Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Vicky:
Liebe, Respekt und Verständnis
The Trouble With Runaway Brides von Piper Rayne
Lake Starlight is calling again! Ich kann es noch immer nicht fassen, dass uns das Autoren-Duo Piper Rayne in einer neuen Reihe nach Lake Starlight entführt. Fans des Duos kennen bereits die anderen beiden Reihen: Baileys sowie die Green Family. Es ist allerdings nicht zwingend notwendig diese zu kennen.
Der dritte Band der Lake Starlight Reihe kann unabhängig von den Vorreihen gelesen werden. Auch wenn ich euch die jeweiligen Familien Reihen wärmstens empfehlen kann!
Das Cover passt ausgezeichnet, ich konnte es sofort der Reihe zuordnen. Meinen Blick hat es sofort auf sich gezogen und mir gesagt: das muss ich lesen, das ist bestimmt ein Piper Rayne Buch.
Noch immer leicht skeptisch, ob ich denn nun über die Kinder meiner 'Lieblinge' aus den ursprünglichen Reihen lesen kann, habe ich mich dennoch an diese Reihe herangetraut. Und was soll ich sagen? Ich bereue es nicht! Piper Rayne begeistert mich auch mit der neuen Generation vollauf.
In diesem Band dürften wir die Geschichte von Kenzie und Lance erfahren. Diese war sehr unterhaltsam, aber auch emotional fordernd. Sie hat mir sehr gefallen. Und fast noch mehr hat es mir gefallen, auf 'alte' Bekannte zu treffen. Ich reise immer sehr gerne nach Lake Starlight, so auch dieses Mal wo wir Lance Eltern wieder begegnen durften.
Fazit: Eine richtig schöne Wohlfühl-Reihe. Ich liebe die Figuren (alte wie neue) und ich liebe die wunderbaren Ortschaften, die Piper Rayne für diese Reihe in Alaska angesiedelt hat. Der Ausblick lässt mich das nächste Buch herbeisehnen.
Abschließen möchte ich mit einem Zitat aus dem Buch: Es war surreal, bis uns die Realität des Lebens wie einen Vorschlaghammer traf.
Rezensionen von Vicky:
Aus dem Drachenhort
Dragons in Secret - Jadeblut von Andreas Suchanek
Jadeblut ist der Auftakt zur 'Dragons in Secret'-Reihe, der neuen Fantasy Serie aus der Feder von Andreas Suchanek. Hach, was habe ich mich gefreut, dass der Autor eine neue Fantasy Reihe hat. Bei den Drachen war ich erhlich gesagt etwas skeptisch, wurde allerdings überrascht und zwar sehr positiv. Ich kann bereits jetzt sagen, ich bin süchtig nach dieser Reihe, habe sogar die kurze Vorgeschichte dazu gelesen.
Mir haben des die Drachen definitiv sehr angetan.
Das Cover ist mir sofort ins Auge gestochen und bei jedem Betrachten habe ich mich etwas mehr verliebt. Das Buch Selbst umfasst vierunddreißig Kapitel und einen Epilog. Äußerst hilfreich fand ich das Glossar zu Orten und Personen (da solltet ihr vor Beginn des Buches unbedingt einen Abstecher hin machen).
Fazit: Das erste Abenteuer von Ashley, Caleb, Jacob und Grayson war genial. Ich will mehr und zwar sofort! Was für ein Auftakt - das wird bestimmt eine super tolle neue Reihe. Die Drachenpupertät mit den Heißhunger auf Pistazien ist genial und der Humor der Geschichte gefällt mir gut. Wenn ich könnte würde ich mehr als 5 Sterne vergeben! Ich freue mich auf den nächsten Teil.
Rezensionen von Vicky:
Häuser haben Charakter
Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder? von Arno Strobel
Welcome Home ist ein Psychothriller des bekannten Autors Arno Strobel. Als ich es sah war klar: das muss ich unbedingt auch wieder lesen. Ich liebe die Bücher des Autors und mit ihm kann man definitiv nichts falsch machen, so auch hier.
Unter 'Über dieses Buch' kann man sich bereits einen kurzen Vorgeschmack auf die Geschichte holen.
