Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Regt zum Nachdenken an
Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur von Alexander Unzicker
Alexander Unzicker versucht in drei Teilen, die treffend „sehen“, „denken“ und „handeln“ heißen, die Leser dazu zu bringen, dem eigenen Verstand zu trauen und ihn auch zu gebrauchen.
In Zeiten der Überreizung der Sinne rät der Autor, sich bewusst dieser Medienflut zu entziehen: Nachrichtenfasten also.
Doch auch gezieltes Auswählen der Medien schützt vor Fake-News nur bedingt. Es scheint, als sie es Sinn und Zweck der Medien geworden, die Menschen zu verwirren. Schon Harry S. Truman wird folgender, durchaus passender Satz zugeschrieben: „Wenn du sie nicht überzeugen kannst, verwirr‘ sie.“.
Mit sehr sachlichen, sehr analytischen Beispielen bringt der Autor seine Gedanken seinen Lesern näher. Sehr aufschlussreich sind auch die vielen Zitate, die beinahe auf jeder Seite als „Randbemerkung“ zu finden sind. Es lohnt, die Zitate genauer unter die Lupe zu nehmen und anschließend wieder mit dem Text in Zusammenhang zu bringen.
Unzicker setzt sich auch kritisch mit der Datensammelwut von Regierungen auseinander. „Wissen ist Macht, nichts wissen macht auch nichts“, das war einmal. Heute heißt es „Wissen wird Macht, Macht schafft Daten“ (S.78)
Fazit:
Ein Buch, das auch in Schulen gelesen werden sollte. Gerne gebe ich hier 5 Sterne
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein aufschlussreiches Buch
Unsere Mütter von Silia Wiebe
13 Frauen und ein Mann berichten in teils bewegenden Worten über ihre Beziehung zu ihren Müttern.
Die Autorin nähert sich mit viel Empathie und Fingerspitzengefühl „ihren Müttern“. Sie notiert diese Interviews ohne zu werten, denn die Beweggründe so und nicht anders zu handeln, hängt mit den Lebensumständen der Frauen zusammen.
Sei es, dass die Familie aus Syrien flüchten muss, oder die Mütter im Zweiten Weltkrieg traumatisiert wurden oder als ledige Mutter keinen anderen Ausweg fanden, das Kind zur Adoption freizugeben.
Sehr deutlich ist zu spüren, dass einige Töchter die Traumata der Mütter „geerbt“ haben, ohne sich dessen bewusst zu sein. Sie verspüren oft indifferente Ängste, die sie nicht benennen können. Erst wenn das Trauma der Mutter aufgelöst ist, findet auch die Tochter zu ihrem eigenen Leben. Manchmal muss eine Tochter das ungelebte Leben der Mutter erfüllen.
Im Vorwort erklärt Silia Wiebe ihre Vorgangsweise und im Anhang findet sich weiterführende Literatur.
Fazit:
Der Autorin ist ein aufschlussreiches Buch über die „Mutter/Tochter“-Beziehung gelungen, das ich unbedingt weiterempfehle. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
In der Politik ist Haltung nicht gefragt
Haltung von Reinhold Mitterlehner
Dieses Buch ist am Tag seiner Vorstellung (17. April) zum Aufreger der österreichischen Innenpolitik geworden. Doch schon zwei Tage nach dem Erscheinen, wird kaum mehr darüber berichtet. Ein Schelm, der sich hier etwas Böses denkt.
Was ist an „Haltung“ so aufregend?
Der frühere Vizekanzler, Minister und ehemalige ÖVP-Parteichef Reinhold Mitterlehner schreibt über sein Leben, seine Arbeit und seine Demontage als Politiker.
Er spricht aus, was viele Menschen denken, nämlich dass er einer internen Intrige zum Opfer gefallen ist. Allerdings ist er da nicht der erste (und vermutlich wird er nicht der letzte) ÖVP-Chef sein. Parteiobmänner abzusägen, ist bei den Konservativen Österreichs eine Art Volkssport. Die Art und Weise, wie es diesmal (2017) geschehen ist, ist allerdings ein Novum: Kein spontanes Sägen am Sessel des Obmanns sondern eine seit langem vorbereitete, konzertierte Aktion.
