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Rezensionen von LEXI:

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Die Flucht in die Freiheit

Wann werden wir uns wiedersehen? - Zwei Freundinnen, die Ostsee und eine Flucht in die Freiheit von Constanze Neumann

Die Flucht in die Freiheit

Das Jugendbuch "Wann werden wir uns wiedersehen? – Zwei Freundinnen, die Ostsee und eine Flucht in die Freiheit" von Constanze Neumann hat mir ausnehmend gut gefallen. Bereits das ansprechende Cover mit der Abbildung der beiden zwölfjährigen Protagonistinnen lädt zum Lesen ein.

Das Werk richtet sich an eine Zielgruppe ab 10 Jahren und vermittelt jungen Lesern ein bedeutsames Kapitel deutscher Geschichte auf anschauliche und bildhafte Weise.

Die Handlung setzt kurz vor dem Beginn der Sommerferien in Leipzig ein, im Mittelpunkt stehen die beiden 12-jährigen besten Freundinnen Katja Andres und Jana Gärtner, die im Jahr 1985 in der DDR aufwachsen. Die groß gewachsene und sportliche Katja ist begeisterte Schwimmerin und wird einige Wochen mit ihren Eltern in Prerow verbringen. Ed und Annika Andres sind überzeugte Verfechter des DDR-Regimes, Katjas Vater ist bezeichnenderweise für das Ministerium für Staatssicherheit tätig. Janas Eltern Alexander und Ursula Gärtner hingegen distanzieren sich vom sozialistischen System. Sie praktizieren den christlichen Glauben und sehnen sich nach einem freien und selbstbestimmten Leben im Westen. Jana fährt in den Ferien mit ihrer Familie wie jedes Jahr zu ihrer Großmutter nach Hiddensee, die dort mit ihrem rot getigerten Kater Charly in einem kleinen, reetgedeckten Häuschen nahe der Ostsee lebt.

Aufgrund ihrer unüberbrückbaren politischen Differenzen meiden sich Katjas und Janas Eltern konsequent. Von dieser gegenseitigen Abneigung unberührt teilen die Mädchen eine eigene, unbeschwerte Welt – bis in diesem Sommer ihr vertrautes Leben eine dramatische Veränderung erfährt. Über der Ferienzeit liegt fortan ein schwerwiegendes und zutiefst bedrückendes Geheimnis, das Jana unter keinen Umständen – und am allerwenigsten mit Katja – teilen darf. Denn um in den Westen zu gelangen, planen Janas Eltern ein lebensgefährliches Unterfangen: die Flucht mit einem Paddelboot über die Ostsee. Als heimlicher Helfer agiert dabei Janas Onkel Peter, der von Köln aus den Neustart der Familie im Westen vorbereitet. Weitere Charaktere bereichern die Handlung – wie etwa der rebellische Ingo, der dem DDR-System ebenfalls distanziert gegenübersteht und Katja zu einem folgenschweren Regelbruch verleitet.

Die Autorin bringt die düsteren Realitäten des DDR-Regimes gekonnt in ihre Geschichte ein. Die allgegenwärtigen Bespitzelungen, das tiefe gegenseitige Misstrauen, Berufsverbote, Schikanen im Bildungssystem und berufliche Sabotage zeichnen ein ehrliches, historisch fundiertes Bild der damaligen Situation. Das Buch verdeutlicht die elementare Sehnsucht der DDR-Bürger nach Freiheit und freier Meinungsäußerung abseits der staatlichen Bevormundung – ungeachtet dessen, dass eine Republikflucht als schweres Verbrechen kriminalisiert wurde. Das moralische Dilemma und die Absurdität des geteilten Deutschlands spiegeln sich in den existenziellen Fragen der Protagonisten wider:

"Wieso braucht ein Land Mauern und Gewehre, damit seine Leute nicht abhauen?“ „Wenn es alle in der DDR so gut haben, weshalb muss man sie dazu zwingen, hierzubleiben?" und "Wieso musste man auf Leute schießen, um sie zu schützen?"
Demgegenüber steht die sehnsüchtige Verklärung des Lebens im Westen: "Im Westen brauchten sie keine Grenze zum Schutz. Die Leute blieben freiwillig, sie sagten, was sie wollten, sie gingen auf die Straße und demonstrierten, wenn ihnen etwas nicht passte."

Besonders ansprechend empfand ich die lesefreundliche Schriftgröße und den angenehmen Zeilenabstand. Was mich allerdings ein wenig störte war die Schreibschrift, in welcher die briefliche Korrespondenz der beiden Freundinnen abgedruckt war. Für mich war diese Schriftart leider schwer lesbar und hat den Lesefluss etwas ausgebremst.

Ein kleiner Kritikpunkt bleibt für mich außerdem das Ende, das für mich persönlich ein wenig zu abrupt kam. Vier Jahre nach der dramatischen Flucht der Familie Gärtner kommt es nach großen Demonstrationen im Jahr 1989 schließlich zum Fall der Berliner Mauer. Die Grenze war Geschichte, die beiden Mädchen sind inzwischen 16 Jahre alt und der entscheidende Schritt zur Freiheit und zur Wiedervereinigung ist getan. Doch genau hier bricht die Erzählung recht schnell ab. Ich hätte mir etwas mehr Einzelheiten darüber gewünscht, wie es der Familie Gärtner drüben im Westen ergangen ist und wie sie dort Fuß gefasst haben, anstatt nur vage Andeutungen zu erhalten. Auch erfährt man als Leser kaum noch etwas über den Fortbestand von Janas und Katjas Freundschaft – ob sie sich danach wieder regelmäßiger gesehen haben und wie es weiterging. Doch gerade diese Ungewissheit spiegelt die harte Realität der damaligen Zeit wider und hinterlässt einen tiefen, nachdenklichen Eindruck. Trotz des dadurch etwas unbefriedigenden Abschlusses bleibt die Geschichte ein lesenswertes und bewegendes Zeugnis einer DDR-Jugend.
Fazit: Ich empfand „Wann werden wir uns wiedersehen“ als feinfühlig erzählte Geschichte, die Vergangenheit lebendig werden lässt – vollauf verdient mit fünf von fünf Sternen ausgezeichnet! Besonders für Heranwachsende ab 10 Jahren ist dieses Buch eine absolute Empfehlung: es verpackt das schwierige Thema der DDR-Diktatur in eine bewegende Freundschaftserzählung, die zeigt, wie politisch das eigene Leben plötzlich werden kann. Ein wichtiges und berührendes Werk, das im Schulunterricht oder auf der privaten Leseliste gleichermaßen gut aufgehoben ist.

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Die Flucht in die Freiheit
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Zwei Hotels und eine Familie – gemeinsam stark!

