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Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Serienauftakt mit kleinen Schwächen

Die Autorin entführt ihre Leser nach Nîmes, jene alte Römerstadt, die durch ihren Pont du Gard weltberühmt ist.
Und der ist gleich Schauplatz eines Todesfalls – ein Mädchen fällt vom Aquädukt.

Doch das wird nicht die einzige Tote sein. Beinahe gehört die Untersuchungsrichterin Mathilde de Boncourt, die eben an einem kniffligen Kriminalfall arbeitet, auch dazu.

Sie wird unmittelbar nach der Verurteilung des Ehepaars Jalabert, die das afrikanische Mädchen Aminata als (Sex)Sklavin gehalten haben, niedergeschossen. Ein Zufall? Genauso wenig, wie Aminatas plötzlicher Tod im Zeugenschutzprogramm.
Also ermittelt Mathilde während ihrer Rekonvaleszenz von St. Gilles, ihrem Zuhause, aus weiter. Immer an ihrer Seite Commandant Rachid Bouraada. Sie wälzen alte Akten und entdecken, dass in den letzten Jahren mehrere Mädchen auf auffällig zufällige Weise ums Leben gekommen sind.

Ein zweiter Handlungsstrang ist der des Schriftstellers Martin Endress, der einen Reiseführer über das Languedoc schreiben soll. Doch führt ihn auch Privates in die Gegend um Nîmes: Seine Großeltern sind 1941 auf der Flucht aus dem Internierungslager von Les Milles vor den Nazis. Weil Anne, die kleine Tochter des Ehepaars Reuter fiebert, wenden sie sich in St. Gilles an den Gemeindearzt Dr. Barbier. Kurz nachdem die die Ordination verlassen, hat die Familie einen schweren Autounfall, bei der Martins Großmutter Sarah schwer verletzt wird und wenig später an den Unfallfolgen stirbt.
Martin begibt sich nach dem Tod seiner Mutter Anne auf Spurensuche und erhofft sich von Dr. Barbier, sollte er noch leben, Informationen.

Martin und Mathilde treffen auf dem Markt von Ucès aufeinander. Martins Suche nach Dr. Barbier führt ihn auch auf das Château de Boncourt. Rémy de Boncourt, Mathildes Großvater, weiß mehr über die Flucht von Martins Großeltern als er zu sagen bereit ist.


Meine Meinung:

Ich finde die Idee sehr ansprechend. Doch gäben beide Handlungsstränge jeweils einen Fall für sich her.

Zum einem spricht die Autorin die Ausbeutung junger afrikanischer oder/und osteuropäischer Frauen und Mädchen an, die unter Vorspiegelung falscher Tatsachen wie Sklavinnen gehalten werden und den Mächtigen für ihre perversen Spielchen zur Verfügung stehen müssen.

Andererseits ist die Fluchtgeschichte von Martins Großeltern ein sehr wichtiges und tragisches Thema, über das sehr viel geschrieben werden könnte.

So kommen, für meinen Geschmack, beide Handlungsstränge ein wenig zu kurz bzw. überlagern sich die Ereignisse ein wenig. Denn beide Geschichten haben jeweils einen Höhepunkt, der leider in dem des anderen ein wenig untergeht. Das finde ich sehr schade!

Obwohl Mathilde bei ihren Ermittlungen weiterkommt – es gibt außer den toten Mädchen – noch aktuelle Tote, ist dieser Fall nicht wirklich abgeschlossen. Die hohe Anzahl der Toten erscheint übrigens bemerkenswert. Weder sind die wirklichen Drahtzieher hinter dem Mädchenhändlerring gefasst, noch ist das Schussattentat auf Mathilde geklärt. Die unverhohlene Drohung des Polizeipräfekten, die er zu Mathilde äußert, lassen hier eine Verwicklung bis ganz nach oben vermuten. Das wird wohl im zweiten Fall aufgeklärt werden.

„Wir wollen doch nicht, dass eine so engagierte und geschätzte Untersuchungsrichterin ein zweites Mal Opfer eines schändlichen Attentats wird.“ (s. 301)

Die Charaktere sind recht gut gelungen, haben sie doch Ecken und Kanten. Mathilde polarisiert mit ihrem Zigarettenkonsum. Ich persönlich muss eine Kette rauchende Ermittlerin jetzt nicht unbedingt haben, aber es passt gut zu der Figur. Sympathisch finde ich den häufig ernst auftretenden Rachid Bouraada, der als Kind algerischer Einwanderer immer wieder auf Grund seiner Herkunft geringgeschätzt wird.
Martin wirkt zu Beginn ein wenig unbedarft. Die intensive Suche nach der Fluchtgeschichte nehme ich ihm anfangs nicht so ganz ab. Das ist eben die Crux an der Sache, wenn zwei gleich starke Themen und Handlungsstränge aufeinandertreffen. Da bleibt, meiner Meinung nach, wie schon weiter oben geschrieben, zwangsläufig ein bisschen etwas offen.

Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin Sebastian, den jungen Mann und Enkel von Rémy, der mit Downsyndrom geboren wurde und von seiner Mutter mehr verhätschelt wird, als beiden guttut. Seine Geschichte wirkt auf mich beinahe wie ein dritter Handlungsstrang, der sich nicht so recht entwickeln darf, obwohl das eine sehr interessante Fügung sein könnte, zumal sich Martin mit Sebastian ganz gut versteht.

Aufgefallen ist mir, dass häufig die Hilfsverben „haben“ und „sein“ bemüht werden, wo aktivere Verben durchaus einen anspruchsvolleren und flotteren Stil ergeben könnten.

Auf einen weiteren Fall freue ich mich dennoch. Ich möchte ja unbedingt wissen, wie es mit Mathilde, Martin und Rachid weitergeht.

Fazit:

Ein guter Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, der hin und wieder kleine Schwächen aufweist. Gerne gebe ich hier gute 3 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Ein wunderbares Buch

Stille Nacht von Thomas Hochradner; Michael Neureiter

2018 jährt sich die erste Aufführung des wohl bekanntesten Weihnachtsliedes zum 200. Mal. Aus diesem Anlass erscheinen gleich mehrere Bücher. Dieses hier zeichnet sich durch penible Recherche und wissenschaftliche Aufarbeitung zahlreicher Quellen, Legenden und Facetten aus. Mehr als 30 Autorinnen und Autoren haben an diesem tollen Buch mitgewirkt.

Zu Beginn wird die Entstehungsgeschichte sowie die beiden Biografien von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr präsentiert.

Sehr interessant ist für mich die soziale Umgebung, in der das Lied entstanden ist. Salzburg ist 1818 nur mehr ein schaler Abklatsch seiner früheren Bedeutung. Teile des ehemaligen Erzbistums sind im Zuge des Wiener Kongresses an Bayern abgetreten worden und der Rest dem Erzherzogtum Ob der Enns zugeschlagen. Die Hauptstadt Salzburg verfällt in die Bedeutungslosigkeit. Auf dem Land hungern die Menschen. Die Auswirkungen des „Jahres ohne Sommer (1816)“ nach dem Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien 1815 sind deutlich spürbar.

Das Buch gibt einen wunderbaren Einblick auf das Schulwesen jener Zeit. Bauernkinder konnten auf Grund der Arbeiten am Hof nur wenige Wochen in die Schule gehen. Die ist noch dazu kostenpflichtig. Von der Anzahl der unterrichteten Kinder ist das Salär des Lehrers abhängig.

Weitere Beiträge behandeln die Verbreitung des Liedes sowie die Urheberstreitigkeiten in den 1870er und 1890er Jahre (S. 101 ff). Dazu zitiert Mitautor Thomas Hochradner aus der damals erscheinenden „Salzburger Chronik“ Leserbriefe und Antworten.

Als Technikerin fasziniert mich das Kapitel über die, schon früh einsetzende technischen Möglichkeiten der Verbreitung des Liedes. Sei es via mechanische Spieldose oder als Walze im Musikapparat. Skurril mutet der musikalische Christbaumständer aus dem Jahre 1900 an (S.131).
Erstaunlich auch die frühe filmische Umsetzung des Liedes (1910). Allerdings sind nicht alle Filme über Gruber und Mohr recht gelungen. Da gibt es den einen oder anderen ordentlichen Missgriff (z.B. ein Machwerk, das Joseph Mohr als liebestollen Priester darstellt, das niemals in die Kinos gekommen ist) (Siehe S. 162 ff).

Sehr interessant ist auch die Veränderung des Weihnachtsfestes von einem besinnlichen Kirchenfest, an dem man eine Krippe aufgestellt hat, zu einem kommerziellen „Geschenkefest“. Dazu werden das Kopfschütteln und die Unmutsäußerung von Erzherzog Johann zitiert (S. 75). Durch seine protestantische Schwägerin Henriette von Nassau kommt ja der mit Kerzen, Glitter und Süßigkeiten geschmückte Nadelbaum ins erzkatholische Österreich.

