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Rezensionen von Sternzauber:

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Zurück an der rauen norwegischen Küste

Hinaus in den Wind von Trude Teige

Ich mag das Cover von „Hinaus in den Wind“ sehr, denn die atmosphärische Darstellung am Meer mit einer, verträumt in die Weite schauenden Frau, bewegt etwas in mir und sie harmoniert sehr gut mit der Geschichte. Außerdem ist es mir immer wichtig, dass eine Fortsetzung auch optisch gut zu Band 1 passt und das ist hier wirklich ganz besonders gut gelungen.

Denn wenn man die beiden Bücher nebeneinander legt, ergeben sie zusammen ein Bild – toll!

Auch dieser zweite Teil der Geschichte dreht sich vor allem um Kristiane, die für sich und ihre Familie die Voraussetzungen für ein gutes Leben an der norwegischen Westküste geschaffen hat. Ihr Sohn Anders soll das Familienerbe weiter tragen und Schiffslotse werden, doch sein Herz schlägt für die Musik und er möchte dieser Leidenschaft folgen. Als es Kristiane zum Nachdenken in die Mulevika zieht, macht sie dort eine Entdeckung, die alles verändert und für viel Aufregung sorgt…

Ich liebe die Geschichten von Trude Teige und habe mich daher auch sehr auf diese Fortsetzung von „Der Gesang der See“ gefreut. Mir hat es auch wirklich viel Freude gemacht zu Kristina, ihrer Familie und ihrem Leben am und mit dem Meer zurückkehren zu können. Allerdings muss ich gestehen, dass mich diese Geschichte nicht ganz so sehr gefesselt hat, wie der erste Teil. Ich kann gar nicht so genau sagen, woran das liegt, aber irgendwie war die Handlung für mich nicht ganz so rund und nicht ganz so einnehmend. Dennoch mag ich die Geschichte sehr und hatte eine gute Lesezeit.

Vor allem hat es mir sehr gefallen wieder in diese Leben eintauchen und gefühlt genau dort weiter lesen zu können, wo ich bei Band 1 aufgehört hatte. Bei dieser Reihe denke ich auch, dass man sie unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen sollte, da man gewisse Handlungen und Geschehnisse in Band 2 sonst gar nicht verstehen kann. Ich mag Kristiane in ihrer mutigen, selbstbewussten und zupackenden Art sehr und auch, wenn ich in dieser Geschichte teilweise sehr mit ihren Entscheidungen gehadert habe, berührt mich ihr Wesen. Trude Teige versteht es meiner Meinung nach meisterlich interessante und individuelle Charaktere zu schaffen, die auf den Seiten lebendig werden.

Besonders begeistert haben mich aber vor allem erneut ihre Beschreibungen der Natur und der Kraft der Elemente. Mir macht es unglaublich viel Freude in diese Einzutauchen, denn ich habe beim Lesen das Gefühl, als könnte ich den starken Wind am Strand selber spüren, die rauen Felsen fühlen und das Salz des Meeres riechen – wirklich toll! Und die Verbundenheit der Menschen mit der umgebenden Natur fasziniert mich.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir ohnehin sehr, denn er ist flüssig und angenehm, bildhaft und auf seine ganz eigene Art irgendwie eindringlich. Ich habe das Buch in nur zwei Tagen gelesen, weil es mich an einen ganz anderen Ort mitgenommen hat und weil ich unbedingt erfahren wollte, wie es weiter geht. Denn es gibt einen sehr rätselhaften und spannenden Handlungsstrang, der sich nach und nach entfaltet.

Für mich ist „Hinaus in den Wind“ ein tolles Buch, das mir viel Freude gemacht hat, das jedoch ein klein wenig hinter Band 1 zurück bleibt, weshalb ich leider keine 5 sondern nur 4,5 Sterne vergeben kann. Nichtsdestotrotz möchte ich die Geschichte auf jeden Fall weiter empfehlen und allen LeserInnen ans Herz legen, die Band 1 bereits gelesen habe. Ich wünsche ganz viel Freude bei der Rückkehr in Kristianes Leben und nach Norwegen!

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Zurück an der rauen norwegischen Küste
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Intensiv, tiefgründig und wunderschön – für jung und alt!

Schascha und der Buchspazierer von Carsten Sebastian Henn

Das Cover von „Schascha und der Buchspazierer“ gefällt mir unglaublich gut und es spricht mich (und wohl auch alle anderen Bücherwürmer) sofort an. Die warmen Farben und die heimelige Szene erzeugen Gemütlichkeit und ein Wohlgefühl, was ich sehr schätze. Das Bild macht aber auch neugierig und es zeigt eine große Bücherliebe sowie Schascha und den Buchspazierer, die wir auf diese Weise bereits kennen lernen dürfen.

