Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Immenhof:
Fesselnd
Heaven's Gate von Daniel Faßbender
„Heaven’s Gate“ hat mich direkt zu Beginn gefesselt. Die ausführliche Beschreibung der Surfszene zieht sich glücklicherweise nicht durch das ganze Buch, sodass es nicht langatmig, sondern sehr schnell spannend wird. Die Kapitel sind angenehm kurz gehalten. Nach ungefähr einem Sechstel wird die Geschichte aus zwei Perspektiven erzählt, wobei Caruso der Haupterzähler bleibt.
Die Personen an sich sind authentisch, abwechslungsreich und faszinierend. Auch wenn ich mich auf den Philippinen nicht auskenne, wirken die Probleme und das Verhalten der Personen vor Ort auf mich sehr authentisch. Etwas überflüssig finde ich die immer wieder aufkeimende Vorgeschichte Carusos, welche gegen Ende relativ kurz abgehandelt wird und für mich nur begrenzt nachvollziehbar war. Aus meiner Sicht hätte man dies problemlos weglassen können. Andererseits ist es auch positiv, dass sie so kurz abgehandelt wurde, da die Haupterzählung dadurch mehr Raum erhalten hat. Die Hauptgeschichte ist einer der spannendsten Krimis, die ich in den letzten Monaten gelesen habe. Er regt zum Miträtseln an und enthält spannende Wendungen.
Rezensionen von peedee:
Herrlich!
Oachkatzlkiller von Marion Wagner
Oachkatzlhof, Band 1: Jedes Jahr machen die Freundinnen Doro und Gabi zusammen eine Woche Urlaub. Im Hotel „Oachkatzlhof“, das Gabis Bruder Loisl gehört, wollen sie wellnessen und ihre Sorgen aussen vor lassen. Doro wurde nämlich gerade von ihrem Ehemann verlassen und Gabi leidet unter dem Empty-Nest-Syndrom: ihre Tochter ist ausgezogen.
Doch mit Wellness wird es vorerst nichts, da ein Mord im Hotel ihre Pläne durchkreuzt. Gabi ist die Einzige, die weiss, dass der Hauptverdächtige unschuldig ist. Sie müssen nun „nur“ noch den wahren Täter finden…
Erster Eindruck: Ein süsses Cover mit dem „Oachkatzl“ (das heisst nämlich Eichhörnchen, für alle die, die wie ich des Bayerischen nicht mächtig sind).
Doro ist Modefotografin und kennt somit Heidi Klum und all ihre Kolleg:innen, jawohl, alle! Ihr ist bewusst, dass das Sprichwort „mehr Schein als Sein“ absolut zutreffend ist, denn hinter der Fassade (oder eben ihrer Kamera) sieht alles ein wenig anders aus. Ihre beste Freundin Gabi ist Vollzeit-Mama, die nun nichts mit sich anzufangen weiss, seit die Tochter flügge geworden ist. Im Hotel wollen sie ausspannen. Und die Sorgen vergessen oder mit Eierlikör ertränken, was gerade besser passt.
Die Hotelleiterin wurde ermordet: erschlagen mit einem silbernen Eichhörnchen! Die Polizei, allen voran Lutz Görke, hat die Ermittlungen aufgenommen. Er ist dabei vorübergehend auf sich allein gestellt, da sein Kompagnon magendarmtechnische Probleme hat. Oje. Aber er ist ein Polizist, der im Urin spürt, wer der Täter ist, daher ist dies ein Kinderspiel. Ein Hauptverdächtiger wurde bereits benannt, wie Doro und Gabi erfahren haben, aber dieser kann es nicht gewesen sein, wie Gabi beteuert. Oha!
„What happens in the Oachkatzlhof, stays in the Oachkatzlhof.”
Das war herrlich! Doro und Gabi auf kriminalistischer Mission! Doro hat gar keine dienlichen Erfahrungen in dieser Hinsicht, Gabi „immerhin“ die sonntäglichen „Tatort“-Filme. Somit haben also beide gar keinen Plan. Sie kamen mir vor wie zwei Golden Retriever, denen man ein kleines Häppchen hinwirft, das sie sogleich gierig verschlangen. Wurde das Häppchen dann in die andere Richtung geworfen, haben sie ihre „Ermittlungen“ sogleich neu ausgerichtet. Aus ermittlungstechnischer Sicht ist es sicherlich besser, die Arbeit der Polizei zu überlassen. Aber bitte nicht Lutz – der war ja echt schlimm (aber sehr unterhaltsam!). Von mir gibt es 5 Sterne und ich freue mich auf die Fortsetzung.