Schlosshotel Fuschl von Caren Benedikt

Zwei Hotels und eine Familie – gemeinsam stark!

Ein herzerwärmender Roman über den Zusammenhalt in schweren Zeiten und über eine starke Frau, die für ihre Familie und ihr Lebenswerk kämpft.

Das vornehme Hotel Goldener Hirsch in der berühmten Salzburger Getreidegasse und das luxuriöse Schlosshotel Fuschl bilden die Kulissen in der vorliegenden Neuerscheinung von Caren Benedikt.

Als Hotelbesitzerin mit Leib und Seele ist die Protagonistin Theresa von Reuschenberg ein absoluter Profi. Sie führt ihre Häuser mit grenzenlosem Einsatz und purer Leidenschaft, neigt dabei aber dazu, sich für ihr Lebenswerk völlig zu verausgaben. An ihrer Seite steht Paul, ein ehemaliger Sportstar im Tennis und Skilauf, der heute die Hotelgäste unterrichtet. Als charmanter Freigeist ist Theresas Ehemann unendlich stolz auf seine Familie. Die wundervolle, auf Liebe und Vertrauen basierende Ehe von Theresa und Paul und die Liebe zu ihren Töchtern bilden das emotionale Fundament der Geschichte. Doch dieses Fundament gerät ins Wanken, als Theresas totgeglaubter Bruder unerwartet aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrt und die Existenz der Familie zu zerstören droht. Gleichzeitig brechen zwischen den beiden erwachsenen Töchtern lange unterdrückte Konflikte auf. Während die besonnene und hochbegabte Marie am Mozarteum Musik studiert und davon träumt, eigene Schlager zu komponieren arbeitet ihre ältere Schwester Sophia als Angestellte im Goldenen Hirschen. Als Marie ihrer Schwester zum ersten Mal im Leben die Stirn bietet und Sophia Grenzen aufzeigt, eskaliert die Situation. Sowohl Sophia als auch Marie suchen fortan ihren eigenen Weg, der sie in gänzlich verschiedene Richtungen führt.

Der Roman „Schlosshotel Fuschl“ zeigt auf berührende Weise, dass man gemeinsam als Familie alles schaffen kann. Vor der traumhaften Kulisse Salzburgs entfaltet sich eine komplexe Geschichte mit Herz und Gefühl, aber auch mit Krisen und Hürden. Es ist ein Buch, das einen von der ersten Seite an packt und nicht mehr loslässt.

Mit großem Geschick zeichnet Caren Benedikt vielschichtige Charaktere und beschränkt sich hierbei keineswegs nur auf die Familie von Reuschenberg. Die Protagonistin Theresa und ihr liebenswerter Ehemann Paul sind mir auf Anhieb ebenso ans Herz gewachsen wie ihre Töchter. Die beiden jungen Frauen sind völlig konträr und es kommt zu einer spannenden Dynamik, als Marie ihrer älteren Schwester zum ersten Mal im Leben klare Grenzen aufzeigt. Sophias egoistisches und manipulatives Verhalten bringt das Fass zum Überlaufen und lässt lang verborgene Spannungen eskalieren. Mitten im familiären Gefühlschaos stellt die Beziehung der einen Schwester die Familie auf eine harte Probe, während die zarte, wunderschöne Liebesgeschichte der anderen Schwester für Gänsehautmomente sorgt. Der Kriegsheimkehrer Benedikt, von jeher kein einfacher Charakter, macht es Theresa nicht leicht, ihm Schritt für Schritt wieder zurück ins Leben zu helfen. Der Autorin gelingt es überzeugend, den moralischen und charakterlichen Absturz des ehemals gebildeten und weltgewandten Mannes darzustellen. Angesichts des Grauens im russischen Gulag, den Benedikt wie durch ein Wunder überlebt hat, begegnet man diesem Antagonisten trotz alledem nicht nur mit negativen Gefühlen. Ich schwankte zwischen Abscheu, tiefem Mitleid und Erschütterung – ein reines Schwarz-Weiß-Denken war hier einfach nicht angebracht, da ich hinter seinem Handeln auch das menschliche Trauma sah. Als interessante Nebenfigur fungiert Pauls verwitwete Schwester Apollonia, die ihre eigenen Pläne verfolgt und sich nicht so recht in die Karten schauen lässt. Der amerikanische Besatzungssoldat James Miller war einer meiner Lieblingscharaktere. Ich mochte die freundliche, geradlinige Art und die Lebenseinstellung dieser Figur. Eine christliche Erziehung und die streng gläubige Mutter haben sein Leben stark geprägt, er erweist sich als gewissenhafter, fleißiger und hilfsbereiter Mensch mit klaren Lebenszielen. Der gewiefte Geschäftsmann Ernst Reichhardt und sein Sohn Kurt, der so ganz anders ist als sein Vater, werden darüber hinaus zu wichtigen Schlüsselfiguren. Mit seiner aufgeblasenen und doch liebenswerten Art bringt schließlich der distinguierte ehemalige Oberkellner Gustav Hallemann als Theresas treue Stütze frischen Schwung in die Szenen.

Was ich an Caren Benedikt besonders schätze sind ihr einnehmender Schreibstil und die stets facettenreiche Charakterzeichnung der handelnden Figuren. Sie schafft es zudem, das historische Flair des Jahres 1955 lebendig werden zu lassen, während die High Society in Salzburg ein- und ausgeht und ein exklusiver Filmdreh mit Romy Schneider als Kaiserin Sissy im Hotel der Familie von Reuschenberg stattfindet.

Einen perfekten Abschluss bildet das ausführliche Nachwort. Die Autorin beleuchtet historische Hintergründe sowie real existierende Persönlichkeiten. Allen voran das Leben von Gräfin Harriet Daisy Walderdorff, deren Biografie das Fundament dieser packenden Erzählung bildet.

Besonders hervorzuheben ist die gelungene Aufmachung: der Titel in der oberen Hälfte hebt sich haptisch ab, während die mit liebevollen Details versehene malerische Abbildung des vornehmen Hotels unweigerlich den Blick auf sich lenkt. Eine Landkarte der Umgebung des Fuschlsees und des Schlosshotel Fuschl ziert die vordere Klappbroschur, während hinten ein Plan der Salzburger Altstadt zu finden ist. Diese liebevollen Details machen das Lesen und Eintauchen in die Geschichte noch lebendiger.

FAZIT: Mit „Schlosshotel Fuschl“ hat Caren Benedikt ein meisterhaft erzähltes Familiendrama geschaffen, das den Leser von der ersten Seite an packt und nicht mehr loslässt. Der Roman überzeugt durch vielschichtige Charaktere, tiefgehende Emotionen und einen wunderbar eingeflochtenen historischen Hintergrund. Trotz dramatischer Wendungen sprüht die Geschichte voller Hoffnung und bietet durchgehend ausgezeichnete Unterhaltung. Caren Benedikt versteht es perfekt, historische Atmosphäre mit einer packenden Familiengeschichte zu verweben. Ich vergebe für dieses gelungene Leseerlebnis die volle Punktzahl!

