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Rezensionen von yellowdog:

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Der Retter von Malloniland

Das geheimnisvolle Verschwinden von Toni Malloni von Harmen van Straaten

Dieses Buch für junge Leser aus den Niederlanden nutzt bewährte Zutaten, die gut funktionieren.
Ein Junge, der sich durchschnittlich fühlt und damit für viele eine Identifikationsfigur bieten wird. Ein Familiengeheimnis. Und Zauberei in einem Maß, dass die Phantasie beflügelt. Schließlich eine magische Reise in die Welt des Zirkus und eine wichtige Mission für Toni.

Ein guter Mix. Die Ausgestaltung funktioniert auch wunderbar. Dazu gehören auch die vielen Illustrationen, die vom Autor Harmen van Straaten selbst stammen.

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Der Retter von Malloniland
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Sanft flüstere ich dem Meer zu: Ich bin eine Insel. Und du hast mich Hause getragen

Das geheimnisvolle Verschwinden von Toni Malloni von Harmen van Straaten

Ein autobiografischer Lebensbericht einer Frau, die zusammen mit ihrem Mann London verlässt und auf die schottischen Hebriden zieht.

Sie hat viel Pech im Leben, z.B. ein schlimmer Unfall, sie kann keine Kinder bekommen, die Ehe zerbricht, sie bleibt allein zurück auf der Farm.
Alleine ist die Arbeit auf der Farm hart.

Während sie die Tiere und die Natur liebt, bleiben ihr die Menschen der Insel fremd.
Sie wird von den Einheimischen nicht akzeptiert und so bleibt sie ganz für sich.

Ihr Entschluß trotz aller Widerstände zu bleiben ist stark.
Wie der Untertitel des Buches „Meine langsame Rückkehr vom Rande des Abgrundes“ andeutet, beginnt sie sich mit ihrem Leben zu arrangieren und ihren Platz in der Welt zu finden. Therapeutisch wird für sie das Schwimmen im Meer.

Die Beschreibungen sind sehr authentisch. Und oft nicht einfach zu verdauen, zum Beispiel die offene Feindseligkeit, die die Inselbewohner ihr entgegenbringen. Das ist manchmal beklemmend zu lesen.

Es gibt auch intensive Natur- und Tierbeschreibungen. Es ist kein Wunder, das Amy Liptrot, Autorin von Nachtlichter, im Zusammenhang genannt wird. Auch „Vor mir nichts als Meer“ ist ein gelungenes Stück Nature Writing!

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Der Retter von Malloniland
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Die Liste

Kissing Chloe Brown von Talia Hibbert

Kissing Chloe Brown ist ein kleiner, sympathischer Roman, der die anfangs zögernde, später intensive Beziehung der Protagonisten Chloe und Red wirklich in den Mittelpunkt steht. Der Roman ist eigentlich nicht so kurz, aber wegen seiner konzentrierten Dichte wirkt er kammerspielartig. Kontinuierlich sind fast immer nur Chloe und Red im Bild, ergänzt um wenige Szenen, in denen Chloes zwei lustige Schwestern Dani und Eve dazukommen.

Für Chloe ist ein normales Leben nicht einfach, da sie durch ihre Krankheit mit chronischen Schmerzen belastet wird.
Neben diesem ernsten Hintergrund gibt es aber auch Humor im Buch durch komische Situationen und besonders durch ironische Dialoge. Diese sind der Autorin Talia Hibbert gut gelungen.
Interessanterweise ist Kissing Chloe Brown der erste Band der Brown-Schwestern-Trilogie. Der nächste Band wird voraussichtlich nächstes Jahr kommen.

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Die Liste
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Das Damengambit

Der Mädchenwald von Sam Lloyd

Der Mädchenwald ist ein Thriller, den man mit Schaudern liest, weil hier ein Mädchen permanent im höchster Gefahr ist. Die 13jährige Elissa wurde entführt.
Elissas Situation ist schlimm. sie ist in einem Keller angekettet. Dennoch bleibt sie zunächst mutig und stark und sinnt auf Befreiung.
Die bedrohliche Atmosphäre verstärkt sich immer mehr.