Wie schon vorab erwähnt, gefallen mir die sozialgeschichtlichen Aspekte rund das Weihnachtsfest und die Weihnachtsmusik sehr gut.

Bei einem so bekannten Lied bleibt es nicht aus, dass es auch für politische Zwecke ge- (und manchmal miss-)braucht wird. „Wilde Nacht, streikende Nacht!“ und ähnliches singen die Arbeiter. Im Ersten Weltkrieg kursieren mehrere Umdichtungen. Auch in der Weimarer Republik des Zwischenkriegsdeutschlands gibt es neue Texte. Ein Blick auf den Nationalsozialismus zeigt, dass das Singen von (christlichen) Weihnachtslindern zwar nicht explizit verboten, jedoch verpönt ist.

Ein Kapitel beschäftigt sich mit der Vermarktung des Liedes als Pophit: Von Bing Crosby bis Sinhead O’Connor. In allen Richtungen der Unterhaltungsmusik ist „Stille Nacht“ angekommen und ist als (manchmal störender) Ohrwurm die ganze Adventzeit zu hören.

Interessant zu lesen ist auch, wer und welche Gemeinde am Ruhm des Weihnachtsliedes mitnaschen will. Diese sind vor allem die 13 Trägergemeinden der „Stille-Nacht-Region“. Die Balance zwischen Gedenken und Vermarktung, ist nicht einfach zu halten.

Was mir persönlich besonders gut gefällt, ist das reduzierte, aber dennoch ins Auge fallende Cover: die grüne Darstellung der Melodie als Frequenzmuster, erinnert mich frappant an einen querliegenden Weihnachtsbaum.

Viele Fotos, Faksimiles und ausführliche Quellen machen dieses Buch zu einem tollen Nachschlagewerk zum wohl bekanntesten Weihnachtslied. Das Buch bietet sich als qualitativ wertvolles Geschenk wie von selbst an.

Fazit:

Ein umfangreiches, detailliertes und interessantes Buch zum „Stille-Nacht-Lied“. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

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Ein wunderbares Buch

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Serienauftakt mit kleinen Schwächen

Straßburger Geheimnisse - Kommissar Sturnis erster Fall von Stefan Böhm

Autor Stefan Böhm entführt uns in seinem Debüt-Krimi, der der Auftakt zu einer Reihe ist, nach Straßburg.

Der Kabinettchef des EU-Präsidenten ist während einer Gedenkfeier plötzlich verstorben. Um Fremdverschulden bei einem so hochrangigen EU-Beamten auszuschließen, wird der Leiter der Straßburger Mordkommission Antoine Sturni wird aus seinem freien Wochenende, das er mit seinem Sohn Christian verbringt, in das Gebäude des Europäischen Parlaments gerufen.

Doch schon beim ersten Augenschein nistet sich ein leiser Zweifel an einer natürlichen Todesursache bei Sturni und dem diensthabenden Arzt ein, die von der späteren Obduktion bestätigt werden: Dr. Werner Hasselfeld ist ermordet worden.

Sturnis Ermittlungen stechen in ein Wespennest voll Machtkämpfen, Intrigen und Korruption innerhalb der Europäischen Kommission.

Es wird dem sympathischen Elsässer Patrioten nicht leicht gemacht, den Fall aufzuklären. Auch sein ehrgeiziger Chef, der die Elsässer für einfache Hinterwäldler hält, hat seinen Anteil an Sturnis Ärger.

Meine Meinung:

Mir hat dieses Krimi-Debüt recht gut gefallen, da es Interna der Europäischen Union ein wenig aufs Korn nimmt. Kaum jemand weiß um die Vorgänge im Europäischen Parlament so richtig Bescheid - auch Antoine Sturni nicht. Dafür hat er einen befreundeten Journalisten, der ihm (und uns Lesern) einiges erklärt – das ist sehr gut gelungen.

Weniger gut ist stellenweise der Schreibstil, der häufig die Hilfsverben „haben“ und „sein“ bemüht, wo aktivere Verben durchaus einen anspruchsvolleren und flotteren Stil ergeben könnten.

Gut herausgearbeitet ist der Konflikt des leitenden Kriminalbeamten, dessen Arbeit sich nicht an vorgegebenen Arbeitszeiten hält. Daran ist ja auch seine Ehe mit Caroline gescheitert. Dies wird allerdings mehrfach wiederholt. Die Leser merken sich das schon, daher hätte darauf verzichtet werden können.

