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Rezensionen von Eternal-Hope:

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Eine wertvolle Übersetzungshilfe für die Praxis

Zu viel, zu nah, zu sehr von Dr. Rosalie Weigand

Dr. Rosalie Weigand ist Psychologische Psychotherapeutin mit den Schwerpunkten Neurodivergenz und Paartherapie und hat aufbauend auf ihrer Erfahrung ein sehr hilfreiches, praxisorientiertes Buch geschrieben, das ganz besonders Paare, bei denen eine/r eine Neurodivergenz aufweist und die andere Person nicht, dabei unterstützen kann, sich gegenseitig besser zu verstehen.

Basierend auf ihren praktischen Erfahrungen und den neuesten Theorien und Forschungsergebnissen zu diesem Thema führt die Autorin erst einmal gut verständlich in das Konzept der Neurodivergenz ein und stellt dabei beispielsweise Konzepte wie das doppelte Empathie-Problem und Monotropismus vor, räumt mit gängigen Mythen auf und gibt insgesamt einen einprägsamen Überblick über Neurodivergenz allgemein.

Darauf aufbauend geht es um die wichtigsten Unterschiede zwischen neurodivergenten und neurotypischen Personen, etwa in den Bereichen Reizverarbeitung, Rückzugsbedürfnisse und Erholungsbedarf. Dabei wird immer auch darauf eingegangen, was die neurodivergente Person selbst und was ihre Partnerperson beitragen können, um das gemeinsame Leben unter Berücksichtigung all dieser Besonderheiten angenehmer zu gestalten.

Weiterführend geht es dann um andere wichtige Themen wie Kommunikation, Unterschiede im Umgang mit Emotionen, Nähe und Sex, neurodivergente Elternschaft, die Auswirkungen jahrelanger Maskierung und vieles mehr. Auch auf häufige Paarkonstellationen wird eingegangen, etwa die Besonderheiten, Potentiale und Herausforderungen einer Person mit ADHS mit einer neurotypischen Partnerperson, aber auch der Kombinationen ADHS + ADHS, Autismus + Autismus und einige weitere.

An dieser Stelle hat es mich gefreut, dass die Autorin auch sieht und anerkennt, dass sich gar nicht so selten neurodivergente Personen zu Paaren zusammenfinden und dies somit durchaus häufiger vorkommen kann, als die reine Prävalenz dieser Phänomene in der Gesamtbevölkerung vermuten lassen würde.

Gegen Ende des Buches finden sich noch hilfreiche Therapie-Tools sowie Antworten auf Fragen zum Thema, die der Autorin schon oft gestellt wurden (FAQs).

Insgesamt handelt es sich um ein sehr wertschätzend geschriebenes, zugängliches und praxisorientiertes Werk, das den neuesten Stand der Forschung und der Diskussionen in der neurodivergenten Community mit den Praxiserfahrungen der Autorin zusammenbringt und dabei viel wertvolles Wissen und viele praktisch anwendbare Tipps hauptsächlich für Paarbeziehungen zwischen einer neurodivergenten und einer neurotypischen Person, aber auch insgesamt für alle, die sich für das Thema Neurodivergenz allgemein interessieren, vermittelt.

Ich kann es sowohl allen Interessierten aus der Gesamtbevölkerung als auch Fachpersonen aus den Bereichen Psychologie, Psychotherapie und Pädagogik sowie allen, die politische Entscheidungen treffen und sich auf dieser Basis hoffentlich auch für die Bedürfnisse neurodivergenter Menschen interessieren, sehr empfehlen.

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Eine wertvolle Übersetzungshilfe für die Praxis
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Interessante Unternehmerbiographie

Die Lizenz zum Erfolg von Soheil Hosseini

"Die Lizenz zum Erfolg" ist die Autobiographie des Unternehmers Soheil Hosseini und erzählt eine beeindruckende Lebensgeschichte. Als der Autor 4 Jahre alt war, wollte sein Vater ihn und die 6-jährige Schwester ohne Wissen und Zustimmung der Mutter heimlich zurück in die iranische Heimat nehmen.

Nur das andauernde Geschrei des Mädchens am Flughafen Frankfurt machte die Behörden aufmerksam, der Vater wurde abgeschoben, die Kinder kamen kurzzeitig in eine Unterbringung und dann zurück zur Mutter, bei der sie ab diesem Zeitpunkt liebevoll behütet, aber in ärmlichen Umständen, aufwuchsen. Den Vater hat der Autor seitdem nie wieder gesehen, auch eine Suche nach ihm als junger Erwachsener blieb erfolglos.

Das war das erste eindrückliche Erlebnis, das den Jungen nachhaltig geprägt hat: zu erleben, wie ein von ihm so verehrter und vertrauter Mensch wie der Vater gleichzeitig gewalttätig sein und ihn außerdem so manipulieren und anlügen konnte, also von einer nahen Vertrauensperson so hintergangen zu werden, hat Spuren hinterlassen. Seitdem ist Freiheit und Selbstbestimmung nach eigenen Angaben sein wichtigstes Lebensmotiv.

