Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Immenhof:
Umfassend
National Geographic Kids - Lexikon der Meere von Christina Wilsdon
Wie die anderen Bücher von National Geographic Kids überzeugt auch das „Lexikon der Meere“ durch beeindruckende Bilder und eine ansprechende Gestaltung. Die Fotografien machen das Buch zu einem echten Hingucker und laden dazu ein, immer wieder darin zu blättern und Neues zu entdecken.
Besonders gelungen finde ich den Aufbau.
Das Buch vermittelt nicht nur Wissen über Tiere, sondern greift auch viele geografische und naturwissenschaftliche Themen auf. So wird beispielsweise erklärt, wie Wellen entstehen oder welche Besonderheiten verschiedene Meeresräume auszeichnen. Dadurch erhält man einen umfassenden Einblick in die Welt der Ozeane.
Neben bekannten Meerestieren finden sich auch viele spannende Zusatzinformationen. Interessant fand ich beispielsweise die Hinweise zur Giftigkeit von Würfelquallen und weitere Fakten, die über die reine Tierbeschreibung hinausgehen. Dadurch wirkt das Buch abwechslungsreich und bietet immer wieder neue Entdeckungen.
Insgesamt handelt es sich um ein sehr umfassendes Lexikon, das viel Sachwissen vermittelt, ohne trocken zu wirken. Die Mischung aus eindrücklichen Bildern, gut verständlichen Erklärungen und spannenden Fakten macht das Buch zu einer gelungenen Wissensquelle für Kinder und Erwachsene. Ein Buch, das zum Schmökern einlädt und bei dem man immer wieder etwas Neues lernt.
Rezensionen von clematis:
Mit Aussicht
The Faraway Hostel von Sofia Selma
Das Pinkies ist ein chaotisches, aber gemütliches Hostel, zudem mit Aussicht zum See. Als reiche Investoren das Nachbargrundstück kaufen, um ein modernes Hotel zu errichten, muss Kat in Erfahrung bringen, ob ihr Seeblick in Gefahr ist. Zu diesem Zweck bucht sie inkognito eine Outdoor-Tour beim berechnenden Sohn dieser Unternehmer und kommt drauf, dass nicht alles so ist, wie es scheint.
In lockerer Abfolge wird aus der Sicht von Kat und Lian erzählt, wobei ich eher mit Kat als mit Lian mitfühlen konnte beim Lesen. Beide haben es nicht leicht mit ihren Familien, können ihre Ziele nicht so umsetzen, wie sie es sich vorstellen. Die Geschichte braucht ein wenig, bis sich eine gewisse Spannung aufbaut, das Flair Neuseelands fließt nur bedingt in die Handlung mit ein, da hätte ich gerne noch mehr erfahren bei den Landerkundungstouren. Selmas Schreibstil ist flüssig und passt zum jugendlichen Alter der Hauptfiguren, diese bleiben aber trotz detaillierter Beschreibungen eher distanziert. Zudem hätte es ruhig mehr knistern dürfen, sobald Kat und Lian aufeinandertreffen, die Wende vom Feind zum Freund geht fast ein bisschen zu schnell. Dennoch wird am Ende alles schön aufgelöst, finden sich passende Lösungen, welche Aussichten bieten für die Zukunft.
Eine Geschichte mit interessanter, weil ungewöhnlicher Thematik, die aber durchaus mehr Gefühl zeigen könnte. Gerne drei Sterne.
Rezensionen von milky:
Leider nicht meins
The Faraway Hostel von Sofia Selma
Das Hörbuch "If Books Could Kill" von Kate Eberle handelt von Roxy, die Liebesromane nur so verschlingt, selbst aber keine romantischen Beziehungen eingeht. Eines Tages wünscht sie sich, die Hauptfigur im zukünftigen Roman ihrer Lieblingsautorin Anna Matthews zu sein. Wie durch ein Wunder, wird ihr Wunsch erfüllt; jedoch verkündet Anna Matthews auf den sozialen Medien, dass ihr neuer Roman keine Liebesgeschichte wird, sondern ein Thriller.