Eine Liebesbeziehung an der Arbeitsstelle ist oft problematisch. Hier bin ich gespannt, wie es mit Antoine und Margeaux weitergeht. Im Moment scheinen ja alle recht zufrieden zu sein, doch der Alltag könnte auch hier wieder „zuschlagen“.

Fazit:

Ein guter Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, die hin und wieder kleine Schwächen aufweist. Gerne gebe ich hier gute 3 Sterne.

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Serienauftakt mit kleinen Schwächen

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Ein Reiseführer, der uns schaudern lässt

111 schaurige Orte in der Steiermark, die man gesehen haben muss von Robert Preis

Die Reihe „111 Orte“ wird seit Kurzem durch „schaurige“ oder „mystische“ ergänzt. Robert Preis, Krimi-Autor aus Graz, der auch das eine oder andere Buch mit Fantasy- bzw. Sagenelementen geschrieben hat, nimmt seine Leser auf eine Reise zu schaurigen Punkten in der Steiermark mit.
Neben Sagengestalten wie „Die Trud“ (Nr.

1) zeigt uns der Autor Richtstätten wie z. B. Nr. 4 und Nr. 102.

Einen großen Teil der schaurigen Orte bilden die Lager der NS-Zeit. Spät, aber doch wird den ermordeten Juden, Zwangsarbeitern oder Regimekritikern durch Errichtung von Gedenkstätten gedacht, um die Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. (u.a. Nr. 11, 13, 24, 27, 32, 40, 50, 65, 89).
Auch Verbrechen der jüngsten Vergangenheit finden ihren Niederschlag (u.a. Nr. 23, Nr. 95).

Ein besonders grausames Schicksal wurde Marie zuteil, die des Diebstahls verdächtigt und schwerer Folter unterzogen wurde. Wie sich später herausgestellt hat, war das Dienstmädchen unschuldig. Als Krüppel hat Marie ihr Leben gefristet (Nr. 38). Kurz darauf soll Maria Theresia die schwere Folter abgeschafft haben.

Die Fotos sind dem Thema angepasst und wirken melancholisch. Bei manchen ist der Zusammenhang zum Ort des Grauen nicht auf den ersten Blick zu erkennen.

Wie in allen Büchern der „111“-Reihe findet sich am Ende des Buches eine Landkarte mit den besprochenen Orten.

Fazit:

Wieder ein gelungener Reiseführer aus dem Hause Emons, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

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Ein Reiseführer, der uns schaudern lässt

Rezensionen von Caroline :

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Wow, was für ein tolles Buch rund um ein sensibles Thema

Nicht weg und nicht da von Anne Freytag

3 mm von ihrem Haar hat Louise stehen gelassen. So taucht sie bei der Beerdigung ihre großen Bruders auf. Kristopher hat sich das Leben genommen und hinterlässt seine Mutter und Louise. Beide reagieren unterschiedlich auf diesen gravierenden Einschnitt. Die Mutter arbeitet noch mehr als sonst und Louise verändert ihr Äußeres und schottet sich komplett von der Welt ab.

Sie war nie besonders gesprächig oder gesellig, nun jedoch vereinsamt sie zunehmend.


Erst als sie Jacob kennenlernt, bröckeln die aufgebauten Mauern. Er versteht sie in ihrer Trauer wie kein anderer. Er bedrängt sie nicht und ihr gemeinsames Schweigen bringt ihr Ruhe.

Doch als sie eine eMail von ihrem verstorbenen Bruder bekommt, gerät ihr Leben wieder ins Wanken. Wie soll sie auf diese Nachricht reagieren? Kann sie daraus Trost schöpfen oder bringt sie sie noch mehr durcheinander?

Wie hat es mir gefallen?

Dieses Buch lag nun schon einige Zeit auf meinem SuB. Ich kann nicht glauben, dass ich so lange gebraucht habe, um es zur Hand zu nehmen. Ich mag Anne Freytags Geschichten. Sie beschäftigt sich mit sehr sensiblen Themen, die Jugendliche interessieren und auch berühren. War es in „mein bester letzter sommer“ das Thema tödliche Krankheit, dreht sich hier das Buch um Selbstmord eines Jugendlichen.

