Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ameland:
Eine neue Herausforderung für Karoline
Lesen NERVT! - Bücher? Komplett doof! (Lesen nervt! 5) von Jens Schumacher
Wir kennen Karoline Kneberwecht und ihre Abneigung gegen Buchstaben, Wörter und Bücher schon aus den vier Vorgängerbänden. Dieses Mal erwartet sie Besuch von ihrer Nichte Kunigunde, die gerne Bibliothekarin werden möchte. Da könnt ihr euch sicher vorstellen welche Horrorvorstellung der angekündigte Besuch bei Karoline auslöst.
Könnt ihr nicht? Na dann müsst ihr das Buch erst recht selber lesen!
Mir gefällt, dass mit Kunigunde wieder eine neue Figur in die Reihe aufgenommen wurde. Das macht die Kinder neugierig und sorgt für neue Motivation.
Ich bin immer wieder erstaunt welche neuen Geschichten und Übungen Jens Schumacher einfallen. Da müssen z. B. vorgegebene Worte in einer Geschichte an die richtige Stelle platziert werden oder bei einer Art Bilderrätsel, bestimmte Buchstaben gegen andere Buchstaben getauscht werden damit sich ein anderes Wort ergibt. Herzhaft gelacht wurde hier bei der Geschichte vom A-Bär.
Entgegen Karolines Meinung finden wir, so macht Lesenlernen richtig Spaß. Die kniffeligen Übungen stacheln den Ehrgeiz an und die vielen lustigen Illustrationen sind eine schöne Unterbrechung des Textes. Außerdem macht die große Schrift das Lesen für ungeübtere Kinder etwas leichter.
Der Möwenhof und seine Bewohner sind einfach ein Traum
Herbstleuchten über dem Möwenhof von Frida Jacobsen
Ich habe den ersten Band Sommerhimmel über dem Möwenhof geliebt und war auf diese Fortsetzung sehr gespannt. Dieses Mal geht es nicht direkt um die liebenswerten und so sympathischen Bewohner des Möwenhofs, sondern um Ole. Er ist in finanzielle Schwierigkeiten, sein Pfahlbauten-Restaurant in Sankt Peter-Ording läuft nicht wie gewünscht und das Wetter hat sich auch gegen ihn verschworen.
Ein Konkurrent macht ihm zu schaffen und in Liebesdingen läuft es auch nicht gut. Wie gut, wenn man dann Freunde hat wie die Möwenhöfler. Allerdings können einem manche gut gemeinte Taten auch ganz schön ins Schwitzen bringen.
Ich habe mich ja schon beim ersten Band in den Möwenhof und seine Bewohner verliebt. Dieses Gefühl hat sich noch verstärkt, denn Frida Jacobsen schildert sie mit so viel Herzblut. Aber auch die übrigen Protagonisten waren mir fast alle sympathisch. Besonders haben es mir in diesem Band die Kinder angetan, sie sind die heimlichen Helden.
Den flüssigen und teils humorvollen Schreibstil der Autorin mag ich sehr. Die bildhaften Beschreibungen der zahmen wie auch tobenden Nordsee und der Landschaft ließen Bilder vor meinem inneren Auge entstehen. Gemütlich machen, Buch aufschlagen, in die Geschichte versinken, sich wohlfühlen, Buch zuschlagen, verwundert umgucken und seufzen, weil man nicht auf dem Möwenhof ist, aber das Ende schon erreicht wurde. So war dieser Roman für mich.
Trotz meiner Begeisterung hat mir der vorherige Band ein kleines bisschen besser gefallen, weil er sich mehr um den Möwenhof drehte. Hier gab es doch so einige Auswärtsspiele.
Familiäre Verwicklungen
Der Prätorianer von Tobias Bukkehave
Ein toter junger Mann, auf dessen Augenlidern jeweils eine antike Goldmünze liegt, rundherum altertümliche Gegenstände und das Ganze wird von vielen Kerzen erhellt. Das ist der Anblick, der sich der Kriminalkommissarin Sara Levin und ihrem Partner Janus West bietet. Was hat es mit dieser Szenerie auf sich? Bevor das Team eine bestimmte Richtung für die Ermittlung einschlagen kann, wird ein zweiter Leichnam gefunden.