Rezensionen von Claudia R.:
Einblicke in die Anfänge des 30jährigen Krieges
TINTE und SCHWERT (1) – Verwandlung von Matthias Soeder
Klappentext / Inhalt:
Herbst 1618: Der Dreißigjährige Krieg hat gerade begonnen, da bricht für Jacob Wolffen schon die Hölle los. Brutale Söldner entführen den Priesteranwärter und zwingen ihn in den Schanzdienst. Als seine Familie getötet wird, schwört Jacob Rache an dem sadistischen Leutnant Heinrich von Hohenfels.
Ein Mann des Glaubens wird zum Werkzeug der Blutjustiz.
Jacob Wolffen, eigentlich für ein Leben im Dienste Gottes bestimmt, findet sich in der brutalen Mansfelder Armee wieder. Er wird Zeuge unsagbarer Grausamkeiten und erkennt, dass er nur überleben kann, wenn er seine inneren Ideale opfert. Die Verzweiflung und der brennende Hass treiben ihn an. Er muss sich "verwandeln" – vom sanftmütigen Kleriker zum entschlossenen Krieger, um die Mörder seiner Familie zur Strecke zu bringen.
Sein Ziel ist der ehrgeizige und skrupellose Offizier Heinrich von Hohenfels, dessen Karriere im Chaos des Krieges steil bergauf geht. Heinrich, aufgewachsen mit dem Zwang, die marode Grafschaft seines Vaters durch militärischen Erfolg zu retten, sieht in Mansfelds Heer eine Chance auf unermesslichen Reichtum – und er schreckt vor keinem Verbrechen zurück.
Dieser Historischer Roman (Band 1 der Reihe »Tinte und Schwert«) stellt Jacob vor ein existentielles Dilemma: Dürfen Todsünden begangen werden, wenn das Motiv göttliche Gerechtigkeit ist? Unterstützt wird Jacob von der jungen Heilerin Anna Dillenberger, die in der belagerten Stadt Pilsen selbst gegen den Hexenwahn und die Willkür der Besatzer kämpft. Anna lehrt Jacob, dass Klugheit und List oft mächtiger sind als rohe Gewalt und dass der Verrat von Geheimnissen eine ganze Armee vernichten kann.
Die Geschichte entfaltet sich vor der Kulisse des Dreißigjährigen Krieges – von den Hexenprozessen in Würzburg über die Schlachten Böhmens bis hin zur blutigen Erstürmung Pilsens durch General Mansfeld. Für Fans von packender historischer Spannung, die sich fragen, wie weit ein Mensch für Rache gehen würde, ist Matthias Soeders Roman eine Pflichtlektüre. Wer bereits die Detailtreue und den Sog von »Der Landsknecht: Kriegstrommeln« von Thomas Wedhorn oder das intensive historische Drama von »Der Silberbaum« von Sabine Ebert liebte, wird von dieser Reihe nicht enttäuscht.
Cover:
Hier erkennt man bereits, dass man in der Zeit zurück reist und das kriegerische Ambiente bzw. die damalige Zeit und historische Elemente wurde hier augenscheinlich gut umgesetzt und in Szene gebracht. Farblich wurde sich hier sehr zurückgehalten, nur einiges wird rot hervorgehoben, der Rest eher skizzenhaft inszeniert. Optisch und grafisch ist das Ganze sehr schön und passend umgesetzt.
Meinung:
Es ist nicht einfach nur ein historischer Roman, man hat das Gefühl in die Zeit und Atmosphäre dieses 30-jährigen Krieges einzutauchen und mitzuerleben. Nichts für zarte Gemüter, denn Folter, Hexenverbrennung und Morde stehen hier auf der Tagesordnung und so manches ist von der heutigen Zeit nicht mehr vorstellbar und vereinbar.