Und so hat sich der intelligente junge Mann gegen alle Widerstände durchgesetzt und war schon mit Anfang 20 erfolgreicher Unternehmer. Er beschreibt, wie er nach unerfüllten Bedürfnissen potentieller Kunden und Marktlücken sucht, zum Beispiel hat er anfangs amerikanische Softwarelizenzen gekauft und in Deutschland mit Gewinn, aber immer noch billiger als die hier angebotenen Softwarelizenzen, weiterverkauft, was ihm mächtige Feinde, eine Hausdurchsuchung und einen Rechtsstreit bis vor den Europäischen Gerichtshof einbrachte, den er am Ende gewann.

Damit zeigt der Autor also auch auf, welche Risiken und Gefahren damit verbunden sein können, rasch steigende Umsätze zu haben und so auf dem Radar von Behörden zu landen, auch ohne etwas falsch gemacht zu haben. Es hat mir gefallen, wie er dadurch realistisch einen Preis zeigt, der mit dieser Art von Unternehmertum verbunden sein kann.

Das Buch ist in kurze, übersichtliche Kapitel unterteilt, die auch von vielbeschäftigten Menschen schnell zwischendurch gelesen werden können. Am Ende jedes Kapitels finden sich eine längere Zusammenfassung und ein ganz kurzer Satz, der die Essenz der jeweiligen Botschaft auf den Punkt bringt. Damit ist das Buch also auch für Menschen, die sich für Unternehmertum interessieren, aber nicht gerne lange Bücher lesen, bestens geeignet.

Dem Autor ist es nach eigenen Angaben ein Anliegen, andere Menschen zu inspirieren und an seinem eigenen Beispiel aufzuzeigen, wie man auch mit einem schwierigen biografischen Hintergrund, anfangs ohne Kapital oder hilfreiche, fördernde Kontakte schrittweise mit viel Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und Intelligenz ein erfolgreicher und vermögender Unternehmer werden kann. In dieser Hinsicht lassen sich aus dem Buch viele inspirierende Ideen mitnehmen.

Ein bisschen zu kurz kommt mir aber die Perspektive des Familienvaters, der er auch zu sein scheint: nebenbei werden eine Frau und mehrere Kinder erwähnt, doch im Rest des Buches sind diese bestenfalls eine Randerscheinung: weder ein Umzug nach Dubai noch die Tatsache, dass der Autor nach eigenen Angaben so gut wie jeden Tag von 5 Uhr in der Früh bis mindestens 19 Uhr mit seinen unternehmerischen Tätigkeiten und seiner sportlichen und Persönlichkeitsentwicklung verplant hat und dann oft noch geschäftliche Abendtermine bis spät in die Nacht wahrnimmt, werden wirklich in ihrer Auswirkung auf die Familie beschrieben. Da hätte ich mir gerade in der heutigen Zeit und von einem 1991 geborenen Mann ein bisschen mehr Informationen erwartet: wie viele Stunden sieht dieser Mann seine Kinder überhaupt jemals wach? Wie sehr kann er ihnen als aktive Vaterfigur präsent sein? Oder kann er das eben nicht und ist das der Preis für sein erfolgreiches Unternehmerleben? Dann würde ich mir wünschen, dass das auch ehrlich so gesagt wird.

Insgesamt ist es aber jedenfalls eine gelungene und interessante Biographie, die ich allen, die sich für Unternehmertum interessieren und motivierende Bücher mögen, sehr empfehlen kann.

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Interessante Unternehmerbiographie
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Eine Wucht, die ich so nicht erwartet hätte

Ist doch schön hier von Miriam Burdelski

"Ist doch schön hier" ist der Debütroman von Miriam Burdelski. Wie sie im Nachwort erzählt, hat die Autorin selbst familiäre Wurzeln im ehemaligen Ostpreußen und ist mit ihrer Familie in die Gegend gereist ist, aus der ihre Oma als Kind vertrieben wurde. Dieses Thema hat sie zu diesem fiktiven Roman inspiriert, für den sie ganz neue Figuren erschaffen hat, die nicht ihren eigenen Verwandten entsprechen.

Daraus ist ein sehr lebendig erzählter, tragischer Coming-of-Age-Roadtrip-Roman entstanden, der einen rasch in seinen Bann zieht.

Worum geht es? Liesel hat es wahrhaftig nicht leicht im Leben: gerade hat sie das Abitur erfolgreich hinter sich gebracht, muss sie sich mal wieder, wie schon öfters in ihrem Leben, mit wirklich schweren Themen herumschlagen, von denen die meisten Gleichaltrigen noch verschont bleiben: ihre Mutter Melanie hat sie als Teenager bekommen, aber ihr kaum eine wirkliche Mutter sein können. Antriebslos und depressiv schläft sie bis Mittag, bewegt sich meist nur vom Bett auf die Couch und wieder zurück, hat nie ins Berufsleben gefunden und lebt von Sozialhilfe.

Aufgezogen wurde Liesel deshalb von ihrer Oma Emmi, die bis vor kurzem ebenfalls mit den beiden in einer Wohnung gelebt hat. Emmi war für Liesel überwiegend eine liebevolle und fürsorgliche Großmutter, für ihre Tochter Melanie hatte sie aber kaum jemals ein nettes Wort übrig, hat sie verachtet und beschimpft. Und nun ist Emmi dement, wechselt zwischen klaren Momenten und dem Versinken ins Vergessen hin und her, ist mal freundlich, dann zornig, und lebt seit kurzem in einem Pflegeheim, wo Liesel sie regelmäßig besucht.