Erzählt wird nicht linear. Die wechselnden Abschnitte sind mit Tagen, seit Elissas Entführung, gekennzeichnet.
Elijah ist ein 12jähriger Junge. Aus seiner Ichperspektive sind seine Abschnitte geschildert.

Dann gibt es noch Passagen mit der ermittelnden Polizistin Mairead.

Sam Lloyd streut psychologische Momente hinein, zum Beispiel das Verhältnis zwischen Elissa und Elijah, der sie immer wieder im Keller besucht.

Der wirklich spannende Roman ist Hardcore, aber kein Splatter. Die psychologische Komponente bleibt am wichtigsten.

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Das Damengambit
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Captain Shalacco

Der Mädchenwald von Sam Lloyd

Obwohl es sich bei Die Blauröcke um eine Romanreihe handelt, ist der Roman eigenständig.

U.H.Wilken legt die Handlung dieses Romans in das Jahr 1864, die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs. Die langen Jahre des Kriegs hat das Land ausgebrannt.
Die Umgebung ist karg, rauchverhangen, versengt.

Wilken Beschreibungen machen deutlich, wie sich das auf die Menschen auswirkt.
Man denkt beim Lesen auch mit, das U.H.Wilken selbst Berufssoldat war.

Im Mittelpunkt steht interessanterweise ein Südstaatler. Captain Shalacco.

Captain Shalacco wählt für den Geheimauftrag 4 unterschiedliche Männer für einen höllischen Auftrag aus. Ziel ist es, den Nachschub aus dem Norden aufzuhalten und Schienen sowie Depots zu sprengen.

Das erinnerte fast an den Plot klassischer Kriegsfilme aus Hollywood, aber Wilken geht größeren Klischees aus dem Weg. Er bleibt realistisch und heroisiert den Krieg nicht.

U.H.Wilken schaffte ein große sprachliche Dichte und eine düstere, gefahrvolle Atmosphäre.

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Das Damengambit
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entwickelt sich langsam, aber stetig

Bären füttern verboten von Rachel Elliott

Es dauert eine Weile, sich in den Roman einzufinden und den Figuren näher zu kommen. Das gilt besonders für die anfängliche Hauptfigur Sidney, die ein Schuldgefühl aus der Vergangenheit mit sich rumschleppt. Mit den anderen Figuren geht es teilweise leichter, besonders Maria und ihre Tochter Belle mochte ich auf Anhieb.

Mit Sydneys Vater Howard war es auch nicht ganz einfach, denn er ist sehr verschlossen.

Überraschender tritt Sydney zur Hälfte des Romans deutlich zurück, davon profitieren die anderen Figuren und deren Geschichten.

Nach einer Weile entfaltet sich der Roman und es entwickelt sich aus dem ruhigen Stil ein Erzählton, der funktioniert.
Vielleicht gelang es mir auch daher schließlich, mich noch mehr für die Figuren zu interessieren. Sie sind psychologisch fein gearbeitet. So fand ich den Roman, den ich am Anfang langweilig fand doch noch ganz interessant. Ich glaube, es ist ein Buch zum noch einmal lesen, denn wegen dem unaufdringlichen Schreibstil kann einem auch einiges entgehen.

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Skurriler Roman mit vielen Ideen

Bären füttern verboten von Rachel Elliott

Das Federchen von John Dark alias Johan Nijhof ist ein skurriles Werk, überwiegend ironisch und mit sehr vielen Ansätzen und Ideen. Leider werden die meisten nicht ausgearbeitet oder verklingen schnell.

Obwohl es zu Anfang eine First Contact zwischen den menschlichen Protagonisten und einem Alien gibt, ist es nicht wirklich Science Fiction.

Auch das ist Teil der parodistischen Ansatzes des Romans. Doch diese Szenen kann man durchaus genießen.
Starke Szenen gibt es später auch bei den Passagen in Brasilien. Das ist sprachlich nicht schlecht gemacht.
Viele amüsante Szenen ergeben aber noch keinen stringenten Roman und letztlich bleiben zu viele Fragezeichen.

