Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Murksy:
Das Ende von allem
Sanctuary von James Cleary
Der Klimawandel zerstört die Lebensgrundlage der Menschen. Ein Milliardär hat sich vorsorglich einen Bunker umbauen lassen. Mit seiner Familie und wenig Personal will er die Unruhen in Amerika aussitzen. Die von ihm zuvor bewohnte Villa wird zeitgleich von einer Gruppe Flüchtiger aufgesucht, die hofften bei den reichen Menschen Hilfe zu finden.
Doch der Milliardär will nicht teilen, es kommt zu einer Belagerung.
So düster die Geschichte ist, so glaubhaft ist sie. Was passiert mit uns, wenn wir in die Ecke gedrängt werden? Wenn wir versuchen, unsere Familie zu beschützen und zu ernähren? Wann finden Moral, Ethik und Menschlichkeit ihr Ende? Dieses Dystopie nimmt sich dieser Fragen in aller Schonungslosigkeit an. Dabei ertappt man sich immer wieder dabei, dass man darüber nachdenkt, wie das eigene Handeln wäre. In der scheinbar heilen Welt lässt es sich natürlich leicht urteilen, dass man der Gute wäre, dass man teilen würde und Flüchtige aufnähme. Doch werfen wir einen Blick in die Realität und die Flüchtlingskatastrophen weltweit, dann ist es um die Humanität nicht so weit bestellt. Das Buch schildert brutal die Kämpfe und zeigt den Verlust, die Verzweiflung und die Hoffnungslosigkeit. Ein schockierender Pageturner, der atemlos auf eine Zukunft deutet, die uns vielleicht gar nicht so entfernt erscheint. Der Mensch ist sein größter Feind und sein schlimmster Dämon.
Rezensionen von DoraLupin:
Düstere Interpretation der bekannten Geschichte
Lady Macbeth von Ava Reid
Wer Shakespeares Klassiker gelesen hat, der wird wird wohl auch die Geschichte von MacBeth kennen. In dieser Geschichte wird die bekannte Story und vorallem die Protagonistin selbst neu interpretiert und es wird düster und atmospärisch.
Die junge Lady Roscille weiß, was über sie gesagt wird: Sie sei von Hexen verflucht, und ein einziger Blick in ihre Augen könne sterbliche Männer in den Wahnsinn treiben.
Auf Geheiß ihres Vaters wird sie mit dem schottischen Lord Macbeth verheiratet, einem brutalen Kriegsherrn. Um als neue Lady Macbeth zu überleben, muss Roscille all ihre List und verborgene Hexenkraft einsetzen. Dabei ahnt sie nicht, dass auch ihr Ehemann okkulte Geheimnisse hat, die in den dunkelsten Tiefen seiner Burg schlummern. Sie weiß auch noch nicht, wie gefährlich ihre eigene Magie ist. Aber sie wird es herausfinden
Der Schreibstil ist nicht ganz einfach zu lesen, da alles eher komplex geschrieben wurde und ich deshalb etwas in die Geschichte hineinfinden musste. Einmal darin gefangen, zeigt sich dann jedoch das ganze Können der Autorin, denn sie hat die Geschichte mit viel Atmosphäre und eigenen Gedanken geschrieben und so vorallem der Protagonistin nochmal ganz neu Leben eingehaucht. Sehr gut gefallen hat mir auch, wie bildhaft die Burg und generell die raue Landschaft von Schottland beschrieben wurde. Außerdem war ich sehr nahe an Lady Macbeth dran, denn als Leser erfährt man viel von ihren eigenen Gedanken und Gefühlen und ich fand das wirklich sehr gelungen!
Fazit: das Buch lässt sehr viel Platz für neue Ideen und orientiert sich wenig an der originalen Geschichte, aber wenn man sich auf eine düstere, atmosphärische Geschichte einlassen möchte, dann ist man hier auf jeden Fall richtig! Ich gebe gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung ab.
