Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Wolle:
Naturverbunden
Die unsichtbare Farbspur von Toni Moldabegga
Die Handlung von Milo findet in einer Parallelwelt statt. Dort muss er gemeinsam mit Freunden seine Volantur bestehen, eine Art Bewährungsprobe, die alle Heranwachsenden absolvieren müssen. Während der Volantur findet Milo jedoch nicht nur heraus, dass er ganz besondere Fähigkeiten besitzt, sondern die Freunde decken auch ein Geheimnis auf und retten ihr einzigartiges Ökosystem.
Was mir an Milos Welt besonders gut gefallen hat, ist dass die Menschen eine ganz besondere Verbundenheit mit der Natur haben. Es gibt einen Stammbaum, und dies ist ganz wörtlich zu nehmen, denn es handelt sich um einen echten Baum, der mit jedem neuen Familienmitglied erweitert wird. Außerdem wohnen die Jugendlichen während ihrer Reise in einem „Baumhaus“, dass wie auf dem Cover zu sehen ist, aus den Wurzeln eines Baums besteht. Die Kommunikation findet mittels des Wurzelsystems von Pilzen statt. Während der Volantur lernen die Jugendlichen dann sich in der Natur zurechtzufinden.
Die Spannung des Romans setzt erst relativ spät ein. Erst wenn man bereits kurz vor der Mitte des Buches ist, erfährt man, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Ab nun versuchen die Jugendlichen der Sache auf den Grund zu gehen und man wird von den Geschehnissen mitgezogen.
Das Cover gefällt mir gut. Es zeigt das Zuhause der Jugendlichen und wirkt geradezu märchenhaft. Da Milo eine ganz besondere Verbundenheit mit Farben hat, hätte man das Cover vielleicht etwas bunter gestalten können.
Es wäre schön, wenn man etwas mehr über den Autor erfahren könnte. Auf der Seite des Verlags, erfährt man leider auch nicht mehr, außer dass es das erste Buch des Verlags ist. Das wirkt alles etwas geheimnisvoll. Aber die Seite ist sehr schön und fantasievoll gestaltet. Es wäre schön, wenn der Verlag noch mehr fantastische Bücher herausbringen könnte.
Insgesamt hat der Autor eine wunderbare fantastische Welt entworfen. Die Spannung hat mir jedoch am Anfang etwas gefehlt. Da es sich anscheinend um das erste Buch des Autors handelt und auch um das erste Buch des Verlags wünsche ich beiden viel Erfolg.
Schatzsuche
Das verfluchte Gold von Hell Gate von Davide Morosinotto
Lucy, Amy, Timmy, Mario und Rico sind beste Freunde. Zusammen finden Sie einen Toten weit außerhalb ihres eigentlichen Wohnbezirks in der 110. Straße in East Harlem New York, wo sie eigentlich gar nicht sein sollten. Die Handlung spielt Anfang des 20. Jahrhunderts als viele Einwanderer in die USA kamen.
Der Tote ist kein Unbekannter und schon bald spricht der ganze Bezirk über ihn und die Kinder, die ihn gefunden haben. Bevor der Tote jedoch zur Gerichtsmedizin gebracht wurde, fanden die Kinder eine Streichholzschachtel bei ihm, die das weitere Geschehen maßgeblich beeinflusst. Sie weißt auf einen Schatz unmittelbar vor den Toren New Yorks hin, der in den tiefen des Wassers verborgen liegt. Natürlich begeben sich die Freunde auf ein waghalsiges Abenteuer, um diesen Schatz zu bergen. In Zwischenkapiteln wird eine weitere Handlung aus der Vergangenheit erzählt, bei der zwei junge Sklaven nach New York gelangen und deren Geschichte ebenfalls mit dem Schatz verbunden ist.