Ehrlich gesagt, habe ich mich beim Lesen gefragt: verrät es nicht bereits zu viel? Aber ich kann euch beruhigen, das ist definitiv nicht der Fall.
Fazit: Wow, was für ein Buch. Mich hat das Lesefieber richtig gepackt und ich musste die Geschichte so schnell es geht bis zum Ende lesen. Ich konnte das Buch absolut nicht aus der Hand geben und musste unbedingt wissen, wie es ausgeht. Zwischendurch war ich zu Hause selbst des Öfteren etwas paranoid. Ich habe bereits sehr viele Bücher des Autors gelesen aber hier hat er sich selbst übertroffen. Das ist definitiv eines seiner besten Bücher, wenn nicht sogar das Beste!
Rezensionen von Lena:
Süße Rache zwischen Glamour und Schickeria
Hustle von Julia Bähr
In Hustle geht es um eine junge Frau, die sich nach einer bitteren Enttäuschung nicht in Selbstmitleid verliert, sondern einen cleveren Plan ausheckt. Sie will sich nicht nur zurückholen, was ihr zusteht, sondern auch denjenigen eine Lektion erteilen, die sie ausgenutzt oder unterschätzt haben. Dabei führt uns die Autorin mitten hinein in die Münchner Schickeria – zwischen Glamour, Oberflächlichkeit und versteckten Abgründen.
Das Buch hat mich wirklich umgehauen. Der Schreibstil ist kurz, prägnant und unglaublich mitreißend – ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Vor allem die Rache-Momente waren herrlich süß: Sie haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht, und ab und zu musste ich sogar laut lachen. Julia Bähr hat es geschafft, die Atmosphäre Münchens so lebendig einzufangen, dass ich die Schickeria förmlich vor mir gesehen habe. Trotz des leichten, humorvollen Tons steckt aber auch viel Tiefe zwischen den Zeilen. Hustle zeigt, wie wichtig es ist, sich selbst treu zu bleiben, und wie befreiend es sein kann, die eigene Stärke zurückzuerobern.
Für mich ist dieses Buch eine perfekte Mischung aus Witz, Schärfe und Tiefgang – absolut empfehlenswert!
Rezensionen von Lori:
Wo das wahre Glück liegt.
Lucky on the Field von Maya Paeto
Sarah hat sich als Influencerin selbstständig gemacht und betreibt einen Fitnesskanal. Aber sie hat es nicht leicht, da sie mehr Bekanntheit erlangen muss und mehr Follower braucht. Auf Drängen ihrer Agentin versucht sie neue Kontakte zu knüpfen.
Das geht allerdings voll in die Hose, als sie auf die Spieler der New York Sailors, speziell auf Quarterback Rick, trifft.
Daraus entwickelt sich eine turbulente, emotionale und amüsante Geschichte.
Auch wenn ich keine Ahnung von Footballregeln habe und nur weiß, wo der Ball letztendlich hin muss, lese ich gerne Football-Sport-Romance.
Diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie war recht unterhaltsam und nicht so oberflächlich, wie einige andere dieses Genres.
Die Charaktere waren sympathisch, glaubwürdig und authentisch. Vor allem die Nebencharaktere, die hoffentlich in weiteren Bänden eine größere Rolle spielen werden. Es hat Spaß gemacht sie alle kennenzulernen und ihnen zu folgen.
Die Themen Football und Influencer wurden gut eingearbeitet und waren informativ.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!
Rezensionen von Cellissima:
Das beste Kinderbuch des Jahres!
Mika Mysteries - Der Ruf des Nachtraben von Johan Rundberg
Stockholm im bitterkalten Winter 1880: Die zwöljährige Mika lebt im Waisenhaus. Dort wird eines Nachts ein Neugeborenes abgegeben - und eine Person getötet. Die Polizei tappt im Dunkeln. Doch Mika, eine gute Beobachterin mit scharfer Kombinationsgabe ist davon überzeugt, dass ein Zusammenhang besteht.
Und so bittet Valdemar Hoff, der zuständige Komissar, Mika darum, ihm bei den Ermittlungen zu helfen.
Der Fall muss so schnell wie möglich aufgeklärt werden, denn das letzte Opfer sagte noch, dass der Nachtrabe ihn geholt habe. Und auch die Tatumstände und die Verletzungen des Opfers sprechen dafür. - Sollte der Serienmörder, der doch hingerichtet werden sollte, tatsächlich noch leben und zurückgekehrt sein? Und wenn ja, wie ist das möglich?
