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Rezensionen von Bellis-Perennis:
Schatten der Vergangenheit
In ihrem zweiten Fall wird Polizisten Emma Vaughan von der Vergangenheit ihres Ex-Mannes Paul eingeholt: Er sitzt als Verdächtiger, Drahtzieher früherer IRA-Verbrechen zu sein, im Gefängnis von Sligo.
Doch nicht genug der privaten Probleme, muss sich Emma dem üblichen Gesundheitstest der Polizei unterziehen.
Lange genug hat sie den hinausgezögert, weil sie nach dem von Paul verursachten Autounfall medikamentenabhängig ist.
Anlässlich dieses Gesundheitschecks in der Klinik von Sligo erfährt sie, dass im Krankenhaus ein „Todesengel“ sein Unwesen treibt. Schnell sind mehrere Verdächtige ausgemacht. Doch sind der polnische Pfleger und der indische Arzt wirklich die Täter? Oder sind die Anschuldigungen nur der Fremdenfeindlichkeit der Iren anzulasten?
Gleichzeitig spukt ihr letzter, nicht aufgeklärter Fall in ihrem Kopf herum.
Wie wir Emma schon aus dem ersten Band („Lügenmauer“) kennen, setzt sie auch diesmal unkonventionelle Ermittlungsmethoden ein und balanciert hart an der Grenze des Erlaubten.
Meine Meinung:
Die Vorgänge im Krankenhaus sind relativ einfach gestrickt. Den Täter habe ich recht bald im Visier gehabt. Dennoch hat mir die Vorgehensweise zur Aufklärung gut gefallen.
Dass sie beinahe nebenbei ihren alten Fall abschließen kann, zeigt deutlich, dass Emma eine sehr gute Ermittlerin ist. Auch wenn sie manchmal zu Eigenmächtigkeiten und Alleingängen neigt.
Die versucht ihrem 15-jährigen Sohn eine gute Mutter zu sein. Das stellt sich leider nicht immer so leicht dar. Und besonders jetzt, da ihr Ex-Mann wegen seiner IRA-Vergangenheit vermutlich zu einer langen Haftstrafe verurteilt werden wird. Doch das ist eine andere (vermutlich nächste) Geschichte …
Der Krimi ist leicht und locker geschrieben, spart allerdings nicht mit Sozialkritik. Die Anmerkung, dass die Iren alles daran setzen Grund und Boden zu erwerben, um nicht, wie in früheren Zeiten von den Engländern aus ihren Häusern vertrieben zu werden, ist gekonnt in die Handlung eingeflochten.
Ich finde die Abstecher zur IRA und ihre blutige Vergangenheit sehr interessant. Der Konflikt Nordirland und Britische Krone sind ja seit dem Mittelalter evident. Auch wenn sich der militante Flügel nun ein wenig zur Ruhe gesetzt hat, bleibt genug Sprengstoff (im wahrsten Sinne des Wortes) über.
Fazit:
Ein solider Krimi, der Hoffnung auf eine Fortsetzung macht. Gerne gebe ich vier Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein toller Krimi, bei dem kein Auge trockenbleibt
Pannfisch für den Paten von Krischan Koch
Der fiktive Flecken Fredenbüll ist wieder einmal Hotspot des Verbrechens.
Was hat das idyllische Dorf an sich, dass sich diesmal Gegner und Befürworter von Windkraftanlagen ein Stelldichein geben? Treibt der Chef der schnell gegründeten Bürgerinitiative „Sei (k)ein Frosch“ ein doppeltes Spiel?
Welche Rolle spielen die Gäste im Ferienhaus des HNO-Arztes? Und warum treiben sich auffällig unauffällige schwarz gekleidete Männer mit Knopf im Ohr und silberfarbenen Autos mit einem Kennzeichen aus Wiesbaden dort herum?
Fragen über Fragen, die unserem wackeren Dorfpolizisten Thies Detlefsen einiges Kopferzerbrechen bescheren.
