Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Wolle:
Beziehungsgeflecht
Niemands Töchter von Judith Hoersch
„Niemand Töchter“ erzählt die Geschichte zweier Töchter und zweier Mütter. Alle Frauen hadern dabei mit ihrer jeweiligen Mutter bzw. Tochter.
Wie die einzelnen Personen miteinander in Beziehung stehen wird erst mit der Zeit ersichtlich. Aufgrund dessen ist es nicht ganz einfach sich am Anfang des Buches zurechtzufinden.
Erst um die Seite 120 wurde mir das Beziehungsgeflecht der vier Frauen sowie der beiden Väter, die am Rande der Handlung auch von Bedeutung sind, vollkommen klar. Daraus ergibt sich auch eine Überraschung.
Der Roman ist in einer einfachen Sprache geschrieben, so dass sich der Roman schnell und leicht lesen lässt. Die Autorin versteht es die verborgenen Gefühlsregungen der Personen einfühlsam zu beschreiben. Die Atmosphäre des Romans ist überwiegend bedrückend und melancholisch. Als erheiternde Einlage empfand ich die selbstbewusste Alma als Kind. Die nicht nur ihren Familienmitgliedern, sondern auch dem Pfarrer provokante Fragen stellt. Trotz oder gerade aufgrund der kindlichen Naivität treffen diese den Nagel jedoch auf den Kopf.
Unnötig fand ich die lange Unklarheit wie die Personen in Beziehung zueinanderstehen, schließlich handelt es sich ja nicht um einen Krimi und aus meiner Sicht verleiht es der Handlung auch keinen Mehrwert. Als Leser kann man sich aufgrund dieses Umstands zu Beginn schlecht in die Handlung hineinversetzen. Statt dem Rätselraten um das Beziehungsgeflecht hatte die Autorin vielleicht noch mehr auf die Gefühlswelt der handelnden Personen eingehen können. Vor allem die spezielle Beziehung von Marie zu Alma finde ich zu Beginn des Romanes deutlich unterbelichtet.
Rezensionen von Wolle:
Das letzte Abenteuer von Aliya
Aliya und die Unendliche Stadt (Die Schule der Zeitreisenden 1) von Laila Rifaat
Im dritten und letzten Band von Aliya, startet die gleichnamige Protagonistin wieder in ein magisches Abenteuer. Als angehende Schlosserin ist sie für das Öffnen von Portalen zuständig, was ihr noch nicht so richtig gelingt. Ein Rennen mit fliegenden Teppichen steht an und dann verschwinden plötzlich alle Schlosser wie vom Erdboden.
Die Handlung startet bereits auf der ersten Seite spannend und fantasiereich. Um sich ohne Probleme in das Geschehen zu versetzen, ist es sinnvoll die beiden Vorgängerromane zu kennen. Bereits bekannte Figuren und Themen werden hier wieder aufgegriffen.
Von der Thematik erinnert die Buchreihe sehr an Harry Potter. Was uns in dieser Reihe jedoch ganz besonders gefällt und was die Romane auch einzigartig macht, sind die vielen mythischen Gestalten aus dem Orient. Eine bunte fantasiereiche Welt wie aus 1001 Nacht entsteht. Man fühlt sich wie in einem modernen Märchen.
Zu dem orientalischen Abenteuer passt auch das kunterbunte Cover mit dem fliegenden Teppich und den Zwiebeltürmen.
Rezensionen von @lust_auf_literatur:
Bedrückendes Highlight
Ausreden von Florian Klenk
Dieses Buch hat quasi sofort mein Interesse geweckt. Ich MUSSTE es lesen. Und als ich es dann in der Hand hatte, MUSSTE ich es in einem Zug lesen (was leicht möglich war, dank geringer Seitenzahl und großzügiger Setzung).
Dank meiner True-Crime Vorliebe kannte ich den Fall der Elfriede Blauensteiner vage, denn er wird relativ oft besprochen, da es verhältnismäßig wenig weibliche Serienmörder*innen gibt.
Elfriede Blauensteiner wurde 1931 in Wien geboren und wurde ingesamt für drei Morde, die ihr nachgewiesen werden konnten, zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. In Medien und Presse sorgte ihr Fall für große Aufmerksamkeit und Blauensteiner ging als „Schwarze Witwe“ in die Kriminalgeschichte ein.
Florian Klenk, österreichischer Jurist und Journalist, hat den Fall und das Leben Blauensteiners akribisch recherchiert und mit vielen intensiven Gesprächen und Akteneinsicht aufgearbeitet.