******
Das wunderschöne Cover fiel uns sofort auf, und der Klappentext klang extrem spannend und gut. Wirklich gute historische Krimis für Kinder sind selten, noch dazu spielt dieser in Schweden, so dass auch diese Kulisse eine willkommene Abwechslung bot.
Rundbergs Schreibstil gefiel uns auf Anhieb - seine Sprache hebt sich deutlich von der anderer Autoren hervor, ohne die Kinder dabei zu überfordern, macht einfach Freude beim Lesen. Die Geschichte ist herrlich atmosphärisch. Noch dazu ist sie extrem spannend.
Man fühlt sich sofort ins Stockholm dieser Zeit und in diesen Winter versetzt, hat das Gefühl, Mika auf Schritt und Tritt zu begleiten, diese Geschichte wirklich mitzuerleben.
Der Fall ist hervorragend aufgebaut, auch die Figuren sind großartig.
Rundberg ist völlig zu Recht mehrfach preisgekrönt - "Mika Mysteries" ist eindeutig das beste Kinder-/Jugendbuch, das wir dieses Jahr bzw. generell seit langer Zeit gelesen haben, und es wird nur sehr schwer bis gar nicht zu übertreffen sein.
Mika ist eine geniale Ermittlerin und auch sonst ein in jeder Hinsicht tolles Mädchen.
Es ist ein Buch, das man wirklich nur empfehlen kann! Wir freuen uns sehr darüber, dass es sich um einen Reihenauftakt handelt. Wir haben Mika ins Herz geschlossen und sind große Fans dieser Reihe geworden und freuen uns schon sehr auf die weiteren Bände.
Es ist keinesfalls ein reines Kinder- und Jugendbuch - auch ältere Teenager und Erwachsene werden ihre Freude daran haben. Auch mir als erwachsener Frau gefiel "Mika Mysteries" außerordentlich gut. Ich hatte nie das Gefühl, nicht mehr zur Zielgruppe zu gehören, sondern konnte das Buch im Gegenteil nicht mehr aus der Hand legen, weil ich es so genossen habe und es so fesselnd und spannend war. Es ist wirklich ein Buch, das man in fast jedem Alter lesen kann.
Das bringt mich zum einzigen kleinen Kritikpunkt: Das Buch wird ab zehn Jahren empfohlen. Natürlich ist das eine sehr individuelle Sache - aber ich finde das (deutlich) zu früh. Ich würde das Buch keinem Kind in dem Alter, das ich kenne, geben, und würde es in dem Alter vermutlich auch nicht vorlesen, da die Geschichte extrem düster und gruselig ist. Selbst ich als Erwachsene empfand das so. Im Zweifelsfall selbst reinlesen, entscheiden und dann warten, bis die Kinder das passende Alter erreicht haben. Denn dann ist dieser erste Band gerade auch durch seine düstere und gruselige Grundstimmung so gut!
Ansonsten wie gesagt eine uneingeschränkte Empfehlung für dieses hervorragende Buch!
Rezensionen von Tyrolia-Testleser:
Testleserin VALENTINA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (11 Jahre, Innsbruck)
Die fieseste Lehrerin der Welt von Ulrike Rylance
Testleserin VALENTINA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (11 Jahre, Innsbruck)
Die fieseste Lehrerin der Welt
In diesem Buch handelt es um eine junge Lehrerin, die sich sehr seltsam kleidete. Immer lila war ihr Motto. Am ersten Tag in der Schule von der lila Frau wurde schnell alles anders. Sie stellt viele neue Regeln in der Schule auf, wie zB.
: Goldfische verboten, Uhren verboten, gleich sterben verboten,…
Zu Beginn meinten die Kinder, die neue Lehrerin wäre ein Ausserirdischer, dann ein Vampir, ein Monster, ein Verbrecher usw…
Die Lehrerin hatte eine sehr merkwürdige Tasche - sobald man etwas hineinlegt, fing sie sofort an zu schmatzen. Gemeinsam versuchten die Kinder gegen die Lehrerin anzukämpfen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
Rezensionen von Herwig Oberlerchner:
So ein Sog ...
