Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
Humorvoll und teilweise skurril
Madame Mort und der tote Onkel von Pierre Lagrange
Endlich darf die Gerichtsmedizinerin Berthe ein eigenes Buch haben. Mir gefiel sie schon in der Albin-Leclerc-Reihe sehr gut.
Auch Berthe hat eine ungewöhnliche Art, sich Kriminalfällen anzunehmen. Als sie von dem Verschwinden einer Leiche aus einem Bestattungsinstitut erfährt, gehen bei ihr alle Lichter an und die Neugierde lässt sie nicht los.
Wer könnte ein Interesse daran haben, die Leiche zu stehlen? Und was sind die Hintergründe?
Ich mag die humorvollen Romane des Autors sehr gerne und kenne die gesamte Leclerc-Reihe. Dass Albin auch in diesem Buch eine (Neben-)rolle spielen darf, hat mich sehr gefreut. Berthe steht aber im Vordergrund und dieses Mal hat der Autor auch die ganzen Nebensächlichkeiten weggelassen, die mich mittlerweile bei der Leclerc-Reihe stören. Berthe Sauniers Abenteuer ist erfrischend und mitreißend und so undurchsichtig, dass man sich auf die Lösung freut. Auch als ein Zwischenerfolg verbucht werden kann, ist das Buch noch lange nicht zu Ende. Wobei das Buch mit 300 Seiten doch relativ kurz ist. Mittlerweile habe ich aber kürzere, knackige Bücher zu schätzen gelernt.
Gewisse Parallelen sind in beiden Reihen zu finden: auch Berthe hat einen stillen Ratgeber. Wo Albin mit seinem Mops spricht, ist es bei Berthe ein Skelett. So herrlich kurios und teilweise auch wieder witzig, dass ich mich gleich in der Handlung wohlgefühlt habe. Zudem beginnt das Buch mit einer Geburt und so werden die ganzen Charaktere gleich einprägsam eingeführt.
Fazit: Madame Mort und der tote Onkel ist der Auftakt einer neuen Reihe von Pierre Lagrange, die ich sicher weiterverfolgen werde.
Fesselnd
Kalte Tage von Charlotte Link
Kalte Tage von Charlotte Link ist wieder ein Buch, bei dem man förmlich an den Seiten klebt. Von der ersten bis zur letzten Seite ein Pageturner durch und durch. Die Geschichte hat ein wirklich rasantes Tempo. Durch die Entführung, und vor allem durch die Kapitel mit dem verschwundenen William, leidet man richtig mit den Personen mit.
Dabei ist keine Seite langweilig. Und auch Kates Privatleben gerät in diesem Buch mächtig durcheinander.
Natürlich sind einige Wendungen etwas übertrieben dargestellt, aber dadurch, dass es ja ein Krimi ist und keine Realität und zudem zur Spannung beiträgt, kann man das durchaus gelassen sehen. Und auch der Twist am Ende, wenn man schon denkt, es ist alles aufgelöst, hat es nochmal in sich.
Charlotte Links Schreibstil ist packend und mitreißend und lädt zum Mitraten und Spekulieren ein. Allerdings wird man so oft auf die falsche Fährte geführt, dass man keine Chance hat, die wahren Hintergründe zu erraten. Jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger und man wird förmlich durch die Seiten gepeitscht.
Kalte Tage ist bereits der 6. Band aus der Reihe und kann ohne Vorkenntnisse der anderen Bücher gelesen werden. Schöner ist es aber, wenn man sie der Reihe nach liest. Einfach um Kates Verhalten besser zu verstehen. Denn sie hat auch Ecken und Kanten und das macht das Ganze authentisch. Zudem wird auch der Tod Calebs näher beleuchtet, der in „Kalte Tage“ einen größeren Raum einnimmt und vor allem für Kate immer wieder hochkocht.
Fazit: wieder ein überaus lesenswerter Krimi aus der Feder einer absolut genialen Autorin.
Ein Highlight
Kleine Grausamkeiten von Liz Nugent
*zack* Schon der erste Satz hat es in sich.
„Alle 3 Drumm-Brüder waren bei der Beerdigung, einer von uns allerdings im Sarg“.