Was mir besonders gut an der Handlung gefallen hat ist, dass sie sich auf wahre historische Begebenheiten bezieht. Das Schiff HMS Hussar gab es wirklich und der darin vermutete Schatz konnte bis heute nicht geborgen werden. Auch das Hell Gate im Hafengebiet von New York gab es wirklich. Außerdem berichtet das Buch über die Geschichte der Einwanderung, insbesondere der Italiener. Die historischen Hintergründe sind nicht nur informativ, sondern auch sehr spannend in den Roman eingearbeitet. Mit den vielen Bilder und den abgebildeten Dokumenten erscheint dem Leser die Handlung sehr nahe.
Großartig ist außerdem das Cover, dass wie eine Streichholzschachtel aussieht und das man aus dem „Schuber“ herausziehen kann um die Schachtel zu öffnen.
Insgesamt ist das Buch sowohl optisch als auch inhaltlich sehr gut gelungen. Ich habe bereits das Vorgängerwerk des Autors „Greta Grimaldi“ gelesen, das in ähnlicher Art geschrieben und gestaltet ist und mir ebenfalls gut gefallen hat. Mit seinem neuesten Werk hat der Autor seinen Vorgängerroman aber noch übertroffen. Es ist ein wunderbares Buch das geschichtliche Hintergründe und eine spannende Handlung wunderbar vereint und das man, obwohl es sich um ein Jugendbuch handelt, nicht nur als Jugendlicher lesen kann.
Unter dem Mikroskop
Landleute von Daniel Mason
Der Roman handelt von einer Familie aus Kalifornien, die auf das Land nach Vermont zieht. Dort angekommen lernen sie ein ganz anderes Leben kennen als sie es gewohnt sind, ebenso wie jede Menge skurriler Bewohner.
Am Anfang des Romans werden die Personen aus einer sehr distanzierten Sicht als „die Frau“, „der Mann“, „die Kinder“ und „der Hund beschrieben.
Mit dem Fortschreiten der Handlung erfahren wir immer mehr über die Familie, über ihre Vergangenheit, ihr Privatleben, ihre Wünsche und Erlebnisse an ihrem neuen Heimatort. Unter anderem wird berichtet, dass der Mann bereits seit 14 Jahren mit seiner Abschlussarbeit beschäftigt ist und dabei ständig das Thema wechselt und seine Frau eine erfolgreiche Professorin ist. Die Kinder gehen noch zur Schule. Der Hund ist ein italienischer Wasserhand. Mit der Zunehmenden Ausgestaltung der Personenbeschreibung bekommen diese schließlich auch Namen.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen die zahlreichen Begegnungen der Familie mit der örtlichen Bevölkerung von Vermont. Dabei hat jeder Einheimische seine ganz Eigentümlichkeit, vom fanatischen und erfolglosen Ökobauern, über Rasenspezialisten bis hin zum Verschwörungstheoretiker. Eine bizarre Begegnung jagt die nächste. Jedoch besitzt die Familie, allen vornweg der Vater Mile, nicht weniger Eigenarten, der sich über alles und jeden bis ins kleinste Detail Gedanken macht und wie ein Fähnlein im Wind ständig sein Abschlussthema wechselt. Während es scheint als ob die Mutter Kate, die Kinder und der Hund ihre Integration in die ländliche Umgebung ziemlich problemlos meistern, wirkt Miles eher wie ein unbeholfener Außenseiter, der die Einheimischen aus einer wissenschaftlichen Brille wie Forschungsobjekte beobachtet, der aber stets um Verständnis bemüht ist.
Das Cover zeigt einen Ausschnitt herbstliche Natur Vermonts in runden Scheiben geschnitten und immer weiter vergrößert, wie unter einem Mikroskop. Ich kann mir unter diesem Bild gut die Sicht Miles´ vorstellen, der die Einheimischen seiner neuen Heimat wie ein Forscher unter die Lupe nimmt.
