Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Stierle Kelten

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ryria:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Vertraue niemandem

Das Signal von Ursula Poznanski

Als großer Poznanski-Fan war ich echt gespannt, welches Thema sie diesmal als Grundlage für ihren Thriller gewählt hat und diesmal haben wir gleich zwei Schwerpunkte: Winzige GPS-Tracker und das Leben, nachdem man ein Bein verloren hat.
Viola lebt zusammen mit ihrem Ehemann Adam das nach außen hin perfekte Leben, beide beruflich erfolgreich, attraktiv und im Auge der Öffentlichkeit.

Dass Viola bei einem Unfall dann jedoch ihr Bein verliert und keinerlei Erinnerung mehr an den Vorfall hat, ruiniert dieses perfekte Bild dann allerdings doch ein wenig, auch wenn Adam sich viel Mühe zu geben scheint. Doch kann sie ihm wirklich noch trauen? Moderne GPS-Tracker könnten die Antwort liefern...

Der Schreibstil ist genauso gut wie immer, man fliegt quasi durch die Seiten. In scheinbar "normale" Abschnitte mischen sich gut gestreute kleine Hinweise, die man jedoch zuerst nicht wirklich zuordnen kann. Von Anfang an stellt man sich viele Fragen und die Neugier treibt einen immer dazu, doch einfach noch ein Kapitel zu lesen, typisch für Poznanski-Bücher.
Etwas schade fand ich hier jedoch, dass man mit ein wenig Fachwissen recht schnell erraten kann, worum es eigentlich geht, einiges ist doch etwas vorhersehbar. Die große Überraschung am Ende bleibt dadurch aus, trotzdem war es ganz spannend zu lesen, wenn auch mit vereinzelten Abschnitten, die sich ein wenig gezogen haben.
So tragen ständige Wiederholungen über die Schwierigkeiten mit einem Bein oder das Verfolgen der Mitmenschen über die Tracker zwar zur Grundstimmung und Violas mentalem Zustand gut bei, für den Leser ist es nach einer Weile jedoch nicht mehr sooo spannend.

Die Atmosphäre wird aber gut getroffen, man wird selbst beim Lesen misstrauisch und leidet mit. Eine überschaubare Anzahl Charaktere sorgt dafür, dass man leicht den Überblick behält und schnell eigene Verdächtigungen anstellen kann.
Auch fand ich es wieder toll, wie die Grundthemen eingearbeitet wurden, man erfährt viel über die Tracker und das Leben mit einem Bein. Dies wirkte auf mich auch gut recherchiert und somit zusätzlich informativ.
Aus meiner Sicht nicht ihr bestes Werk, aber trotzdem wie gewohnt gute Spannung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ryria
Vertraue niemandem

Rezensionen von Liselottchen:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Liebevolles Vorlesebuch, auch für Erstlesende

Was Drachen im Frühling machen von Henning Callsen

Alle freuen sich auf den Frühling, erwachen vom Winterschlaf und machen erste Spaziergänge, beginnen mit dem Frühjahrsputz oder anderen wichtigen Dingen. Doch auf einmal beginnt es wieder zu schneien. Drache Alfi und seine Freunde sind sich sicher: Der Frühling wurde entführt. Sie machen sich auf den Weg und wollen ihn retten.

Das Buch ist in einzelne kurze Kapitel aufgeteilt und eignet sich daher vorzüglich als Vorlesegeschichten vor dem Schlafengehen. Meinen Enkelkindern hat es gut gefallen, vor allem in den etwas tapsigen Alfi haben sie sich verliebt, es geschehen Missgeschicke, die zu lustigen Situationen führen. Auch die Illustrationen sind liebevoll und haben den Kleineren Spaß gemacht, während sich meine älteste Enkelin (7 Jahre) im Lesen versucht hat. Durch die einfach gehaltene Sprache war das schon gut möglich.
Mein Fazit: Ein gelungenes Vorlesebuch, das meine Enkelkinder und mich begeistert hat. Dass ich es bereits mehrmals vorlesen musste (durfte) sagt alles.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Liselottchen
Liebevolles Vorlesebuch, auch für Erstlesende

Rezensionen von gerlisch:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Magische Mandalas

Tale of Sun and Night 1: Tale of Sun and Night von Magdalena Gammel

Ein absolut gelungener Auftakt dieser epischen Slow-Burn-Romantasy-Trilogie!

