Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lilli33:
Humorig wie eh und je, aber …
Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt von Maurer Jörg
Inhalt:
Jennerwein und sein Team wollen Weihnachten auf einer Berghütte feiern, ganz ohne Ermittlungen und urgemütlich. Doch schon bald befindet sich die ganze Truppe in höchster Lebensgefahr. Jennerwein muss sich auf jeden Einzelnen verlassen können, um die Situation zu meistern.
Meine Meinung:
Jörg Maurers Schreibstil hat mir wie immer super gefallen.
Lebendig, humorig, einfach äußerst unterhaltsam, was er sich immer wieder an Wortspielen und Hintergrundinformationen einfallen lässt.
Die Handlung kann da leider nicht ganz mithalten. Sie teilt sich auf in zwei Fälle, den aktuellen, in dem die Truppe in Gefahr gerät, sowie einen Schulstreich von 1980, den der Schüler Hubertus damals auflöste. Abwechselnd wird von beiden erzählt. Die Geschichte um den Schulstreich, die Jennerwein den Kollegen auf der Hütte erzählt, fand ich leider nicht so spannend wie den Fall in der Gegenwart. Mir schien es fast, als ob hier einfach noch ein paar Seiten gefüllt werden mussten.
Das Verbrechen in der Gegenwart, dem die Polizisten ausgesetzt sind, war dagegen sehr spannend und definitiv mal was anderes. Daneben schaut man als Leser auch immer wieder mal bei den Graseggers rein und einer Gruppe von Snowboardern zu, wobei man sich natürlich die ganze Zeit fragt, wie die in der Handlung mit drin hängen. Am Ende weiß man es :-)
Die Reihe:
1. Föhnlage
2. Hochsaison
3. Niedertracht
4. Oberwasser
5. Unterholz
6. Felsenfest
7. Der Tod greift nicht daneben
8. Schwindelfrei ist nur der Tod
9. Im Grab schaust du nacht oben
10. Am Abgrund lässt man gern den Vortritt
11. Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Das Vogelhaus
Das Vogelhaus von Meijer Eva
Len Howard (1894-1973) verbrachte die zweite Hälfte ihres Lebens in einem kleinen, abgelegenen Haus in Südengland. Sie veröffentlichte äußerst erfolgreiche Bücher über die Vögel, die sie in ihrer Umgebung beobachtete, galt als Pionierin auf dem Gebiet der Tierforschung. Die Grundlage ihrer Studien war das Vertrauen, das sie zu den scheuen Tieren aufbaute, sie erforschte ihren Gesang, ihren Charakter, ihre Eigenarten und Gewohnheiten in der Natur.
Und tatsächlich wurde ihr Cottage ein echtes „Vogelhaus“, in dem die Meisen und Drosseln ein- und ausflogen – wenn es Len Howard denn gelang, unerwünschte Besucher fernzuhalten.
Mit diesem Buch ist es der Autorin Eva Meijer gelungen einen authentischen Blick auf das Leben von Len Howard, die mir bis zu diesem Buch nicht bekannt war, zu geben.
Der Schreibstil konnte mich ab der ersten Seite mitziehen und war frisch und angenehm zu lesen. Die Sprache ist passig zur Geschehenszeit.
Die Handlung läuft bis auf eine Vorblende am Anfang des Buches chronologisch, als Leser wächst man so mit Len auf und begleitet sie durch ihr Leben. So lernt man Len in all ihren Facetten kennen, auch wenn ich einige Handlungen als sehr oberflächlich und schnell abgehandelt empfunden habe.
Zwischendurch gibt es immer wieder Kapitel, die mit Sternchen betitelt sind. Diese Kapitel widmen sich der Beziehung zwischen Len und einer Meise.
Die zweite Hälfte des Buches fand ich eingängiger und spannender, leider blieb einiges für mich zu oberflächlich, ich hätte mir mehr Tiefe in der Handlungserzählung gewünscht.
Insgesamt ist "Das Vogelhaus" jedoch ein durchaus lesenswertes Buch, das mir einige angenehme Stunden bereitet hat.