Allein, dass kaum jemand aus den diversen Bünden und den Parteigremien für Mitterlehner aufgetreten sind, spricht schon Bände. Was wurde diesen Funktionären versprochen, dass sie den Umbau der Volkspartei so still hinnehmen? Manche Gesetze oder Verordnungen, die in der Zwischenzeit erlassen worden sind, sind Zugeständnisse an die Wirtschaft und gehen zu Lasten der Arbeitnehmer. Eine Partei, die sich auf die Fahnen heftet, die Familie hochzuhalten, kürzt nun die Familienbeihilfe für kinderreiche Familien.
Manche seiner Ex-Kollegen halten dieses Buch für eine späte, wehleidige Abrechnung mit der aktuellen Parteispitze. Besonders seine direkten Vorgänger gehen hart mit Reinhold Mitterlehner ins Gericht, wenn sie ihm Versagen an der Parteispitze vorwerfen. Was haben die beiden getan, um die Volkspartei zu stärken?
Den einzigen Vorwurf den man Reinhold Mitterlehner machen kann ist, das Amt des Vizekanzlers, Ministers und Parteichefs ein wenig zu blauäugig übernommen zu haben.
Wie sagt doch Heimito von Doderer so schön? „Wenn du dich in Familie begibst, kommst du darin um.“ Ein wenig abgewandelt kann es hier heißen: Wenn du dich in Politik begibst, kommst du darin um.“
Reinhold Mitterlehners Sorge um die Zukunft Österreichs ist berechtigt.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Gelungener Auftakt zu einer Krimi-Reihe
Mord an der Algarve von Carolina Conrad
Anabela Silva reist von Deutschland an die Algarve, um ihrer Mutter, die nach einem Unfall noch rekonvaleszent ist, beizustehen. Die Wochen in Portugal nutzt sie auch, um sich auf die Scheidung von ihrem Mann vorzubereiten. Bei einer Beerdigung entdeckt sie, dass auffallend viele betagte Menschen mit dem Nachname Alves innerhalb der letzten Zeit verstorben sind.
Die Journalistin Anabela hat ein Gespür für seltsame Ereignisse und als sie dann auch noch auf ihre Fragen rüde Antworten bekommt, ist ihr Interesse erst recht geweckt. Cousin Luis, ein Polizist, versucht Anabela die Recherchen auszureden. Doch Anabela kann auf die Unterstützung des Bibliothekars Mario hoffen und entdeckt, dass die Familie Alves auch Teil der eigenen Geschichte ist.
Meine Meinung:
Ein interessantes Krimi-Debüt, das sich mit längst vergangen geglaubten Ereignissen aus der Geschichte Portugals beschäftigt. Der krasse Gegensatz von arm und reich, die politische Situation unter Diktator Salazar und die Macht der Großgrundbesitzer ihrer Pächter gegenüber, lassen diesen Krimi zu einem Ausflug in die Geschichte Portugals werden. Das meiste wird den Lesern unaufgeregt und unterschwellig erzählt, sodass sich niemand vor einer „Geschichtsstunde“ fürchten muss.
Der Schreibstil ist ruhig, besticht aber durch die Beschreibung von Land und Leuten. Die Kulinarik erscheint mir persönlich ein wenig überhand zu nehmen. Es wird ständig gegessen und getrunken. Da wäre ein bisschen weniger, mehr gewesen. Gekonnt sich portugiesische Begriffe bzw. Dialoge eingeflochten.
Die Idee, Anabela als Aushilfsdolmetscherin anzustellen habe ich recht ungewöhnlich gefunden. Doch dadurch tritt ein neuer, interessanter Mann in ihr Leben.
Fazit:
Der gelungene Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, der ich gerne vier Sterne gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Macht Lust auf eine Reise
Die Traun von Peter Pfarl
Dieses Buch nimmt uns auf eine ungewöhnliche Reise mit: Wir folgen dem Lauf der Traun durch die Steiermark und Oberösterreich (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Fluss in Bayern).
Ausgehend von ihrem Ursprung im Ausseer Land (Steiermark) legt die Traun rund 153km zurück bis sie bei Linz in die Donau mündet.
Auf ihrem Weg durchfließt sie bekannte Orte wie Hallstatt, Bad Ischl, Ebensee, Gmunden, Stadl-Paura, Lambach oder Wels.
