Kunden em pfehlungen
Rezensionen von C. P.:
Von süßen Seehundbabies und süßen Tierpflegern
Whispering Blue von Michel Decomain; Marika Herzog
Der 18-jährige Adrian wird zur Sozialarbeit in der Seehundstation Norddeich verdonnert. Schuld daran ist ein Streich der Clique, mit welcher er rumhängt und zu der auch der Bruder seiner Freundin gehört. In der Seehundstation gerät er in Streit mit Marc, einem gut aussehenden Mitarbeiter. Und dennoch knistert es zwischen den beiden - obwohl Adrian eine Freundin hat?
Neben wirklich niedlichen Seehunden hat dieser Manga Themen wie homofeindliches Mobbing sowie Coming Out aufgegriffen.
Alles rund um die Seehunde gefiel mir ganz gut, im Anhang sind sogar noch ein paar interessante Facts zu den knuffigen Tieren, ebenso wie zur Homophobie. Thematisch kamen mir ein paar zuviele Klischees vor, auch wenn dadurch Mobbing und Homophobie etwas verdeutlicht wurden. Was mir eindeutig fehlte war etwas mehr Spannung, da hätte es ruhig stärker knistern können zwischen Marc und Adrian. Auch das Thema Boys Love selbst war doch eher nur subtil vorhanden, da wären ein paar mehr romantische Momente ganz schön gewesen.
Stilistisch ist der Manga gut gezeichnet, wenn auch nicht immer übersichtlich. Thematisch kamen die Seehunde voll auf ihre Kosten, die Boy Romance hingegen fiel mir zu kurz aus.
Rezensionen von LEXI:
Verlorene Jahre. Das Mädchen mit der Engelsstimme.
Annas Rückkehr von Rose Philipps
Die bildschöne und elegante amerikanische Opernsängerin Anna Miller besitzt das absolute Gehör und die Stimme eines Engels. In Begleitung ihres Managers reist sie im Herbst des Jahres 1955 für einen Auftritt von New York nach Berlin und möchte diese Reise mit der Suche nach ihren Verwandten verbinden.
Anna wurde im Alter von fünfzehn Jahren von ihrer Familie ohne jegliche Erklärung weggeschickt, Zorn und tiefe Verletzung bestimmten seitdem ihr Leben. In Berlin angekommen holen Anna die Erinnerungen wieder ein. Sie beschließt, dass es nun endlich an der Zeit ist, die Wahrheit über die damaligen Ereignisse herauszufinden. Das Wiedersehen mit ihrer Mutter Margarete „Grete“ Künke und ihrem Bruder Anton gestaltet sich emotional, der endlich wiedervereinigten Familie ist jedoch keine gemeinsame Zeit vergönnt. Die schwerkranke Grete stirbt kurz nach der Aussprache mit ihrer Tochter in der Gewissheit, dass diese ihr vergeben hat. Anna erfährt die Wahrheit über ihre Kindheit schließlich durch ihren Bruder Anton sowie die Tagebucheinträge von Ellie, der Ehefrau des Reichsleiters Ferdinand Probst. In laufendem Perspektivenwechsel wird dem Leser eröffnet, was zwischen 1933 und 1944 in Berlin vorgefallen war; die vielen Erinnerungsfragmente formen sich letztendlich zu einem Gesamtbild.
Rose Philipps erzählt die dramatische Geschichte der Familie Künke und verschont den Leser nicht mit Hinweisen auf die fürchterlichen Gräueltaten des Naziregimes. In sehr eindringlichen Worten und mit schonungsloser Offenheit zeichnet die Autorin ein Bild der damaligen Zeit und thematisiert das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte, nämlich die unvorstellbare Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten unter der Führerdiktatur Adolf Hitlers. Obgleich Rose Philipps die historisch belegten Fakten mit einer fiktiven Familiengeschichte verband und in Romanform präsentiert, schmälert dies nicht die Intensität und Wirkung.
