Kunden em pfehlungen
Rezensionen von LadyIceTea:
Hör nicht auf deine Mutter...
Kampmann tritt seine erste Stelle als Kriminalkommissar an und muss seinen ersten Mordfall lösen. Es wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Ihr Gesicht ist übel zugerichtet. Wenig später brennt ihr Elternhaus und eine weitere Leiche wird gefunden. Ein Verdächtiger wird schnell geschnappt und viele Indizien bezeugen seine Schuld.
Zu viele? Kampmann wird misstrauisch und dringt tiefer in die Schichten des Dorfes vor. Welche Verbindung hat der Bürgermeister zu dem Mädchen und ist der Verdächtige vielleicht ein zu leichtes Ziel? Kampmann läuft mit seinem Partner Blume zur Höchstform auf.
Dieses Buch ist für mich das erste Buch des Autors gewesen. Der Klappentext klang einfach spannend und knifflig. Meine Erwartungen waren hoch und wurden sogar übertroffen.
Der Autor hat einen sehr flüssigen und eindringlichen Schreibstil. Ich wurde sofort von der Geschichte und der Atmosphäre gefangen genommen. Zu Beginn gibt es verschiedene Zeitsprünge, die uns ein gewisses Vorwissen für die Geschichte liefern. Das hat der Autor gut gelöst und er hat nicht zu viel verraten. Am Ende hatte ich ein paar Mal den Moment wo es dann bei mir klick gemacht hat und ich begeistert die Verbindung zum Anfang festgestellt habe.
Der Autor flechtet viele Personen in das Netz seiner Geschichte ein. Zu Beginn bin ich etwas durcheinander gekommen aber das hat sich gelegt und es hat sich zum Schluss gezeigt, dass er genau die richtigen Personen hat auftreten lassen.
Was mir dazu noch positiv aufgefallen ist, waren die vielen Wendungen die der Autor eingebaut hat. Ich habe einige Entwicklungen nicht kommen sehen und war wirklich positiv überrascht, weil sie der Geschichte die Spannung verliehen und aufrecht erhalten haben. Es gab zwar auch ein paar Vermutungen die ich relativ früh hatte und die sich dann bewahrheitet haben aber zum Glück nicht als ödes vorhersehbares Ereignis. Ich hab mich am Ende gefreut, dass mein Gefühl mich nicht getäuscht hat. Apropos Ende: Das Ende kann sich wirklich sehen lassen. Der Epilog ist genial. Das ganze Buch ist einfach grandios. Ich kann es nur empfehlen.
Rezensionen von niknak:
Kann man alles vorherbestimmen?
Inhalt:
Adele will alles in ihrem Leben vorherbestimmen und perfekt inszenieren. Da erkennt sie, dass das bei ihrem Begräbnis nicht möglich ist. Aus diesem Grund wünscht sie sich zu ihrem 50. Geburtstag ihren eigenen Tod zu zelebrieren.
Mein Kommentar:
Der Kurzkrimi ist sehr angenehm zu lesen.
Er hat eine leichte Schreibweise und ist klar und verständlich. Auch schafft es die Autorin verschiedene Szenen einzubauen, die den Leser zum Lachen bringen. Dadurch ist der booksnack sehr unterhaltsam.
Man erkennt Adeles Gedanken und kann sich in ihre Lage versetzen. Da sie alles in ihrem Leben plant und nichts dem Zufall überlässt, ist es nachvollziehbar, dass sie das auch bei ihrer eigenen Beerdigung so halten will.
Trotzdem schafft es die Autorin den Leser noch zu überraschen, was mir sehr gut gefallen hat. Auch ist die Geschichte nicht vorhersehbar, was die Spannung bis zum Schluss erhält.