Was mir an dem Roman besonders gut gefallen hat, sind die überspitzten skurrilen Darstellungen der einzelnen Personen. Ein wunderbarer schwarzer Humor liegt über der gesamten Handlung. Anders als zunächst gedacht handelt es sich jedoch nicht um die Darstellung einer Konfrontation zwischen typisch städtischen und ländlichen Einstellungen. In diesem Roman geht es eher um die groteske Darstellung aller Personen. Etwas langatmig waren dagegen so manchen Abschweifungen die all zu sehr ins Detail gehen und die es zuhauf in der Handlung gibt. Am Anfang habe ich mir auch etwas schwer mit der distanzierten Erzählweise getan. Rückblickend wirkt dieses Stilmittel jedoch schlüssig. Insgesamt ein wunderbarer Roman mit einem ganz individuellen Stil, den ich nur weiterempfehlen kann.
Gute Unterhaltung
Niemals geht man so ganz von Andreas Izquierdo
Der Roman „Niemals geht man so ganz“ ist bereits das zweite Buch über den Trauerredner Mads Madsen, der mehr oder weniger unfreiwillig zum Ermittler in einem Todesfall wird. Genauso wie der Vorgängeroman erwartet die Leser eine geniale Mischung aus Spannung und Humor.
Zufällig ist Mads zu später Stunde mit seiner Hündin Bobby unterwegs, als eine Frau sich vor seinen Augen und unter rätselhaften Umständen von den Klippen stürzt.
Zurück lässt sie nicht nur ihre neunjährige Tochter Tilly, sondern auch viele Fragen um ihren Tod und ihre Vergangenheit. Mads lässt das Erlebnis keine Ruhe. Im weiteren Verlauf gewinnt er mit Hilfe Bobbys das Vertrauen von Tilly. Mit ihrer Hilfe kommt immer mehr Licht ins Dunkel, bis der Fall schließlich gelöst ist. Dabei begibt sich Mads in so manche Gefahrenzone. Für die humoristische Seite sorgt vor allem der umtriebige Fritjof, der Vater von Mads.
Der Roman ist ein kurzweiliges Buch. Leicht und schnell zu lesen. Tiefsinnige Inhalte darf nicht erwarten. Unterhaltungstechnisch jedoch durchaus gut gelungen. Sicher werden von Tillys weiterem Werdegang im nächsten Roman erfahren.
Eine fantastische Welt im Untergrund
Serpentis 1. Das Rätsel der Schlangen von Silja Sillanpää
Was an diesem Buch sofort ins Auge sticht, sind die vielen Bilder und das großartige Cover. Meist in düsteren Farben wirken diese leicht bedrohlich und mysteriös, ganz das was man von einem finnischen Roman klischeehaft erwarten würde, auch wenn es sich um einen Kinder-/Jugendroman handelt.
Inhaltlich wird es äußerst fantastisch.
Bereits der Name des Hauptakteurs ist merkwürdig und muss von seinem Träger immer wieder erklärt werden. Da seine Mutter Steine liebte, hat sie ihren Sohn Stein genannt. Er lebt in einem Haus voller Reptilien und besitzt auch eine eigene Schlange namens Niji. Als seine Großeltern ins Pflegeheim müssen ist Stein, nachdem seine Mutter bereits seit vielen Jahren verschwunden ist ganz allein. Er macht sich auf die Reise nach Schweden und findet ein Schlüsselloch, das er mit Hilfe seiner Schlange öffnen kann. Stein fällt, wie Alice im Wunderland, in den Untergrund und findet eine komplett andere Welt vor. Alles ist ihm hier fremd. U. a. dienen Schlangen hier als Schlüssel. Die Menschen leben hauptsächlich in einem Zug der aussieht wie eine Schlange. Und eine Suche nach seiner Verschollenen Mutter beginnt, die sich hier irgendwo aufhalten soll.