Liesel weiß, dass ihre Oma als 10-jährige 1945 gemeinsam mit ihrer Familie mitten im Winter aus dem damaligen Ostpreußen, dem heutigen Polen bzw. Russland (Kaliningrad) flüchten musste und aus dieser Zeit wohl heftige Traumatisierungen mit sich herumschleppt. Doch wirklich viel weiß Liesel nicht darüber, über vieles wollte die Oma nicht so wirklich reden. Nun möchte Liesel in diese Gegend reisen, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen, und das wird sie auch machen. Dann gibt es noch Jascha, ein junger Pole, der als Aushilfskraft im Pflegeheim arbeitet und Liesel kurzerhand auf der Reise begleitet. Und auch Emmi möchte unbedingt mitfahren, sobald sie von den Plänen erfährt.

Über zwei Drittel habe ich die Lektüre dieses Buches wirklich genossen. Nach dem allerersten Kapitel, das ein bisschen verwirrend sein kann, sich aber im Rückblick aufklärt, kommt man zügig in das Buch hinein, schließt die liebenswerten und lebensecht gezeichneten Charaktere ins Herz und erlebt mit ihnen einen interessanten Roadtrip mit so einigen unvorhergesehenen Stationen und Begegnungen. Warmherzig stellt das Buch dabei wie nebenbei tiefgründige Fragen dazu, was es bedeutet, im Moment zu leben, welche Prioritäten man setzen sollte und was im Leben wirklich wichtig ist. Den Großteil des Buches habe ich also sehr genossen und dachte schon, dass das ein Buch wird, das ich so einigen Menschen aus meinem Bekanntenkreis von Herzen empfehlen und vielleicht auch zu Weihnachten schenken werde.

Doch im letzten Drittel des Buches kommt der Hammer, der mich bis jetzt, wo ich das Buch zugeschlagen habe, emotional tief betroffen zurücklässt. Und eigentlich ist es nicht nur ein Hammer, sondern gleich mehrere hintereinander. Mir hätte die Fluchtgeschichten aus Ostpreußen und die Demenz der Oma als Hardcore-Themen schon gereicht, doch das Buch belässt es bei weitem nicht dabei, da kommt noch so einiges mehr dazu. Um nicht zu spoilern, kann ich inhaltlich hier nichts dazu sagen, außer, dass noch viel mehr geschieht, als dass Liesel Antworten auf so einige Fragen bekommt, und man mit Liesel zutiefst mitfühlt. Ganz am Ende versucht die Autorin noch einen kleinen positiven Ausblick, der mich aber an dieser Stelle nicht mehr glaubwürdig erreicht hat.

Somit empfehle ich das Buch nur psychisch stabilen Menschen, die sich auch von sehr harten Schicksalsschlägen, die lieb gewonnene Figuren treffen, nicht zu sehr runterziehen lassen. Es ist also insgesamt definitiv keine Wohlfühllektüre, auch wenn das Cover und der Einstieg das vermuten lassen, sondern ein Buch, das auch innere Bilder von mehreren richtig schlimmen Ereignissen entstehen lässt. Wer das gerade nicht in seinem Leben brauchen kann, der lasse lieber die Finger davon.

Insgesamt vergebe ich gute vier Sterne für ein ansonsten mitreißend geschriebenes, gut erzähltes und an vielen Stellen sehr warmherziges Buch, das insbesondere die Themen Demenz sowie transgenerationale Traumatisierung und ihre Auswirkungen auf Familienbeziehungen sehr gut recherchiert und authentisch behandelt. Auf weitere Bücher dieser talentierten Autorin bin ich gespannt.

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Eine Wucht, die ich so nicht erwartet hätte
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Die innere Oma meint es gut mit dir

Die innere Oma von Franca Cerutti

Gerade bin ich mit dem Hörbuch "Die innere Oma" meiner Psychologinnenkollegin Franca Cerutti fertig geworden und ich fühle mich richtig glücklich, erholt und bestärkt. Was für ein schönes Hörbuch, was für ein Hörgenuss!

Vielen Menschen bekannt ist das Konzept des inneren Kindes.

Dem stellt die Autorin, selbst psychologische Psychotherapeutin und erfolgreich einen Psychologie-Podcast betreibend, die Figur der inneren Oma entgegen... unser weises, gereiftes, älteres Selbst, das mit Güte, Erfahrung und Milde auf unser Leben zurückblickt und uns aus dieser Perspektive beraten und unterstützen kann. Zuerst werden verschiedene Methoden vorgestellt, sich der inneren Oma (oder auch dem inneren Opa) anzunähern, zum Beispiel mit einer geführten Imagination oder auch mit einem Brief oder einer Collage... vieles ist möglich und genau das macht das Konzept der inneren Oma und die Haltung der Autorin so sympathisch: vieles darf und kaum etwas muss sein.