Rezensionen von KimVi:
Viveca Sten in Bestform!
Flucht in die Schären von Sten Viveca
Mina Kovač lebt an der Seite ihres Mannes Andreis in ständiger Angst. Er misshandelt sie grundlos und in letzter Zeit werden die Angriffe immer brutaler. Andreis scheint langsam völlig die Kontrolle über seine Aggressionen zu verlieren. Als Mina vergisst, einen Staubsauger wegzuräumen, prügelt Andreis sie bei seiner Heimkehr krankenhausreif.
Ein anonymer Anrufer, der Polizei und Rettungsdienst informiert, kann gerade noch verhindern, dass Mina totgeprügelt wird. Mina kommt ins Krankenhaus und Andreis in Gewahrsam. Andreis steht außerdem unter Verdacht, Steuerhinterziehung im großen Stil zu betreiben und illegalen Geschäften nachzugehen. Doch bisher fehlen der Staatsanwältin Nora Linde die Beweise, um ihren Verdacht zu untermauern. Wenn Mina ihren Mann anzeigen würde, hätte Nora die Möglichkeit ihn länger festzusetzen und ihre Anklage gründlicher vorzubereiten. Außerdem hat Nora die Hoffnung, dass Mina eine wichtige Zeugin sein könnte. Deshalb sucht sie die junge Frau im Krankenhaus auf, um sie dazu zu überreden, ihren Mann anzuzeigen und ihn zu verlassen. Nora bietet ihr den Aufenthalt in einem Schutzhaus an. Doch Mina hat Angst, denn sie weiß genau, wozu Andreis fähig ist....
"Flucht in den Schären" ist bereits der neunte Band, in dem der schwedische Kriminalkommissar Thomas Andreasson, gemeinsam mit seiner Jugendfreundin Nora Linde, ermittelt. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann mühelos folgen, wenn man noch keinen Band der Reihe gelesen hat.
Dieser aktuelle Fall unterscheidet sich deutlich von den Vorgängerbänden, denn normalerweise wird dem Leben auf der Schäreninsel, und den privaten Nebenhandlungen der Hauptcharaktere, weitaus mehr Raum gegeben. Doch dieses Mal stehen Mina Kovač, und die Konsequenzen ihrer Flucht vor dem gefährlichen Ehemann, eindeutig im Zentrum der Handlung. Das wirkt sich sehr auf die Spannung aus, denn die sonst eher gemächliche Krimireihe entwickelt sich in diesem Band zu einem hochspannenden Thriller, bei dem Gänsehaut und Nervenkitzel garantiert sind.
Das Geschehen wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Es gibt außerdem immer mal wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Hier wirft man einen Blick auf Andreis Kindheit in Bosnien. Die Handlungsstränge in der Gegenwart sind durchgehend interessant und häufig so spannend, dass man förmlich in den Sog der Ereignisse gerät und das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. Denn Viveca Sten versteht es hervorragend, Charaktere und Handlungsorte so zu beschreiben, dass man sie beim Lesen mühelos vor Augen hat. Die Gefahr, die von Andreis ausgeht, ist zwischen den Zeilen spürbar. Deshalb hofft und bangt man mit Mina mit und mag manchmal kaum glauben, wie skrupellos Andreis vorgeht. Dadurch liest sich dieser Band quasi von selbst.
Ich habe bisher alle Bände der Reihe mit großer Begeisterung gelesen, doch mit diesem Teil hat Viveca Sten sich selbst übertroffen. Denn die gesamte Handlung wirkte auf mich so spannend, dass ich das Buch bereits nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen mochte. Ich konnte mich ganz auf das Gelesene einlassen und habe mit Mina mitgefiebert. Obwohl ich gestehen muss, dass Thomas Andreasson ein wenig zu sehr zur Randfigur degradiert wurde, bin ich voll und ganz begeistert von diesem Teil der Reihe!
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Scharfstellung
Scharfstellung von Heike Melzer
Sex geht heute auch ohne Partner! Das ist zumindest eine der Entwicklungen, die Heike Melzer täglich in ihrer Praxis beobachtet. Heike Melzer beleuchtet messerscharf diese brisanten Entwicklungen ungeahnten Ausmaßes, die uns früher oder später alle betreffen werden, sei es im Freundeskreis, der eigenen Familie oder Partnerschaft.