Der Schreibstil dieses Buches hat mir sehr gut gefallen, die handelnden Figuren waren überzeugend dargestellt. Anna Miller gilt zwar als Protagonistin in dieser Geschichte, das größte Augenmerk lag jedoch auf Margarete Künke und Elisabeth Probst. Speziell die stille, unscheinbare Grete weist große Tiefe auf, sie musste in ihrem bewegten Leben viele Schicksalsschläge ertragen. Grete war es auch, deren Entwicklung mich am meisten beeindruckte. Gretes Ehemann Gustav darf ich als meinen ganz persönlichen Antagonisten bezeichnen. Ich verabscheute diesen grausamen und herzlosen Mann mit jeder Buchseite ein wenig mehr.
Die zahlreichen Nebenfiguren sowie die Einblicke in deren Denken und Handeln fand ich ebenfalls sehr gut ausgearbeitet. Rose Philipps verstand es zudem, zwischen den grauenhaften Ereignissen immer wieder menschliche Aspekte einzubringen. Personen wie beispielsweise Oma Luise, eine alte Witwe in der Nachbarschaft, die für die Klünkes wie eine leibliche Verwandte sorgt oder die Ehefrau eines einflussreichen Nazifunktionärs, die sich für andere einsetzt und gegen menschenunwürdige Behandlungen auflehnt. Gretes freundliche und hilfsbereite Arbeitgeberin Frau Rubinstein steht beispielhaft für jene Mitglieder jüdischer Familien, denen die Flucht aus Deutschland noch rechtzeitig gelungen ist. Im Roman gibt es jedoch auch Hinweise auf die unzähligen Menschen, denen dies nicht vergönnt war. Den Konzentrations- und Vernichtungslagern wird durch die Verschleppung jüdischer Bürger und der Verhütung erbkranken Nachwuchses in diesem Buch gleich in zweifacher Hinsicht eine schreckliche Rolle zuteil.
Fazit: „Annas Rückkehr“ ist ein sehr intensives Buch, eine überwältigende Lektüre, die mich erschüttert und emotional aufgewühlt hat. Fünf Bewertungssterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung dafür!
Rezensionen von liesmal:
Spannendes Schicksal einer Zeidlerfamilie
Der Gesang der Bienen von Ralf H. Dorweiler
„Der Gesang der Bienen“ ist ein historischer Roman, der im Jahr 1152 beginnt. Der Zeidler Seyfried lebt glücklich in seinem kleinen Haus mit seiner Ehefrau Elsbeth und seinen drei Kindern. Anna, die älteste Tochter, ist sehr wissbegierig und gern mit ihrem Vater unterwegs im Wald, um ihm bei seiner Arbeit mit den Wildbienen zuzuschauen und auch schon mal zur Hand zu gehen.
Elsbeth hat bereits als Kind die Liebe zu Heilkräutern und deren Wirkung entdeckt. Ihr Wissen hat sie erlangt bei den Beginen und bei ihrem Vater, einem Apotheker. Doch ausgerechnet ihre Arbeit als Heilerin wird ihr zum Verhängnis. Ihr wird vorgeworfen, im Pakt mit dem Teufel zu stehen, und sie wird zum Tode verurteilt. Nur die Fürsprache der damals schon berühmten Hildegard von Bingen könnte an Elsbeths Schicksal noch etwas ändern. So macht sich Seyfried auf den Weg zum Kloster auf dem Rupertsberg, wo Hildegard als Äbtissin lebt und wirkt. Für ihn beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, überall lauern Gefahren und lassen es schier unmöglich scheinen, dass sein Vorhaben in der Kürze der Zeit gelingen könnte.
Während Seyfried auf seiner Reise vollkommen ahnungslos bleibt, wie es seiner Familie geht, erfährt der Leser, was Elsbeth im Verlies und seine Kinder Anna und Jasper auf der Burg des Gottfried von Staufen erleiden müssen. Dabei ist Anna ein ganz wunderbares Mädchen, das ihren kleinen Bruder beschützt und sehr mutig ist.
Das Kloster auf dem Rupertsberg wird bereits im Prolog thematisiert – auch hier spielen Bienen eine große Rolle.
Durch viele Perspektivwechsel reißt die Spannung nicht ab und es fällt schwer, das Buch mal zur Seite zu legen. Häufig gibt es Neues und Wissenswertes über die Zeidlerei zu erfahren und die Geschichte bleibt durch eine gute Mischung von Realität und Fiktion unglaublich interessant.
