Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Laszlo Zoltan:
Die Macht des geschriebenen Wortes
Der Stotterer von Charles Lewinsky
Am Anfang war das Wort und der Protagonist des Romans, Johannes Hosea Stärckle, bemächtigt sich unglaublich geschickt der Macht des geschriebenen Wortes. Für den Leser nicht fassbar schlüpft er gekonnt in die Rollen der unterschiedlichsten Verfasser von Texten, um somit sein Leben als Stotterer zu fristen.
Dass er dabei die Wahrheit immer wieder ins Hintertreffen geraten lässt, amüsiert den Leser und stellt ihn selbst zum Schluss zufrieden. Unterhaltung und Erzählkunst in mustergültiger Ausprägung.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Madame Piaf und das Lied der Liebe
Madame Piaf und das Lied der Liebe von Michelle Marly
Dieses Buch ist eine Mischung aus Roman und Biografie, die sich um die Jahre vor dem "Absturz" von Edith Piaf drehen. Die Idee zu dem Buch gefällt mir äußerst gut und man hat hierdurch eine Chance das Leben der berühmten Sängerin aus einer anderen Perspektive zu sehen. Wirklich packen konnte mich die Darstellung der Protagonistin jedoch nicht - woran es genau liegt kann ich gar nicht richtig in Worte packen.
Es fehlte einfach der letzte Funke, der mich in die Story hinein zog und mich begeistern konnte. Die ständigen Liebeleien und Rangkämpfe mit Yves waren mir eher gleichgültig, was der Handlung einen faden Beigeschmack bescherte...
Ob es nun an der Figur an sich, oder an dieser spezifischen Darstellung lag - die Storyline war fad und die Charaktere oberflächlich gezeichnet.
Emotional konnte mich das Nachwort am meisten packen. Sehr schade für das Buch, denn ich habe es eher aus Pflichtgefühl ausgelesen, statt aus echtem Interesse an der Handlung.
Rezensionen von C. P.:
Wunderbar ausgearbeiteter Einstieg in eine High Fantasy Quest
Gerwod I von Salvatore Treccarichi
Die Schlacht im Alten Wald vor 321 Jahren beendete den damaligen großen Krieg. Eine neue Ära begann auf dem Kontinent Heliadan. Kaum einer weiß mehr, was damals wirklich geschah, zu einer Zeit, als noch magische Artefakte ihren Einsatz fanden. An jener vergessenen Stelle, zwischen den verrottenden Rüstungen der damaligen Krieger, entdeckt Waldkehr Gerold einen Kasten, der ihn wie magisch anzuziehen scheint.
Doch durch das Öffnen wird nicht nur ein lange verschollenes magisches Artefakt befreit, sondern der einstige Kampf zwischen Gut und Böse erneut entfacht, diesmal auf grausame Weise…
Gerwod 1 ist der Auftakt einer mehrbändigen High Fantasy Saga. Der Autor hat hierfür eine wundervolle, neue Welt erdacht mit Alten Völkern und Kreaturen, welche gemeinsam mit den Menschen auf Heliadan leben. Im Gegensatz zu anderen Autoren hat er sich nicht den gängigen Wesen wie Elfen und Zwergen bedient, sondern sich komplett neue Wesen erschaffen wie den Waldkehren, Nachtalpen, Zähhäuter, Sandläufern und Nachtgreifen, nur um einige zu nennen. Dies macht die Gerwod-Saga auf jeden Fall zu etwas ganz Besonderem!
Inhaltlich erfährt man in Band 1, wie das Böse langsam erwacht, wie ein uralter Bund sich neu formiert und erste Schritte unternommen werden, um das Böse zu bekämpfen. Die Welt ist mittelalterlich orientiert und wunderbar ausgearbeitet. Es gibt mehrere Karten im Buch, anhand derer man sich wunderbar orientieren kann. Zudem hat der Autor es sich nicht nehmen lassen, seine Welt so zu beschreiben, als wäre man mitten drin. Mehrfach hatte ich beim Lesen das Gefühl, ich könne die Atmosphäre spüren, den Duft des Waldes riechen, dem Knistern und Knacken des Kaminfeuers lauschen und Seite an Seite mit den Charakteren die Welt bereisen. Und auch die Handlung ist wunderbar erdacht, es bilden sich mehrere Handlungsstränge, welche sich treffen und wieder trennen und dadurch eine angenehme Komplexität erzeugen, wie ich es von guter High Fantasy erwarte. Unvorhersehbare Wendungen sorgen für zusätzliche Spannung.