Mal ehrlich, wenn ein Buch so anfängt, das kann ja nur gut werden. Ich habe mich jedenfalls bestens amüsiert. Die Story ist in mehrere Teile gegliedert. Eine allgemeine und anschließend je eine Sichtweise der Brüder.
Ganz offen: Sympathieträger sind sie alle nicht, aber gerade das macht den Reiz des Buches aus. Man weiß nämlich nie, wem man jetzt den Mord (sollte es einer gewesen sein) zutraut oder nicht. Und wen man am liebsten aus der Geschichte streichen würde. Denn fies und hinterhältig sind sie alle 3.
Ein wenig muss man aufpassen beim Lesen, denn die Story ist nicht chronologisch aufgebaut, basiert eher auf Erinnerungen des jeweiligen Erzählers und springt ein wenig hin und her. Dabei gewinnt man allerdings tiefe Einblicke in die Psyche desjenigen. Denn in jeder Familie gibt es sie doch: diejenigen, die sich ungeliebt fühlen. Diejenigen, die sich benachteiligt fühlen und sicher auch diejenigen, die anderen nichts gönnen. Und gerade das macht auch den Flair des Buches aus: so ein bisschen erkennt man die eigene Familiendynamik.
Fazit : Für mich ein Highlight-Buch. Einfach, weil es meisterhaft erzählt ist und weil es abseits vom Mainstream ist.
Unerträglich spannend
Die Schlucht von Linus Geschke
Der finale Band der Donkerbloem-Trilogie ist wieder dermaßen spannend, dass man das Buch nicht zur Seite legen mag.
Wout und Kathinka wollen immer noch die Mörder von Kathinkas Schwester finden. Durch einen Zufall kommen sie ihnen auf die Spur und schleusen sich bei ihnen ein. Doch was, wenn die ihnen einen Schritt voraus sind?
Das Buch lebt von kurzen, spannenden Kapiteln, die sich abwechseln zwischen verschiedenen Handlungssträngen.
Das hält die Spannung von Anfang an hoch. Zudem scheint die Lage teils ausweglos, was für zusätzliches Nägelkauen sorgt.
Geschke sorgt wieder für spannende Lesestunden und für die Auflösung aus den vorherigen Bänden. Er sorgt dafür, dass man mit dem Protagonisten sympathisiert, obwohl er eigentlich zu den Bösen zählt.
Die Jagd hätte ich mir etwas ausführlicher gewünscht, dafür hätte ich die Szene mit dem Pärchen im Wohnwagen nicht gebraucht. Und warum war der Fluchtweg wieder offen, obwohl ihn der Täter vorher geschlossen hatte? Kleine Dinge, die mir etwas negativ aufgefallen sind, die aber keinen Abzug rechtfertigen. Ich mochte das Buch, die ganze Trilogie, megagerne und freue mich schon auf ein neues Buch im Frühjahr, das im Anhang angekündigt wurde.
Fazit: Geschke ist ein Schriftsteller, von dem man nie genug bekommen kann.
Ein Feuerwerk an Hochspannung
Teufelsmord von Anna Jansson
Erstmal durchatmen. Dieses Buch hat mich geflasht wie selten ein anderes. Ich konnte es nicht aus der Hand legen.
Als in einer Sauna zwei Menschen sterben, werden Kristoffer Bark und sein Team zur Aufklärung gerufen. Kristoffer, der seine Beziehung mit Mia immer noch geheim hält, gerät in einen Strudel des Wahnsinns, wie er ihn sich niemals hätte vorstellen können.
Wow, was für ein Buch. Was für eine Spannung und was für ein Tempo. Von der ersten bis zur letzten Seite eine wilde Jagd mit einem Täter, der schlimmer nicht sein könnte.
Schön fand ich auch, dass Mias Vergangenheit aufgearbeitet wird. Hier gab es in den vorherigen Bänden immer nur häppchenweise Andeutungen. Endlich versteht man, was sie mitgemacht hat und warum sie nachts diese Träume quälen.
Janssons Schreibweise ist mitreißend und ihre Charaktere handeln authentisch und sind sympathisch dargestellt.
Das Ende hat es dann auch nochmal in sich. Es wird nicht ganz geklärt und lässt Raum für Spekulationen und Mutmaßungen. Mit diesem Ende hatte ich auch nicht gerechnet und so ganz bin ich nicht glücklich damit. Aber vielleicht hat die Autorin ja noch einiges vor in der Fortsetzung.