Die Bienen begleiten den Leser durch das ganze Buch, denn zu Beginn jedes Kapitels sind sie als Zeichnung zu sehen und außerdem findet man jeweils ein Bibelzitat oder auch ein Zitat der Hildegard von Bingen als Einleitung.
Rezensionen von nil_liest:
Kurzweilig und super für Vorschulkinder
Warum der Elefant einen Rüssel hat von Kipling Rudyard; Woollard Elli
Fünf tierisch gereimte Geschichten sind hier versammelt in diesem feinen Buch, alle einst von Rudyard Kipling erdacht und nun von Elli Woollard nacherzählt und ins Deutsche übertragen von Cornelia Boese.
Es gibt je ein Tiermärchen über einen Wal, ein Kamel, ein Nashorn, ein Elefant und eine Katze.
Alle sind eine Art humoristisch erhobener Zeigefinger. Witzig, aber mit Lerneffekt und wunderbar gereimt. So unangestrengt gereimt, dass es meiner Tochter zunächst nicht mal auffiel beim ersten Lesen, dass es Reime sind. Spricht für sich! Die Kombination aus phantasievoller Erzählung in sprachlich schönster Reimform hat uns bei allen Geschichten gut gefallen.
Was dieses Buch auch sehr attraktiv macht, sind die fantasievollen Illustrationen von Marta Altés. Ohne diese wäre das Buch nicht komplett. Einfach so tierisch toll! Und dann gibt es dort diese vollseitigen Illustrationen – kann es die bitte als Geschenkpapierbogen geben?
Fazit: Kurzweilig und super für Vorschulkinder, die ihre Reimphase haben!
Rezensionen von liesmal:
Gänsehaut pur
Liebes Kind von Hausmann Romy
Eine einsame Hütte, versteckt im Wald, die Fenster vernagelt, die Tür immer abgeschlossen, Luft gibt es durch einen Zirkulationsapparat. Hier versorgt ein Mann seine zwei Kinder mit Lebensmitteln und er sorgt dafür, dass sie immer eine Mutter haben. Lernen, Essen, Toilettengänge: Alles folgt einem strengen Zeitplan.
Jahr für Jahr! Dann gelingt ihnen die Flucht. Doch damit ist das Grauen noch lange nicht vorbei.
Das Buch beginnt mit einem Zeitungsartikel, in dem vom Verschwinden der 23-jährigen Lena Beck berichtet wird. Abwechselnd erzählen dann die 13-jährige Hannah, Lena und Matthias Beck, ihr Vater. Es ist unfassbar, mit welcher Präzision gerade Hannah aus ihrem Leben erzählt. Dadurch hat die Autorin das Asperger-Syndrom sehr deutlich beschrieben. Matthias Beck vermisst auch nach 14 Jahren seine Tochter wie am ersten Tag. Er will endlich Klarheit und versucht das auf seine eigene Art. Und Lena?
Schon das Cover – obwohl so einfach gestaltet – lässt schreckliche Gefühle aufkommen. Die Geschichte, die dort beginnt, wo das Grauen am schlimmsten zu sein scheint, bleibt auch im weiteren Verlauf gleichbleibend spannend. Und immer bleibt ein beklemmendes Gefühl. Wie sollen die Kinder, wie soll die Mutter in der Welt da draußen jemals wieder klarkommen? Und wie soll ihre Psyche gesunden?
Ein Thriller zum „In-einem-Rutsch-Lesen“, weil die gleichbleibende Spannung kaum Gelegenheit bietet, das Buch zur Seite zu legen. Ein Wahnsinns-Thriller-Debüt!
Rezensionen von LEXI:
Es gibt Momente im Leben, in denen Zögern keine Option ist
Blind von Brand Christine
Nathaniel Brenner ist seit seinem elften Lebensjahr blind. Der attraktive Mann arbeitet in der Erlebnisgastronomie, seinen Alltag erleichtern ihm seine Blindenhündin Alisha und eine App namens „Be my eyes“. Als er eines Tages über diese App Unterstützung durch eine sehende Person anfordert, wird er mit einer jungen Frau namens Carole verbunden.
