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Rezensionen von yellowdog:

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Familiendrama im Wendland

Unter Wasser Nacht von Kristina Hauff

Von Anfang bin ich von der dichten Sprache des Romans beeindruckt, die Stimmungen überträgt. Dazu tragen auch die Beschreibungen der Landschaft, z.B. des Flusses im niedersächsischen Wendland bei. Später dominieren die mehr die Dialoge.
Thiess und Sophie haben ihren kleinen Sohn verloren. Er ist ertrunken.

Die Ursache dafür ist unklar, er war kein einfaches Kind.
Thiess und Sophie ziehen sich in sich selbst und voneinander zurück, auch die enge Freundschaft zu den Nachbarn Inga und Bodo leidet darunter. Dennoch sind ihre Leben eng mit einander verknüpft.
Die Kapitel wechseln zwischen den Figuren. Dann führt die Autorin Kristina Hauff eine weitere Figur ein. Mara, eine Fremde aus der dänischen Freistadt Christiania, die in den Ort zieht. Durch ihre Fragen bricht einiges auf. Und es gibt einige Geheimnisse, deren Ursprung weit in der Vergangenheit liegen.
Kristina Hauff ist ein interessanter Roman gelungen. Souveräne 4 Sterne von mir.

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Familiendrama im Wendland
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Wie alles begann

Wie alles begann und wer dabei umkam von Simon Urban

Der Roman wird stark durch den Icherzähler geprägt, der schon Kind gerne Prozess gespielt hat und später vom Thema Vergeltung getrieben wird.
Er erzählt sehr abgeklärt und hat etwas leicht narzisstisches, auch mitleidloses an sich, daher hatte ich auch Probleme mit der Figur.
Davon abgesehen hat der Roman einige interessante Motive.

Ich werde 3 von 5 Sterne verteilen, aber keine Leseempfehlung aussprechen.

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Wie alles begann
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Ein unterschätztes Jahrzehnt

Sweet Dreams von Frank Goosen

In Sweet Dreams beschreibt Frank Goosen seine Jugend in den Achtziger Jahren. Eine Zeit, die von Oberflächlichkeit gekennzeichnet war.
Man bekommt in diesen Buch, was man von Frank Goosen erwarten kann. Sein bewährtes Konzept vom Alltag, autobiografisch geprägt.
Die Zeit ist sehr von Musik bestimmt.

Frank Goosen ist bekennendermaßen Beatlesfan. Erwähnt wird auch die neue deutsche Welt und noch andere Musik, aber immer kommerzielles. Viele andere wichtige Musikströmungen werden vom Autor leider wenig bemerkt,

Ein harmloses Buch, aber unterhaltsam und mit milder Ironie, die nicht wehtut.
Die Achtziger Jahre waren eine Zeit, über deren Merkmale sich lustig machen kann, doch hier wird das Jahrzehnt unter Wert verkauft.

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Ein unterschätztes Jahrzehnt
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Aufzeigen der Strukturen

Kim Jiyoung, geboren 1982 von Cho Nam-Joo

Romane aus Asien, in diesem Fall Südkorea, sind oft von den gesellschaftlichen Konventionen geprägt. Ein Fall ist die Rolle der Frau in der Gesellschaft, in der klare Erwartungen gesetzt sind. Das beginnt schon in der Kindheit, wenn Mädchen gegenüber dem Bruder zurückstehen müssen.
Wobei, Geschlechterungleichheit und Diskriminierung gibt es in anderen Ländern natürlich auch und dieser Roman hat letztlich einen universalen Ansatz.

Es ist eine sachliche Berichtsform mit der erzählt wird. Das ändert aber nichts daran, das es beim Lesen im inneren brodelt.

Kim Jiyoung scheint mit ihrem außergewöhnlichen Verhalten ein Sonderfall, aber offenbar zeigt sich an ihr das ganze nur beispielhaft. Dass das in einer auffälligen Psychose endet, ist vielleicht kein Wunder.
Es werden die Stationen ihres Lebens gezeigt, die sie bestimmen und prägen wird.
Dabei zeigt die Autorin die entsprechenden Strukturen in Schule, Ausbildung und Beruf Familie und Ehe sehr deutlich. Zum Teil belegt sie das sogar mit statistischen Zahlen. Was mir nicht ganz klar wurde ist, ob diese Benachteiligungen vor allen Frauen der Generation der in den Achtziger Jahren in Korea geborenen Frauen betrifft und ob es bei jüngeren Verbesserungen gibt.

