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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lydia_Te:

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Schuld und Zugeständnis

Und mittendrin der Birnbaum von Ute Mank

Das Cover vom neuesten Roman von Ute Mank, "Und mittendrin der Birnbaum", zeigt eine Birne und in ihrer Mitte zwei junge Mädchen. Und genau um diese beiden Mädchen geht es. Dora, die Frau die wir im Buch begleiten ist bereits in einem fortgeschrittenen Alter, als sie zurück in ihre Heimat kehrt und dort in eine Seniorenresidenz einzieht.

Gewisse Wege in ihrer Heimat, meidet sie. Zuerst nur unbewusst, doch mit der Zeit wurde ihr klar, warum sie immer die selbe Strecke entlangspaziert. Sie meidet die Straße, in der ihre beste Freundin gewohnt hat, bevor die Nazis die Juden vertrieben hat. Denn ihre beste Freundin ist Jüdin. Aber man kann nicht ewig der Vergangenheit aus dem Weg gehen. Mit der Hilfe von Pina, versucht Dora die Geschehnisse von damals zu rekonstruieren und zu verstehen. Doch Dora ist zu Pina nicht ganz offen und sie verschweigt ihre ehemalige Freundschaft, denn Pina und ihre Familie wohnen nun in ebendiesem Haus.
Es ist eine einfühlsame Geschichte die sich viel mit Schuld und Zugeständnissen beschäftigt. Meiner Meinung nach, ist Dora zu streng mit sich selbst bzw. gibt den Geschehnissen zu viel Gewicht.
Trotzdem habe ich die Geschichte fast fieberhaft verfolgt.

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Schuld und Zugeständnis
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Selbstbestimmte Frauen

Im Licht des neuen Tages von Jarka Kubsova

Ich bin schon länger ein Fan von Jarka Kubsova und ihren Romanen. Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich vorab ihr aktuelles Buch "Im Licht des neuen Tages" lesen durfte.
Das Cover passt ausgezeichnet zur Geschichte des Buches und könnte sogar das Szenario sein, dass sich Elli vorgestellt, eingebildet oder halluziniert hat (man weiß es nicht genau).

Das Thema ist wieder typisch Jarka Kubsova: feministisch!
Und wieder einmal, findet die Handlung in unserer aktuellen Zeit statt, erforscht aber die Vergangenheit mit deren sagenumwobenen Protagonistinnen.
Kurz: Elli Hajek sollte eigentlich an ihrem aktuellen Roman arbeiten, driftet aber ab und erforscht stattdessen die Geschichte einer längst verstorbenen Autorin. Aber damit nicht genug, auch eine der Hauptdarstellerinnen wird erforscht, denn Elli findet heraus, dass es Viktorka tatsächlich gegeben hat. Viktorka ist eine Frau, die im Wald lebt. Wieso, weshalb, warum, erforscht Elli auf diesen knapp 300 Seiten.

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Selbstbestimmte Frauen
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Feministische Dystopie - Vergleichbar mit "Der Report der Magd"

Wenn die Bienen schweigen von Caryl Lewis

Bevor ich mit dem Buch "Wenn die Bienen schweigen" von Caryl Lewis begonnen habe, hatte ich die Sorge, dass es ein Abklatsch von "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde sein wird. Aber weit gefehlt! Das Buch geht mehr in die Richtung von "Der Report der Magd" von Margaret Atwood.

Nebenbei finde ich den Originaltitel "The Danger of Small Things" ansprechender als den der deutschen Ausgabe.

Aber jetzt zum Buch: ich war positiv überrascht. Die Geschichte spielt sich in einer Dystopie ab, in der junge Mädchen und Frauen so behandelt werden wie Nutztiere. In jungen Jahren müssen sie händisch Blüten bestäuben, sobald sie menstruieren werden sie an genetisch passende Partner zwangsverheiratet und dienen als Gebärmaschine.

Zum Glück finden sich aber nicht alle Mädchen damit ab, dass das ihr Leben sein soll. Und so wird aus einem Funken ein gewaltiges Feuer das das ganze System zum Kollaps bringt. Und diesen Kollaps haben wir der Protagonistin Jess zu verdanken.

