Kunden em pfehlungen
Rezensionen von cosmea:
Stationen des Lebens
Red von Louise Kennedy
Louise Kennedys zweiter Roman “Red“ spielt in den 80er Jahren. Es ist die Zeit der Troubles, der bürgerkriegsähnlichen, fast 30 Jahre dauernden Unruhen in Nordirland, die erst Ende der 90er Jahre durch das Karfreitagsabkommen beendet wurden. Da war es keine gute Idee, dass Roísín McCaffreys Vater Conor als Katholik für die RUC (Royal Ulster Constabulary) arbeitete.
Damit brachte Conor sich und seine Familie in Lebensgefahr. Er verließ später die Familie und lebte fortan mit einer neuen Frau in London. Seine Ex-Frau zog mit der Tochter in den Süden in die Republik Irland. Für das Mädchen war die Umsiedlung schwierig. Sie war immer eine Außenseiterin und wurde in der Schule gemobbt. Dann lernt sie Redmond Camelin - genannt Red - kennen, der ebenfalls anders ist, Geheimnisse vor den anderen verbirgt und der erste ist, der sie versteht. Sie verliebt sich in ihn und sie stehen einander lange Zeit nahe, ohne dass daraus eine Liebesbeziehung wird. Eines Tages verlässt er sein Elternhaus und zieht nach London. Dort findet Roísín ihn einige Zeit später in einem besetzten Haus. Mit Red geht es unaufhaltsam bergab. 2007 versucht Roísín wieder einmal, Red mit Hilfe der Freunde von damals aufzuspüren. Da hat sie ihn schon 20 Jahre nicht mehr gesehen.
Die Autorin zeichnet anhand ihrer Protagonisten ein Bild der irischen Diaspora in London, in dem sich deutlich zeigt, dass die Schatten einer traumatischen Vergangenheit nicht verschwinden, sondern für immer bleiben. Ein Neuanfang ist möglich, aber das Gewicht der Vergangenheit bleibt und damit Angst, Scham, selbstzerstörerische Tendenzen, Abhängigkeit und Gewalt. So muss auch Roísín irgendwann einsehen, dass Red für immer Teil ihres Lebens bleiben wird, aber dass sie ihn nicht retten kann.
Mir hat dieser Roman gut gefallen. Ich mag die Sprache, die Charaktere und die Tatsache, dass der zeitgeschichtliche Hintergrund eine wichtige Rolle spielt.
Rezensionen von Danshi:
Eine besondere Zeit zwischen den Jahren
Rauhnachttage von Ina Bhatter
Nachdem mir „Drei Tage im Schnee“ so gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf den neuen Roman von Ina Bhatter. Auch diesmal steht eine eher ruhige Geschichte im Mittelpunkt, die sich viel mit den Gedanken und Gefühlen ihrer Hauptfigur beschäftigt. Luise ist Ärztin und steckt nach dem Tod ihres besten Freundes Felix in einer tiefen Krise.
Dass sie ihm trotz ihres medizinischen Wissens nicht helfen konnte, lässt sie an sich und ihrem bisherigen Weg zweifeln.
Über Weihnachten und den Jahreswechsel zieht sie sich in die Wohnung ihrer Freundin Linh am Meer zurück. Dort wartet ein ungewöhnliches Geschenk auf sie. Linh hat ihr ein Buch über die Rauhnächte und verschiedene Aufgaben hinterlassen. Ausgerechnet Luise, die als Ärztin eher wissenschaftlich denkt, soll sich mit alten Ritualen, Wünschen und Achtsamkeit beschäftigen. Ihre anfängliche Skepsis konnte ich deshalb gut nachvollziehen.
Besonders interessant fand ich, wie die Rauhnächte in die Geschichte eingebunden werden. Man erfährt einiges über verschiedene Rituale und kann gleichzeitig beobachten, was diese Beschäftigung mit Luise macht. Dabei geht es weniger darum, ob man an etwas Übernatürliches glaubt. Vielmehr bringen die Aufgaben sie dazu, sich mit ihrer Trauer, ihren Schuldgefühlen und der Frage auseinanderzusetzen, wie ihr Leben weitergehen soll.
