Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Streiflicht:
Jahreshighlight 2018
Als begeisterter Krimi- und Thrillerleser tauche ich auch immer wieder gerne in fantastische Welten ab – ein wunderbarer Gegensatz. Dass mich dieses Buch aber so packen würde, hätte ich nicht gedacht. Irgendwann ab etwa der Hälfte des Buches wollte ich am liebsten gar nicht mehr weiterlesen, weil ich einfach nicht wollte, dass das Buch endet.
Es ist zu schön und zu gut... Zum Glück hat die Autorin schon angekündigt, dass der zweite Band bereits im Frühsommer 2019 erscheinen soll und es insgesamt noch weitere vier Bände gegeben wird. Das ist im Moment ein Trost für mich, nachdem ich das Buch dann doch zu Ende gelesen – oder besser gesagt verschlungen – hatte.
Die Autorin, die sich nun hauptberuflich dem Schreiben widmet – meiner Meinung nach die beste Entscheidung! – hat ein besonderes Talent, den Leser mit zu nehmen und in ihre Fantasiewelt zu entführen. Sie kann schreiben und beschreiben, erschrecken und bezaubern, sie weckt Emotionen und den Wunsch, selbst so eine herrliche Reise antreten zu können.
Annina Safran hat mit Eldrid eine wunderbare, schöne und zugleich auch schreckliche Welt geschaffen, die man einfach nicht mehr verlassen möchte. So geht es auch Ludmilla, der jugendlichen Hauptfigur, die nach einer Reise durch einen magischen Spiegel erstmals diese fremde Welt betritt und sich verliebt. In die zauberhafte Natur, die magischen Wesen und in das Leben an sich. Sie und der Leser begegnen dem Spiegelwächter Uri, der ein ganz besonderes Wesen ist, und vielen anderen Figuren, die so herrlich beschrieben werden, dass man sie ganz klar vor Augen hat. Als Bodan, meine Lieblingsfigur, zum ersten Mal auftauchte, war ich ganz verzaubert. Ach, könnte ich nur auch durch einen Spiegel reisen...
Zugleich ist aber nicht nur alles wunderbar und zauberhaft in Eldrid. Die magische Welt mit ihren friedliebenden Bewohnern wird bedroht von Schatten, die diese Welt verdunkeln wollen, von finsteren Gestalten, die die Macht an sich reißen und die Bewohner knechten wollen. Was nun Ludmilla damit zu tun, was das Geheimnis ihrer Großmutter Mina ist, was für Pläne Uri hat und woher der Schatten kommt.... das alles müsst ihr selbst lesen! Denn dieses Buch ist einfach zu gut, um es nicht zu lesen, zu schön geschrieben, um es nachzuerzählen und zu spannend und bewegend, um es einfach weg zu legen. Für mich schon jetzt eines der Highlights im Lesejahr 2018!
Rezensionen von Streiflicht:
Einfach nur genial
Das letzte Schaf von Ulrich Hub
Dieses Buch hat mich sofort angesprochen. Eine ganz andere Weihnachtsgeschichte, die das Geschehen aus der Sicht der Schafe beleuchtet. Ich fand den Titel gut und auch das Cover – obwohl mich das normalerweise nicht so beeindruckt. Aber den netten Schafen kann man einfach nicht widerstehen. Sie sind so süß und nett gezeichnet und immer passend zu den jeweils im Text beschriebenen Situationen.
Die Illustrationen sind echt wunderschön.
Ich bin als Erwachsene wohl eigentlich nicht die Zielgruppe für dieses Buch, aber es hat mich wirklich umgehauen. Es ist einfach nur genial. Witzig und mit viel Humor, tiefsinnig und weitblickend, einfach schön und voller Wärme.
Jedes der Schafe hat seinen eigenen Charakter und wird liebevoll beschrieben. Dabei kommt aber auch die lustige Seite nicht zu kurz, denn es gibt ein Schaf mit Seitenscheitel, das täglich von den Hirten entsprechend gekämmt wird, ein Schaf mit Mütze, eines mit Schnupfennase, eines mit Mütze...
Der Text ist so humorvoll geschrieben, dass ich immer wieder lachen musste. So zum Beispiel die Antwort auf die Frage, warum die Hirten nachts am Feuer wachen müssen: damit ein Schaf, das schlecht geträumt hat, sich in ihre Arme flüchten und beruhigt wieder einschlafen kann.