Sara ist keine Frau, die einem auf Anhieb sympathisch ist. Sie ist eigensinnig und bestimmt gerne die Richtung. Sie ist geprägt von einem familiären Ereignis in der Vergangenheit, welches sie hier wieder einholt. Janus West ist der ausgleichende Part bei diesem Ermittlerduo.
Mich hat dieser Thriller schnell gepackt. Leider fand ich dann das, wenn auch schlüssige, Ende konstruiert und teilweise unglaubwürdig. Interessant waren für mich die historischen Artefakte und der geschichtliche Hintergrund dazu. Hier konnte ich einiges Neues lernen.
Insgesamt jedoch hat mir der Thriller von Tobias Bukkehave gut gefallen. Da sich am Ende noch eine unbeantwortete Frage ergibt, bin ich gespannt auf die Fortsetzung.
Ungeahnte Frauenpower
Die Honigfrauen - Eine neue Heimat von Mirjam Müntefering
Die von Irma und Auguste geplante Eröffnung ihres Landcafés lief leider nicht so wie erhofft. Der eingestellte Konditor konnte die Gäste nicht mit seinen Backwerken überzeugen. Es fehlen die Kreationen, die Ludwig Honig zu erschaffen verstand. Irma hätte eine Idee, aber ob da die entsprechenden Personen mitspielen werden? Zu alldem kommen noch zwischenmenschliche Probleme und üble Schachzüge der Konkurrenz hinzu.
Ich habe mich gefreut wieder ins Bergische Land zu reisen und die drei Honigfrauen eine Weile zu begleiten. Beim Lesen war ich mal wieder froh im Hier und Jetzt zu leben. Anfang des letzten Jahrhunderts hatten es die Frauen nicht leicht wie auch dieser Roman zeigt. Männer hatten das Sagen und aus geschäftlichen Dingen hatten sich die Frauen rauszuhalten. Die Honigfrauen widersetzen sich diesen allgemein gültigen Regeln und zeigen, dass Frauen im Geschäftsleben den Männern in nichts nachstehen.
Eine mitreißende und emotionale Familiensaga, die Mirjam Müntefering in einem flüssigen und bildhaften Schreibstil zu Papier gebracht hat. Ihre drei Protagonistinnen sind starke und für die damalige Zeit sicher ungewöhnliche Charaktere. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es solche Frauen durchaus gegeben hat. Mir hat der erste Band schon so gut gefallen und die Fortsetzung steht dem in nichts nach.
Die Geschichte hat gezeigt was man alles mit Zusammenhalt und Engagement erreichen kann. Gerne hätte ich von den Honigfrauen noch mehr gelesen, aber so war es auch ein schönes und passendes Ende.
Ein wundervoller und bewegender Roman
Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin
Zwei Frauen, die scheinbar nichts gemein haben außer ihrer Liebe zu Bernstein und die dazu altersmäßig mehrere Jahrzehnte trennen. Aber dieser erste Anschein täuscht. Sowohl Ebba als auch Julika sind starke Frauen, die sich nach Freiheit sehnen, aber aufgrund familiärer Probleme und Zwänge lange Zeit kein selbstbestimmtes Leben führen können.
Lisa Quentin hat ihre beiden Protagonistinnen stark, authentisch und gefühlvoll gezeichnet. Ich konnte tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen. Mit beiden Frauen habe ich mitgefühlt, aber Ebba mit ihrem ungestümen Wesen und ihrer Liebe zur Natur und dem Meer war mir etwas näher. Vielleicht liegt das auch an meinem fortgeschrittenen Alter. Aber auch die Nebenfiguren waren in ihren Handlungen realistisch und stringent.