Schnell kommt man in Situationen und Gegebenheiten hinein und es wirkt zudem, für die damalige Zeit, sehr authentisch und somit auch sehr nah spürbar.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Die Geschichte führt in eine Zeit, die einem weit weg und doch so nah erscheint. Die Beschreibungen sind bildlich umgesetzt und die Sprache der Epoche und Zeit angepasst und dabei dennoch sehr gut verständlich. Die einzelnen Abschnitte und Kapitel haben eine gute und angenehme Länge und ermöglichen so einen tollen Lesefluss. Die Anfänge sind optisch sehr schön hervorgehoben und daher sehr gut erkennbar. Die Überschriften sind passend gewählt, ohne zu viel zu verraten und die Orts- und Zeitangaben sind hilfreich zugleich.
Die Karte und die Zeichnung am Beginn sind ein wundervolles Extra und auch das sehr schön gestaltete Inhaltsverzeichnis rundet es im Gesamten perfekt ab. Angaben zu historischen Persönlichkeiten und weitere Angaben zur damaligen Zeit sind hilfreich und gut gewählt.
Die Geschichte ist stimmungsvoll und emotionsreich umgesetzt. Man taucht tief in die Geschichte und Historie zu Beginn des 30jährigen Krieges ein und ich bin sehr gespannt wie es weitergeht. Denn dies war nur der Auftakt Band einer geplanten Trilogie.
Mich konnte dieses Werk mitnehmen, faszinieren, entsetzen und verblüffen. Es gibt unerwartete Einblicke und man man hat das Gefühl nah dabei zu sein, was faszinierend, aber auch erschreckend zugleich sein kann. Die Charaktere sind vielschichtig und auch die Situationen werden sehr bildlich und gut vorstellbar beschrieben.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht und hoffe sehr, dass dieses Buch seine Leserschaft erreicht und mehr für historische Literatur begeistern kann.
Fazit:
Einblicke in die Anfänge des 30jährigen Krieges, nah spürbar und emotionsreich umgesetzt.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Ein moderner Klassiker der Literatur
Zeit der Mutigen von Dimitré Dinev
An „Zeit der Mutigen“ hat der Autor nach eigenen Angaben 13 Jahre lang geschrieben. Es hat sich gelohnt! Entstanden ist ein monumentales Epos, in der Printausgabe über 1000 Seiten lang, ein ganzes Jahrhundert europäischer Zeitgeschichte umfassend, leichtfüßig erzählt und dabei sorgfältig recherchiert, viel Wissen vermittelnd und dabei auf jeder Seite ein unterhaltsames und mitreißendes Leseerlebnis!
Ich habe noch nie ein so umfangreiches Buch gelesen, bei dem ich mich gleichzeitig so gut unterhalten habe und das von der ersten bis zur letzten Seite mitreißend und spannend war, und dabei gleichzeitig voll von schönen Sprachbildern, profundem Verständnis für die menschlichen Beziehungen und tiefsinnigen Gedanken über das 20.
Jahrhundert in Europa mit all seinen Schrecken, aber auch für das, was Mensch-Sein, (Wahl)-Familie und Verbindung ausmacht.
Abwechselnd werden die miteinander auf vielfältige Weisen verflochtenen Schicksale der Mitglieder dreier Familien erzählt: einer österreichischen, einer bulgarischen und einer Roma-Familie, beginnend mit der Zeit vor dem ersten Weltkrieg bis in 1990er Jahre. Es geht um Täter, Mitläufer und Widerstandskämpfer, Loyale und Verräter, Gedächtnisverlust und Rollentausch, die Frage, was Verwandtschaft ausmacht (Abstammung? Soziale Elternschaft? Eine Wahl?) und ganz viel um hehre Ideale, die sich dann in Schreckensherrschaft und Unterdrückung verwandeln können. Um Ausgrenzung und unverhoffte Freundschaft und Unterstützung. Um Kommunismus vs. Kapitalismus, Westen vs. Osten. Und um vieles mehr.