Der erste Teil des Buches besteht aus einem Monolog Blauensteiners, den Klenk aus protokollierten Aussagen redigiert und verdichtet hat.
Dieser Monolog geht mir unter die Haut.
„Ich hatte sechs Geschwister.
Es war nie ein gutes Verhältnis zu den Geschwistern.
Es war nie ein gutes Verhältnis zur Mutter.“
Blauensteiner erzählt von einer harten Kindheit, die von Schlägen, Hunger und Lieblosigkeit geprägt war. Einer Kindheit, in der sich keine Empathie entwickeln konnte. Auch als erwachsene Frau sind ihre Beziehungen voller Gewalt. Über ihre Verbrechen spricht sie nicht, sondern findet Ausreden und Entschuldigungen.
Habe ich nach diesem Monolog Mitleid mit dieser Frau? Ja, natürlich habe ich das.
Umso wichtiger finde ich den zweiten Teil des Buches, in dem Klenk den Monolog einordnet und mit den überprüfbaren historischen Daten in Blauensteiners Lebenslauf und mit ihren nachgewiesenen Verbrechen abgleicht. Auch die Sichtweise ihrer Tochter Monika, mit der Klenk stundenlange Gespräche geführt hat wirft ein hartes Licht, auf die Frau, die von ihrer Mutter gequält wurde, aber auch später ihre eigene Tochter sadistisch quälte.
Klenks Nachrede ist knapp, aber aussagestark und ausgewogen, wie ich finde.
„Sie war das Produkt eines kalten Jahrhunderts. Sie, die als Kind Opfer war - schwach, hungrig, gedemütigt -, ermächtigte sich und machte sich die Schwachen untertan. Nicht wegen einer psychischen Erkrankung, sondern aus sadistischer Gier. Und diese Gier, so sehr sie uns abstößt, war wohl auch eine Spätfolge jener frühen Jahre voller Entbehrung und Angst.“
„Ausreden“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und gehörte für mich zu den frühen Highlights des Jahres.
Rezensionen von Nicole (Abby1810):
Historisch, emanzipiert und spannend
Die Erfinderin der Freiheit von Elke Becker
"Die Erfinderin der Freiheit" ist ein toller historischer Roman. Elke Becker schreibt hier die Geschichte von fünf starken, emanzipierten und fleißigen Frauen.
Christine arbeitet als Physiotherapeutin in einem berühmten Sanatorium. Dabei fällt ihr auf, wie ungesund das Tragen eines Korsetts vor allem während der sportlichen Aktivitäten, ist.
Hier möchte sie Frauen aus allen Schichten unterstützen und ihnen dadurch das Leben erleichtern. Sie erfindet den BH und testet ihn somit gleich bei ihren Patientinnen. Aufgrund ihrer selbständigen und emanzipierten Art, ist sie noch nicht verheiratet. Als eines Tages ein Gast mit seiner Schwester in das Sanatorium eincheckt, ist sie von Anfang an sehr angetan von ihm. Doch wird er der richtige sein?
Aber auch Julia, Lotta und Amalie sind starke Frauen. Amalie ist gerade dabei einen Kaffeefilter zu erfinden, denn der Kaffeesatz am Ende des Trinkens ist eher suboptimal.
Zusammen unterstützen sich die Frauen gegenseitig und supporten sich ununterbrochen. Denn ohne die Unterstützung von guten Freunden, war es gerade zu Beginn des 20. Jahrhunderts unglaublich schwer das Leben zu meistern.
Elke Becker schreibt sehr authentisch, kraftvoll und unterhaltsam. Dresden während der Zeit von 1908 ist sehr anschaulich und lebendig beschrieben, das Buch ist sehr gut recherchiert. Ja, ich war mittendrin in einem anderen Jahrhundert. Es hat Spaß gemacht zu lesen wie stark und fleißig diese Frauen waren. Es gab zu dieser Zeit viele spannende und interessante Erfindungen, der BH ist eindeutig eine bis heute hilfreiche Antwort auf das Korsett und die Emanzipation der Frauen. Ich freue mich schon auf ein weiteres Buch von Elke Becker.
Rezensionen von Katrin:
Eine Frau am Weg zu ihrem wahren Ich
Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam von Annabel French
Das Cover fällt in meinem Bücherregal zumindest sofort auf, da es einfach sehr Gelb und freundlich ist. Es ist nicht überladen aber wirklich hübsch.
Story:
Rosie ist eine Frau Anfang 30, die irgendwie noch nicht so ganz im Leben angekommen zu sein scheint. Der Tod ihrer Mutter, der zwar in jungen Jahren war belastet sie noch immer sehr.