'Scharfstellung' von Heike Melzer verspricht ein Buch, das sich tabulos der heutigen Sexualität mit all ihren Facetten widmet. Die inhaltliche Aufarbeitung ist sehr faktenlastig, ich hätte mir öfter auflockernd Beispiele gewünscht. Ja, es ist ein Sachbuch - dennoch ginge es auch weitaus weniger staubig und ermüdend. Insgesamt werden viele Themen angesprochen, was durchaus interessant ist. Leider blieben die Ausführungen dabei oft oberflächlich - ich hätte mir mehr inhaltliche Tiefe und dafür ein geringeres Themenspektrum gewünscht. Qualität vor Quantität.
Schade, denn die Thematik hat durchaus Potential ein spannendes Sachbuch zu füllen - hier ist es der Autorin leider nicht so recht gelungen.
Rezensionen von rewareni:
Wunder geschehen
Die Nacht der Vergessenen von Iris Muhl
Es ist Heiligabend und sehr zum Missfallen ihres Mannes Markus macht sich Nicole, genannt Niki, wieder einmal auf den Weg zur ,,Roten Meile´´. Eine besondere Seitenstraße in der Großstadt, wo Prostituierte, Obdachlose und noch so manch andere eisame und verzweifelte Menschen auf der Suche nach einem schöneren und besseren Leben sind.
Es ist kalt und unwirtlich und Niki und ihre Kollegin Heidi stehen wieder einmal vor dem Salon die ,,Schwarze Traube´´ wo sie bereits seit einem Jahr jede Woche anklopft und um Einlass bittet. Doch der Heilsarmee - Offizierin wird auch jetzt kein Einlass gewährt. Von Selbstzweifel geplagt, von Hoffnungslosigleit übermannt und der Frage, ob es sich noch lohnt anderen Menschen, die offensichtlich keine Hilfe wollen, hartnäckig jede Woche diese trotzdem anbieten zu wollen, beginnt sie auch an Gott zu zweifeln und sieht für sich keine andere Wahl als aufzugeben. Aber es ist der Weihnachtsabend und manchmal geschehen auch noch Wunder.
Die Autorin , Iris Muhl, hat mit dem Roman ,, Die Nacht der Vergessenen´´ eine bewegende Weihnachsgeschichte geschrieben, deren Geschichten auf wahren Begebenheiten beruhen. Ein wunderschönes, einfach gehaltenes Cover, erzeugt eine besondere Stimmung, wo man schon eintauchen kann in die emotionalen Lebensgeschichten.
Ein angenehmer und besonders einfühlsamer Schreibstil drückt auch zwischen den Zeilen viele Gefühle aus.
Seite 211 ,, Man darf die Menschen nicht einfach aufgeben, sinniert sie glücklich. Man soll die Felder niemals trocken legen, soll die Quellen im Ackerland erschließen und die Erde pflügen, und manchmal, wenn es angebracht ist, auch Grundstücksgrenzen überschreiten - auch wenn unsere Fürsorglichkeit bisweilen unvollkommen und lückenhaft ist.´´
Die Geschichten der Autorin handeln von Frauen, die von ihrem Zuhälter ausgenutzt und geschlagen werden, von Frauen, die davon träumen wieder in ihre Heimat zurück kehren zu können, wo ihre Familien auf sie warten oder von einem Obdachlosen, dessen einziger Halt in seinem verpfuschten Leben sein treuer Hund ist, der selbst in der kältesten Nacht nicht von seiner Seite weicht.
Es sind berührende Schicksale die zu Herzen gehen und in eine Welt blicken lassen, die hinter verborgenen Türen liegen und kaum jemand wissen möchte, was dahinter eigentlich passiert.
Mit welchen Wünschen, Versprechungen und vor allem Hoffnungen junge Frauen in ein anderes Land oft kommen weil sie ihre Familien finanziell unterstützen möchten, aber schon bald merken, dass ihr Traum von einem schönen Leben wie eine Seifenblase zerplatzt.
