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Rezensionen von peedee:

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Sehr guter Reihenstart

Cinnamon Spice Love von Harper Graham

Maple Falls, Band 1: Die erfolgreiche Restaurantkritikerin Madison hat einen kryptischen Brief erhalten, der sie auffordert, nach Hause, nach Maple Falls, zu kommen. Ihre Familie und das Cinnamon Spice Inn würden sie brauchen. Sie war lange nicht mehr da, auch wegen Zach, dem Mann, den sie seit jeher liebte und den sie für ihre Karriere in New York verlassen hatte.

Das Wiedersehen war von ihr gefürchtet und zugleich dringend erwünscht. Zach ist Bauunternehmer und hilft ihr, das Inn auf Vordermann zu bringen. Ihre Gefühle fahren Achterbahn, denn sie wird doch bald wieder nach New York zurückkehren… oder?

Erster Eindruck: Ein schönes, herbstliches Cover – gefällt mir. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich hingegen nicht (und ich verstehe auch nicht, wieso man dann nicht gleich den Originaltitel „The Cinnamon Spice Inn“ gewählt hat).

Madison hat eine erfolgreiche Karriere in New York und sie ist nur nach Maple Falls gekommen, um nach dem Rechten zu sehen. Und vielleicht auch Zach? Nein, nur wegen ihrer Familie: ihrer Grossmutter und ihrem Vater. Sie hatte Angst davor, was die anderen Bewohner sagen, wenn sie plötzlich wieder da ist. Aber es war gar nicht merkwürdig, sondern einfach normal.
Zach ist als Bauunternehmer sehr mit Maple Falls verbunden. Er ist hier zu Hause. In New York könnte er wohl nicht leben. Aber wer weiss? Wenn Madison ihn seinerzeit gefragt hätte und nicht einfach weggegangen wäre… Und nun ist sie wieder da. Zach versucht, sein Herz so gut zu schützen wie es geht.

Ich bin ein ganz-klein-wenig-fast-gar-nicht-spürbar reihenanfällig, daher war es keine Frage, mich literaturtechnisch nach Maple Falls zu begeben. Mir hat die Kleinstadt sehr gefallen (da ich auch die Reihen „Gilmore Girls“ oder „Virgin River“ sehr mag, ist das nicht weiter verwunderlich). Wie so häufig ist fehlende Kommunikation der Schlüssel für Probleme. Als Leserin, die mehr weiss als die Protagonisten selbst, habe ich häufig gedacht, „sprecht doch endlich miteinander!“. Mysteriöse Briefe und eine berührende Auflösung (aber selbstverständlich verrate ich nichts weiter darüber!). Von mir gibt es für den Reihenstart sehr gute 4 Sterne und ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Sehr guter Reihenstart
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Alte und neue Liebe

Dünenwinter und Lichterglanz von Tanja Janz

Als Wohnexpertin zeigt Alida in ihrer TV-Sendung, wie Räume gestaltet werden können. Auf die Adventstage freut sie sich besonders, da sie es liebt, weihnächtlich zu dekorieren. Doch dann wird von jetzt auf gleich ihre Sendung eingestellt. Daraufhin stirbt auch noch ihre Grossmutter. In deren Nachlass finden sich Liebesbriefe und ein Foto von ihrer Oma mit einem unbekannten Mann vor einem Pfahlbau in St.

Peter-Ording. Alida will diesen Mann unbedingt ausfindig machen, damit sie Omas letzten, leider unvollendeten Brief übergeben kann…

Erster Eindruck: Ein schönes, stimmungsvolles Cover, das demjenigen der Erstausgabe von 2018 in nichts nachsteht.

Die Geschichte beginnt 1949 in St. Peter-Ording und macht sodann einen Zeitsprung in die Gegenwart in Berlin.

