Kunden em pfehlungen
Rezensionen von pandas_bücherblog:
Wissenswertes Buch - für uns leider noch nicht der richtige Zeitpunkt
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 31 - Tiere im Winter von Andrea Erne
Der Sommer neigt sich so langsam dem Ende zu und der Herbst steht schon fast vor der Tür. Und genau dort würde ich das Buch auch einordnen - in den Herbst, aber natürlich auch Winter, da es viel um die Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit geht.
Die Illustrationen gefallen uns wieder sehr gut, da sie nicht nur bunt, sondern auch realistisch sind, was mir persönlich wichtig ist.
Die Texte sind wirklich informativ und interessant, für Kinder im Alter von 2-4 Jahren finde ich sie allerdings etwas zu umfangreich und kompliziert. Meine Tochter interessiert sich eher für die vielen tollen Klappen und Tiere, die sie zum Teil schon in der Natur selbst gesehen hat. Nichtsdestotrotz gibt es einige spannende Fakten zu entdecken, wie z.B. den Unterschied zwischen Winterschlaf und Winterruhe, und auch Erwachsene können hier sicher noch die ein oder andere Sache lernen. Schön finde ich auch, dass wir in diesem Band zahlreiche heimische Tiere kennenlernen, zu denen Kleinkinder einen größeren Bezug haben.
Fazit:
Der neue Band der Wieso? Weshalb? Warum? Reihe rund um das Thema Tiere im Winter konnte meine Tochter (2 J.) aufgrund der eher längeren Texte bisher noch nicht so sehr wie andere Bücher der Reihe begeistern. Ich möchte dennoch eine Empfehlung aussprechen, allerdings eher für Kinder, die schon ein wenig älter sind.
4/5 Sterne
Rezensionen von manu63:
Guter Auftakt
Der Hof der silbernen Nacht von K. T. Steen
Der Hof der silbernen Nacht ist der Auftaktband der Dilogie Schattenlicht Saga geschrieben von der Autorin K.T. Steen.
Niva kann jede Gestalt annehmen die sie möchte und ist durch einen Schwur an einen skrupellosen Zirkusdirektor gebunden für den sie Aufträge erledigen muss. Bei einem dieser Aufträge muss sie an den Silberhof von König Valerian um ein machtvolles Artefakt zu stehlen.
Doch dabei gerät sie in ein selbst gesponnenen Netz aus Lügen und muss erkennen das sie den König falsch eingeschätzt hat.
Die Geschichte ist gut lesbar und die Charaktere sind gut angelegt. Durch etliche Wendungen bleibt ein steter Spannungsbogen erhalten, der durch wenige Längen im Buch getrübt wird. Da hätte ich mir einige Stellen etwas straffer erzählt gewünscht.
Die Nebencharaktere ergänzen die Geschichte gut und tragen zu guten Dialogen bei in denen man einiges an Hintergrundwissen bekommt.
Das Buch endet mit einem Cliffhanger der Neugierde auf den zweiten Teil weckt.
Rezensionen von Sternzauber:
Intensiv, tiefgründig und wunderschön – für jung und alt!
Schascha und der Buchspazierer von Carsten Henn
Das Cover von „Schascha und der Buchspazierer“ gefällt mir unglaublich gut und es spricht mich (und wohl auch alle anderen Bücherwürmer) sofort an. Die warmen Farben und die heimelige Szene erzeugen Gemütlichkeit und ein Wohlgefühl, was ich sehr schätze. Das Bild macht aber auch neugierig und es zeigt eine große Bücherliebe sowie Schascha und den Buchspazierer, die wir auf diese Weise bereits kennen lernen dürfen.
Im Inneren geht es mit den farbenfrohen, aber sehr stimmigen Bildern von Annelie Schulze weiter, die mal ganze Seiten bedecken, teilweise aber auch Akzente setzen und den Text wunderbar begleiten. Einzeln dargestellte Figuren neben dem Text strahlten für mich nicht die gleiche Wärme aus, wie umfangreichere Bilder, doch sie gefallen mir grundsätzlich alle und ich finde, dass sich im Ganzen eine wunderbar stimmige und harmonische Symbiose ergibt, die zur Geschichte passt.