Meine Meinung:
Auch in seinem sechsten Krimi rund um Thies und die liebenswürdig schrägen Bewohner von Fredenbüll bleibt kaum ein Auge trocken. Mit viel Wortwitz und Situationskomik werden die Leser in die aktuellen Mordfälle hineingezogen.
Oder was soll man von einem Scharfschützen der Mafia halten, der auf Grund einer altersbedingten Sehschwäche, alles Mögliche erschießt, nur nicht das Zielobjekt.
Diesmal haben Oma Ahlbeck und Kurschatten Kurt eine größere Rolle in der Geschichte. Uber Kurts Putzfimmel, mit dem er Oma Ahlbeck zur Verzweiflung treibt habe ich ebenso herzlich lachen müssen, wie über den charismatischen Neuzugang Tony, der den Speisezettel der „Hidde Kist“ um einige köstliche italienische Gerichte erweitert. Denn, immer nur Putenschaschlik ist auf die Dauer langweilig. Doch nicht nur die Imbissbude ist von Tony angetan. Nein, auch die gesamte Damenwelt von Fredenbüll, Thies‘ Gemahlin Heike inklusive, liegt dem smarten Paten zu Füßen, sehr zum Missfallen seiner eigenen Ehefrau Sharon.
Sehr gefreut habe ich mich wieder über die Rezepte im Anschluss an den Krimi.
Fazit:
Wieder ein gelungener Krimispaß, der Umweltschützer, Massentierhalter, Beamte und Mafiosi aufs Korn nimmt. Gerne gebe ich 5 Sterne und hoffe auf einen neuen Fall.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein praller Mittelalterroman
Löwenblut von Monika Pfundmeier
Monika Pfundmeier nimmt ihre Leser mit dem Nachfolger von „Blutföhre“ tief in das Mittelalter mit. Die katholische Kirche erfindet sich selbst, mischt sich in alle Belange des Alltags ein und schmiedet Bündnisse, die vor allem die Bevölkerung teuer zu stehen kommt. Der Papst ist an der Ausweitung seiner weltlichen Macht interessiert und so kommt es, dass er anstatt Konradin, den Sohn des verstorbenen Königs beider Sizilien aus dem geschlecht der Staufer, zu unterstützen, die Königskrone dem französischen König Charles d’Anjou überträgt.
Diese Anmaßung des Kirchenoberhauptes und der Verlust der Königswürde, lässt die Getreuen der Staufer Aufstände anzetteln, die immer wieder blutig niedergeschlagen werden.
So lässr Charles, um weitere Revolten italienischer Städte zu unterbinden, Dutzenden Senatoren das jeweils rechte Bein abhacken und die Männer anschließend bei lebendigen Leib verbrennen.
Nun schreiben wir das Jahr 1268 und Konradin, gerade einmal sechszehn Jahre alt, sammelt ein Heer und stellt sich gegen Charles d’Anjou, um seinen Erbanspruch zu untermauern. Die Schlacht endet in einem Fiasko. Er gerät nicht nur in einen Hinterhalt, sondern ist zahlenmäßig stark unterlegen, weil ihm sein Onkel, Ludwig II. von Bayern, keine zusätzlichen Truppen schickt. Konradin und sein Freund Friedrich von Baden-Österreich entkommen zwar nach der Schlacht, werden aber in Oberitalien erkannt und an Charles ausgeliefert. In einem Schauprozess werden Konradin und seine Begleiter schuldig gesprochen und 1268 in Neapel hingerichtet.
Neben diesen historisch verbürgten Grausamkeiten gibt es noch einen zweiten Erzählstrang, in dem Cäcilia, eine toughe Adelige, die am Hofe Ludwigs lebt, eine Hauptrolle. Sie ist eine Frau, die ihrer Zeit voraus ist, und entsprechend aneckt.