Mein Fazit:
Eine sehr interessante und unterhaltsame Kurzgeschichte über eine Frau, die in ihrem Leben nichts dem Zufall überlassen will.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von Lilli33:
Cecelia Aherns Ausflug in ein neues Genre ist gelungen
Inhalt:
Die siebzehnjährige Celestine North wollte immer perfekt sein, auf keinen Fall auffallen. Sie hält sich an alle Regeln und blickt mit Verachtung auf die Menschen, die von der Gilde als fehlerhaft verurteilt wurden, weil sie sich etwas zuschulden kommen ließen. Ihre heile Welt stürzt in sich zusammen, als sie plötzlich selbst vor Gericht steht, denn sie muss erkennen, wie unmenschlich das System in ihrem Land ist.
Meine Meinung:
?Flawed? ist Englisch und bedeutet in etwa ?fehlerhaft?, ?mit Makeln behaftet?, also genau das Gegenteil von perfekt. Hier bezieht es sich auf das moralische Verhalten von Menschen. Es gibt strenge Regeln, denen die sogenannten Fehlerhaften sich unterwerfen müssen. Sie dürfen zum Beispiel keinen Luxus haben, haben nachts Ausgangssperre, sie werden gebrandmarkt und müssen eine auffällige Armbinde tragen. Wenn man sich mal in der Weltgeschichte umsieht, wird man sehen, dass dieses Szenario gar nicht rein phantastisch ist, sondern durchaus realistisch sein kann. Ein wenig erinnerte es mich auch an ?Infernale? von Sophie Jordan, aber die Parallelen endeten bald.
Mir war die Protagonistin Celestine anfangs nicht besonders sympathisch. Sie war mir einfach zu angepasst, hat das nachgeplappert, was man ihr eingetrichtert hat, ohne selbst wirklich zu denken. Ihre Schwester Juniper dagegen nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt, was sie denkt, wenn sie etwas als unsinnig ansieht. Juniper war viel eher mein Fall. Doch zum Glück bleiben die Charaktere nicht auf ihrem anfänglichen Stand, sondern entwickeln sich weiter ? ein dicker Pluspunkt für Celestine, die sich zu einer richtigen Heldin mausert, bei der aber auch immer wieder der unsichere Teenager durchschimmert. Ich konnte richtig schön mit ihr mit leiden, wollte sie manchmal in den Hintern treten, wenn sie etwas nicht schnell genug durchschaute und sich einfach von ihren Gefühlen überrollen ließ.
Celestine muss etliche Ungerechtigkeiten und auch Schmerzen ertragen. Die Beschreibungen davon gingen bei mir schon an die Grenze des Erträglichen, obwohl ich gar nicht so empfindlich bin. Aber ich habe mich dermaßen mit Celestine identifiziert, dass ich zwar nicht die Schmerzen, aber Celestines Anspannung förmlich selbst gespürt habe.
Früher mochte ich die Autorin Cecelia Ahern sehr gerne, aber mit ihren letzten Werken konnte sie mich nicht wirklich begeistern. Eigentlich wollte ich deshalb nichts mehr von ihr lesen. Da sie nun aber einen Exkurs in ein neues Genre machte, wollte ich ihr noch mal eine Chance geben. Und ich muss sagen, es ist ihr wirklich gelungen, mich zu fesseln und für ihren Weltentwurf und ihre Charaktere einzunehmen. Ich hätte definitiv ein paar spannende Lesestunden verpasst.
Zwar hatte ich hier und da Kleinigkeiten zu meckern, weil die Geschichte hin und wieder ein paar Ecken und Kanten aufweist, aber das war nichts wirklich Schlimmes. Der Schreibstil war einfach so mitreißend, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Und mit seiner großen Schrift und den kurzen Kapiteln ist es auch sehr leicht, einfach so durchzufliegen. Mein Hauptkritikpunkt ist der Schluss. Hier erwartet den Leser ein fieser Cliffhanger. Aber glücklicherweise erscheint die Fortsetzung schon in wenigen Wochen, im November 2016.
Fazit:
Ein absolut fesselndes und spannendes Jugendbuch, das viel Raum zum Nachdenken gibt und immer wieder mit überraschenden Wendungen punkten kann.