Die Geschwister Louise und Kristopher stehen sich ungemein nahe. Louise ist immer an Kristophers Seite. Damit stellt sich für Louise ständig die Frage, warum sie den Selbstmord ihres Bruders nicht verhindern konnte. Was hätte sie tun können, um ihn davon abzuhalten? Die Autorin hat eine Gabe, um mit sanften aber doch direkten Sätzen diese Schuldgefühle zu beschreiben. Ich weiß nicht, ob sie selbst schon dieses furchtbare Erfahrung machen musste, aber sie steckt viel Gefühl in die Geschichte, ohne anzuklagen sondern mit Verständnis und möglichen Wegen aus dieser Trauer.

Da jeder Mensch anders trauert, gibt es keinen pauschalen Weg, um gestärkt aus dieser Erfahrung herauszugehen. Niemand darf bestimmen, wie getrauert wird. Es gibt keine Maßstäbe, wie lange getraut werden soll oder muss. Genau dieses Fingerspitzengefühl legt Anne Freytag an den Tag.

Ich möchte unbedingt das wunderschöne Cover erwähnen. Der Sternenhimmel mit einem Mann der versucht den Himmel hinaufzuklettern. Ein Mann und eine kleinere Frau im Vordergrund. Die Sterne sind erhaben und glitzern im richtigen Licht auch noch.
Wenn man das Buch öffnet, findet man an der Innenseite des Buchkartons verschiedene Wörter in unterschiedlichen Handschriften. Am Ende gibt es eine Playlist mit Songs, die einen wichtigen Stellenwert in der Geschichte hat. Ich habe mir ein paar der Lieder beim Lesen angehört, das mag ich total gerne.

„Nicht weg und nicht da“ ist auch ein passender Titel, den ich vor dem Lesen ein wenig anders interpretiert habe, aber zum Schluss habe ich es nochmals anders verstanden.

Eine gefühlvolle, melancholische Geschichte, die mich berührt hat. Aber sie lässt einen nicht hoffnungslos zurück, sondern zeigt auf, dass das Herz brechen kann, jedoch niemals zerbricht, wenn man Menschen um sich hat, denen man wichtig ist.

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Wow, was für ein tolles Buch rund um ein sensibles Thema

Rezensionen von Caroline :

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Kein gewöhnliches Buch über Überlebende des 2. WK

Das Erbe der Rosenthals von Correa Armando Lucas

Berlin 1939: Die Familie Rosenthal besteigt in der Hoffnung auf ein neues Leben in den USA die „St. Louis“. Als Juden ist ihr Leben in Deutschland in Gefahr. Ihre Wohnung und einige ihrer wertvollen Sammlerstücke müssen sie zurück lassen. Hannah lässt ihr Leben gerne zurück, denn ihr bester Freund Leo mit seinem Vater wird auch auf diesem Dampfer sein.

Leider jedoch schlägt das Schicksal unbarmherzig zu, denn die „St. Louis“ darf nicht in den Hafen von Havanna einlaufen. Nur einige Ausgewählte dürfen in Kuba einreisen. Damit werden Familien auseinander gerissen und der Großteil der Passagiere schippert viele Tage auf dem Meer. Erst nach zähen Verhandlungen wird eine Lösung gefunden.

Hannah wartet inzwischen mit ihrer Mutter in Havanna auf die Ausreisebewilligung in die USA.
Erst viele, viele Jahrzehnte später erzählt sie ihre Geschichte Anna und deren Mutter.

Wie hat es mir gefallen?

Mit diesem Buch habe ich bereits vor einigen Monaten begonnen, es dann unterbrochen. Es schien einfach nicht der richtige Zeitpunkt zu sein.

Nun jedoch konnte ich mich auf die Geschichte richtig einlassen. Anfangs hatte ich wieder einige Probleme mich in den zwei Zeitebenen zurechtzufinden. Doch mit Fortdauer der Handlung fesselte mich das Buch ungemein.

Im Mittelpunkt steht natürlich Hannah. Ihr Leben in Berlin wurde geprägt durch ihren einflussreichen Vater und ihre verletzliche Mutter. Soireen, Kunstveranstaltungen, Parties und Bildung standen für die Rosenthals an der Tagesordnung. Durch die Machtübernahme der Nazis und den damit einhergehenden Einschränkungen für die Juden, verändert sich nahezu täglich die Situation. Hannahs bester Freund Leo ist der Lichtstrahl in ihrem Leben. Seine Persönlichkeit und seine Lebensfreude waren in jeder einzelnen Zeile zu erkennen. Eine Figur, die ich ungemein lieb gewonnen habe.