Die Bilder in dem Roman sowie das Cover sind wunderbar. Inhaltlich finde ich die Fantasie teilweise etwas zu ausladend. Das umfassende Schlangenthema ist auch für eine Fantasiegeschichte für Kinder teilweise etwas weit hergeholt. Die Spannung bleibt jedoch von der ersten bis zur letzten Seite aufrechterhalten und man möchte ständig wissen wie es weitergeht.
Lange Anlaufzeit
Das habe ich wegen dir getan von John Lanchester
Kate lebt mit ihrem Mann Jerry ein glückliches und privilegierte Leben in London, bis letzterer plötzlich und unerwartet verstirbt. Kurz nach dessen Tod erscheint die erfolgreiche Serie „Betrug“ auf Netflix. Als alle nur noch von dieser Serie reden, sieht sich auch Kate die Sendung an und erkennt detailgenau ihr Leben mit Jerry.
Verwirrt recherchiert Kate wer hinter dieser Serie steht und wie intimste Details, über die eigentlich niemand Bescheid weiß, an diese Person gelangten. Schnell gelangt Phebe in den Fokus.
Die Handlung des Romans besteht aus zwei abwechselnden Sichtweisen. Die von Kate und die von Phoebe. Auch werden abwechselnd immer wieder Ereignisse aus der Gegenwart sowie aus der Vergangenheit der beiden Hauptpersonen erzählt. In welch enger Verbindung die beiden Frauen stehen wird erst im Verlauf der Handlung, vor allem gegen Ende, deutlich. In kurzen Zwischenkapiteln werden prägnante Auszüge aus der Serie „Betrug“ wiedergegeben.
Anfangs empfand ich die Handlung etwas langatmig und nicht sonderlich spannend. Erst ab etwa der Hälfte des Romans nimmt die Story endlich an Fahrt auf. Allerdings gestaltete sich der Verlauf des Romans nicht ganz so wie ich es erwartet hätte. Anders als in der Beschreibung des Klappentextes empfand ich nicht die Suche wer hinter der Serie und der Nacherzählung des eigenen Lebens steckt als Mittelpunkt der Handlung, sondern die Aufarbeitung der Vergangenheit der beiden Frauen, sowie den anschließenden Racheplan. Amüsiert haben mich vor allem die Abschnitte die Phoebes Mutter gewidmet waren.
Das Cover des Buches finde ich nicht gelungen. Es wirkt lieblos und unkreativ. In einem Buchladen würde es auf keinen Fall aus der Masse herausstechen. Auch der Titel konnte mich nicht überzeugen. Er ist für mich nicht eingängig und erschließt sich erst gegen Ende der Handlung. Außerdem steht er lediglich für einen Teil der Handlung.
Insgesamt handelt es sich bei dem Roman um eine schwach beginnende Handlung die sich jedoch je weiter man liest immer mehr steigert. Es lohnt sich also nicht vorschnell abzubrechen. Während humorvolle Szenen bereits zu Beginn vereinzelt zu findet ist, muss man für die Spannung schon bis zur Mitte des Romans lesen. Dafür wird man dann mit überraschenden Wendungen belohnt.
Man hätte mehr aus der Geschichte machen können
Das Knistern im All von Stephan Lohse
Matti steckt mit seinen 15 Jahren mitten in der Pubertät, mit all deren Problemen. Doch nicht nur in Beziehung auf die Liebe ist der Jugendliche außerordentlich verwirrt, es stellt sich heraus, dass ihn auch psychologische Probleme quälen.
Während einer Klassenfahrt nach Amrum bricht Matti zusammen.
