Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lesendundspielenddurchsleben :
Alles, was mich glücklich macht von Franziska Muri
Was ist Glück eigentlich? Wie definiere ich Glück? Was erfreut mich an meinem Leben? Was wünsche ich mir noch? All das und ganz vieles mehr sind Fragen, mit denen man im Buch konfrontiert wird. Es ermutigt, sich Gedanken zu machen, diese bewusst niederzuschreiben, immer wieder zu sich zu finden und Rück- als auch Vorschau Raum zu geben.
Raum ist im Buch selbst auch viel für Notizen. Es gibt viele Seiten zum Ausfüllen. Manches fiel mir leicht, bei dem einen oder anderen musste ich auch einmal länger nachdenken. Die Idee dahinter ist, das Mindset zu ändern und sich auf das Glück auch einzulassen. Einflüsse für das Konzept werden auch immer wieder angegeben und benannt, etwa die positive Psychologie oder fernöstliche Religionen. Ich fand diese Reise gedanklich sehr spannend und auch wirklich gut, wenn es Zeit ist, einmal den Blickwinkel zu ändern. Es kann sicher durch den Ansatz keine Depression geheilt werden oder so, aber es kann den Blick auf das eigene Leben und die Umwelt ändern. Es lässt auf Spurensuche gehen, was einem gut tut und wichtig ist. Ein tolles Arbeitsbuch!!!
Rezensionen von Marie aus E.:
Überraschungs-Highlight
Strandgut von Benjamin Myers
Bucky ist siebzig, seit einem Jahr Witwer und durch seine kaputte Hüfte und damit verbundenen höllischen Schmerzen medikamentenabhängig geworden.
Er lebt in Chicago und seine Tage sind durch Schmerzmitteleinkäufe beim Walmart geprägt.
Da bekommt er das Angebot, bei einem Festival im England, in Scarborough aufzutreten.
Denn Bucky hatte mit siebzehn Jahren zwei Songs aufgenommen und diese werden auf der anderen Seite des Atlantiks immer noch von den Fans gefeiert, während Bucky in den USA schon lange in Vergessenheit geraten ist.
Und so macht er sich auf und trifft in Scarborough auf Dinah, Mitte 50 mit meinem nichtsnutzigen Ehemann und Sohn gestraft.
Die Zwei lernen sich kennen und so nach und nach erfahren wir, wie Buckys Leben verlaufen ist. Man kann es nur tragisch nennen.
Aber auch Dinahs Lebenssituation rührt an und dann gibt es noch Nebencharaktere, die genauso stark gezeichnet sind, wie die junge Reinigungskraft in dem Hotel, in dem Bucky untergebracht ist.
Das Buch hat so viele schöne Sätze und Wahrheiten.
Ob "Alt zu werden war eindeutig eine einzige große SchXXXX" oder
"Nobel war begehrenswert. Hübsch sah allein das Äußerliche, Ästhetische, "nobel" drückte dagegen auch Stärke, Weisheit und so viel mehr aus. Das Hübsche verblich, brach, alterte, wurde faltig und schlaff, das Noble reichte tiefer. Bis in die Knochen, es lag in den Augen. Es war herrschaftlich, majestätisch."
Manchmal war es mir eine Spur zu viel der Symbolik, wie etwa die immer wiederkehrenden Möwen, aber insgesamt bin ich so tief in das Buch eingetaucht und war völlig fasziniert.
Zugegeben, anfangs hatte ich ein wenig Startschwierigkeiten und bin nicht gleich voll eingetaucht, das hat sich aber nach einigen Kapiteln völlig umgekehrt.
Der Klappentext klang gut, aber ich war trotzdem etwas skeptisch, ob das ein Buch für mich ist. Und dann habe ich eines meiner Lesehighlights 2025 bekommen.
Rezensionen von Lesestern:
Glaube und Wissenschaft: Passt!
Christsein ist keine Religion von Albrecht Kellner
Das ist mein Fazit nach intensivem Lesen dieser kleinen Lektüre " Christsein ist keine Religion", das als Neuauflage im Sommer 2025 von Albrecht Kellner, einem renommierten Physiker bei @brunnen erschienen.
Mit großer Faszination habe ich besonders den ersten Teil dieses Büchleins aufgesaugt.
Mit überzeugender Logik und herausforderndem Intellekt zeigt Kellner wie nah sich die Moderne Physik und der Christliche Glaube sind.
Dabei schildert er in seiner rationalen Art die Vorgänge bei der Entstehung der Erde und macht deutlich, dass ohne einen intelligenten Schöpferwillen diese Geschehnisse nicht möglich wären.
