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Rezensionen von yellowdog:

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Dem Deutschrap auf den Zahn gefühlt

Ben Salomo bedeutet Sohn des Friedens von Ben Salomo

Obwohl ich mit Deutsch-Rap nicht ganz so viel zu tun habe, interessiert mich an Ben Salomo, dass er in seinen HipHop-Stücken meistens eine ganze Geschichte erzählt. Oft haben die Geschichte mit seiner Herkunft zu tun, da ist es folgerichtig, dass er Buch über sein Leben schreibt.
Dabei schildert er auch eine jüdische Kindheit in Deutschland.

Aber auch sein Geburtsland Israel bedeutet ihm viel.
Dann geht bald um Rap und HipHop.
Wichtiges Thema ist aber auch der Antisemitismus. Detaliet geht Ben Salomo auf dem Echo an Kollegah und Farid Bang ein und auf andere Auswüchse im Deutsch-Rap.

Ben Salomon schreibt geradlinig, manchmal ein wenig schlicht, aber das ist okay.

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Routinierter Thriller

Amissa. Die Verlorenen von Frank Kodiak

Amissa. Die Verlorenen ist ein Thriller von Frank Kodiak und Band 1 einer neuen Reihe.
Die Grundidee des Romans über eine Organisation namens Amissa zu schreiben finde ich interessant. Amissa ist darauf spezialisiert, vermisste Menschen zu finden.
Die Ermittler Han und Rica sind die Hauptfiguren.

Zunächst lernen wir Leser aber Martin Eidinger und seine Frau Lydia kennen, deren 17jährige Tochter Leila nach einem Streit verschwunden ist.

Sie wird entführt. Eine bedrohliche Situation. Der Romanplot ist stringent und geradlinig gestaltet. Ich hätte mir aber mehr Einsatz von Spezialistenwissen der Organisation gewünscht. Eigentlich wirkt es wie eine ganz normale Ermittlung.
Es ist Band 1 einer Reihe, dennoch gibt es Andeutungen an vergangene Erlebnisse, z.B. um Rica. Diese Erzählmethode mag ich eigetlich nicht so sehr, aber es ist ja nur ein Element im Roman.
Ansonsten ist das Buch so routiniert geschrieben, wie man es von einem so erfahrenen Autor erwartet. Vielleicht zu routiniert. Thrillerfans werden sich dran vermutlich nicht weiter stören. Für mich ist das gute 3 von 5 Sternen wert!

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Routinierter Thriller
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Auf nach Neukaledonien

Miss Bensons Reise von Rachel Joyce

Das Buch ist gewohnte Kost von Rachel Joyce, also sehr amüsant und gute Unterhaltung, aber nicht ganz ernst zu nehmen.
Mit Margery Benson ist eine Frau mittleren Alters aufgebaut, die beschließt, ihr Leben drastisch zu ändern. Sie gibt ihren Job als Lehrerin auf und reist nach Neukaledonien auf der Suche nach einen Käfer.

Dieses Vorhaben speist sich aus der Sehnsucht ihres Vaters, der schon in ihrer Kindheit starb.
Als Begleitung hat sie die junge, extrovertierte Miss Enid Pretty dabei.
Es ist 1950 und diese Zeit, in der der Krieg noch nicht lange zurückliegt, prägt Verhalten der Frauen und der Gesellschaft.

Die beiden Protagonistinnen sind sehr unterschiedlich und ergänzen sich daher gut. Margery ist eher zurückhaltend und zögerlich, aber sie hat ein Ziel. Und Enid ist chaotisch, aber doch durchsetzungsfähig.

Es gibt Passagen, die comicartig gestaltet sind, z.B. dass ein wirrer Mann namens Mundic die Frauen bis nach Neukaledonien verfolgt.
Das finde ich teilweise übertrieben.
Die leisen, ernsten Themen leiden unter dem lauten Wortwitz.

Der Stil von Rachel Joyce ist aber schon wie in ihrem Erfolgsroman Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry sehr lesbar. Die Buchseiten fliegen nur so dahin.

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Dicht in Wien

Dicht von Stefanie Sargnagel

Der Titel Aufzeichnungen einer Tagediebin ist Programm.
Die Wienerin Stefanie Sargnagel zeichnet ein Bild ihrer Jugendzeit, die sie nicht selten mit abhängen und kiffen oder saufen zugebracht hat.
Schließlich bricht sie die Schule ab. Später wird sie aber doch noch Studentin am der Akademie der bildenden Künste Wien

Es wimmelt in dem Buch von ungewöhnlichen Typen.