Das Fernsehen ist ein schnelllebiges Geschäft: Gestern gefeiert, heute gefeuert! Die Einschaltquoten waren das Killerkriterium für Alida. Schade, dass die Zuständigen nicht einmal die bereits fertig produzierte Sendung zeigen wollten. Doch die beruflichen Sorgen verblassen, als sie vom Tod ihrer Oma erfährt. Bei deren Sachen findet sie sorgsam gehütete Liebesbriefe und ein Foto mit ihrer Oma als junge Frau mit einem ihr unbekannten Mann von 1949. Sie will diesen Mann unbedingt, wohlwissend, dass dies ein mehr als schwieriges Unterfangen mit ihren wenigen Angaben ist. Die Liebesgeschichte ihrer Oma muss eine ganz besondere gewesen sein, denn sonst hätte sie die Briefe nicht Jahrzehnte aufbewahrt. Aber weshalb kamen die beiden jungen Leute nicht zusammen? Und blieben trotzdem in Kontakt? Auf der Suche nach Omas alter Liebe findet Alida selbst einen Mann, der bei ihr längst verlorengeglaubte Gefühle weckt…

Es war berührend, vom letzten Schreiben an Hans zu lesen (mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten). In St. Peter-Ording findet Alida ein Zimmer bei Femke, die sich mit der Vermietung von Zimmern ein Zubrot zu ihrem Antiquitätengeschäft verdient. Alida sowie Femke und ihre Familie haben mir sehr gefallen. Alles in allem eine runde weihnächtliche Liebesgeschichte – von mir gibt es 3 Sterne.

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Alte und neue Liebe
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Inszenierung der Toten

Der Prätorianer von Tobias Bukkehave

Levin & West, Band 1: Der neuste Fall für Kriminalkommissarin Sara Levin und ihren Partner Janus West ruft sie zu einem besonderen Tatort. Ein junger Mann wurde ermordet und als Leiche auf besondere Weise drapiert: Hunderte von Kerzen brennen, die Augen sind mit zwei antiken Goldmünzen bedeckt, eine lateinische Inschrift auf seiner Haut.

Und noch etwas Schauerliches: Die Leiche war gefroren! Der Killer scheint von der Antike besessen zu sein. Saras Bruder Adam, ein auf Serienverbrechen spezialisierter Psychologe, wird aufgeboten. Als sich herausstellt, dass die Münzen ihrem Vater Christian, der wegen Mordes einsitzt, gehören sollen, spitzt sich die Angelegenheit zu. Und der Killer schlägt erneut zu…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir; ein aussergewöhnlicher Buchtitel.

Sara Levin und ihr Partner Janus West sind ein gutes Team – sie arbeiten gut zusammen und ergänzen sich. Eine wichtige Voraussetzung für die schwierige Arbeit, die vor ihnen liegt. In den eigenen Reihen ist nicht jeder Kollege damit einverstanden, dass Sara die Einsatzleitung übertragen wurde.
Die Beziehung unter den Levins ist zerrüttet. Ist das erst seit dem Tod der Mutter so? Oder seit dem Gerichtsprozess um Saras und Adams Vater? Was ist Adams Problem? Wieso sind Sara und Adam so entfremdet? Schon früh gab es zig Fragen bei mir – und das hier waren „nur“ die um die Familie Levin. Dazu kommen noch die Fragen um den möglichen Serienkiller: Weshalb inszeniert er seine Leichen? Warum scheint er einem noch im Tod die Ehre zu erweisen (so schräg das auch klingen mag), aber den anderen vernichtet er doppelt? Was hat es mit den Inschriften auf den Leichen auf sich? Immer wieder kommen Einspieler um Christian Levin – hat er etwas mit dem aktuellen Fall zu tun? Wenn ja, wie kann er aus dem Gefängnis die Strippen ziehen?

Für mich war es das erste Buch des Autors, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hatte etwas an sich, dass ich immer weiter lesen wollte; ich musste einfach wissen, wie die Geschichte ausgeht. Es gab viele Einblicke in die römische Geschichte und Mythologie; zudem ein paar Eindrücke aus dem Musikbusiness rund um die Sängerin Juventas. Die Bilder, die der Autor von den Tatorten und Taten malte, gingen (leider) ziemlich unter die Haut. Die Spannung spitzte sich gegen Ende nochmals zu – 5 Sterne. Bei der Fortsetzung bin ich gerne wieder mit dabei.

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Inszenierung der Toten
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Genug ist genug!