Rezensionen von DoraLupin:
Wunderbares Buch von innen und außen
The Story Keeper: A Tale of Hearts and Magic von Rachel Mavie
Bereits die schöne Gestaltung des Covers hat mich sofort in den Bann gezogen und als ich den Klappentext gelesen habe, wusste ich schnell das ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. eEne Storykeeperin, die die Fähigkeit hat durch Bücher zu reisen, hört sich einfach genial und nach einer richtig coolen Idee an, von der wohl alle Buchliebhaber träumen!
In die Geschichte habe ich ohne Probleme hineingefunden, denn der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, leicht und locker und die Seiten sind nur so dahin geflogen.
Ausserdem schafft es die Autorin eine besondere Atmosphäre zu schaffen, da sie sehr bildhaft und lebendig schreibt.
Die Protagonistin Lumina ist eine sehr sympathisch Person mit der ich schnell mitfiebern konnte. Sie ist eher ruhig und vorsichtig was ich auch mal erfrischend anders gefunden habe, dennoch ist sie auch eine starke Persönlichkeit mit der ich mich gut identifizieren konnte. Mit Reed dagegen musste ich erst nach und nach warm werden, er hat es dem Leser schwer gemacht, ihn richtig greifen zu können. Da die Geschichte aber im Wechsel zwischen Lumina und Reed erzählt wird, macht es das Buch sehr abwechslungreich zu lesen und auserdem kann man so die Gedanken und Handlungen der beiden noch besser nachvollziehen.
Die Handlung bleibt die gesamte Zeit spannend und ich wollte deshalb auch immer wissen wie es weiter geht. Es gab ein paar langatmige Passagen, aber insgesamt war die Story sehr mitreißend und schön geschrieben. Die Geschichte ist eher gefühlvoll gehalten und sehr viel Action sucht man hier vergebens, dafür geht es viel um Bücher und das ist einfach ein Thema, über das ich immer wieder gerne und viel lesen kann! Ich gebe gerne eine Leseempfehlung und 4,5 Sterne für dieses tolle Buch.
Rezensionen von ReiShimura:
Magie, Abenteuer und ein Zeitgeist zum Verlieben
Juli im Land der Zeitgeister von Wieland Freund
Wieland Freund hat hier einen zauberhaften und äußerst unterhaltsamen Abenteuerroman erschaffen, welcher Lust auf mehr macht.
Zu meiner großen Überraschung stürzt man als LeserIn geradezu in die Geschichte rein. Es gibt keine großen erklärenden Worte, sondern man ist von Anfang an mitten in der Handlung.
Und genau wie Protagonistin Juli weiß man zu Beginn gar nicht, was hier eigentlich vor sich geht. Doch mit jedem Schritt, den Juli macht und mit jeder Kleinigkeit, die sie dazulernt, wird das Bild klarer und die Geschichte nimmt ihren Lauf.
Der Schreibstil des Autors ist sehr ansprechend und sowohl für Kinder, die eigentliche Zielgruppe des Buches, wie auch Erwachsene sehr gut zu lesen. Das Buch eignet sich aber auch sehr gut als Vorlesebuch für Kindergartenkinder, die noch nicht lesen können.
Auch das hohe Tempo des Buches hat mich überrascht. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass der Autor die Geschwindigkeit ein wenig drosselt. Denn dann hätte es die Möglichkeit für weitere und ausführlichere Informationen gegeben. So bleiben für mich nämlich einige offene Fragen leider unbeantwortet. Phasenweise kam bei mir der Gedanke auf, ob es nicht sinnvoll gewesen wäre, einen Zweiteiler aus der Geschichte zu machen. Das Potenzial wäre auf jeden Fall vorhanden gewesen.
Ein besonderes Highlight war für mich der kleine Zeitgeist Trim. Dieser süße, lustige kleine Kerl hat es mir von Beginn an angetan. Bei diesem Charakter hat der Autor definitiv alles richtig gemacht. Besonders seine Art sich aufzuregen und zu fluchen hat mich regelmäßig zum Lächeln gebracht.
Protagonistin Juli ist ebenfalls ein sehr gelungener und realistischer Charakter. Sie strahlt Stärke aus, ohne dabei überheblich oder unrealistisch zu werden.