Wie schon beim vorherigen Buch gefällt mir Ina Bhatters ruhiger und bildhafter Schreibstil sehr. Auch die winterliche Atmosphäre am Meer passt wunderbar zu Luises Rückzug. Man sollte allerdings keine Geschichte mit viel Handlung oder Spannung erwarten. Stellenweise hätte ich mir sogar etwas mehr Tiefe und etwas mehr Zeit für Luises Entwicklung gewünscht. Trotzdem hat mich gerade die Verbindung aus Roman und den Gedanken rund um die Rauhnächte wieder sehr angesprochen.
Nachdem mir bereits „Drei Tage im Schnee“ so gut gefallen hat, habe ich auch diesen Roman sehr gern gelesen. Besonders die Fragen nach Verlust, Loslassen und einem möglichen Neuanfang sind mir geblieben. Und ein bisschen neugierig darauf, mich selbst einmal näher mit den Rauhnächten zu beschäftigen, hat mich die Geschichte tatsächlich auch gemacht.
Rezensionen von carola1475:
Fesselnd und spannend bis zum Schluss
Totenfrau - Die Rückkehr von Bernhard Aichner
Blum lebt seit 10 Jahren mit ihrem Partner Reza auf ihrer Yacht in Kroatien. Sie bieten Segeltörns und Tauchkurse an und haben ein schönes Leben, bis eines Tages ein Gast an Bord verstirbt. Ab da gerät Blums Welt aus dem Gleichgewicht und sie kämpft, um die drohende Katastrophe abzuwenden. Doch Blum verstrickt sich in eine Abwärtsspirale, wie bei einer Kettenreaktion wird ihre Situation immer schlimmer.
Ihre Unerschrockenheit und Konsequenz stehen ihrer Wut nicht nach und Blum ist gezwungen, zu zeigen, wozu sie fähig ist.
Erzählt wird aus Blums Perspektive in der dritten Person. Aichners Schreibstil ist prägnant und schnörkellos, trotzdem zeichnen seine oft kurzen Sätze ein eindringliches Bild von Blums Situation, ihren Gedanken und Gefühlen. Auch die anderen Charaktere haben Tiefe, erscheinen glaubhaft und authentisch. Bei Aichners besonderen, reduzierten Dialogen lenkt nichts ab vom Wortwechsel.
Fast verstörend finde ich den Kontrast zwischen der sommerlichen Stimmung am Meer und der bedrohlichen Atmosphäre, in der Blum nach einem Ausweg sucht. Die Geschichte ist spannend und fesselnd, ich weiß um das Schreckliche, kann aber nicht anders, als das Geschehen weiter zu verfolgen. Die, wie befürchtet, unvermeidliche Eskalation ist nervenaufreibend, das Erzähltempo hoch.
Auch Neueinsteiger in die Reihe finden sich meiner Meinung nach zurecht durch geschickt gesetzte Rückblicke, die aus Blums Vergangenheit erzählen und zweifellos neugierig machen auf die Vorgängerbände. Mir hat 'Totenfrau – Die Rückkehr' sehr gut gefallen und ich bin gespannt, ob Aichner die Reihe fortsetzt, ich würde mich freuen.
Rezensionen von BarbaraM:
Weihnachtszauber mit einer Extraportion Gefühl
Weihnachten im geheimen Buchladen von Cressida McLaughlin
„Weihnachten im geheimen Buchladen“ von Cressida McLaughlin hat mir gut gefallen und ist für mich eine schöne Lektüre, um sich auf die Weihnachtszeit einzustimmen. Im Mittelpunkt steht Sophie, die an der englischen Küste ihre selbst gebundenen Notizbücher verkauft und sich eigentlich nirgendwo so richtig niederlassen möchte.