Grappa dreht durch von Gabriella Wollenhaupt

Grappa, Band 4: Bei Maria Grappa kommt es zu einem unliebsamen Wiedersehen mit einer früheren Schulkollegin. Rita Masul beklagt den Tod ihres Mannes, der von dem Hochhaus gestürzt ist, in dem er gearbeitet hat. Sie ist überzeugt, dass es kein Selbstmord war, doch die Versicherung will nicht zahlen.

Maria soll ermitteln. Sie schleust sich geschickt bei Masuls früherem Arbeitgeber ein – sie erhält den nun freien Job des TV-Journalisten bei „Teleboss“. Das Betriebsklima ist unterirdisch…

Erster Eindruck: Das Cover entspricht gestalterisch nicht meinem Geschmack.

Meine Buchausgabe ist von 2013, doch die Erstveröffentlichung des Buches war 1994. Einleitend gibt es ein hilfreiches Personenregister (die zuweilen kryptischen Anspielungen versteht man erst am Schluss). Dies ist Band 4 einer Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden.

Maria Grappa hat einen veritablen Alptraum: Ein Mann stürzt vom 18-stöckigen Hochhaus zu Tode, sie sieht und riecht Hyazinthen, der Tote sagt ihr, dass sie den Mörder finden müsse – puh, welch‘ Erleichterung, als sie aus dem Traum erwacht. Aber war es wirklich nur ein Traum? Oder ist sie reif für den Psychiater? Sie ist eine vielseitig interessierte Frau: Sie arbeitet fürs Bierstädter Tagblatt, aber auch für Radio und Fernsehen, schreibt Kochbücher und gibt Kochkurse. Dass sie kurzum für „Teleboss“ arbeiten würde, kam für sie auch überraschend. Die Atmosphäre beim Sender ist grottenschlecht – ich würde dort wohl keine Woche aushalten. Doch Marias journalistischer Ehrgeiz ist geweckt; sie will herausfinden, wer für den Tod des Journalisten-Kollegen verantwortlich ist. Ihre Ermittlungen – zusammen mit ihrer Freundin Bertha, die gerne „einkauft“, ohne zu bezahlen – führen sie in dunkle Ecken der Stadt. Und es kommt zur Bekanntschaft mit Alfons Brokkoli, der auf junges Gemüse steht und es auch vermarktet, und einen auf Bierstädter-Mafia macht.

Der Buchtitel besagt, dass Grappa durchdreht. Ich habe mich lange gefragt, wann und wie das erfolgen wird. Ja, sie ist eskaliert, und wie! Mehr verrate ich nicht. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und hat mich sehr gut unterhalten – 4 Sterne.

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Eine hoffnungsvolle Geschichte

Wo die Liebe ein Zuhause findet von Kerstin Sonntag

Karolina arbeitet hart, um bei ihrem TV-Sender weiterzukommen; die Übernahme der Sendung „Am Puls“ scheint in Greifnähe. Doch ihr Chef gibt die Sendung einer noch relativ unerfahrenen Kollegin. Erschöpft und voller Zweifel reist sie in den Schwarzwald, wo sie in der Kindheit bei ihrer Grossmutter Geborgenheit verspürte.

Da es die einstige Pension nicht mehr gibt, landet sie auf Hennys Gnadenhof, wo ihr Unterschlupf gewährt wird. Ihr Glaube beeindruckt Karolina; die Arbeit mit den Tieren lässt sie zur Ruhe kommen. Den wortkargen Holzschnitzer Simon kann sie noch nicht so recht einschätzen. Aber wieso macht sie sich überhaupt Gedanken? Sie geht doch bald wieder zurück nach Köln, in ihr altes Leben…

Erster Eindruck: Ein sehr gut zum Thema Schwarzwald passendes Cover; der Buchtitel hat etwas Anrührendes.

Die Geschichte wird abwechselnd aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt: Karolina, Simon, Henny. Der Wechsel ist gut angegeben.