Die Protagonistin Niki wird von der Autorin mit einem großen Herzen und einen unerschütterlichen Glauben an das Gute ausgestattet. Aber sie zeigt auch auf, dass nicht immer der Glaube und der Wille helfen zu wollen ausreicht um nicht ins Wanken zu kommen und ob das, was man tut, zu einem Erfolg führt.
Viele Gedanken der Frauen im Salon rühren immer wieder zu Tränen, weil sie sehr oft von Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Sehnsüchten und zerplatzten Träumen erzählen. Aber es ist auch ein Roman, der zeigen soll, dass man nie die Hoffnung aufgeben soll, dass Hartnäckigkeit immer wieder zum Ziel führen kann und dass einfach das Zuhören für einsame Menschen gleichbedeutend ist mit dem Gefühl akzeptiert und verstanden zu werden.
Rezensionen von LadyIceTea:
Ein wundervoller Roman – auch ohne Vorkenntnisse
Die Nacht der Vergessenen von Iris Muhl
Nach dem tragischen Tod ihrer großen Liebe bemüht sich Laura nicht zuletzt wegen ihrer kleinen Tochter Toni in den Alltag zurückzufinden. Doch das Dasein als alleinerziehende Mutter zehrt an ihr – vor allem seit sie von Schwindelanfällen geplagt wird. Wer kümmert sich um Toni, wenn sie wirklich krank ist? Bei einem Ausflug an den Schliersee tritt der Ernstfall ein: Laura wird ohnmächtig, und nur einem aufmerksamen Mann ist es zu verdanken, dass sie gefunden und in eine Klinik gebracht wird.
Was sie nicht ahnt: Florian hat nicht nur ihr Leben gerettet, er wird es auch gehörig durcheinanderbringen.
Ich bin durch das schöne, winterliche Cover auf dieses Buch aufmerksam geworden. Ich kannte zwar den ersten Teil nicht, hatte aber gelesen, dass dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Und so ist es auch.
Der Leser wird sehr angenehm in die neue Geschichte eingeführt und bekommt dabei immer wieder Infos, die zusammenfassen, was im ersten Band passiert ist. Ich hatte dabei nicht das Gefühl, dass zu viel wiederholt wird.
Die Figuren sind alle unglaublich sympathisch. Das Freundschaftsgefüge ist richtig schön und es macht Spaß die fünf miteinander zu erleben. In diesem Buch geht es sehr viel um genau diese Freundschaft und die Besonderheit und Wichtigkeit hat die Autorin sehr gelungen hervorgehoben.
Aber auch Florian, der Lebensretter, und Lauras kleine Tochter Toni spielen eine wichtige Rolle. Toni ist einfach zuckersüß und gibt der Geschichte noch mal einen besonderen Glanz. Manchmal finde ich kleine Kinder in Büchern störend aber hier war dies ganz und gar nicht der Fall. Sie musste einfach dabei sein. Genauso wie Florian. Er ist nicht nur der Lebensretter, sondern eine warmherzige, rücksichts- und liebevolle Figur. Ich mochte ihn auf Anhieb.
Die Geschichte entbehrt nicht an Drama aber die Autorin greift zum Glück dabei nicht auf das Typische Streit-Drama zurück. Hier geht es um Verlusts- und Lebensängste, wodurch alles noch an Tiefe gewinnt.
Mir hat das Buch viel Freude bereitet und ich denke, auch ohne den ersten Band gelesen zu haben, ist dies eine gelungene Fortsetzung.
Rezensionen von leserin3@bluewin.ch:
Starke Chinesinnen von heute
Mulans Töchter von Bettine Vriesekoop
Die niederländische Autorin Bettine Vriesekoop studierte und arbeitete längere Zeit in Peking. Sie kennt also die dortigen Veränderungen in den vergangenen Jahrzehnten. Nun beleuchtet sie im Sachbuch "Mulans Töchter" die Situationen von Chinesinnen von heute, besonders die der neu geschaffenen Mittelklasse.