Die Figuren sind liebevoll gezeichnet, originell und nicht klischeehaft. Da gibt es eine ausschließlich unter Männern aufgewachsene, sehr toughe Schafhirtin in Bulgarien, einen blonden, blauäugigen Roma und Enkel des Clanchefs, eine Stasimitarbeiterin, die doch auch ihr Herz am rechten Fleck hat, einen österreichischen Wehrmachtssoldaten, der seine Exekution durch die Sowjetarmee überlebt hat und fortan mit Gedächtnisverlust und einer Kugel im Kopf durchs Leben irrt, eine junge Frau, die ihre eigenen Suizid in der Donau überlebt hat und deren Tochter zeitlebens eine besondere Verbindung zu dem Fluss haben wird, und viele mehr. Eine stille und doch eindrucksvolle Protagonistin, die all die Schicksale immer wieder auf ihre Art verbindet und eine bestimmte Mythologie mit sich bringt, ist auch die Donau selbst, an deren Wachau-Ufer die eine österreichische Familie lebt… aber auch das bulgarische Konzentrationslager Belene ist von ihr geprägt.
Dadurch, dass aus so vielen unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, entsteht ein vielfältiges Bild, und mir sind selbst manche der moralisch durchaus zweifelhaften Charaktere auch ans Herz gewachsen bzw. habe ich ihre Antriebe und Motivationen nachvollziehen können.
Das Schreckliche der Kriege, Diktaturen und Konzentrationslager des 20. Jahrhunderts nimmt einen großen Raum im Buch ein. Insbesondere geht es ausführlich um das bulgarische Lager Belene, in dem jede und jeder aufgrund des kleinsten Vergehens oder auch völlig unschuldig für Jahre landen konnte und in dem viele Menschen grausam ums Leben kamen. Insgesamt befasst sich das Buch, neben den Schrecken der beiden Weltkriege, viel mit der Zeit der kommunistischen Diktatur in Bulgarien samt Bespitzelung, Überwachung und Staatssicherheit: ein wichtiges und mir bisher nicht sehr bekanntes Thema, über das ich in diesem Buch viel gelernt habe. Man merkt, dass der selbst ursprünglich aus diesem Land stammende Autor sich ausführlich und auch, wie er im Nachwort anmerkt, anhand umfangreicher Quellen, mit diesem Thema auseinandergesetzt hat.
Auch sprachlich mochte ich das Buch sehr und insbesondere die tiefsinnigen Gedanken über das Mensch-Sein, das Verständnis für ihre Psyche sowie mythologischen Bezüge haben mir ausgezeichnet gefallen:
„In einer nahezu unbekannten Sprache so viel wie möglich über sich zu erfahren, war ein schwieriges Unterfangen. „Wo bin ich?“, fragte er so lange mit Worten und Gesten, bis der andere ihn verstand. „Bei mir“, antwortete dieser. Ja, das verstand er, aber was sollte er mit so einer Antwort anfangen? Wobei dieses „Bei mir“ zwar nicht zurück zu seinem früheren Leben geführt hatte, so doch eindeutig zurück ins Leben. Und überwältigt von dieser Erkenntnis, begann er zu weinen.“ (S. 125 im E-Book)
„Ein ganz klares Bild von ihm hatte sie nie in ihrem Kopf aufbewahrt, da sie es als reine Platzverschwendung empfand. Trotzdem wusste sie genau, welche Gefühle seine Präsenz im Raum in ihr geweckt hatte. Deswegen wusste sie genau, dass dieser Mann, der wie aus dem Nichts erschienen war, nicht Helmut war. Seine Augen hatten vielleicht die gleiche Farbe, aber ein Blick hinein hatte gereicht, um ein ganz anderes Licht, eine ganz andere Welt in ihnen zu entdecken.“ (S. 270 im E-Book)
„Sie verschaffte ihrer Tochter immer neue und neue Aufgaben, kümmerte sich darum, dass sie nicht lange Zeit allein mit ihren Gedanken blieb. Vierzig Tage nach der Geburt war jede Wöchnerin sehr gefährdet, denn sie befand sich zwischen der Welt der Ahnen und der Welt der Lebenden, zwischen Leben und Tod, zwischen Gott und Teufel. Ihre Seele hatte Zugang zu allen Welten.“ (S. 700 im E-Book)
Insgesamt ist es trotz all der dunklen Themen kein hoffnungsloses Buch: dafür sorgen die liebevoll gezeichneten Charaktere, die raschen Perspektivwechsel und die vielen fast humorvollen Situationen unwahrscheinlichen Glücks, in denen unsere Helden und Heldinnen doch noch einmal davonkommen und sich aus einer scheinbar ausweglosen Situation retten können, auch wenn ihnen bei weitem nicht alles Unheil erspart bleibt.