So beginnt eine turbulente Reise für Roxy.
Der Klappentext hat sich für mich nach viel Potential angehört, da ich hauptsächlich Thriller lese, aber ab und an ganz gerne Liebesromane. Für mich war die Geschichte ein Mix aus Comedy, Romance und Thriller. Leider wurde alles drei eher schlecht als recht umgesetzt. Gerade zu Beginn und im Mittelteil haben mich die Figuren genervt und alles wirkte so aufgesetzt und künstlich. Ich konnte leider gar keine Verbindung zur Hauptfigur aufbauen. Gegen Ende war es dann ganz ok, sodass ich noch den Schluss hören wollte und nicht schon vorher abgebrochen habe.
Die Sprecherin hat das Buch sehr gut gelesen. Die Betonungen waren klasse und auch die Änderung der Stimme je nach Charakter war meiner Meinung nach sehr gelungen und hat mir gut gefallen.
Rezensionen von JennifersBooks:
Ein vielversprechender Auftakt
The Flamebearer Trilogy 1: The Witch in the Dead of Night von Charlotte Buckley
Ich war von Anfang an neugierig auf "The Witch in the Dead of Night", weil es genau die Elemente vereint, die ich liebe: Vampire, Hexen und Verschwörungen. Auch das Cover hat sofort mein Interesse geweckt. Dieser Bleiglasfenster-Stil wirkt wunderschön und passt perfekt zur Handlung des Buches.
Im Mittelpunkt steht Finwal Erramun, genannt Finn, die nach einem Vorfall ihr Heimatdorf verlassen muss und in Valnar landet. Dort arbeitet sie zunächst als Dienstmädchen im Schloss des Vampirkönigs Mordric. Als der König sie beim Wirken von Magie in der Bibliothek überrascht, verändert sich ihr Leben schlagartig. Er will sie als magische Beraterin ausbilden lassen, und sein Bruder, Prinz Enhart, übernimmt das Training.
Finn wirkt angenehm realistisch: Sie wird aus ihrem einfachen Leben herausgerissen und genießt den neuen Luxus, die feinen Gewänder und die Aufmerksamkeit des Königs vielleicht ein wenig zu sehr. Ihr Misstrauen am Hof schaltet sie trotz Warnungen aus, was sie manchmal naiv erscheinen lässt. Gleichzeitig macht genau das sie menschlich, denn wer würde nicht ins Schwärmen geraten, wenn sich einem eine solche Welt öffnet?
Besonders spannend fand ich Finns Entwicklung. Sie kann zwar Magie anwenden, doch im Training hat sie oft Angst, ihre Kraft wirklich loszulassen. Trotzdem bleibt sie dran und wächst über sich hinaus. Die Verwandlung von der unsicheren Dienstmagd zur entschlossenen Hexe gehört für mich zu den stärksten Aspekten des Buches.
Bei den angegebenen Tropes Enemies-to-Lovers und Slow Burn war ich allerdings irritiert. Finn beginnt sehr schnell eine Beziehung mit dem König, inklusive deutlicher Annäherungen und Intimität. Von Slow Burn ist dabei definitiv nichts zu spüren. Zwischen Finn und Prinz Enhart entsteht zwar etwas, aber im ersten Band bleibt es eher ein zartes Andeuten. Ich hoffe sehr, dass sich das in den Folgebänden vertieft, denn Enhart wirkt für mich wie das deutlich spannendere Endziel der Romanze. Der König hingegen gibt mir mit seinem Kontrollverhalten gegenüber Finn eher fragwürdige Vibes.
Die Handlung selbst hat mir gut gefallen, weil sie vielseitig ist. Finns persönliche Entwicklung, ihre Beziehungen, die Aufklärung von Morden, alte Prophezeiungen und politische Intrigen greifen ineinander und ergeben eine stimmige Mischung. Einige Stränge bleiben offen, was bei einer Trilogie aber völlig in Ordnung ist. Der Weltenaufbau ist solide, nicht immer bildgewaltig, aber dennoch so klar beschrieben, dass man sich Valnar und seine Umgebung problemlos vorstellen kann. Die Karte im Buch hilft zusätzlich, und ein Glossar braucht es nicht, da Magiesystem und Völker verständlich erklärt werden. Eigentlich kann man gar nicht viel mehr über die Entwicklungen und Wendungen verraten, weil man sonst einige der spannendsten Überraschungen vorwegnehmen würde.