Literatur aus Südkorea war in den letzten Jahren oft auch auf dem Deutschen Buchmarkt erfolgreich, vor allen Dank Han Kang und ihrem Bestseller Die Vegetarerin. Die Schriftstellerin Cho Nam-joo ist die neueste Entdeckung.

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Kindheit in den siebziger Jahren

Die Kinder hören Pink Floyd von Alexander Gorkow

Die Kinder hören Pink Floyd ist ein originelles Buch. Offenbar ist es vom Autor Alexander Gorkow autobiografisch geprägt und streckenweise gediegen zu lesen, da die Perspektive die eines Kindes ist. Und entsprechend geht es ums Verstehen, was auf ihn von Außen einwirkt und das sind oft die Strömungen der Zeit.

Ja, es ist auch und vor allen ein Zeitporträt. Politische und musikalische Elemente der siebziger Jahre werden eingebunden.
Es ist nicht unbedingt komplett mein Bild dieser Zeit, das ich so da nicht wiederfinde, aber jeder empfindet das anders. Und Teile davon sind sicherlich zutreffend.
Eine übergroße Figur ist die mutige, lebhafte große Schwester, die ihn beeinflusst.
So ganz kaufe ich die Figur nicht, aber ich akzeptiere sie und sie bereichert den Roman. Insgesamt glaube ich, dass vieles hier vom Autor überdramatisiert dargestellt wird. Aber das ist vielleicht auch nur meine Leseauffassung.

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Von Liebesblitzen und Freundschaften

Blitzeinschlag im TerriTorium von Christine Werner

Die Eltern der 13jährigen Theresa Emmanuelle Rosa Rohrbach-Ibrahim, genannt Terri sind geschieden und Terri lebt wechseln eine Woche bei ihrer Mutter Paulette und die nächste bei ihrem Vater.

Als sie bemerkt, dass sich ihre Mutter seltsam verhält vermutet sie bald, dass sie sich verliebt hat. Ein Zustand, in dem sich auch Terris Freundin Nina befindet.

Terri ist zunächst irritiert.

Die Autorin Christine Werner arbeitet Terris emotionalen Zustand gut heraus.
Aber am Besten gefällt mir, wie sie die Beziehungen der Figuren in einer Tiefe beschreibt, insbesondere Terri zu ihrer Mutter, aber auch zu ihrer guten Freundin Nina.

Ein sympathisches Jugendbuch!

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Justice delayed

Der Countdown-Killer - Nur du kannst ihn finden von Amy Suiter Clarke

Elle Castillo betreibt einen investigativen Podcast über ungelöste Mordfälle in Minnesota und ermittelt über den Cold Case-Fall des Countdown-Killers, ein Serienmörder, der in den neunziger Jahren junge Mädchen tötete.
Lange war die Mordreihe unterbrochen, jetzt im Januar 2020 hat er anscheinend wieder angefangen.

Ein elftes Mädchen ist entführt.
Elle erhält einen Tipp über die Identität des CK durch einen Zeugen, der dann selbst tot aufgefunden wird.

Ein Buch, das zu einem Teil aus Podcast mit Interviews besteht hatte ich nicht erwartet und obwohl das originell ist, wird es auf Dauer auch anstrengend. Zum Glück gibt es schon bald überwiegend normal erzählte Handlungsanteile,

Man merkt dem Roman die True Crime-Recherchen der Autorin Amy Suiter Clarke deutlich an. Dazu kommt eine gut funktionierende innere und äußere Dramatik.

Erstaunlich eigentlich, dass so viele am Fall Beteiligte, unter anderen auch einem pensionierten Polizisten so freimütig mit einer freiberuflichen Ermittlerin sprechen. Das ist vielleicht ein Kennzeichen eines typisch US-amerikanischen Thrillers. Einige Klischees werden verwendet, z.B. halte ich es für unwahrscheinlich, dass Elli sogar noch als Beraterin der Polizei eingesetzt wird. Auch die Kapitel über den Auslöser des Täters bleibt zu sehr auf der Oberfläche.
Dennoch klingt die vielen Details des Falls absolut glaubwürdig und das kann man ja nicht gerade bei vielen, oft abstrusen Thrillern behaupten.
Den Originaltitel Girl, 11 finde ich übrigens besser als den übertriebenen Deutschen „Der Countdown-Killer - Nur du kannst ihn finden“.
Da der Roman spannend ist und an Intensität nicht nachlässt, kann ich ihn Thrillerfans empfehlen.