So bleibt mir nach mehreren Wochen intensiver Lesezeit ein tiefgreifendes emotionales Erlebnis zurück, das noch lange nachwirken wird. Für mich ist dieses Buch schon jetzt ein moderner Klassiker der Literatur, der sich auf unterhaltsame Weise mit vielen grundlegenden Themen des Mensch-Seins und europäischer Zeitgeschichte auseinandersetzt. Es gehört zu den wenigen Büchern, die ich jedenfalls noch ein weiteres Mal lesen möchte. Ich kann das Buch einer breiten Leserschaft nur wärmstens empfehlen!
Rezensionen von peppi:
Neuanfang in Island
Moosland von Katrin Zipse
In ihrem Roman "Moosland" behandelt die Autorin Katrin Zipse ein spannendes historisches Detail, welches ich so noch nicht kannte.
Die isländische Bauernpartei warb 1949 gezielt junge deutsche Frauen an, um den Arbeitskräftemangel auf den Höfen zu lindern und dem Mangel an heiratsfähigen Frauen auf dem Land entgegenzuwirken.
Diese historische Setting bildet den Hintergrund des Romans. Elsa, eine junge Deutsche, die 1949 nach Island geht und dort in eine völlig neue Welt geworfen wird. Für sie ist es eine Entscheidung, die sogleich Flucht, Neuanfang und Selbstschutz ist. Elsa verlor ihre Familie und ihre Freundin, die ihr viel bedeutet hat. Sie trauert und schweigt.. Ihre Sprachlosigkeit hängt nicht allein mit der ihr unbekannten Sprache zusammen, auch mit ihrem emotionalen Zustand. Langsam fängt sie an zu sprechen und zu heilen.
Ein feinfühliger und großartiger Roman.
Meine Leseempfehlung!
Rezensionen von Claudia R.:
mit Tiefe
Aliya und der Laden der Zweiten Chance (Die Schule der Zeitreisenden 3) von Laila Rifaat
Klappentext / Inhalt:
In der Zitadelle steht das Ereignis des Jahres an: das legendäre Wettrennen mit fliegenden Teppichen durch die Zeit. Aliya ist schon ganz aufgeregt und fiebert mit ihren Freunden dem Start entgegen. Doch noch bevor das Turnier beginnen kann, verschwinden plötzlich alle Schlosser spurlos.
Nur Aliya bleibt zurück, die doch gerade erst ihre Ausbildung begonnen hat. Jetzt liegt es an ihr, der letzten Schlosserin, die rätselhafte Energiequelle der Zeitreisewelt zu schützen. Auf die hat es Dorian Darke, ihr alter Widersacher, nämlich abgesehen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn Aliya bleiben nur wenige Tage, um das Leben der Schlosser zu retten.
Die Suche nach den Vermissten führt Aliya und ihr Zeitreise-Team in gefährliche Parallelwelten, in denen sie sich Gegenspielern aus Vergangenheit und Zukunft stellen müssen, um dem finsteren Magier endlich das Handwerk zu legen.
Cover:
Das Cover ist sehr farbenfroh und bunt umgesetzt und zugleich auch sehr faszinierend und orientalisch angehaucht. Die Farben haben zudem einen wunderschönen Schimmer, welcher dem ganzen eine tolle Optik und Atmosphäre verleiht. Ein Wiedererkennungseffekt zu den anderen Covern der Reihe ist hier auf jeden Fall vorhanden und unverkennbar. Es glänzt und glitzert einfach wunderschön und es scheint etwas magisches und faszinierendes davon auszugehen. Sehr toll umgesetzt.
Meinung:
Es handelt sich hierbei um den dritten Band der Reihe und dieser setzt dort an, wo der zweite aufgehört hat. Daher sind Vorkenntnisse und ein Lesen in Reihenfolge hier schon sehr vorteilhaft. Mir sind die beiden ersten Bände bekannt und ich kam schnell und gut wieder in die Ereignisse, Geschehnisse und Charaktere hinein. Der Laden der zweiten Chance erzeigt schnell eine faszinierende Atmosphäre. Es geht um Mut, Entscheidungen und den Umgang mit Situationen, die man sich anders erhofft hatte. Spannung und Unterhaltung kommt hier schnell auf.