Wie alle Frauen ist sie als Heiratskandidatin ein Spielstein der dynastischen Verbindungen, denen sie sich vehement widersetzt. Das macht sie noch unbeliebter und so mancher trachtet ihr, aus verschiedenen Gründen, nach dem Leben.
Meine Meinung:
Ich habe den Vorgänger „Blutföhre“ nicht gelesen, konnte aber, da ich mich in der Historie ganz gut auskenne, den Intrigen der einzelnen Geschlechter ganz gut folgen. Interessant sind die diversen Details der Bündnisse zwischen den den Herrschern. Insgesamt ist der Roman gut recherchiert. Hin und wieder gibt es Kleinigkeiten, die nicht ganz passen (Hosen für Frauen!). Wir erhalten ein stimmiges Bild der Zeit, in der das Recht des Stärkeren gilt.
Nicht immer ist Blut dicker als Wasser. Denn wenn es gerade gelegen kommt, werden Verlöbnisse wieder gelöst, um eine gewinnbringendere Ehe einzugehen.
Das Umfeld des Papstes ist auch gut beschrieben - allen voran Thomas von Aquin, der nicht immer mit Papst Clemens IV. einer Meinung ist.
Wer sich in der Mittelalterliche Geschichte nicht gut auskennt, wird möglicherweise nur langsam mit dem Roman vorankommen, da er erstens in einer der Zeit angepassten Sprache geschrieben ist, und zweitens eine Fülle von Details präsentiert, die nicht so ganz locker überlesen werden können.
Der Erzählstil der Autorin ist für viele gewöhnungsbedürftig, doch ich finde in sehr schön und stimmig.
Hin und wieder driften die Erzählstränge weit auseinander und können nicht ganz friktionsfrei wieder zusammengeführt werden.
Fazit:
Ein komplexes Mittelalter-Epos, das einer gewissen Aufmerksamkeit beim Lesen bedarf. Mir hat es gut gefallen. 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein Wien-Krimi
Der Tod ist ein Wiener von Edith Kneifl
Die angehende Privatdetektivin Magdalena erhält von Adele Artner den Auftrag, Tanja, die Tochter ihrer verstorbenen Freundin Larissa Lapinksa, zu finden. Larissa war eine Malerin, die auf Grund psychischer Probleme in die Psychiatrie am Steinhof eingeliefert worden ist und dort dem sadistischen Primararzt, Adeles Cousin Heinrich, ausgeliefert war.
Ihr Tod wurde rasch als Selbstmord zu den Akten gelegt. Adele ist bis heute nicht davon überzeugt.
Adele, die ehemalige Kunsthändlerin mit Jugendstilvilla am Rande des Wienerwaldes, will ihren Reichtum Tanja vermachen, weil sie sich am Tod von Larissa eine Mitschuld gibt. Dieses Vorhaben ruft natürlich die „liebe“ Familie auf den Plan, die ihre Felle davonschwimmen sieht. Immerhin gibt es neben der Villa mit gepflegtem Garten noch eine umfangreiche Bibliothek und zahlreiche Bilder zu vererben. Gemälde, Zeichnungen von Oskar Kokoschka und Egon Schiele – heute ein kleines Vermögen wert. Dieser Besitz, so wird angedeutet, ist knapp vor und während des Zweiten Weltkriegs entstanden. Adeles Vater hat vieles recht günstig erwerben können.
Unversehens findet sich Magdalena in einem bizarren Familienkonflikt wieder, in den sich auch ihre Freundinnen und Gehilfinnen Elvira und Sofia verwickeln lassen.
Adele, durch eine Lungenentzündung stark geschwächt, verlangt einen Priester und überrascht mit ihrer Beichte, in der sie ein lang gehütetes Geheimnis preisgibt. Kurz darauf wird sie ermordet. Schmuck und einige Bilder darunter die Zeichnungen von Kokoschka und Schiele sind verschwunden. Ist schnöder Mammon das Motiv?