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Zwei Hotels und eine Familie – gemeinsam stark!
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Wenn wir das alles überstehen sollten, dann nur gemeinsam!

Die Stimme der Gewalt von Ellin Carsta

Wenn wir das alles überstehen sollten, dann nur gemeinsam!

„Wir haben schon manche Schlacht zusammen geschlagen und auch diese werden wir Seite an Seite bestehen. Wir werden gemeinsam kämpfen und entweder siegen, oder gemeinsam fallen. Doch allein werden wir nie sein.“

Was die Bewohner von Gut Falkenbach im Frühling des Jahres 1944 aufrecht hält ist die Gewissheit, dass sie sich bedingungslos aufeinander verlassen können.

In Deutschland herrscht seit mittlerweile viereinhalb Jahren Krieg. Angesichts des sinnlosen Sterbens drohen Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Trauer über das sinnlose Sterben die Oberhand über die Menschen zu gewinnen. Eine Gruppe mutiger Widerstandskämpfer, unter ihnen der deutsche Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg, versucht, die nationalsozialistische Schreckensherrschaft durch ein Attentat zu beenden. Historische Fakten bilden den Hintergrund im vierzehnten Band dieser Buchreihe, die wohlbekannten Figuren aus den Vorgängerbänden versuchen, den Wahnsinn und das sinnlose Morden irgendwie zu überstehen. Eine latente Gefahr wird zur echten Bedrohung und ein ausgeklügelter Plan des Patriarchen Paul-Friedrich von Falkenbach sorgt für Spannung im Buch.

Der Fokus liegt vorrangig auf den Ereignissen auf dem Gut. Die Autorin macht aber auch Abstecher zu Gustav an der Front und nach Amerika, wo Irma das Kriegsgeschehen in Deutschland anhand von Zeitungsberichten verfolgt. Ein Handlungsstrang schildert eine riskante Aktion von Johannes und Wilhelmine, während „Hitlers Bluthund“ Alfred Breuer nach wie vor versucht, seinen erbitterten Feind Paul-Friedrich und dessen Familie zu Fall zu bringen.

Ellin Carsta bezieht die Familienmitglieder sowie altbekannte Nebenfiguren in die Handlung ein und der Leser verfolgt auf diese Weise die Ereignisse rund um die verschiedenen Charaktere mit. Historische Fakten wurden gekonnt eingebracht, ein ausführliches Nachwort informiert darüber, welche Charaktere und Szenen historisch belegt, und welche hingegen der schriftstellerischen Freiheit der Autorin geschuldet sind. Die Eckdaten und Ereignisse des Handlungszeitraums wie auch die Lebensumstände wurden gekonnt mit der Haupthandlung verflochten, die sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstreckt.

Die Charakterzeichnung der Haupt- und Nebenfiguren besticht durch hohe Authentizität. Ellin Carsta beschreibt die einzelnen Personen überzeugend und haucht ihnen Leben ein. Die authentischen Figuren und deren starke persönliche Entwicklung zählen für mich zu den Highlights dieser Reihe. Was mir besonders gefällt ist der wunderbar flüssige und einnehmende Schreibstil der Autorin. Die aktuelle Neuerscheinung fesselt von der ersten Seite an und lässt den Leser hautnah am Schicksal der Hauptfiguren teilhaben. Ellin Carsta gelingt es mühelos, eine Atmosphäre zu erschaffen, die einen nicht mehr loslässt.

Das ansprechenden Buchcover ist wie gewohnt ein Blickfang. Die stimmige einheitliche Gestaltung hinsichtlich Schrift und Farbwahl hat für mich mittlerweile Wiedererkennungswert und vermittelt ein tiefes Gefühl der Vertrautheit mit der Welt von Falkenbach und ihren Bewohnern.

FAZIT: „Die Stimme der Gewalt“ ist eine gelungene Fortsetzung der Reihe um Gut Falkenbach, das Buch hat mich sehr gut unterhalten. Figuren und Handlung harmonieren auf ganzer Linie, Entwicklungen wurden überzeugend dargestellt. Dank des einnehmenden und atmosphärischen Schreibstils liest sich das Buch wie von selbst, man kann es nach der letzten Seite nur schweren Herzens aus der Hand legen. Ich vergebe auch diesmal fünf Bewertungssterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung dafür. Um Geschichte und Charakterentwicklung optimal folgen zu können, empfehle ich jedoch das Lesen nach der ursprünglichen Erscheinungsreihenfolge. Die Handlung baut stark aufeinander auf, weshalb ein Quereinstieg aus meiner Sicht nicht empfehlenswert ist.

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Wenn wir das alles überstehen sollten, dann nur gemeinsam!
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Ein nicht endender Albtraum

Der Pakt der Verräter von Ellin Carsta

Ein nicht endender Albtraum

„Das Leben gleicht einem Schachspiel, in dem es gilt, die Züge des Gegners vorauszusehen und ihn so lange in Sicherheit zu wiegen, bis er sich unweigerlich in eine Position manövriert hat, aus der er nicht wieder herauskommt.“

Mit „Der Pakt der Verräter“ präsentiert die Autorin Ellin Carsta den nunmehr dreizehnten Band ihrer Erfolgsreihe um die Familien von Falkenbach und Lehmann.

Nach einem kurzen Prolog startet die Handlung im Oktober des Jahres 1943. Deutschland befindet sich bereits über vier Jahre lang im Krieg, Mussolini wurde gestürzt und die Alliierten rücken in Sizilien vor. Die Angst ist ein steter Begleiter im Leben der Menschen, die auf ein Ende der faschistischen Schreckensherrschaft hoffen und sich nach Frieden sehnen.

Auf Gut Falkenbach bangt man um Gustav von Falkenbach und Leopold Lehmann, die sich beide an der Front befinden. Paul-Friedrich von Falkenbach quälen immer noch die Nachwirkungen der Beinamputation, er scheint zudem bei seiner Frau Dorothea endgültig in Ungnade gefallen zu sein. Wilhelm Lehmann hingegen leidet darunter, dass er seinen kaum genesenen Sohn Leopold nicht vor der erneuten Einberufung bewahren konnte. Und obgleich Wilhelm eine einzigartige Freundschaft mit Paul-Friedrich verbindet, hat er zum ersten Mal Geheimnisse vor ihm. Die beiden Familien sorgen sich obendrein um das Wohlergehen von Wilhelmine und Johannes, die sich im Vorgängerband in letzter Sekunde den Schergen der Nationalsozialisten entziehen konnten. Obgleich der Fokus im aktuellen Band vorwiegend auf dem geschickten Taktieren Paul-Friedrichs und den Ereignissen auf Gut Falkenbach liegt, gibt die Autorin auch kurze Einblicke in die Ereignisse an der Front aus der Sicht von Gustav und Leopold. Ein Brief aus Amerika ermöglicht darüber hinaus auch Irma Lehmann einen kleinen Gastauftritt, während der hartnäckige und unbarmherzige SS-Hauptsturmführer Alfred Breuer nach wie vor alles daransetzt, um die Familien zu vernichten.