All jene, die an „Alice im Wunderland“ und „Der Zauberer von Oz“ ihre Freude haben, sollten diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben. Klare Weiterempfehlung.
Rezensionen von ReiShimura:
Magie, Abenteuer und ein Zeitgeist zum Verlieben
Juli im Land der Zeitgeister von Wieland Freund
Wieland Freund hat hier einen zauberhaften und äußerst unterhaltsamen Abenteuerroman erschaffen, welcher Lust auf mehr macht.
Zu meiner großen Überraschung stürzt man als LeserIn geradezu in die Geschichte rein. Es gibt keine großen erklärenden Worte, sondern man ist von Anfang an mitten in der Handlung.
Und genau wie Protagonistin Juli weiß man zu Beginn gar nicht, was hier eigentlich vor sich geht. Doch mit jedem Schritt, den Juli macht und mit jeder Kleinigkeit, die sie dazulernt, wird das Bild klarer und die Geschichte nimmt ihren Lauf.
Der Schreibstil des Autors ist sehr ansprechend und sowohl für Kinder, die eigentliche Zielgruppe des Buches, wie auch Erwachsene sehr gut zu lesen. Das Buch eignet sich aber auch sehr gut als Vorlesebuch für Kindergartenkinder, die noch nicht lesen können.
Auch das hohe Tempo des Buches hat mich überrascht. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass der Autor die Geschwindigkeit ein wenig drosselt. Denn dann hätte es die Möglichkeit für weitere und ausführlichere Informationen gegeben. So bleiben für mich nämlich einige offene Fragen leider unbeantwortet. Phasenweise kam bei mir der Gedanke auf, ob es nicht sinnvoll gewesen wäre, einen Zweiteiler aus der Geschichte zu machen. Das Potenzial wäre auf jeden Fall vorhanden gewesen.
Ein besonderes Highlight war für mich der kleine Zeitgeist Trim. Dieser süße, lustige kleine Kerl hat es mir von Beginn an angetan. Bei diesem Charakter hat der Autor definitiv alles richtig gemacht. Besonders seine Art sich aufzuregen und zu fluchen hat mich regelmäßig zum Lächeln gebracht.
Protagonistin Juli ist ebenfalls ein sehr gelungener und realistischer Charakter. Sie strahlt Stärke aus, ohne dabei überheblich oder unrealistisch zu werden.
All jene, die an „Alice im Wunderland“ und „Der Zauberer von Oz“ ihre Freude haben, sollten diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben. Klare Weiterempfehlung.
Rezensionen von S.:
17 Kinder
Die Schnabels von Katrin Hörnlein
17 Kinder
Ein sehr interessanter Gedanke: anhand einer 19köpfigen Familie die Geschichte der BRD über viele Jahre zu begleiten.
Die Beziehung der Eltern beginnt Anfang der 50er Jahre. Natürlich gibt es Probleme: keine Wohnung, kein Geld, keine wohlhabenden Eltern. Und doch … viel Babyglück.
Viele Fotos zeigen die Schnabels, mal einzeln, oft zu mehreren. Die Kinder berichten von Enge, Anderssein, Lärm, aber auch vom Selbständig-werden und Gemeinschaft.
Ihnen ist sogar in den 60ern der Kauf eines Eigenheims möglich. Mit neun Kindern.
Wohnungsbau, Selbstbedienungsgeschäfte, die „Fresswelle“ nach dem Krieg, spielen dort, wo kein Erwachsener ständig aufpasst - all das wird geschildert. Materielle Einschränkungen, klar, gibt es auch heute genug. Die Rolle der Eltern wird sehr unterschiedlich wahrgenommen. Besonders die Mutter ist sehr speziell. Glücklich waren wohl alle nicht wirklich. Aber: eine noch heute starke Gemeinschaft. Werte wie Verantwortungsbewusstsein, Pflichtgefühl, Leistungsbereitschaft und gegenseitige Unterstützung wurden vermittelt.
Ein Vergleich zu heute drängt sich natürlich auf. Der Leser mag urteilen.
Die Familienmitglieder haben viel zu erzählen, Interessantes, Authentisches.
Viele Fotos vermitteln den Zeitgeist und lassen die Schnabels lebendig werden.