Es ist so wohltuend in einer Zeit der Optimierungsbesessenheit und ständigen Vermessung des eigenen Lebens, die so Mainstream geworden sind, mal ein ganz anderes Konzept kennen zu lernen: eines, das einem hilft, mit Distanz und gleichzeitig verbunden mit der Nähe zu einer vorstellbaren, sympathischen inneren Person, auf das eigene Leben zu schauen. Dabei zeigt sich, dass so manche momentanen Ärgernisse aus dieser Perspektive an Bedeutung verlieren, während klarer erkennbar wird, was für einen persönlich wirklich zählt.

Das Hörbuch ist von der Autorin selbst eingesprochen und das ist in diesem Fall ein großer Gewinn: mit einfühlsamer, sympathischer Stimme und einem schönen Humor trägt sie es vor, und es schafft dazu noch eine ganz besondere Verbindung zu ihr, dabei ihre eigene Stimme zu hören. Das passt auch sehr gut zu dem insgesamt sehr persönlichen Hörbuch, in dem die Autorin sich offen und nahbar gibt und auch immer wieder von ihrem eigenen Weg, ihren Schicksalsschlägen und Herausforderungen erzählt und mit uns teilt, wie sie diese bewältigt hat und sich zu der beeindruckenden Person entwickelt hat, die sie heute ist.

Insgesamt ist es eines der allerbesten Werke im Bereich praktische Psychologie und Lebenshilfe, das mir in den letzten Jahren untergekommen ist (und ich habe beruflich viel mit Büchern und Hörbüchern in diesem Bereich zu tun). Ich kann es allen, die sich mit dem eigenen Leben und den eigenen Werten auseinandersetzen und sich weiterentwickeln möchten, wärmstens empfehlen.

Alle vorkommenden psychologischen Konzepte werden auch für Laien gut verständlich erklärt, somit ist das Hörbuch auch für jene, die noch nicht so viel Erfahrung mit Psychologie haben, bestens geeignet. Aber auch Profis in diesem Beruf werden das eine oder andere neue Konzept für sich entdecken können (für mich beispielsweise der "existenzielle Mut") und können sich daraus viele Anregungen und praktische Übungen für die Klientenarbeit mitnehmen.

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Die innere Oma meint es gut mit dir
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Aus astrologischer und psychologischer Sicht interessant

Schatten-Astrologie von Celine Bayer

Schatten-Astrologie von Celine Bayer ist ein tolles, persönlich erzähltes Buch, von dem alle an Spiritualität, Psychologie und persönlicher Weiterentwicklung Interessierten profitieren können.

Zuerst stellt sich die Autorin persönlich vor und erzählt ein bisschen etwas von ihrer Lebensgeschichte, so etwas mag ich sehr gerne, weil es den Menschen hinter dem Buch zeigt und ein angenehmes Gefühl von Nähe und Verbunden-Sein herstellt.

Danach geht es um Chiron in der griechischen Mythologie, um die damit verbundenen Prinzipien des Zwischen-den-Welten-Seins, Nicht-Dazugehörens, der Wunde und der damit verbundenen Heilungsfähigkeit.

Den Hauptteil des Buches schließlich nimmt die Beschreibung der verschiedenen astrologischen Chiron-Positionen in den zwölf astrologischen Häusern ein.

Wer sich für Astrologie interessiert und schon über Kenntnisse in diesem Bereich verfügt, kann diese mit dem Buch erweitern. Es geht speziell um die Position des Asteroiden Chiron in den Häusern (und diesen zugeordneten Zeichen) und um die Themen der zwölf Häuser und wie Chiron sich auf diese auswirken kann.

Auch für interessierte Anfänger und Anfängerinnen in diesem Bereich ist das Buch nützlich: es wird genau beschrieben, wie man die eigene Chiron-Position ermitteln kann und davon ausgehend kann man auf jeden Fall für sich persönlich einiges aus der Lektüre mitnehmen. Die Autorin empfiehlt, nicht nur das Kapitel zur eigenen Chiron-Position zu lesen, sondern auch alle anderen. Das habe ich gemacht und kann ich ebenfalls empfehlen, da man damit viel über allgemeine Lebensprinzipien lernen und reflektieren kann und es auch die Perspektive auf die persönlichen Chiron-Themen erweitert.

Aufgebaut sind die jeweiligen Kapitel zu den Häusern folgendermaßen: nach einer kurzen Einführung in die Themen des jeweiligen astrologischen Hauses (z.B. Partnerschaft, Besitz oder Philosophie/Glaube/Reisen) geht es speziell um die Chiron-Wunde in diesem Bereich. Dazu gibt es meist eine oder mehrere anschauliche Geschichten und Fallbeispiele, die oft auch schon aufzeigen, was für spezielle Begabungen damit ebenfalls verbunden sein können. Danach wird der Weg zur Heilung aufgezeigt, dabei gibt es immer auch nützliche Reflexionsfragen für das eigene Tagebuch, Reframingsätze, eine kurze SOS-Übung für schwierige Momente, eine vertiefende Übung und am Ende noch eine Zusammenfassung der besprochenen Themen samt Empfehlungen dafür, andere mit diesen Themen zu begleiten, insbesondere auch Kinder.

