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Rezensionen von yellowdog:

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wie im Fieber

Ministerium der Träume von Hengameh Yaghoobifarah

Es geht um eine Familie, die aus dem Iran gekommen waren und jetzt schon lange in Deutschland leben.
Die Mutter, ihre zwei erwachsenen Töchter und Enkelin.
Als eine der Töchter stirbt, unklar ob Autounfall oder Suizid, brechen die Emotionen der anderen durch. Das gilt besonders für die Erzählerin Nasrin, die Probleme mit ihrer Mutter hat.

Sie glaubt an Selbstmord.
Sie wird Vormund für ihre 14jährige Nichte Parvin. Keine einfache Aufgabe, für einen aufmüpfigen Teenager zu sorgen.

Von Anfang an herrscht ein krasser, manchmal fiebriger Ton. Da muss man sich als Leser erst dran gewöhnen.

Gelegentlich gibt es Rückblicke.Diese werden aber nur sparsam eingesetzt, um den Hauptplot nicht aufzuhalten.
Schwerpunkte bleiben die Frage nach dem Grund des Todes von Nushrin und wie Nasrin und Parvin jetzt zusammen klarkommen.
Hengameh Yaghoobifarah macht das geschickt und die Geschichte entfaltet sich schließlich.

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wie im Fieber
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Erzählerisch ausgestaltete Essays

Betrachtungen einer Barbarin von Asal Dardan

Asal Dardan schreibt in Betrachtungen einer Barbarin erzählerisch ausgestaltete Essays, die überwiegend sehr geschickt und schön gemacht sind. Gelegentlich nimmt sie Bezüge auf politische Geschehnisse, meistens orientiert sie sich an ihren eigenen Lebenserfahrungen. Das sind das die stärksten Abschnitte im Buch.

Asal Dardan hat mit ihren Eltern den Iran verlassen als sie 1 Jahr alt war und wuchs in Köln und Bonn auf. Es gab Aufenthalte in Atlanta, USA und Sardinien und sie lebte als junge Mutter einige Jahre in Öland, Schweden bevor sie nach Deutschland zurückkehrte.

Viele ihrer Themen handeln vom Exil, Fremdheit, Identität, Vorurteilen und von Diversität und Migration. In ihrer Gesamtheit halte ich Asal Dardans Essays für sehr relevant.

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Eine ungewöhnliche Freundschaft

Der Dichter und der Neonazi von Thomas Wagner

Der Relevanz der Thematik dieses Buches liegt gerade heutzutage für mich auf der Hand. Zwar ist die Beziehung zwischen dem linken, jüdischen Dichter Erich Fried und einem damals bekannten Neonazis schon lange zurück, in der zweiten Hälfte der Achtziger Jahre, aber die Problematik ist immer noch ungelöst.

Mit Rechten reden! Soll man das und wenn ja, wie.
Ist ein offen geführter Streit der bessere Weg?

Erich Fried war bereit dazu und stand in einem freundschaftlichen Begegnungen und Briefwechsel mit einem Neonazi. Das ist natürlich erstaunlich, denn Fried musste selbst damals fliehen und einige seiner Familie wurden vergast.
Daher stieß diese „Freundschaft“ auf ein gewisses Unverständnis.

Um Hintergrunde zu beleuchten schreibt der Autor dieses Buches, Michael Wagner, auch über Erich Fried Kindheit/Jugend und schriftstellerische Karriere.
Auch das zweifelhafte Leben samt Gefängnisaufenthalten des verblendeten Neonazi Michael Kühnen werden erläutert.
Weiter bleibt aber die freundschaftliche Beziehung der beiden ein Rätsel, doch Michael Wagner findet schlüssige Zusammenhänge.

Teil des Buches ist auch den Geist der Zeit zu zeigen, beispielsweise den heißen Herbst im Jahr 1983.

Es ist alles andere als ein trockenes Buch und für mich war es interessant.

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Eine ungewöhnliche Freundschaft
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Ein ungezähmtes Land

Wo der Himmel die Prärie berührt von Rebecca Maly

Die Autorin ist Preisträgerin des DeLiA-Literaturpreisträgerin für den besten Liebesroman 2017.
Vielleicht hat sie mit diesem neuen Buch wieder eine Chance.
Er ist in Montana, 1867, angesiedelt und besitzt entsprechende Atmosphäre.

Der Roman überzeugt durch zwei gleich starke, abwechselnde parallele Handlungsstränge.

Da ist die junge Mary, die mir ihrem Vater, einem Quacksalber durch die Lande fährt und zweifelhafte Heilmittel verkauft.
In der zweiten Handlungsebene steht Timothy, halb Weiß, halb Cree, der lange mit seinem Vater auf einem Schiff gearbeitet hatte und nach dessen Tod alleine durch die Gegend streift.

Diese beiden liebenswerten Protagonisten müssen viel ertragen und es dauert lange, bis sie aufeinandertreffen.
Überhaupt gibt es viele Gefahren im ungezähmten Land. Und viele Ungerechtigkeiten. Es ist interessant zu lesen, wie Mary und Timothy sich entscheiden müssen.

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Eine pointierte Biografie

Söder von Anna Clauß

Die Journalistin Anna Clauß ist Söderkennerin, dabei nie unkritisch, aber auch nicht unfair. In Söder – Die andere Biografie beweist sie das.

Anna Clauß schildert sehr zeitgemäß und legt den Schwerpunkt auf die Gegenwart und die letzten Jahre.

Das Buch macht wirklich Spaß. Gerade auch wegen dem entspannten, manchmal auch humorvollen Ton, den Anna Clauß hat.