Ellin Carsta bestückte ihre Geschichte mit den altbekannten Charakteren, fügte historische Hintergrundinformationen dazu und würzte das Ganze mit einer Prise Spannung und Emotionen. Die authentischen Charaktere, deren Entwicklung man im Verlauf der zahlreichen Vorgängerbücher sehr gut verfolgen kann, sowie der einnehmende Schreibstil tragen abgesehen vom interessanten Plot wesentlich zum Erfolg dieser Buchreihe bei.

Im aktuellen Band dieser Reihe hat mir die Entwicklung um Dorothea von Falkenbach sehr zugesagt, während die latente Bedrohung durch Elisabeths Verrat, deren Unberechenbarkeit, aber auch die unerbittliche Hartnäckigkeit Breuers den Spannungsbogen aufrechterhält.

Ich fühlte mich auch durch die aktuelle Neuerscheinung ausgezeichnet unterhalten, verfolgte in gespannter Erwartung die Geschicke auf Gut Falkenbach, bangte und hoffte mit einem mittlerweile abgestumpften Gustav und einem merklich geläuterten Leopold um deren Leben. Und ich fragte mich, ob Paul-Friedrich und Wilhelm es tatsächlich wagen würden, einen Pakt mit Verrätern einzugehen und das Leben ihrer Familien aufs Spiel zu setzen.

Das optisch sehr ansprechende Buchcover stellt wie gewohnt einen Blickfang dar, die einheitliche Gestaltung hinsichtlich Schrift und Farbwahl hat für mich mittlerweile Wiedererkennungswert und vermittelt eine gewisse Verbundenheit mit diesem herrschaftlichen Anwesen sowie deren Bewohnern.

FAZIT: „Der Pakt der Verräter“ war ebenso wie die Vorgängerbände eine fesselnde Lektüre, die mir ausnehmend gut gefallen hat. Als großer Fan der Reihe sind mir die Familienmitglieder mittlerweile ans Herz gewachsen und ich genoss es, die Entwicklung der einzelnen Charaktere, aber auch die innerfamiliären Konflikte und Beziehungen mitzuverfolgen. Die Autorin versteht es, ihre Leser emotional einzubeziehen und wartet erneut mit einer interessanten Geschichte sowie dem obligatorischen Cliffhanger am Ende des Buches auf. Ich kann es kaum erwarten, in einem vierzehnten Band zu erfahren, ob Paul-Friedrich Hitlers Bluthund Alfred Breuer erneut überlisten kann und wie es den von Falkenbachs und Lehmanns wohl gelingen wird, die Zeit bis zum Ende des Krieges unbeschadet zu überstehen.

Ich vergebe auch diesmal wieder fünf Bewertungssterne und eine klare Leseempfehlung!

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Ein nicht endender Albtraum
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Sie flogen über die Dächer von Paris

Arvil, der kleine Falke – Die Europameisterschaft von Thomas Forat

Sie flogen über die Dächer von Paris

„Siegen heißt nicht immer nur, einen Titel zu gewinnen. Öffne deine Augen und genieße den Moment. Momente wie dieser und das Wissen, alles gegeben zu haben, machen einen zum wahren Sieger!“

Durch seinen Sieg beim Waldflugrennen qualifizierte sich der talentierte junge Rennfalke Arvil für die Teilnahme am wichtigsten Flugrennen Europas.

Sein Flugtrainer Adwanagor, die pfiffige Spitzmaus Serge und die temperamentvolle Eichhörnchendame Malou begleiten ihn nach Frankreich. In Paris angekommen werden sie bereits mit der ersten Herausforderung konfrontiert: durch eine unvermutete Änderung muss Arvil nun eine Rennstrecke bewältigen, auf die er weder vorbereitet, noch trainiert ist. Um sich für die Teilnahme registrieren zu lassen, fehlen dem Team des kleinen Wanderfalken-Papageis zudem auch noch Mitglieder. Und zu guter Letzt schmieden skrupellose und hinterlistige Teammitglieder des aktuellen Weltmeisters Quintez einen bösen Plan, um ihrem jungen Konkurrenten zu schaden.
Nach einem kurzen Rückblick auf die Ereignisse im ersten Band und dem Abschied in der Heimat verlegt Thomas Forat den Schauplatz der Handlung nach Paris. Er beschreibt das hektische Gewusel unter dem Eiffelturm, als die verschiedensten Tierarten emsig die letzten Vorbereitungen für die Europameisterschaft treffen. Ein Chamäleon-Zwillingspaar an der Registrierungsstelle, Heuschrecken-Reporter, ein kleiner Kolibri, der als Rennkommentator eine echte Stimmungskanone ist, eine Pandadame mit rotem Fell, eine weise Ameisenkönigin und ein einschüchternder intriganter Hornfrosch sind nur einige der Figuren, mit denen Arvil zu tun hat.

Die Ereignisse kurz vor dem Rennen münden schließlich in ein aufregendes Finale, wobei der Autor es versteht, die Spannung hochzuhalten. Intrigen und Konkurrenzkämpfe, ausgeklügelte Flugtaktiken der Teilnehmer sowie unvorhersehbare Wendungen unterhalten den Leser und zeichnen für gehörige Aufregung über den Dächern von Paris verantwortlich.

Die liebenswerten Charaktere aus dem ersten Band werden um einige Figuren erweitert, zugleich schmieden gefährliche Konkurrenten und deren Handlanger unheilvolle Pläne. Im Zuge eines Wiedersehens alter Bekannter gibt es Rückblicke auf die Ereignisse um Arvils Vater Aron, dessen Karriere als talentierter Rennfalke nach einem schlimmen Zwischenfall ein abruptes Ende fand. Der locker-leichte Schreibstil, die kindgerechte Sprache, liebevoll ausgearbeitete tierische Charaktere, ein interessanter Plot, spannende Szenen rund um das Rennen sowie humorvolle Passagen zeichnen dieses entzückende Kinderbuch aus. Eine überraschende Entwicklung Arvils großen Adoptivbruder Serge betreffend und einige kluge Einsichten werten die Geschichte zusätzlich auf.