Mit diesem wunderbaren Buch über Weihnachten und die Welt aus Sicht der Schafe habe ich mich sehr gut amüsiert. Es ist durchaus auch für Erwachsene geeignet, die gerne schmunzeln und das Leben nicht so eng sehen. Unglaublich witzig, voller Lebenslust und eine Hommage an die Freundschaft – einfach nur lesenswert!
Rezensionen von Streiflicht:
Gelungene Geschichte, leider viele Fehler
Das letzte Schaf von Ulrich Hub
Wenn ich Darina nicht so mögen würde, hätte ich hier nur drei Sterne vergeben, weil die vielen Rechtschreibfehler, verdrehten Sätze und die oft mangelhafte Übersetzung einfach nerven. Ich finde es wirklich schade, wenn ein Verlag auf so etwas keinen Wert legt – mich stört das sehr und viele andere auch.
Davon abgesehen bietet auch dieser neunte Band der Reihe um die Köchin Darina wieder viel britischen Humor und neue Einblicke in das Leben auf der Insel. Dabei muss man aber bedenken, dass der Roman erstmals Mitte der 90er Jahre erschien – manches wirkt sonst nach über 20 Jahren einfach seltsam oder unpassend.
Gut gefällt mir die Fortentwicklung der Figuren, wenn man die Reihe bereits von Anfang an mitverfolgt. So zum Beispiel auch die Beziehung zwischen Darina und ihrem Mann William, die sich im ersten Buch kennen gelernt haben. Natürlich kann man das Buch sicherlich auch gut ohne Vorkenntnisse lesen, mit macht es aber mehr Spaß, finde ich.
Die einzelnen Figuren im Buch werden gut nachvollziehbar und realitätsnah beschrieben. Gleichzeitig ist auch der Kontrast zwischen Darinas eigentlichem Beruf als Köchin und ihren Ermittlungen immer gelungen. Auch die immer wieder auftretenden Krisen zwischen dem Ehepaar kommen hier wieder vor. Das Ende hat mir gefallen, war nicht vorhersehbar und bot eine gelungene Auflösung des Falles.
Ein schöner Cosy Crime, der wunderbar zeigt, dass es auch ohne viel Blut und Gewalt spannend und unterhaltsam sein kann.
Rezensionen von Streiflicht:
Mord auf See
Das letzte Schaf von Ulrich Hub
Auch der zehnte Band der Buchreihe um die Köchin Darina hat mir wieder gut gefallen! Die Geschichte ist wieder spannend und bis zum Ende interessant. Die Auflösung hat mir gut gefallen, für mich war sie nachvollziehbar, aber nicht vorhersehbar.
Ich mach auch die Fortentwicklung der Figuren, wenn man die Reihe bereits von Anfang an mitverfolgt.
So zum Beispiel auch die Beziehung zwischen Darina und ihrem Mann William, die sich im ersten Buch kennen gelernt haben. Natürlich kann man das Buch sicherlich auch gut ohne Vorkenntnisse lesen, mit macht es aber mehr Spaß, finde ich.
Nachdem ich gerade erst den neunten Band gelesen hatte, war ich noch voll im Flow und bin regelrecht durch dieses Buch gerauscht. Die Kreuzfahrt, auf der sich Darina und ihr Mann William befinden, sorgt für eine neue, interessante Szenerie und einen Perspektivenwechsel. Ich fand das alles sehr gut beschrieben, die vielen Leute, die sich kaum aus dem Weg gehen können, das gute Essen, die wunderbaren Landschaften. Die Autorin zeichnet auch in diesem Buch wieder viele interessante Charaktere, die das Buch so lesenswert machen. Gemeinsam mit ihrem Mann – dieses Mal ohne größere Querelen – ermittelt Darina wieder erfolgreich. So wie wir Leser es kennen und mögen. Wer Darina bisher mochte, wird auch dieses Buch gerne lesen.
Rezensionen von dorli:
Der letzte Sterz
Der letzte Sterz von Günther Pfeifer
Bei der Kriminalpolizei Wien landet wieder einmal eine Bitte um Amtshilfe. Diesmal ist sich Gruppeninspektor Hawelka allerdings sicher, dass der Kelch an ihm und seinem Partner Schierhuber vorübergeht, denn nicht Hofrat Zauner selbst trifft die Auswahl, welche Ermittler in die Provinz entsendet werden, sondern der Kollege Henk.