Das Gespräch nimmt ein böses Ende – der blinde Mann wird Zeuge eines Verbrechens. Doch seine akustischen Wahrnehmungen während dieses Telefongespräches werden weder von seiner Familie, noch von der Polizei ernst genommen, niemand schenkt seinen Worten Glauben. Nathaniel stellt auf eigene Faust Recherchen an und kontaktiert seine Bekannte Milla Nova, die als TV-Reporterin tätig ist. Zugleich sickern Informationen zu einem äußerst spektakulären Verbrechen durch, und Milla kommt ihrem Lebensgefährten empfindlich in die Quere. Sandro Bandini ist nämlich Leiter des Dezernats Leib und Leben bei der Kantonspolizei Bern und schätzt die Einmischungen seiner Reporterfreundin in keiner Weise. Doch manchmal gibt es Momente im Leben, in denen Zögern keine Option ist…
Christine Brand erzählt im vorliegenden Krimi die Geschichte eines Blinden, der über sein Smartphone Zeuge eines Verbrechens wird. In eindrucksvollen Worten und durch einen hervorragend charakterisierten Hauptdarsteller lässt sie ihre Leser in den Alltag eines Blinden eintauchen. Nathaniel trägt schwer an einem furchtbaren Ereignis aus seiner Vergangenheit, welches auch die Ursache für seine Erblindung war. Die Autorin erlaubt dem Leser Einblicke in seine Gefühls- und Gedankenwelt und nach und nach wird dabei auch die Vergangenheit aufgerollt. In diesem Buch spielt zudem eine eigenwillige langhaarige Schäferhündin namens Alisha eine wichtige Rolle, die als Nathaniels Blindenhündin stets an seiner Seite ist. Die Protagonisten dieses Buches sind authentisch dargestellt. Milla bringt sich mit ihrer chaotischen Art und ihrem Eigensinn manchmal in Misskredit, macht dies aber durch ihre Arbeitsergebnisse, aber auch durch ihre Liebenswürdigkeit und ihren Charme wett. Sandro hingegen punktet durch sein ruhiges und beherrschtes Verhalten und seine Bemühungen, das Privatleben von seinen Ermittlungen zu trennen. Das Rätsel um den Verbleib von Carole Stein stellt den eigentlichen Kriminalfall dar. Zugleich aber werden der „rasenden Reporterin Milla“ brisante Informationen in die Hände gespielt, die auf ein unfassbares Verbrechen hinweisen.
Der Spannungsbogen wurde in diesem geschickt konstruierten Kriminalfall einerseits durch die Fragen nach dem Verbleib der jungen Grafikerin, andererseits durch meine Neugier hinsichtlich einer angedeuteten Familientragödie hochgehalten. Ich muss zugeben, dass es der Autorin auch gelungen ist, mich im Zuge der Ermittlungen kurzzeitig auf eine falsche Fährte zu locken. Dieser Kriminalroman hat mich sehr gut unterhalten und mir spannende Lesestunden bereitet. Besonders hervorheben möchte ich die lesefreundliche Schriftgröße, die angenehm kurzen Kapitel und den stets wechselnden Fokus auf die verschiedenen handelnden Figuren.
Das Buch ist mit einer hochwertigen Broschur ausgestattet und stellt auch optisch eine Augenweide dar. Die Abbildung eines nachdenklich wirkenden Mannes vor einer offenen Türe hat mir in der Vergrößerung auf der ersten Innenseite sogar noch besser gefallen als auf dem Coverfoto. Der an den Rändern leicht aufgeraut wirkende Buchumschlag sorgte für eine überraschende Haptik, die dunkle Hintergrundfarbe des Umschlags vermittelt einen düsteren und bedrohlichen Eindruck.
Fazit: Die Lektüre dieses Buches bescherte mir großes Lesevergnügen und hat alle meine Erwartungen an einen Krimi erfüllt: ein gut konstruierter Fall, interessante Ermittlungsarbeiten, überzeugende Charaktere und nicht zu vergessen ein hoher Spannungsfaktor.
„Blind“ von Christine Brand hat mir ausgezeichnet gefallen – es war mein erstes, aber mit Sicherheit nicht mein letztes Buch dieser Autorin.