Fazit: Ein atmosphärischer Auftakt mit spannender Charakterentwicklung, einer gelungenen Mischung aus Magie, Intrigen und Romantik sowie einer Welt, die neugierig auf mehr macht. Ich war so überzeugt, dass ich mir direkt die Hardcover-Version vorbestellt habe, denn die Reihe möchte ich unbedingt weiterverfolgen.
Rezensionen von milky:
Sehr spannend und geheimnisvoll
Tödliches Verderben von Karin Slaughter
Der Thriller "Tödliches Verderben" von Karin Slaughter handelt vom Mord an einer Polizistin und der schweren Verletzung ihrer Tochter. Beide werden in ihrem Haus von Sheriff Emmy Clifton, der Hauptfigur, und ihrer Schwester Jude sowie Emmys Sohn gefunden. Jude ist ehemalige FBI-Agentin, ihr Sohn Deputy im selben Department wie Emmy und beide unterstützen Emmy dabei, den Fall aufzuklären.
Während des Aufklärung kommen immer mehr Geheimnisse der Stadt und ihrer Bewohner ans Licht.
Der Text ist total spannend geschrieben und ich konnte mich sehr leicht in dem Buch verlieren und die Zeit vergessen. Durch die vielen Geheimnisse und Wendungen bleibt die Spannung aufrecht erhalten und man wird als Leser immer wieder von der Geschichte überrascht.
Erzählt wird chronologisch und aus der Sie-Perspektive (Großteils aus Emmys Sicht, selten auch aus Judes Sichtweise). Ein, zwei Mal war ich verwirrt, weil ich nicht ganz folgen konnte, ob nun mit "sie" Emmy oder Jude gemeint war, aber man hat sich recht schnell wieder einfinden können.
Fazit: wer ein spannendes Buch mit vielen Wendungen sucht, ist hier genau richtig.
Rezensionen von Lydia_Te:
Feministisch und historisch
Sonnenberg von Brigitte Glaser
"Sonnenberg" von Brigitte Glaser ist ein feministischer und historischer Roman der in den 1970er Jahren spielt. Johanna muss nach dem unerwarteten Tod ihres Vaters den Winzerbetrieb übernehmen und dafür ihr Studium abbrechen. Dazu kommt noch, dass sie ein uneheliches Kind erwartet und sich das Dorf darüber das Maul zerreißt.
Ihre beste Freundin Luzie ist währenddessen in Marokko unterwegs und kommt erst nach der Geburt des Kindes zurück und bringt das ein oder andere Problem mit. Die beiden jungen Frauen verbindet der Widerstand gegen das geplante Kernkraftwerk in Wyhl.
Am Ende des Romans wird nochmals deutlich gemacht, dass es bereits genug aufgezeichnete Geschichten Rund um das AKW Wyhl gibt, jedoch eine wichtige Perspektive fehlt: die der Frauen. Daher liegt das Hauptaugenmerk auf den Frauen, ihren Beitrag und das sie keineswegs nur eine halbe Arbeitskraft darstellen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, die Figuren sind nahbar und authentisch und ich finde das Thema "gewaltfreier Protest" sehr interessant.
Rezensionen von readpassion9:
Villa Sturmmöve
Das Krähenzimmer von Carolin Frey
In ihrer Kindheit hat Lotta das Ferienhaus "Villa Sturmmöve" in Geelekow geliebt, dort war sie glücklich. Nach ihrer überstürzten Flucht aus Berlin ist die Villa jetzt ihr Zufluchtsort. Das Haus ist verändert, renoviert, umgebaut, aber die Krähen gibt es immer noch.
Ihr Eindringen bleibt nicht lange unbemerkt, Lotta macht einen Deal und mietet sich offiziell ein.