Doch alles Hoffen ist sinnlos… Kurze Zeit später sitzen Hawelka und Schierhuber in Schierhubers Benz und düsen ins weststeirische Stainz. Hier wurde Herwig Mitteregger ermordet, in Beton gegossen und auf dem Sockel zur Schau gestellt, wo eigentlich die Statue des Erzherzogs Johann hingehört…
„Der letzte Sterz“ ist bereits der vierte Fall für die beiden spätberufenen Wiener Mordermittler Josef Hawelka und Sepp Schierhuber – dieser Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.
Günther Pfeifer wartet auch in diesem Krimi mit einer riesigen Portion Humor auf. Wortwitz, gesellschaftskritische Ironie, spritzige Dialoge in Mundart und jede Menge Situationskomik beleben durchweg das spannende Geschehen. Besonders begeistert haben mich wieder einmal die zum Teil recht skurrilen Figuren. Jeder Einzelne bekommt schnell ein Gesicht und bringt mit seinen Eigenarten, Besonderheiten und Macken eine Menge Schwung in die Handlung, so dass bis zum dramatischen Finale für lebhafte Unterhaltung gesorgt ist.
Die beiden Ermittler wirken bei ihren Nachforschungen immer etwas behäbig und scheinen mehr an Gelagen im Wirtshaus interessiert zu sein als an kriminalistischer Arbeit. Aber der Eindruck täuscht – sie haben alle Vorgänge in und um Stainz fest im Blick und rücken der Wahrheit und damit auch dem Mörder immer dichter auf den Pelz. Und wenn Josef und Sepp doch einmal nicht vorankommen, dann greift das allwissende Auskunftsbüro Berlakovic unterstützend ein und hilft den Buben auf die Sprünge.
Das Lesen hat großen Spaß gemacht - „Der letzte Sterz“ ist ein vergnüglicher Krimi, der mit seinem schrägen Humor von der ersten bis zur letzten Seite kurzweilige Unterhaltung bietet.
Rezensionen von yellowdog:
Mittelmaß
Du bist mein Licht von Sarah Kleck
June ist verlobt, freut sich auf die Hochzeit mizt ihrem langjährigen Freund Casper. Aber es gibt auch Momente, in denen sie Panikattacken bekommt und die Vergangenhiet sie quält. Das liebt vor allem an einem Verlust. Ihre Schwester mit 19 Jahren gestorben, wahrscheinlich Suizid.
Die Handlung springt ständig vor und zurück.
Das ist natürlich eine geeignete Erzählmethode für einen anspruchsvollen Roman, aber man sollte auch die dazu passende Sprache haben. Mit diesem permanenten Betroffenheitston wird es anstrengend.
Nach einem Unfall liegt June im Koma, erlebt aber im geistigen Zustand mit, was ihre Familie und Casper bewegt.
Solche Außerkörper-Erfahrungen waren schon oft Gegenstand von Romanen und Filmen, und meist wurde es besser umgesetzt als hier.
Rezensionen von dorli:
Quittengrab
Quittengrab von Gabriela Kasperski
Zürich. Der jüdische Autor Dan Weisz ist aus London angereist, um auf einer Lesung im Schauspielhaus seinen ersten Thriller vorzustellen. Zu den zahlreichen Zuschauern gehören nicht nur ein paar alte Studienfreunde von Weisz, auch Commissario Werner Meier ist anwesend. Als Weisz während der Pause in einem Waschraum niedergestochen wird, steht Meier vor der Frage, ob es sich bei der Tat um einen Terroranschlag oder eine persönliche Attacke handelt.
Da eine kurz nach dem Überfall im Internet aufgetauchte Videobotschaft den Verdacht auf einen rechtsradikalen Hintergrund bekräftigt, ermittelt Beanie Barras - Meiers ehemalige Assistentin, neu bei der Kripo Zürich – gemeinsam mit ihrem alten Chef in diese Richtung…
Zita Schnyder, die sich gerade zu einer Veranstaltung nach London aufmacht, wird von Meier beauftragt, sich ein wenig im privaten Umfeld des Autors umzusehen…
Währenddessen stoßen Helen Himmel und Lilo Lienert in Waldbach bei der Suche nach einem alten Brunnen in einem Quittenhain auf menschliche Knochen und alarmieren Meier…
„Quittengrab“ ist bereits der vierte Fall für Werner Meier und Zita Schnyder – der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.