Rezensionen von KimVi:
Spannender Pageturner!
Einer wird sterben von Wiebke Lorenz
Stella lebt mit ihrem Mann Paul in einer ruhigen Wohngegend. In der Straße kennt man sich. Wobei Stella keinen großen Wert auf freundschaftliche Beziehungen zu den Nachbarn legt. Das liegt auch daran, dass Pauls Ex-Frau bei einem Autounfall ums Leben kam, und Stella den Eindruck hat, dass die Nachbarn denken, dass Stella sich ins gemachte Nest gesetzt hat.
Dennoch fühlt sie sich in der Straße sicher. Das ändert sich allerdings schlagartig, als plötzlich ein unbekannter Wagen in der Straße parkt. Die Insassen steigen nicht aus, sondern beobachten die Umgebung und nicht nur für eine Weile, sondern tagelang! Dieses merkwürdige Verhalten macht die Bewohner der Straße langsam nervös. Stella hat allerdings den Verdacht, dass sie selbst das Ziel der unermüdlichen Beobachtung ist. Wissen die Insassen etwa, was damals wirklich bei dem Unfall geschah? Ausgerechnet jetzt ist Paul nicht daheim. Er ist Pilot, noch tagelang unterwegs und nur sporadisch zu erreichen. Stella hat Angst! Welches Ziel verfolgen die geheimnisvollen Beobachter?
Wiebke Lorenz beginnt ihren Psychothriller mit dem Ende. Das weckt sofort das Interesse an der Handlung, denn die Szenen lösen ein beklemmendes Gefühl aus, das dafür sorgt, dass von Anfang an eine unterschwellige Anspannung zwischen den Zeilen schwebt. Hier wird auch nicht zu viel verraten, sondern der Grundstein zu einem atemlos spannenden Psychothriller gelegt.
Der Einstieg gelingt dadurch mühelos. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Es gelingt ihr hervorragend, Handlungsorte und Charaktere so zu beschreiben, dass man sie beim Lesen sofort vor Augen hat und sich ganz auf das Geschehen einlassen kann. Im Zentrum der Handlung steht Stella. Sie ist alleine im Haus und hat von Anfang an ein ungutes Gefühl, als sie das parkende Auto entdeckt. Dieses Gefühl wird glaubhaft beschrieben. Man kann nachvollziehen, dass sie sich immer weiter hineinsteigert. Denn plötzlich geschehen auch in den Nachbarschaft geheimnisvolle Dinge. Man weiß nicht, was man glauben soll und wem man, oder vielmehr wem Stella, vertrauen kann. Reagiert sie über oder geht von den Insassen des Wagens tatsächlich eine Gefahr aus? Man erfährt, dass Stella und Paul viele Jahre lang etwas über den Unfallhergang verschwiegen haben. Sollte jemand das Geheimnis kennen? Diese Ungewissheit ist beim Lesen regelrecht spürbar und sorgt dafür, dass man früh in den Sog der Handlung gerät. Man stellt eigene Überlegungen an, die man allerdings komplett überdenken muss, da es immer wieder zu überraschenden Wendungen kommt. Dadurch fliegt man förmlich durch das Buch und verfolgt angespannt das Geschehen. Das Ganze gipfelt in einem nervenaufreibenden Finale, das nicht nur überraschend, sondern vollkommen schlüssig ist.
Ich habe mich beim Lesen dieses Psychothrillers ausgesprochen gut unterhalten. Einmal angefangen, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die unterschwellige Bedrohung schwebte für mich greifbar zwischen den Zeilen. Ich war hin- und hergerissen, wusste nicht was ich glauben soll und hatte keine Ahnung wohin das Ganze steuern würde. Dadurch geriet ich in den Sog der Ereignisse und mochte kaum glauben, was am Ende ans Tageslicht kam. Deshalb vergebe ich auch alle fünf Bewertungssternchen und eine ganz klare Leseempfehlung.
Rezensionen von liesmal:
Und erstens kommt es anders ...