Fazit: Herzklopfen von der ersten bis zur letzten Seite. Nicht beginnen, wenn man nicht viel Zeit hat – es versinken Zeit und Raum um den Leser, weil das Buch so spannend ist, dass man vor dem Schluss nicht aufhören kann zu lesen.
etwas wirr zu Beginn, spannend am Ende
Der Handsammler von Elias Haller
Eine Aussteigertruppe, die Suche nach einer vermissten Frau und jede Menge Tote prägen das Bild des neuen Thrillers von Elias Haller.
Die Geschichte startet spannend. Allerdings lässt die Spannung dann relativ schnell nach. Zu viele Schauplätze und Personen tauchen auf, die Story wird etwas wirr erzählt und die vielen religiösen Einschübe fand ich auch nur so semi-gut.
Zudem gab es einen Mordversuch, der Täter wird am Schauplatz gestellt und es erfolgt keinerlei Bestrafung. Sorry, aber das geht gar nicht.
Der Plot ist dann wieder sehr gut gelungen und auch das Ende ist mega-spannend. Die Kronberg-Reihe ist im Gegensatz zur Stille-Reihe brutaler und blutiger. Das muss man sich bewusst sein.
Hallers Schreibstil ist anschaulich und menschlich. Seine Charaktere sind gut nachvollziehbar und haben Ecken und Kanten und Gabriel hat mich in diesem Buch mehr als einmal überrascht.
Das Buch ist in sich abgeschlossen, besser ist es aber, wenn man die Vorgängerbände kennt.
Fazit: für mich nicht das beste Buch der Reihe, weil es teilweise stark vor sich hinplätschert.
Pageturner
Stille von Ragnar Jónasson
Eine berühmte Krimiautorin verschwindet spurlos. Keiner ihrer Freunde hat sie in den letzten beiden Wochen gesehen. Normalerweise kein Fall für Kommissar Helgi Reykdal, aber sein Chef will den besten Mann der Polizei aufbieten, weil er sonst Gerede befürchtet. Aber Helgi ist gerade etwas abgelenkt: seine Ex-Freundin terrorisiert und stalkt.
Alles andere als leichte Voraussetzungen.
Das Buch spielt auf mehreren Ebenen: 1965, 1975-1978, 2005 und 2012. Erst einmal stellt das den Leser vor eine Herausforderung: alle Stränge zu jonglieren und dabei nicht verloren zu gehen. Aber wenn der Autor das schafft, dann auch der Leser. Und tatsächlich führen die Fäden am Ende auch passend zusammen. Respekt – ich hätte mir nicht vorstellen können, wie Jonasson das gelingt.
Auch ein Wiedersehen mit Hulda gibt es. Vermutlich mag der Autor doch nicht ganz von ihr lassen, was ich verstehen kann. Helgi weiß um das Verschwinden von Hulda und hofft, dies nebenbei aufklären zu können. Besonders schön finde ich auch seine Liebe zu Büchern.
Jonassons Schreibstil ist gewohnt unaufgeregt und dennoch fesselnd. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
Das Ende hat mir dann glatt die Sprache verschlagen (wobei ich böse Vorahnungen hatte) und ich hoffe, dass wir nicht lange auf den nächsten Band der Reihe warten müssen.
Fazit: wieder ein toller Plot, wie ihn nur Jonasson kann. Und: Wer die Hulda-Trilogie gelesen hat, weiß mehr während des Lesens. Also unbedingt vorher lesen.
Fesselnd
Toter Schatten von Leo Born
Ein neuer Fall für die Krähe
Und der hat es wieder in sich: Eine tote Frau mit einem Schmetterling auf dem Schenkel sorgt für Wirbel. Doch dabei bleibt es nicht: ein berüchtigter Verbrecher bricht aus dem Gefängnis aus und sorgt in Frankfurt für Unruhe. Mara und ihr Team haben wieder alle Hände voll zu tun und geraten mehr als einmal in Gefahr.
Ich mag die Krähe. Wobei sie dieses Mal fast zahm war. Bis auf wenige Szenen hat sie sich an die Vorgaben ihres Vorgesetzten gehalten. „Toter Schatten“ ist wieder ein Thriller, der von der ersten Seite an fesselt. Man kann das Buch kaum zur Seite legen.