Schon auf den ersten Seiten hat mich der wortgewandte Schreibstil abgeholt, detailreich, atmosphärisch und mit einem fantastischen Worldbuilding, sodass ich beim Lesen Bilder vor Augen hatte. Die Weltkarte hinten im Buch ist dabei das perfekte Extra, um noch tiefer einzutauchen.

Wir begleiten Izan, Lio, Bira, Haze und Kasmar auf ihrer Reise von Mitorigawa nach Zaradesh und stellen uns gemeinsam mit ihnen magischen Gefahren. Besonders Lios Entwicklung hat mich berührt, als zur Assassinin ausgebildete Sklavin ohne Erinnerungen kämpft sie mit Unsicherheit, Verletzlichkeit und der Frage, wer sie wirklich ist.

Und dann ist da Izan, er ist geheimnisvoll bis zum Schluss. Der Slow Burn zwischen ihm und Lio ist perfekt inszeniert, zart, intensiv und einfach süß. Wer’s spicy mag, kann sich per QR‑Code ein Bonuskapitel herunterladen.

Die magischen Kreaturen wie Sandmänner, Mattochen und Zwielichtbiester bringen zusätzliche Spannung. Mein persönliches Highlight: Nyxan, sein trockener Sarkasmus hat mir mehr als einmal ein Grinsen entlockt.

Auch wenn mir an manchen Stellen von allem ein bisschen zu viel war, bleibt es ein starker Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht.

Eine fesselnde Romantasy mit epischer Reise, starkem Charakteren und einem Magiesystem, was richtig toll aufgebaut wird. Ich freue mich auf Band 2!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von gerlisch
Magische Mandalas

Rezensionen von Ryria:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Die Freiheit im Himmel

Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider

Dieses Jahr ist Noahs Sommer nicht geprägt von ausgelassenen Spielen am Bach, bunten Kleidern und süßen Erfrischungen, sondern von Verboten, Angst und Unterdrückung.
Ähnlich wie damals im Irak wird auch hier eine streng religiöse totalitäre Herrschaft ausgerufen, das Kalifat. Aus dem Nichts ist plötzlich alles anders: Frauen dürfen nur noch ihre Augen zeigen, alles Westliche wie Handys, Zigaretten oder Fernsehen ist verboten, wer sich widersetzt hat schlimme Konsequenzen zu befürchten.

Wir begleiten Noah in dieser Zeit des Wandels und erleben das Geschehen dadurch aus den Augen eines 14-jährigen Jungens - er kann nicht komplett begreifen, was passiert, aber versteht gleichzeitig auch viel mehr, als manche ihm zutrauen. Er wandelt zwischen Gehorsam und kleinen Rebellionen, ohne die Tragweite seiner Handlungen richtig abschätzen zu können.

Die Schilderungen waren bedrückend, besondern wenn man bedenkt, dass dies von wahren Geschehnissen inspiriert wurde und es theoretisch auch immer wieder passieren kann.
Gleichzeitig hat Noahs Perspektive dafür gesorgt, dass es trotzdem noch irgendwie leicht zu lesen war. Hierbei möchte ich auch besonders den Schreibstil loben, kurze Kapitel und die leicht poetische Sprache haben den Roman zu einem echten Erlebnis gemacht.