Diese erzählt von der neunjährigen Schascha, die mit ihrem Papa zusammen lebt und Bücher überalles liebt. Von ihrem Fenster aus beobachtet sie den Buchhändler Carl Kollhoff, der jeden Abend bei ihr vorbei geht und Bücher austrägt. Das macht sie so neugierig, dass sie sich ihm anschließt und Teil seiner besonderen Mission wird. Doch das Buchspazieren ist viel spannender als gedacht und nicht nur Schascha muss beweisen, wie viel Mut, Herz und Tatkraft in ihr stecken.
Carsten Henn ist mit diesem Buch eine ganz besondere Geschichte gelungen, die aus seinem Roman „Der Buchspazierer“ für Erwachsene entspringt, die in dieser Form jedoch ihren ganz eigenen und besonderen Charme entwickelt. Ich kenne nun beide Geschichten und fand es einfach herrlich das Geschehen nun aus Schaschas Sicht erleben zu dürfen. Ja, das Buch ist für Kinder geschrieben, doch mir hat es auch unglaublich viel Freude gemacht und neue Perspektiven auf die bekannte Geschichte eröffnet. Und in dieser Version kommt Schaschas Persönlichkeit mit all ihrem Witz, ihrer Ernsthaftigkeit, ihrer Keckheit und ihrem Charme ganz besonders gut zur Geltung – ich habe sie noch mal ganz neu in mein Herz geschlossen!
Carsten Henn schreibt in flüssiger und angenehmer Art und Weise, die sich leicht lesen lässt, versüßt sprachaffinen LeserInnen die Geschichte jedoch zusätzlich mit teils wunderschönen Formulierungen. Tiefgreifende (Buch-)Weisheiten und herrlich spritzig-frische Dialoge runden das Lesevergnügen dabei für mich wunderbar ab und ich habe es wirklich sehr genossen.
Dabei ist Schaschas Geschichte bei Weitem keine Heile-Welt-Erzählung, sondern (jungen) LeserInnen wird hier eine ganze Menge an tiefgreifenden und auch belastenden Inhalten zugemutet. Trauer, Gewalt, Einsamkeit, Tod und Selbstmord werden hier thematisiert und verlangen feinfühligen Kindern je nach dem eine ganze Menge ab. Sie bieten aber auch wunderbare Sprechanlässe, Identifikations- und Verarbeitungsmöglichkeiten, die unglaublich wertvoll sein können. Ich begrüße es sehr, wenn Kinder in Büchern Themen auf altersangemessene Art und Weise „bearbeiten“ können, die ansonsten vielleicht sogar tabuisiert werden und so in sicherem Rahmen ihre eigenen Gefühle etc. dazu kennen lernen. Allerdings würde ich das vorliegende Buch nicht unbedingt wie angegeben für 9-jährige Kinder empfehlen, sondern es eher ein wenig älteren Kindern anbieten (je nach Entwicklungsstand). Außerdem empfehle ich auf jeden Fall eine Lesebegleitung durch Bezugspersonen, um die potenziell schwierigen und belastenden Themen gemeinsam besprechen und auch das pädagogische Potenzial der Geschichte voll ausschöpfen zu können.
Vor allem soll Lesen aber natürlich Spaß machen und mir hat Schaschas Geschichte eine wirklich ganz zauberhafte Lesezeit geschenkt! Ich konnte intensiv mitfühlen und es hat so große Freude gemacht die Entwicklung der Charaktere zu verfolgen. Ich war an einer Stelle nicht so glücklich mit der Botschaft der Szene, insgesamt hat dies mein Leseglück jedoch nicht stark beeinträchtigt und im Gespräch mit Kindern kann man diese sicherlich gut aufarbeiten. Ich empfehle „Schascha und der Buchspazierer“ von Herzen gerne, denn diese Geschichte vereint sehr viele wertvolle Botschaften, tolle Bilder, herzerwärmende Sprachfreude und reines Leseglück – von mir gibt es 5 Sterne und ich wünsche viel Freude beim Eintauchen in Schaschas Welt!
Rezensionen von Sternzauber:
Einblick in das Erleben mit Gehirnschädigung, aber auch eine spannende Geschichte
Weiterleben von Patrick Charnley
„Weiterleben“ von Patrick Charnley wird meiner Meinung nach von einem wunderschönen Cover geziert, das wohl den Handlungsort der Geschichte visualisiert. Ich liebe die starken und doch so natürlich wirkenden und gut zueinander passenden Farben und habe irgendwie das Gefühl, das Meer rauschen hören zu können.