Er nennt dafür zahlreiche Beispiele, verbindet sie mit Erkenntnissen aus der Physik und bestätigt damit die Aussagen der Bibel.
Davon ausgehend nimmt er die Hürde zu seinen eigenen persönlichen Erfahrungen mit dem Glauben und ermutigt jeden die Glauben- Entdeckungsreise zu wagen...
Dem logischen Ansatz folgend erläutert er, dass Jesus und sein Angebot zur Vergebung die einzige Möglichkeit sind, die Auswirkungen des Sündenfalls und damit die Trennung von Gott unserem Schöpfer zu überwinden.
Er unterscheidet klar vom Glauben selbst, als Zugang und den darauf folgenden persönlichen Erfahrungen und Erkenntnissen, wenn man sich darauf einlässt.
Im Vordergrund steht für ihn die im Menschen angelegte Sehnsucht nach dem Sinn des Lebens, die in der Beziehung und Hinwendung zu Jesus zum Ziel kommt.
Als Metapher zur Veranschaulichung dieses komplexen Ablaufs bedient er sich der Funktionsweise eines Radiogerätes, erinnert an die unsichtbaren Wellen, die bei Empfangsbereitschaft, Sprache und Musik erzeugen und spannt damit den Bogen zum unsichtbaren Schöpfer, der bei Hörbereitschaft des Menschen seinen Auftrag offenbart.
Mein Leseeindruck:
Es ist ein Buch, bei dem besonders im Anfangsteil der Physiker und sein naturwissenschaftliches Denken aus jeder Zeile herausfließt und dem Leser einiges abverlangt, wenn er sich auf die hiergenannten Themen der Relativitätstheorie und den physikalischen Grundlagen einlässt. Seine logisch dargestellten Verbindungen zum Wahrheitsgehalt der Bibel haben mein " tiefer graben" Interesse gepackt und ich habe nach einigem recherchieren, die hier beschriebenen Vorgänge besser verstanden.
Die Zusammenfassung am Ende des Buches " nicht nur für Skeptiker" , empfinde ich als sehr hilfreich, da esdas vorher beschriebene klar auf den Punkt bringt.
Mein Fazit:
Ein leidenschaftlich intellektuell herausforderndes Plädoyer für den christlichen Glauben, das das Zusammenspiel von Naturwissenschaft und Schöpfer überzeugend nahebringt.
Rezensionen von lorireads:
Spannend, informativ und zum Umdenken anregend
Organisch von Giulia Enders
Das Bestseller-Buch von Giulia Enders, Darm mit Charme, habe ich zwar schon lange auf meiner Liste, habe es bisher aber immer noch nicht geschafft es zu lesen. Bei ihrem zweiten Buch Organisch war ich ebenso neugierig und habe die Gelegenheit direkt genutzt. Da ich eine chronische Darmerkrankung habe und mein Körper sich bei Anzeichen von Stress schnell bemerkbar macht, finde ich es spannend und wichtig, sich mit den Zusammenhängen im menschlichen Körper zu beschäftigen.
In der Schulmedizin kommt das meiner Meinung nach viel zu kurz, da sich jeder Arzt nur mit seinem Fachgebiet auseinandersetzt und nur selten der ganze Mensch betrachtet wird. Guilia Enders zeigt anhand verschiedener Organe im menschlichen Körper anschaulich, wie diese miteinander interagieren und in Wechselwirkung stehen und macht klar, das alles miteinander in Verbindung steht. Dabei schafft sie es, auch komplexe Zusammenhänge mit einfachen Worten und Sinnbildern verständlich zu erklären und macht auch ein Sachbuch leicht zu lesen und spannend. Mir haben auch die persönlichen Noten gut gefallen, die immer wieder mit der Reise durch den menschlichen Körper verbunden wurden. Ich habe durch das Buch vieles gelernt und konnte einige Impulse für mich mitnehmen. Es war toll, wie man während des Lesens immer wieder innehalten und das Gelesene am eigenen Körper beobachten konnte, z.B. als es um verschiedene Atemtechniken und deren Wirkungen ging. Gleichzeitig fand ich aber auch die Gesellschaftskritik die an vielen Stellen mitschwang wichtig und auf den Punkt gebracht. Die Wechselwirkungen von Umweltverschmutzungen und den Auswirkungen auf den Körper waren anschaulich beschrieben und machen stellenweise sehr nachdenklich und auch mal wütend. Ich kann das Buch nur empfehlen und muss wohl dringend "Darm mit Charme" nachholen, denn jetzt bin ich sicher, dass auch dieses Buch viel wertvolles für mich zu bieten haben wird.