Ebenfalls sehr gut gelungen ist die Verknüpfung von Familie und Gesellschaft. Wir bewegen uns viel auf der zwischenmenschlichen Ebene, während wir gleichzeitig auch die Welt außerhalb der Familie betrachten. Man lernt Menschen kennen, die sich gegen das Kalifat auflehnen, andere die es vollkommen unterstützen und schließlich diejenigen, die sich der Gehirnwäsche beugen.
Dazu erfährt man natürlich auch viel über die Taubenzucht und das Leben der Tauben, die durchgängig eine schöne Metapher darstellen.
Ein toller und wichtiger Roman, der ernste Themen wundervoll vermittelt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Ryria
Die Freiheit im Himmel

Rezensionen von Mara:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

So macht Schule Spaß!

Kleine Lesehelden: Wir sind erste Klasse! von Daniela Kulot

Das Erstleserbuch „Kleine Lesehelden: Wir sind erste Klasse!“ Von Daniela Kulot ist ein wunderbares Kinderbuch, das den Schulanfang auf ganz besondere Weise feiert. Die fröhlichen Illustrationen, die leuchtenden Farben und die kindgerechte Sprache machen das Buch zu einem echten Schatz für alle, die gerade Lesen lernen.

Besonders schön ist, wie Themen wie Freundschaft, Teamgeist und das gemeinsame Lernen in den Schulalltag eingebettet werden. Die Figuren sind sympathisch, authentisch und laden Kinder zum Mitfühlen und Mitschmunzeln ein. Dabei wird das Lesen durch kurze, klar strukturierte Texte und große Schrift angenehm leicht gemacht – perfekt für Erstleserinnen und Erstleser. Es gibt acht Rätsel, die das Leseverständnis fördern und die Beobachtungsgabe stärken, die kamen bei meiner Tochter besonders gut an.

Ein herzliches, motivierendes und wunderschön illustriertes Erstlesebuch, das in keinem Schulanfangs-Regal fehlen sollte. Absolut empfehlenswert!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Mara
So macht Schule Spaß!

Rezensionen von verhei:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Roman? Psychologischer Thriller?

The Exes von Leodora Darlington

Natalie hat einen sehnlichen Wunsch – sie wünscht sich eine perfekte Familie. Doch irgendwie läuft immer etwas schief und sie landen auf der Liste ihrer Exmänner. Mit James soll nun alles anders werden – doch eine Entdeckung bedroht die Beziehung. James entdeckt, dass die Exfreunde von Natalie nicht einfach so aus ihrem Leben verschwunden sind.

Sie haben Natalie nicht nur hintergangen und verletzt und sind daher verschwunden – sie sind alle drei tot. Natalie war außerdem immer in der Nähe. Nun wird es gefährlich, denn James weiß zu viel.

Dieses Werk ist ein Thriller, ja Psychothriller über Beziehungen und ihre Abgründe – aber er enthält auch viele Elemente einer klassischen Charakterstudie. Es streift so viele Themen um Familiendynamiken, Selbstwertgefühl und Selbstreflexion, Machtverhältnisse und der Suche nach Liebe. Auch stellt sich die Frage wie sehr ein unterschiedlicher ethnischer Background und sozioökonomischer Hintergrund eine Beziehung beeinflusst.

Der Roman ist gekennzeichnet durch Erzählungen aus der Ich-Perspektive in kurzen Kapiteln und häufige Rückblicke – in die Zeiten ihrer Kindheit und ihre vorherigen Beziehungen. Eingeleitet ganz pragmatisch mit Kapitelüberschriften – damals und jetzt. Briefe an die Exfreunde lockern die Erzählstruktur auf. Der Einstieg ins Buch ist doch eher gemütlich – ein ausloten. Man denkt, man erhält einen ersten Einblick in Natalies Psyche und nimmt das Gedachte Großteiles als Tatsache hin. Je weiter die Geschichte erzählt wird, desto mehr zweifelt man an den Aussagen von Natalie bzw. an Natalies eigener Wahrnehmung. Durch neue Entdeckungen und Andeutungen, Rückblenden erhöht sich die psychologische Spannung. Kann man der Protagonistin trauen?