Ein besonderes Highlight ist dabei der Titel, der zum einen metallisch schimmert, zum anderen aber auch haptische erlebbar eingeprägt wurde. Und solch wertige Detail, die ich sehr schätze, sind auch auf dem Buchrücken und dem hinteren Cover zu finden.
Die Geschichte erzählt von Jago, der auf Grund eines Herzstillstandes eine Gehirnschädigung davon getragen hat und nun mit den Folgen dieser leben muss. Denn nichts ist mehr wie zuvor, da sein Kopf einfach nicht mehr wie gewohnt funktioniert und er absolut im Moment leben muss um zurecht zu kommen. Auf dem Hof seines Onkels hat er einen Ort gefunden, wo genau dies möglich ist und wo er ohne Hektik, ohne Strom und mit wenig äußeren Reizen leben kann. Doch sein neuer Zufluchtsort wird von einem Nachbarn bedroht und Jago will ihn unbedingt aufhalten, um sein neues Leben und die wertvollen Menschen darin zu schützen.
Patrick Charnley, der Autor dieser außergewöhnlichen Geschichte, hat selber einen Herzstillstand überlebt und muss nun mit einer daraus resultierenden Gehirnschädigung leben. Vielleicht wirken die Beschreibungen von Jagos Situation, seinem Erleben und Fühlen für mich daher so echt, so intensiv und so nachvollziehbar nah. Dazu kommt, dass die Sprache der ansonsten fiktiven Geschichte eine ganz einfache ist und uns LeserInnen in kurzen Sätzen und einfachen Worten mit in das Geschehen nimmt, was die Schlichtheit unterstreicht und so hervorragend zu Jagos Möglichkeiten passt, dass es mich wirklich als Gesamtheit berührt hat.
Es ist eine leise und zarte Geschichte mit viel Tiefgang und manch existenzieller Frage, aber mit der Zeit gewinnt das Geschehen auch zunehmend an Dynamik und wird sogar richtig spannend. Ich hatte damit gar nicht gerechnet, habe es aber als stimmig und interessant erlebt. Auch die kurzen Kapitel waren für mich sehr angenehm zu lesen und das Eintauchen in eine so ganz andere Gedankenwelt und ein eingeschränktes Erleben fand ich sehr berührend und interessant. Ich habe dabei einiges über ein Leben mit Gehirnschädigung gelernt.
„Weiterleben“ möchte ich allen LeserInnen empfehlen, die die leisen Töne mögen, die aber auch eine gewisse Dynamik und Spannung schätzen und die sich auf einen Einblick in das Erleben mit Beeinträchtigung einlassen können – viel Freude beim Eintauchen in diese Geschichte!
Rezensionen von pandas_bücherblog:
Sehr süßes Soundbuch
Play+ Mein allererstes Soundbuch Tiere im Wald - ab 12 Monate von Maria Höck
Das Cover finde ich auf Anhieb sehr gelungen, denn die niedlichen Waldtiere wirken sofort einladend und machen richtig Lust aufs Entdecken. Gerade in Kombination mit dem kindgerechten Design passt es perfekt zur Zielgruppe und lässt sich auch für kleine Hände gut greifen.
Die Illustrationen von Angelika Scudamore konnten mich ebenfalls überzeugen.
Sie sind farbenfroh und liebevoll gestaltet, ohne dabei überladen zu wirken. Die Tiere sind klar zu erkennen und die einzelnen Waldszenen wirken freundlich und übersichtlich, was gerade für die Allerkleinsten wichtig ist.
Inhaltlich führt das Buch durch fünf verschiedene Doppelseiten, auf denen jeweils ein Tiergeräusch per Knopfdruck erklingt. Die Kombination aus Bilderbuch, kurzen Vorlesetexten und den Suchaufgaben am Seitenrand hat mir gut gefallen, denn so können Kinder nicht nur zuhören, sondern aktiv nach den abgebildeten Tieren suchen. Das macht das gemeinsame Anschauen abwechslungsreicher und fördert spielerisch die Aufmerksamkeit.
Besonders positiv ist mir aufgefallen, wie leicht sich die Soundknöpfe bedienen lassen. Selbst mit kleinen Fingern lässt sich der Mechanismus problemlos auslösen, was den Kindern schnell ein Gefühl von Selbstständigkeit gibt. Auch die Verarbeitung des Buches selbst ist für das Alter absolut angemessen, denn die stabilen Pappseiten halten auch häufigem Umblättern problemlos stand. Praktisch ist zudem der An- und Ausschalter auf der Rückseite, der die Batterien schont.