Doch das Gefühl der Sicherheit aus ihrer Kindheit stellt sich nicht ein, im Gegenteil, Lotta hat das Gefühl beobachtet zu werden und im Haus hört sie Geräusche, die sie sich nicht erklären kann. Lotta stellt Fragen und erfährt nach und nach, was in den letzten Jahren im Haus passiert ist.
Der Thriller ist fesselnd und bietet viel Atmosphäre. Die düstere Villa, das ungemütliche Wetter, geheimnisvolle Menschen, es bleibt lange ungewiss wem Lotta vertrauen kann, wer ihre Freunde sind und wer lügt. In einigen Kapiteln werden Regeln erklärt. Regeln, die ein Unbekannter für sich aufstellt. Wer ist die Person?
Die Figurenzeichnung ist ok, wobei ich einige Entscheidungen Lottas nicht nachvollziehen konnte. Ihr Smartphone ist kaputt, wieso kauf sie sich kein neues? Etwas zu schnell ging mir die Geschichte mit der Vernissage, ob sich das in so kurzer Zeit bewerkstelligen lässt?
Der Thriller bietet jedenfalls spannende Unterhaltung, auch wenn sich mein Verdacht letztlich bestätigt hat. 4 Sterne.
Rezensionen von Petra Sch.:
so mitreißend, emotional und wundervoll
Der Club der Unbeugsamen von Kathryn Stockett
Die Geschichte spielt von Juli bis Oktober 1933 in Oxford, Mississippi. Man liest abwechselnd aus Sicht der 24jährigen, unverheirateten Birdie Calhoun und der 11jährigen Meg Lafleur, die im Waisenhaus untergebracht ist.
Birdie lebt mit ihrer Mama und Meemaw im Delta, und besucht ihre Schwester Frances in Oxford, die dort mit ihrem wohlhabenden Ehemann und ihrer Schwiegermutter lebt, um sie um Geld anzubetteln.
Die soziale Darstellung der damaligen Zeit (Prohibition, niemand hat Geld, sehr viele Familien verlieren ihre Häuser, weil sie die Grundsteuer nicht mehr zahlen können, überall wird angeschrieben usw.) und die Stellung der Frau, sowie der POC, wird authentisch und eindrücklich dargestellt. Die ganze Geschichte hat so viel Lebendigkeit und Authentizität, man fühlt sich mitten in der damaligen Zeit in Mississippi. Auch die Ausdrucksweisen, Bezeichnungen unterstreichen dies. Besonders hat mir gefallen, dass die direkte Rede oft in Umgangssprache der niedrigeren Bildungsschichten verfasst war, das hat alles noch glaubwürdiger gemacht. Es war einfach alles so heuchlerisch zur damaligen Zeit, einfach nur schrecklich, und ich habe mit den Frauen (und Mädchen) so sehr mitgelitten. Auch wenn ich Birdie manchmal einfach hätte schütteln können: warum steht sie nicht für sich ein? Warum traut sie sich manche Dinge nicht? Aber so war es wohl damals...
Anfangs fragt man sich, warum genau diese beiden Menschen ihre Geschichte erzählen. Sie haben ja nichts gemein. Doch nach und nach ergeben sich Verknüpfungen, die mitreißend und emotional sind.
Meg ist so ein aufgewecktes, intelligentes Mädchen, das mit dem Verlust seiner Mutter nur schwer klarkommt. Denn ihre Mutter Charlie wollte nur kurz etwas einkaufen und ist nie wieder aufgetaucht. Und Meg versucht nun einfach, bestmöglich im Waisenhaus klar zu kommen. Was ihr dessen Leiterin jedoch nicht leicht macht.
Birdie ist so liebevoll und empathisch, sie versucht immer das Beste für alle. Auch für ihre Schwester Frances, die sich sehr oft wie ein richtiges Biest verhält, was ihr gar nicht auffällt. Manchmal hat sie aber auch liebevolle Seiten.