Meine Meinung:
Wenn man um die Zusammenhänge und Vorgänge der psychiartischen Klinik „Am Steinhof“ Bescheid weiß, ist die Auflösung der komplexen Geschichte von Schuld und Sühne schlüssig zusammengeführt. Für Leser, die hier nicht ganz so gut Bescheid wissen, ist der Krimi vielleicht nicht ganz so leicht zu lesen.
Mir persönlich gefällt die Geschichte, die sehr stark von den Geschehnissen in der Vergangenheit geprägt und getragen ist, sehr gut.
Ein bisschen schade finde ich es, dass das Trio diesmal nicht gemeinsam ermittelt. Die Hauptlast liegt bei Magdalena, während Elvira und Sofia ihren Privatangelegenheiten nachgehen. Auf Grund des schwierigen Themas kommt diesmal der schwarze Humor ein wenig zu kurz.
Trotzdem halte ich den Krimi für gelungen, bezieht er doch Historisches wie den Jugendstil, die Judenverfolgung, die Nazi-Zeit und vor allem den Umgang damit danach gekonnt ein.
Ein Krimi, der auch zum Nachdenken und/oder Nachlesen anregt.
Vieles wird nur angedeutet, so wie die herkunft des Vermögens, das Adele nun an Tanja weitergeben will. Inwieweit ist der Reichtum ehrlich erworben oder hat Adeles Vater die Kunstschätze verfolgten Juden abgepresst?
Interessant und subtil wird auch die latente Fremdenfeindlichkeit thematisiert. So gibt es Vorbehalte gegen den schwarzafrikanischen Priester, der Adele die Beichte abnimmt. Auch Elvira, als Slowakin selbst Ausländerin, gibt sich fremdenfeindlich.
Fazit:
Diese Art von Krimi gefällt mir sehr gut. Ursache und Wirkung, Rache und Vergeltung - das ist der Stoff aus dem tiefgründige Geschichten entstehen, die abseits des Mainstreams ihren Platz finden. Gerne gebe ich 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein tolles Geschenk für Sportinteressierte
Sportlerinnen schreiben Geschichte von Bettina Schumann-Jung
Bettina Schumann-Jung ist Kunsthistorikerin und bringt uns in diesem kleinen, aber feinen Büchlein die Karrieren von 25 Sportlerinnen näher.
Die Damen werden in sieben Kapitel aufgeteilt. Diese sind:
• Grazien voller Power
• Ballspielerinnen
• Gipfelstürmerinnen
• Rekordhalterinnen
• Grentgängerinnen
• Botschafterinnen
• Sportlerinnen in der Kunst
Wir lesen in den Kurzbiografien, oft staunend, was vor allem Frauen Ende des 19.
Jahrhunderts bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts bewogen hat, die üblichen Pfade des Frauseins zu verlassen, und völlig neue Wege einzuschlagen.
Wir lernen gänzlich unbekannte Frauen wie Mildred Didrikon Zaharias oder Lucy Walker kennen.
Zola Budd, Gretel Bergmann oder auch Hassiba Boulmerka sind Opfer der Politik.
Steffi Graf, Birgit Prinz oder Charlene Wittstock sind uns da schon geläufiger.
Was die Fürstin von Monaco hier zu suchen hat? Sie findet sich hier nicht ausschlißelich wegen ihrer sportlichen Erfolge, sondern für ihr Engagement, Kindern das Schwimmen zu lehren, um sie damit vom dem Ertrinkungstod zu bewahren.
Die Texte sind informativ, einige mit Anekdoten angereichert und mit Fotos ergänzt.
Meine Meinung:
Ein nettes Büchlein, das Lust auf mehr Informationen zu diesen oder auch anderen erfolgreich Sportlerinnen macht. Mir persönlich fielen noch Dutzende Frauen ein, die es wert wären, hier präsentiert zu werden. Aber, vielleicht gibt es ja eine Fortstzung.