Bei den Tiergeräuschen bin ich allerdings etwas zwiegespalten. Während Hirsch, Specht und Eule klar erkennbar und authentisch klingen, fand ich den Fuchslaut eher ungewöhnlich und nicht ganz so intuitiv zuzuordnen. Auch dass das Froschquaken identisch mit dem aus dem Dschungelbuch ist, hätte bei der knappen Anzahl von nur fünf Geräuschen vermieden werden können. Zudem wirkt die Seite mit den Füchsen etwas leer, da dort vor allem Gras zu sehen ist und wenig Abwechslung bietet.
Was die Lautstärke angeht, empfand ich diese anfangs als etwas hoch, auch wenn sich das Problem durch Abstellen des Buches auf einer weichen Unterlage deutlich entschärft. Für manche Eltern könnte hier eine Lautstärkeregelung sinnvoll gewesen sein.
Fazit:
"Mein allererstes Soundbuch Tiere im Wald" ist eine gelungene Ergänzung für die Allerkleinsten, die spielerisch die Welt der Waldtiere entdecken möchten. Die Kombination aus ansprechenden Illustrationen, einfachen Suchaufgaben und den interaktiven Geräuschen macht das Buch zu einem schönen Begleiter für die ersten Lebensjahre. Kleinere Schwächen bei der Geräuschvielfalt und die begrenzte Seitenzahl lassen den Spielspaß aber nicht wirklich trüben.
4/5 Sterne
Rezensionen von yellowdog:
Free Olympia
Orca von Franziska Gänsler
Orca ist ein Roman, der von jungen Frauen erzählt, die Aktivistinnen sind.
Ein Thema dabei ist die Gefahr der Radikalisierung und den Folgen.
Hauptfigur ist die stille Cora, die Olympia und deren Freunde kennen lernt, die sich für die Umwelt einsetzen und sogar auf der Straße festkleben.
Cora entwickelt schnell ein Zusammengehörigkeitsgefühl.
Doch es gibt auch eine gewissen Gewaltpotential, das zur Eskalation führen wird. Auch Cora verstrickt sich darin.
Franziska Gänsler schreibt sensibel und verschafft dem Leser Zugang zu ihren Figuren.
Rezensionen von nessabo:
Eine authentische RomCom der anderen Art
Das Projekt von Annie Lord
So richtig kommen sehen habe ich die RomCom ehrlicherweise nicht - zumindest in ihren etwas klischeebehafteten Ausläufern zum Ende hin. Trotz ein paar Längen war ich insgesamt aber gut unterhalten und habe vor allem James sehr ins Herz geschlossen.
Annie Lord schreibt mit einem wirklich tollen Humor, der ihrer Protagonistin auf den Leib geschneidert ist.
Es ist die Art von Humor, bei der ich schon beim Lesen wusste, dass sie nicht alle verstehen werden. Und genau das vermittelt die Autorin auch ganz feinfühlig in ihrem Roman. Daisy ist - durchaus typisch für eine Mittzwanzigerin - viele Stunden am Tag mit ihren Unsicherheiten beschäftigt. Sie ist so sehr davon überzeugt, dass sie nur das richtige Buch gelesen oder das perfekte Äußere erreicht haben muss, um einem potenziellen Partner endlich zu gefallen, dass sie kaum noch Raum zum Leben hat.
Das halte ich für schmerzlich authentisch, habe aber auch gemerkt, dass ich dem mittlerweile so sehr entwachsen bin, dass ich es streckenweise etwas langatmig fand. Dennoch finde ich die Figurengestaltung gelungen, sodass sie vielen jüngeren Frauen sicherlich nahegehen wird.
Daisy kann sich nur bei ihrer besten Freundin Maya so richtig fallen lassen und ich habe diese Freundinnenschaft sehr geliebt. Ebenso lieb gewonnen habe ich den auserwählten Mann für das titelgebende Projekt: James, der eigentlich ein eher problematisches Arschloch zu sein scheint, sich aber zu einer toll geschriebenen Green Flag mausert.