Im Anschluss verbringt er viel Zeit bei seiner Psychologin und schließlich in einer Klinik. Nach seiner Genesung taucht er dann für einige Tage unter. Während der ganzen Zeit, durch alle Höhen und Tiefen, begleiten ihn seine Freunde, die immer zu ihm stehen. Auch die Eltern, sehr betucht und stets bemüht um ihren Sohn, halten immer zu Matti. Genau deshalb hatte ich mit der ganzen Geschichte auch ein Problem. Es fühlt sich so unecht an. Kein Streit, stets Harmonie zwischen allen Personen. Das einzige mit was Matti nicht zurecht zukommen schein ist seine Umwelt: der Reichtum seiner Eltern, der Nazi in der Klasse und das Erwachsenwerden im Allgemeinen. Aber die zwischenmenschliche Harmonie finde ich wirklich extrem unrealistisch. Selbst als Matti die Luxuskarosse seiner Mutter schrottet und verbrennt, überdies auch noch filmt und live seiner Mutter präsentiert, ist diese zwar nicht erfreut, schafft es angesichts ihres glücklichen Sohnes aber nicht auch nur ein böses Wort zu sagen. Ich fand dieses Verhalten etwas verwirrend, oder sollte es angesichts des Reichtums der Eltern einfach nur dekadent wirken?
Insgesamt konnten mir die Personen, insbesondere Matti auch nicht so nahekommen. Die Handlung wirkt sehr distanziert. Die Probleme mit denen sich Matti herumschlägt werden lediglich immer wieder nur kurz angerissen. Ich denke 167 Seiten sind hier einfach etwas knapp um die Handlung vernünftig zu erzählen. Was aus der Geschichte hängen geblieben ist, ist die extreme Hin- und Hergerissenheit Mattis, das für sein Alter so bezeichnend ist sowie seine Identifikation mit dem Leben seiner Eltern. Insgesamt war mir die Handlung jedoch viel zu oberflächlich. Die Geschichte hätte viel mehr Potenzial gehabt.
Das Cover ist ein echter Hingucker. Die Beschreibung mit der Antilope im Innenteil passt aber nicht zusammen. Matti beschreibt das Tier ohne Hörner. Außergewöhnlich sind das Cover sowie der Tiel jedoch allemal und wecken somit sofort die Neugier auf den Inhalt des Romans.
Ein modernes Mädchen
Eine kleine Schwindelei von Rosanna Pike
Im mittelalterlichen England verliert die jugendliche Tibb nach der Geburt ihrer Schwester ihre Mutter früh. Allein beginnt für die Landstreicherin nun eine Reise durch das Land. Dabei trifft sie auf die unterschiedlichsten Menschen.
Neben den vielen hartherzigen Bekanntschaften, lernt sie aber auch so manche gute Seele kennen.
Immer handelt es sich dabei selbst um Außenseiter und Ausgestoßene der Gesellschaft. Der Roman zeichnet so das überaus beschwerliche und düstere Leben der damaligen Zeit nach, das ein wahrer Überlebenskampf ist. Bei Tibb wechseln sich melancholische, überaus selbstkritische aber auch heitere und gar sehr freche Stimmungslagen miteinander ab. Auch in den schwierigsten Lebenslagen fängt sie sich immer wieder und findet neuen Lebensmut. Tibb ist so ein unterhaltsamer Charakter, dass man gar nicht genug von ihr bekommen kann.
Die Handlung besteht entgegen den vielen anderen historischen Romanen nicht darin geschichtliche Ereignisse zu erzählen, sondern die Lebens- und Stimmungslage der Zeit einzufangen. Mit der modernen und frechen Sprache wirkt der Roman dabei alles andere als wie eine verstaubte historische Erzählung.
Durch kurze Kapitel und einen reichhaltigen Handlungsverlauf lässt sich das Buch schnell durchlesen. Unterbrochen wird die Reise Tibbs durch kurze Zwischenkapitel, in denen schnell klar wird, dass es sich hier um das spätere Schicksal Ivos, ihrem frühen Freund, handelt. Der lange unklare Zusammenhang der beiden Handlungsstränge hält die Spannung aufrecht.