Spannendes über eine sehr besondere und ungewöhnliche Familie.
Rezensionen von yellowdog:
Vorauserinnerungen
Das Leben, das wir nie haben werden von Timothée de Fombelle
1943, zur Kriegszeit in Frankreich. Claire schreibt auf einer Schreibmaschine die Worte, die ein Mann ihr diktiert. Es sind verbotene Blätter.
Jetzt wartet sie auf ihn, der nicht kommt.
Claire imaginiert ein Leben in der Nachkriegszeit während sie auf den Mann wartet, der zur Resistance gehört.
Sie sieht sich als junge Mutter und sogar als alte Frau. Durchmengt wird das gelegentlich durch Erinnrungen der Kinderzeit. Das sind vor allen Sinneseindrücke.
Das Buch ist ganz Gefühl. Zwischen Sehnsucht, Hoffnung und Angst angesiedelt, enthält der Text eine Melancholie und hohe Dichte.
Rezensionen von yellowdog:
Erzählerische Eleganz
Die Woche danach von Helga Schubert
Wenn man mehrere Bücher von Helga Schubert gelesen hat, sieht man die Zusammenhänge, die teilweise autobiografisch bedingt sind, teilweise auch thematisch.
Sie hat Jahrelang ihren demenzkranken Mann gepflegt. Dieses Buch setzt nach seinem Tod ein. Er wurde 98 Jahre alt. Fast 5 Jahrzehnte waren sie verheiratet.
Neben den Gedanken an ihren Mann schreibt Helga Schubert auch über Ingeborg Bachmann und den Bachmannpreis, zu dem sie in DDR-Zeiten nicht lesen durfte, später aber Jurorin wurde und als Autorin den Preis 2020 sogar gewann. Mich konnte vieles am Buch wirklich fesseln.
Gerade bei diesem Buch beeindruckt mich Helga Schuberts erzählerische Eleganz.
Rezensionen von Shilo:
Eine alte Schuld
Eine Schuld vergeht nie von Florence Jones
Josepha Brandtner kommt an einem Juniabend 1957 nicht von der Arbeit nach Hause. Die Polizei geht schnell davon aus, dass sie mit einem amerikanischen Soldaten verschwunden sein könnte. Ihr Bruder Andreas glaubt das jedoch nicht. Zusammen mit Josephas Freundin Kathi versucht er herauszufinden, was wirklich passiert ist.
Doch ihre Suche bleibt ohne Ergebnis. Die Feindschaft zu Richard Seeberger begleitet Andreas und seine Familie noch viele Jahre.
Dieser Einstieg hat mich sofort neugierig gemacht. Das Verschwinden von Josepha bleibt nicht einfach eine Sache aus der Vergangenheit, sondern beschäftigt die Familien noch lange danach. Die alte Feindschaft zwischen ihnen wirkt sich schließlich auch auf die nächste und übernächste Generation aus.
Mit Emma und Florian kommt eine weitere Verbindung hinzu. Ausgerechnet die beiden verlieben sich ineinander, obwohl ihre Großväter seit Jahren verfeindet sind. Emma hofft, dass ihre Liebe diese alte Feindschaft beenden kann. Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, ob es ihnen wirklich gelingt, die Vergangenheit hinter sich zu lassen.
Florence Jones verbindet die verschiedenen Familienmitglieder gut miteinander. Nach und nach wird deutlich, welche Folgen ein Ereignis haben kann, das nie aufgeklärt wurde. Dabei fand ich es interessant zu sehen, wie alte Vorwürfe und Erinnerungen auch viele Jahre später noch das Leben der Familie beeinflussen.
Nach meiner Begeisterung für die dreiteilige Zwei-Kontinenten-Saga der Autorin war dieser Auftakt für mich ein absolutes Muss. Meine Erwartungen waren deshalb ziemlich hoch. Auch diesmal hat Florence Jones mich wieder überzeugt. Ich war schnell mitten in den Familien und ihren Problemen und wollte wissen, wie sich alles weiterentwickelt.