Der ruhige und atmosphärische Schreibstil sorgte für angenehme Lesestunden und im Zusammenspiel mit der Geschichte für ein Lesevergnügen. Für mich als Fan der Nord- und Ostsee waren die bildgewaltigen Beschreibungen des Meers und der Natur ein weiteres Highlight. Ich habe förmlich das Brausen der See sowie die Schreie der Möwen im Ohr gehabt und den Wind in meinen Haaren gespürt.
Die Autorin hat in diese wunderschöne Geschichte gekonnt Themen wie Verlust, Trauer, Traumabewältigung und den Kampf auf Selbstbestimmung eingeflochten. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge musste ich Ebba und Julika verabschieden, aber vergessen werde ich sie so schnell nicht.
Unterhaltsame Beschäftigung
Wer bin ich? von Lisa Quentin
Ein Klassiker unter den Ratespielen, der in den unterschiedlichsten Versionen und Ausführungen zu finden ist. Hier ist es ein Papierblock mit mehr als 80 Vorlagen in einem modernen Design. Durch geschicktes Fragen ist herauszufinden, welche der 24 tierischen und menschlichen Figuren es zu erraten gilt.
Bei jüngeren Spielern wird ganz nebenbei die Kombinationsgabe geschult. Ebenso wird deren Wortschatz erweitert. Ideal für mich als Sprachpate an einer Grundschule.
Aber das Spiel macht in jedem Alter Spaß und sorgt für manches Gelächter. Zusätzlich wird nur noch ein Stift benötigt und schon kann es losgehen, denn die Regeln sind schnell erklärt und leicht verständlich. Der ideale Zeitvertreib für langweilige Autofahrten oder verregnete Ferientage.
Mit Spaß Rechnen lernen
Science & Kids – 1, 2, 3 ... vorbei! Mathe-Memo Addition & Subtraktion von Reiner Knizia
Ich bin ehrenamtlich an einer Grundschule im Einsatz, zwar hauptsächlich als Sprach- und Lesepate, aber ich unterstütze auch Kinder, die sich mit Mathe schwertun. Mit Spiel und Spaß lernt es sich immer besser als mit reinen Rechenaufgaben. Und dieses Spiel von arsEdition bietet beides.
„1,2,3 vorbei“ benötigt keine lange Vorbereitungszeit und auch die Spielregeln sind schnell erklärt und den Kindern meist in ähnlicher Form von einem Bild-Memory her bekannt.
In der einfachen Version mit 25 Karten und Addition bzw. Subtraktion bis 10 ist die Spieldauer für jüngere Kinder angemessen. Durch weitere Karten, Rechnungen bis 15 bzw. 20, kann der Schwierigkeitsgrad sukzessive erhöht werden. Schön finde ich die drei Zusatzkarten mit Emojis, die als Lob oder zusätzlicher Ansporn eingesetzt werden können.
Der kompakte Karton und die Kärtchen sind solide und verzeihen auch mal ungeschicktere Kinderhände. Dieses Spiel zeigt, es braucht nicht viel, um mit Spaß Lernerfolge zu erzielen.
Highlands und Whisky
Tod in den Highlands von Sybille Baecker
Bewertet mit 3,5 Sternen
Ein gefälschter Whisky führt die Privatermittlerin Alison Dexter in den hohen Norden Schottlands. Die Castletown Distillery möchte jede Aufmerksamkeit vermeiden, denn das Bekanntwerden könnte das Aus der Brennerei bedeuten.
Das Buch liest sich angenehm und sehr flüssig.
Lange Zeit fühlte sich die Geschichte nur nicht nach einem Krimi an und von dem im Titel angekündigten Tod war ich, wie sich herausstellte, noch viele Seiten entfernt. Umso präsenter waren mir die Highlands und ihre Bewohner. Nach einem Wanderurlaub dort verspüre ich eine leise Sehnsucht nach ihnen in mir. Die mystische Landschaft mit ihrer kargen Vegetation, die harte Arbeit und wenigen Verdienstmöglichkeiten haben die Bewohner geprägt. All das beschreibt Sybille Baecker sehr anschaulich.