Ein Psychologischer Thriller, der große Elemente einer Charakterstudie miteinschließt. Vor allem die Themen toxische Beziehungen und Rachegelüste aber auch familiäre Prägung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
Roman? Psychologischer Thriller?

Rezensionen von S.L. :

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Die kleine Weberei in Craster

Hedley Mill - Wohin der Weg dich führt von Sophie Oliver

Im Jahre 1954 kommt Laura nach Craster, ein kleines Dorf an der Küste in Nordthumberland. Die Gegend wird so authentisch beschrieben, dass man glaubt, schon dort gewesen zu sein.
Laura jedenfalls möchte eine alte Wollweberei wiederbeleben, schöne Tweedkleidung herstellen und die Kenntnisse aus ihrem Modestudium nutzen.

Doch sie trifft auf eine völlig marode Werkstatt ( interessant, welche Maschinen zur Stoffherstellung benötigt werden) und skeptische Dorfbewohner.
Natürlich ist der Aufbau der Weberei nicht einfach, vieles ist kaputt, Material ist schwer zu beschaffen, Intrigen erschweren die Arbeit. Lauras Arbeit und ihre Resultate werden anschaulich beschrieben. Geht es auch um Liebe? Na klar … .
Der Schreibstil von Sophie Oliver ist locker, angenehm zu lesen. Die Geschichte hat ihre Höhen und Tiefen, die Charaktere sind gut vorstellbar. Ein schöner Einblick in die Geschichte der Tweedherstellung durch eine starke und engagierte junge Frau.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von S.L.
Die kleine Weberei in Craster

Rezensionen von Anilam:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Eine gnadenlose Zeit

TINTE und SCHWERT (1) – Verwandlung von Matthias Soeder

Tinte und Schwert entführt mitten in den Dreißigjährigen Krieg – in eine Zeit voller Glauben, Gewalt, Angst und Willkür. Anna und Jacob geraten zwischen religiösen Wahn, Machtinteressen und militärische Grausamkeit. Schnell geht es nicht mehr nur ums Überleben, sondern um Schuld, Moral und die Frage, ob man das Böse bekämpfen darf, indem man selbst schuldig wird.

Worte werden gefährlich, Entscheidungen haben Folgen, und nichts bleibt ohne Preis.

Der Schreibstil ist richtig gut und sehr angenehm zu lesen. Er ist direkt, flüssig und trotzdem detailliert genug, um sich alles gut vorstellen zu können. Die Spannung baut sich stetig auf – mal schleichend, mal sehr brutal – und lässt kaum Pausen zum Durchatmen. Gerade das Wechselspiel zwischen ruhigen Momenten und harter Gewalt hat mich ganz schön gepackt.

Besonders stark fand ich die Figurenzeichnung. Anna und Jacob wirken nicht perfekt. Sie sind menschlich, widersprüchlich und dadurch total greifbar. Ihre innere Zerrissenheit, ihre Zweifel und auch ihre Fehlentscheidungen machen die Geschichte sehr glaubwürdig. Gleichzeitig regt das Buch immer wieder zum Nachdenken an, vor allem über Macht, Religion und Verantwortung.

Alles in allem ein richtig starkes historisches Buch, das spannend ist, unter die Haut geht. Ich bin definitiv neugierig auf die Fortsetzung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anilam
Eine gnadenlose Zeit

Rezensionen von Anilam:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Wenn Liebe kippt und Wut bleibt

Gelbe Monster von Clara Leinemann

Gelbe Monster erzählt die Geschichte von Charlie, die mit einem blauen Auge in der U-Bahn sitzt und plötzlich an einem Punkt ist, an dem einfach nichts mehr so funktioniert wie vorher. Es geht um eine Beziehung, die am Anfang perfekt scheint und dann langsam kippt – um Wut, Abhängigkeit und darum, wie schwer es ist, sich selbst ehrlich zu betrachten.