Das offene Ende hat mich allerdings etwas ungeduldig zurückgelassen. Noch sind viele Fragen offen und besonders das Geheimnis um Josepha lässt mich nicht los. Deshalb möchte ich unbedingt erfahren, wie es mit Emma und Florian weitergeht und welche Antworten die Fortsetzung bringt.
Für mich ist das ein sehr gelungener Auftakt der neuen Dilogie. Nun heißt es leider warten. Auf die Fortsetzung im November freue ich mich schon sehr.
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Rezensionen von nessabo:
Eine etwas schleppende Geschichte, die mich nicht ganz zufriedengestellt hat
Gewöhnungsbedürftig von Daniela Wilmer
Die Bücher aus dem pola-Verlag machen Platz für progressive, weibliche Perspektiven. Und ich schätze das sehr, weshalb meine Erwartungen an dieses Debüt entsprechend hoch waren. So richtig konnten sie aber leider nicht erfüllt werden.
Eine Protagonistin Ende 30 finde ich erstmal toll! Diesem Alter fühle ich mich mit Mitte 30 deutlich näher als den unsicheren Zeiten der frühen 20er - auch wenn ich das nicht verallgemeinern möchte.
Die Autorin sagt selbst, dass sie quasi ein Coming-of-Age für eine ältere Altersgruppe geschrieben hat. Diesem Anspruch ist sie wohl gerecht geworden, aber ich bin unsicher, ob das für mich so funktioniert.
Das sehr chaotische Leben Kathas war dabei noch weniger mein Problem. Auch Menschen in ihren 30ern dürfen noch mit ihrem Alltag struggeln und sich unsicher in Bezug auf das eigene Selbst fühlen. Was mir aber bitter aufgestoßen ist, gerade für einen eigentlich progressiv angelegten Roman, ist die ständige Abwertung anderer Frauen. Erschreckend viel Raum nimmt das unermüdliche Vergleichen und Konkurrieren mit Kathas weiblichen Geschlechtsgenossinnen ein. Daraus hätte die Autorin sogar auch noch etwas machen können, denn wir tragen diesen Reflex schließlich alle in uns. Aber dafür hat mir am Ende doch die Selbstreflexion gefehlt, das Verhalten bleibt umkommentiert stehen. Und ich möchte mittlerweile einfach nicht mehr davon lesen, wie Frauen in vermeintlicher Konkurrenz zueinander stehen, sondern ihre gelebte Solidarität sehen.
Die komplizierte Beziehung zwischen Katha und ihrer Mutter steht im Zentrum der Geschichte. Anfangs war ich da auch noch optimistisch, dass es zu einer glaubhaften Beziehungsentwicklung kommt, aber so richtig konnte das nicht erfüllt werden. Die beiden geraten so oft aneinander, scheinen dann in den Dialog zu kommen, nur um doch wieder abzubrechen. Und dann auf einmal, kurz vor Ende, gelingt das tiefgründige Gespräch doch noch. Das kam mir leider etwas konstruiert vor, obwohl ich die grundsätzlichen Themen so toll fand - z. B. „Regretting Motherhood“ und dass es eben nicht bedeutet, das eigene Kind nicht zu lieben, sondern einfach die gesellschaftliche Mutterrolle. Auch postpartale Depressionen sollten viel öfter in moderner Literatur Platz finden.
In dieser konkreten Beziehung fand ich es zudem besonders problematisch, wie Katha an einer Stelle ihre Mutter regelrecht drängt, Alkohol zu trinken, obwohl diese für mich relativ deutlich kommuniziert, dass sie das nicht möchte. Auch der Ansatz, dass Alkohol notwendig ist, um tiefe Gespräche führen zu können, ist keiner, den ich in Büchern mag.
Ich bleibe damit ernüchtert zurück und fand den Roman dem Titel entsprechend gewöhnungsbedürftig. Für mich hätte es mehr sensiblen Tiefgang und eine glaubhaftere Figurenentwicklung geben dürfen. Bruno war ein sanfter Lichtblick und auch für die angeschnittenen Themen spreche ich ein Lob aus, aber so wirklich packen wollte mich das Buch nicht.
3,5 Sterne