Rezensionen von EvaLiest:
Schöne Impulse, vor allem für diejenigen, die Nora Imlau noch nicht kennen
Goldrichtig von Nora Imlau
Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, da ich Nora Imlau sehr schätze, einige ihrer Bücher gelesen habe und ihr auch in den Sozialen Medien folge.
Und ich glaube fast, damit bin ich leider genau NICHT die Zielgruppe für dieses Buch, denn die Texte waren für mich nichts Neues.
Sie transportieren die unglaubliche Wertschätzung und undogmatischen Hilfestellungen der Autorin ganz wunderbar und liefern tolle Impulse zum Innehalten und Einordnen im trubeligen Alltag.
Aber genau das tun ihre Stories auf Instagram auch und dadurch hatte ich keinen wirklichen Mehrwert durch das Buch.
Dennoch ist es wunderschön gestaltet und die Texte sind toll zu lesen. Ich werde das Buch weiterschenken an jemanden, der noch nicht vertraut mit Noras Arbeit ist und kann mir gut vorstellen, dass es dann viel intensiver wirkt. Vorher werde ich allerdings noch den tollen Duftkuchen backen - der hat es mir angetan und ich werde den ersten richtigen Herbsttag damit zelebrieren!
Fazit: ein wirklich schönes Buch, das in mir nur leider die falsche Rezipientin hatte.
Rezensionen von EvaLiest:
Für mich nicht immer logisch
Der Schlaf der Anderen von Tamar Noort
Der Schlaf der anderen von Tamar Noort dreht sich um zwei Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen nachts wach sind: Sina kann einfach nicht mehr (ein)schlafen und Janis schiebt Nachtdienste im Schlaflabor. Als Sina eine Schlafanalyse machen lässt, lernen die beiden sich kennen und es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, die jedoch durch eine Grenzüberschreitung noch vor dem Ende der Nacht bedroht wird.
Im Folgenden lernen wir die beiden Frauen, ihre Sehnsüchte, Probleme, Beziehungen, etc. kennen. Dabei erfahren wir über die Lehrerin Sina meines Erachtens wesentlich mehr als über die ehemalige Pflegerin Janis, was ich als etwas unausgeglichen empfunden habe. Es werden viele Aspekte angesprochen, die im Leben der beiden (stellvertretend für viele Frauen) Stressfaktoren darstellen und zu psychischer Belastung führen. Grundsätzlich finde ich es richtig, wichtig und gut, wenn darüber gesprochen und geschrieben wird, aber hier konnte es mich nicht überzeugen.
Dabei finde ich noch nicht einmal die Kennenlerngeschichte unglaubwürdig – ich kann nachvollziehen, dass es Menschen gibt, mit denen es einfach passt und zu denen man gleich eine tiefe Verbindung spürt. Aber die Handlungen danach sind für mich oft nicht schlüssig und es gibt weitere Grenzüberschreitungen, die nicht kommentiert werden. Ein bisschen ging es für mich in Richtung Bingobuch, bei dem wichtige Elemente nicht erfolgreich verknüpft oder zu Ende gedacht wurden.
Ich habe das Buch anfangs ganz gerne gelesen, aber so richtig hat es mich eben nicht fesseln können und am Ende habe ich es nur weitergehört in der Hoffnung, dass noch irgendwas Spannendes passiert (tat es nicht…). Ich habe mich vor allem die ganze Zeit gefragt, warum Sina sich nicht krankschreiben lässt, wenn die Schlafprobleme doch so massiv Einfluss auf ihren Alltag haben. Dadurch hatte ich das Gefühl, das Problem wird künstlich am Leben erhalten, nur für den Plot, wenn es doch eine logische Handlungsalternative gäbe (natürlich ist das nicht die Lösung aller Probleme, aber es wäre ein notwendiger erster Schritt gewesen). Insgesamt also eher keine Empfehlung von mir.
Rezensionen von Lesestern:
Die geheimnisvolle Fremde
Schattengrünes Tal von Kristina Hauff
Schattengrünes Tal war meine erste literarische Begegnung mit der Autorin Kirsten Hauff, die bekannt ist für ihren psychologisch- feinsinnigen Schreibstil.
Ihr neuer Roman spielt in einem düsteren Winkel des Schwarzwalds und ist bei hanser blau im Sommer 2025 erschienen.
In " Schattengrünes Tal" tauchen wir ein in die Beschreibung eines schon in die Jahre gekommenen alten Hotels, das in einem abgelegenen engen Tal liegt und dessen Besitzer sich gegen jede Modernisierung wehrt.