Rezensionen von thora:
Perfektion gegen Menschlichkeit - toller Roman
Inhalt/Klappentext:
?Flawed ? Wie perfekt willst du sein?? ist der erste atemberaubende Band des neuen Zweiteilers von Bestsellerautorin Cecelia Ahern. Spannend und emotional erzählt sie in dieser Dystopie die Geschichte der 17-jährigen Celestine, die darum kämpft, etwas anderes sein zu dürfen als perfekt.
Celestines Leben scheint perfekt: Sie ist schön, bei allen beliebt und hat einen unglaublich süßen Freund.Doch dann handelt sie in einem entscheidenden Moment aus dem Bauch heraus. Und bricht damit alle Regeln. Sie könnte im Gefängnis landen oder gebrandmarkt werden ? verurteilt als Fehlerhafte. Denn Fehler sind in ihrer Welt nicht erlaubt. Nichts geht über die Perfektion. Auch nicht die Menschlichkeit. Jetzt muss sie kämpfen ? um ihre eigene Zukunft und um ihre große Liebe.?Es ist mein erster All-Age-Roman, aber die Idee hat mich selbst fast überrollt. Ich kam kaum hinterher, sie aufzuschreiben. Es ist eine einzigartige Geschichte, aber wie in allen meinen Büchern steckt eine besondere Botschaft und ganz viel Gefühl drin.? Cecelia Ahern
Meine Meinung:
Toller Roman aus der Feder von Cecelia Ahern. Er ist ganz anders als die restlichen Romane die ich von der Autorin bisher gelesen habe. Der Schreibstil hat mich sofort gefesselt er ist jugendlich und bringt die etwas düstere Stimmung sehr gut zur Geltung. Celestine ist eine tolle Hauptprotagonistin. Sie ist sehr charaktervoll und tiefgründig geschrieben. In den ersten Kapiteln konnte ich mich mit ihr noch nicht richtig anfreunden. Aber dieser Umstand hat sich sehr rasch geändert. Ich konnte mich immer besser auf Celestine einlassen. Die anderen Protagonisten sind etwas farbloser. Sie konnten mich nicht so mitreißen wie Celestine. Die Geschichte ist sehr spannend und berührend. Die gesamte Szenerie hat mich an sehr an den Geschichtsunterricht erinnert. Sie veranlasst den Leser über Diskriminierung und Ausgrenzung nachzudenken. Die Autorin bezieht sich auf ein mögliche sehr verschreckende Realität wie sie in wenigen Jahren sein könnte. Der Abschluss fand ich sehr gut. Er war spannend und actiongeladen. Dabei wird sehr gut auf den 2. Band dieser Reihe übergeleitet. Ich freue mich sehr endlich die Geschichte von Celestine weiterverfolgen zu können.
Rezensionen von TheUjulala:
Wortgewandte Zeitreise in die 80er Jahre mit vielen glückseligen aber auch denkwürdigen Erinnerungen
Ganz nach dem Stile der 80er ist das Cover grell und bunt und spiegelt das Zeitalter gekonnt wieder. Es quietscht förmlich beim Betrachten, so grell war auch das Zeitalter. Das Cover passt zum ganzen Thema und natürlich zum Titel. Denn Kassetten waren damals das non plus ultra Medium. Die einzelnen Kapitel werden durch exakt treffende Illustrationen begleitet.
Schon in der Einleitung wird im Nähmaschinen-Stakkato das gesamte Jahrzehnt mit geballter Ladung schon fast atemlos umrissen. Hier tauchen schon viele Ereignisse auf, die das Leben uns in den 80ern sehr geprägt haben und mir ein bisschen nostalgische Tränen in die Augen getrieben haben.