Man muss also nicht unbedingt viel über Astrologie wissen oder davon überzeugt sein, um von diesem Buch profitieren zu können. Es lässt sich ebenso gut psychologisch als Archetypen- und Schattenarbeit lesen und auch auf dieser Ebene kann man einiges mitnehmen und dafür sensibilisiert werden, wo man genauer hinschauen könnte und welche Gaben, aber auch Herausforderungen mit bestimmten Themen verbunden sein könnten, aber auch, wie man beginnen könnte, damit zu arbeiten.

Damit kann das Buch einer breiten Leserinnenschaft jener, die an persönlicher Entwicklung, Archetypen- und Schattenarbeit interessiert sind und zumindest keine Berührungsängste mit Astrologie haben, definitiv empfohlen werden.

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Aus astrologischer und psychologischer Sicht interessant
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Tolles anspruchsvolles italienisch inspiriertes Kochbuch

Moingiorno! von Cornelia Poletto

Wer gerne den Menschen hinter einem Kochbuch spüren möchte und italienisch inspirierte, anspruchsvolle Küche mag, für den könnte "Moingiorno" von Cornelia Poletto genau das Richtige sein.

Zusätzlich zu vielen ansprechenden und mit großformatigen, Appetit machenden Bildern illustrierten Rezepten erzählt die Autorin einiges aus ihrer Lebensgeschichte, jeweils auf einer Doppelseite zwischen den Kapiteln eingeflochten.

Wir lernen eine unerschrockene, toughe Frau kennen, die sich schon als Jugendliche gegen alle Widerstände durchgesetzt hat, als eine von ganz wenigen Frauen damals eine Ausbildung zur Köchin machte, Spitzenköchin wurde, ein eigenes Restaurant eröffnete und irgendwann wieder schließen musste und schließlich einen Delikattessenladen mit angeschlossenem kleinem Lokal eröffnete, Kochkurse gibt und sogar im Fernsehen auftrat. Diese Biografie, die man so nebenbei beim Schmökern mitbekommt, ist inspirierend und macht Mut.

Den Großteil des Buches stellen aber natürlich die Rezepte dar. Die Aufteilung ist eine klassisch italienische in Aperitivi, Antipasti, Primi, Secondi mit Fisch und mit Fleisch und schließlich noch ein paar Dolci. Die Rezepte und deren Zubereitung sind anspruchsvoll, beispielsweise wird ein Soufflé gemacht, es werden handgemachte Teigtaschen aus selbstgemachtem Nudelteig zubereitet und befüllt oder Profiteroles aus Brandteig mit der eigenen Parmesancreme gefüllt.

Es sind besondere Rezepte, oft mit erlesenen Zutaten und aufwendigeren Techniken, die Zeit, Konzentration und Geduld erfordern, eher für besondere Anlässe als für jeden Tag.

Vom Niveau her richtet sich das Buch also eindeutig an Menschen mit Erfahrung in der Küche, die ihr gutes Grundwissen noch weiter ausbauen und sich an anspruchsvolleren Rezepten versuchen möchte. Schwierige Kochtechniken werden aber meist genau beschrieben und oft gibt es auch zusätzliche Bilder dazu.

Besonders gut gefallen haben mir die Spezialkapitel zu ausgewählten Zutaten: dabei werden jeweils einzelne Produkte wie Parmesan, Spargel oder auch die Tomate vor den Vorhang gebeten und es werden Rezepte vorgestellt, bei denen diese besonders gut zur Geltung kommen, etwa weißes Spargelrisotto mit Minze oder Tomaten-Fondue.

Insgesamt ist es ein wunderschön gestaltetes Kochbuch für ambitionierte Hobbyköche und -köchinnen mit schon ein bisschen Kocherfahrung, die sich für die italienisch inspirierte Küche interessieren, qualitativ hochwertige Zutaten schätzen, auch mal für ein Rezept eine Extrazutat am Markt oder im Spezialitätenladen besorgen, sich gerne Zeit fürs Kochen nehmen und sich inspirieren lassen wollen. Für diese Zielgruppe eignet es sich auch bestens als Geschenk.

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Tolles anspruchsvolles italienisch inspiriertes Kochbuch
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Was alles in nicht-sprechenden Menschen stecken kann

Ein ganz normales Wunder von Woody Brown

Kann ein nicht-sprechender Autist ein Buch schreiben? Ein richtig tolles Buch, das zum Nachdenken anregt, uns in eine vielen unbekannte Welt entführt und ein leidenschaftliches Plädoyer dafür ist, Menschen nicht vorschnell als dumm abzustempeln?

Viele Menschen haben dazu unzutreffende Vorurteile, dazu gleich hier ein Zitat aus dem Buch:

„Wenn es um Sprache geht, können die Leute ganz schön elitär sein.

Kannst du nicht kommunizieren, muss das bedeuten, dass du geistig zurückgeblieben bist.“ (S. 17)

Aber doch: so etwas ist möglich, und dafür ist „Ein ganz normales Wunder“ ein beeindruckendes Beispiel. Der nicht-sprechende Autist Woody Brown hat an der Columbia University in den USA Creative Writing studiert und verständigt sich mit Hilfe einer Buchstabentafel. Auf diese Weise und mit Unterstützung seiner engagierten Mutter hat er auch dieses Werk verfasst.