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Ein Sommer auf der Insel

Der Countdown-Killer - Nur du kannst ihn finden von Amy Suiter Clarke



Warten auf Wind ist ein sensibel geschriebenes Jugendbuch aus Schweden. Es geht um die junge Vinga, die bei ihrem Großvater auf einer Insel Zeit verbringt, da ihre Eltern sich gerade getrennt haben.
Obwohl Vinga deswegen niedergeschlagen ist, genießt sie die gemeinsame Zeit mit dem Großvater, der ihr sogar ein kleines Boot schenk, das sie aber erst noch herrichten muss.

Mit Begeisterung macht sie sich ans Schmiergeln und putzen.

Mich überzeugt von Anfang an die Erzählperspektive, mit der man in Vingas leicht melancholische Gefühlswelt eintauchen kann, aber auch in ihre Träume und Sehnsüchte. Vinga liebt es, zu träumen und ihre Gedanken schweifen zu lassen, man merkt aber auch, dass sie viel alleine und etwas einsam ist.

Dann lernt sie Rut kennen, ein gleichaltriges Mädchen. Sie ist lebhaft, mutig und ein wenig verrückt. Es wird eine enge Beziehung zwischen ihnen.

Dann steht Vingas Situation mit ihren Eltern wieder im Vordergrund, denn die neue Frau ihres Vaters hat ein Baby geboren und Vinga muss die Insel verlassen.
Doch die Sehnsucht zurück auf die Insel zu kehren bleibt.

Ich mag Bücher, die einen so intensiven Einblick in die Figuren zulassen.

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Erzählungen

Fragen Sie nach Fritz von Husch Josten

Der Erzählungsband „ Fragen Sie nach Fritz“ von 2013 ist jetzt als Taschenbuch erschienen und es ist empfehlenswert.

Es sind 10 kurze Erzählungen, mit fein gezeichneten Figuren, unaufdringlich. Es werden besondere Momente und Begegnungen geschildert und die Emotionen der Figuren gezeigt, jedoch nicht so offensichtlich.

Man muss es schon auf sich wirken lassen, erst dann entfalten sich die Geschichten.

Die erste Geschichte ist die Titelgeschichte und schon ein erstes Highlight.Die Wiederbegegnung einer jungen Frau mit Fritz, der Vater ihrer Freundin, der in ihrer Jugend verschwunden war. Fritz ist eine übergroße Figur und gezeigt wird hier die Wirkung und Faszination, die er ausstrahlt. Dadurch das er ihr seine Geschichte erzählt, wird der Eindruck noch einmal verwischt. Spannend ist die Geschichte einer Frau in einem einsam gelegenen Haus, die auf einen Einbrecher stößt. Ein kurzes psychologisches Duell beginnt. Melancholisch gestimmt ist die Geschichte einer Frau, die mit ihrem Auto einem Kind ausweicht und in den Fluß fährt. Doch auch diese Begebenheit hat nicht so offensichtliche Seiten. Originell die Geschichte eines Mannes in einem Antiquariat, der mit Waffengewalt von dem Buchhändler ein bestimmtes Buch verlangt, doch dieses gibt es nicht.

Natürlich gibt es auch ein paar Geschichten, die mich nicht sofort erreichen. Da ist ein zweiter Lesegang sinnvoll.

Ich mag es, wenn Geschichten ihre Geheimnisse und Wendungen haben.
Es ist ein ruhiges, aber wirkungsvolles Buch.

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Erzählungen
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ich mag die ecken und macken

Glutnester von Helmut Krausser

Zu Helmut Kraussers Prosa hatte ich bisher nicht viel Bezug, aber seine Gedichte sprechen mich sofort an. Da ist eine Art Humor, den ich teile.
Der Titel des Buches gefällt mir sehr gut, er ist passend und steht dafür wieder für etwas zu brennen, aus dem lethargischen Zustand in dem der Leidenschaft zu geraten.

Viele Gedichte erzeugen stark wirkende Bilder im Kopf, zum Beispiel der tote Elefant, um den sich friedfertig wie nie Löwen, Hyänen und Geier scharen.
Tiermethaphern sind bei Krausser überhaupt stark: der Zufriedenhai, das Leidenschaf, die dreiste Taube etc.
Auch Kunst und Musik fließen thematisch in die Gedichte,
Dann hat Krausser eine Leidenschaft für Wörter, z.B. Scharmützel

Einige Gedichte haben das Zeug zu Lieblingsgedichten auch über dieses Band hinaus. Zu nennen sind da Glutnester suchen, Anfanghund

Vielleicht werde ich mich jetzt auch bald mal mit Helmut Kraussers Romanen beschäftigen.

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ich mag die ecken und macken