Doch als sie ein geheimnisvolles Buch geschenkt bekommt und gemeinsam mit dem eher zurückhaltenden Harry das Weihnachtsfest im Dorf organisieren soll, beginnt sich für sie einiges zu verändern. Mir gefällt besonders die gemütliche Atmosphäre, die sich durch die ganze Geschichte zieht. Die kleine Dorfgemeinschaft, die winterliche Küstenlandschaft und die vielen liebevollen Details machen es einem leicht, sich in die Geschichte hineinzuversetzen. Auch die Figuren mochte ich gerne, gerade weil sie alle ihre eigenen Geschichten und manchmal auch ihre Schwierigkeiten mitbringen. Cressida McLaughlin schreibt sehr gefühlvoll und schafft es, Themen wie Vertrauen, Freundschaft und das Gefühl, irgendwo dazuzugehören, schön miteinander zu verbinden. Manchmal war mir das Ganze allerdings ein bisschen zu kitschig und auch die eine oder andere Entwicklung konnte man sich schon recht früh denken. Trotzdem habe ich Sophie gerne auf ihrem Weg begleitet. Ein wenig schade fand ich außerdem, dass der geheime Buchladen selbst nicht die große Rolle spielt, die ich aufgrund des Titels erwartet hatte. Insgesamt ist es aber eine schöne, warmherzige Geschichte, die wunderbar in die Vorweihnachtszeit passt und bei der man es sich beim Lesen so richtig gemütlich machen kann.
Rezensionen von Verena:
Eine kleine Enttäuschung
Eine kleine Schwindelei von Rosanna Pike
Cover und Idee haben 5 Sterne verdient: Im Mittelpunkt der Geschichte steht Tibb, die als Waise allein durch Tudor-England zieht und sich mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe auf einen gewagten Schwindel einlässt. Aber was bitte habe ich da gelesen? War das eine (eher schlechte) Fan-Fiction über irgendwas, was ich nicht kenne?
So kam es jedenfalls teilweise rüber.
Eine Found-Family Gruppe, wie aus einer Serie, die mal schnell in ein historisches Setting gepackt wurde, dazu jede Menge Themen des aktuellen Zeitgeists. Don't get me wrong, all diese Themen sind wichtig und komplex. Und ich finde auch, dass man moderne Perspektiven wunderbar in historischem Setting umsetzen kann. Hier wirkte es aber nicht wie ein bewusster Stilbruch, sondern eher so, als hätte man sich nicht die Mühe gemacht, die Figuren tatsächlich in ihrer Zeit zu verankern und letztlich Tudor-England lediglich als Kulisse zu nutzen.
Dazu kommen Figuren, die unglaublich flach bleiben. Fast jede Person scheint auf ein oder zwei Eigenschaften reduziert, die Freundesgruppe harmoniert ohne große Konflikte. Alle sind irgendwie liebenswert, Pärchen finden sich, alle unterstützen sich. So wirkte es wirklich wie eine AO3-Story mit historischem Setting. Schwere Themen werden aufgemacht, die Figuren erleben Traumatisches. Emotional bleibt davon wenig hängen, es wirkte manchmal eher, als würde eine Liste abgehakt werden.
Auch sprachlich konnte mich „Eine kleine Schwindelei“ nicht überzeugen. Es wirkte stellenweise sehr kindlich, aber auch hier eher unausgegoren und nicht als bewusst eingesetztes Stilmittel. Besonders irritiert/genervt haben ständig wiederkehrende Formulierungen. Ob das teilweise an der Übersetzung lag, kann ich nicht beurteilen.
Das Hörbuch war zwar richtig gut gelesen, aber auch das konnte die Geschichte retten. Echt schade, denn wie anfangs schon gesagt, die Idee ist so viel besser als ihre Umsetzung
Rezensionen von Mabla59 :
Spannung mal anders
FIVE - Das Ticken der Zeit von Ilona Bannister
In einem Londoner Vorortbahnhof treffen an einem frühen Morgen fünf Minuten vor der Einfahrt des Zuges Richtung Victoria Station fünf Menschen aufeinander.