Dabei ist es wichtig, dass Menschen wie der Autor Woody, oder sein Alter Ego „Walter“ im Buch, einfühlsame Unterstützungspersonen haben, denn auch und gerade autistische Menschen können sehr sensibel sein:

„Wichtig ist auch, dass der Helfer in sich ruht. Ich spüre die Energie. Meine Konzentration wird zunichtegemacht, wenn derjenige, der mir hilft, gestresst ist oder über zu wenig Selbstvertrauen verfügt. Gute Seele + gutes Training = guter Helfer. Hohe Anforderungen für einen schlecht bezahlten Job.“ (S. 18)

Im Zentrum stehen die Menschen der fiktiven Behindertenbetreuungsstätte „Upward Bound“ in den USA. Dort arbeiten Betreuer und Betreuerinnen, von denen viele durchaus ein gutes Herz haben und die ihr Bestes geben, oft selbst aus finanziell schwierigen Milieus stammen, herausfordernde Lebensgeschichten haben oder nur kurz als Aushilfe dort arbeiten, schlecht bezahlt sind und wenig gesellschaftliche Wertschätzung für ihre Arbeit erhalten.

Aber es gibt auch Lichtblicke, zum Beispiel gibt es einen Pool und so bekommen die behinderten Menschen jeden Tag die Möglichkeit zum Schwimmen. Wöchentlich wird ein Ausflug zum Supermarkt „Target“ gemacht, bei dem das Pflegepersonal mit ihren Schützlingen die immer gleichen Wege abgeht, ohne jemals etwas zu kaufen. Das soll sie mit der Welt draußen und dem Alltagsleben dort vertraut machen.

Tragisch ist, dass in einigen Körpern der nach außen so beeinträchtigt wirkenden Menschen ein wacher, intelligenter Geist wohnt, der sich von all dem stark unterfordert fühlt und meist nicht als solcher erkannt wird:

„Es hat keinen Sinn, im Einzelnen zu beschreiben, was Tom den ganzen Tag lang macht. Er wird von einer Aktivität zur anderen gekarrt. Er kann bei nichts richtig mitmachen. Er schaut einfach nur zu. Manchmal vergessen die Mitarbeiter, ihn woandershin zu schieben, und er sitzt nur da, bis er jemandem auffällt. Das ist ein bisschen frustrierend, aber Tom ist schon vor langer Zeit zu dem Schluss gekommen, dass es ihn nur unglücklicher macht, seinen Zustand zu beklagen.“ (S. 43)

Dabei zeigt sich auch, wie viel von dem Potential der Menschen in solchen Institutionen auch bei guter Absicht oft nicht gelebt werden kann, etwa, weil niemand die Zeit hat, sich mit einer Buchstabentafel hinzusetzen und so einem nicht-sprechenden Autisten die Möglichkeit zu geben, zu kommunizieren… oder auch, weil gar niemand auf die Idee kommt, dass das im Rahmen des Möglichen liegen könnte:

„Walter ist bewusst, dass Emma ebenso wie er auf Buchstaben deuten kann, um zu kommunizieren. Wie die meisten Buchstabierer brauchen sie Kommunikationspartner oder Helfer, die ihnen das Zeigen erleichtern. Bei Upward Bound gibt es keine dazu ausgebildeten Helfer. Walters und Emmas Fähigkeiten liegen hier brach.“ (S. 145)

In den einzelnen Kapiteln erleben wir die Sichtweisen und den Tagesablauf der überwiegend autistischen Menschen und einiger ihrer Betreuerinnen und Betreuer, immer weise beobachtet von Walter. Dabei wird deutlich, wie wenig wir oft als Gesellschaft noch über die als behindert angesehenen Menschen wissen, wie schnell wir sie vorschnell abstempeln, aber auch, wie viel Potential in vielen steckt, das bei guter, individueller Förderung gelebt werden könnte.

Ich kann das Buch einer breiten Leserschaft nur wärmstens empfehlen, um eine neue Sichtweise auf die Potentiale der Menschen, die wir als behindert bezeichnen, zu entwickeln, und zu erkennen, wie viel Intelligenz oft in einem Menschen stecken kann, dem wir es nicht gleich anmerken, aber auch, wie viel Unterschied engagierte und gezielte Förderung machen kann. Möge es viele Herzen berühren und zu einem Umdenken anregen, gerade in Zeiten, wo leider auch in Europa in vielen Bereichen soziale Unterstützung eher gekürzt als ausgebaut wird.

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Praxisnah, verantwortungsbewusst und mit vielen Übungen

Lebe deine Intuition und verbinde dich mit deiner Geistführung von Astrid Spirig

Dieses Buch ist der dritte Band der Autorin zum Thema Medialität, es ist aber auch sehr gut verwendbar, ohne die beiden anderen Bücher gelesen zu haben. Es geht um einen niederschwelligen und praxisorientierten Einstieg in die Verbindung mit dem Übernatürlichen, in uns und in der Welt.

