging weiter. Ein Schicksalsschlag bringt sie und ihre Familie zurück auf die Insel ihrer unbeschwerten Jugend, die sie vor 37 Jahren Hals über Kopf verlassen und (zumindest ihre Eltern) nie wieder besucht haben.

Nun ist es an der Zeit, die Vergangenheit aufzuarbeiten.
Die Autorin Beatrix Gerstberger zieht mich mit ihrem entspannten, gefühlvollen und bildstarken Schreibstil sofort in ihren Bann. Ab der ersten Seite kann ich das Meer richen, das Wasser spüren und den blauen Hummer, der uns bereits durch das erste Buch begleitet hat, vor mir sehen. Die von ihr erschaffenen Menschen sind einem sofort nah und vertraut, man kann in jeder und jedem von ihnen einen Teil von sich selbst erkennen.
Wer gerne Geschichten über das Leben an einem Ort weit weg vom eigenen liest, sich gerne treiben lässt und das Meer und Inseln mag, ist hier in diesem Buch genau richtig.
Auch wer den erste Teil nicht gelesen hat, kommt in diesem Buch gut zurecht, es gibt zwischendurch immer wieder kleine Zusammenfassungen, um den jetzigen Handlungsstrang zu erklären.
Klare Leseempfehlung.

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Eine mehr als gelungene Fortsetzung
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Wunderbare Darstellung der Gesellschaft

Aufsteiger von Peter Huth

Peter Huth hat mich mit seinem zweiten Roman (den ersten den ich von ihm lese) "Aufsteiger" sofort in seinen Bann gezogen. Das Cover knüpft perfekt an sein erstes Roman-Cover an, die zwei passen gut zusammen. Und dazu der unerwartete Beginn der Geschichte - nach Lesen des Klappentextes wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass der Grundstein für die folgende Erzählung in der Gerichtsmedizin gelegt wird.

Felix Lichts beschauliches und finanzstarkes Leben wird ordentlich durchgerüttelt, als nicht er sondern seine ehemalige Praktikantin Zoe Rauch die Redaktionsleitung seines Magazins bekommt - und das aus Gründen, die in unserer Gesellschaft für Zündstoff sorgen: er ist ein Mann, zu alt und weiß. Das Magazin möchte sich verändern, mit der unattraktiven Vergangenheit abschließen - und mit ihm seine Besitzer, das Ehepaar Berg. Gleichzeit wittert ein ehemaliger, gehörnter Anwalt seine Chance, in seinem hetzerischen Blog neue zahlungskräftige Follower zu gewinnen, indem er sich Felix Licht als Anwalt gegen den Verlag anbietet.

Ich finde das Buch wunderbar. Die verschiedenen politischen Ansichten und Eitelkeiten werden so treffend beschrieben, dass ich den jeweiligen Personen gar nicht richtig böse sein kann und einfach nur gespannt bin, wie sie das sich immer schneller drehende Rad der Wut, Verletztheit und gekränktem Stolz stoppen können - oder fährt es einfach gegen die Wand und zerschellt?

Treffendster Satz, der das zugrunde liegende Problem in Felix Lichts Leben und auch der Realität am besten beschreibt:
"Felix Lichts Schmerz spiegelte den Schmerz einer ganzen Generation von Männern, die sich dagegenstemmten, älter zu werden, und die nicht einsehen wollten, dass sie und ihre Deutungshoheit über die Welt abgelöst würde."
Peter Huth, ein alter, weißer Mann, schreibt über alte, weiße Männer. Macht Freude.

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Wunderbare Darstellung der Gesellschaft
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leicht, ruhig und entspannt

Das kleine Café der zweiten Chancen von Shiori Ota

Ein gelungenes, herzensgutes Buch über das Erwachsenwerden und Wiedergutmachungen - das ist der Roman "Das kleine Café der zweiten Chancen" der Japanerin Shiori Ota.
Ihre Protagonistin Misaki, ungefähr 12 Jahre alt, war ein von der Welt gefeiertes Wunderkind am Piano - bis durch einen Unfall plötzlich alles vorbei war.