Gabriela Kasperski hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, die Spannung schon nach wenigen Seiten auf ein hohes Level zu katapultieren. Das Attentat auf Weisz wirft im Verlauf der Handlung immer neue Fragen auf, so dass man durchweg prima mit den Ermittlern über Täter, Motive, Zusammenhänge und Hintergründe miträtseln und mitgrübeln kann.
Der Krimi besticht vor allen Dingen durch ein abwechslungsreiches Geschehen und einen vielschichtigen Handlungsaufbau – eine Vielzahl an Personen, häufige Perspektivwechsel, unterschiedliche Schauplätze und diverse Nebenhandlungen verlangen besonders auf den ersten Seiten konzentriertes Lesen, um nicht den Faden zu verlieren. Einmal eingelesen, ist es aber ganz leicht, die Übersicht über diese Vielfalt zu behalten und es macht Spaß, den Akteuren zu folgen und ihre Ideen, Überlegungen, Bedenken, Erfolge, Fehlschläge und sonstigen Erlebnisse zu teilen.
„Quittengrab“ hat mir sehr gut gefallen – ein kurzweiliger, gut durchdachter Krimi, der mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß.
Rezensionen von BarbaraM:
Homo Faber: so aktuell wie eh und je! Ein gelungenes, anspruchsvolles Hörerlebnis
Quittengrab von Gabriela Kasperski
Das Hörbuch „Homo Faber“ ist ein ganz besonderes Hörbuch. Das bemerkt man schon bei den ersten Kapiteln. Es hat mich von Anfang an sehr in seinen Bann gezogen.
Doch um was geht es? (der Inhaltsangabe entnommen)
Die Welt des Ingenieurs Walter Faber wird durch eine unwahrscheinliche Kette von Zufällen erschüttert: Auf seinen Reisen trifft er eine junge Frau, in die er sich verliebt – und bald beginnt er zu ahnen, dass sie seine eigene Tochter sein könnte.
Aus dieser ungeheuren Konstellation erwächst die wichtigste und mit Sinn gefüllteste Zeit seines restlichen Lebens …
Ich bin sehr davon beeindruckt, welch tolle Atmosphäre jeder einzelne der Sprecher, sei es Matthias Brandt, Eva Mattes, Ueli Jäggi oder Paula Beer, mit seiner Stimme schafft. Jeder gibt hier den einzelnen Personen seine spezielle, ausdrucksstarke Tonnote. Besonders hervorzuheben ist meiner Meinung nach Matthias Brandt in seiner Sprecherrolle als Walter Faber.
Das Hörbuch „Homo Faber“ von Max Frisch in der Bearbeitung von Heinz Sommer ist im Hörverlag erschienen. Es umfasst 6 CDs mit einer Laufzeit von insgesamt 7 Stunden und 11 Minuten. Die sechste CD ist eine Bonus-Musik-CD der hr-Bigband unter der Leitung von Jörg Achim Keller. Die Musik wurde eigens für die Hörspielfassung komponiert.
Zusätzlich umfasst die Hörbuchausgabe ein Booklet, in dem u.a. die einzelnen Sprecher aufgeführt und näher erläutert werden und in dem ein Bericht von Heinz Sommer zu finden ist, in dem er sehr gelungen seine Gedanken zur Hörspielbearbeitung darlegt.
Fazit: Ein tolles Hörerlebnis, das von seiner aktuellen Thematik nichts eingebüßt hat und gekonnt und anspruchsvoll umgesetzt wurde. Die einzelnen Rollen sind hochkarätig besetzt und die Geräusche wurden sparsam aber genau an der richtigen Stelle eingesetzt und schaffen eine tolle Atmosphäre. Die Musik umrahmt und unterstützt wunderbar. Absolut zu empfehlen!
Rezensionen von Bibliomarie:
Berge und Bomben
Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt von Maurer Jörg
Weihnachten. Kommissar Jennerwein hat sein Team auf seine Berghütte geladen, dort soll in der Einsamkeit der Berge gefeiert werden, inklusive Überraschungsgast. Einzige Bedingung, es darf nicht gefachsimpelt werden.
Aber schon die Anreise gestaltet sich schwierig, Jennerwein verliert den Schlüssel im Tiefschnee, Maria und Nicole nehmen den falschen Weg und geraten auf einen Bergpfad, wo es nicht mehr weitergeht, aber alle gelangen endlich wohlbehalten zur Hütte, wo sich dann die Feier ganz anders gestaltet als geplant.