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Der stehende Kronleuchter

Die perfekte Freundin von Lionel Shriver

Die US-amerikanische Schriftstellerin Lionel Shriver treibt in ihrem relativ kurzen Roman viel Aufwand, die Hauptdarstellerin Jillian mit all ihren liebevollen Macken und Eigenheiten aufzubauen. Das funktioniert auch ganz gut, doch der Eindruck des konstruierten bleibt. Daher wirkt Jillian auf mich nicht ganz lebensecht.

Ich mag die Figur aber dennoch. Doch das teilt nicht jeder. Zum Beispiel Paige, die Freundin von Jillians besten Freund Weston. Paige will Jillian loswerden. Diese Ausgangssituation ist originell.

Insgesamt ist Die perfekte Freundin ein zugänglicher Roman, viel lockerer als z.B. Liebespaarungen, Shrivers Roman von 2010, den ich damals sperrig fand.

Es ist interessant zu lesen, wie eine lange Freundschaft auf die Probe gestellt wird und wie es ausgeht. Das dabei ein obskurer Kronleuchter eine Rolle spielt, hat mich amüsiert.

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Hygge-Krimi

Brennende Liebe von Jürgen Klahn

Dieser Krimi ist sehr sympathisch. Cozy, aber nicht ganz so betont harmlos wie andere. Mir gefällt auch, dass die Protagonisten Jens Peter Jensen und Grete Moller nicht mehr so jung sind. Jensen ist Witwer. Mit Grete ist er zur Schule gegangen, hat sie aber seit Jahren nicht mehr gesehen. Als sein alter Freund Gregger bei einem rätselhaften Brand verstirbt, kommt es zwischen Jensen und Grete zur Wiederbegegnung.

Unfall oder Brandstiftung? Das lässt Jensen nicht los.

Was bei diesem Buch wirklich das besondere wird, ist die Gegend. Im dänischen Grenzgebiet zu Deutschland mit den Städten Aarhus und Rinkenæs spürt man die Lebensart der hier lebenden Menschen. Der Autor Jürgen Klahn lebt in Aarhus, daher habe ich viel Vertrauen in seine Darstellung.

Die Handlung hat mich schon gepackt und ich war doch sehr davon gefangen.

Vielleicht sollte man noch ein Wort zum Titel sagen. Brennende Liebe ist ein dänisches Rezept aus Püree mit Speck und Zwiebeln.

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Von Vögeln und Gummigeschossen

Apeirogon Roman, Nominiert für den Booker-Prize. Gebunden. von McCann Colum

Rami ist Israeli, Bassam ist Palästinenser.
Ramis Tochter Smadar wurde bei einem Attentat getötet.
Auch Bassamns Tochter Abir wurde getötet.
Diese Erfahrung verbindet die beiden Männer. Und sie setzen sich trotz der Verluste für den Frieden ein. Das erfordert viel Stärke und es gibt auch Widerstände, aber beide lassen nicht von ihrer Mission abhalten.

Das Buch ist sehr fragmentarisch. Erst in der Mitte befinden sich ausführlichere Lebensberichte von Rami und Bassam.
Das Buch hat 1000 Kapitel, eigentlich 1001, doch das ist in der Mitte versteckt und von da zählen die Kapitel rückwärts.

Colum McCann lässt vieles einfließen: Borges Eibdrücke, Picassos Friedenstaube, Sinead O´Connors Songs, Mahmud Darwish Reden und Gedichte, Francois Mitterands sterben, die Reisen des Costigin, den Seiltänzer Petit, Francis Burton als Pilger, John Cage, Einstein und Freuds Briefwechsel ...

Vögel sind ein Leitmotiv des poetisch gestalteten Romans. In verschiedenster Form ziehen sie sich durch das Buch. Das gilt aber für die Gummigeschosse, das starke reale Symbol für unbarmherzige Gewalt.
Colum McCanns Roman ist herzzerreißend, gerade weil er auf realen Ereignissen Bezug nimmt. Außerdem schafft er durch den komplexen, umfassenden Ansatz neue Perspektiven auf den Konflikt.

Ein sehr lesenswertes Buch!

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Von Vögeln und Gummigeschossen