Da ist der Geschäftsmann Liam, die Mutter Emma mit ihrem Sohn Gideon, die ehemalige Pathologin Mrs. Worth und der junge Sonny. Einer dieser fünf wird innerhalb der fünf Minuten bis zur Einfahrt des Zuges sterben! Während die Zeit auf dem Bahnsteig wie ein Countdown heruntererzählt wird, lernen wir in einzelnen Kapiteln jeden der fünf Personen und deren Geschichte kennen.
Jeder hat sein eigenes Schicksal, das erklärt, warum er bzw. sie geworden ist, wie er bzw. sie ist und handelt.
Dabei ist keiner richtig sympathisch und auch mein Mitgefühl ob der Schicksale schwankte immer wieder.
Dennoch hat das Buch mich sehr beeindruckt. Dabei ist der Schreibstil alles andere als leicht lesbar. Im Gegenteil hier muss jeder Satz, jedes Wort mit Bedacht "erlesen"
Kein Thriller im klassischen Sinn, aber unglaublich beeindruckend. Ein Jahreshighlight!
Ganz klar fünf Sterne
Rezensionen von Eternal-Hope:
Eine Wucht, die ich so nicht erwartet hätte
Ist doch schön hier von Miriam Burdelski
"Ist doch schön hier" ist der Debütroman von Miriam Burdelski. Wie sie im Nachwort erzählt, hat die Autorin selbst familiäre Wurzeln im ehemaligen Ostpreußen und ist mit ihrer Familie in die Gegend gereist ist, aus der ihre Oma als Kind vertrieben wurde. Dieses Thema hat sie zu diesem fiktiven Roman inspiriert, für den sie ganz neue Figuren erschaffen hat, die nicht ihren eigenen Verwandten entsprechen.
Daraus ist ein sehr lebendig erzählter, tragischer Coming-of-Age-Roadtrip-Roman entstanden, der einen rasch in seinen Bann zieht.
Worum geht es? Liesel hat es wahrhaftig nicht leicht im Leben: gerade hat sie das Abitur erfolgreich hinter sich gebracht, muss sie sich mal wieder, wie schon öfters in ihrem Leben, mit wirklich schweren Themen herumschlagen, von denen die meisten Gleichaltrigen noch verschont bleiben: ihre Mutter Melanie hat sie als Teenager bekommen, aber ihr kaum eine wirkliche Mutter sein können. Antriebslos und depressiv schläft sie bis Mittag, bewegt sich meist nur vom Bett auf die Couch und wieder zurück, hat nie ins Berufsleben gefunden und lebt von Sozialhilfe.
Aufgezogen wurde Liesel deshalb von ihrer Oma Emmi, die bis vor kurzem ebenfalls mit den beiden in einer Wohnung gelebt hat. Emmi war für Liesel überwiegend eine liebevolle und fürsorgliche Großmutter, für ihre Tochter Melanie hatte sie aber kaum jemals ein nettes Wort übrig, hat sie verachtet und beschimpft. Und nun ist Emmi dement, wechselt zwischen klaren Momenten und dem Versinken ins Vergessen hin und her, ist mal freundlich, dann zornig, und lebt seit kurzem in einem Pflegeheim, wo Liesel sie regelmäßig besucht.
Liesel weiß, dass ihre Oma als 10-jährige 1945 gemeinsam mit ihrer Familie mitten im Winter aus dem damaligen Ostpreußen, dem heutigen Polen bzw. Russland (Kaliningrad) flüchten musste und aus dieser Zeit wohl heftige Traumatisierungen mit sich herumschleppt. Doch wirklich viel weiß Liesel nicht darüber, über vieles wollte die Oma nicht so wirklich reden. Nun möchte Liesel in diese Gegend reisen, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen, und das wird sie auch machen. Dann gibt es noch Jascha, ein junger Pole, der als Aushilfskraft im Pflegeheim arbeitet und Liesel kurzerhand auf der Reise begleitet. Und auch Emmi möchte unbedingt mitfahren, sobald sie von den Plänen erfährt.