Karolina verlor früh ihre Eltern und hatte deshalb eine besonders innige Beziehung zu ihrer Grossmutter, die mittlerweile leider auch verstorben ist. Sie will das Grab ihrer Grossmutter besuchen und überlegen, wie es für sie weitergehen soll. Seit Jahren ist sie auf der Suche – nach sich selbst, dem Sinn des Lebens, Liebe und Geborgenheit. Immer wieder ist sie von Selbstzweifeln geplagt; die berufliche Krise scheint erneut zu bestätigen, dass sie niemals gut genug ist. Meint sie zumindest. Ich konnte Karolina gut verstehen.
Simon ist ein alleinerziehender Vater, der seinen kleinen Sohn über alles liebt. Er macht sich aber auch ständig Sorgen um ihn, da er herzkrank ist. Einem schwerkranken Kind eine möglichst „normale“ Kindheit zu schenken, aber es trotzdem nicht zu überfordern, ist eine grosse Herausforderung.
Henny, die Besitzerin des Gnadenhofes, hat mir sehr gefallen. Sie ist – trotz der schweren Verluste, die sie hinnehmen musste – nicht verbittert; sie liebt die Arbeit mit den Tieren, auch wenn es finanziell schwierig ist. Es beeindruckt mich, wenn Menschen einen Gnadenhof führen oder auf einem solchen mitarbeiten.

„Der Frühling erinnert mich daran, dass nichts verloren ist. Es ist eine Zeit des Neubeginns, eine Zeit der Hoffnung.“

Der Glaube ist ein wichtiges Thema – zuweilen ist es auch der verlorengeglaubte Glaube; das Unvermögen, Dinge zu akzeptieren, auch wenn sich einem der Sinn dahinter nicht erschliesst; die Angst vor erneuten Verlusten; Hoffnung; Freundschaft; Liebe. Die Liebesgeschichte in diesem Buch ist so zart und rein (klingt kitschig, ich weiss), dass sie mir ein bisschen unwirklich erschien. Ich hatte bei dieser Geschichte und der Schwarzwaldkulisse des Öftern das Gefühl, in einem Volkstheaterstück zu sitzen. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Eine hoffnungsvolle Geschichte
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Nicht wirklich unerwartet

Unerwartete Veränderungen von Danielle Steel

Melanie „Mel“ Adams ist eine erfolgreiche TV-Moderatorin in New York, alleinerziehende Mutter von Zwillingstöchtern. Ein Mann an ihrer Seite fehlt ihr nicht – sie hätte gar keine Zeit für einen. Aus beruflichen Gründen trifft sie in Los Angeles auf den Herzchirurgen Dr. Peter Hallam. Sie ist beeindruckt von seiner Leidenschaft für seine Tätigkeit; sie spürt seine Liebe zu seinen drei Kindern und auch für seine vor zwei Jahren verstorbene Frau.

Mel fühlt sich zu ihm hingezogen, redet sich aber ein, dass das nichts zu bedeuten hat, denn sie leben mit Kindern und Karriere dreitausend Meilen auseinander. Doch auch Peter ist von ihr fasziniert…

Erster Eindruck: Ein schönes Cover – gefällt mir sehr gut.

Die Originalausgabe erschien 1983 („Changes“), also vor über 40 Jahren. Dies ist zu bedenken, da im Buch Festnetzgespräche geführt oder noch Briefe geschrieben werden.

Der Job als TV-Moderatorin in New York verlangt viel von Mel ab: Sie muss kurzfristig viel reisen, um am Puls der News zu sein – vor Ort zu sein und zu berichten ist wichtig und auch befriedigend. Sie versucht zudem, möglichst viel Zeit mit ihren Töchtern zu verbringen. Wo hätte ein Mann da Platz? Peter hat als Herzchirurg einen aufreibenden Job. Für ihn ist es wohl mehr Berufung als nur Arbeit: Er operiert Herzen, transplantiert Spenderherzen, freut sich mit seinen Patienten, die gesunden, verzweifelt aber, wenn sie trotz aller Prognosen versterben. Und zu Hause sind seine drei Kinder, für die seit dem Tod der Mutter vor zwei Jahren die Zeit still steht. Was kann Peter tun, damit es allen wieder besser geht?
Mel und Peter haben mir beide sehr gut gefallen. Ich war jedoch kurzum erschöpft, als ich nur von ihrem hektischen Tagesablauf las. Es ist keine Überraschung, dass Mel und Peter zusammenkommen. Und auch, dass es dadurch grosse Herausforderungen geben wird: Sie hat ihren Lebensmittelpunkt in New York, er seinen in Los Angeles. Beide können ihre Jobs nicht einfach so aufgeben. Und auch ihre Kinder können sie nicht einfach so entwurzeln. Es versteht sich von selbst, dass der Moment kommt, wo sie sich entscheiden müssen. Die Entscheidung fällt, aber damit ist nicht das Happy End in Sicht, sondern der Beginn ganz neuer Probleme…