Hannah zu begleiten, lässt einen durch Höhen und Tiefen gehen. Denn sie muss unglaubliche Erfahrungen machen. Es ist kein typisches Schicksal einer Jüdin, die überlebte. Sie durchlebte keine Jahre in KZs oder Arbeitslagern, aber dennoch erschüttert ihr Lebensweg.

Anna, die ihren Vater niemals kennenlernen durfte, da er am 11. September 2001 während der WTC Attacke in NYC starb. Er wurde in Kuba geboren und nun wurde es Zeit seine Vergangenheit und die seiner Familie zu erzählen.

Das Buch unterscheidet sich grundlegend von anderen Büchern, die im Zweiten Weltkrieg beginnen. Es gibt keine Erlebnisse, die mit Verfolgung zusammenhängen, sondern ein Leben, das anders verlaufen ist, als ursprünglich geplant.

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Kein gewöhnliches Buch über Überlebende des 2. WK

Rezensionen von Petra Sch.:

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aufregend, chaotisch, witzig, magisch und süß

Das Erbe der Rosenthals von Correa Armando Lucas

Kurz zum Inhalt:
Jolandas Eltern haben sich getrennt und deshalb zieht die 10jährige Jolanda mit ihrem großen Bruder Max, ihrer 4jährigen Schwester Leni und ihrer Mama von Bayern nach Hamburg, weil dort ihre Omalona wohnt. Und sie ziehen nicht in eine Wohnung, sondern auf ein Hausboot!
Doch dieses ist baufällig, und Jolanda ist überhaupt nicht begeistert, in eine fremde Stadt zu ziehen, auf ein wackeliges Boot, und ihr Vater ist auch nicht da - und der hat noch dazu eine doofe neue Freundin!
Doch in der neuen Schule gibt es cooles Mädchen; am Hausboot nebenan wohnt ein netter Junge; und in der Nähe des Hausboots treibt sich ein süßer kleiner Waschbär herum, der oft auf die Veranda des Hausboots kommt, welches den Namen "Tomate Mozarella" erhalten hat.

Meine Meinung:
Das Buch besteht aus den drei Einzelbänden "Großer Zeh ins kalte Wasser", "Waschbär über Bord" und "Volle Zauberkraft voraus!"
Die Geschichte ist in ich-Forma aus Sicht von Jolanda geschrieben, und so erhält man als Leser tiefe Einblicke in Jolandas Gefühle. Der Schreibstil ist witzig und flüssig zu lesen, und man möchte gar nicht aufhören zu lesen sondern wissen, welche Abenteuer Jolanda erlebt.
Außerdem war es toll von Jolanda und ihren Freunden, den armen Waschbären im Tierheim helfen zu wollen und Geld für sie zu sammeln.
Und die Entwicklung von Jolanda ist toll zu beobachten: anfangs sträubt sie sich gegen ihre neue Heimat; aber als sie dann Freunde findet, den Waschbären zähmen will und eigentlich auch das Hausboot ins Herz schließt - und somit doch gerne in Hamburg bleiben will, auch wenn sie natürlich ihre alte Heimat Bayern und ihren Vater sehr vermisst.
Ganz süß fanden meine Tochter und ich natürlich alle Szenen, in denen der zuckersüße Waschbär mit dem passenden Namen Gängsta vorkommt, der jedoch für jede Menge Chaos sorgt!
Eine magische Komponente ist auch eingebaut, als Jolanda und ihre Freundinnen das Zauberbuch von Omalona, die einen Hexenladen betreibt, mopsen und sich diverse Dinge herbeizaubern wollen: eine Hauptrolle im Schulmusical, die Liebe eines Jungen, und natürlich Gängsta zu zähmen..

Viele detailreiche schwarz-weiß Illustrationen untermalen das Gelesene.
Das farbenfrohe Cover zeigt Jolanda und Gängsta auf der "Tomate Mozarella" und macht richtig Lust darauf, das Buch zu lesen!


Fazit:
Unterhaltsame Geschichte über die Abenteuer eines tollen Mädchens und eines zuckersüßen Waschbären, die sowohl Groß als aus klein begeistert!

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Kein gewöhnliches Buch über Überlebende des 2. WK

Rezensionen von BarbaraM:

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Die Buddenbergs: Eine Familie, die man sofort ins Herz schließt und mit der man so manches Abenteuer erlebt!