Diese Orte sind einerseits durch ihre Frühgeschichte (Hallstatt) oder durch die k. und k. Monarchie (Bad Ischl) oder ihre barocken Gebäude (Stdadl-Paura, Lambach) oder ihre unrühmliche Rolle in der NS-Zeit (Ebensee, Toplitzsee) bekannt. Weniger geläufig ist den meisten wohl die Schlacht von Ebelsberg vom Mai 1809, als während der Napoleonischen Kriege französische Truppen sich mit den österreichischen einen erbitterten Kampf um die Brücke über die Traun lieferten, die mehrere Tausend Tote auf beiden Seiten forderte.
Wunderschöne Fotos ergänzen die informativen Texte. So sehen wir Abbildungen von Schlösser (Schloss Orth) und Burgen. Einen kleinen Seitenblick können wir auf den Besitz der Welfen werfen, die nach wie vor in Gmunden einen Wohnsitz haben.
Fazit:
Ein traumhaftes Buch, das Lust macht, die beschriebenen Ort in Natura zu sehen. Ein heißer Tipp sowohl für den Sommer- als auch den Winterurlaub. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Mehr als nur der Vater von Wolferl und Nannerl
Leopold Mozart von Internationale Stiftung Mozarteum
Leopold Mozart (1719-1787) kennen die meisten nur als Vater des berühmten Wolfgang Amadeus und dessen Schwester Nannerl. Dabei ist die Person Leopold nicht minder interessant.
In 11 unterschiedlichen Essays versuchen mehrere Autoren sich ihm zu nähern. So wird der 1719 in Augsburg geborene Leopold von verschiedenen Seiten betrachtet.
Unter anderem als
• Komponist
• Kirchenmusiker
• Hofmusiker
• Verfasser der „Violin-Schule“
• Erzieher & Pädagoge
• Briefschreiber
• Belesener Komponist – komponierender Leser
• Unternehmer & Manager
Sehr interessant, weil außerhalb des Musikbusiness nicht so geläufig, ist Leopold als Verfasser der „Violin-Schule“ nach der abertausende Schüler Violine spielen lernten. Mit Lizenzgebühren für dieses Standardwerk, das in viele Sprachen übersetzt wurde, hätte Mozart wohl ausgesorgt gehabt, wenn es das Urheberrecht damals schon gegeben hätte. So kann jeder Verleger/Buchdrucker das Buch kopieren („abkupfern“) ohne, dass Leopold Mozart jemals Geld dafür gesehen hat.
Leopold Mozart ist auch ein reger Briefschreiber. Im anschließenden Katalog sind viele Originale abgebildet.
Spannend sind die Ausführungen zu den diversen Konzertreisen und Mozarts Geschick als Manager. Wenn man die Beschwerlichkeit der Reisen mit der (Post)Kutsche bedenkt, das Absteigen in verwanzten und unsauberen Gasthöfen und das alles vorab auf eigene Kosten, so ist dieser logistischen Meisterleistung Tribut zu zollen.
Ein interessanter Abschluss ist noch der Pressespiegel, in dem zeitgenössische Zeitungen zu Wort kommen.
Fazit:
Ein aufschlussreiches Buch über Leopold Mozart, der mehr war, als nur der Vater von Wolfgang Amadeus und Nannerl. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Regt zum Nachdenken an
Meinungsfreiheit! von Volker Kitz
Volker Kitz versucht in diesem Buch der Meinungsfreiheit in Deutschland auf den Grund zu gehen. Einiges lässt sich sinngemäß auch für Österreich abbilden.
Der Autor widmet dieses Buch
3. die 37 Prozent der Menschen, die zuletzt in einer Umfrage der Ansicht waren, sie könnten in Deutschland nicht frei ihre Meinung sagen,
2.
die anderen, die im Gegenteil finden, die Meinungsäußerungen seien viel zu laut und viel zu krass geworden, und
1. für alle, die wie ich glauben: Demokratie ist mehr als Rechthaben
Die gestürzte Rangordnung bei der Aufzählung ist gewollt.
Das Buch ist wie eine Gebrauchsanweisung aufgebaut. In zwölf Kapitel stellt er einiges zu Diskussion. Am Ende jedes Abschnitts fasst er in einer Quintessenz das vorher Gesagte zusammen, z.B. nach Kapitel 1:
„Der Demokrat verteidigt Tatsachen gegen Lügen und alternative Fakten, die ganze Wahrheit gegen die halbe. Aber er unterscheidet auch Tatsachen von Meinungen.“
Oder nach Kapitel 9:
„Ein Demokrat kennt die Grenze der Meinungsfreiheit. Und bewacht sie.“
Ein kritischer Blick auf die Medien lohnt sich ebenso, wie die Aufforderung unsere (Meinungs)Freiheit zu verteidigen. Außerdem, ist „Demokratie nicht nur für intelligente Leute gemacht“.