Und so überrascht es nicht, dass nach einer (für mich nicht ganz so überraschenden) schicksalhaften Wendung viel Kreativität und Courage gefragt ist, für die Umsetzung einer gefährlichen Idee, um das Leben wieder in halbwegs geordnete Bahnen zu lenken - und dabei hat Birdie unerwartete Hilfe. Es war einfach sooo lustig zu lesen, als die Mieterinnen im Haus eingezogen sind!
Ich fand es etwas befremdlich, dass bei so einem Buch - wo man ja anhand der Inhaltsangabe genau weiß, worum es geht - in heutigen Zeiten trotzdem eine editorische Notiz abgedruckt werden muss, in der vermerkt ist, dass die an manchen Stellen vorkommende rassistische und diskriminierende Sprache nur der korrekten historischen Darstellung des Alltagsrassismus zur damaligen Zeit in den USA geschuldet ist - das sollte ja wohl selbstverständlich sein, da die Geschichte nunmal in den 1930ern spielt und es damals eben genau so war.
Und ich bin einfach nur begeistert von dieser mitreißenden und bewegenden Geschichte der beiden mutigen Frauen, die authentisch die Gesellschaftsstruktur der 1930er in Mississippi, die riesengroße Schere zwischen Arm und reich, weiß und farbig, Männern und Frauen, wiedergibt.
Fazit:
Eine authentische, mitreißende und emotionale Darstellung der sozialen Gefüge im Mississippi der 30er, als Frauen kaum Rechte hatten und alles einfach nur heuchlerisch war. Mit zwei wahnsinnig sympathischen, empathischen und mutigen Protagonistinnen.
Rezensionen von Sina:
Zweifelhafte Entscheidungen?
Herz König von Lily King
„Herz König“ von Lily King war mein erster Roman der Autorin, der mich aufgrund der vielen positiven Bewertungen neugierig gemacht hat. Das Prequel „Writers & Lovers“ habe ich nicht gelesen, da der Roman auch für sich allein stehen kann. Im Nachhinein bin ich mir unsicher, ob es nicht doch besser gewesen wäre, „Writers & Lovers“ vorher zu lesen, um der ganzen Geschichte mehr Tiefe zu verleihen und die Entwicklung der Figuren besser nachvollziehen zu können.
Eine junge Literaturstudentin lernt während ihrer Zeit an der Universität zwei charismatische junge Männer kennen und verbringt fortan viel Zeit mit ihnen. Schnell entsteht eine Beziehung zwischen ihr und einem der Männer, welche jedoch nicht lange hält. Nach einer Weile muss sie sich schließlich eingestehen, nun Gefühle für den anderen zu haben und aus einer zunächst heimlichen Beziehung entsteht etwas Ernsteres, etwas, das großes Potential für die Zukunft hat… bis er sie sitzen lässt.
Nach der ersten Hälfte des Buches folgt ein Zeitsprung über viele Jahre. Die Hauptfigur hat sich ein Leben mit Ehemann und Kindern aufgebaut und keinen Kontakt zu ihren ehemaligen Kommilitonen, bis sie ein Anruf erreicht und alles ins Wanken bringt.
Obwohl mir der Schreibstil der Autorin anfangs etwas zu abgehackt erschien und ich meine Startschwierigkeiten hatte, bin ich relativ schnell in einen guten Lesefluss gekommen. King's Figuren wirken zudem durch ihre ganz eigenen Probleme und Eigenheiten sehr authentisch und ich konnte schnell einen Bezug zu ihnen herstellen.
Der Aufbau des Buches hingegen hat für mich leider nicht funktioniert. Der Sprung zwischen den beiden Teilen war mir zu extrem und ich konnte die Entscheidungen der Hauptfigur im zweiten Teil gar nicht nachvollziehen. Zudem überschlugen sich die Ereignisse nur so. Ein Schicksalsschlag jagte den nächsten und die Geschichte, welche anfangs noch ein gemächliches Tempo vorlegte, wirkte plötzlich völlig überladen. Auf emotionaler Ebene konnte mich die Geschichte so leider auch nur bedingt abholen.