Der Schreibstil von Caryl Lewis regt sehr die Fantasie an, es ist alles so detailliert beschrieben, dass man sich die einzelnen Szenen gut vorstellen kann. Zudem finde ich die länge der Kapitel sehr angenehm, es verleiht dem Buch eine gute Struktur.

Da ich dank LovelyBooks ein Rezensionsexemplar erhalten habe, konnte ich mir diese Meinung bilden. Und nach der Lektüre, würde ich mir dieses Buch auch selbst kaufen. Es ist feministisch und regt zum Denken an, denn so weit hergeholt ist das alles leider nicht. Hier werden wichtige Themen wie Umweltschutz, Klima und Feminismus in einem äußerst spannenden Rahmen behandelt.

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Feministische Dystopie - Vergleichbar mit "Der Report der Magd"
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Feministisch und historisch

Sonnenberg von Brigitte Glaser

"Sonnenberg" von Brigitte Glaser ist ein feministischer und historischer Roman der in den 1970er Jahren spielt. Johanna muss nach dem unerwarteten Tod ihres Vaters den Winzerbetrieb übernehmen und dafür ihr Studium abbrechen. Dazu kommt noch, dass sie ein uneheliches Kind erwartet und sich das Dorf darüber das Maul zerreißt.

Ihre beste Freundin Luzie ist währenddessen in Marokko unterwegs und kommt erst nach der Geburt des Kindes zurück und bringt das ein oder andere Problem mit. Die beiden jungen Frauen verbindet der Widerstand gegen das geplante Kernkraftwerk in Wyhl.
Am Ende des Romans wird nochmals deutlich gemacht, dass es bereits genug aufgezeichnete Geschichten Rund um das AKW Wyhl gibt, jedoch eine wichtige Perspektive fehlt: die der Frauen. Daher liegt das Hauptaugenmerk auf den Frauen, ihren Beitrag und das sie keineswegs nur eine halbe Arbeitskraft darstellen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen, die Figuren sind nahbar und authentisch und ich finde das Thema "gewaltfreier Protest" sehr interessant.

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Feministisch und historisch
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Einfühlsam und humorvoll

Tschikago von Alexandra Stahl

Zu Beginn vom Buch von Alexandra Stahl, "Tschikago", hab ich mir etwas schwer getan. Die verschiedenen Erinnerungsschnipsel und die ganzen Geschichten haben zuerst etwas zerrissen gewirkt und deshalb hab ich mich schwer darauf eingelassen. Aber spätestens im zweiten Teil wurde mir klar, wie einfühlsam, humorvoll und feinfühlig die Erinnerungen bzw.

die festgehaltenen Momente von Alexandra sind.
Zu Beginn erzählt sie von ihren eigenen Großeltern und später von den Seniorinnen und Senioren mit denen sie wöchentlich Zeit verbringt. Denn Alexandra ist sozial in einem Altenheim, in einer Seniorenresidenz tätig. Gemeinsam mit diesen (zu Beginn) vollkommen fremden Personen, entwickeln sich Dialoge, Gespräche und emotionale Stunden. Es ist schon zu verfolgen, wie die einzelnen Personen und ihre Charaktere dargestellt werden.
Meiner Meinung nach, ist dieser Roman eine kleine Liebeserklärung an Alexandras Großeltern.
Wie bereits gesagt: sehr einfühlsam und humorvoll!

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Einfühlsam und humorvoll
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Wie soll ich mich nach diesem Roman fühlen

Die zweitgrößte Liebe von Ruth-Maria Thomas

Als ich davon Wind bekommen habe, dass Ruth-Maria Thomas einen neuen Roman schreibt war mir schon klar: den will ich lesen.
Wer "Die schönste Version" von ihr gelesen hat, kann die Messlatte schon mal hoch ansetzen.
In "Die zweitgrößte Liebe" geht es um Michelle und Henry. Sie aus armen Verhältnissen, er aus reichen.