Köstlich amüsiert habe ich mich über die Beschreibungen der Geschmacksrichtung, Punker, Popper oder Rapper? So bunt wie wir damals waren, so bunt war auch die Musik und rasant hat sich die Technik entwickelt. Und mir wird bewusst, dass wir die Kinder waren, die diese Entwicklung mitgemacht haben und aufgesaugt haben wie ein trockener Schwamm. Jedes Kapitel bietet viele tolle Erinnerungen und auch einige a-ha! Momente. Wir werden mitgenommen auf unsere Zeitreise zurück in unsere Schule, in unsere verqualmten Wohnzimmer, aber auch wieder zurück an unseren ersten Fernseher mit der ersten VHS-Kassette, an unseren ersten Walkman, an unsere Ausflüge mit dem Fahrrad ins Freibad, die Erinnerung an das Auspacken unserer ersten Schallplatte und an unseren ersten PC-Monitor, der damals noch schwarz mit weißer, gelber oder grüner Schrift leuchtete.
Auch wenn die meisten Alltagsbeschreibungen sich denen von heute gleichen, so wird einem trotzdem bewußt, dass das, was in den 80ern angefangen hat, heute um ein vielfaches schlimmer oder anders ist. Seien es die Mama-Taxis, die heute zu Helikoptern mutiert sind, oder das damals erwachende Umwelt- und Gesundheitsbewußtsein, dass heute zu ekstasischem Ausmaß angewachsen ist. Und natürlich nicht zu vergessen der Beginn der (mobilen) Technik in Form einer Kassette im Walkman.
Es ist klar, dass nicht alle Kassettenkinder exakt das Gleiche erlebt haben, und das kann auch das Buch nicht liefern. Die Autoren haben aber in ihrer sehr ausgefeilten und pointierten Sprache versucht, alle regionalen und gesellschaftlichen Unterschiede aufzugreifen und wieder zu spiegeln. Und ich denke, man kann schon sagen, dass wir im Groben und Ganzen doch alle gemeinsam das Gleiche erlebt haben, und uns heute noch zusammen schweißt. Weil es damals auch noch nicht so eine Reizüberflutung mit den vielen verschiedenen Möglichkeiten gegeben hat. Und das wird in diesem Buch - finde ich - recht anschaulich erzählt. Ich finde es auch gut, dass nicht nur die positiven oder lustigen Erinnerungen aufgeführt wurden, sondern auch das, was nicht so toll war und uns auch bis heute noch geprägt hat, wie zum Beispiel Tschernobyl und der Krankheit AIDS. Es war nicht alles gold, was glänzte damals. Auch wenn wir alle so nostalgisch an die 80er zurückdenken. Ja, es war auch eine Zeit mit neuen Ängsten und Katastrophen, deren Ausmaß wir jetzt erst vielleicht besser begreifen können.
Es war ein schöner, nostalgischer aber auch ein bisschen nachdenklicher Ausflug zurück in meine Kindheit und Jugend. Es war genau die Zeit, in der ich vom Kind zum jungen Mädchen wurde, zwischen 6 und 16 Jahre. Die wildesten und aufregendsten Jahre meines Lebens, in dem noch alles möglich und offen war. Danke für diese gelungene Zeitreise, ich habe mich in so gut wie allen Kapiteln und Erzählungen wieder gefunden! Und wenn Eure Kinder fragen, wie es denn damals so war als Kind, dann drückt ihnen das Buch in die Hand!
Auch wenn ich das heutige Zeitalter, Smartphones und Vernetzung nicht verzichten möchte. Manchmal wünschte ich mir schon ein "back to the roots?. Und ich werde auch gleich mit meinen Kindern ?Zurück in die Zukunft? anschauen!
Rezensionen von Ela_Ela:
Einfach nur unglaublich toll : D
Glück findet man nur dort, wo das Herz ist. Fünf Jahre nach dem Tod ihrer Mutter findet sich Emma zum ersten Mal wieder in ihrem Heimatdorf ein und stellt sich ihrer Vergangenheit. Alten Feindschaften, ihrer vernachlässigten besten Freundin und dem ganzen Schmerz. Dann taucht Dylan auf, selber gezeichnet vom Schicksal, und beginnt Emmas sorgsam errichteten Mauern einzureißen.