Jede Meinung darf geäußert werden, jede Kritik darf angebracht werden – auch an der Regierung, ohne dass der Kritiker befürchten muss, verhaftet zu werden. Doch diese Freiheit wird derzeit in einigen europäischen Ländern mit Füßen getreten. Sei es, dass Zeitungsberichte (wieder) zensuriert werden oder, dass den Medien die Presseförderung gekürzt wird, oder dass ihnen Informationen vorenthalten werden.
Dem Autor gelingt es perfekt, wichtige Themen auf den Punkt zu bringen. Ohne viel Geschwurbel zeigt er, wie jede Staatsbürgerin, jeder Staatsbürger seinen Teil zum Erhalt der Demokratie beitragen kann.
Fazit:
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Gerne gebe ich hier fünf Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Napoleon von Günter Müchler
2019 jährt sich die Geburt von Napoleon Bonaparte (15.08.1769-05.05.1821) zum 250. Mal. Daher ist es nicht verwunderlich, dass aus diesem Anlass mehrere Biografien über ihn erscheinen.
Doch ist es möglich, nach wie vor unbekannte Details aus seinem Leben zu erfahren oder ist nicht ohnehin alles schon erforscht?
In sechs großen Kapiteln wird der Aufstieg und Fall des Revolutionärs auf dem Kaiserthron beschrieben.
Aufschlussreich ist Teil III „Improvisationen“. Hier listet Müchler einige jener Situationen auf, die für Napoleon beinahe ins Auge gingen, weil z.B. die Aufklärung vernachlässigt wurde. 1806 in der Schlacht von Jena und Auerstädt, wird Napoleon beinahe von „friendly fire“ (also den eigenen Truppen unter Feuer genommen wurde S.294). Noch verhängnisvoller, weil er, der große Stratege sich in einer Schlacht mit Hohenlohe verzettelt und dabei übersieht, dass nur wenige Kilometer entfernt Marschall Davout gegen eine preußische Übermacht kämpft. Davout gewinnt eigentlich nur deswegen, weil die Preußen ihre zahlenmäßige Überlegenheit mit Desorganisation verspielen.
Aus den meisten dieser brenzligen Situationen kommt mit Napoleon mit Glück und seiner Improvisationskunst heraus. Viele seiner Getreuen wie Antoine Desaix (1802) und Jean Lannes (1809) fallen.
Allerdings zeigt Müchler auch die grausame Seite Napoleons, die z.B. bei seinem Ägyptenfeldzug deutlich wird, als er Kriegsgefangene und kranke Soldaten der eigenen Armee sich selbst überlässt bzw. umbringen lässt.
Der Autor bemüht sich alle Facetten der schillernden Persönlichkeit zu erfassen. Am Beginn seiner Karriere ist Napoleon ein Revolutionär, zuerst auf Korsika, dann in Frankreich. Er hat das Gespür für die Soldaten und für das Machtvakuum in der Armee. So wie er die Truppen revolutioniert, so geht er auch bei den Eroberungen vor: Zunächst nicht ursächlich als „Landgewinn“, sondern um die herrschenden Dynastien von der Landkarte zu vertreiben und die Gedanken der Republik weiter zutragen. Anfangs sieht er sich und seine Soldaten tatsächlich als Retter der unterdrückten Massen. Doch was daraus wird, ist bekannt: Nahezu 25 Jahre Krieg der ganz Europa, Russland und Nordafrika überzieht und seine Auswirkungen auch in Amerika und Indien hat.
Napoleon ist nicht nur ein Revolutionär, ein überragender General, ein guter Menschenkenner, ein Kaiser von eigenen Gnaden, ein guter Organisator und Verwalter, er ist vielmehr auch ein Getriebener seines eigenen Ehrgeizes. Es ist ihm schon bewusst, dass er niemals den alten Dynastien gleichgestellt werden wird. Da nützt ihm auch die Hochzeit mit Marie Louise, der Tochter des österr. Kaisers Franz II./I. nichts.