Im Inneren geht es mit den farbenfrohen, aber sehr stimmigen Bildern von Annelie Schulze weiter, die mal ganze Seiten bedecken, teilweise aber auch Akzente setzen und den Text wunderbar begleiten. Einzeln dargestellte Figuren neben dem Text strahlten für mich nicht die gleiche Wärme aus, wie umfangreichere Bilder, doch sie gefallen mir grundsätzlich alle und ich finde, dass sich im Ganzen eine wunderbar stimmige und harmonische Symbiose ergibt, die zur Geschichte passt.

Diese erzählt von der neunjährigen Schascha, die mit ihrem Papa zusammen lebt und Bücher überalles liebt. Von ihrem Fenster aus beobachtet sie den Buchhändler Carl Kollhoff, der jeden Abend bei ihr vorbei geht und Bücher austrägt. Das macht sie so neugierig, dass sie sich ihm anschließt und Teil seiner besonderen Mission wird. Doch das Buchspazieren ist viel spannender als gedacht und nicht nur Schascha muss beweisen, wie viel Mut, Herz und Tatkraft in ihr stecken.

Carsten Henn ist mit diesem Buch eine ganz besondere Geschichte gelungen, die aus seinem Roman „Der Buchspazierer“ für Erwachsene entspringt, die in dieser Form jedoch ihren ganz eigenen und besonderen Charme entwickelt. Ich kenne nun beide Geschichten und fand es einfach herrlich das Geschehen nun aus Schaschas Sicht erleben zu dürfen. Ja, das Buch ist für Kinder geschrieben, doch mir hat es auch unglaublich viel Freude gemacht und neue Perspektiven auf die bekannte Geschichte eröffnet. Und in dieser Version kommt Schaschas Persönlichkeit mit all ihrem Witz, ihrer Ernsthaftigkeit, ihrer Keckheit und ihrem Charme ganz besonders gut zur Geltung – ich habe sie noch mal ganz neu in mein Herz geschlossen!

Carsten Henn schreibt in flüssiger und angenehmer Art und Weise, die sich leicht lesen lässt, versüßt sprachaffinen LeserInnen die Geschichte jedoch zusätzlich mit teils wunderschönen Formulierungen. Tiefgreifende (Buch-)Weisheiten und herrlich spritzig-frische Dialoge runden das Lesevergnügen dabei für mich wunderbar ab und ich habe es wirklich sehr genossen.

Dabei ist Schaschas Geschichte bei Weitem keine Heile-Welt-Erzählung, sondern (jungen) LeserInnen wird hier eine ganze Menge an tiefgreifenden und auch belastenden Inhalten zugemutet. Trauer, Gewalt, Einsamkeit, Tod und Selbstmord werden hier thematisiert und verlangen feinfühligen Kindern je nach dem eine ganze Menge ab. Sie bieten aber auch wunderbare Sprechanlässe, Identifikations- und Verarbeitungsmöglichkeiten, die unglaublich wertvoll sein können. Ich begrüße es sehr, wenn Kinder in Büchern Themen auf altersangemessene Art und Weise „bearbeiten“ können, die ansonsten vielleicht sogar tabuisiert werden und so in sicherem Rahmen ihre eigenen Gefühle etc. dazu kennen lernen. Allerdings würde ich das vorliegende Buch nicht unbedingt wie angegeben für 9-jährige Kinder empfehlen, sondern es eher ein wenig älteren Kindern anbieten (je nach Entwicklungsstand). Außerdem empfehle ich auf jeden Fall eine Lesebegleitung durch Bezugspersonen, um die potenziell schwierigen und belastenden Themen gemeinsam besprechen und auch das pädagogische Potenzial der Geschichte voll ausschöpfen zu können.

Vor allem soll Lesen aber natürlich Spaß machen und mir hat Schaschas Geschichte eine wirklich ganz zauberhafte Lesezeit geschenkt! Ich konnte intensiv mitfühlen und es hat so große Freude gemacht die Entwicklung der Charaktere zu verfolgen. Ich war an einer Stelle nicht so glücklich mit der Botschaft der Szene, insgesamt hat dies mein Leseglück jedoch nicht stark beeinträchtigt und im Gespräch mit Kindern kann man diese sicherlich gut aufarbeiten. Ich empfehle „Schascha und der Buchspazierer“ von Herzen gerne, denn diese Geschichte vereint sehr viele wertvolle Botschaften, tolle Bilder, herzerwärmende Sprachfreude und reines Leseglück – von mir gibt es 5 Sterne und ich wünsche viel Freude beim Eintauchen in Schaschas Welt!

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Intensiv, tiefgründig und wunderschön – für jung und alt!
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Einblick in das Erleben mit Gehirnschädigung, aber auch eine spannende Geschichte

Weiterleben von Patrick Charnley

„Weiterleben“ von Patrick Charnley wird meiner Meinung nach von einem wunderschönen Cover geziert, das wohl den Handlungsort der Geschichte visualisiert. Ich liebe die starken und doch so natürlich wirkenden und gut zueinander passenden Farben und habe irgendwie das Gefühl, das Meer rauschen hören zu können.