Zu nennen ist da besonders der durchgeknallte, aber liebenswürdige Michi.

Es ist ein eigenwilliger Humor, voller Ironie. Diese Form muss man natürlich mögen, sonst ist der Text wohl kaum bekömmlich.

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altmodischer Kinderkrimi

Die Neufundländer und ein Millionendieb in Köln von Peter Spürk

Der Trierer Schriftsteller Peter Spürk hat mit Die Neufundländer und ein Millionendieb in Köln eine Kinderkrimi-Reihe (9 – 12 Jahre) begonnen.

Hier kurz der Klappentext:
Neufundländer, ein Emu und das Mädchen Luisa, Tochter einer Staatsanwältin, sind die Stars im Kinderkrimi „Die Neufundländer und ein Millionendieb in Köln“.

Alleine aber kann man nichts ausrichten. Freundin Anna, Tochter einer Hauptkommissarin, und zwei weitere Freundinnen gründen eine Ermittlergruppe, als im Kölner Norden zahllose Einbrüche geschehen. Die Kinder finden eine heiße Spur. Auch ihr Betteln um einen Hund wird erhört. Es wird spannend.

Ich bin bei dem Buch eher skeptisch.
Der Anfang mit der Geburt der Welpen hat mir sehr gut gefallen. 6 Wollwürste hat die Neufundländerin Else geboren. 5 sind braun wie die Mutter, alle weiblich und einer war schwarz wie Papa. Dieser eine Hund wird Otto genannt und von der jungen Luisa aufgenommen.

Ich habe den kurzen Roman eher wegen der Hundeszenen gelesen als wegen dem Kinderkrimi-Anteil. Leider folgten nur wenige starke Hundepassagen, was sich vermutlich in den Fortsetzungen ändern wird
Überraschenderweise ist der Stil betont altmodisch und an klassische Kinderbücher wie 5 Freunde orientiert. Das betrifft auch das Verhalten der Kinder. Für sie spielen Smartphones und soziale Medien anscheinend keine Rolle. Wie in den siebziger/frühen achtziger Jahren, als man das noch nicht kannte.
Man hat sogar das Gefühl, diese Kinder würden Filme noch auf Beta sehen, weil VHS noch nicht erfunden war.
Daher frage ich mich, inwieweit sich Kinder mit dieser Reihe identifizieren werden.

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Strahlung und Materie

Captain Future: Jenseits der Sterne von Edmond Hamilton

Edmund Hamilton hat seine Serie konsequent vorangetrieben.
Diesmal überzeugt mich der Plot sofort und man erkennt natürlich Parallelen zu unserer momentanen Situation. Gesellschaftliche Unzufriedenheit und massive Umweltprobleme.

Eine Gesellschaft in Gefahr. Ihre einzige Chance ist Captain Future, der im Auftrag der Regierung mit seinen Freund Otho auf den Merkur angekommen ist, um die Atmosphäre-Probleme zu lösen.

Curt Newton, so Futures bürgerlicher Name, weiß geschickt sich an die Menge zu wenden. Ich finde es gut, dass Edmund Hamilton seinen Helden mit Intelligenz ausgezeichnet hat.
Natürlich kommen auch die anderen Futuremen Simon und Grag vor.
Sie planen das Problem wissenschaftlich zu lösen, der zyklische Wechsel zwischen Strahlung und Materie.
Und los geht die Reise mit wieder einigen Abenteuern.

Viele Sätze sind übertrieben überborden, aber auch ausdrucksstark. Der Autor schafft es bildgewaltig zu schreiben und Welten entstehen zu lassen.

Auch diesmal hauen mich Cover und Illustrationen einfach um. Grandios!

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Aus der goldenen Ära

Captain Future 08: Im Zeitstrom verschollen von Edmond Hamilton

Leute meines Alters, der in seiner Jugend Science Fiction-Fan war, wird auch Captain Future kennen und auch Edmund Hamilton, der zur goldenen Ära des Genres gehörte.
Dieses goldene Feeling kennzeichnet auch diesen Roman.
Über Cover und Illustrationen kann man sich heute amüsieren, aber auch sie tragen zur Atmosphäre bei.

Captain Futures Kreuzzug gegen das Böse bringen ihn in die Richtung Superheld.
Natürlich sind neben Curt Newton auch der Roboter Grag, der Androide Otho und das Gehirn Simon Wright dabei.

Um ehrlich zu sein, finde ich den Plot dieses Teils nicht ganz so zwingend.
Zum Beispiel hätte man aus der Figur des Brad Melton mehr machen können.