Das Kapitel „Sportlerinnen in der Kunst“ finde ich zu kurz geraten. Es fehlt hier die Vereinnahmung der Sportlerinnen durch die Nazi-Propaganda und die Darstellung in der Werbung (ok, das ist vielleicht keine Kunst).
Ein bisschen Kritik muss ich an dem unscheinbaren Cover üben: Die Grafik und die braune Farbe animieren jetzt nicht so wirklich zum Kauf. Mir hätte hier ein weißer Hintergrund mit bunten Fotos viel besser gefallen.
Fazit:
Dieses Büchlein macht Appetit, sich mit Sportlerinnen zu beschäftigen und ist als Mitbringsel eine nette Idee. 4 Sterne
Rezensionen von Harakiri:
die Zeit ist endlich
Wie man die Zeit anhält von Matt Haig
Tom Hazard ist 439 Jahre alt. Er altert viel langsamer als andere Menschen. Dass dies auch zu Problemen führt – davon erzählt dieses Buch.
Eigentlich schreibt Tom (in der Ich-Form) von der Gegenwart. Aber irgendwie alles, was er erzählt, lässt ihn in die Vergangenheit abschweifen. Er sucht seine Tochter Marion, die ist wie er und muss alle paar Jahre seine Identität wechseln, weil sonst auffallen würde, dass er anders ist.
Kein einfaches Buch. Auch kein Liebesroman, obwohl ein paar Elemente vorkommen. Auch kein Zeitreiseroman, wobei manche Elemente mich schon an „Die Frau des Zeitreisenden“ erinnert haben. Trotz aller Sympathie für den Protagonisten fehlte mir etwas. Vielleicht etwas Tiefe. Tom schreibt selten von Gefühlen. Außer wenn er von Rose erzählt. Stattdessen eher von den Problemen, die es mit sich bringt, wenn man nicht altert. Eigentlich ja unvorstellbar! Denn wie soll man es ertragen, dass alle die man liebt, vor einem sterben? Und so bleibt Tom auch weitestgehend alleine, bis er Camille trifft. Hier hatte ich mir einen schönen Liebesstrang erhofft, eigentlich schon viel früher im Buch. Leider wurde ich hier etwas enttäuscht. Allerdings hat mir dann das Ende doch wieder recht gut gefallen, auch wenn es sehr schnell abgehandelt wurde.
Fazit: für mich hätten es mehr Liebe und weniger Vergangenheit und Gesellschaft sein dürfen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Tiefe Havel von Tim Pieper
Dieser Krimi ist der 3. Fall für KHK Toni Sanftleben, der an seinem persönlichen Schicksal, seine Frau Sofie war für 16 Jahre verschollen, schwer zu tragen hat. Die Ungewissheit über den Verbleib von Sofie hat ihn zu einem Alkoholiker werden lassen. Diese Sucht hat er, bis auf einzelne Umfaller, ziemlich gut im Griff.
Jetzt ist Sofie wieder aufgetaucht, lebt aber in einer Kommune und fühlt sich zu Hannah hingezogen, während Toni sie abgöttisch liebt.
In diesem Spannungsfeld wird Toni zu einem Mordfall gerufen, der ihm letztlich alles abverlangen wird.
Der Binnenschiffer Jürgen Seitz wird auf seinem Kahn ermordet aufgefunden. Bei seinen Ermittlungen stößt Sanftleben auf eine Menge Fragen und Ungereimtheiten. Doch nicht nur Sofie und der Mord beschäftigen ihn. Auch in seinem Team scheint es zu gären. Wer will ihm ans Zeug flicken? Welche Rolle spielt der Vorgesetzte Schmitz? Denn am Höhepunkt der Geschichte, nimmt er billigend in Kauf, dass Toni getötet werden könnte.