Ein besonderes Highlight ist dabei der Titel, der zum einen metallisch schimmert, zum anderen aber auch haptische erlebbar eingeprägt wurde. Und solch wertige Detail, die ich sehr schätze, sind auch auf dem Buchrücken und dem hinteren Cover zu finden.

Die Geschichte erzählt von Jago, der auf Grund eines Herzstillstandes eine Gehirnschädigung davon getragen hat und nun mit den Folgen dieser leben muss. Denn nichts ist mehr wie zuvor, da sein Kopf einfach nicht mehr wie gewohnt funktioniert und er absolut im Moment leben muss um zurecht zu kommen. Auf dem Hof seines Onkels hat er einen Ort gefunden, wo genau dies möglich ist und wo er ohne Hektik, ohne Strom und mit wenig äußeren Reizen leben kann. Doch sein neuer Zufluchtsort wird von einem Nachbarn bedroht und Jago will ihn unbedingt aufhalten, um sein neues Leben und die wertvollen Menschen darin zu schützen.

Patrick Charnley, der Autor dieser außergewöhnlichen Geschichte, hat selber einen Herzstillstand überlebt und muss nun mit einer daraus resultierenden Gehirnschädigung leben. Vielleicht wirken die Beschreibungen von Jagos Situation, seinem Erleben und Fühlen für mich daher so echt, so intensiv und so nachvollziehbar nah. Dazu kommt, dass die Sprache der ansonsten fiktiven Geschichte eine ganz einfache ist und uns LeserInnen in kurzen Sätzen und einfachen Worten mit in das Geschehen nimmt, was die Schlichtheit unterstreicht und so hervorragend zu Jagos Möglichkeiten passt, dass es mich wirklich als Gesamtheit berührt hat.

Es ist eine leise und zarte Geschichte mit viel Tiefgang und manch existenzieller Frage, aber mit der Zeit gewinnt das Geschehen auch zunehmend an Dynamik und wird sogar richtig spannend. Ich hatte damit gar nicht gerechnet, habe es aber als stimmig und interessant erlebt. Auch die kurzen Kapitel waren für mich sehr angenehm zu lesen und das Eintauchen in eine so ganz andere Gedankenwelt und ein eingeschränktes Erleben fand ich sehr berührend und interessant. Ich habe dabei einiges über ein Leben mit Gehirnschädigung gelernt.

„Weiterleben“ möchte ich allen LeserInnen empfehlen, die die leisen Töne mögen, die aber auch eine gewisse Dynamik und Spannung schätzen und die sich auf einen Einblick in das Erleben mit Beeinträchtigung einlassen können – viel Freude beim Eintauchen in diese Geschichte!

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Einblick in das Erleben mit Gehirnschädigung, aber auch eine spannende Geschichte
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Ein ganz besonderes Buch!

Ms Atkins und die Bibliothek der Träume von Vanessa Göcking

Was für ein tolles, bereicherndes, berührendes und einfach wunderschönes Buch!

Ich liebe schon das Cover von „Ms Atkins und die Bibliothek der Träume“ von Vanessa Göcking, aber ehrlich gesagt, ist einfach das ganze Buch wunderschön gestaltet! Das Coverbild ist für mich ein wahres Kunstwerk und auch ohne Schutzumschlag macht der Einband eine richtig gute Figur.

Als zusätzliches Highlight erwarten uns LeserInnen dann auch im Inneren eine liebevolle Gestaltung der Anfangsbuchstaben eines jeden Kapitels, eine Art Exlibris zu Beginn und eine halbtransparente Bildseite im Mittelteil – wirklich toll!

Und die Geschichte steht der zauberhaften Optik in nichts nach! Sie erzählt von Amanda Eleonore Atkins, die ein sehr strukturiertes Leben mit vielen Regeln und Routinen führt, bis sie eines Tages beim wöchentlichen Besuch der Bibliothek in einen ganz besonderen Raum geführt wird. Dort begegnet sie dem mysteriösen Robert Joy, der widerspenstigen Xiao Mei Smith und lernt auch den Aushilfsbibliothekar Henry Brown besser kennen. Vor allem aber begegnet sie sich selbst und ihren Träumen…

„Ms Atkins und die Bibliothek der Träume“ hat mich zunächst vor allem gereizt, da ich Geschichten liebe, in denen Bücher eine wesentliche Rolle spielen. Doch dieses Buch hat mich mit so viel Tiefe, Substanz und einer einmaligen Geschichte überrascht, die mich absolut in ihren Bann gezogen, sehr berührt und begeistert hat. Das hatte ich nicht erwartet und bin umso dankbarer für diesen außergewöhnlichen Fund!

Vanessa Göcking erzählt die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven, was ich immer sehr schätze und weshalb ich sehr nah an den Charakteren sein durfte. So konnte ich sehr intensiv mitfühlen und an mancher Stelle haben mich die Emotionen der ProtagonistInnen wirklich regelrecht gefangen genommen. Erzählt wird gleichzeitig aber auch in sehr flüssiger und leicht lesbarer Art, so dass das Lesen sehr angenehm war und ich den Geschehnissen schnell folgen konnte. Die magischen Elemente sind für meinen Geschmack wunderbar stimmig in die reale Welt und ihre Mechanismen eingebaut und ergeben eine sehr reizvolle Umgebung, so dass es Spaß macht diese zu entdecken.