Der Erzählstil ist angenehm ruhig und beschreibend, man wird nicht von Seite zu Seite gehetzt sondern kann die Story richtig genießen. Einziges Manko ist, dass es leider in Band 1 noch mehrfach zu Wiederholungen von Aussagen und Details kommt. Das störte mich schon, wenn ich zum wiederholten Mal etwas las, was ich doch bereits längst wusste. Diese Kritik ist allerdings lediglich stilistisch und ändert nichts an dem wunderbar erdachten Abenteuer selbst.
„Gerwod 1 – Das Artefakt“ ist ein gelungener Einstieg in eine mehrbändige High Fantasy Quest mit aussergewöhnlichen Wesen und einer beim Lesen spürbaren, fantastischen Atmosphäre.
Rezensionen von Bibliomarie:
Traurige Heimkehr
Die Bildermacherin von Christiane Omasreiter; Kathrin Scheck
Die angesagte Modefotografin Amalia hält sich gerade in Kenia auf, als sie vom Tod ihrer Großmutter Zille erfährt. Sie hatte ein inniges Verhältnis zu ihr, denn nach dem Unfalltod der Eltern wurde sie von hier aufgezogen, erfuhr viel Liebe und Unterstützung. Sie kommt eben noch rechtzeitig zur Beerdigung und ist wie vor den Kopf geschlagen, als sie erfährt, dass ihre Großmutter erschossen wurde.
Wahrscheinlich ein Querschläger eines unvorsichtigen Jägers, doch als diese These von der Polizei in vorsätzlichen Mord umgewandelt wird und Amalias Nachfragen bei Weggefährten der Großmutter auf Schweigen stößt, beginnt sie in der Vergangenheit zu stöbern.
Der Titel „Die Bildermacherin“ bezieht sich auf den Beruf der Großmutter, auch sie war Fotografin mit einem kleinen Atelier und Laden. Sie fotografiert auf Hochzeiten und bei großen festlichen Ereignissen, ihr Fotobestand ist fast ein kleines historisches Archiv für Pfunders.
Und tatsächlich spielt die Geschichte dieser kleinen Südtiroler Ortschaft eine große Rolle in diesem Kriminalroman. Südtirols Vergangenheit zwischen den Weltkriegen und die Nachkriegszeit ist von großen gesellschaftlichen Verwerfungen geprägt. Südtirol kam zu Italien und nicht zu Österreich, wie es der Wunsch der Bewohner gewesen wäre. Die neue Staatsmacht Italien versuchte ihren Einfluss zu festigen. Alle relevanten Stellen wurden mit „importierten“ italienischen Fachkräften besetzt, die deutschsprachen Südtiroler deutlich benachteiligt. Der Widerstand manifestierte sich in Anschlägen und Sabotageakten, vor allem die jungen Leute engagierten sich. Dabei wohl auch die Zille und ihre Freunde.
Das Autorinnenduo hat den historischen Hintergrund dieses Krimis unaufdringlich, aber sehr authentisch und interessant in die Handlung eingebaut. Das hat mir an diesem Buch sehr gut gefallen, ein Krimi, der nicht nur spannend unterhalten will, sondern auch viel Wissenswertes dem Leser mitgibt. Die Figuren sind allesamt sehr realistisch dargestellt, wobei ich allerdings anmerken möchte, dass sich Amalia für meinen Geschmack zu schnell von der weltgewandten, vielgereisten Fotografin zur Frau mit Sehnsucht nach ihren Wurzeln in den Südtiroler Bergen wandelt – den Wunsch nach Familie und Kindern eingeschlossen.
Sehr gut gefallen hat mir die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, das ist sehr schlüssig aufgebaut und bringt fortlaufend Spannung und Tempo in den Plot.