Das Buch ist mit seinen 496 Seiten ein ziemlicher grosser Brocken, aber die Geschichte hat diese Anzahl Seiten auch gebraucht. Ich war sehr gespannt, welche Lösung sich in dieser Problematik finden lässt. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Nicht wirklich unerwartet
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Roman ja, Thriller nein

Er lügt von Rebecca Taylor McKay

Positano, Italien, 1961. Clara Carmichael ist eine glückliche Frau, denn sie ist mit ihrem Mann Spencer in den Flitterwochen an der Amalfiküste. Sie ist wirklich glücklich. Wie könnte sie es auch nicht sein? Spencer ist reich, charmant, und er liebt sie. Die letzten Monate waren nicht einfach für das Paar.

Aber jetzt wird alles besser. Oder? Clara erhält eine mysteriöse anonyme Botschaft: „Er lügt“. Sie beginnt, Spencers Verhalten zu analysieren. Und auch dasjenige der neuen Bekannten Fred und Vivian aus dem Hotel. Was verschweigen sie? Und was Clara?

Erster Eindruck: Das Buchcover gefällt mir sehr gut; Buchtitel und insbesondere der Untertitel sind gut gewählt und neugierig machend.

Das Buch wird aus der Sicht von Clara erzählt. Clara ist mit 22 Jahren noch sehr jung und verhält sich oftmals naiv. Spencer hat eine auf mich sehr herablassend wirkende Art, das mag ich gar nicht. Ebensowenig wie den Spitznamen „Bambi“ für seine Frau. Wie kam es, dass der Firmenchef „ausgerechnet“ die junge Clara aus der Schreibstube als seine Zukünftige auserwählt? Liebe? Hm, das kann ich nur sehr schwer glauben, denn schliesslich ist dies kein Hollywood-Märchen. Wieso kann sich Clara an so vieles nicht erinnern? War es die Krankheit? Welche? Sind Drogen im Spiel? Es ist schon merkwürdig, wenn der eigene Ehemann „plötzlich“ fliessend eine Fremdsprache spricht, obwohl er vorher nie etwas derartiges erwähnt hat. Oder hat er doch und Clara weiss es nur nicht mehr? Die Gedanken kreisen… und zwar lang. Sehr lang.

Die Autorin liess mich von Beginn an diverse Vermutungen anstellen, weshalb Clara so krank war bzw. es ihr nach wie vor nicht viel besser ging. Und ich hatte diverse Szenarien im Kopf, was auch die Bekannten, das Ehepaar Fred und Vivian, miteinschloss. Für meinen Geschmack zog es sich jedoch viel zu lange hin, bis effektiv etwas passierte, dass der Geschichte Schwung verlieh.

Fazit: Die Inhaltsbeschreibung versprach Spannung, ebenso der Aufdruck „Thriller“. Aber beides habe ich in dieser Story nicht gefunden, schade. Der Ausgang der Geschichte ist für mich unbefriedigend. Für einen Roman gut (3 Sterne), als Thriller leider keine Empfehlung;

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Roman ja, Thriller nein
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Zeit des Loslassens

Polwenna Bay – Wo Mut Neues schafft von Ruth Saberton

Polwenna Bay, Band 7: Meg Lyle hat ihre Karriere im Marketing aufgegeben und ist nach Polwenna Bay zurückgekommen, um im elterlichen Imbiss „Codfather“ mitzuarbeiten. Das Lokal steht kurz vor dem Aus. Unzählige harte Arbeitsstunden liegen vor ihr; sie hofft, den Betrieb umstrukturieren zu können.

Für Spass bleibt keine Zeit. Das versteht ihr bester Freund Nick Tremaine nicht. Er lebt in den Tag hinein, wenn er keinen Job auf dem Fischerboot hat, trinkt gerne einen oder zwei über den Durst, lacht sich immer neue Sommerflirts an, hält Versprechen nicht ein. Wie kann er nicht erkennen, dass Meg Hilfe braucht?