Die Handlung ist rasant und mitreißend und der Spannungsbogen streckt sich von der ersten bis zur letzten Seite. Wobei man von Bogen kaum sprechen kann, weil er von Anfang bis Ende hoch ist.
Super ist auch, dass die Handlung nicht nur spannend, sondern auch geheimnisvoll aufgebaut ist. Die Ermittlungen führen immer wieder in neue Richtungen, sodass man als Leser selbst miträtseln kann und vor allem das Ende hat es in sich.
Fazit: wieder ein toller Thriller, die Reihe ist einfach gnadenlos gut
Krimi oder Roman?
Wie ein Fluss in der Nacht von Tana French
Der Tod einer jungen Frau erschüttert die kleine Stadt Ardnakelty in Irland. Wo bisher Frieden und Eintracht herrschten, spaltet der Tod die Stadt in zwei Lager: wurde Rachel getötet oder war sie selbst schuld an ihrem Tod? Und warum ist Tommy so bemüht, Lena den Tod der jungen Frau in die Schuhe zu schieben? Als es einen zweiten Toten gibt, bildet sich ein Mob.
Der Tod der jungen Frau, eingebettet in eine Gesellschaftsstudie hat mir sehr gut gefallen. Es ist kein Krimi, dennoch enthält der Roman Elemente der Kriminalistik. Verschiedene Gruppen gehen dem Tod von Rachel nach und das war sehr interessant zu lesen, wie unterschiedlich die Herangehensweise war und wie aufschlussreich die Erkenntnisse.
Der Schreibstil der Autorin ist eher ruhig und atmosphärisch als actionreich. Gerade das macht für mich den besonderen Reiz des Romans aus. French nimmt sich viel Zeit, um Stimmungen, Gedanken und die Umgebung zu beschreiben. Stellenweise zog sich die Handlung dann zwar etwas, aber im Großen und Ganzen war es schön, die Bewohner von Ardnakelty kennenzulernen. French hat eine ganz eigene Art zu schreiben. Sehr ausführlich, anschaulich und den Finger am Puls der Zeit. Denn so ein Dorf hat seinen eigenen Mikrokosmos und den zu durchbrechen ist nicht einfach.
Tana French gelingt es, durch ihre Schreibweise und den rätselhaften Fall eine düstere Stimmung zu erschaffen. Dies hat mich schnell in die Geschichte hineingezogen. In der Handlung steht nicht die Auflösung des Todesfalls im Mittelpunkt sondern eher die Beziehungen der Dorfgemeinschaft untereinander.
Fazit: Man muss sich Zeit für die Geschichte nehmen, dann entfaltet sie sich in all ihren Facetten.
Gelungene Fortsetzung
Zeiten des Lichts - Schicksalstage an der Elbe von Wolf Serno
Nach dem Verlust ihrer Tochter will Ebba unbedingt wieder ein Kind haben. Doch ihr Mann sträubt sich dagegen, was zu Zwistigkeiten in der Ehe führt. Ebba beschließt, ihren Vater zu besuchen und Arndt nimmt eine Stelle in Schottland an. So hoffen die beiden, ihre Ehe retten zu können. Gleichzeitig müssen sie sich noch einer Intrige erwehren.
Das Buch ist die Fortsetzung des Romans „Begegnungen am Meer“ und ich war sofort wieder in der Handlung drin. Die liebenswerten Charaktere wieder zu treffen, fand ich sehr schön. Man kann das Buch auch unabhängig vom ersten Band lesen, da die wichtigsten Geschehnisse in der Handlung wiederaufgenommen werden.
Jede Menge Potential also für ein schönes Lesevergnügen.
Nicht so gelungen fand ich allerdings, dass die Handlung aus vielen Briefen besteht, die beinahe wortgetreu wiederholen, was vorher in der Handlung geschehen ist. Diese Wiederholungen dämpfen ein wenig die Lesefreude.
Ansonsten gibt es nichts zu beanstanden. Die Handlung hat alles, was ein gelungener Roman braucht: Liebe, Streit, Intrigen, Freude, Spannung.
Fazit: eine gelungene Fortsetzung mit sehr liebevoll gezeichneten Charakteren und ein paar Antagonisten, die die Würze liefern.