Natürlich bietet die wunderschöne Landschaft einen idealen Hintergrund für den Krimi und Südtirol Fans kommen mit den bildhaften Beschreibungen auf ihre Kosten.
Ein guter und klassisch aufgebauter Krimi, denn ich gerne empfehle.
Rezensionen von Ele:
Matildas Rache
Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. von Läckberg Camilla
Golden Cage Trau ihm nicht, trau niemanden. Thriller von Camilla Läckberg, 368 Seiten, erschienen im List-Verlag.
Faye ist Jack hörig, als er ihr alles nimmt, schwört sie bittere Rache.
Faye und Jack sind das Traumpaar schlechthin, doch wie sieht es hinter den Kulissen aus? Obwohl Faye einschlägig beigetragen hat ein gewaltiges Firmenimperium aufzubauen, behandelt er sie schlecht.
Er demütigt sie wo er nur kann, verachtet sie, hält sie vom Geschäftsleben fern und betrügt sie auch noch nach Strich und Faden. Als Faye dahinter kommt, trennt er sich von ihr und lässt sie am Boden zerstört und ohne Geld zurück. Doch er hat sich gewaltig in ihr getäuscht. Sie ist eine starke Frau und hat es immer geschafft, sich aus einem Schlamassel zu befreien. Wie Phönix aus der Asche steigt Faye empor und versucht Jacks Leben zu zerstören. Wird ihr die perfekte Rache gelingen?
Dieses Buch ist in zwei Zeitebenen verfasst. In der Gegenwart, dies ist gekennzeichnet durch die in Großbuchstaben geschriebenen ersten Wörter. Und in der Vergangenheit, überschrieben mit dem Ort des Geschehens und einer Jahreszahl. An jeder Stelle des Buches konnte somit der Überblick gewahrt bleiben. Der Vergangenheitsstrang ist zusätzlich in der Ich-Form geschrieben somit ist der Leser absolut nah dran am Geschehen. Dagegen ist der Gegenwartsstrang in der auktorialen Erzählweise verfasst, ganz klar hebt sich somit die Vergangenheit von der Gegenwart ab. Dazwischen in kursiver Schrift und somit klar vom Verlauf der Erzählung getrennt, der Kriminalfall in Bruchstücken über die Ermittlungsarbeit der Polizei und die Konfrontation der Protagonistin mit dem Verschwinden ihrer Tochter.
Was für ein grandioses Buch – ich bin fast sprachlos. Was für eine facettenreiche, emotionsgeladene, genial erdachte Geschichte ist Camilla Läckberg hier gelungen! Selten hat ein Buch bei mir solche Emotionen ausgelöst. Ich mag die Thriller der Autorin schon lange und habe ihre Fjällbacka Fälle sehr genossen, aber dieses Buch hat mich restlos begeistert. Hat mich verblüfft und überrascht, hat mich zum Weinen, zum Lachen und um den Schlaf gebracht. Ich habe es genossen, wie die Protagonistin ihren Exmann regelrecht zerlegt hat. Natürlich kann ich mir vorstellen, dass es im realen Leben nicht so glatt von statten geht, und doch habe ich mich köstlich amüsiert. Ein Schicksalsschlag lässt den Leser auch schnell auf den Boden der Tatsachen zurückkommen, das war unheimlich traurig. Der Anfang beginnt recht ruhig, obwohl man schon zu Beginn ein Verbrechen erahnt. Die Spannung steigert sich von Seite zu Seite und ich hätte noch ewig weiterlesen können. Kaum meint man alles zu wissen folgt die nächste ungeahnte Wendung. Der effektvoll inszenierte Schluss hat dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch bei der weiblichen Leserschaft besser ankommt.
Die Charaktere waren unglaublich echt. Die Gedankengänge von Faye konnte ich absolut nachvollziehen, sie gehört nicht unbedingt nur zu den Guten, ich mochte sie aber trotzdem gerne. Auch die anderen Figuren handelten glaubhaft und nachvollziehbar. Die Story ist trickreich und doch kann man dem Plot zu jeder Zeit folgen. Der Schreibstil von C. Läckberg lässt ein flüssiges und schnelles Lesen zu, viel zu bald war ich am Ende angekommen.