Die Geschichte regt absolut zum Nachdenken an und wirft viele Fragen auf, ist tiefgründig und mutet uns LeserInnen durchaus belastende Themen zu, sie versprüht aber auch unglaublich viel Wärme, Hoffnung, ein Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt und die Liebe zu Büchern. Viel mehr möchte ich eigentlich gar nicht verraten, denn diese Geschichte ist für mich wirklich etwas ganz Besonderes und ich möchte niemandem die Freude nehmen sie selber zu entdecken. Von mir gibt es jedenfalls eine riesengroße Leseempfehlung und ich wünsche ganz viel Freude beim eintauchen in diese zauberhafte Buchwelt!

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Ein ganz besonderes Buch!
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Beeindruckende Natur und eine intensive Suche

Der Einsiedlersommer von Anne Sverdrup-Thygeson

Ich mag eigentlich eher gedecktere Farben und hätte mir am liebsten eine realistisch-natürliche Farbgestaltung für dieses Cover gewünscht, doch erstaunlicherweise gefällt es mir auch in der gewählten Form ziemlich gut. Besonders toll finde ich, dass sowohl Titel als auch Käfer haptisch spürbar sind und im Gegensatz zu dem restlichen Bild glänzen, wodurch der Käfer fast dreidimensional erscheint.

Und auch, wenn der Schutzumschlag entfernt wird, ist dieses Buch wunderschön gestaltet, denn es wartet mit Baumrindenmaserung und einem weiteren Käfer auf.

Die Geschichte erzählt von der 33jährigen Eva, die nach einem schweren Verlust aus Oslo in ein kleines Dorf im norwegischen Vestfold flieht, wo sie den Auftrag angenommen hat, einen gefährdeten Käfer aufzuspüren und eine Bestandsaufnahme der Wälder durchzuführen. Dabei trifft sie auf ihre 76jährige Nachbarin Olga, die als Einsiedlerin ganz alleine lebt und exzentrisch wirkt. Auf ihrem Grundstück soll ein Steinbruch entstehen, den Olga um jeden Preis verhindern will. So unterschiedlich die Beiden zu Beginn auch erscheinen, so nähern sie sich mit der Zeit doch immer mehr an, werden Freundinnen und müssen beide entscheiden, was im Leben ihnen wirklich wichtig ist und was bewahrt werden muss.

„Der Einsiedlersommer“ ist der erste Roman der Autorin, die auch Professorin für Naturschutzbiologie ist und die Liebe zur Natur steckt wirklich in jedem Satz. Für mich sind die Beschreibungen der Natur absolut das größte Highlight dieses Romans, denn es gelingt Anne Sverdrup-Thygeson unglaublich gut, den Wald und die Zusammenhänge der Natur in ihren Worten spürbar und erlebbar zu machen. Ich hatte oft das Gefühl die Blätter der alten Eichen rauschen und das Licht durch die Zweige brechen zu sehen, den feucht-moosigen Duft des Waldes in der Nase zu haben und die Wärme der Sonne auf der Haut zu spüren – einfach toll! Und dazu kommt, dass die Erhaltung der Natur und der Schutz dieser auch inhaltlich eine wesentliche Rolle im Roman spielen. Auf Grund ihres Fachwissens ist die Autorin natürlich prädestiniert dafür, diese Inhalte kompetent zu vermitteln, es gelingt ihr aber nicht nur sachlich, sondern auch emotional und sogar unterhaltsam, so dass ich beim Lesen nicht das Gefühl hatte belehrt zu werden, sondern quasi nebenbei viel wissenswertes und wertvolles Erfahren konnte. Das ist für mich eine sehr gelungene Mischung!

Eva ist für mich eine etwas zwiespältig besetzte Hauptfigur. Auf der einen Seite habe ich sie schnell ins Herz geschlossen, mit ihr gelitten und sie für ihren Einsatz bewundert. Auf der anderen Seite hätte ich sie teilweise schütteln wollen und fand ihr Verhalten immer wieder arg grenzüberschreitend und unmöglich. Für mich war es irgendwie schade, dass ich dadurch nicht so hinter ihr stehen konnte, wie ich es gerne getan hätte, doch es hat mir sehr gefallen, dass die Autorin ihre Art konsequent darstellt, was mich dann wiederum mit ihrem Charakter versöhnt hat, weil es sich für mich stimmig anfühlte. Auch Olga, als zweite Hauptprotagonistin hat einen sehr eigenwilligen und individuellen Charakter und ich mag das sehr, zumal im Laufe der Geschichte zunehmend verständlich wird, warum sie sich in ihrer Weise verhält.