Ich kann nicht so recht sagen, ob ich seine Entwicklung glaubwürdig fand, in jedem Fall hat sie mir aber gut getan. Sein Einfluss auf Daisys Selbstwahrnehmung wurde von Annie Lord literarisch hervorragend umgesetzt. Und auch insgesamt finde ich, dass die Autorin hier eine wirklich moderne RomCom geschrieben hat, die sich von anderen abzuheben vermag. Besonders die stark politische Komponente, die sich immer wieder in die Erzählung eingräbt, bewerte ich positiv.
Am Ende war mir die Geschichte dann doch etwas zu dicht, während sie vorher phasenweise eher dahinplätscherte, aber insgesamt mochte ich den Roman. Vor allem sein Humor, die direkte Sprache und die äußerst menschlichen Figuren haben mich überzeugt. Empfehlung für alle, die kein Problem damit haben, noch einmal in das von Unsicherheiten geprägte Alter von Mitte 20 abzutauchen.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Gute Idee, mittelmäßige Umsetzung
Wir könnten alles sein von Jami Attenberg
Das könnte so eine interessante Geschichte sein: der jüdische Holocaust-Überlebende Rudy gründet mit Frieda eine Familie, die beiden bekommen die Töchter Nancy und Shelly. Wir lernen die Familie bei gemeinsamen Scrabble-Abenden kennen, als die Mädchen Jugendliche sind.
Doch bald darauf stirbt Vater Rudy früh und die drei verbliebenen weiblichen Familienmitglieder haben es nicht leicht miteinander.
Frieda versinkt in Trauer und ist oft nicht sehr nett zu den Mädchen, beide flüchten deshalb früh aus dem Elternhaus: Nancy wird jung schwanger und heiratet, Überfliegerin Shelly stürzt sich in Studium und Arbeit.
In den darauffolgenden Kapiteln erzählen wechselweise Nancy, Shelly, Frieda, die Tochter/Nichte/Enkelin Jess sowie weitere Personen. Hier wird es schön langsam unübersichtlich und zeitweise wurden neue Personen eingeführt, bei denen mir erst spät klar wurde, was sie mit der Gesamtgeschichte zu tun haben und warum ich mich für sie interessieren sollte.
Es geht um durchaus spannende Themen: Entfremdung zwischen Mutter und Töchtern, transgenerationale Traumatisierung, Sucht und vieles mehr. Doch aufgrund der vielen Perspektivwechsel und der Erzählweise, die oft mehr auf die Beschreibung der Umgebung fokussiert als auf das Innenleben der Figuren, bleiben die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander seltsam blass.
Aus der Idee hätte man mehr machen können, so bleibt insgesamt ein mittelmäßiges Buch, das man lesen kann, aber nicht unbedingt muss.
Rezensionen von C. P.:
Chronologie der Manipulation
Most Hated Girl von Kirsty Lockwood
Die 19-jährige Odette wird verhaftet, weil sie während eines TikTok-Livestreams Amos getötet haben soll. Den liebenswürdigen 80-jährigen, der sie bei sich aufnahm, als sie keine Bleibe hatte. Und mit dem sie zuvor bereits ein paar herzliche, gemeinsame Videos gepostet hatte, die auf große Resonanz stießen.
Für die vielen Follower sowie die Presse ist der Fall klar, der Ermittelnde hält die Sachlage auch für eindeutig: Odette ist schuldig! Ist sie das?
YummyMummyMe sagt: Du bist eine Zierde Schottlands, Odette. Weiter so, Sweetie. (Zitat S. 130)
Odette ist eine aussergewöhnliche Jugendliche, die bedingt durch ihre Mutter lange Zeit durch das System gerutscht ist; soziale Interaktionen sind ihr dadurch größtenteils fremd. Und doch wird beim Lesen schnell klar, welch liebenswerter Mensch hinter dem unscheinbaren, einsamen Mädchen steckt. Bei einem ihrer Museumsbesuche trifft sie auf Amos und versucht, ihr neu erworbenes Wissen, Freundschaften zu schließen, an ihm auszuprobieren. Der Wendepunkt, als der frühere Psychologe plötzlich verstärktes Interesse an ihr zeigt, sie sogar bei sich wohnen lässt, hinterlässt beim Lesen ein mulmiges Gefühl, ohne dies zunächst genauer benennen zu können. Tatsächlich freut sich Odette riesig, endlich einen guten Freund gefunden zu haben, mit dem sie auch auf Social Media zu einer unerwartet hohen Follower-Zahl gelangt. Geschickt baut die Autorin auf diesem Fundament eine Chronologie der Manipulation auf, welche für Aussenstehende größtenteils unter dem Radar abläuft.