Ein neues Lieblingsbuch für mich, welches ich so oft ich kann empfehlen werde. 5 Sterne unbedingt.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Interessanter Roadtrip
Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. von Läckberg Camilla
Ich mag Roadtrip-Bücher, speziell wenn sich ältere Protagonisten auf einen solchen wagen. Eine davon ist Evie, 75, und verbannt sich nach dem Tod ihres Mannes selbst in ein Alterheim. Okay, das war ihre eigene Idee, die sie bald bereut. Nach einem langen Leben mit Mann und Sohn ist es ihr langweilig, sie kommt sich nutzlos vor.
Eines Tages beschliesst sie Sheldon Lodge zu verlassen und haut ab. Ganz ohne Plan fährt sie zuerst nach Dublin, wo sie sich neu einkleidet. Naiv setzt sie auf ihre Glückszahl und gewinnt. Spontan fährt sie zum Flughafen und fliegt nach Liverpool. Nach einigen Tagen setzt sie nach Frankreich über, kauft sich ein kleines Wohnmobil und fährt los.
Unterwegs trifft sie auf die unterschiedlichsten Menschen - besonders bei denen, die ihr unsympathisch sind, erfindet sich Evie neu. Manchmal ist sie eine alternde Schauspielerin, manchmal sich selbst, doch sie geniesst ihre Reise immer mehr. Sie merkt, wie sie all die Jahre immer nur funktionierte, nie aber über ihren Horizont herauskam, jetzt wird sie von Tag zu Tag mutiger und entdeckt ihre Stärken. Wieder zurück nach Sheldon Lodge? Nein, denn 75 ist ja kein Alter!
Während Evie auf Tour ist, wird sie von ihrem Sohn Brendan gesucht. Kurzerhand fährt er ihr nach, und ist immer zu spät. Gerne wäre Brendan ihr alleine nachgereist, doch seine Frau Maura will mit. Auch ihm hätte eine Auszeit gut getan, die jahrelang kinderlose Ehe und gegensätzliche Interessen haben ihre Spuren hinterlassen.
Brendan und Maura mochte ich beide nicht. Von mir aus wäre das Buch ohne die beiden ausgekommen, zwischendurch mal einen Anruf aus Dublin von Brendan hätte völlig gereicht.
Die aus zwei Erzählsträngen (Brendan und Evie) zusammengeschusterte Geschichte liest sich flüssig, man ist sofort in der Story drin. Ich war gespannt, wo Evies Reise sie überall hinführt, wem sie alles begegnet und wie ihre Geschichte endet.
Leider brachte Brendans zwar glaubhafte Krise, aber dennoch unnötige Geschichte, Längen in die Erzählung hinein. Deshalb sinkt meine Punktezahl runter auf 3.5, Evies Story alleine hätte 5 Punkte verdient. Die tollen Erlebnisse und Begegnungen, mit und ohne Sprachbarrieren sind hervorragend und amüsant geschildert.
Fazit: Interessanter Roadtrip einer 75jährigen, der mir mit nur ihrem Erzählstrang um Welten besser gefallen hätte.
3.5 Punkte.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein Märchen leben
Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. von Läckberg Camilla
Marc und Alexandra Southwood sind nun schon seit 15 Jahren zusammen, haben zwei kleine Töchter, beide gute Jobs und vor allem, sie sind immer noch glücklich wie in den ersten Tagen. Bis zu dem verhängnisvollen 21.02. 2013 als Alexandra nach der Arbeit spurlos verschwindet. Ihr Fahrrad und durchtränkte Kleidung wird am Fluss gefunden.
Unfall oder Gewaltverbrechen? Die Polizei geht vom Tod von Alexandra aus. Marc kann und will daran nicht glauben. Er ist sich sicher: Alexandra lebt. Da die Hilfe der Polizei ausbleibt, macht sich Marc alleine auf die Suche. Hier stößt er immer wieder auf Ungereimtheiten, Indizien häufen sich, Marc bekommt Zweifel. Aber er gibt nicht auf. Denn er ist sich sicher: Alexandra würde ihre beiden Mädchen nie alleine lassen. Oder doch?