Die Mutter enttäuscht, eine neue Schule, keine Freunde. Auf Misaki scheint ein schweres Jahr zuzukommen - bis sie am Schulweg einer alten Dame begegnet, die ihr die Freude am Leben zurückgeben kann. Doch am nächsten Tag ist die Dame mitsamt ihrem Haus verschwunden, doch das Café aus ihren Erzählungen exisitiert. Misaki verbringt nun regelmäßig Zeit dort, lernt die Besitzerin, die Freuden des Kaffees, die Macht der Zeit und auch Freud und Leid von zweiten Chancen, neue Freundinnen und Freunde und vielleicht auch die Liebe kennen.
Wer Kaffee und schöne Geschichten mag wird dieses Buch gerne lesen. Die Autorin versteht es, den Duft von Kaffee so zu beschreiben, dass man sich schon selber völlig entspannt im Café der zweiten Chancen sitzen sieht.
Das Buchcover ist wunderschön und vermittelt den richtigen Eindruck: leicht, ruhig und entspannt.

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Schockierend, augenöffnend.

Mutter ohne Kind von Eva Lindner

"Mutter ohne Kind - das Tabu Fehlgeburt und was sich ändern muss" von Eva Lindner ist ein Gewinn für die Menschheit. Die äußere Haptik und grafische Gestaltung sind ästhetisch, der Inhalt und Schreibstil klar.
Die Autorin macht bereits auf den ersten Seiten deutlich, wie schockierend eine Fehlgeburt und alle Abwandlungen davon für die Betroffenen sind.

Die Einleitung ist direkt, schwer zu verdauen, emotional mitreißend und persönlich. In den darauffolgenden Kapiteln, alle in Frauennamen unterteilt, präsentiert sie uns die Ergebnisse ihrer umfangreichen Recherchen zum Thema auf eine sehr gut verständliche Art und macht das Ganze nahbar, indem sie Geschichten von Müttern ohne Kind in ihrem Umfeld erzählt.
Leser*Innen bekommen einen sehr guten Eindruck der bisherigen Missstände in unserer Gesellschaft, der medizinischen Ausbildung, des Gesundheitssystems und aber gleichzeitig auch Tipps im Umgang mit Betroffenen.

Ich bin selber im medizinischen Bereich tätig, Fehlgeburten waren immer schon ein Thema in meinem Team - allerdings aus jetziger Sicht, nachdem ich das Buch gelesen habe, sehr oberflächlich.
Ich wusste nicht, wie ich mit dem Trauma meiner Schwester umgehen sollte, habe es gar nicht erst als Trauma verstanden, mir ihren Schmerz nicht vorstellen können. Dieses Buch hilft. Es sollte zur Pflichtlektüre für alle werden, für medizinisches Personal genau so wie für Menschen mit und ohne Kinderwunsch.

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Mein Name ist Lucien, unwilliger Auftragskiller und ich lebe an der Cote d'Azur.

Monsieur le Comte und die Kunst des Tötens von Pierre Martin

Südfrankreich, gutes Essen, wunderschöne Landschaften, kleine Gassen und eine reiche Grafenfamilie mit dem Motto: Obligé aux vivants et aux morts.
Mittendrin Lucien, einziger Erbe des soeben ermordeten Grafen. Bis zu diesem tragischen Moment genießt er sein unbeschwertes Leben, das Essen und die Frauen - doch nun ist er Monsieur le Comte und muss den Familiengeschäften nachgehen: Auftragsmorde begehen.

Nur blöd, dass er das nicht will. Ein Profi auf dem Gebiet der Kunst des Tötens - jedoch nicht willig, das vorhandene Wissen umzusetzen, findet Lucien Mittel und Wege, sich seinen mörderischen Verpflichtungen geschickt zu entziehen und die Aufträge trotzdem zu erfüllen.

Es ist ein wunderbares Buch, das den Leser ab der ersten Seite nach Südfrankreich entführt, man kann die Küste fast schon riechen - was bin ich froh, dass Lucien ein Restaurant mit exquisiter Küche führt!
Für frankophile LeserInnen ist das Buch eine kleine Flucht in den Urlaub, gewürzt mit einer Mordsgeschichte, die auch noch Spaß macht.