Fazit: „Arvil, der kleine Falke – Die Europameisterschaft“ hat den mitreißenden ersten Band dieser Reihe aus meiner Sicht sogar noch übertroffen. Thomas Forat präsentiert seiner jungen Leserschaft ein weiteres aufregendes Abenteuer mit dem kleinen Rennfalken und der bereits bekannte Buchtitel vom 3. Band dieser Reihe lässt den Ausgang der Geschichte bereits ganz ohne Spoiler erahnen. Ich freue mich bereits, dem mutigen kleinen Rennflieger Arvil im Nachfolgeband „Arvil, der kleine Falke 3 – Die Weltmeisterschaft“ wieder zu begegnen.

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Am Ende zählt nur, wie es um unser Herz bestellt ist

Herzensmakeover von Nicole Deese

Am Ende zählt nur, wie es um unser Herz bestellt ist

„Das richtige Gleichgewicht zu finden, kann knifflig werden. Zu helfen, ohne Grenzen zu überschreiten. Es ist nicht einfach, echte Bedürfnisse zu erkennen und den Heilungsprozess nicht beschleunigen zu wollen.“ (Miles McKenzie)

Molly McKenzie ist ein aufsteigender Stern am Influencer-Himmel, woran auch ihr geschäftstüchtiger Freund Ethan Carrington nicht ganz unbeteiligt ist.

Als Mollys ehrgeiziger Manager ist es sein vorrangiges Ziel, die Zahl ihrer Follower immer weiter zu erhöhen. Darüber hinaus hat er einen lukrativen Job als Moderatorin für seine erfolgreiche Freundin ins Auge gefasst. Eine ehrenamtliche Tätigkeit mit sozial benachteiligten Jugendlichen betrachtet er als optimales Sprungbrett für Mollys Karriere und Silas Whittaker, der Leiter einer entsprechenden Einrichtung, soll Molly diesen Weg ebnen. Doch die Sache erweist sich als nicht so einfach, wie die beiden es sich vorgestellt haben…

Nicole Deese hat sich mit diesem aktuellen Thema und ihrem einnehmenden Schreibstil, der auch mit einer gehörigen Portion Situationskomik einhergeht, geradewegs in mein Herz geschrieben. Sie erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die sich von ihrer tief gläubigen Familie unverstanden fühlt und ihren eigenen Weg sucht, dabei aber Gefahr läuft, sich selbst zu verlieren. Die Protagonistin, die sich vorrangig auf Oberflächlichkeiten - den Glamour, die Bewunderung durch ihre zahlreichen Follower und das permanente Heischen nach Aufmerksamkeit und "Likes" - konzentriert, wird mit einer völlig konträren Welt konfrontiert. Die Jugendlichen, mit denen sie zu tun hat, schleppen zum Teil gehörige Lasten aus ihrer Vergangenheit mit sich. Sie haben mit gravierenden Problemen zu kämpfen und sehnen sich nach Annahme, Wertschätzung und Integration. Die Art und Weise, wie Nicole Deese diese beiden Welten aufeinanderprallen lässt und daraus eine zauberhafte, zugleich aber auch tiefgründige Geschichte entstehen lässt, fand ich großartig.

Die Charakterzeichnung der handelnden Figuren hat mir ausnehmend gut gefallen, sowohl die Haupt-, als auch die Nebenfiguren dieses Romans vermochten mich zu überzeugen. Der Fokus liegt auf den beiden Protagonisten Silas und Molly. Mollys Assistentin Val, Mollys Bruder Miles und die Bewohner der Einrichtung „Bridge Youth Home“ nehmen aber ebenfalls Raum in der Handlung ein. Während Mollys Manager und Freund Ethan für mich rasch zum Antagonisten avancierte, wuchsen mir Silas, Wren und Val immer mehr ans Herz. Im Buch ist von Nächstenliebe, Vertrauen und zweiten Chancen, aber auch von Vergebung die Rede. Nicole Deese erzählt von den Schwierigkeiten, so viele Jugendliche wie möglich aufzunehmen und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Durch die liebevoll gezeichneten Charaktere und den einnehmenden Schreibstil gelang es der Autorin, mich voll und ganz in die Geschichte einzubeziehen und ich habe im wahrsten Sinne des Wortes jede Seite dieses Romans genossen. "Herzensmakeover" ist ein wundervolles und gefühlvolles Buch, das mit ganz viel Gefühl, der Einbringung des christlichen Glaubens, einer aktuellen Thematik, tiefsinnigen Ausführungen, aber auch einer guten Portion Humor punktet. Im Grunde die perfekte Lektüre.

Bedauerlicherweise las ich jedoch die deutsche Übersetzung, bei welcher meine Lesefreude gehörig durch den Einzug des "Gender-Wahnsinns" getrübt wurde. Anfangs noch darauf verzichtet steigerte sich diese Überfrachtung der Sätze bis zu einer Passage, an welcher die gendergerechte Formulierung gleich vier Mal auf einer Seite angewandt wird. Eine solche Vorgehensweise betrachte ich als großes Ärgernis, es hemmt den Lesefluss gehörig, ist für mich persönlich inakzeptabel und beeinflusst künftige Kaufentscheidungen gravierend. Nicole Deese hat sich durch diesen Roman zwar ganz eindeutig auf die Liste meiner favorisierten christlichen Autoren katapultiert und ich brenne darauf, weitere Werke von ihr zu lesen, aber nur noch im englischen Original.

Ich vergebe nichtsdestotrotz fünf volle Bewertungssterne und eine begeisterte Leseempfehlung - denn die Autorin kann schließlich nichts für die Übersetzung ;-)

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Seht über eure Schulter, ich bin näher, als ihr denkt!

Im Kopf des Bösen – Der Happy Face Killer von Axel Petermann; Petra Mattfeldt

Seht über eure Schulter, ich bin näher, als ihr denkt!

„Ich muss in die Welt der Opfer eintauchen um verstehen zu können, was der Täter in ihnen sah.“ (Sophie Kaiser)

Nach einem spannenden Auftakt mit dem „Sandmann-Fall“ und dessen Nachfolger „Ken und Barbie“ setzt das Autorenduo Axel Petermann und Petra Mattfeldt die Buchreihe „Im Kopf des Bösen“ fort.

Band 3 - „Der Happy Face Killer“ - befasst sich mit einer Mordserie im Umkreis von Bremen, bei der mehrere Frauen entführt, misshandelt, vergewaltigt und getötet wurden. Der Leiter der Mordkommission Bremen fordert die beiden Fallanalytiker Sophie Kaiser und Leonhard Michels an, um den sadistischen Serienkiller zu schnappen. Eine seltsame Zeugin, ein Mord, der nicht ganz ins Bild zu passen scheint und ein skrupelloser Journalist sind nur einige der vielen Hindernisse, die sich den beiden Profilern in den Weg stellen.