Eine Ahnung von Gefahr ist in der Atmosphäre, spürbar, aber nicht greifbar. So nimmt der Abend seinen Verlauf. Jennerwein erzählt aus seiner Schulzeit, von einem Streich in der Adventszeit der nie aufgeklärt wurde. Diese Berichte wechseln sich mit den Geschehnissen in der Hütte ab und bald wird klar, dass es einen Zusammenhang gibt. Außerdem sucht eine gejagte Frau Hilfe und verbirgt sich nahe der Berghütte. Dazwischen kurze Einschübe über Mordarten und Bombenentschärfung. So bewegt sich die Handlung auf drei – vier Ebenen, die sich allmählich verknüpfen.
Der neue Maurer ist eine Hommage an Jennerwein und sein Team, skurril und voller schräger Ideen. Alle liebgewonnen Personen bekommen einen kleinen Auftritt, auch die Graseggers dürfen natürlich nicht fehlen. Mauer gibt auch ein paar Einzelheiten aus Jennerweins bisher sehr geheimnisvollem Privatleben preis. Der Krimi – er ist wirklich einer und dazu noch spannend, auch wenn er anders beginnt, geht ein wenig die Grenzen des Genres hinaus. Hier schlägt wohl die kabarettistische Ader des Autors durch. Aber das sehr gekonnt und auch sehr witzig, besonders im zweiten Teil des Buches wird es immer turbulenter und temporeicher, streift aber manchmal die Grenze zum Klamauk.
Nach Startschwierigkeiten hat mir der neue Jennerwein gut gefallen.
Rezensionen von heinoko:
Ein wichtiges Buch!
Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt von Maurer Jörg
Obwohl ich nicht oft Hörbücher „konsumiere“, weil ich beim Hören meist nicht so konzentriert bin auf den Text wie beim Lesen, habe ich mich dieses Mal ausnahmsweise für das Hörbuch entschieden, weil mir die Hörprobe so gut gefallen hatte. Die angenehme und lebendige Stimme von Eva Meckbach machte es mir leicht, über fast 9 Stunden die Geschichte zu verfolgen.
Dennoch werde ich das Buch auch noch einmal lesen, denn es ist meines Erachtens ein sehr wichtiges Buch, das volle Aufmerksamkeit verdient.
1963: Die junge Dolmetscherin Eva wird gebeten, in einem Prozess Zeugenaussagen zu übersetzen. Verwunderlich, dass sowohl ihre Eltern als auch ihr Verlobter von diesem Auftrag abraten. Dennoch übernimmt sie, ihrem Bauchgefühl folgend, die Aufgabe an und verfolgt dadurch den ersten Auschwitz-Prozess in Frankfurt im Nachkriegsdeutschland, einen Jahrhundertprozess, der alles verändern wird, auch im Leben von Eva.
Das Buch hatte für mich - neben der geschichtlichen Relevanz – eine besondere Eindringlichkeit, denn ich war im gleichen Alter wie Eva. So viele geschilderte Szenen des täglichen Lebens dieser Zeit habe ich genauso erlebt, und das Buch rief eine Fülle an Erinnerungen wach. Ich konnte so ganz direkt die muffige Spießigkeit derer nachempfinden, die alles nur noch hinter sich lassen wollten, auch die politische Naivität so vieler junger Menschen, denen ihre Eltern das während der Kriegszeiten Erlebte nicht erzählt hatten. Intensiv und atmosphärisch dicht erzählt die Autorin von den frühen sechziger Jahren, in denen die Menschen mehrheitlich nur noch nach vorne blicken und sich mit Fragen von Schuld oder Scham nicht auseinandersetzen wollten. Faszinierend und nachvollziehbar wird die Wandlung Evas vom naiven jungen Mädchen hin zu einer gereiften jungen während des Verlaufs des Prozesses geschildert. Überhaupt werden alle im Buch geschilderten Personen sehr authentisch und psychologisch folgerichtig geschildert. Dass neben der Fiktion des Romans reale Szenen der Zeugenbefragungen aus dem Prozess sparsam eingestreut sind, lässt uns die geschehenen Grausamkeiten umso eindringlicher erahnen und wirft viele, viele Fragen auf, was Mut und Feigheit, Verantwortlichkeit und Wegschauen betrifft und wie es heute um unsere Mitmenschlichkeit bestellt wäre, wenn wir nur unter Gefahren dafür einstehen könnten.
Ein wichtiges Buch, dem ich viele, viele aufgeschlossene Leser wünsche.