Im letzten Drittel wandelt sich der Roman dann doch noch in einen spannenden Krimi, bei dem ich mitfiebern konnte.
Für mich war es der erste Krimi der Autorin und somit auch die erste Begegnung mit der sympathischen Alison Dexter. Obwohl es mir bei diesem Band an Spannung gefehlt hat, werde ich der Reihe eine Chance geben und noch einen der Vorgängerbände lesen.
Auch wenn ich die bildhaften Beschreibungen der Städte und der Highlands genossen und sehr viele Infos über Whisky und seine Herstellung erfahren habe, kann ich aufgrund der lange Zeit fehlenden Spannung nur 3,5 Sterne vergeben.
Ein Zoo mit Geheimnissen
Der Zoo der unsichtbaren Tiere von Andreas Z. Simon
Suna erbt von ihrem unbekannten Opa einen leeren Zoo. Was soll man mit einem leeren Zoo, dazu noch als Kind werdet ihr euch jetzt fragen. Aber dieser Zoo verbirgt ein Geheimnis. Kommt mit und begleitet Suna bei ihrem fantastischen und spannenden Abenteuer und entdeckt die geheimnisvolle Welt dieses Zoos.
In einer kindgerechten Geschichte zeigt Andreas Z. Simon wie man mit Zusammenhalt in einem Team auch scheinbar unlösbare Probleme bewältigen kann. Man darf nur nicht sofort aufgeben, sondern muss es wenigstens versuchen. Gemeinsam hat man eher eine Chance als alleine. Zudem hat der Autor in die spannende und fantasievolle Abenteuergeschichte noch geschickt Themen wie Tier- und Naturschutz sowie Verschwendung von Lebensmitteln integriert.
Das Buch eignet sich sowohl zum Vorlesen und aufgrund der großen Schrift und den größeren Zeilenabständen auch für Leseanfänger. Ein spannendes und fantasievolles Kinderbuch mit sympathischen Protagonisten.
Überraschend vielfältige Pfalz
KUNTH Unterwegs in der Pfalz von Melanie Goldmann; Rosa Kratz; Simone Steger
Ich mag diese Art von Reiseführer, in denen mehr als die Sehenswürdigkeiten und Highlights einer Region aufgeführt werden. Die Reisebücher aus dem Kunth-Verlag sind dafür ein tolles Beispiel. Bei diesem hier erfahre ich zusätzlich etwas über die Historie und altes Handwerk. Lese von Legenden wie z.
B. Die weiße Schlange oder die Gläserne Treppe, was ich spannend finde, sollen sie doch oft einen wahren Kern enthalten. Die Kochrezepte machen mir nicht nur den Mund wässrig, sondern zeigen mir auch, dass man in der Pfalz zu genießen weiß. Davon zeugen auch die zahlreichen Weinfeste und sonstigen Events. Auch mit schöner und teilweise nahezu unberührter Natur ist die Pfalz gesegnet. Da bieten Wanderungen sich doch förmlich an, einige Vorschläge findet man ebenfalls in dem Buch. Am Ende werden noch zwei der schönsten Reiserouten beschrieben und es gibt einiges an Kartenmaterial im Reiseatlas für die Region.
Der Knaller sind aber die vielen Fotos, die es mir nicht leicht machen, mich für eine Gegend zu entscheiden. Die Doppelseiten sind ein absolutes Highlight. Mein Favorit ist „Das glühende Herz des Pfälzerwaldes“, dicht gefolgt von den Bunkeranlagen des Westwallmuseums.
Erst dieses Reisebuch hat mir bewusst gemacht, was die Pfalz alles zu bieten hat. Ich konnte hier längst nicht alles erwähnen, aber das wäre ja auch langweilig, denn dann könntest du, lieber Leser, nichts Neues mehr beim Durchblättern und Stöbern entdecken. Für mich steht die Toskana Deutschlands definitiv als eines der nächsten Reiseziele fest.