Um das Buch bin ich schon lange umhergelaufen und war mir nie sicher ob ich es lesen soll, doch ich habe von vielen gehört das es jedoch sehr gut und einzigartig sein soll.
Und ich war echt begeistert von diesem Buch, ich habe mit Emma & Dylan mitgelitten und mitgefühlt und wollte wissen wie es bei den beiden weitergeht. Ich mochte die beiden voll und auch die Schwestern von Dylan waren einfach nur süß und liebenswert. Ich habe gerne diese Geschichte gelesen.
Fazit: Eine wundervolle Geschichte über den Verlust und Vertrauen in sich selbst und anderen wieder zu finden. Und so einem tollen Buch kann ich nur 5 Sterne geben, bin gespannt wie es im 2.Teil weitergeht.
Serie:
1. Sommernachtswende
2. Winternachtssonne
Rezensionen von Anglika:
Maisie - starke Frau mit Herz und Verstand
Irgendwo im Glück von Anna McPartlin
Eine sehr emotionale und zugleich sehr tiefgründige Geschichte über eine Frau, die eine Ehe mit ihrem Vergewaltiger eingeht und in ihrer Ehe viel Gewalt durch ihren Ehemann erfahren muss.
Aus dieser Ehe stammen ihre 2 wunderbaren Kinder die ihr immer wieder Kraft geben, auch und gerade nach der Trennung von ihrem gewalttätigen Mann.
Lange Zeit lässt sie sich nicht mehr auf einen Mann ein, bis sie dann doch nach vielem Hin und Her den richtigen trifft, der ihr Wärme, Liebe und Geborgenheit geben kann.
Maisie ist eine beeindruckende Frau, die den Tod ihres Sohnes Jeremy in einem Buch verarbeitet. Sie ist mir sehr sympathisch und ich empfinde Empathie für sie und ihr Schicksal.
Sie besitzt soviel Herz und Seele und ist eine Frau die mich berührt und vor der ich Hochachtung habe.
Es geht um Homosexualität und um Intoleranz gegenüber gleichgeschlechtlicher Liebe.
Wie ungewöhnlich toll ? über die Vorstellung ihres Buches im ?Hier und Jetzt? wird eine Brücke geschlagen zum Geschehen im Jahre 1992. Ich werde quasi wie auf einer Zeitreise, 20 Jahre zurück in die Vergangenheit katapultiert und ich fühle mich in die Geschehnisse hineinversetzt und involviert.
Der Schreibstil von Anna McParthlin ist mitreisend und berührend. Sie versteht es einen in die Geschichte mitzunehmen und sich darin heimisch zu fühlen.
Die Charaktere sind alle so klar und deutlich dargestellt, dass man sich gut in sie hineinversetzen und mit ihnen fühlen und leiden kann.
Das Cover ist fröhlich und sommerlich, bis etwas herbstlich gestaltet. Ich finde es sehr schön und ansprechend, gerade als Gegensatz zu der traurigen Geschichte im Inneren des Buches.
Ein Buch mit Tiefgang und absoluter Leseempfehlung.
Rezensionen von TanyBee:
Reisebericht mit ungewöhnlicher Perspektive
Neuschweinstein - Mit zwölf Chinesen durch Europa von Rehage Christoph
Wir alle haben sie schon einmal gesehen: Asiatische Reisegruppen, die alles fotografieren, was ihnen in den Weg kommt und die sich dann wieder in ihren Reisebus setzen und zum nächsten Ziel fahren. Für die Recherche zu diesem Buch hat sich der Autor Christoph Rehage sozusagen in eine dieser chinesischen Reisegruppen eingeschlichen, um zu ergründen, warum sie eine solche Reise machen und wie sie Europa sehen.