Der einnehmende Schreibstil, die Charakterzeichnung der handelnden Figuren und ein komplexer Fall machen auch den dritten Band dieser Reihe zu einem fesselnden Leseerlebnis. Mit Sophie Kaiser und Leonhard Michels hat das Autorenduo authentische, aber ziemlich eigenwillige Protagonisten ersonnen, die mit einer herausragenden Beobachtungsgabe und einem ungewöhnlichen Ermittlungsansatz punkten. Sophie Kaisers spezielle Fähigkeiten, ihre direkte Art, die kühle, analytische Denkweise, aber auch die Aspekte und Auswirkungen ihrer autistischen Züge haben mir ausnehmend gut gefallen.

Die beiden Autoren beleuchten abwechselnd die Arbeit der Profiler und die Aktivitäten des Mörders. Die fieberhafte Suche nach einem Anhaltspunkt bei den Ermittlungen sorgt für Spannung im Buch, die Einblicke in die Welt der Fallanalyse fand ich faszinierend. In dieser auf ein wahres Verbrechen beruhenden Geschichte bleibt die Identität des Mörders sehr lange im Dunkeln, obgleich man viel über ihn erfährt und die Ereignisse aus seiner Sicht mitverfolgen kann. Die Einzelheiten zu den Morden und zur Person des Täters werden nur langsam enthüllt, was den Spannungsbogen weiter erhöht. Nach einem aufregenden Katz-und-Maus-Spiel taucht vor dem Zuschlagen der letzten Buchseite plötzlich jemand auf, der es auf Sophie Kaiser abgesehen hat und „sie für sich haben möchte“. Ob tot oder lebendig wird derzeit noch der Vorstellungskraft des Lesers überlassen. Der hochspannende Epilog zeichnet dadurch für eine hohe Erwartungshaltung und Vorfreude auf den nächsten Band dieser True-Crime-Reihe verantwortlich. Die Autoren gehen im Nachwort ausführlich auf die realen Fakten und die Person des echten Happy Face Killers ein.

FAZIT: Die fesselnde Neuerscheinung „Im Kopf des Bösen – Der Happy-Face-Killer“ aus der Feder von Petra Mattfeldt und Axel Petermann hat mich sehr gut unterhalten und für spannende Lesestunden gesorgt. Als passionierter Krimi-Fan mit einer Vorliebe für das Profiling und großem Interesse für die verschiedenen Ausprägungen des Autismus lag mein persönlicher Fokus auf der Ermittlungsarbeit von Sophie Kaiser und den faszinierenden Einblicken in die Welt der Fallanalytik. Was mich jedoch störte war die Tatsache, dass nun auch in Romanen die Schreckensherrschaft der gendergerechten, den Lesefluss enorm störenden Sprache Einzug gehalten hat (Kollegen und Kolleginnen, Täter oder Täterin). Nichtsdestotrotz kann ich dieses Buch, das interessante Hintergründe und Einblicke in die Ermittlungsarbeit bei der Aufklärung von Serienmorden bietet, jedem Krimi-Fan ans Herz legen.

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Versprich mir, dass du tanzt von Dani Atkins

Eine Liebe, die begonnen hat, als wir Teenager waren, und die niemals enden wird

„Es war lange her, dass ich mich in Josh Metcalf verliebt hatte, und eines wusste ich mit absoluter Gewissheit: keiner von uns beiden wollte, dass dies wieder passierte.“

Als das zwölfjährige Pflegekind Josh nach einer schwierigen Kindheit zu Gordon und Janette Baker nach Elm Close kommt, findet es zum ersten Mal in seinem Leben liebevolle Aufnahme in einem dauerhaften Zuhause.

Aufgrund seiner negativen Erfahrungen fällt es dem mürrischen Jungen jedoch schwer, Beziehungen einzugehen. Es ist das naseweise Nachbarsmädchen Lily, das schließlich mit ihrer Hartnäckigkeit zu Josh durchdringt, sich nicht abwimmeln lässt und den großen Bergahorn im Garten der Bakers kurzerhand zu ihrem gemeinsamen Rückzugsort erklärt. Dank Lilys unverblümter Art und ihrem offenen Wesen werden die beiden schnell unzertrennliche Freunde. Der Umzug der Bakers ein paar Jahre später ist besonders für Lily ein schwerer Schlag. Denn sie hat zu lange damit gewartet, Josh ihre Gefühle einzugestehen, die mittlerweile längst über eine Freundschaft hinausgehen.

Jahre später fabriziert Lily als Konditorin köstliche Kreationen, liebt ihren Beruf und ihren Verlobten Adam, der sie auf Händen trägt. Kurz vor der Hochzeit mit Adam kommt es aber zwischen Lily und Josh zu einem fürchterlichen Streit und Josh verschwindet spurlos aus Lilys Leben. Als Adam Lily auf seinem Sterbebett das Versprechen abringt, sich mit Josh zu versöhnen, muss sie ihren ganzen Mut und all ihre Willenskraft aufwenden, um den letzten Wunsch ihres verstorbenen Mannes zu erfüllen und Josh ausfindig zu machen.

Die aktuelle Neuerscheinung von Dani Atkins thematisiert das Drama eines viel zu frühen Todes und eine Teenager-Freundschaft, die zur ganz großen Liebe wurde. Den Protagonisten werden zahlreiche Hindernisse in den Weg gelegt, bereits die ersten Seiten sind von Trauer und Leid geprägt, die seelischen Qualen der handelnden Figuren setzen sich im gesamten Inhalt fort. Das Buch ist zwar in einem lockerem Schreibstil verfasst, die Grundstimmung ist aber eher traurig.

Die Protagonisten wurden gut charakterisiert, die Autorin geht auf ihre Gefühls- und Gedankenwelt sowie ihre persönlichen Entwicklungen ein. Dennoch konnte ich mich für keine der Figuren erwärmen, einige Reaktionen und Handlungen vermochten mich zudem nicht zu überzeugen. Zwar stirbt Lilys Ehemann Adam bereits auf den ersten Seiten dieses Romans, dank einiger Rückblenden erfährt man aber ein wenig über das kurze gemeinsame Leben des jungen Paares. Kapitel, welche die Ereignisse in der Vergangenheit thematisieren, sind mit der Angabe eines Zeitraums versehen und kursiv gedruckt. Die optische Aufmachung des Covers mit dem rosafarbenen Hintergrund, dem gleichfarbigen Buchschnitt, der tänzelnden Frauenfigur und den goldenen Lettern stellt einen deutlichen Gegensatz zum bedrückenden Inhalt dar.