Wir Buddenbergs - Das Geheimnis vor der Tür von Herden Antje

Die Buddenbergs sind eine ganz wunderbare, leicht chaotische, liebenswerte Patchworkfamilie. Bei ihnen ist wirklich immer etwas los und nun steht ein schweres, geheimnisvolles Paket vor der Haustür. Was hat es damit wohl auf sich? Ja, und dann taucht auch noch ein angeblicher Verwandter der Familie auf.

Besteht da wohl ein Zusammenhang? Dies gilt es nun für die Buddenbergs herauszufinden und ganz „nebenbei“ gibt es noch den Vorweihnachtswahnsinn mit Schultheater, Schlittenfahrt, Weihnachtsbaumkauf... – was eben so alles in der Weihnachtszeit anfällt.

Mit ihrem Buch „Wir Buddenbergs – DasGeheimnis vor der Tür“ ist Antje Herden ein spannendes, einfühlsames und so lesenswertes Abenteuer gelungen, das im Fisch Verlag (KJB) erschienen ist, in der gebundenen Ausgabe 220 Seiten umfasst und in 17 Kapitel aufgeteilt ist. Die einzelnen Kapitel eignen sich von der Länge her ganz wunderbar zum Vorlesen. Es ist bereits der zweite Band der Reihe und im Frühjahr 2019 wir schon der nächste Band erscheinen. Darauf sind wir hier schon richtig gespannt.
Die Geschichte ist in einer kindgerechten, alltäglichen und flüssigen Sprache geschrieben. Ein Element, das eine direkte Nähe zum Leser erzeugt und bei uns die Seiten nur so durchrasseln ließ.
Passend zur Geschichte sind viele schöne und witzige Zeichnungen von der Illustratorin Florentine Prechtel zu finden, welche das Abenteuer wunderbar unterstreichen und zum genauen Beobachten und Besprechen anregen.

Die Geschichte um die Buddenbergs weist viele humorvolle, aber auch einfühlsame Momente auf. Besonders toll wird unserer Meinung nach der Gemeinschaftsgedanke der Buddenbergs aufgegriffen. Wir haben diese Familie, die sich gegenseitig so sehr unterstützt, so viel miteinander lacht und erlebt, sofort ins Herz geschlossen.

Fazit: Wir sprechen eine absolute Kaufempfehlung aus, für Jungen und Mädchen ab 7 Jahren, die ein spannendes und lustiges Abenteuer erleben wollen.
Wir haben selten eine Geschichte gelesen, die so unter die Haut geht und dabei doch so witzig ist. Meine beiden Kinder haben dieses Buch „verschlungen“ und ich als Mama auch.
Schade, dass es schon vorbei ist.

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Die Buddenbergs: Eine Familie, die man sofort ins Herz schließt und mit der man so manches Abenteuer erlebt!

Rezensionen von Caroline :

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Pleasure Dome in Las Vegas

Pleasure Park. Zu deinem Vergnügen von Sandra Henke

Las Vegas bekommt eine neue Attraktion. Der „Pleasure Dome“ öffnet seine Pforten und lockt mit seinem außergewöhnlichen Angebot. Jeder sexuelle Wunsch, jede Fantasie kann dort verwirklicht werden.

Ally ist beinahe besessen von diesem besonderen Ort. Zwar ist sie in einer festen Beziehung mit Kyle, aber diese scheint gerade auf Sparflamme zu laufen.

Deshalb wagt sie den unglaublichen Schritt. Gemeinsam mit einer Freundin macht sie sich auf, um den „Pleasure Dome“ zu begutachten. Recht bald verfällt sie den Versuchungen und nimmt Jonas genauer unter die Lupe.

Ihr schlechtes Gewissen ihrem Freund gegenüber lässt ihr natürlich keine Ruhe und sie sucht einen Ausweg aus ihrem Dilemma.

Wie hat es mir gefallen?

Sandra Henkes erotische Romane stehen alle in meinem Regal. Seit „Loge der Lust“ bin ich bekennender Henke Fan und freue mich immer auf die neuen Geschichten von ihr.