Meine Meinung:
Ich bin erst durch diesen dritten Fall in die Reihe eingestiegen, und habe mich trotz Unkenntnis der früheren Ereignisse ganz gut zurechtgefunden.
Die Handlung ist spannend aufgebaut. Der Leser ist den Ermittlern immer eine Spur voraus, was aber überhaupt nicht stört. Es ist dadurch möglich, Tonis Vorgangsweise zu beobachten. Mehrfach wechselt die Erzählperspetive, sodass man sich auch in die Lage des Täters versetzen kann.
Die Beziehung zu seiner Frau Sofie ist gut beschrieben, doch keimt in mir persönlich der Gedanke auf, dass sich Toni ein wenig verrennt. Er hat Sofie 16 lange Jahre nicht gesehen, sie fieberhaft gesucht und ist möglicherweise einem idealisierten Trugbild erlegen. „Er liebte sie zu sehr um ihr mit etwas anderem als Verständnis zu begegnen.“ Ich denke, beide benötigen professionelle psychotherapeutische Hilfe.
Tim Pieper schreibt flüssig und in knackigen kurzen Kapiteln, so dass der Krimi unversehens zu Ende war. Vor allem, weil ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte und wollte.
Fazit:
Ein fesselnder Krimi, dessen Vorgänger ich unbedingt lesen muss. Gerne gebe ich 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Chanel Nr. 5 - der wohl bekannteste Duft
Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe von Michelle Marly
Michelle Marly entführt uns in ihrem Roman in die schillernde Welt der Haute Couture, genauer, in das Reich von Gabrielle „Coco“ Chanel.
Der Roman umfasst nur drei Jahre des langen Lebens der Modeschöpferin: Wir steigen ein in das Jahr 1919, in dem ihr Geliebter Arthur „Boy“ Capel tödlich verunglückt.
Boy ist ihr Lebensmensch, der aus Rücksicht auf seine adelige Herkunft eine standesgemäße Ehe eingehen muss, für die die unehelich geborene und aus tiefster Armut stammende Gabrielle nicht in Frage kommt. Dennoch scheinen die beiden einander in tiefer Liebe zugetan zu sein. Er unterstützt sie mit Rat und Tat und natürlich auch finanziell. Als er stirbt, fällt Coco in ein tiefes Loch. Doch bevor sie sich ihrer Depression gänzlich hingibt, hält sie der Gedanke ein perfektes Parfum zu kreieren aufrecht. Ein Idee, die sie gemeinsam mit Boy entwickelt hat.
Die Suche danach wird in den nächsten Jahren ihr Handeln bestimmen. Es ist ein weiter, beschwerlicher Weg, den sie wie besessen geht. Sie macht bei Francois Coty, dem wohl berühmtesten Parfumeur jener Zeit, eine Lehre.
An ihrer privaten Seite sind verschiedene Männer, die sie zum Teil ausnützen wie der Komponist Igor Strawinsky oder sie mit nützlichen Kontakten unterstützen wie der Russische Großfürst Dimitri Pawlowitsch.
Meine Meinung:
Der Roman liest sich wie das Who-is-Who der Pariser Gesellschaft der 1920er Jahre. Dutzende verarmte Russen, aus der Zarenfamilie wie Künstler, bekannte Maler wie Picasso, Literaten wie Jean Cocteau treffen auf Coco, der Selfmade-Millionärin. Angesichts ihrer eigenen entbehrungsreichen Kindheit – wobei nicht ganz klar ist, was nun Wahrheit oder selbsterfundener Mythos ist – fördert Chanel die schönen Künste. Sie ist mit dem Ballettimpresario Sergei Djagilew befreundet und ihr größter Wunsch ist es, für seine Truppe die Kostüme zu entwerfen.
Während der drei Jahre, die wir Coco Chanel hier begleiten, lernen wir unterschiedliche Facetten der Modeschöpferin kennen: Auf der einen Seite die knallharte Geschäftsfrau, die wenig ohne Hintergdanken tut und auf der anderen, die verletzte, nach Liebe suchende Frau.