Er hätte sich sicherlich gerne undercover eingeschlichen in die Gruppe, aber das ist natürlich auf Grund seines europäischen Aussehens nicht möglich. Dafür hat er einen anderen unbezahlbaren Vorteil: er spricht fließend Mandarin. In 13 Tagen erkundete er mit der Reisegruppe Deutschland, Italien, die Schweiz und Frankreich.
Zu Beginn fühlt er sich noch fremd in der Gruppe, aber er gewinnt schnell ihr Vertrauen und fungiert auch als einer Art zweiter Reiseführer, da er den Chinesen natürlich oft helfen kann in Europa. Der Autor fühlt sich bald so sehr als Teil der Gruppe, dass er immer von ?wir? spricht, auch in Situationen, in denen er eigentlich als Europäer nicht wirklich dazu gehört (bei der Steuerzurückerstattung am Flughafen zum Beispiel). Er hat eine sehr freundliche und offene Art mit den Leuten umzugehen und so erfährt der Leser auch viel über das Leben der Teilnehmer, die Situation in China und über die Menschen dort, was sie hoffen und träumen.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich gut und schnell lesen. An vielen Stellen musste ich lachen oder schmunzeln. Aber es werden auch ernstere Themen angestoßen. Gut finde ich, dass der Autor bei den ernsteren Themen kaum wertend auftritt, sondern nur wiedergibt, was er erfahren hat.
Nach der Reise besucht er einige der Teilnehmer noch in ihren Heimatorten in China. Dieser Teil des Berichts macht gut 60 Seiten des Buchs aus und hat mir auch sehr gut gefallen. Er wirft noch einmal ein anderes Licht auf die Reise.
Ich hatte von dem Buch folgendes erwartet: einen amüsanten Reisebericht aus ungewohnter Perspektive. Aber ich muss sagen, es ist viel mehr! Denn wenn man vorher Vorurteile über ?die Chinesen? hatte, so denkt man nach dieser Lektüre anders: Denn die Teilnehmer sind einfach Menschen wie du und ich, mit ihrer eigenen Lebensgeschichte, die natürlich auch durch ihr Heimatland geprägt wurde. So ist das Buch auch ein Aufruf zu Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Kulturen.
Mein Fazit: Die Lektüre dieses Buches war eine echte Bereicherung für mich. Und dazu und amüsant und kurzweilig! Was will man mehr. Leseempfehlung!
Rezensionen von LadyIceTea:
Flawed ? Der Auftakt einer, für mich, perfekten Geschichte
Neuschweinstein - Mit zwölf Chinesen durch Europa von Rehage Christoph
Celestine lebt in einer Welt, in der Perfektion ein Muss ist. Wer nicht perfekt ist, wer sich nicht an die Regeln hält, wer sich anders benimmt, der wird verurteilt. Entweder Gefängnis oder er wird gebrandmarkt. Celestine ist perfekt. Sie schreibt Bestnoten, ist hübsch, beliebt und ihr Freund ist total süß und der Sohn des obersten Gilderichters.
Alles scheint perfekt, doch dann handelt Celestine ein einziges Mal aus dem Bauch heraus und nichts ist mehr so, wie es einmal war. Celestine wird der Fixstern einer neuen Zeit. Doch will sie das auch? Will sie nicht viel mehr, dass alles einfach wieder perfekt ist?
Ich liebe die Bücher von Cecelia Ahern. Seit Beginn bin ich ein großer Fan ihrer Bücher und verschlinge jeden Einzelnen sofort bei Erscheinen. Als ich hörte, dass das neue Buch eine Dystopie wird, war ich begeistert. Ich lese unheimlich gerne Dystopien und ich wurde nicht enttäuscht.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und angenehm zu lesen. Der Beginn der Geschichte und das Kennenlernen der Charaktere, sowie des Systems war sehr spannend geschrieben. Man erhält einen guten Einblick in diese grausame Art von Schuld und Strafe.