Dort lernen wir die Hauptprotagonistin Lisa kennen, die sich neben ihrem eigenen Job für ihren Vater Carl und seinen Wunsch, das alte Familenhotel zu erhalten, aufopfert.
Ihrem Mann Simon, der als Förster eher ein ruhiges Dasein fristet, passt dies nicht, ist aber unfähig darüber zu reden
Als im Hotel ein geheimnisvoller Gast auftaucht, gerät die beschauliche Welt von Lisas Familie aus den Fugen und alte Geheimnisse werden offenbar...
Mein Leseeindruck:
Man beginnt zu lesen und wird wie ein Sog in diese Geschichte gezogen.
Mit psychologischem Feingespür entfaltet sich das Szenario, erzählt aus 4 Perspektiven, bildhaft vor Augen des Lesers. Man spürt geradezu, wie es unter den Schichten brodelt und sich ein Sturm zusammen braut.
Dreh- und Angelpunkt ist die geheimnisvolle Fremde, die plötzlich eines Tages im alten Hotel auftaucht und sich in Lisas Familie und Umfeld einzunisten beginnt...
Ihrem Charme und Charisma kann sich keiner entziehen und innerhalb kurzer Zeit dringt sie in die Dorfgemeinschaft ein und langjährige Beziehungen und Freundschaften beginnen zu bröckeln.
Mein Fazit:
Eine Geschichte, die scheinbare Idyllen entlarvt und aufzeigt wie Intrigen, Machtspiele und Narzismus zerstörerisch wirken und vertraute Strukturen sprengen.
Rezensionen von EvaLiest:
Sehr lustig, auch für Erwachsene gut vorzulesen
Waschbär Willi Wunderquatsch - Die Erfindung der Trompetenwurst und weitere verrückte Abenteuer von Markus Hennig
Waschbär Willi Wunderquatsch von Markus Hennig, illustriert von SaBine Büchner, ist ein lustiges Kinderbuch mit sieben witzigen Geschichten und ein paar Zwischenkapiteln mit Hintergrundinfos zu den Charakteren.
Schon das Cover hat meinen Sohn zum Lachen gebracht und dann ging es gleich weiter.
Die Geschichten sind lustig, grenzen an albern, aber sind noch auf der guten Seite angesiedelt, sodass es auch für Erwachsene Spaß macht, sie vorzulesen. Besonders das Waschbär-Frosch-Wörterbuch hat hier für kugelige Lachanfälle gesorgt, die selbst nach der Lektüre immer wieder aufflammen. Was will man mehr?
Die Zeichnungen sind toll und helfen dabei, das Interesse der Kids noch zu steigern, da dort schöne Details zu finden sind.
Der pädagogische Gehalt ist bei diesem Buch jetzt nicht so im Vordergrund, aber das macht meiner Meinung nach gar nichts - es darf auch einfach mal komisch sein und die Lust am Lesen und an der Sprache fördern.
Alles in allem ein wunderbar gelungenes Buch, das wir sicher mehrmals lesen werden.
Rezensionen von EvaLiest:
EIn Buch, das nicht genau weiß, was es sein möchte
Anna oder: Was von einem Leben bleibt von Henning Sußebach
Anna oder: Was von einem Leben bleibt. Die Geschichte meiner Urgroßmutter. ist ein Buch von Henning Sußebach, in dem er versucht, das Leben seiner Vorfahrin anhand einiger weniger Anhaltspunkte aufzudecken.
Was mir gut gefallen hat, war, dass das Buch viele Einblicke in die damalige Zeit gibt, in die geschichtlichen und sozialen Hintergründe.
Hier hat der Autor meiner Meinung nach eine gute Auswahl getroffen.
Leider konnte mich das Buch ansonsten eher wenig überzeugen. Der Autor schreibt hier „die Geschichte [s]einer Urgroßmutter“ und dafür ist es mir ehrlich gesagt viel zu distanziert. Ich wusste nie genau, was dieses Buch eigentlich sein will, ein Roman, eine Hommage, eine Biographie, ein geschichtliches Werk? Dazu kommt die Fiktionalisierung, die mich an einigen Stellen irritiert hat. Durch Formulierungen wie „ich lasse…“ zeigt der Autor hier deutlich seine Einmischung in die Story (was grundsätzlich ok ist, hier aber weiter Verwirrung schafft). Teils wird hier ein Leben romantisiert (z.B. wenn es um die Geburt geht), wobei ich mich schon frage, wie gut der Autor sich in die damalige Zeit und die Situation der Frauen versetzen kann.