Napoleon entscheidet zwar die meisten Schlachten für sich (und die Revolution), den Krieg gewinnt aber die Reaktion.
Günther Müchler ist Journalist und hat daher einen anderen Schreibstil als z.B. Adam Zamoyski.
Gut gefällt mir, dass Müchler die Biografie aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet, wenn auch die meisten Quellen aus französischer Feder sind, und daher ein wenig zu Gunsten von Bonaparte aussagen. Hier stellt sich für mich die Frage, ob es zu wenig Material in den russischen oder österreichischen Archiven gibt? Oder, ob sich Napoleons Gegner einfach nicht mit seiner Person außerhalb des Strategen beschäftigen wollten? Oder sind die Quellen, wie z. B. die Memoiren eines Metternich, so gefärbt, so vom Verfasser (eben Metternich) auf die eigene Glorie getrimmt, dass sie wieder nicht aussagekräftig sind?
Fazit:
Eine detaillierte Biografie, die doch das eine oder andere Unbekannte über Napoleon zu Tage fördert. 4 Sterne
Rezensionen von *RC*:
Frauen, die die Welt verändern
Powerfrauen von Günter Müchler
Starke Frauen können starke Frauen stark machen!
Der Untertitel: „Was Beyoncé mit Michelle Obama und Anne Frank verbindet“ wirft erstmal Fragen auf. Was haben eine Sängerin, eine Frau eines ehemaligen Staatsoberhaupts und ein jüdischer Teenager, der dem Naziregime zum Opfer fiel, gemeinsam? Wie stehen sie zueinander in Verbindung? Dieses Buch zeigt einleuchtend und leicht nachvollziehbar auf, wo und wie dieses Verbindungsnetzwerk zu finden ist.
Das Buch „Powerfrauen“, in dem wichtige, außergewöhnliche historische Persönlichkeiten aus dem 19. und 20. Jahrhundert vorgestellt werden, fand ich sehr beeindruckend, da ich von sehr, sehr vielen Frauen noch nie was gehört habe. Im Buch werden z.B.: Widerstandskämpferinnen, Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen sowie, Sportlerinnen vorgestellt. Viele Frauen haben z.B.: im Schatten ihrer Männer und Partner viel geleistet und wichtige Fäden in der Hand gehabt; und ohne ihre Frauen wären diese Männer nie zu dem geworden, was sie sind (bzw. zu der Zeit waren.). Aber letztendlich waren hier die Frauen die Hauptakteure! Andere Frauen haben sich in Männer dominierten Bereichen durchgesetzt und sind ihren eigenen Weg gegangen.
Im farblich brillant aufgemachten Buch werden 85 Frauen auf jeweils einer Doppelseite vorgestellt. Die Informationen, die man hier über diese Frau bekommt sind meines Erachtens ausreichend, um sich ein gutes Bild über diese tolle Persönlichkeit machen zu können, da hier direkt aus dem Leben der Frau – im lockeren Erzählstil - berichtet wird. Es sind nicht nur reine Fakten. Durch die Art, wie die Frauen präsentiert werden, bekommen sie ein Gesicht und werden einem gleich sympathisch. Unterstrichen wird dieser Aspekt dieser „Lebendigkeit“ auch dadurch, dass die Frauen in ihrem typischen Lebensumfeld auch gemalt bzw. portraitiert werden. Durch diese Illustrationen / die Visualisierung gelingt es den Machern des Buches, dass die Frauengeschichten / diese Frauengesichter leichter im Kopf und der Erinnerung bleiben – eine wahre Bereicherung!
Das Buch ist interessant gestaltet: Besonders gefällt mir, wie in diesem Buch das Frauen-Netzwerk veranschaulicht wird. Denn wenn man sich über eine der vielen Frauen informiert, sieht man auf der Doppelseite weitere Portraits von Frauen, die einem in diesem Buch ebenfalls begegnen. So weiß man sofort, wie und warum diese Frauen miteinander in Beziehung stehen. Sei es, dass sie sich persönlich kennen (gekannt haben) oder dass sie sich gegenseitig durch ihre Biographie inspirieren konnten.
Ein informatives und locker gestaltetes Sachbuch und Nachschlagewerk, das zum Lesen, Betrachten, Verweilen und Staunen einlädt. Da es so vielfältige Themen beinhaltet macht es auch Mut, an sich und seine eigenen Fähigkeit zu glauben. Es ist ein Buch, das man peu à peu genießen sollte, damit die Kraft der Frauen so richtig wirken kann.