Dies ist Band 7 der Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden. Ich freue mich sehr, lesetechnisch wieder in Polwenna Bay zu sein.

Als Leserin weiss man mehr als die Protagonisten. Die Freundschaft zwischen Meg und Nick war schon lange viel mehr als „nur“ eine Freundschaft, obwohl beide sich niemals amouröse Gefühle für ihren „Kumpel“ hätten vorstellen können. Meg ist enttäuscht und müde. Enttäuscht, dass sich insbesondere ihr Vater gegen all ihre Vorschläge und Pläne stellt. Müde, weil sie vor lauter Arbeit kaum noch Schlaf kriegt. Und sie vermisst ihren besten Freund. Er ist zwar da, aber er sieht nicht, dass sie seine Unterstützung bräuchte. Nick ist ein junger verletzlicher Mann, der gegen aussen gerne den sorglosen Sonnyboy gibt, aber damit nur sein Innerstes schützen will – das wissen jedoch nur seine Granny und Meg. In letzter Zeit hat er es mit seinen Eskapaden zu weit getrieben. Seine Entschuldigungen will niemand mehr hören, denn sie ändern eh nichts. Ach ja, er badet in Selbstmitleid und hasst Veränderungen…
Meine Lieblingsfigur unter all den zahlreichen Protagonisten ist Alice, die Grossmutter der Tremaine-Kinder. Es freut mich so sehr, dass sie nun mit ihrer Jugendliebe verheiratet ist. Sie trifft einige Entscheidungen, die ihr ganz und gar nicht leichtfallen, aber sie weiss, dass nun die richtige Zeit dafür ist.

Das Buch war trotz der 477 Seiten schnell ausgelesen. Es war wie gewohnt einiges los in Polwenna Bay: die Aufregung um „Morgawr“, der Sagengestalt aus dem Meer; der Besuch von Jules‘ Mutter; Hochzeitsvorbereitungen; ein neuer Vikar; viele Veränderungen. Von mir gibt es 5 Sterne und ich freue mich auf weitere Lesestunden mit den Tremaines und Co.

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Märchenhafter Ausgang der Geschichte

Träume von Beauchamp Hall von Danielle Steel

Winona „Winnie“ Farmington wollte immer nach New York, um dort im Verlagswesen Karriere zu machen. Als ihre Mutter erkrankte, kehrte sie jedoch in ihre Heimatstadt zurück, um sie zu pflegen. Die Jahre ziehen ins Land, die Träume scheinen vergessen. Ihr Job ist langweilig, der Chef ein Choleriker.

Als sie bei der überfälligen Beförderung übergangen wird und sie ihren Freund mit ihrer vermeintlich besten Freundin im Bett erwischt, ist das Fass voll: Sie schmeisst alles hin und fährt nach England, um dort das Set der Serie „Beauchamp Hall“, die in den 1920er Jahren spielt und wovon sie ein grosser Fan ist, zu besuchen. Was will sie jetzt tun? Mal abwarten und die Atmosphäre am Filmset geniessen…

Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover – gefällt mir sehr gut.

Die Originalausgabe erschien 2018 unter dem Titel „Beauchamp Hall“.

Winnie hat mir gefallen: Sie ist 38 Jahre alt, sympathisch, stark. Eine Schwäche an ihr war jedoch ihr Freund Rob – aus meiner Sicht ein Schmarotzer und ich habe nicht verstehen können, wieso sie bei ihm blieb. Er kommt zwar zum Übernachten zu ihr, aber kann am Morgen, wenn er vor ihr das Haus verlässt, nicht kurz Schnee schippen. Nein, denn es ist ja ihr Haus, also ihre Aufgabe. Oh, sehr charmant! Und so geht es in vielen Dingen. Sie unternehmen so gut wie nie etwas zusammen; es geht immer nur um das Eine. Für mich dauerte es viel zu lange, bis sie sie ihn rausschmiss – und ihre „Freundin“ gleich mit.
In England taucht sie in eine ganz andere Welt ein: Sie ist begeistert vom Schloss und dem ganzen Drumherum. Sie fühlt sich zu Hause. Wie kann das sein? Sie darf eine Statistenrolle übernehmen und als „Mädchen für alles“ ein paar Botengänge erledigen – aufregend! Dabei lernt sie Nigel kennen, einen der Filmtechniker. Sie mag ihn. Sehr sogar. Kann es sein, dass eine neue Liebe ausgerechnet in England auf sie wartet?