Aber auch weil Markus Söder eine Type ist, die nicht langweilig ist.
Vieles was er in der Vergangenheit getan oder getönt hatte, weist ihn als Mann mit Hang zum Populismus aus. Er ist Macher wie Macker. Sein Fischen am rechten Rand sollte man nicht zu schnell vergessen, auch wenn er momentan eine andere Linie fährt.

Die Autorin benennt seine Eigenschaften treffend und manchmal kommt er nicht einmal so schlecht weg. Doch es gab auch zweifelhafte Vorhaben, für die er sich engagierte. Es bleibt die Hoffnung, dass der Kelch der Kanzlerschaft Söders an uns vorbeigeht.

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Kreuzende Wege in Paris

Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin von Delphine de Vigan

Delphine de Vigan zeigt einen Zustand einer Frau in einer entscheidenden Zeit ihres Lebens. Mathilde war erfolgreich im Leben und Beruf, aber in letzter Zeit wird sie von ihrem Chef gemobbt und das ist schwer auszuhalten. Das zeigt auch, wie wenig es braucht, um einen Menschen aus der Bahn zu werfen.

Am 20.Mai soll etwas entscheidendes passieren, so die Voraussage einer Wahrsagerin. Wir Leser folgen Mathilde durch diesen Tag. Zwischendurch gibt es aber auch Passagen mit Thibault, einem Rettungssanitäter, der gerade eine Trennung durchmacht. Man ist gespannt, ob und wann die beiden sich treffen werden. Zunächst kreuzen sich ihre Wege, ohne das sie einander begegnen.

Der gewählte Stil ist effektiv. Mathildes Emotionen werden spürbar. Sie ist alles andere als eine schwache Frau, kümmert sich auch um andere, aber gegen die immer perfideren Mobbingattacken kann sie sich nicht wehren.

Es ist ein intensives Buch mit einem brisanten Thema!

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Fließende Erinnerungen

Die Jahre ohne uns von Barney Norris

Es beginnt mit den Erinnerungen einer Frau in England. Das umfasst zum Beispiel die Gedanken an ihren Vater, der verschwand als sie sieben Jahre alt war. Später wurde sie auch von ihrem Mann verlassen.
Als sie in einer Bar eine Mann trifft, wechselt der Plot in dessen Erzählung. Und es ist eine ziemlich obskure Geschichte, die er erzählt.

In dritten Teil des Buches übernimmt wieder die Frau und formuliert ihre Reaktion auf das Gehörte.

Was dieses Buch so stark macht, ist der leicht melancholische Erzählton, der ganz durch das fließende Erzählen der Erinnerungen entsteht. Oft sind es einzelne Wörter, von denen sich die Erinnerungen ableiten. Wie Barney Norris das formuliert ist ausgewogen und originell, aber auch unaufdringlich. Daher bleibt es ein ruhiges Buch und wenn man sich beim Lesen nicht konzentriert, entgeht einen viel.

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Familiendrama im Wendland

Unter Wasser Nacht von Kristina Hauff

Von Anfang bin ich von der dichten Sprache des Romans beeindruckt, die Stimmungen überträgt. Dazu tragen auch die Beschreibungen der Landschaft, z.B. des Flusses im niedersächsischen Wendland bei. Später dominieren die mehr die Dialoge.
Thiess und Sophie haben ihren kleinen Sohn verloren. Er ist ertrunken.

Die Ursache dafür ist unklar, er war kein einfaches Kind.
Thiess und Sophie ziehen sich in sich selbst und voneinander zurück, auch die enge Freundschaft zu den Nachbarn Inga und Bodo leidet darunter. Dennoch sind ihre Leben eng mit einander verknüpft.
Die Kapitel wechseln zwischen den Figuren. Dann führt die Autorin Kristina Hauff eine weitere Figur ein. Mara, eine Fremde aus der dänischen Freistadt Christiania, die in den Ort zieht. Durch ihre Fragen bricht einiges auf. Und es gibt einige Geheimnisse, deren Ursprung weit in der Vergangenheit liegen.
Kristina Hauff ist ein interessanter Roman gelungen. Souveräne 4 Sterne von mir.

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Wie alles begann

Wie alles begann und wer dabei umkam von Simon Urban

Der Roman wird stark durch den Icherzähler geprägt, der schon Kind gerne Prozess gespielt hat und später vom Thema Vergeltung getrieben wird.
Er erzählt sehr abgeklärt und hat etwas leicht narzisstisches, auch mitleidloses an sich, daher hatte ich auch Probleme mit der Figur.
Davon abgesehen hat der Roman einige interessante Motive.

Ich werde 3 von 5 Sterne verteilen, aber keine Leseempfehlung aussprechen.

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Ein unterschätztes Jahrzehnt

Sweet Dreams von Frank Goosen

In Sweet Dreams beschreibt Frank Goosen seine Jugend in den Achtziger Jahren. Eine Zeit, die von Oberflächlichkeit gekennzeichnet war.
Man bekommt in diesen Buch, was man von Frank Goosen erwarten kann. Sein bewährtes Konzept vom Alltag, autobiografisch geprägt.
Die Zeit ist sehr von Musik bestimmt.

Frank Goosen ist bekennendermaßen Beatlesfan. Erwähnt wird auch die neue deutsche Welt und noch andere Musik, aber immer kommerzielles. Viele andere wichtige Musikströmungen werden vom Autor leider wenig bemerkt,

Ein harmloses Buch, aber unterhaltsam und mit milder Ironie, die nicht wehtut.
Die Achtziger Jahre waren eine Zeit, über deren Merkmale sich lustig machen kann, doch hier wird das Jahrzehnt unter Wert verkauft.

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Ein unterschätztes Jahrzehnt