Der Schreibstil ist sehr klar, direkt und gleichzeitig richtig angenehm zu lesen. Trotz der ernsten Themen wirkt der Roman nicht schwer, sondern eher leicht, stellenweise sogar ziemlich witzig. Man kommt gut voran, bleibt dran und ist schnell mitten in Charlies Gedankenwelt. Vor allem diese Mischung aus Humor und Ernst fand ich richtig gelungen.

Viele Stellen regen doch ziemlich zum Nachdenken an – über Liebesbilder, Verantwortung, emotionale Gewalt und darüber, wie viel man sich selbst auflädt. Trotzdem wird das alles nicht überanalysiert. Genau das passt, denn es ist eben ein Roman und kein Sachbuch.

Insgesamt ein richtig gutes Debüt, das wichtige Themen anspricht, ohne sie zu zerreden, ich kann das Buch auf jeden Fall guten Gewissens weiterempfehlen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anilam
Wenn Liebe kippt und Wut bleibt

Rezensionen von Wolle:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Die Schrecken des Dreißigjährigen Kriegs

TINTE und SCHWERT (1) – Verwandlung von Matthias Soeder

Der Autor beschreibt in „Tinte und Schwert“ eine fiktionale Geschichte während des Beginns des Dreißigjährigen Kriegs, mit realistischem historischem Hintergrund. Der Krieg bestimmt die Lebensläufe der handelnden Personen und prägt ihren Charakter. Der Schwerpunkt der Auseinandersetzungen findet als Religionskrieg zwischen den Machtansprüchen der Katholiken und der Protestanten statt.

Der 17jährige empathische Jacob wollte eigentlich ein geistliches Amt anstreben, um sich um das Seelenheil anderer Menschen zu kümmern. Doch es kommt ganz anders. In den Wirren des heraufziehenden Krieges wird seine Familie, so wie viele andere Menschen, auf brutalste Weise umgebracht. Er selbst findet sich nach dem verehrenden Überfall als Söldner auf dem Schlachtfeld in Böhmen wieder.

Als charakterlicher Gegenpol steht dem jungen Jocob der General Heinrich gegenüber, der für seine Karriere und sein Ansehen wortwörtlich über Leichen geht. Am Anfang des Romans entsteht so ein Schwarz-Weiß-Bild zwischen Gut und Böse. Doch nach einem Drittel der Handlung und auf dem Höhepunkt Jacobs Leidenswegs findet schließlich ein Wendepunkt statt, als dieser sich dem Rachefeldzug gegen seine Peiniger verschreibt. Eine Mitstreiterin findet er in der als Hexe verfolgten Anna.

Die Charaktere des Romans sind gut ausgearbeitet und man kann sich gut in die Personen hineinversetzen. An vielen Stellen sind die Schilderrungen sehr brutal. Man mag sich gar nicht vorstellen unter welchen Entbehrungen und Leiden die Menschen in dieser Zeit lebten. Die Epoche die der Autor hier beschreibt fand ich sehr interessant, da der Dreißigjährige Krieg in historischen Romanen eher selten verarbeitet wird und man sich viele Romane eher mit dem Mittelalter befassen. Der religiöse Fanatismus steht dieser Zeit jedoch in nichts nach, die Brutalität ist hingegen eher größer.

Das Cover sowie die ersten Innenseiten mit Bildern von Jaques Callot sind sehr passend und verbildlichen die Atmosphäre die den Leser im Roman erwartet. Eine schöne Überraschung war das Autogramm im Buch sowie die beigelegte Postkarte mit dem eindrucksvollen Galgenbaum.

„Tinte und Schwert“ ist als Auftakt einer Trilogie gedacht. Ich bin gespannt auf die kommenden Bände.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Wolle
Die Schrecken des Dreißigjährigen Kriegs