Gedanken zum Inhalt - ACHTUNG SPOILER!

Die Geschichte von Adam, Josh und Lily ließ mich zwiegespalten zurück. Im Grunde fand ich die Entwicklung der innigen Teenager-Freundschaft von Josh und Lily, die zur großen Liebe wurde, berührend und romantisch. Für meinen Geschmack stellen sich den handelnden Figuren aber eindeutig viel zu viele Hürden und Missverständnisse in den Weg. Es gab zudem langatmige Passagen im Buch. Die Entwicklung der Geschichte dauerte gefühlt endlos, aber die Auflösung wurde dann in rasantem Tempo innerhalb weniger Seiten abgehandelt. Als ich nach dem zähen und langwierigen Auf und Ab und dem Gefühlschaos der beiden Hauptfiguren mit diesem unerwarteten und abrupten Ende konfrontiert wurde, war ich im ersten Moment vollkommen fassungslos. Indem die Autorin das gemeinsame Leben von Josh und Lily als Ehepaar lediglich mit wenigen Worten erwähnt und mehr als vierzig Jahre überspringt, fühlte ich mich um die eigentliche Liebesgeschichte, das Happy End, betrogen. Ich erfuhr buchstäblich nichts über das Leben von Josh und Lily, nachdem sie nach über vierhundert Seiten ENDLICH zueinander gefunden hatten. Am Ende der einen Seite stand Lily noch kurz vor der Geburt ihres Sohnes und zu Beginn der nächsten Seite war sie bereits eine alte Frau über siebzig, die im Sterben liegt.

Das Buch war sehr emotional, aber insgesamt betrachtet beinhaltet es bei Weitem viel zu viele Dramen. Es gibt Bücher, die das Herz berühren, die das Innerste mit Wärme erfüllen und für Glücksgefühle sorgen. „Versprich mir, dass du tanzt“ war jedoch aufgrund seiner negativen Grundstimmung bedrückend und hinterließ lediglich einen schalen Nachgeschmack. Ich fand es schrecklich, dass die Protagonisten die meiste Zeit verzweifelt und unglücklich sind und Reue, Verlust und Trauer im Buch dominieren. Dass darüber hinaus auch noch zwei der drei Hauptfiguren sterben, veranlasst mich endgültig dazu, zukünftig von Werken dieser Autorin Abstand zu nehmen. Ich möchte beim Lesen in eine heile Welt eintauchen und furchtbare Schicksale oder tragische Todesfälle zumindest für die Zeit der Lektüre ausblenden können.

Von mir gibt es daher leider keine Leseempfehlung, ich stand hin und wieder tatsächlich kurz davor, das Buch abzubrechen. Es gibt Bücher, die mich begeistern aber es gibt auch Bücher, die mich schwer enttäuschen. „Versprich mir, dass du tanzt“ ist bedauerlicherweise eines davon.

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Kopfüber in ein neues Leben - Untermieter in Notting Hill gesucht!

Neuanfang in Notting Hill von Norie Clarke

Kopfüber in ein neues Leben - Untermieter in Notting Hill gesucht!

„Die richtige Person kann dein Leben bereichern, anstatt es einzuschränken.“

Auf Anregung ihrer Freundin Pamela entschließt sich die achtzigjährige Joan Armitage, ein Zimmer ihres Hauses im Londoner Stadtteil Notting Hill zu vermieten.

Da auch ihr vielbeschäftigter erwachsener Sohn nicht mehr zuhause wohnt, führt die ehemalige Klavierlehrerin mit ihrem einzigen Mitbewohner, dem alten Labrador Humphrey, ein einsames Leben. In dem lebensfrohen Wirbelwind namens Jess Harris findet sie schließlich die passende Kandidatin – die empathische junge Frau bringt wieder Leben und Freude in Joans Alltag. Und während Joan von diesem neumodischen Kram wie Internet und Smartphone nichts wissen will, ist Jess der felsenfesten Überzeugung, offline nicht überleben zu können. Die beiden Frauen wagen schließlich ein Experiment: während Jess sich zu einem Digital Detox bereiterklärt, ist Joan gefordert, ihr Schneckenhaus zu verlassen und sich in der virtuellen Welt zurechtzufinden. Nach und nach verändern sich die Perspektiven der beiden Protagonistinnen, deren Leben durch diese ungewöhnliche Wohngemeinschaft in höherem Maße bereichert wird, als sie es je für möglich hielten.

Große Enttäuschungen im Leben, traumatische Erfahrungen und der Wunsch nach Veränderung werden in diesem Roman thematisiert. Die Autorin befasst sich darüber hinaus mit der Abhängigkeit von Smartphone und Internet sowie der zunehmenden Unfähigkeit, wirklich abschalten zu können. Die Lebensgeschichten von Joan und Jess werden behutsam aufgerollt, dem Leser nach und nach Einblicke in ihre Vergangenheit gewährt. Während Jess von ihrem Exfreund verlassen und um ihre Ersparnisse betrogen wurde, trauert Joan um die Liebe ihres Lebens, die sie vor sechzig Jahren verlor. Das Einblenden alter, handschriftlicher Briefe und einfühlsame Gespräche bilden einen atmosphärischen Hintergrund für diese Geschichte, die mit eindrucksvollen Haupt- und interessanten Nebenfiguren aufwartet. Während Jess und Joan im Mittelpunkt des Geschehens stehen, nehmen Joans Sohn Edward, ihre Nachbarin Pamela sowie Jess‘ beste Freundin Debs wichtige Nebenrollen ein. Weitere Nebenfiguren der Handlung sind Arbeitskollegen und Freunde der Protagonisten, ein pensionierter Ingenieur mit einem Faible für Oldtimer und ein charmanter irischer Journalist. Jess‘ Exfreund Liam und Joans große Liebe Joseph werden vorwiegend in zahlreichen Rückblenden thematisiert.

Die Figuren der Handlung sind liebevoll ausgearbeitet, ihre positiven Eigenschaften, aber auch ihre kleinen Schwächen und Marotten, lassen sie sympathisch erscheinen. Jess und Joan stellen sich der Herausforderung, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und eine neue Richtung einzuschlagen. Im Zuge ihres Experiments erhalten sie eine neue Sichtweise auf viele Dinge. Manche Entwicklungen wirkten auf mich nicht so ganz überzeugend und einige Zufälle schienen mir etwas zu konstruiert. Es gelang Norie Clarke auch nicht, die große Liebe zwischen den Hauptfiguren glaubhaft zu vermitteln. Liam Anderson zeichnet für das Unglück einer der Protagonistinnen verantwortlich, wurde seiner Rolle als Antagonist aus meiner Sicht aber ebenfalls nicht gerecht. Seine Reaktion während der Konfrontation mit seinen Handlungen fand ich eher befremdlich. Zusammengefasst muss ich anmerken, dass einige Szenen durchaus eine gewisse emotionale Resonanz erzeugten, doch ein paar Tränen zwischendurch wogen die Tatsache, dass ich mich nicht so ganz mit den Charakteren identifizieren konnte, nicht auf.