Jobs sind eher eine Bürde als Freude und daher beschließt sie aus heiterem Himmel London zu verlassen und auf ein Hausboot in Amsterdam zu ziehen und einen Blumenladen zu eröffnen.
Das Hausboot verludert und ihre sprachlichen Kenntnisse nur sehr gering, so beginnt ihr Leben in Amsterdam. Ihr Nachbar ein Griesgram, aber ein sehr hübscher.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten startet sie tatsächlich ein Business und da sie ein herzensguter, kreativer Mensch ist, lässt der erste Erfolg nicht lange auf sich warten.
Wie sie in Amsterdam Fuß fassen kann und endlich ihr wahres Ich findet, dass muss nun jeder Leser selbst herausfinden.
Fazit:
Leider hat mich das Buch nicht gefesselt. Es ist sehr eintönig, kaum Spannung. Bahnt sich welche an, ist es auch schon wieder vorbei. Ich hätte mir von allem einfach etwas mehr gewunschen. Mehr Details, mehr Liebe, mehr Leidenschaft, aber etwas weniger Steine dir ihr in den Weg gelegt wurden.
Man kann es lesen, ich habe es auch vollständig gelesen, aber es ist leider kein Highlight.
Rezensionen von brauneye29:
Na ja
Das letzte Kind hat Fell von Tessa Hennig
Zum Inhalt:
Den Ruhestand in Portugal hatten sich Angelika und Hans anders vorgestellt. Doch erst läuft ihnen ein Hund zu, der sie auf Trab hält, dann taucht auch noch Tochter Sandra mit Enkel Finn auf. Sandra, schon länger vom Mann getrennt, will keine großen Gefühle zulassen während Enkel Finn überfordert mit dem Erwachsensein ist und unter Selbstzweifeln leidet.
Meine Meinung:
Irgendwie hat mich das Buch nicht gepackt. Klar, wusste man, dass es wohl eher leichte Unterhaltung sein wird, aber mir persönlich war das Buch zu seicht. Angezogen von dem Titel und dem Cover hatte ich dennoch etwas mehr erwartet. Was mit gut gefallen hat, war das Setting, auch wenn ich Portugal nicht kenne, hatte ich das Gefühl mir alles gut vorstellen zu können. Der Schreibstil war gut lesbar und auch eher einfach gehalten. Ein Buch ohne große Highlights, einigermaßen unterhaltsam, aber eben nicht so meins.
Fazit:
Na ja
Rezensionen von Piet1990:
Leise Reflexion mit viel Nachhall
Ich möchte zurückgehen in der Zeit von Judith Hermann
„Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ ist ein stilles, sehr persönliches Buch, das weniger eine klassische Geschichte erzählt als einen inneren Rückblick zeichnet. Im Mittelpunkt stehen Erinnerungen, verpasste Chancen und die Frage, wie sehr Entscheidungen unser Leben prägen.
Der Roman ist ruhig und fragmentarisch aufgebaut.
Statt Handlung folgen Gedanken, Beobachtungen und innere Monologe. Das verlangt Aufmerksamkeit, wirkt aber zugleich ehrlich und nah. Besonders gelungen fand ich die reduzierte, klare Sprache, die viel Raum für eigene Gedanken lässt und einzelne Momente sehr eindringlich macht.
Nicht jede Passage hat mich gleich stark abgeholt, manches bleibt bewusst offen oder vage. Trotzdem entsteht insgesamt eine dichte, melancholische Stimmung, die lange nachwirkt. Das Buch lädt zum Innehalten ein und dazu, über das eigene Leben und die eigenen Entscheidungen nachzudenken.
Fazit:
Ein leiser, nachdenklicher Roman über Erinnerung, Verlust und die Sehnsucht nach einem anderen Verlauf der Dinge. Keine leichte Lektüre, aber eine sehr stimmige und berührende – besonders für Leser:innen, die ruhige, introspektive Literatur schätzen.
Rezensionen von brauneye29:
Spannend
Tödliches Angebot von Marisa Kashino
Zum Inhalt:
Margo will unbedingt ein neues Haus, doch die Suche ist frustrierend. Dann entdeckt sie ihr Traumhaus und setzt alles daran, es auch zu bekommen. Und sie will den Zuschlag bevor es überhaupt auf dem Markt kommt. Sie dringt in das Leben der Hausbesitzer ein, stößt jedoch auf Widerstand, doch den räumt sie aus dem Weg und nicht nur das.