Als Ausgangspunkt wählt sie Mulan, die legendäre Soldatin, die als Mann getarnt in einem Heer für den Khan gekämpft haben soll. Bei den 16 Geschichten geht es hauptsächlich um die Selbstbestimmung der Frauen und den neuen Umgang mit der Sexualität.
Mir war Mulan als Disney-Filmfigur bisher unbekannt. Sie wird wegen ihres Mutes in China heute noch verehrt und ihr Andenken hochgehalten. Am Schluss des Buches ist eine schöne Ballade zitiert, die vor etwa 1600 Jahren entstanden ist.
Die Autorin berichtet über Gespräche mit Chinesinnen aus den verschiedensten Berufen. Diese führen heute ein völlig anderes Leben, stark sind sie offensichtlich nach wie vor, wenngleich sowohl Vergangenheit als auch Traditionen ihnen oft noch Fesseln anlegen. Mir scheint, dass einige vom aktuellen Wandel verunsichert und noch nicht so im Aufschwung angekommen sind wie die Männer.
Andrerseits übten Chinas Frauen bereits in den Zeiten der verkrüppelten, eingebundenen Füsse eine erstaunlich grosse Macht über die Männer aus, selbst wenn sie keine Rechte besassen. Das ist klingt wie ein Widerspruch, es illustriert jedoch die Frauenpower seit alters her, vor der viele Männer Angst haben und die sie wohl bis in alle Ewigkeit zu unterdrücken versuchen. Zwar ist die Quote der weiblichen Wissenschaftler höher als anderswo, doch in der Politik bewegt sie sich bei 4 Prozent.
"Frauen haben in der Politik also nichts zu sagen und keine berufliche Perspektive?", wird die Studentin Xia Yewei gefragt. – "Genau, Frauen haben in der Politik keine Zukunft", antwortet diese.
China hat sich gerade in den beiden vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt, und in den europäischen Touristenstädten haben handyposierende Chinesen die Japaner mit ihren Kameras abgelöst. Im viertgrössten Land der Welt gibt es nach wie vor ganz andere Familienstrukturen, Erwartungen und Verantwortlichkeiten als in unserm gewohnten Mitteleuropa. Die Reportagen über die kämpferischen Nachfolgerinnen Mulans sind recht interessant, und es liegt auf der Hand, dass die eigene bisherige Meinung zum Leben der Chinesinnen beim Lesen korrigiert wird.
Die einzelnen Kapitel sind mit Illustrationen angereichert. Dazu gibt es für das nötige Verständnis der Ausdrücke ein Glossar sowie eine Zeittafel zur Orientierung. Das poetisch-zarte und dennoch kräftige Coverbild erweckt auf dem Büchertisch sofort Aufmerksamkeit.
Die kurzen Texteinheiten sind eingängig und locker geschrieben. Ich hätte mir jedoch mehr als nur diese kurzen Infos gewünscht, vor allem: Wie gehen die vielen Frauen, die zur Unterschicht gehören und die noch weit mehr jeden Tag Kämpferinnen und Rebellinnen sein müssen, mit den Bedingungen der Moderne um?
Ein wenig gestört haben mich die häufigen Fehler der Übersetzerin, etwa das "Olympiastadium", die wenig Sorgfalt bezeugen. Öde wirken die vielen Wiederholungen. Sie werten das Büchlein ab. Schade.
Rezensionen von kkarin:
Zwischenmenschliches am Wiener Kongress
Küsse am Wiener Kongress von Sophia Farago
Zum Inhalt:
Nach der Besiegung Napoleons und dessen Exil auf Elba treffen sich gekrönte Häupter und Spitzendiplomaten im Jahre 1814 in Wien, um die Neuordnung Europas zu verhandeln.
Zur britischen Delegation rund um Außenminister Castlereagh zählen auch der verwitwete Herzog of Landmark, der von seinem Adjutanten Bertram Barnett, dem gerade volljährig gewordenen Viscount of Panswick, begleitet wird.