Der große Wendepunkt bahnt sich in dieser Geschichte nur langsam an, das Ende schien mir zu abrupt. Für mich hatte es den Anschein, als würde die Autorin innerhalb weniger Buchseiten einem äußerst konstruierten Happy End entgegenrasen. Besonders den Ausgang der Liebesgeschichte zwischen Joseph und Joan – eine Liebe, die ich vergeblich zwischen den Zeilen zu entdecken hoffte – empfand ich als ziemlich abwegig.

FAZIT: Die Geschichte hatte definitiv Potenzial und basiert auf interessanten Themen, die Umsetzung wies jedoch kleine Schwächen auf. „Neuanfang in Notting Hill“ erwies sich dank des locker-leichten Schreibstils, zahlreicher humorvoller Passagen sowie sympathischer Figuren nichtsdestotrotz als sehr unterhaltsame Lektüre. Ich empfand dieses Buch als charmante Sommerlektüre, bei dem man nicht allzu viel hinterfragt, sondern sich einfach berieseln lässt. Es mutet wie ein Märchen für Erwachsene an, welches aufgrund der flapsigen Sprache, der Einbindung diverser Kraftausdrücke und dem kleinen Mangel an Tiefgang und Glaubwürdigkeit an einer Fünf-Sterne-Bewertung vorbeischrammt.

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Der Untergang allen Vertrauens

Die Stunde des Widerstands von Ellin Carsta

Der Untergang allen Vertrauens

„In unsteten Zeiten ist die Familie das, was uns zusammenhält, uns durchhalten und den Schwierigkeiten trotzen lässt. Aber ich werde Verräter in meinem direkten Umfeld nicht dulden, ganz gleich, wer sie sind und wie nah sie mir stehen.“

Der zwölfte Band der Reihe um die Familien Falkenbach und Lehmann ist im Februar des Jahres 1943 angesiedelt.

Während Gustav von Falkenbach und Leopold Lehmann sich immer noch an der Front befinden, nehmen das Misstrauen und die Bespitzelungen im Land ebenso zu wie die innerfamiliären Konflikte auf dem Anwesen der Falkenbachs. Der neue Leiter des Arbeitslagers, Hauptsturmführer Viktor Sanders, gibt sich nach wie vor undurchschaubar, der begründete Verdacht, dass es einen weiteren Spitzel auf dem Anwesen gibt ist nicht von der Hand zu weisen. Während Käthe Lehmann sich hingebungsvoll um ihre Söhne Johannes und Ferdinand sowie ihren Enkel Jojo kümmert, distanziert sie sich zunehmend von ihrer Schwiegertochter Elisabeth. Wilhelm und Else Lehmann unterstützen sich gegenseitig in ihren Bemühungen, diesen furchtbaren Krieg unbeschadet zu überleben, sie bangen jedoch um die Sicherheit ihres einzigen Sohnes Leopold. Dorothea wünscht sich nichts sehnlicher, als von ihrer Familie gebraucht und wertgeschätzt zu werden, Paul-Friedrich bringt für ihre Marotten aber immer weniger Geduld und Nachsicht auf. Paul-Friedrichs Sorge gilt vorrangig dem Wohlergehen seines Sohnes Gustav, der sich nach einem mehrwöchigen Heimaturlaub inzwischen wieder an der Front befindet. Aber auch die Aktivitäten seiner Tochter Wilhelmine in München bereiten ihm zunehmend Kummer. Ihre Nähe zur Widerstandsgruppe Weiße Rose und die Freundschaft mit einem der Aktivisten bringen die impulsive junge Frau in allergrößte Gefahr. Paul-Friedrich und seinem besten Freund Wilhelm wird immer mehr bewusst, dass sie sich in absehbarer Zeit entweder für eine Flucht ins Ausland oder aber für den aktiven Widerstand gegen das verhasste Regime der Nationalsozialisten entscheiden müssen.

Der zwölfte Band dieser Reihe schließt nahtlos an den Vorgänger an und thematisiert die innerfamiliären Konflikte auf Gut Falkenbach. Die Aktivitäten der Geschwister Sophie und Hans Scholl, ein vermeintlicher Spitzel innerhalb des engsten Familienkreises, die nicht einschätzbare Figur des Viktor Sander sowie die latente Bedrohung durch den überaus gefährlichen und skrupellosen Hauptsturmführer Alfred Breuer tragen dazu bei, den Spannungsbogen hochzuhalten. Ellin Carsta beleuchtet die Situation auf Gut Falkenbach und die einzelnen Mitglieder der Familien und hat ihre fiktive Geschickte geschickt mit historischen Fakten verwoben. Da mir die Figuren der Handlung nach nunmehr elf Büchern dieser Reihe bereits sehr vertraut sind, bereitete es mir große Freude, deren weitere Entwicklung mitzuverfolgen. Leopolds Frau Irma, ihre Kinder und ihre Eltern haben ebenfalls einen kleinen Gastauftritt in diesem Buch, darüber hinaus gewährt die Autorin auch einige Rückblicke auf vergangene Ereignisse.

Der vorliegende Band hat mich ebenso gefesselt wie dessen Vorgänger. Ellin Carstas Fähigkeit, ihre Leser emotional einzubeziehen und die Entwicklung ihrer Figuren voranzutreiben sorgten auch dieses Mal für spannende und unterhaltsame Lesestunden.

Das optisch sehr ansprechende Buchcover stellt wie gewohnt einen richtigen Blickfang dar, die einheitliche Gestaltung hinsichtlich Schrift und Farbwahl hat für mich mittlerweile Wiedererkennungswert und vermittelt eine gewisse Verbundenheit mit diesem herrschaftlichen Anwesen sowie deren Bewohnern.

FAZIT: Ellin Carsta hat mir mit ihrer aktuellen Neuerscheinung erneut anregende und unterhaltsame Lesestunden bereitet. Es war sehr interessant, die Ereignisse in diesem zwölften Band der Reihe anhand der bildhaften Beschreibungen und der überzeugenden Charaktere mitzuverfolgen. Wie gewohnt zeichnet ein spannender Cliffhanger im Epilog für eine hohe Erwartungshaltung und große Vorfreude auf die Fortsetzung verantwortlich. Ich vergebe für „Die Stunde des Widerstands“ fünf Bewertungssterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

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Der Untergang allen Vertrauens