Wir LeserInnen erleben das Geschehen aus den Perspektiven dieser beiden Figuren und das gefällt mir sehr, denn es lässt mich nah heran an ihre Persönlichkeiten und ich konnte gut mit ihnen fühlen. Es gibt aber auch weitere wichtige Charaktere in dieser Geschichte, eine interessante Suche nach dem Eremiten-Käfer und eine Vielzahl an zusätzlich eigebauten Themen, die alle ihren Platz finden. „Der Einsiedlersommer“ ist eine enorm vielschichtige Geschichte, die uns einen Sommer lang in ein sehr ursprüngliches Leben inmitten der Natur entführt und dort ein Kaleidoskop an menschlichen Emotionen, Tragödien und Bedürfnissen entfaltet. Auf der einen Seite ist das manchmal schon sehr viel Input, auf der anderen Seite hat es mir aber auch Freude gemacht in all diese Themen hinein schnuppern zu dürfen.

Mit dem Ende dieses Buches war ich persönlich ehrlich gesagt leider nicht so glücklich, da es mich etwas unbefriedigt zurückgelassen hat, muss aber gestehen, dass es objektiv betrachtet gut zur Handlung passt und für die meisten LeserInnen wohl stimmig sein wird. Da die Handlung für mich an mancher Stelle zudem noch etwas „runder“ hätte sein dürfen, vergebe für ein sehr bereicherndes Leseerlebnis 4,5 Sterne und empfehle diese Geschichte vor allem für alle NaturfreundInnen – viel Freude beim Lesen!

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Beeindruckende Natur und eine intensive Suche
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Einfach Hmmmmmmm und wunderschön!

Frühstücksliebe von Sofia Kostner; Birgit Mair am Tinkhof

Ich finde das Cover von „Frühstücksliebe“ von Birgit Mair am Tinkhof und Sofia Kostner wunderschön! Durch die natürlichen Farben und den strukturierten Einband wirkt es sehr wertig und die Gestaltung mit der sehr liebevoll hergerichteten Bowl macht sofort Lust auf ein leckeres Frühstück! Auch die Gestaltung mit Titel und Autorinnennamen ist für mich hervorragend gelungen.

Im Inneren gelingt die Gestaltung genau so unaufgeregt, aber ausgesprochen liebevoll, wie auf dem Cover. Die Farben in der Gestaltung bewegen sich zu einem großen Teil im erdig-warmen Bereich zwischen abgetöntem Weiß und Braun, was ich unglaublich edel und wunderschön finde. Dazu kommen dann die anregenden Farben der Speisen und es ergibt sich ein wirklich schönes und anregendes, appetitliches und augenschmeichelndes Gesamtkonzept. Besonders erwähnen möchte ich außerdem kleine runde Button, die zusätzliche Infos zu Inhaltsstoffen, Lagerung oder ähnlichem geben und die der Gestaltung noch einen weiteren Pfiff verleihen. Und auch die Fotos der Speisen sind wirklich wunderschön und machen Lust auf die Gerichte. Mir gefällt dieses Buch rein optisch wirklich unglaublich gut!

Aber ich bin auch vom Inhalt schwer begeistert! In 70 Rezepten präsentieren uns die Autorinnen sehr verlockende Frühstücksideen und zwar so, dass ich von einigem wirklich überrascht war und es mein Repertoire der Morgenmahlzeit stark erweitert hat. Das Spektrum reicht von süß bis herzhaft, von fest bis flüssig und von alltagstauglich bis besonders. In 9 Kapiteln stellen sie uns Rezepte für Granola, Porridge, Müslis & Overnights, Pancakes, Waffeln, Muffins & Co, Frühstücksriegel & Co, Brot, Eiergerichte, Aufstriche & Basics und Drinks vor. Innerhalb dieser Kategorien gibt es viel Auswahl, so dass sicherlich für jede Leserin und jeden Leser etwas dabei ist und an Hand des übersichtlichen Inhaltsverzeichnisses lässt sich auch alles schnell finden. Ich habe bisher Nuss-Granola, Walnuss-Birnen-Porridge, Frühstücksriegel, Zucchini-Rührei und herzhafte Knusperstangen getestet und es hat nicht nur alles super in der Herstellung geklappt, sondern es hat uns auch richtig gut geschmeckt! Ich werde auf jeden Fall noch viele weitere Rezepte ausprobieren und freue mich sehr darauf!

Auf jeden Fall erwähnen möchte ich noch, dass ich mich schon durch das herzliche Vorwort bzw. die Begrüßung der Autorinnen im Buch sehr wohl gefühlt habe und auch das erste Kapitel mit der Überschrift „Unsere Frühstücksphilosophie“ sehr lesenswert fand. So verzichten Birgit Mair am Tinkhof und Sofia Kostner in ihren Rezepten aus Überzeugung auf raffinierten Zucker und auf glutenhaltiges Getreide und geben wertvolle Tipps zum Beispiel zu Vorbereitungen, Frühstücksplanung und Nachhaltigkeit.

Für mich ist „Frühstücksliebe“ ein sehr gelungenes Kochbuch, das viele Anregungen, tolle neue Rezepte und Tipps mit einer wunderschönen Gestaltung verbindet und daher einfach Freude macht. Ich möchte es aus vollem Herzen empfehlen und wünsche allen LeserInnen viel Spaß und guten Appetit!