Ihnen zur Seite steht Bertrams ebenfalls verwitwete Cousine Agatha, um an der Tafel des Herzoges als Gastgeberin zu fungieren und sich um dessen dreizehnjährige Tochter Lizzy zu kümmern. Zugleich hofft Agatha, ihre verschwundene Schwester in Wien zu finden.
Bereits vom ersten Tag der Reise an liegen sich der traditionelle Landmark und die selbstbewusst, weitgereist und gebildet Agatha in den Haaren. Nach einer kühlen Kosten-Nutzen-Rechnung bittet sie der Herzog um ihre Hand, doch Agatha, die bereits mehr für ihn empfindet, stellt Bedingungen.
Gleichzeitig wandelt auch Bertram auf amourösen Spuren, jedoch scheint seine angehimmelte Hanni nicht standesgemäß. Im Falle einer Ehe würde er die Gesellschaft und Familie brüskieren.
Meine Meinung:
Bei KÜSSE AM WIENER KONGRESS handelt es sich bereits um den 4. Teil der Lancroft Abbey Reihe, jedoch kannte ich bislang kein Werk der Autorin Sophia Farago und bin ich erst mit diesem Band eingestiegen. Bereits zu Beginn wird auf die Familiengeschichte von Lancroft Abbey samt einer Liste der wichtigsten Personen und Begriffe im Anhang verwiesen, mit dessen Hilfe ich problemlos in den 4. Teil einsteigen und mitgerissen wurde.
Sophia Faragos flüssiger Erzählstil besticht vor allem durch mit ihrer Dialogstärke (überaus unterhaltsame Wortgefechte zwischen dem Landmark und Agatha) und ihren fundierten Geschichts- und Ortkenntnissen. Alleine die Beschreibung der strapaziösen Anreise nach Wien lässt einen perfekt in die damalige Zeit eintauchen.
Als Fan von Büchern, in denen Wien Handlungsspielort ist, war das Buch ein wahrer Lesegenuss für mich! Und obwohl ich dachte, über die Zeit des Wiener Kongresses bestens unterrichtet zu sein, konnte mich Sophia Farago mit interessanten (und ekeligen) Details überraschen.
Besonders gelungen erscheint mir in diesem Zusammenhang, dass sie Wien nicht nur aus der Sicht der Gäste beschreibt, bei welchen das österreichische Kaiserhaus durch Opulenz und Prunk zu punkten trachtete, sondern auch immer wieder Einblicke und Eindrücke der Wiener Wohnbevölkerung zum Spektakel der damaligen Zeit einfließen lässt.
Dass auch die Rolle der Frau und beginnende Emanzipation am Beispiel der Wiener Salons oder Kaffeehaus-Tradition aufgezeigt wurde, hat mir zudem sehr gut gefallen.
Köstlich sind auch die interkulturellen Missverständnisse, wenn Briten auf WienerInnen treffen, insbesondere im Falle Bertrams, bei dem nur bedingt seine unzureichenden Deutsch-Kenntnisse ins Vordertreffen geführt werden können, sondern vielmehr seine jugendliche Unerfahrenheit und Naivität, die phasenweise beinahe schon schmerzhaft für den Leser ist.
Abgerundet wird der positive Gesamteindruck durch die beobachtbare Entwicklung des Landmarks, der sein traditionelles Frauenbild – auch unter Berücksichtigung, wie er sich das zukünftige Leben seiner Tochter Lizzy wünscht - weiterzuentwickeln vermag.
Fazit:
Ein überaus unterhaltsamer und bestens recherchierter historischer Liebesroman zu Zeiten des Wiener Kongresses. Ich werde mir auch die Vorgängerbände gönnen, um zu sehen, ob die gesamte Lancroft-Abbey-Reihe ebenso fesselnd ist oder ob mich Band 4 wegen der wunderbaren Wien-Beschreibungen vereinnahmt.
Rezensionen von kkarin:
Ernestine & Anton: Wiens erfolgreiches Rentner-Ermittler-Duo bei ihrem 3. Fall an Bord der Jupiter
Mord auf der Donau von Beate Maly
Zum Inhalt:
Wien 1923: Ernestine Kirsch, eine pensionierte Lateinlehrerin, bekommt zwei Karten für das Luxusdampfschiff Jupiter für eine Fahrt Wien-Budapest-Wien und kann ihren Vermieter und guten Freund, Anton Böck, einen in Ruhestand befindlichen Apotheker, mit einer Filmvorführung an Bord locken, sie zu begleiten.