Zuerst werden allgemeine Prinzipien dazu erklärt und es wird auf Chakren, Wahrnehmungskanäle und unterschiedliche Tiefenebenen der Entspannung und Trance eingegangen.

Sehr interessant ist, wie die Autorin beispielsweise erklärt, wie verschiedene Menschen zu verschiedenen Hellsinnen neigen und das auch viel damit zu tun hat, welche unserer Sinne sonst im alltäglichen Leben präsent sind. Beispielsweise wird ein visuell orientierter Mensch sich mit Hellsehen leichter tun, während es bei einem sehr auditiv orientierten Menschen vielleicht eher Hellhören ist. Trainieren lassen sich aber alle dieser Hellsinne und es wird auch beschrieben, wie.

Überhaupt ist es ein sehr praxisorientiertes Buch mit vielen einfach auszuprobierenden Übungen, um die eigene Medialität besser kennen zu lernen. Anschauliche Grafiken machen auch noch einmal leichter verständlich, worum es geht.

Sehr gut gefällt mir auch der verantwortungsbewusste Umgang der Autorin mit diesem sensiblen Thema, die Grenzen, die sie aufzeigt und selbst einhält und wie sie auch darauf eingeht, wie ein ethisch verantwortungsvolle Klientenberatung in der Praxis aussehen kann.

Insgesamt ist es ein sehr interessantes Werk, das ich allen, die für dieses Thema offen sind und die eigene Medialität besser kennen lernen möchten, sehr empfehlen kann. Vom Niveau her ist es bestens für Anfängerinnen und Anfänger geeignet, aber auch Fortgeschrittene werden sich bestimmt das eine oder andere daraus mitnehmen können.

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Im Wasser sieht man nicht alles sofort

Das Wasser im August von Ingo Schulze

Wenn man auf ein Naturgewässer schaut, sieht man selbst bei einigermaßen klarem Wasser nicht immer gleich alles, was sich darin befindet. Man muss sich auf das Unbekannte, Unsichtbare und oft nie ganz Erfassbare einlassen. So ähnlich ging es mir auch mit diesem Buch.

Ich bin Österreicherin und habe zwar ein bisschen etwas über die ehemalige DDR gehört und gelesen, aber wirklich viel weiß ich bis heute nicht darüber.

So begann ich also mit der Lektüre eines Buches, das im heutigen Deutschland spielt, aber zu einem großen Teil vom Erleben eines jugendlichen Burschen im Sommer zu DDR-Zeiten, etwa ein Jahrzehnt vor der Wende, getragen ist.

Denn wir begleiten den gealterten Ich-Erzähler und Autor auf seiner Reise nach Mecklenburg, wo ihn die Frau eines alten Schulkameraden zu einer Lesung eingeladen hat. Gewünscht ist das Vorlesen eines der Öffentlichkeit noch unbekannten Textes und so wählt der Ich-Erzähler eine Novelle, in der es eben um einen jungen Mann, wohl ihn selbst, im Sommer 1979 geht.

Die Kapitel dieser Novelle nehmen einen großen Teil des Buches ein. Dabei bekommen wir als Leserinnen und Leser auch Teile zu lesen, die der Ich-Erzähler angeblich bei der Lesung auslässt, wobei leider nicht erklärt wird, warum diese für uns wiederum relevant sein sollen.

So nimmt die Gegenwart einen relativ geringen Teil des Buches, hauptsächlich am Anfang und am Ende, ein. Auch manche Passagen der Lesung werden kurz aus der Gegenwartsperspektive kommentiert und es zeigt sich später, in welcher Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verflochten sind.

Die Kapitel der Novelle im Buch waren für mich eher mühsam zu lesen, auf mich wirkte der Schreibstil der Gegenwartshandlung deutlich flüssiger. Das ist wahrscheinlich bewusst so konstruiert, weil es in der Novelle auch darum geht, zu zeigen, wie ein Jugendlicher die ersten Schritte in Richtung Kunst und Schriftstellerei wagt, dabei beobachtet, experimentiert und überlegt, was überhaupt beobachtenswert und erzählenswert ist. Das sind wiederum interessante Überlegungen, die mir durchaus gefallen haben beim Lesen.

Insgesamt war für mich aber die Handlung in diesem Sommer in der DDR und die darin vorkommenden Begegnungen mit Menschen immer wieder wie trübes, ein bisschen undurchschaubares Wasser. Mir war nicht immer ganz klar, worum es wirklich ging, ich habe mich streckenweise gelangweilt und wahrscheinlich viele subtile Hinweise auf das Leben in der damaligen Zeit in dieser Gegend für mich nicht passend wahrnehmen und einordnen können, weil ich mit meinem österreichischen Bezugsrahmen zu wenig darüber weiß. Da hat mir persönlich das Buch zu wenig eine Brücke gebaut, wollte es vielleicht auch gar nicht, das hat allerdings mein Leseerlebnis etwas gemildert.

Ich glaube, dass sich dieses Buch mit eigener DDR-Erfahrung oder zumindest mehr Wissen über die Lebenswelt dort noch einmal deutlich anders lesen könnte, als es für mich war, weil sich dann einiges von dem, was für mich rätselhafte Andeutungen waren, aufklären würde. Vielleicht würden sich dann auch noch einmal andere Zusammenhänge zur Gegenwartshandlung ergeben.