„Er ist mein Freund, glaube ich“, erwiderte Odette und strich sich die Haare glatt. (Zitat S. 225)
Most Hated Girl ist eines dieser Bücher, welches mich innerhalb weniger Seiten derart in seinen Bann zog, dass ich gefühlt nur so durch die rund 400 Seiten flog. Der Aufbau des Romans ist von der Autorin überaus geschickt gewählt: während die Vergangenheit bis hin zur Tat primär aus Odettes Sicht erzählt wird, wird parallel hierzu die Zeit danach ausschließlich aus der Perspektive anderer Personen geschildert, die über Odette urteilen. Und ja, die meisten verurteilen sie, ohne Odette oder die Geschehnisse überhaupt zu kennen, geschweige denn zu hinterfragen. Tatsächlich gibt es einige wenige Stimmen, die darauf verweisen, doch mal genauer hinzusehen, doch die werden überhört oder ignoriert. Zunächst jedenfalls.
Ich muss sagen, mich wundert es nicht, dass die Warnsignale ausschließlich von Frauen als solche erkannt wurden. Die Blindheit der Ermittelnden auf diesem Auge empfand ich als erschreckend realistisch und beschämend zugleich. Die Spannungkurve nach der Tat entwickelte sich für mich dadurch langsamer als Odettes Perspektive: Die Polizei ruht sich bequem auf Vorurteilen aus und kommt nur langsam in die Gänge, während man Odettes Entwicklung ab dem Zeitpunkt der Einäscherung ihrer verstorbenen Mutter mitverfolgt, neugierig darauf, wie es zu diesem tödlichen Höhepunkt mit Amos kommen konnte; stets auf der Suche nach kleinen Hinweisen, die irgendwann die Grenzen der Subtilität überschreiten.
Kirsty Lockwood versteht es, geschickt Sympathien aufzubauen und zu verschieben, subtile Hinweise zu streuen und ein Phänomen zu beschreiben, welches umso verstörender wirkt, da es für Aussenstehende kaum zu erkennen ist. Auch emotional hat mich der Roman alles andere als kalt gelassen; mit fortschreitender Seitenzahl habe ich verstärkt mitgefiebert, Odette aus ihrer Situation retten zu können, sowohl vor als auch nach dem tödichen Ereignis.
Du möchtest einen Roman mit emotionaler Wucht? Eine Protagonistin mit aussergewöhnlicher Vorgeschichte? Die Wahrheit ist dir wichtiger als Täterschutz? Dann ist dieses Buch bestimmt das Richtige für dich.
Rezensionen von Piet1990:
Cowboy-Vibes mit viel Humor und Gefühl
The Brave and the Reckless von Dilan Dyer
„The Brave and the Reckless“ hat mich vor allem durch das Setting neugierig gemacht. Eine Romance in einem Western-Themenpark? Das klang erst mal ungewöhnlich, hat für mich aber richtig gut funktioniert. Bravetown wirkt beim Lesen wie eine eigene kleine Welt mit Shows, Kostümen, kleinen Details und ganz viel Cowboy-Atmosphäre.
Esra war mir schnell sympathisch. Sie ist selbstbewusst, manchmal etwas impulsiv, aber gerade dadurch auch sehr lebendig. Noah mochte ich nach und nach immer mehr, auch wenn ich nicht jede seiner Handlungen sofort verstanden habe. Die Dynamik zwischen den beiden hat mir gut gefallen: viele Sticheleien, Wortgefechte und dieses typische Enemies-to-Lovers-Knistern.
Der Schreibstil ist locker, humorvoll und sehr flüssig. Ich bin schnell durch die Seiten gekommen und hatte Spaß beim Lesen. Besonders die Dialoge haben für mich gut funktioniert. Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass mir der Spice gegen Ende stellenweise ein bisschen zu viel geworden ist
Fazit:
Ein unterhaltsames, witziges und romantisches Buch mit tollem Western-Setting und sympathischen Figuren. Nicht perfekt, aber ein schöner Wohlfühlroman für alle, die Cowboy-Vibes, Humor und eine ordentliche Portion Knistern mögen.