Einer wird sterben von Wiebke Lorenz
Das ist ja wohl das Letzte! Eine Sprachreise nach England – ohne Freundin – und dann bekommt Rebecca auch noch eine Unterkunft bei der schrecklichen Mrs Lydia auf Schloss Blackhill. Dort ist es nicht nur dunkel und unheimlich, sondern Rebecca merkt bald, dass ein Fluch auf dem Schloss liegt. Ihre anfängliche Abneigung zu ihrer Bleibe wandelt sich jedoch, nachdem sie in zwei Mitschülern, Carlo aus Rom und Sander aus den Niederlanden, Freunde findet, die sich mit ihr auf Spurensuche begeben.
Es geschieht Abenteuerliches und die Freunde leisten Detektivarbeit vom Feinsten.
Obwohl „Rebecca“ ein Kinderbuch ist, hat mich die Geschichte unglaublich gefesselt. Nicht nur, dass ich sie ohne Unterbrechung in einem Stück gelesen habe, hat sie mich auch an meine lange zurückliegende Kindheit erinnert, in der ich Bücher dieser Art ebenfalls regelrecht verschlungen habe.
Das Buch ist leicht verständlich, gut durchdacht, geheimnisvoll und spannend geschrieben. Es liegt angenehm in der Hand und ist versehen mit kleinen Illustrationen zu Beginn der Kapitel. Ein tolles Lesevergnügen der Autorin Barbara Laban und des Verlags Chicken House.
Meine Leseempfehlung: Die Geschichte ist für Kinder ab 12 Jahre geeignet – mit einer nach oben offenen Altersgrenze!
Rezensionen von Pink Anemone:
So viel mehr als nur DIY-Projekte und Hygge-Deko
Einer wird sterben von Wiebke Lorenz
"Hygge ist eine Stimmung, eine Situation, sie verbindet Gemütlichkeit, Wohlfühlen, Entspannung und Heimeligkeit."
(S. 6)
Für manche ist der Hygge-Trend schon ein alter Hut, während ich diesen gerade erst für mich entdeckt habe. Das liegt daran, dass bei mir allgemein gerne Trends sang- und klanglos an mir vorbei marschieren.
Bei manchen Trends ist das durchaus nicht verkehrt, wie z.B. der Trend von Karottenhosen in Hochwasser-Länge oder die Bücher im Regal nach Farben zu sortieren. Kurz gesagt - Trends sind für mich nicht immer nachvollziehbar und werden daher von mir auch gerne mal ignoriert.
Diesem Hygge-Trend kann ich jedoch durchaus etwas abgewinnen, da dies endlich einmal ein nützlicher Trend ist. Es ist ein Trend, der uns lernt das Leben zu genießen, es zu entschleunigen und mehr auf uns zu achten. Das wir dafür einen Trend aus Dänemark brauchen, welcher bei diesen ein einfaches Lebensgefühl ist, ist zwar in gewisser Weise traurig, aber wenn's hilft kann man nun echt nichts dagegen sagen.
"Hygge ist wunderbar im Winter, sie ist Weihnachtsduft und Schnemmannbauen.
Hygge fühlst du im Frühling, wenn du Ostereier bemalst und Beete anlegst.
Und Hügge schmeckt herrlich im Sommer: nach Grill, nach Bowle und Blumenduft..."
(S. 22)
Das vorliegende Buch ist aus dem Frech-/Topp-Verlag und daher speziell für Selbermacher angelegt. Vor allem für diejenigen, welche gerne die Strick- und Häkelnadeln schwingen und sich hinter der Nähmaschine entspannen. Das Buch beinhaltet 40 (!!) Näh-, Strick- und Häkelprojekte, für Anfänger ebenso, wie auch für Profis.
Zugegeben, wenn man sich als DIY-Anhänger oft im Internet Anregungen holt, stolpert man hin und wieder über Altbekanntes, aber die Aufmachung dieses DIY-Hygge-Buches macht dies allemal wieder wett.
Die Projekte sind nach Wohnraum eingeteilt.
Z. B.: Topflappen und Sitzkissen für die Küche, Decke und Sitzhocker für das Wohnzimmer, Haustierbett und Kissen für das Schlafzimmer, Badematte und Körbchen für das Bad.