Sie hat es im Leben schwer, er hat es relativ leicht. Sie mit vielen Sorgen, er mit wenigen. Und trotzdem finden die beiden zueinander und verlieben sich. Der Beginn vom Roman ist so zart, lieb und zum dahinschmelzen. Bis sich das Blatt langsam wendet. Michelle und Henry kommen aus ganz unterschiedlichen Welten und Michelle kann sich von ihrer früheren Welt nie so ganz trennen. Die reichen und schönen, mit denen sie verkehrt, sind noch immer "die anderen". Sie will es nicht wahrhaben, dass sie jetzt ein Teil davon ist. Und so entsteht die ein oder andere Reiberei, ein Streit bricht vom Zaun. Aber immer wieder schaffen es die beiden, sich zusammen zu raufen. Doch der Graben zwischen ihnen wird schleichend tiefer, bis er für Michelle irgendwann unüberwindbar scheint und sie sich für ein Ich von ihr entscheiden muss.

Mit sehr viel Gefühl und Herz hat hier Ruth-Maria Thomas eine zum scheitern verurteilte Liebesgeschichte niedergeschrieben.
Erst auf Seite 55 wurde mir klar, wer Michelle (Mishelle!) wirklich ist. Es handelt sich um Shelly, die bereits aus "Die schönste Version" bekannt ist. Daher war es für mich umso interessanter, was aus ihr geworden ist und wieso es mit ihr und Henry nicht funktioniert hat.

Am Ende vom Roman weiß ich nicht so recht, wie ich mich fühlen soll. Ich hätte Shelly das Happy End gegönnt, aber sie ist mit sich strenger als ich es wäre.

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Wie soll ich mich nach diesem Roman fühlen
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Toxisch

Luft nach unten von Tamara Stajner

Die Beschreibung vom Roman "Luft nach unten" von Tamara Štajner auf Vorablesen, hat mir eine falsche Erwartung gegeben. Ich habe mir eine Familiengeschichte erwartet, mit einem abgrundtiefen Geheimnis das totgeschwiegen wird.
Als Familiengeschichte, würde ich persönlich den Roman nicht bezeichnen.

In erster Linie geht es um Iva, die eine etwas selbstsüchtige und egozentrische Person ist, die von anderen die reine Wahrheit erwartet, aber selbst lügt und betrügt.
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Felix, versuchen sie ein Kind zu zeugen. Zuerst auf herkömmlichen Weg, dann aber mit ärztlicher Beratung und durch Insemination. Die beiden führen eine äußerst toxische Beziehung und im Laufe des Romans habe ich mir gewünscht, dass sich die beiden Trennen und dem Elend ein Ende setzten.
Zum Glück geht es im Roman aber auch um Ivas Großmutter Slava, ihre Großcousine (glaube ich, es ist zumindest Slavas Enkelin) Karmela, ihre Mutter und um ihr totes Kindermädchen Marija.
Um ein Familiengeheimnis wie es in der Beschreibung heißt, handelt es sich meiner Ansicht nach aber auch nicht. Slava hat Iva etwas widerwillig alles erzählt, ob das alles stimmt ist aber fraglich. Ivas Vater hat ihr eine andere Version erzählt.
Auf die weiblichen Protagonistinnen will ich jetzt nicht weiter eingehen. Alles in Allem pflegen sie alle einen toxischen Umgang miteinander, bis auf Karmela. Durch ihr zartes Alter von 10 Jahren ist sie noch nicht abgrundtief Verseucht.

Gesamteindruck: ich habe mir etwas anderes erwartet. Es ist aber sehr gut geschrieben und die Beziehungen wirken auf mich greifbar. Aber Achtung: es ist teilweise sehr toxisch und verlogen, muss man wollen!

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Toxisch
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Zu gleichen Teilen interessant und traurig

Wildboden von Constantin Lieb

"Wildboden" von Constantin Lieb liefert bereits mit der Covergestaltung eine passende Atmosphäre für das Buch. Passend zum Inhalt ist das Cover in expressiven Farben gestaltet und könnte tatsächlich ein Gemälde vom Künstler Ernst Ludwig Kirchner sein, dem Protagonisten. Zu sehen ist ein Teil des Hauses in dem die beiden Protagonisten leben, dem Haus auf dem Wildboden.