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Eine spannende Geschichte aus der Welt der Feen

Emma glaubt nicht an Feen von Cornelia Funke

Das Cover von „Emma glaubt nicht an Feen“ hat uns sofort neugierig gemacht und uns in eine spannende Welt entführt. Mich hat es begeistert, wie sehr die Kinder sofort begonnen haben zu rätseln, warum es so dicke Dornenranken gibt, was das Mädchen mit Stift und Papier macht und wer die blau-lila Gestalten sind – das ist doch ein perfekter Einstieg für eine Geschichte!

Diese erzählt von Emma, die es liebt draußen zu sein und die Natur um sie herum zu erforschen.

Neben ihrem Garten gibt es einen verwilderten Park, der ihr viele Forschermöglichkeiten bietet und eines Tages entdeckt sie ein sehr ungewöhnliches Insekt, dem sie bis tief in ein Brombeerdickicht folgt. Doch dann ist plötzlich alles anders: das Regenwetter hat sich in Sonnenschein verwandelt, aus dem Gestrüpp ist eine Lichtung mit Blumenwiese geworden und Emma selber ist plötzlich winzig klein. Was ist nur geschehen und wer sind die seltsamen und wütend dreinblickenden Wesen, die über ihr fliegen?

Wir lieben die Erzählweise von Cornelia Funke sehr, haben uns wahnsinnig auf dieses neue Buch gefreut und uns bereitwillig in diese unbekannte Welt entführen lassen. Wieder ist es der Autorin wunderbar gelungen, eine Geschichte zu erschaffen, die in sich so stimmig ist, dass wir wirklich ganz eintauchen und uns für die Zeit der Handlung in dieser neuen Welt einrichten konnten. Emma mochten wir von Anfang an sehr und es war so spannend herauszufinden, dass Feen in diesem Buch so ganz anders sind, als wir sie uns bisher vorgestellt hatten! Mehr verraten wir an dieser Stelle aber nicht, denn es ist einfach zu schön, sich die Einzelheiten selber zu erlesen!

Der Text liest sich sehr leicht und flüssig und ist unserer Meinung nach auch gut geeignet für das angegebene Alter (ab 7 Jahren), wenn er vorgelesen wird. Aber auch meine Nichte mit fast 10 Jahren hatte wirklich Freude an der Geschichte und ich als Erwachsene ebenfalls. Sie ist interessant und spannend, aber nicht zu gruselig und ich mochte es sehr, dass die Autorin für die Achtsamkeit gegenüber der Natur und für Natur- und Umweltschutz plädiert. Mit ihrer Geschichte schafft sie das ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit Empathie und Freude, was meiner Meinung nach immer der bessere Weg ist!

Bei den Bildern von Elias Linnekuhl sind wir uns nicht so ganz einig. Meine Nichte und mein Neffe fanden sie ganz toll, während ich sie auch mag, sie mir allerdings teilweise etwas zu eindimensional oder „glatt“ waren und ich mir mehr Ausdruck in der Mimik der Figuren gewünscht hätte. Da ich aber überstimmt wurde, können wir diesem Buch uneingeschränkte 5 Sterne schenken, denn wir hatten eine wundervolle Lesezeit an einem verregneten Wochenende!

Ein weiteres Highlight war für mich, dass die Geschichte zu Gesprächen anregte, die Kinder plötzlich vermehrt Fragen zu bestimmten Pflanzen hatten, wir recherchieren mussten und mein Neffe auch sehr aufmerksam im Garten unterwegs war, um mal nachzuschauen, ob nicht vielleicht doch auch bei uns Feen aus den Blüten purzeln könnten, woraus tolle Spiele entstanden sind. Und wenn wir es richtig verstehen, dann wird es wohl auch weitere Geschichten von Emma und der Welt der Feen geben, worauf wir uns bereits jetzt sehr freuen! Wir empfehlen diese Geschichte von Herzen und wünschen euch ganz viel Freude beim Kennenlernen!

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Das Meer und die Suche nach Freiheit

Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin

Ich liebe das Cover von „Die Bernsteinfischerin“! Denn die natürliche Szene am Meer mit sonnenlichhtgefärbten Wolken, sprudelnden Wellen und den Vögeln ist einfach wunderschön und sie löst bei mir große Sehnsucht nach der Weite es Meeres aus. Die rundum laufende Gestaltung des Schutzumschlages passt zudem wunderbar zum Inhalt der Geschichte und auch ohne Umschlag gefällt mir das Buch in seiner minimalistischen, aber hübschen Gestaltung sehr.

Die Geschichte erzählt von Julika, die als Bernsteinforscherin das Leben von vor sehr langer Zeit unter die Lupe nimmt. Doch außerhalb dessen, befindet sie sich in einem bewegungslosen Schwebezustand und hat ihr Leben auf Eis gelegt, da sie sich ausschließlich um ihre kranke Mutter kümmert. Eines Tages jedoch entdeckt sie eine sensationelle Inkluse in einem Bernstein, der sie an die Ostsee und zu einer ganz besonderen Frau führt. Kann diese Veränderung, kann die Begegnung mit Ebba dazu führen, dass Julika sich auf die Suche nach ihrem eigenen Weg macht?