Ihre Geschäftsideen sind Weg weisend, nicht nur, dass sie ungewöhnliche Schnitte und Stoffe (z.B. Jersey) zu wunderschönen, zeitlosen Creationen vearbeitet, kopiert sie die Perlenketten, die von Dimitri erhält zu einer Modeschmucklinie. Diese Perlenketten stammen aus dem Privatschatz der Zarin und sind äußerst wertvoll.
Über ihren Marketing-Gag, das Parfum Chanel No. 5 im Restaurant zu versprühen musste ich lächeln. Gut gemacht, Coco! Auch ihre Methode, das Angebot der Parfumflakons künstlich zu verknappen und so den Nimbus der Exklusivität zu erhöhen, liest sich ziemlich modern.
Die unverheiratete, (Sie lässt sich ihr ganzes Leben „Mademoiselle“ nennen.) und erfolgreiche Frau ist unkonventionell. Natürlich blüht der Klatsch. Für manche Legende hat sie wohl sicher selbst gesorgt.
Gut gefallen hat mir der Anhang. Zum einen sind die echten Persönlichkeiten aus Coco Chanels Umfeld noch einmal aufgelistet und zum anderen berichtet die Autorin wie sie sich der schillernden Person Coco Chanels genähert hat.
Fazit:
Ein an Anekdoten und Legenden reicher Roman, der eine mögliche Geschichte der Entstehung des wohl bekanntesten Parfums der Welt, Chanel No. 5, erzählt. Gerne gebe ich hierfür 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Herrlich komisch
Tod am Nussbaum von Lore Macho
Schauplatz dieses Krimis ist wieder das fiktive Dorf Klein Schiessling, das idyllisch an der Grenze Waldviertel zu Weinviertel liegt.
Just zum Abschluss der dörflichen Feierlichkeiten anlässlich der Hochzeit von Franz und Marie, entdeckt das frisch getraute Paar die Leiche des Gemeinderates Huberbauer in ihrem Nussbaum hängen.
Während sich die Dorfbewohner in wilden Spekulationen ergehen, beginnt die Polizei mit ihren Ermittlungen. Noch bevor nur auch irgendwie Klarheit über den ersten Fall herrscht, gibt es einen zweiten Toten: Wieder ein Gemeinderat, doch diesmal erstochen und zwar in der Kirche. Welch eine Blasphemie!
Die Ermittler, der cholerische Inspektor Julius Schreiner und der besonnene Sepp Tauber - zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, haben in ihrem dritten Fall alle Hände voll zu tun.
Hat es der Mörder auf die Gemeindepolitiker abgesehen? Ist der Bürgermeister das nächste Opfer?
Fazit:
Ein durchaus witziger Krimi, dem ich gerne vier Sterne gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Waldviertel unplugged
Tod am Nussbaum von Lore Macho
Wieder ein toller Reiseführer aus dem Haus Emons, der uns Ausflugsorte abseits der touristischen Trampelpfade anbietet.
Von A wie Allensteig bis Z wie Zwettl sind die 111 unterschiedlichsten Sehenswürdigkeiten aufgelistet. Ein paar davon waren mir bislang unbekannt. Als erklärter Waldviertel-Fan könnte ich wahrscheinlich noch einmal 50 interessante Locations hinzufügen …
Ich kann mir vorstellen, dass den Autoren die Auswahl schwergefallen sein muss.
Das Waldviertel bietet einfach für jeden Geschmack schöne Ausflugsziele. Von Naturdenkmälern bis hin zu alten Burgen und Schlössern, von Kulinarik bis Kunst.
Fazit:
Wer gerne bislang unbekannte geheimnisvolle Orte kennen lernen möchte, ist hier richtig. Gerne gebe ich 5 Sterne.