Hiebei bekommt man auch gleichzeitig Tipps, wie man diese Räume behaglich gestalten kann. Auch DIY-Anleitung für Kleidung und Accessoires sind vorhanden, wie z.B. für Pullover, Fäustlinge und natürlich Socken. Für die Nähprojekte sind natürlich auch Schnittmusterbögen vorhanden. Die Anleitungen sind übrigens wirklich sehr leicht verständlich beschrieben.
Man erhält hier jedoch nicht nur DIY-Anleitungen, sondern es wird einem zu Beginn auch der Begriff Hygge näher gebracht und wie man dieses dänische Feeling bei sich einziehen lassen kann. Es ist nämlich kein Deko-Trend, sondern wirklich ein Gefühl und bedeutet für jeden etwas anderes. Man wird angeregt, die Einfachheit schätzen zu lernen, dieses Hygge-Gefühl in sich zu entdecken, es zu zelebrieren und zu feiern - individuell und vor allem das ganze Jahr hindurch.
Von Jul bis zum Johannisfeuer, Sommer wie Winter. Es ist also ein Buch, in welchem man das ganze Jahr hindurch schmökern kann.
Was Hygge für die Dänen bedeutet, liest man an den vielen Zitaten, welche ebenfalls ihren Weg in dieses Buch gefunden haben.
">>Hygge lässt sich genauso schwer definieren wie Liebe.
Wir alle wissen, was es ist, aber der Begriff ist so luftig und weit,
dass jeder seine persönliche Erklärung dafür findet.<<"
(Kaj Jessen - S. 101)
Die stimmungsvollen und wunderschönen Bilder machen das Schmökern zusätzlich zu einem wahren Genuß und man kann diese Bilder wunderbar auf sich wirken lassen.
Fazit:
Dieses Buch löst alleine beim Durchblättern schon ein gewissen Hygge-Gefühl in einem aus.
Ich habe schon zwei Projekte daraus nachgemacht - die Untersetzer und die Socken. Da dieses Buch aber noch viele weitere wunderschöne und vor allem auch nützliche Wollprojekte beinhaltet, werde ich sicher noch einiges mehr daraus nachstricken- und häkeln (Nähen ist nicht so mein Ding).
Ich stöbere aber auch immer wieder gerne einfach nur so durch dieses Buch, sei es, um etwas vom Alltagsstress herunterzukommen, indem ich darin schmökere und einfach nur die Bilder betrachte, oder um mein nächstes DIY-Projekt zu planen. Das nächste Projekt wird wohl die kuschelige Strickweste.
Es ist ein Buch für alle Strick- und Häkellieseln und Nähmaschinen-Treter, welche es sich hyggelig machen wollen.
© Pink Anemone
Rezensionen von zenzi:
Freiheitskampf und Liebesabenteuer
Einer wird sterben von Wiebke Lorenz
Ein sehr interessanter Roman über das Problem des Freiheitskampfes und der Autonomiebestrebungen der Basken aus der Zeit 2001 und 2002. Dies war für mich sehr lehrreich und ich kann nun die Probleme der Bevölkerung und auch der Polizei besser verstehen. Wunderbar der letzte Abschnitt, dass die ETA nun ihre terroristischen Aktionen einstellt.
Historische Fakten werden mit 2 aufregenden Liebesbeziehungen von der deutschen Sofie verbunden - sie verliebt sich in die beiden Hauptkontrahenten und wird auch als Spion von der Polizei und der Freiheitskämpfer ausgenützt, obwohl sie eigentlich nichts mit diesem blutigen Kampf in der Baskenregion zutun haben will. Deshalb war es für mich sehr verwunderlich, dass sie sofort ihr neues Cafe an der Costa Brava aufgegeben hat, als Diego Jiménez, Capitán der Guardia Civil um sie geworben hat und sich dann einige Wochen später in einem ganz anderen Typen aus dem Volk verliebt hat. Dass der durch und durch Baske Garbi sich auch in eine Deutsche verliebt, konnte ich auch nicht verstehen, wo der doch so um sein Volk kämpft.
Trotzdem habe ich diesen Roman mit viel Interesse und Freude gelesen, da man beide Seiten gut kennenlernt. Außerdem werden die Bevölkerung, die wilde Landschaft gut beschrieben.