Celestine ist für mich ein sehr angenehmer Charakter. Sie ist zwar ab und zu sehr blauäugig aber ich mag ihre logische Denkweise. Mir gefällt es, wie sie redet und handelt. Sie wächst oft über sich hinaus und geht erstaunlich stark mit den Situationen um. Ich mag es, wie wir trotzdem immer wieder ihre schwachen Momente erleben. Ihre Mutter macht auch eine starke Charakterentwicklung durch. Zu Beginn war sie mir eher unsympathisch. Sie wirkte glatt und kalt. Das ändert sich im Laufe der Geschichte immer mehr. Dazu gibt es viele Charaktere auf die Celestine trifft und die wichtig für die Geschichte sind. Alle sind irgendwie unterschiedlich und total gut dargestellt. Mir hat das sehr gut gefallen.
Auch das System der Gilde und der fehlerhaften Menschen hat Ahern sehr gut rübergebracht und erklärt. Die Geschichte ist durchgehend sehr spannend. Mal auf die actionreiche Art und Weise, mal auf die inhaltliche Weise. Es ist einfach schrecklich was Celestine passiert aber unheimlich spannend mitzuerleben, wie sie damit umgeht und wer wo seine Finger im Spiel hat. Ich konnte das Buch echt nicht aus der Hand legen.
Das Ende ist ein echt gemeiner Cliffhanger und ich warte sehnsüchtig auf das Erscheinen des zweiten Bandes. Ich kann dieses Buch absolut empfehlen!
Rezensionen von t_geyer@gmx.de:
Gut dargestelltes Familiendrama und Gesellschaftskritik
Irgendwo im Glück von Anna McPartlin
Das Cover und der Titel des Buches lassen vorerst auf eine locker-leichte Wohlfühlgeschichte hoffen. Doch direkt am Anfang holte mich der Prolog rüde auf den Boden der Tatsachen zurück, indem er mir klar machte, dass dies ein Schicksalsroman werden würde.
Die Protagonistin (Maisie Bean) stellt ihr Buch vor, welches von ihr und ihrer Familie handelt.
Dieses Buch, und damit auch der Hauptteil des Romans, spielt in der Vergangenheit, und es soll aufrütteln und zum Nachdenken anregen. Gegen Ende des Romans kehrt man in die Gegenwart zurück, wobei Maisie nochmals ihre eigenen Gedanken zum Ausdruck bringt, die auch ein Teil meiner Gefühle und Überlegungen widerspiegelten.
Wer die Autorin kennt der weiß, dass sie gerne in Rückblicken schreibt. Sie berichtet von Maisie Beans Zeit als alleinstehende Mutter, von ihren Kindern und deren Erziehung und den Schwierigkeiten die manchmal auftraten. Der Blick wird dabei immer wieder auf ihren Sohn Jeremy und seine Freunde gelenkt, und man erfährt viel über ihn und seine Verbundenheit zum Freundeskreis. Bis er verschwindet, wie schon der Buchrückentext verrät. Was daraufhin geschieht, und was man noch alles erfährt, ist nahezu unbegreiflich.
Sehr entscheidend für die Geschichte ist, dass man mit ihr nach Irland ins Jahr 1995 und auch weiter zurück reist. Das muss man sich während des lesens immer wieder vergegenwärtigen, denn einige Ereignisse sind einfach zu unfassbar, wenn man in einer Gesellschaft lebt, in der etliche, im Buch angesprochenen Verhaltensweisen, schon lange als ethisch und moralisch verwerflich gelten. Was man hier zu lesen bekommt ist demzufolge nicht nur ein internes Familiendrama, sondern es wurde entscheidend durch die Gesellschaft verursacht.
Eine Geschichte die sanft beginnt, immer unfassbarer wird, bis das Drama seinen (fast unerwarteten) Höhepunkt erreicht. Sie wird getragen durch starke Charaktere und eine stetig steigende Spannungskurve.