So habe ich also abschließend die Vermutung, dass in diesem Buch mehr Tiefgründigkeit und damit vielleicht auch mehr Interessantes liegt, als ich aus meiner individuellen Leseperspektive mir erschließen konnte. Damit kann ich aber auch keine allgemeine Leseempfehlung für ein breites Publikum aussprechen, da ich davon ausgehe, dass es je nach persönlichem Vorwissen ganz anders wirken kann.

Für mich war es ein streckenweise eher mühsam zu lesendes Buch, das mich an manchen Stellen gelangweilt hat und ein eher zähes Leseerlebnis war, auch wenn ich schon auch einige interessante Gedanken und Leseeindrücke, insbesondere zum Coming-of-Age und zur Entwicklung im künstlerischen und schriftstellerischen Bereich für mich mitnehmen konnte.

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Im Wasser sieht man nicht alles sofort
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Vom Humor in dunklen Zeiten

Der Tod der schönen Rehböcke von Ota Pavel

Ota Pavel lebte von 1930 bis 1973 und war ein tschechisch-jüdischer Sportjournalist. Nach einer psychotischen Episode kam er in die Psychiatrie und schrieb dort seine bewegende Familiengeschichte in humorvollen, episodenhaften Kurzgeschichten auf: das Ergebnis ist, in deutscher Übersetzung, das Büchlein „Der Tod der schönen Rehböcke“.

Das nur knapp über 130 Seiten umfassende, schnell und leicht zu lesende, humorvolle, aber doch inhaltlich sehr tiefgründige Büchlein ist in acht Kurzgeschichten geteilt, die lose miteinander verbunden und chronologisch geordnet sind.

Immer geht es um die Herkunftsfamilie des Autors, wobei der jüdische Vater im Vordergrund steht: ein lebensfroher, gewitzter Mann, der sich angesichts aller Widrigkeiten zu helfen weiß und sich stolz der tschechischen Heimat verbunden fühlt:

„Mein Papa liebte dieses Land überhaupt sehr, wohl mehr als die Mama, die Christin war; für sie war es nämlich selbstverständlich, dass sie eine Heimat hatte, während mein Papa sie mit Hilfe seiner Vorfahren Hunderte von Jahren hindurch gesucht hatte, bevor er sie fand.“ (S. 77)

An seiner Seite und seine Marotten tapfer ertragend ist stets die tschechische Mutter des Autors, eine tüchtige Frau, der das Buch gewidmet ist: „Für Mama, die meinen Papa zum Manne hatte.“

So begleiten wir die Familie in kurzgeschichtenhaften Ausschnitten durch mehrere Jahrzehnte: von der Zeit vor dem 2. Weltkrieg, über den Krieg und die Verfolgung der jüdischen Mitglieder der Familie durch die Nazis bis in die Nachkriegszeit und das kommunistische Regime. Am Anfang sind es locker-heitere Begebenheiten, die erzählt werden, etwa, von einem Betrüger, der dem Vater des Erzählers einen Karpfenteich ohne Karpfen verkaufen will, was dieser ihm gewitzt mit gleicher Münze heimzuzahlen weiß.

Gegen Mitte des Buches werden die zeitgeschichtlichen Ereignisse düsterer, erst wird die Bewegungsfreiheit des Vaters und der älteren Brüder eingeschränkt und dann werden diese aufgefordert, die Fahrt ins Konzentrationslager anzutreten, doch auch das weiß der Erzähler mit einer Art Galgenhumor zu beschreiben: „… alles Übrige legte die Mama in schöne Steinguttöpfe ein, und sie kochte meinen Brüdern Hugo und Jirka Sauce und Beefsteaks, was ihre ganz besondere Spezialität war. Die Jungen stopften sich voll für die kommenden Jahre, um Theresienstadt, Auschwitz, Mauthausen, die Todesmärsche bei dreißig Grad Frost und das Steineschleppen auf der Treppe von Mauthausen bei dreißig Grad Hitze auszuhalten und all die hübschen Sachen, die die Deutschen für sie bereithielten.“ (S. 73)

Diese tiefschwarze Hintergrundkulisse umrahmt also eine beträchtliche Zeitperiode im Leben der geschilderten Familie. Und doch ist es insgesamt kein deprimierendes Buch, weil es dem Autor auf außergewöhnliche Weise gelingt, so viele Momente der Leichtigkeit, Lebensfreude und des Schalks einzufangen, sodass man trotz des Wissens um diese schreckliche Zeit das Gefühl hat, diese bemerkenswerte Familie kann dem etwas entgegenhalten: eine Resilienz, die im flexiblen, gewitzten Umgang mit allem liegt, was einem das Leben so entgegenwirft, im familiären Zusammenhalt, in der Liebe und im gemeinsamen Lachen.

Damit ist es insgesamt ein herzerweichendes Plädoyer für das Licht in dunklen Zeiten und ein intelligent-humorvoll-gewitztes Büchlein, das ich einer breiten Leserschaft von Herzen empfehlen kann.

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Vom Humor in dunklen Zeiten