Doch nach dem Genuss einer Szegediner Fischersuppe leiden fast alle an Bord und es gibt einen Toten. Der Kapitän, um den guten Ruf der Jupiter besorgt, möchte die Suppe (oder einen natürlichen Tod) dafür verantwortlich machen und scheint auch schnell einen Schuldigen gefunden zu haben, doch für Ernestine und Anton sind dies keine befriedigenden Antworten, denn einerseits legt der Anblick der Leiche eine andere Todesursache nahe und andererseits befinden sich einfach zu viele Verdächtige an Bord …
Wird es den beiden gelingen, das Mysterium um den Tod des ungarischen Grafen von Jesenky zu klären?
Meine Meinung:
Obwohl Ernestine und Anton bereits zum dritten Mal gemeinsam ermitteln, habe ich sowohl sie als auch deren Autorin, Beate Maly, erst mit diesem Band kennengelernt, konnte der Geschichte aber aufgrund des flüssigen und humorvollen Erzählstils sofort und problemlos (ohne Vorkenntnisse) folgen.
Beate Maly stattet ihre beiden Hauptprotagonisten mit derart liebenswürdigen Charaktereigenschaften aus - die patente, neugierige, alleinstehende Ernestine und der beinahe allen kulinarischen Genüssen erliegende Anton, der sich zudem rührend um seine Tochter Heide und die Enkeltochter Rosa kümmert und dem Ernestine sehr am Herzen liegt – dass es eine Freude ist, den beiden silver agern bei ihren Aktivitäten zu folgen.
Zudem überzeugt das Buch wegen Beate Malys Wien- (und Budapest)-Kenntnissen, die sie gekonnt „nebenbei“ miteinfließen lässt und dabei nicht nur die wunderschönen Seiten der ehemaligen Kaiserstadt (zB Architektur, Medizin/Psychotherapie, Kulinarik, …) präsentiert, sondern auch die herausfordernden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen der turbulenten Zwischenkriegszeit anspricht (zB Gesellschaftsumbruch, Reparationszahlungen, Inflation, …).
Dieses historische Wissen ist auch am hervorragenden Mix der unterhaltsamen und köstlich skizzierten NebendarstellerInnen abzulesen, welche einerseits - Downtown-Abbey-mäßig - aus der gehobenen Gesellschaftsschichten entstammen und dem damaligen Zeitgeist entsprachen (alter (ungarischer) Adel, neureiche Kondensmilch-Industrielle, ein Rechtsanwalt, ein Psychiater und eine Nervenkranke, ein Schiffskapitän, ein Medium, eine Familie deren drei Söhne im Krieg gefallen sind und die Tochter sich als Karikaturistin zu etablieren versucht, …) und andererseits die Angestellten (Küchenchef, Jungkoch, Gesellschafterin des Mediums, …) und mitten drinnen Ernestine und Anton als interessierte Beobachter.
Fazit:
Als Liebhaberin von Büchern, in denen Wien Handlungsspielort ist, war MORD AUF DER DONAU ein Lesegenuss erster Klasse, zumal ich die Protagonisten Ernestine und Anton ins Herz geschlossen habe. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung und verkürze mir bis dahin mit den beiden Vorgängerbänden die Zeit.
Rezensionen von KimVi:
Spannende Schnitzeljagd
Rotkehlchen - Todkehlchen von Ursula Meyer
Der Juwelier Walter Eibenbrinck wird in seinem Geschäft brutal überfallen. Kommissarin Sieglinde Züricher und ihr Kollege Max Lückmann übernehmen die Ermittlungen. Wenige Tage später werden zwei junge Frauen in ihren jeweiligen Wohnungen erdrosselt aufgefunden. An beiden Tatorten werden Rotkehlchenanhänger gefunden, die offensichtlich beim Juwelier Eibenbrinck zuvor geraubt wurden.