Über zwei Drittel habe ich die Lektüre dieses Buches wirklich genossen. Nach dem allerersten Kapitel, das ein bisschen verwirrend sein kann, sich aber im Rückblick aufklärt, kommt man zügig in das Buch hinein, schließt die liebenswerten und lebensecht gezeichneten Charaktere ins Herz und erlebt mit ihnen einen interessanten Roadtrip mit so einigen unvorhergesehenen Stationen und Begegnungen. Warmherzig stellt das Buch dabei wie nebenbei tiefgründige Fragen dazu, was es bedeutet, im Moment zu leben, welche Prioritäten man setzen sollte und was im Leben wirklich wichtig ist. Den Großteil des Buches habe ich also sehr genossen und dachte schon, dass das ein Buch wird, das ich so einigen Menschen aus meinem Bekanntenkreis von Herzen empfehlen und vielleicht auch zu Weihnachten schenken werde.
Doch im letzten Drittel des Buches kommt der Hammer, der mich bis jetzt, wo ich das Buch zugeschlagen habe, emotional tief betroffen zurücklässt. Und eigentlich ist es nicht nur ein Hammer, sondern gleich mehrere hintereinander. Mir hätte die Fluchtgeschichten aus Ostpreußen und die Demenz der Oma als Hardcore-Themen schon gereicht, doch das Buch belässt es bei weitem nicht dabei, da kommt noch so einiges mehr dazu. Um nicht zu spoilern, kann ich inhaltlich hier nichts dazu sagen, außer, dass noch viel mehr geschieht, als dass Liesel Antworten auf so einige Fragen bekommt, und man mit Liesel zutiefst mitfühlt. Ganz am Ende versucht die Autorin noch einen kleinen positiven Ausblick, der mich aber an dieser Stelle nicht mehr glaubwürdig erreicht hat.
Somit empfehle ich das Buch nur psychisch stabilen Menschen, die sich auch von sehr harten Schicksalsschlägen, die lieb gewonnene Figuren treffen, nicht zu sehr runterziehen lassen. Es ist also insgesamt definitiv keine Wohlfühllektüre, auch wenn das Cover und der Einstieg das vermuten lassen, sondern ein Buch, das auch innere Bilder von mehreren richtig schlimmen Ereignissen entstehen lässt. Wer das gerade nicht in seinem Leben brauchen kann, der lasse lieber die Finger davon.
Insgesamt vergebe ich gute vier Sterne für ein ansonsten mitreißend geschriebenes, gut erzähltes und an vielen Stellen sehr warmherziges Buch, das insbesondere die Themen Demenz sowie transgenerationale Traumatisierung und ihre Auswirkungen auf Familienbeziehungen sehr gut recherchiert und authentisch behandelt. Auf weitere Bücher dieser talentierten Autorin bin ich gespannt.
Rezensionen von peedee:
Ein düsterer Thriller
Weißer Rausch von Anu Ojala
Lappland-Trilogie, Band 1: Kommissarin Ronja Jentzsch von der Polizei Lappland ist erschöpft – bis tief in die Knochen. Nicht nur die Arbeit mit den vielen Überstunden fordert ihren Tribut, sondern auch die privaten Probleme mit ihrer Mutter. Diese Probleme muss sie hintan stellen, denn die Verbrecher im finnisch-schwedischen Grenzgebiet schlafen nicht: Ein Mann wird mit einer Nagelpistole getötet, eine polizeibekannte Frau gefoltert und erschossen, eine Drogenparty verlassen nicht alle lebend.
Die Vorfälle scheinen irgendwie zusammenzuhängen. Was hat Kristian, ein Zöllner, damit zu tun? Und weswegen ist plötzlich der Geheimdienst involviert?
Erster Eindruck: Das Cover und insbesondere die Haptik (Buchstaben und „Eisspuren“) gefallen mir sehr gut.