Das Thema hat mich als kunstinteressierte Person besonders angesprochen, es handelt vom Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner und seiner Lebensgefährtin, oder Kameradin wie er so schön sagt, Erna Schilling. Gemeinsam leben sie in der Schweiz am Wildboden. Teils Auszüge aus den hinterbliebenen Briefen, teils Fiktion, entwickelt sich das Buch zu einem spannenden und geladenen Roman. Mich stiftet das direkt an, mehr über Kirchner und Schilling herauszufinden und was faktenbasiert ist und was erfunden.
Der Roman ist spannend und tragisch zugleich, als außenstehende Leserin ist es fast schmerzhaft, mit anzusehen bzw. zu lesen, was passiert. Dieses Vorwissen schadet dem Spannungsaufbau aber keineswegs, es regt an weiter zu lesen.
Alles in Allem kann ich den Roman nur weiterempfehlen, auch an Personen die mit Kunst nichts am Hut haben.

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Vertraut

Alleinruhelage von Eva Menasse

Meiner Meinung nach, hat Eva Menasse mit "Alleinruhelage" einen grandiosen Roman abgeliefert.
Grob geht es um eine Frau, ihre Ehe ist beendet und jetzt will sie das ehemalige gemeinsame Ferien- bzw. Wochenendhaus in Alleinruhelage in Vogelsang verkaufen. (Nicht zum ersten Mal, aber diesmal wirklich)
Im Buch geht es aber nicht direkt um den Verkaufsprozess, es geht viel mehr darum, was alles vorher passiert ist.

Es ist nicht so, dass die namenlose Protagonistin mit und im Haus nicht glücklich gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Aber sie will wissen, ob sie auch ohne Alleinruhelage ihr Glück findet.
Der Schreibstil von Eva Menasse gefällt mir sehr gut. Der ganze Roman macht auf mich einen sehr vertrauten Eindruck. Und ich mag es, dass die Stimmung etwas harsch und geradeheraus ist.
Ein nettes Detail das mir aufgefallen ist: weder die Protagonistin, noch ihr Ehemann, die Kinder, die Großeltern oder sonstige Verwandtschaft wird mit dem Namen genannt. Onkel Walter und Tante Hupfi zählen nicht, denn sie sind nicht genetisch Onkel und Tante. Wer hingegen namentlich erwähnt wird sind Alla und Bolek, die bei der Renovierung eine große Rolle spielen oder der Nachbar Paul. Dadurch wirken diese Figuren noch vertrauter als die tatsächliche Familie.
Alles in allem ein außerordentlich gelungener Roman!

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Ungeahnter Lebensweg

Ochsenkopf von Manik Sarkar

"Ochsenkopf" von Manik Sarkar trägt auf dem Cover passend: einen Ochsenkopf.
Und wer bei Ochsenkopf sofort an Sturkopf denkt, springt schon mit einer passenden Erwartungshaltung in den Roman. Denn hier geht es um Rensing Junior. Er wächst in einer Metzger-Familie auf und hat daher schon einen vorbestimmten Weg den er auch bereitwillig einschlägt.

Das tragikomische daran: er besitzt ein außergewöhnliches Talent das ihm die Fähigkeit gibt, schon zu sehen ob ein Tier zum schlachten taugt oder nicht. Leider zu seinem eigenen Leidwesen. Denn er lebt und arbeitet in einem Dorf in dem es an Feinschmeckern fehlt. Er kann noch so teure und hochwertige Tiere einkaufen und verarbeiten, seine Kunden danken es ihm nicht.

Der Roman hat mich positiv überrascht und ist tiefgründiger als man es am Anfang vermuten möchte. Besonders gut gefällt mir die Sprache, wenn zum Beispiel die Menschen "vertierlicht" werden und die Hände als Klauen bezeichnet werden. Zudem bietet der Roman den ein oder anderen Twist den man sich nicht zu wünschen vorgestellt hat.

Alles in Allem ein gelungener Roman der zum nachdenken anregt.

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Ungeahnter Lebensweg