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Estella und Cruella - sweet sixteen

Disney Cruella: Hello, wildes Herz! von Maureen Johnson

Estella ist ein schwieriges Schulkind, eigensinnig, wild und getrieben von ihren kreativen Ideen. Wenns schwierig wird bekommt sie Hilfe von ihrem zweiten Ich, der bösartigen und gefühlskalten Cruella - bis sie eines Tages von der Schule fliegt und mit ihrer Mutter nach London gehen muss, mit der Hoffnung, dass sie dort ihrer Passion, dem Modedesign, ungestört nachgehen kann.

Das Geld ist knapp und so halten Mutter und Tochter unterwegs bei einem Schloss, in dem die Reichen und Schönen gerade eine Party feiern. Estellas Mutter bittet die Schlossherrin um Geld, doch etwas läuft schief und sie wird von einer Horde Dalmatiner über die Klippe gestoßen - so wird Estella mit 12 Jahren zur Waise. Sie flieht nach London. Glückes Geschick wird sie von zwei Straßenjungen aufgelesen - Horace und Jasper. Die drei werden beste Freunde und hervorragende Straßendiebe, sie halten zusammen wie Pech und Schwefel. In ihrem Unterschlupf zeichnet, designt und schneidert Estella unermüdlich Mode, immer den Traum vor Augen, eines Tages die berühmteste Designerin der Welt zu werden.
Dann kommt der Sommer nach Estellas 16. Geburtstag. Bei einem Diebstahl begegnet sie den Geschwistern Magda und Richard - Waisenkinder wie sie, aber steinreich mit Lust auf Mode und Abenteuer. Da kommt ihnen Estella gerade recht, sie kreiert nun abenteuerliche Kleidungsstücke für die jungen Reichen Londons - ihr Traum scheint wahr zu werden!

Das Buch beginnt exakt wie der aktuelle Disneyfilm, was mich etwas abgeschreckt hat. Aber dann wird klar, dass es sich hier um Estellas Teenie-Sommer handelt, und da passieren völlig neuartige Dinge!
Ich bin wahrscheinlich doppelt so alt wie die/der typische LeserIn, finde das Buch aber trotzdem sehr unterhaltsam und angenehm zu lesen. Eine schöne, neue Geschichte von Estella und Cruella - auf dem Weg zum Erwachsensein, natürlich mit Ruhm und Ehre am Horizont!

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Schrullige Mitdreißigerin versucht nicht zu sterben

Vilma zählt die Liebe rückwärts von Gudrun Skretting

Vilma, 35 Jahre jung, nur ein einziges mal verliebt - und zwar in Orlando Bloom als Legolas. Immer auf der Hut vor dem frühzeitigen Tod - genau so wie sie es von ihrer Großtante gelernt hat, man kann ja nie vorsichtig genug sein. Aber dann passiert es. Das Leben. In Form eines Toten. Scheinbar ihr bis dahin nicht vorhandener Vater - jedenfalls hat seine Leiche Briefe dabei, die allesamt an Vilma adressiert sind.

Diese Briefe werden ihr von einem Pfarrer in Jesus-Optik und einem Sektionsassistenten in Hobbit-Optik mit Tourette überreicht. Ihr Vater möchte ihr in den Briefen erzählen, wie er ihre Mutter kennen und lieben gelernt hat, wie es dazu kam, dass sie ohne Vater aufwachsen musste. Jeden Tag darf sie einen lesen. Vilma liebt Regeln. Aber huch, sie liest gleich zwei auf einmal! (Satanspimmel!) Wie soll das nur weitergehen... und was fällt diesem Hobbit-Sektionsassistenten ein, einfach so immer wieder aufzutauchen? (Arsch!) Das ist das lustigste Buch, das ich je gelesen habe. Der Schreibstil ist erfrischend unkonventionell und das Buchcover spricht die Zielgruppe an - Frauen Mitte 30, die sich mit Kaffee in der Hand beim Lesen vor Lachen kaum halten können und hoffen, nichts vollzukleckern.

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