Ronjas Partner Janne ist auf einer Fortbildung, daher ist sie mit Toni bei einem Einsatz. Dieser läuft jedoch aus dem Ruder und Toni wird verletzt. Als Janne davon erfährt, bricht er seine Fortbildung ab, um Ronja und die Kollegen vor Ort unterstützen zu können. Wenn ein Polizist bei einem Einsatz lebensgefährlich verletzt wird, hat das auch immer Auswirkungen auf die Kollegen, die dabei waren. Die Gefahr ist Teil ihres Jobs und gerade deshalb müssen sie immer 100% geben und achtsam sein. Die Polizei findet einen jungen Mann, dem zuerst in die Knie geschossen und sodann getötet wurde. Seine Eltern wurden im Haus an den Tisch genagelt. Wie bitte? Ja, genau! Huch, das ging gleich deftig los! Im zweiten Erzählstrang geht es um Kristian, einen jungen Zollbeamten, der grosse private Probleme hat, sich aber niemanden anvertrauen kann.
Demenz, Drogen, Gier und häusliche Gewalt sind einige der behandelten Stichworte. Häusliche Gewalt für einmal von der weniger bekannten Seite, denn die Frau misshandelt ihren Mann! Schlimm! Wenn ich mir nur vorstelle, wie ein fast zwei Meter grosser Mann von seiner Frau immer und immer wieder Schläge, Tritte, Demütigungen einkassiert und sich nicht wehren kann… nicht wehren darf, denn Aussenstehende würden nicht verstehen, dass seine kleine Frau zu solcher Gewalt fähig sein würde. So erduldet er alles, da er seine kleine Tochter um jeden Preis schützen muss. Tragisch!
„Und dann, irgendwann, fiel der erste Schlag. Seitdem stand die Tür zur Hölle weit offen.“
Fazit: Ein düsterer Thriller, der viele für mich erbarmungslose Bilder vor meinem inneren Auge entstehen liess. Auch wenn die für mich ungewohnten skandinavischen Namen der Protagonisten etwas schwierig waren, hat sich das Buch flüssig lesen lassen und ich war auf die Auflösung gespannt. Von mir gibt es für den Reihenauftakt sehr gute 4 Sterne und bei der Fortsetzung bin ich wieder mit dabei.
Rezensionen von gabiliest:
Schaurig-schön: Eine spannende Spukgeschichte
Creepy Castle - Die Schule der Geisterjäger (1). Total verspukt! von Thomas Poppe; Heiko Wolz
Kennst du schon die Schule für Geisterjäger? Wo man lernt, Dämonen, Gespenster, Vampire und Flüche unschädlich zu machen? Nein? Dabei ist sie ganz leicht zu finden. Im Buch der bekannten Autoren Thomas Poppe und Heiko Wolz kannst du alles über “Creepy Castle – Die Schule der Geisterjäger” erfahren.
Und weil dort alles “Total verspukt!” ist, gehen auf dem freundlich-fröhlichen und nur ein ganz kleines bisschen gruseligen Hardcover schon zwei Kinder auf Gespensterjagd: Weeny und Finn.
Weeny ist die Tochter des Direktors und hat gerade ihren ersten Schultag. Wird sie Freunde finden und alles richtig machen? Mist, gleich zur ersten Stunde kommt sie zu spät und im Klassenzimmer ist nur mehr der Platz neben Finn, einem blassen Jungen, frei. Unfreundlich ist der auch noch, aber Weeny wird schon herausbekommen, was mit ihm los ist! Doch eines ist komisch: Am Vorabend hat sie ein Nebelgebilde in Menschenform am Schultor gesehen. War das ein Geist? Wo ist der hin?
Als Weeny Finn besser kennen lernt, erfährt sie, dass die Schule von diesem Nebelwesen bedroht wird. Als Tochter des Direktors fühlt sie sich verantwortlich, den Geist zu stellen. Wenn das mal nicht schiefgeht! Aber vielleicht können Finn und sein kleiner, niedlicher Dämon Whisk helfen? Sehr überzeugt sind Finn und Weeny von Whisks Fähigkeiten nicht, denn er muss noch viel lernen – doch er ist einfach so knuddelig!