Es hat eine Weile gedauert, bis ich in der Geschichte festgehangen bin. Aber dann hat mich die Story so mitgerissen und fasziniert, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Gerade das Menschliche von beiden Seiten, von Marc und von Alexandra, wird hier so spannend eingebracht. Da braucht es kein Blutvergießen, was ich sehr schätze.
Natasha Bell lässt mich in zwei Zeitzonen an Alexandras und Marcs Leben teilnehmen. Ich bin dabei, wie die Beiden sich kennen- und lieben lernen. Und ich schaue Alexandra nach ihrem Verschwinden über die Schulter. Sie muss die Ereignisse ab diesem Zeitpunkt von irgendwo aus mit ansehen, kann sie aber nicht beeinflussen. Die Tatsache, dass sie lebt ist das Einzige, was ich der Polizei und Marc an Wissen voraus habe. Marcs Gedanken und Gefühle werden sehr gut rübergebracht und ich fühle mit ihm, kann seine Verzweiflung, aber auch seinen Willen um der Mädchen Willen weiterzumachen, spüren.
Liebe, Glück, ein toller Posten, gut geratene Kinder, Harmonie auf ganzer Linie, keine finanziellen Sorgen und Freunde, auf die man sich verlassen kann. Reicht das alles aus um ein zufriedenes Leben zu führen. Muss man dafür nicht zu viel von der eigenen Individualität aufgeben, Kompromisse eingehen? Diese Fragen werden hier angerissen und ich kann mir selbst dazu meine Gedanken machen.
Es geht aber auch um Kunst. Die bildenden Künste und die Kunst der Performance. Wie weit darf ein Mensch in der Kunst gehen? Was hat Kunst mit Moral zu tun? Heiligt die Kunst alle Mittel?
Eine tolle Geschichte, die sich auf Lügen und falschen Wahrnehmungen gründet. Die mich bis zum Schluss in Atem gehalten hat. Die Briefe von Amalia geben der Geschichte nochmal ihren eigenen Reiz. Ein krimineller Psychothriller, der viele Emotionen bedient und mich als Mutter sprachlos und nachdenklich zurück lässt.
Rezensionen von Gaby 2707:
Grillen mal anders - richtig lecker
Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. von Läckberg Camilla
Dieses Grillbuch von Campingaz nimmt sich des Grillen auf der Placha an. Schon die vielen farbigen Fotos, egal ob ganzseitig oder in Kleinformat unter dem Rezept, machen Apetit.
Zu Beginn erhalte ich eine kleine Einleitung über die Plancha, die Schwierigkeitsgrade der Gerichte werden erklärt und ich bekomme einen kurzen Überblick über die Rezepte aus Lamm, Geflügel, Rind, Schwein, Vegetarisch, Vorspeisen, Beilagen und Desserts.
Das Schöne an dieser Grillplatte ist, dass ich hier auch viele Gerichte zaubern kann, die bei einem herkömmlichen Grill durch die Stäbe des Rostes fallen würden. Die Plancha ist wie eine große Pfanne.
Die Gerichte an sich sind zum Teil schon etwas aufwendiger, lassen sich aber gut vorbereiten und verzichten auf zu exotische Zutaten. Ich habe schon das ein oder andere Rezept angemarkert, dass ich in der kommenden Grillsaison mal ausprobieren werde. Kaiserschmarrn beim Grillen – den hat als Nachtisch nicht jeder.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Passende Dezember-Lektüre
Weihnachten mit dir von Debbie Johnson
Der Folgeband von "Frühstück mit dir" beginnt ebenfalls mit einer Autofahrt. Diesmal sitzt Lauras Schwester Becca am Steuer. Am liebsten würde sie wieder umkehren, sie hasst Weihnachten und freut sich überhaupt nicht auf die kommenden Wochen. Andererseits freut sie sich ihre Schwester Laura und ihre Nichte und ihren Neffen wieder zu sehen.
Wäre da bloss nicht Weihnachten!