Das andere Tal von Scott Alexander Howard
„Das andere Tal“ von Scott Alexander Howard. Diogenes Verlag.
Odile, die 16jährige Protagonistin im Buch lebt in einem geographisch übersichtlichen Tal mit Bergen, Dörfern, Städten und einem See mit ihrer verwitweten Mutter in einem Haus. Sie besucht die Schule, wo schwarze Pädagogik, körperliche Züchtigung aber auch Mobbing Alltag zu sein scheinen.
Odile wirkt schüchtern, introvertiert, unnahbar, schwer erreichbar und durchlebt Phasen von Verunsicherung und Selbstwerteinbrüchen. Langsam findet sie jedoch Zugang zu einer Clique. Das Tal wird nach Osten und Westen begrenzt von identen Tälern, ebenso von hohen Zäunen umgeben, streng bewacht von einer bewaffneten Gendarmerie, jeder Fluchtversuch endet tödlich. In diesen Tälern, im Osten und Westen leben dieselben Menschen, jedoch jeweils um 20 Jahre nach vorne (Osten) oder 20 Jahre zurück (Westen) zeitversetzt. Jede Handlung in der Vergangenheit hat massive, oft kaum zu durchschauende Auswirkungen auf Gegenwart und Zukunft in den Nachbartälern, sodass Übertritte in die Nachbartäler streng geahndet werden und Besuche nur sehr selten nach sehr intensiver und sorgfältiger Prüfung durch das Conseil genehmigt werden. Odile bewirbt sich für die Ausbildung zur Conseiliere, scheitert im Verlauf des Aufnahmeverfahren, wird aber in die Gendarmerie angenommen, bewacht die Grenze und begleitet Besucher mit Besuchserlaubnis auf den herausfordernden Wanderungen ins Nachbartal. Ihr Leben ist still, einsam, eintönig, doch Odile genießt die Natur, die Stille, die Möglichkeit in den vielen Stunden in der Natur Holzschnitte anzufertigen.
In der Schule Jahre zuvor verliebt sich Odile in einen Mitschüler, Edme. Er stirbt bei einem Sturz über eine Klippe. Oder ist es ein Suizid? Hätte sie ihn retten können? Im Lauf der Jahre spitzen sich die Ereignisse in Odiles Leben scheinbar zufällig so zu und kulminieren in einem verbotenen Übertritt ins Nachbartal mit dem Ziel die Vergangenheit zu verändern. Wird sie Edmes Leben retten können? Wird sie Ihr Leben in andere Bahnen lenken können?
Ein kluges, berührendes Buch, das wohl in allen Leser*innen zu lawinenartigen Assoziationsketten führen wird. Man denkt an die DDR, an autoritäre Regime, an die engen Lebenswelten, aus denen sich junge Menschen zu befreien trachten, Howard führt subtil auch zu spirituellen und philosophischen Grundfragen der Menschen, uralte Sehnsüchte und ungeahnte Gefühle steigen hoch, atemlos flüchtet man zuletzt mit Odile in die Vergangenheit, die zur Gegenwart wird und die Zukunft bestimmt.
Rezensionen von nil_liest:
Lügen, Pump & Proteinshakes
Gym von Verena Keßler
Wer glaubt, dass ein Fitnessstudio nur der Ort für Bizeps, Burpees und Beinpresse ist, der irrt gewaltig. Verena Keßler zeigt in Gym, dass hinter glänzenden Spiegeln und Eiweißshakes nicht nur Muckis, sondern auch ganze Lebenslügen aufgebaut werden können – und das in einem Ton, der so frisch ist wie der Geruch von neu geöffnetem Magnesium-Pulver.
Die namenlose Protagonistin stolpert nicht einfach in das MEGA GYM, sie mogelt sich hinein – mit einer Notlüge, die so klein klingt wie ein Satz Sit-ups und sich dann doch zu einem Marathon aus Täuschungen auswächst: Angeblich hat sie gerade ein Kind bekommen. Applaus, Mitleid, Respekt – alles da. Nur: Babyfotos sind schwer zu liefern, wenn es „den Kleinen“ gar nicht gibt. Hier liegt die große Raffinesse des Romans: Keßler macht aus einer spontanen Ausrede einen dramaturgischen Deadlift, bei dem wir Leserinnen und Leser mit jeder Seite tiefer in die Gedankenwelt einer Erzählerin gezogen werden, die selbst nicht mehr weiß, wo die Wahrheit endet und die Pose beginnt.