Dieses Buch sollten nicht nur 'Mädels' lesen, auch 'Jungs' sind herzlich eingeladen, solche Powerfrauen mal kennenzulernen!
Rezensionen von *RC*:
Was lange währt, wird endlich..... Liebe
Immer noch wir von Elja Janus
Elja Janus hat mit ihrem im FeuerWerke Verlag erschienen Buch „Immer noch wir“ einen mit 10.000 Euro dotierten Preis der Leselupe-Literaturagentur und des Feuerwerke-Verlags gewonnen.
Lina und Joe waren als Kinder unzertrennlich. Sie waren die besten Freunde und waren extrem miteinander vertraut.
Doch dann verloren sie sich aus den Augen, weil Joe weggezogen ist.
25 Jahre später stehen sie auf einmal wieder voreinander. Irgendwas zieht sie zwar magisch an, aber sie kennen sich nicht sofort wieder. Aufgrund eines Fotos wird beiden klar, wer sie sind und was sie mal füreinander waren. Nun fragen sie sich, wie geht es weiter? Beide wollen so viel mehr als nur Freundschaft, aber auch beide haben Angst, dass der Wunsch und das Verlangen nach dem absoluten „Alles“ mehr zerstören könnte als sie jetzt haben. Herz und Kopf kämpfen mit- und gegeneinander. Immer wieder ringen Lina und Joe mit einem „Nein“ und einem „Ja“. Lina hofft Hilfe bei ihren Freundinnen Isabelle und Bianca zu bekommen, bei Joe ist es der 'ältere' Zwillingsbruder Mats, der auf ihn einredet und Joe hilft, seine gefühlsverletzte Vergangenheit zu bewältigen.
Für das Buch gibt es zwei verschiedene Cover: Einmal zieren Schmetterlinge den Einband (kartonierter Einband), das andere Mal sind es Vergissmeinnicht-Blumen (E-Book).
Beide Cover finde ich sehr passend für diesen Liebesroman, denn die beiden Protagonisten haben schließlich Schmetterlinge im Bauch und erinnern sich gerne an ihre frühe Kindheit, in der sie eine unbeschwerte und tiefe Seelenverwandtschaft hatten.
Mir hat diese Liebesgeschichte gut gefallen. Sie ließ sich leicht und entspannt lesen. Sie wird im Wechsel jeweils aus der Ich-Perspektive von Lina und Joe erzählt, so dass man sich gut mit beiden Personen identifizieren konnte. Man konnte sich richtig gut in diese Auf-und-Ab-Liebesgeschichte fallen lassen und hat mit Lina und Joe richtig gut mitfühlen können, welches Gefühlschaos sie gerade erleben und durchleben. Die Sprache ist sehr feinfühlig, zart und leicht. Auch wenn die Handlung keine großartigen Überraschungen bereit hält und das Ende der Geschichte schon von Anbeginn absehbar, ist sie lesenswert. Denn in meinen Augen muss ein Roman nicht zwingend von der Handlung getragen werden, oft ist auch die sprachliche Umsetzung, das Spiel mit den Worten, ein Kriterium, sich mit einer Geschichte vertraut zu machen. Einige Elemente, die das sich Zueinanderhingezogen und das Zueinandergehören symbolisieren ist das gegenseitige „Einatmen und Ausatmen“. Es taucht immer wieder auf und zieht sich wie eine Perlenschnur durch den Roman und gibt was Vertrautes / Inniges wieder.
Leider aber wird meines Erachtens etwas zu viel des Guten „geatmet“, so dass der Roman dann letztendlich recht – wenn nicht sogar zu - langatmig ist und man sich dann doch das unweigerlich passierende „Happy End“ herbeisehnt. (Das ist etwas schade. Denn bei den letzten 30/35 Seiten war bei mir die Luft raus.)
In meinen Augen ist diese leicht-beschwingte Liebesgeschichte eine schöne Frühjahrs-/Sommerlektüre, mit der man es sich unbeschwert entspannt im Liegestuhl bequem machen kann und einfach mal 'chillig' abschalten und (mit)träumen kann.
Und der Appell dieser Geschichte schwingt ständig mit: „Gibt der Liebe eine Chance!“
3,5 Sterne