Lisa Quentin erzählt ihre Geschichte, die für mich die erste aus ihrer Feder ist, aus zwei verschiedenen Perspektiven und das gefällt mir sehr. Auf diese Weise konnte ich nämlich sowohl Julikas als auch Ebbas Geschichte hautnah verfolgen und ganz intensiv eintauchen. Für meinen Geschmack ist es der Autorin dabei hervorragend gelungen, mich mitfühlen zu lassen und ich konnte die Beweggründe und Gefühle der ProtagonistInnen immer sehr gut nachvollzeihen. Mich hat dabei vor allem die Suche nach innerer Freiheit sehr in ihren Bann gezogen und beschäftigt. Und auch, wenn weder Ebba noch Julika auf den ersten Blick die größten Sympathieträgerinnen sind und sich sehr von der Welt abkapseln, haben sie mein Herz beide schnell erobert und mich mit in ihre Geschichte genommen. Es hat mir Freude gemacht diese beiden straken Frauen kennen zu lernen und ihre Entwicklung begleiten zu dürfen.

Der Text lässt sich wunderbar leicht und angenehm flüssig lesen und ist durch die Überschriften mit dem Namen der Erzählerin sowie Angaben zu Ort du Zeit sehr gut strukturiert. Bereits das Cover hat bei mir für „Meer(fern)weh“ gesorgt, doch die Geschichte hat noch mehr Sehnsucht ausgelöst. Ich hatte wirklich oft das Gefühl das Meer rauschen, den Wind tosen und das Salz riechen zu können…wundervoll!

Und auch die Themen der Handlung sind für meinen Geschmack wunderbar miteinander verwoben. So gibt es viele tiefgründige Inhalte, die authentisch dargestellt sind, die Unterhaltung kommt beim Lesen aber auch keineswegs zu kurz. Mich hat „Die Bernsteinfischerin“ wirklich beeindruckt und mir eine wundervolle Lesezeit geschenkt, weshalb ich dieses Buch von Herzen gerne weiterempfehlen möchte – viel Freude beim Lesen!

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Keine großen Antworten, aber wichtige Fragen

Frieda von Geraldine Oetken

Das Cover von „Frieda“ gefällt mir sehr, denn in seiner Schlichtheit und Zurückhaltung hat es etwas sehr edles und gleichzeitig geheimnisvolles. Das Bild mit dem kleinen Ausschnitt des Fensters passt für mich symbolisch zudem wunderbar zum Inhalt dieses Buches und auch die Farben sind für meinen Geschmack stimmig gewählt.

„Die Suche nach meiner vergessenen Urgroßtante“, lautet der Untertitel des Buches und dieser Beschreibt den Inhalt sehr gut. Denn die Autorin begibt sich auf die Suche nach ihrer Urgroßtante, nachdem sie erst als Erwachsene von ihr und ihrem Schicksal erfährt. Frieda war beeinträchtigt und ist 1941 in einer Anstalt für Menschen mit Behinderung verstorben. Doch wer war diese Frau? Was ist ihr geschehen? Und wie passt ihre Geschichte in die der Familie sowie in die Gesellschaft?

Geraldine Oetken erzählt in ihrem Buch von ihrer Suche, aber auch von ihren Fragen, von ihren Gefühlen und von ihrer Recherche. Wer als LeserIn eine lückenlose Auflösung oder bahnbrechende Erkenntnisse erwartet, der wird in diesem Buch wenig fündig, doch alle Interessierten, die sich auf die sehr persönliche und intensive Spurensuche der Autorin einlassen können, werden eine Lektüre erleben, die unter die Haut geht. Mich hat es sehr beeindruckt und berührt, wie offen, wie schonungslos und wie nachdrücklich sich Geraldine Oetken ihrer Tante und der Familiengeschichte widmet. Dabei lässt sie niemanden „ungeschoren“ davon kommen und schaut auch bei sich selber ganz genau hin. Ihre Erzählweise an sich sorgt zudem für noch mehr Intensität, da sie ihre Urgroßtante immer wieder gezielt anspricht und ich als Leserin oft das Gefühl hatte, einem sehr intimen Zwiegespräch lauschen zu dürfen.

Es ist ein sehr feinsinniges, leises Buch, das Emotionen und Leerstellen präsentiert, das aber auch Verbindungen zu allgemeinen Geschehnissen dieser Zeit schlägt und Informationen zum Umgang mit beeinträchtigten und psychisch kranken Menschen zu Zeit des Nationalsozialismus gibt. Dies ist ein Thema, das selten Gehör findet, weshalb ich es sehr wichtig und gut finde, dass es hier Aufmerksamkeit erhält und viele Dinge waren mir in diesem Maße überhaupt nicht bewusst, weshalb das Buch bei mir auch für Erkenntnisgewinn gesorgt hat. Sehr gut gefallen hat mir zudem, dass es Bilder von Frieda gibt.