Meine Meinung:
Was mich bei diesem Buch echt verblüfft hat, ist dass man Margo trotz all ihrer krassen Aktionen irgendwie sympathisch findet, auch wenn die Aktionen mehr als grenzwertig sind. Vielleicht aber auch, weil der Mann so mega unsympathisch ist. Insgesamt ist das Buch ungeheuer spannend geschrieben und man fragt sich ständig, was wohl als nächstes passieren wird. Ich hatte die Hörbuchversion und fand das Buch sehr gut gelesen und ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.
Fazit:
Spannend
Rezensionen von Havers:
Aktuelle politische Themen, spannend aufbereitet
Repair Club: Der Countdown läuft von Charles den Tex
Mit Spionagethrillern ist das so eine Sache. Wenn Könner wie John le Carré und oder Mick Herron am Werk sind, lese ich sie am liebsten in einem Rutsch, wirken sie realitätsfern und simpel konstruiert, fehlt mir meist der lange Atem, um bis zum Ende durchzuhalten. Glücklicherweise vereinen die Repair Club Bände des niederländischen Autors Charles den Tex das Beste aus den beiden Welten der obengenannten Autoren, nämlich den komplexen und kenntnisreichen Plot eines le Carré, garniert mit der beißenden Ironie Herrons, ohne dabei das politische Tagesgeschehen außen vor zu lassen.
Wie bereits im Vorgänger muss sich John Antink, Geheimagent im Ruhestand, auch in „Der Countdown läuft“, Band 2 der Repair Club Reihe, mit einem Ereignis aus seiner Vergangenheit auseinandersetzen. Bei einem Reparatureinsatz des Clubs kommt ein ihm unbekannter Mann auf ihn zu, zeigt ihm das Foto einer Frauenleiche in einer Wüstenlandschaft und startet gleichzeitig einen Timer mit der Aufforderung, er möge das, was er sieht, reparieren, nämlich den Todesschützen ausfindig machen. Antink war damals dabei, kann sich aber beim besten Willen nur noch undeutlich an die Situation erinnern, hat diese ihn doch damals schwer traumatisiert. Aber wer ist der Unbekannten, der diese Forderung an ihn stellt? Und was ist sein Motiv? Aber die Uhr läuft, und so aktiviert Antink alte Kontakte, um dieses Rätsel innerhalb der ihm zugestandenen Zwei-Wochen-Frist zu lösen.
Ja, natürlich sind die Ereignisse in diesem Thriller fiktional, aber so oder so ähnlich sind mit Sicherheit zahlreiche afghanische Ortskräfte, die die internationalen ISAF Truppen unterstützten, nach Abzug der Truppen zu Tode gekommen oder müssen auch aktuell noch um ihr Leben fürchten, da der Westen, in diesem Fall die Niederlande, sich nicht für deren Schutz verantwortlich fühlten und fühlen.
Ein komplexer, spannender Agententhriller, der tief in der politischen Realität verankert ist, mit einem glaubhaften Plot und einem sympathischen Protagonisten, für den Moral kein Fremdwort ist. Lesen!
Band 3 der Reihe mit dem Titel “Der vergessene Spion“ erscheint Ende 05/2026.
Rezensionen von Daggy:
Zungenbrecherstarkegeschichten
Gute-Quatsch-Nacht von Jussi Jubitsch; Susanne Straßer
Ein wildes Durcheinander an Tieren liegt mit dem Kind im Bett und das Buch ist gespickt mit wunderschönen Zungenbrecherworten.
Zunächst gibt es in der Hütehundehütte 5 Hüttenhütehunde, wir sehen die übereinander in den Betten liegen und einer steigt noch die Leiter hinauf. Weiter geht es mit 4 Froschpfützenfrösche mit Pfützenfroschmützen.
Wir sehen sie mit ihren lustigen Kopfbedeckungen im Teich schlummern. Die Schleiereuelenscheune wird von 9 Scheunenschleiereulen bewohnt und sie sitzen zusammen auf der Stange und wechseln die Schleiereulenschleier jede Nacht. „Hätt´ ich nicht gedacht!““
So einen winzigen witzigen Reim gibt es zu jedem Textende. Die Zahlen von 1 – 10 kommen durcheinander mit immer anderen Tieren, die besondere, schwer auszusprechende Namen haben, vor. Und ich finde es total lustig, habe aber auch leicht Zweifel, ob ich den Text halbwegs fehlerfrei vorlesen werde. Aber ich freu mich drauf es zu probieren.
Es geht um Zahlen, Tiere und ein Kind, aber hauptsächlich um Spaß und das finde ich sehr wichtig. Einfach mal gepflegt albern sein. Ach ja, ehe ich es vergesse, die Bilder sind auch sehr gelungen und passend.