Das Cover mit dem Heiligenschein auf dem blonden Mädchen zieht den Blick auf sich und ist auf jeden Fall außergewöhnlich. Tibb wirkt darauf wie ein Engel, was sie ja in keinster Weise ist und wie sie sich selbst sicher auch nicht sehen würde. Ein ganz besonderer Mensch, der unter den vielen Menschen mit ihrer verengten und kleinlichen Sicht heraussticht ist sie jedoch allemal. In ironischer Weise passt das Cover hervorragend zu dem Mädchen, dass sich in keine Schublade stecken lässt.
Abgründe
FIVE - Das Ticken der Zeit von Ilona Bannister
Fünf Menschen stehen an einem Bahnsteig. Eines ist schon am Anfang der Handlung klar. Einer von gleich sterben. Doch wer wird es sein? Diese Frage wird – obwohl die ganze Handlung nur wenige Minuten dauert – erst ganz am Ende des Romans beantwortet.
Zunächst wird die Situation am Bahnsteig in einer Rahmenhandlung in allen Details erörtert.
In langen Einschüben wird dann jeweils das Leben jeder einzelnen dieser Personen unter die Lupe genommen. Mit der Zeit bildet man sich bereits sein Urteil, wenn es trifft oder treffen sollte. Doch die Autorin weiß, für wen wir uns entscheiden.
Ich fand den Thriller interessant, da er etliche ungewöhnliche Stilmittel enthält, die ihn aus der Masse herausheben. Einerseits wird der Leser immer wieder direkt angesprochen. Außerdem handelt es sich nicht um einen actionreichen Thriller bei dem dauern etwas anderes passiert, sondern der Fokus wird auf das psychologische Innenleben der fünf Protagonisten gelegt, dagegen bleiben einige weitere Passanten, von denen auch im Buch berichtet wird, weitgehend anonym. Alle diese Figuren verbergen Abgründe in sich, die man so nicht erahnt hätte. Vor allem die Geschichte von Mrs. Worth ist schockierend. Schlussendlich ist auch die Besonderheit, dass der Tod am Ende des Romans eintritt und dass die ganze Handlung nur wenige Minuten dauert herauszuheben. Trotz der ungewöhnlichen Erzählweise fand ich den Thriller dennoch sehr spannend. Man wird in jedem Kapitel wieder aufs Neue überrascht.
Das nette Titelbild täuscht über den Inhalt. Cover und Titel beziehen sich lediglich auf die besondere Zeitdarstellung des Romans. Die Abgründe hinter den Betroffenen werden hier nicht thematisiert
Eine weitere Reise ins Immerland
Immerland – Der Ozean der Ewigkeit von Flix
Mika reist ein weiteres Mal ins Immerland. Dieses Mal ist es seine Klassenkameradin Stessika, die er eher unfreiwillig in die fantasievolle Parallelwelt begleitet. Bei einem Schulausflug gelangen sie durch eine Tropfsteinhöhle nach Immerland. Dort treffen sie so manche alte Bekannte, aber auch viele neue fantastische Wesen, wie den Glastiger oder den Zweihai.
Wie bereits im ersten Band geht es auch bei seinem zweiten Besuch in Immerland äußerst turbulent zu. So jagt ein Ereignis das nächste. Selbst beim Lesen scheint man kaum zu Atem zu kommen. Von der ersten bis zur letzten Seite kommt daher keine Langeweile auf. Dabei verbirgt sich hinter der Handlung immer ein dezenter Humor, der den Roman gerade auch für Erwachsene lesenswert macht.
Besonders gelungen finde ich die vielen Illustrationen in dem unverwechselbaren Stil des Autors. Auch das Cover ist in diesem Stil gestaltet. Bereits mit einem kurzen Blick auf das Titelbild kann man das turbulente Abenteuer, das den Leser erwartet, erahnen.
Insgesamt eine äußerst fantasiereiche, humorvolle und eigenwillige Jugendbuchreihe die aus der Masse heraussticht. Wir freuen uns schon auf den dritten Band