Der Verdacht liegt nahe, dass die Morde miteinander zusammenhängen. Doch auch Beziehungstaten, mit unterschiedlichen Tätern, können Sieglinde Züricher und Max Lückmann nicht ausschließen. Fieberhaft suchen die beiden nach einem Zusammenhang und ersten Spuren, die sie weiterverfolgen können. Für Sieglinde Zürichers Kollegin Cornelia von der Kriminaltechnik ist die eine Ermordete keine Unbekannte. Denn vor ihrem gewaltsamen Tod informierte sie sich über die Gefahren einer Internet-Schnitzeljagd. Cornelia hat den Verdacht, dass diese Schnitzeljagd etwas mit dem Tod der Frau zu tun haben könnte. Cornelia und Sieglinde begeben sich nun selbst auf diese mörderische Schnitzeljagd, die deutlich gefährlicher ist, als beide ahnen...
"Rotkehlchen - Todkehlchen" ist bereits der zehnte Fall für die sympathische Kommissarin Sieglinde Züricher. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann mühelos folgen, wenn man noch keinen Band der Reihe gelesen hat. Wenn man allerdings an der Weiterentwicklung der Charaktere interessiert ist, dann empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. Da die Autorin wichtige Hintergrundinformationen zu den Hauptprotagonisten in die Handlung einfließen lässt, hat man aber auch als Quereinsteiger keine Mühe dem Ganzen zu folgen.
Der Krimi startet sofort vielversprechend, da man den Überfall im Juweliergeschäft beobachtet. Dadurch wird das Interesse an der Handlung vom ersten Moment an geweckt. Der Schreibstil der Autorin ist detailliert. Sie verwendet gerne verschachtelte Sätze, denen man konzentriert folgen sollte, um alle Informationen aufzunehmen. Das lohnt sich allerdings, da Handlungsorte und Charaktere durch die Beschreibungen so lebendig wirken, dass man sie beim Lesen vor Augen hat. Die Handlung wird in der Ich-Form, aus der Sicht von Sieglinde Züricher, betrachtet. Die Kommissarin wirkt sehr sympathisch, da sie auch mal über sich selbst lachen kann. Ihr Humor sorgt gelegentlich dafür, dass man, selbst in äußerst spannenden Situationen, unverhofft über ihre Gedanken schmunzeln muss. Das geht allerdings keinesfalls zu Lasten der Spannung.
Der Fall hat es wirklich in sich, denn zunächst scheinen sich die Puzzlestücke nicht zusammenzufügen. Gemeinsam mit den Ermittlern tappt man fast bis zum Schluss im Dunkeln und muss die eigenen Ermittlungen, die man beim Lesen anstellt, oft überdenken, um neu anzusetzen. Der Krimi wirkt dadurch kaum vorhersehbar und bleibt durchgehend spannend. Die Schnitzeljagd, in der man die Charaktere durch verschiedene Museen in Münster begleitet, regt zum Miträtseln an. Krimifans werden hier sicher voll auf ihre Kosten kommen. Zum Ende hin steigt die durchgehend spürbare Spannung sogar nochmals an, sodass man den Krimi erst aus der Hand legen kann, wenn man alle Zusammenhänge kennt.
Obwohl ich noch keinen Band der Reihe gelesen habe, ist mir der Einstieg in den aktuellen Fall recht gut gelungen. Zunächst musste ich mich zwar ein wenig an den Schreibstil gewöhnen und konzentriert lesen, um ja nichts zu verpassen. Doch genau das hat für mich nach einer Weile den Reiz dieses gut durchdachten Krimis ausgemacht. Denn ich habe die Handlung durchgehend interessiert verfolgt, nach Hinweisen gesucht und wurde doch in die Irre geleitet. Sieglinde Züricher konnte mich ebenfalls begeistern, da mir ihr Humor oftmals ein unverhofftes Lächeln entlockt hat. Ich vergebe deshalb vier von fünf Bewertungssternchen und eine klare Leseempfehlung für Krimifans.