Es handelt sich um das wundervolle Abenteuer und Finale dieser Reihe und setzt das Ganze nochmals sehr schön um.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr locker und flüssig lesen. Schnell findet man sich in Geschehnisse und Ereignisse hinein. Auch die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Auch die Emotionen und Gedanken dahinter kommen spürbar herüber. Leise Fragen schwingen mit, die mich als Leser nachdenklich stimmen und über zweite Chancen philosophieren lassen. Geschickt werden solche Elemente mit eingebaut und so ist es nicht einfach nur ein Abenteuer, sondern bringt für den Leser auch eine gewisse Tiefe und Nachdenklichkeit mit.
Die Gestaltung und Gliederung hat mir auch hier wieder sehr gut gefallen. Die Anfänge er Kapitel sind sehr schön herausgearbeitet und die kleinen Symbole am Beginn der Kapitel sind toll ausgewählt und abgestimmt. Auch die Überschriften sind passend gewählt, ohne zu viel dabei zu verraten. Die Länge der Kapitel ist sehr angenehm und lässt sich sehr gut lesen. Dies ermöglicht zugleich einen schönen Lesefluss.
Die Geschichte ist in sich stimmig und sehr schön und gefühlvoll umgesetzt. Spannung und Emotionen kommen nicht zu kurz und das abenteuerliche Erleben und die Unterhaltung sind hier sehr gut gewählt.
Ein wundervoller magischer, fesselnder und spannender Abschluss. Ich wurde gut unterhalten und kann die Reihe bestens weiterempfehlen.
Fazit:
Ein wundervoller, fesselnder, emotionaler und tiefgreifender Abschluss der Reihe.
Rezensionen von S.L. :
Der Letter Shop
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand von Baek Seungyeon
In Südkorea hat das Briefeschreiben einen ganz anderen Stellenwert als hierzulande. Es ist eine Kunst, die von wenigen, jedoch mit viel Achtsamkeit ausgeübt wird. Briefpapier, Schreibgerät, Stil, Schrift, Einteilung, Anrede, Dank und mehr Feinheiten werden sorgfältig ausgesucht und angewendet.
Deshalb gibt es auch so etwas wie den Letter Shop, einen kleinen Schreibwarenladen, der alle benötigten Utensilien bevorratet, Hilfe und Schreibplätze anbietet.
Auch Brieffreundschaften kann man beginnen und fortsetzen. Hier fängt Hyoyeong nach einer familiären Katastrophe an, zu arbeiten. Ihre Arbeitsprotokolle sind eloquent und dennoch unterhaltsam.
Zusammen mit ihr lernt der Leser die verschiedensten Menschen kennen. Sie alle haben ihre Sorgen, Probleme, aber auch Freuden. Sorgfältig formuliert, gut überlegt und ehrlich werden diese besonderen Briefe geschrieben. Manche werden nie beantwortet. Der Leser kann ein wenig am Leben der Schreiber teilhaben …
Ein ruhiger, nachdenklicher Roman über ein selten gewordenes Hobby.
Rezensionen von S.:
Der Letter Shop
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand von Baek Seungyeon
In Südkorea hat das Briefeschreiben einen ganz anderen Stellenwert als hierzulande. Es ist eine Kunst, die von wenigen, jedoch mit viel Achtsamkeit ausgeübt wird. Briefpapier, Schreibgerät, Stil, Schrift, Einteilung, Anrede, Dank und mehr Feinheiten werden sorgfältig ausgesucht und angewendet.
Deshalb gibt es auch so etwas wie den Letter Shop, einen kleinen Schreibwarenladen, der alle benötigten Utensilien bevorratet, Hilfe und Schreibplätze anbietet.
Auch Brieffreundschaften kann man beginnen und fortsetzen. Hier fängt Hyoyeong nach einer familiären Katastrophe an, zu arbeiten. Ihre Arbeitsprotokolle sind eloquent und dennoch unterhaltsam.