„Frieda“ ist für mich kein Buch, das große Antworten gibt, sondern eher einen Rahmen schafft, um nachzuspüren, hinzufühlen und das zum Nachdenken anregt. Es rüttelt wach und zeigt ganz deutlich, wie unmenschlich wir Menschen teilweise miteinander umgehen. Für mich schreit es zudem ganz laut „Achtung!“ und „Nie wieder!“ – nie wieder darf es ein solch unmenschliches System geben! Ich möchte dieses Buch allen LeserInnen empfehlen, die sich dieser persönlichen Aufarbeitung und Spurensuche widmen möchten und wünsche eine anregende Lesezeit!

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Ein intensiver Blick in die Zerrissenheit einer jungen Frau in der DDR

Falls jemand fragt, wer wir waren von Eva Kranenburg

Ich mag das Cover von „Falls jemand fragt, wer wir waren“ von Eva Kranenburg wirklich gerne, denn die beiden Farben des Titels und der Linie symbolisieren die Zerrissenheit der Hauptperson für mich sehr anschaulich und auch das Bild der jungen Frau passt sehr gut zum Inhalt.

Die Geschichte erzählt von der jungen Tilla, deren Freundin Rena eines Tages plötzlich verschwindet.

Sofort macht sie sich auf die Suche nach ihr, muss jedoch schnell feststellen, dass nichts von dem, was sie über ihre Freundin zu wissen glaubte, stimmt. Dies verunsichert Tilla stark und zunehmend kommen auch all die anderen Fragen und Unstimmigkeiten in ihrem Leben, sowie in der sie umgebenden DDR zu Tage. Der Volksaufstand des 17. Juni führt letztlich zum großen Knall und Tilla muss sich entscheiden, wie sie fühlen, leben und denken will, woran sie glaubt und wie weit sie bereit ist zu gehen, um sich der Wahrheit zu nähern…

Mich hat dieses Buch sehr überrascht und in seiner Intensität richtig begeistert, Ich muss gestehen, dass ich mich mit der Historie der DDR nicht besonders gut auskenne, mich hat diese Geschichte jedoch sehr gereizt, da ich die Handlung an Hand des Klappentextes interessant fand – und ich bin absolut nicht enttäuscht worden! Eva Kranenburg erzählt eine sehr intensive, dichte und fesselnde Geschichte einer jungen Frau, die voller Überzeugung den sozialistischen Gedanken lebt und für ihre Regierung einsteht, bis immer mehr Ungereimtheiten und offensichtliche Fehler zu Unsicherheit und Glaubensverlust führen. Für mein Empfinden ist es der Autorin besonders gut gelungen, diesen inneren Zwiespalt, das Hin und Her, das Hoffen und Zweifeln und die zermürbende Unsicherheit in Worte zu fassen, so dass ich intensiv mitfühlen und mit durch die Geschichte gehen konnte. Das hat mich sehr begeistert!

Doch dies ist nicht das einzige Thema, das einen Platz in diesem Roman gefunden hat. Freundschaft und verschiedene Formen der Liebe spielen ebenso eine wesentliche Rolle, wie die alltäglichen Erlebnisse im Schul- und Arbeitsleben damals, sowie die Auswirkungen der Naziherrschaft auf die Männer dieser Generation, psychische und physische Gewalt, aber auch Zukunftshoffnungen, Zusammenhalt und viele andere. Die Geschichte bildet ein sehr lebendiges Bild eines Lebens damals ab und auch, wenn ich das inhaltlich leider nicht wirklich beurteilen kann, so wirkt das Geschehen auf mich sehr authentisch und echt. Sehr gut gefallen hat mir in dieser Hinsicht auch, dass Eva Kranenburg am Ende den historischen Kontext deutlich macht und ich als Leserin somit genau erfahren durfte, welche Inhalte der Geschichte fiktiv und welche historisch belegt sind. Das rundet die Lektüre für mich perfekt ab.

Der Text an sich ist zudem sehr angenehm und flüssig lesbar und es gefällt mir gut, dass den verschiedenen Teilen passende Zitate voran gestellt werden. Auch der Aufbau der Geschichte ist meiner Meinung nach hervorragend gelungen, denn es bleibt immer spannend und interessant, es gibt mehrere unerwartete Wendungen und es hat mir große Freude bereitet Tilla in ihrer Entwicklung begleiten zu dürfen.

Mich hat dieses Buch im besten Sinne überrumpelt und beeindruckt, zum Nachdenken gebracht und intensiv in mir nachgewirkt. Ich fand es fesselnd, sehr interessant und ich durfte mitfühlen, weshalb ich es sehr gerne all jenen LeserInnen empfehlen möchte, die sich auf eine Geschichte im historischen Umfeld und Kontext einlassen und die intensiv eintauchen möchten – viel Freude beim Lesen!

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