Es geht action-orientiert voran. Zum Stil gehören auch detailreiche, ausschmückende Beschreibungen.

Bemerkenswert der Anhang!

Irgendwie bin ich froh, dass diese Art von Literatur auch heute noch bewahrt wird.

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Die Geschichte von Irma Weckmüller und Erich Bragenheim

Wo du nicht bist von Anke Gebert

Der Roman von Anke Gebert basiert auf einem realen Ereignis und zeigt Deutschland ab 1930 bis in die Nachkriegszeit.
Die Berlinerin Irma verliebt sich in den jüdischen Arzt Erich. Doch bevor sie heiraten können, kommen die Rassengesetze, die es ihnen verbieten und dann wird Erich deportiert. Zunächst nach Theresienstadt.

Er wird dann später Auschwitz ermordet.

Mein Problem ist ein wenig, dass der Clou des Plots schon von vornherein bekannt ist. Das lässt nicht gerade viel Spannung zu. Dafür halte ich die Darstellung der Beziehung zwischen dem Liebespaar für ganz gut gelungen. Das wird auch in Rückblicke noch später im Buch vertieft. Das Paar hatte in der schlimmen Zeit zueinander gestanden, soweit es ging.
Dann wird die Nachkriegszeit glaubwürdig gezeigt. Dass schließt auch eine spürbar andauernde antisemitische Stimmung mit ein.

Bei den Nebenfiguren finde ich es schade, dass Irmas Schwester Martha zu blass bleibt. Sie wurde ungewollt schwanger. Daraus hätte man mehr machen können.

Anke Geberts Erzählungskünste sind gut. Sie schaffte es, das Leben in dieser Zeit zu verdeutlichen.
Erich halte ich für die stärkste Figur des Buches. Irma steht für eine Frau, die nicht aufgibt.

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Mir ist es zu unspezifisch

Ungezähmt von Glennon Doyle

Ungezähmt ist ein Buch einer US-amerikanischen Autorin, das mich ratlos zurücklässt. Es gibt eine große Vielzahl von Thesen und Überzeugungen, die Glennon Doyle ausspricht. Vieles davon tendiert zum simplen. Sie nimmt ihr eigenes Leben als Beispiel.
Doch was ich damit anfangen soll, außer es zur Kenntnis zu nehmen, weiß ich nicht.

Man erfährt ein wenig über ihr Privatleben, z.B. die Trennung von ihrem Mann und ihre Hinwendung zu einer Frau, die sie dann heiratet. Auch gibt es Abschnitte über ihre Kindheit, inklusive Bulimie. Später dann Süchte.

Immerhin finde ich den Ansatz, in erster Linie mit sich selbst zufrieden zu sein anstatt immer nur die Erwartungen anderer zu erfüllen nicht schlecht. Das macht die Autorin zu, Beispiel deutlich, wenn sie sich mit ihren Kindern vergleicht, die offenbar selbstbewusster sind als sie es damals war.
Aber manchmal ist es einfach zu missionarisch. Davon abgesehen auch zu unspezifisch. Und gelegentlich kommt es mir zu routiniert daher, als wäre es nur so eben runtergeschrieben.
Naja, die Autorin wird damit leben können, mal einen Leser nicht begeistert zu haben. ES kann aber auch sein, das sie auf entsprechenden Applaus sehr angewiesen ist.

Vielleicht hätte ich mehr Zugang zum Buch gefunden, wenn ich zuerst Love warrior gelesen hätte.

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Mir ist es zu unspezifisch
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Sankt Pauli 1970

Ungezähmt von Glennon Doyle

Die Schilderungen der Stadt und der Menschen in der Zeit 1970 halte ich für glaubwürdig.Manche Haltungen und Wortwendungen von damals unterscheiden sich deutlich von heute. Natürlich wird es keine Rückkehr in diese Zeit geben.

Der eigentliche Plot ist dem alltäglichen Verpflichtet. Man erfährt, wie die ehemaligen Krankenschwester Henrike als Polizistin nach Hamburg kommt und da ihren beruflichen und privaten Anschluß findet.

Das geht ein wenig zu glatt für meinen Geschmack, aber okay.
Henrike stösst gleich zu Anfang auf ein 14jähriges Mädchen, das zur Prostitution gezwungen wurde. Kinder und Jugendliche im Milieu werden ein wichtiges Thema für Henrike.

Ingrid Weißmann schreibt relativ betulich, die Action reißerischer zeitgenössischer Thriller ist nicht ihr Ding. Für meinen Geschmack war der Roman zu harmlos.

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