Was mir an diesem Buch am besten gefallen hat, war der Mut, den Winnie bewies, indem sie aus ihrem bisherigen Leben ausgebrochen und nach England gefahren ist. Wenn sie „nur“ einen Ausflug dorthin gemacht hätte, wäre es ja nicht so aussergewöhnlich gewesen, aber sie bleibt einfach mal für längere Zeit dort und schaut, wohin es sie treibt. Glücklicherweise hatte sie ein paar Ersparnisse im Gepäck, so dass sie sich das leisten konnte. Der Ausgang der Geschichte ist märchenhaft-kitschig, aber das darf es auch mal sein; 3 Sterne.

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Ein Pageturner

Keine Angst, Darling von Vera Buck

Lea hat einen Mann, eine Tochter, lebt in der Luxussiedlung „Sancta Familia“ in Florida, hat Millionen von Followern auf Social Media, wo sie die traditionellen Werte einer Frau hochleben lässt – sie lebt ihren Traum, oder? Ihre Schwester Paula traut dem ganzen Idyll nicht, sie ist misstrauisch, insbesondere als sie Lea über längere Zeit nicht erreicht und sie auch nichts mehr gepostet hat! Sie fliegt aus Deutschland zu ihr, doch sie ist nicht da.

Ihr Mann Matt sagt, sie sei in einem Retreat, dessen Namen ihm gerade entfallen war und wo sie telefonisch nicht erreichbar sei. Paula ist zutiefst beunruhigt – die scheinbare Perfektion der Siedlung ist nur vordergründig. Strenge Regeln sind zu befolgen. Ansonsten sind drastische Konsequenzen die Folge…

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover, das durch seine dunkle Farbgebung wirkt – gefällt mir.

Das Buch wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt; der Wechsel der Perspektive ist gut vermerkt.

Die Schwestern Paula und Lea haben ein kompliziertes Verhältnis, das sich über die Jahre und die Entfernung noch verschlechtert hat. Aber Paula ist und bleibt die grosse Schwester, die sich um Lea sorgt. Paulas Mann kann ihre Sorge nachvollziehen; sie fliegt nach Amerika und er bleibt zu Hause bei den Kindern. Die Ankunft in der Wohnsiedlung ist befremdlich: Sie kann nicht hereingelassen werden, da Besuche 24 Stunden vorher angekündigt und genehmigt werden müssen. Und für sie liege keine solche Genehmigung vor. Das fängt ja gut an! Paula kann den Pförtner überreden, ihren Schwager Matt anzurufen. Gesagt, getan, Paula darf rein. Aber wo ist Lea? Matt redet sich raus – er ist ein gewiefter Rhetoriker –, doch Paula beruhigt dies überhaupt nicht.
„Sancta Familia – Home as it should be.” Da lief bei mir schon ein Schauer über den Rücken, aber definitiv nicht aus Verzücken! Das Leben in einer Gated Community, einer bewachten und in sich abgeschlossenen Wohnanlage, bedeutet Sicherheit und Idylle. Oder doch eher Gefängnis und kollektives Wegschauen?

Vor ein paar Monaten habe ich bereits ein ausgezeichnetes Buch zum Thema Tradwives gelesen, dasjenige ein Roman, das vorliegende nun ein Thriller. Für mich war es das zweite Buch der Autorin, nach „Der dunkle Sommer“, das letztes Jahr zu meinen Highlights gehörte. Meine Erwartungen an das vorliegende Buch waren hoch. Und? Die Geschichte war ein regelrechter Pageturner mit unerwarteten Twists. Ein Blick hinter die Fassade einer ach so perfekten Welt: in Leas Küche, in die „Sancta Familia“. Dabei ist nichts perfekt, sondern das Gegenteil! Die Beweggründe der Autorin, dieses Buch zu schreiben, und die ergänzenden Informationen im Nachwort sind eindrücklich. Von mir gibt es 5 Sterne; dieses Buch gehört definitiv zu meinen Highlights des Jahres!

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Ein Pageturner