Besonders stark gelingt es Keßler, den Fitnesskult als Bühne für Selbstoptimierung, Sehnsucht nach Anerkennung und die Gefahr der Obsession zu inszenieren. Zwischen legeren Flirts am Tresen, Proteinshake-Smalltalk und dem Stolz eines feministischen Chefs entfaltet sich eine Geschichte, die mal komisch, mal beklemmend wirkt – ein Wechselspiel wie zwischen Aufwärmübung und Maximalgewicht.
Und dann ist da Vick: die Bodybuilderin, die wie eine lebendige Hantel aus Stahl den Ton im Studio und in der Erzählung verschiebt. Mit ihrem Auftreten kippt das Buch vom lockeren Aufwärmen ins Hochintensive – kein leichtes Pumpen mehr, sondern eiserner Drill. Ab hier wird klar: Die Notlüge war nur der erste Satz im Trainingsplan einer Frau, die sich selbst neu erfinden will – koste es, was es wolle.
Keßlers Sprache ist dabei so pointiert, dass man beim Lesen fast glaubt, den Schweiß tropfen zu hören. Humor und Härte, Satire und Tragik – Gym jongliert das alles mit der Leichtigkeit eines Fitnessgurus, der noch beim Plank über Gleichstellung diskutiert.
Am Ende bleibt ein Fazit, das so simpel wie schwer ist: Ehrlichkeit wiegt mehr als jede Langhantel. Gym ist ein Roman, der unterhält, erschüttert, zum Schmunzeln bringt und gleichzeitig mitten ins Herz der Selbstoptimierungsgesellschaft zielt. Ein echtes Jahreshighlight – mit Muskelkater-Garantie fürs Hirn.
Rezensionen von nil_liest:
Wenn Geborgenheit gefährlich wird
Heimat von Hannah Lühmann
Hannah Lühmanns kurzer Roman Heimat ist eine Provokation im besten Sinn: Auf gerade einmal 170 Seiten verhandelt sie die gefährliche Schnittstelle zwischen Sehnsucht nach Zugehörigkeit und der Verführbarkeit durch reaktionäre Ideologien.
Im Zentrum steht Jana, die mit Familie aufs Land zieht – auf der Suche nach Ruhe, Einfachheit, Bodenhaftung.
Was zunächst wie ein vertrautes Stadtflucht-Narrativ beginnt, entpuppt sich als beklemmende Studie über das Wiedererstarken traditioneller Rollenbilder. Jana begegnet Karolin, einer charismatischen Mutter von fünf Kindern, die ihr Leben als Tradwife-Influencerin inszeniert: Herd, Heim, Hingabe. Die Faszination ist unmittelbar, das Unbehagen wächst leise – und genau darin liegt die Stärke des Romans.
Hannah Lühmann erzählt in kühler, klarer Prosa. Sie verzichtet auf moralische Kommentare, überlässt es den Leser:innen, die Ambivalenz auszuhalten. Diese Zurückhaltung macht Heimat literarisch interessant und politisch brisant: Der Text führt mitten hinein in eine Denk- und Gefühlswelt, in der Geborgenheit nahtlos in autoritäre Muster übergeht. Dass AfD-Wahlergebnisse im Dorf wie selbstverständlich hingenommen werden, ist keine Fußnote, sondern Teil eines Systems.
Gerade in einer Gegenwart, in der rechte Bewegungen und Tradwife-Accounts Millionen erreichen, trifft die Autorin ins Mark. Dass sie ihre Leser:innen nicht mit einer klaren Auflösung entlässt, ist konsequent – auch wenn es manche unbefriedigt zurücklassen dürfte. Mich machte es schon leicht rasend. Aber wie gesagt, textlich richtig.
Fazit: Heimat ist kein idyllischer Landroman, sondern eine präzise sezierende Versuchsanordnung über Sehnsucht und Verführung. Ein schmales Buch, das wie ein Schlaglicht wirkt – und nachwirkt.