Es gibt immer wieder Einmischungen im Sinne einer Leserleitung („man muss das natürlich einordnen“, „aus heutiger Perspektive“, …), aber an den wichtigen Stellen fehlt genau das: es werden Passagen aus Schulbüchern von früher zitiert, in denen es um Rassenlehre geht, und das wird an dieser Stelle nicht einmal kommentiert. In meinen Augen ist das sehr problematisch (vor allem, wenn man bedenkt, wie oft der Autor sich sonst einmischt).
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und obwohl ich die Sprecherin sehr mochte, war es doch irritierend, ein Buch, das offensichtlich von einem Mann erzählt wird, von einer Frau vorgelesen zu bekommen. Das war vielleicht ein weiterer Grund, warum ich mit dem Ganzen nicht so wirklich warm geworden bin.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Ein Leben für die Kunst
Peggy Guggenheim von Mona Horncastle
In seiner Reihe "Reihenweise kluge Frauen" hat der Molden Verlag bereits neun Biografien veröffentlicht, drei davon stammen aus der Feder der deutschen Autorin Mona Horncastle. Im 10. Band geht es um die Amerikanerin Peggy Guggenheim, die sich als bedeutende Kunstmäzenin, Sammlerin und Galeristin der Kunst des 20.
Jahrhunderts widmete.
Das gebundene Buch ist sehr liebevoll und hochwertig gestaltet. Es umfasst 224 Seiten und ist in sechs Kapitel gegliedert, zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos, die dem Leser Peggy Guggenheims Leben und Wirken nahebringen, ergänzen die Texte.
Peggy wird 1898 als zweite von drei Töchtern der Eheleute Benjamin und Florette Guggenheim geboren. Die Familie ist vermögend, die Kinder wachsen inmitten von Luxus auf und werden von Privatlehrern zuhause unterrichtet. Als der Vater 1912 beim Untergang der Titanic ums Leben kommt, erbt Peggy ein umfangreiches Aktienpaket, das es ihr ermöglicht, mit Eintritt ihrer Volljährigkeit ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie liebt die Literatur, wendet sich aber nach einer monatelangen Europareise mit zahlreichen Museumsbesuchen der Malerei des 20. Jahrhunderts mit den Schwerpunkten Surrealismus und abstrakter Expressionismus zu. 1937 eröffnet sie eine Galerie für moderne Kunst. Wenig später vergrößert sich mit dem Tod ihrer Mutter ihr Vermögen beträchtlich, und sie beginnt, im großen Stil Kunstobjekte zu erwerben, bevor der Zweite Weltkrieg ihre Pläne, ein Museum zu eröffnen, zunichte macht ...
Das interessante Buch ist in sachlicher und klarer Sprache geschrieben und gibt uns nicht nur Einblicke in Peggys Leben und ihr Wirken für die Kunst, sondern auch in ihre Herkunft und die ihrer Familie. Sie liebt die Kunst, sie liebt auch die Männer und hat viele Affären. Peggy pflegt zahlreiche Kontakte, sie feiert gern und oft, und sie zeigt sich äußerst großzügig gegenüber Freunden und der Familie. Zielstrebig geht sie ihren Weg, wir erleben ihre Anfänge als Kunstsammlerin und Galeristin, die auch Werke von Künstlerinnen zeigt, was für die damalige Zeit ungewöhnlich ist. Sie rettet bedeutende Kunstobjekte jüdischer Künstler und sogenannte "entartete Kunst" vor dem Zugriff der Nationalsozialisten. Später ist es ihr ein Anliegen, junge und unbekannte Künstler durch Geldzuwendungen und Ausstellungen zu unterstützen.
Die Autorin beschreibt neben Peggys schillernder Persönlichkeit auch ihr kompliziertes Privatleben mit all seinen Höhen und Tiefen. Sie heiratet zweimal und bekommt zwei Kinder, für die sie sich jedoch nur wenig Zeit nimmt.
Ich habe die Biografie, deren Schwerpunkt auf Peggys leidenschaftlichem Wirken für die Kunst liegt, sehr gern und mit großem Interesse gelesen und dabei viel über die Kunstszene des 20. Jahrhunderts erfahren. Es fiel mir allerdings nicht gerade leicht, mir die unzähligen im Buch vorkommenden Namen bzw. deren Bezug zu Peggy einzuprägen.
Leseempfehlung für alle, die sich für Kunst und ein leidenschaftliches Leben für die Kunst interessieren!