Neben den Stories finde ich auch die Covers sehr ansprechend und sehr gelungen. Egal ob damals beim Mira Verlag oder nun bei Heyne. Sehr erotisch aber dennoch nie zu freizügig. Ich bedanke mich auch beim Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Vorstellung von einem Sündenpalast finde ich äußerst spannend und natürlich auch anregend. Ich weiß jedoch nicht, ob ich diese Möglichkeit auch nutzen würde, ob ich den Mut hätte über meinen Schatten springen und meine Moralvorstellungen beiseiteschieben könnte. Daher hatte Ally sofort die Sympathien auf ihrer Seite. Sie hatte ihr Ziel im Blick und verlor es nicht aus den Augen. Ich litt mit ihr und auch Jonas mit. Die zwei ergänzen sich gut und stehen für einander ein. Ihre Gefühle entwickeln sich rasend schnell, aber ich hatte nie das Gefühl, dass es zu hastig von statten ging.

Ich hatte nur ein einziges Problem in dieser Geschichte. Es gelang mir einfach nicht, den Vertrauensbruch hinter mir zu lassen. Einen Partner zu betrügen, auch wenn die Partnerschaft nicht mehr gut funktioniert, kommt für mich nicht in Frage. Reinen Tisch zu machen, wäre für mich notwendig, um mich einer neuen Beziehung widmen zu können. Deshalb ziehe ich einen Stern ab.

Dies tut dem Lesegenuss aber überhaupt keinen Abbruch. Die Geschichte ist höchst erotisch, spannend und wieder einmal einzigartig. Las Vegas als Schauplatz ist natürlich auch passend.

Ich bin gespannt, was sich die Autorin im nächsten Buch einfallen lässt, um ihre Leser zu überraschen und zu fesseln.

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Rezensionen von csac:

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So ein Mist – Ein lustiges und informatives Buch zu Müll, Abfall und Co

So ein Mist von Melanie Laibl

„Alle kennen ihn, alle machen ihn: Mist. Etwas, das die Welt nicht braucht“, doch halt: Mist hat auch „mit klugen Kreisläufen zu tun, mit Vergehen und Gedeihen, mit Reinigen und Erneuern, mit Erfinden und Weiterentwickeln, mit den Tiefen des Ozeans und den Welten des Universums, mit Genuss und Gestank, mit Gesundheit und Krankheit“.

So beginnt ein spannendes, höchst informatives und humorvolles Buch, dessen Inhaltsverzeichnis mit seinem Spiel mit dem Buchstaben V schon ein Kunstwerk für sich ist: In insgesamt 21 Kapiteln wird von „Verteufeln und Verehren – Mist hat viele Seiten“ über „Verschwinden und Vergessen – Kurze Kanal- und Klogeschichte“ und „Vermiesen und Verpesten – Was macht Müll so stinkig“ bis hin zu „Verblüffen und Verbessern – Müll bringt uns auf Ideen“ die gesamte Bandbreite zum Thema abgedeckt.

Dabei schildern die durchwegs humorvollen Texte ohne pädagogisch erhobenen Zeigefinger den Weg des Mülls als Teil eines Kreislaufs, in dem auch der kleinste Rest seine Verwendung findet. So schildert die Autorin Melanie Laibl auf informative Weise, wie alles Tierische zuletzt zu Humus wird, wie bei diesen „Aufräumarbeiten“ im Wald selbst winzige Bodelebewesen eine wichtige Rolle spielen oder aber wie wir Menschen unseren „Müll“ verarbeiten. Begleitet werden diese Texte von den Sprüchen der zauberhaften Schmeißfliege Calliphora, die „müllologisch gebildet“ zu jedem Kapitel ihr Kommentar abgibt.

Neben den unzähligen Sprachspielen und Wortwitzen sind es auch die Illustrationen von Lili Richter, die dem großen und kleinen Leser immer wieder ein Schmunzeln entlocken. Da gibt es auf den Bildern so viel zu Entdecken, so viel zu Forschen, so viele detaillverliebte Kleinigkeiten, die den Charme dieses Buches mit ausmachen und den Leser staunend zurück lassen.

Fazit: Dieses Buch ist ein Kunstwerk, es steckt so viel sichtbare Arbeit, so viel Überlegung und Einsatz in den einzelnen Textpassagen, in den unterschiedlichen Illustrationen, die alle zusammen ein Mosaik an Informationen zum Thema Müll, Abfall und Co bilden. Überzeugend dabei ist vor allem die Leidenschaft der Macherinnen, die in jeder Zeile und jeder Grafik zum Ausdruck kommt und die man zu diesem Thema gar nicht vermutet hätte.
Empfehlenswert für Kinder ab dem Volksschulalter, nicht nur für Zuhause, sondern vor allem auch für den Gebrauch in der Schule.
Absolute Kaufempfehlung!

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So ein Mist – Ein lustiges und informatives Buch zu Müll, Abfall und Co