Zusammen mit ihr lernt der Leser die verschiedensten Menschen kennen. Sie alle haben ihre Sorgen, Probleme, aber auch Freuden. Sorgfältig formuliert, gut überlegt und ehrlich werden diese besonderen Briefe geschrieben. Manche werden nie beantwortet. Der Leser kann ein wenig am Leben der Schreiber teilhaben …
Ein ruhiger, nachdenklicher Roman über ein selten gewordenes Hobby.
Rezensionen von Shilo:
Sommererinnerungen und der Blick nach vorn
Am Ende der Straße die Schlei von Lars Haider
Alles beginnt mit einem Anruf, der Konstantin nach vielen Jahren zurück an die Schlei führt. Dorthin, wo er als Kind viele Sommer verbracht hat und wo Erinnerungen noch immer präsent sind. Die Rückkehr in das alte Haus wirkt zunächst nüchtern, fast wie eine Aufgabe, die erledigt werden muss. Doch mit jedem weiteren Tag zeigt sich, dass dieser Ort mehr auslöst, als erwartet.
Mit der verlängerten Zeit an der Schlei verändert sich etwas. Aus dem geplanten kurzen Aufenthalt wird mehr, ohne dass es bewusst entschieden wird. Konstantin räumt auf, sichtet alte Dinge und stößt dabei auf Erinnerungen, die lange keinen Platz hatten. Gleichzeitig läuft in Hamburg ein Leben weiter, das eigentlich fest verankert scheint. Zwischen beiden Welten liegt eine Spannung, die den Verlauf der Geschichte bestimmt.
Der Roman erzählt diese Entwicklung ruhig und zurückhaltend. Die Sprache bleibt einfach und klar, oft fast beiläufig. Vieles wird nicht erklärt, sondern angedeutet. Gerade das macht den Text glaubwürdig. Die Landschaft an der Schlei ist dabei nicht nur Hintergrund, sondern Teil der Stimmung. Sie gibt dem Geschehen Raum und lässt Gedanken entstehen, ohne sie auszubreiten.
Im Mittelpunkt stehen Fragen nach dem eigenen Weg und nach Entscheidungen, die vielleicht zu früh getroffen wurden. Nicht jede Wendung überrascht, manches lässt sich erahnen. Doch der Weg dorthin wirkt stimmig und passt zur Geschichte.
Am Ende bleibt eine ruhige Geschichte über Erinnerungen, Orte und das Nachdenken über das eigene Leben. Unaufgeregt erzählt und mit einer Stimmung, die nach dem Lesen noch eine Weile bleibt.
4 Sterne und eine Empfehlung für alle, die leise und nachdenkliche Bücher schätzen.
Rezensionen von tonton:
Lustige Geschichte, ungewöhnliche Protagonistin, spannendes Rätsel
Einfach Sunny von Maren Graf
"Einfach Sunny" ist ein absolut gelungene Detektivegeschichte mit einer ungewöhnlichen Protagonistin. Die Idee ist originell: ein blindes Mädchen, die sich als professionelle Sachen-Sucherin bezeichnet. In diesem Buch hilft sie Ben dabei, einen verlorenen Gegenstand wiederzufinden.
Die Hauptfiguren wirken sehr sympathisch.
Vor allem Sunny ist ein sehr außergewöhnliches Mädchen: Frech und selbstbewusst, sie lässt sich keineswegs von ihrer Blindheit einschränken.
Der Schreibstil ist flüssig und witzig, und das Buch macht einfach viel Spaß. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Sunny und Ben erzählt und stellt sehr realistisch, wie blinde Menschen mit ihrer Umgebung umgehen. Die Szene, in der Sunny gar nicht bemerkt, dass sie und Ben sich in einem stockdunklen Schuppen befinden und dann das Lichtschalter sofort findet, war besonders einprägsam.
Die Handlung schreitet rasant voran, während die beiden von Ort zu Ort nach dem Gegenstand suchen, und ihn immer nur knapp verpassen.
Uns hat das Ende richtig gut gefallen. Das Storytelling ist sehr gelungen und die Handlung meisterhaft verwoben, was in Kinderbüchern nicht immer selbstverständlich ist.