Während Becca in Band 1 nur in Telefongesprächen hörbar war, nimmt sie hier den gesamten Raum ein und die Geschichte wird komplett aus ihrer Sicht geschildert. Es kommen kaum Dialoge vor und die Bezeichnung "Erzählung" wird dem Roman im wahrsten Sinne des Wortes gerecht.
Ich mochte Beccas Humor und ihre selbstironische Art sehr gerne. Beim Lesen merkt man schnell, dass Beccas Abneigung gegen Weihnachten einen tieferen Grund haben muss. Dies erklärt, wieso Becca so ist wie sie ist: nicht einfach, manchmal sehr miesepetrig und mürrisch. Sie kann nicht aus sich heraus, weil das Geschehene die Oberhand hat. Erst hier in Dorset findet sie den Mut darüber zu reden.
Dazu braucht es die besondere Atmosphäre wie sie im Comfort Food Café schon viele Leute begeistert hat. Becca ist in den allerbesten Händen und wird akzeptiert wie sie ist. Man gesteht ihr ihren Wunsch nach Alleinsein zu und lässt Becca wissen, dass sie jederzeit bei allen vorbei kommen darf.
Alle - das sind sämtliche Bekannte aus "Frühstück mit dir". Am wichtigsten sind in diesem Band die alte Edie, was mich sehr gefreut hat, und Surfer Sam. Wie gut, dass er mit vielen Schwestern aufgewachsen ist und sich über die unterschiedlichen Launen der Frauen nicht wundert.
Die unkonventionellen Charaktere, die allesamt nicht perfekt sind, aber einander Luft zum Leben geben, überzeugen auch in diesem Roman.
Ich wurde bestens unterhalten und kann das Buch allen empfehlen, die sich wie Becca nicht viel aus Weihnachten machen. Allen anderen wird das Buch wahrscheinlich eh gefallen!
Fazit: Das Comfort Food Café sorgt für ein Happyend - die passende Lektüre für den Dezember.
5 Punkte.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Emotionale Story
Weihnachten mit dir von Debbie Johnson
Dies ist der dritte Band der "The Comfort Food Café"-Reihe von Debbie Johnson.
Zoe, die Pflegemutter von Martha, einer rebellischen 16jährigen, weiss nicht mehr weiter. Deshalb gönnt sie sich und Martha einige Wochen Auszeit in Budbury und mietet ein Haus in Cheries Siedlung. Kaum steigen sie aus dem Auto sind sie schon mitten drin in der quirligen Gemeinschaft.
Martha macht einen auf Einsiedler und geht nicht auf die netten Freundschaftsgesten ein, aber Zoe fühlt sich von Anfang an pudelwohl.
Doch da taucht Marthas Vater Cal auf - und Zoes Seelenleben gerät ins Chaos. Ob er wohl Martha mit nach Australien nimmt oder er sie hier bei ihr lässt? Beides hätte Vor- und Nachteile für Zoe. Sie, die ja unverhofft zur Ersatzmutter wurde. Zoes inneres Zerreissen, das Pro und Contra, hat Debbie Johnson sehr gut aufs Papier gemacht.
Mich fasziniert, wie die Autorin es jedes Mal schafft, sich in die doch sehr unterschiedlichen Protagonisten einzufühlen. So ist man jeweils ganz schnell in der Geschichte drin und kann kaum aufhören zu lesen. Auch hier in "Schlittschuhglück und Mandelglück". Als Leser fühlt man sich mittlerweile zuhause in Cherries Café und beobachtender Teil der bunt zusammengewürfelten Budbury-Truppe.
Der deutsche Titel macht nicht viel Sinn. Schlittschuhlaufen tut niemand. Es ist auch nicht ersichtlich, dass dies der dritte Band einer Serie ist. Der Originaltitel "Coming Home to the Comfort Food Café" passt da viel besser, er beschreibt Zoes und auch Marthas Wunschzustand: sich nicht nur daheim fühlen, sondern auch bei sich selbst ankommen und ein Leben jenseits der Trauer führen.
Fazit: Eine emotionale Story über eine Frau, die plötzlich zur Pflegemutter einer Teenietochter wird und gleichzeitig den Verlust ihrer besten Freundin zu überwinden hat.
5 Punkte.