Insgesamt hab ich den Roman nicht ungern gelesen aber es bleibt ein Gefühl, dass hier Potential verschenkt wurde. Vielleicht sollte man wirklich das Prequel gelesen haben, um auch die Lücke im großen Sprung zwischen den beiden Handlungssträngen füllen zu können.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Kritik eines einseitigen Intelligenzbegriffes
Fetisch Intelligenz von Gisela Schmalz
Dass dieses Buch seiner Autorin, der deutschen Wirtschaftswissenschaftlerin und Publizistin Gisela Schmalz, ein echtes Anliegen ist, merkt man von der ersten bis zur letzten Seite. Hier schreibt eine, die sich offenbar sehr über einen einseitigen Intelligenzbegriff, der sich zu sehr an klassischen Intelligenztests orientiert und politisch leicht missbraucht werden kann, ärgert.
Dieser Ton zieht sich auch durch das Buch: ob es nun darum geht, dass zu viele Kinder als hochbegabt eingeschätzt würden, um all die wichtigen Fähigkeiten, die mit Tests kaum messbar seien und deshalb aus dem Fokus rücken würden, wenn wir uns zu sehr auf Testresultate fokussieren, oder um rechtspopulistische Influencer, die sich für die stärkere Vermehrung von ihnen als intelligenter angesehener Menschen einsetzen: man bekommt beim Lesen den Eindruck, dass der herkömmliche IQ-Begriff und damit verbundene Tests etwas Schlechtes seien.
Dabei ist der Inhalt des Buches eine bunte Mischung aus der subjektiven persönlichen Meinung der Autorin, einzelnen Aussagen von Menschen, die im Bildungsbereich tätig sind und deshalb meinen, aufgrund ihrer Erfahrung sagen zu können, ob Intelligenztests im Einzelfall etwas taugen würden und das Potential eines Kindes korrekt vorhergesagt hätten oder nicht, und wissenschaftlichen Theorien zu Intelligenz. Das macht es manchmal gar nicht so leicht zu lesen, weil für Menschen mit wenig Vorwissen in dem Bereich nicht so leicht unterscheidbar ist, was hier Meinung ist und was der aktuelle Stand der Wissenschaft.
Wer sich hingegen mit dem Thema gut auskennt, ärgert sich schnell über manch undifferenzierte Betrachtungen, die zeigen, dass nicht alles in diesem Bereich wirklich tief durchdrungen und verstanden wurde, aber dafür schnell kritisiert wird.
Schwierig finde ich dabei auch, dass die Autorin mit so einer einseitigen These an das Thema herangeht und von Vornherein Argumente für die bisherige Intelligenzdefinition, die durchaus, wie alles, ihre Grenzen und Schwächen hat, nur sehr am Rande vorkommen: etwa, dass Testintelligenz tatsächlich empirisch in vielen Studien belegbar nicht nur mit formaler Bildung, sondern auch mit beruflichen Erfolgen, Gesundheit und einigem mehr korreliert.
Interessant sind die alternativen Intelligenzkonzepte, etwa jenes zu den Multiplen Intelligenzen von Howard Gardner, die Ideen zu Neurodiversität oder auch das praktische Beispiel einer Wangari Matthai, die mit ihrem Wirken offensichtlich sehr viel Positives geschaffen und damit vielfältige Begabungen bewiesen hat, ohne offiziell durch eine Testung als hochbegabt zu gelten. So finden sich durchaus nachdenkenswerte Ansätze in diesem Buch.
Wer sich neu mit dem Thema Intelligenz und wie man sie messen könnte, beschäftigen möchte, dem empfehle ich eher andere Werke zu diesem Thema: solche, die sich neutraler und weniger einseitig damit befassen.
Wer hingegen schon, etwa durch ein einschlägiges Studium im Bereich Psychologie oder verwandter Wissenschaften, einiges über das Thema weiß und es selbst kritisch betrachtet, der wird zwar an so manchen Stellen in diesem Buch nichts Neues mehr lernen, an anderen können sich aber durchaus betrachtenswerte neue Ideen zum Thema finden.