Thomas Poppe und Heiko Wolz haben ein fröhliches und spannendes Buch über ein verspuktes Schloss geschrieben, von dem die Kinder bezaubert sein werden. Der Gruselfaktor und die Sprache sind kindgerecht – das Buch wird ab acht Jahren empfohlen. Kurze Kapitel und die große Schrift sorgen für leichte Lesbarkeit. Fantasievolle Schwarz-Weiß- Illustrationen erhöhen das Lesevergnügen und unterstützen das Kopfkino, das unweigerlich entsteht, wenn man Weeny und Finn auf der Geisterjagd begleitet. Die Geschichte eignet sich sehr gut zum Vorlesen, aber auch Kinder, die schon gerne selbst lesen, werden das Buch sicher oft zur Hand nehmen. Auch für erwachsene (Mit-)Lesende gibt es einiges zu schmunzeln, denn manche Details sind wirklich witzig.
“Creepy Castle: Die Schule der Geisterjäger” erzählt von Freundschaft und Mut, aber auch davon, dass der erste Eindruck von einer Person – oder einem Geist – trügerisch sein kann. Weeny ist nicht nur superschlau, sondern eine gute Freundin, die sich für ihre Freunde auch in Gefahr begibt. Finn umgibt lange Zeit ein Rätsel und sein Verhalten ist für Weeny unerklärlich. Doch gleichgültig, wie sich die Umstände entwickeln: Finn und Weeny halten zusammen.
Natürlich gibt es, wie wohl auch im richtigen Leben, einen Schulfiesling, der vor allem Weeny das Leben schwer macht. Der heimliche Star des Buches ist aber der kleine Dämon Whisk, der niedlich und unbeholfen noch viel üben muss, damit seine Flüche den gewünschten Erfolg haben.
Ich habe das Buch mit meinem Enkel gelesen und wir hatten beide viel Spaß. Daher empfehlen wir “Creepy Castle – Die Schule der Geisterjäger: Total verspukt!” gerne allen jungen und jung gebliebenen Lesenden, die Humor, Action und Gänsehaut lieben und wir freuen uns schon auf Band zwei.
Rezensionen von Ameland:
Von Geistern und Dämonen
Creepy Castle - Die Schule der Geisterjäger (1). Total verspukt! von Thomas Poppe; Heiko Wolz
Auf der Geisterjägerschule Creepy Castle lernt man alles übers Flüchebrechen und Geisterbekämpfung und endlich darf Weeny diese Schule besuchen. Ihre Freude erhält einen Dämpfer als ihr Sitznachbar Finn sich abweisend ihr gegenüber benimmt. Ob er ein Geheimnis hat oder etwas im Schilde führt? Ich weiß es, werde es euch aber nicht verraten.
Lest lieber selbst sonst verpasst ihr eine tolle Geschichte.
Weeny mochte ich sofort. Ich fand es toll, dass sie mehr auf ihr Herz hört und dann schonmal Regeln missachtet. Bei Finn hat es etwas gedauert bis ich ihn gemocht habe, aber dann fand ich ihn einfach nur liebenswert. Es gibt aber eine Figur, die mein Herz im Sturm erobert hat und das war der kleine Dämon Whisk. Seine Auftritte sorgten für Lacher meinerseits und brachten Atempausen, wenn die Spannung fast zu viel wurde.
Der Schreibstil der Autoren Thomas Poppe und Heiko Wolz ist kindgerecht. Nur die englischen oder gälischen Namen und Ausdrücke bereiten in Sachen Aussprache vielleicht Schwierigkeiten. Aufgrund der Erklärungen gibt es aber, genau wie bei den lateinischen Begriffen, keine Verständnisprobleme. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Weeny und Finn.
Die wunderschönen und detaillierten Illustrationen von Sarah Friede geben den Text zusätzlich sehr bildhaft wieder.
Gefallen hat mir, dass in die Geschichte Begebenheiten eingeflossen sind, welche die Kinder auch an normalen Schulen erleben. Da geht es z. B. zu Beginn darum, Freunde zu finden oder es wird schlecht über einen anderen Schüler geredet. Aber egal wie, was zählt sind Zusammenhalt, Freundschaft und Vertrauen.
Wer gerne spannende Bücher über Geister und Dämonen liest und sich auch vor etwas Grusel nicht fürchtet, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.










