Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Cellissima:
Wundervoller cosy Weihnachtskrimi
Falsches Spiel im Herrenhaus – Ein Weihnachtskrimi von Alexandra Fischer-Hunold
Die ursprünglichen Eigentümer konnten das Herrenhaus der Familie nicht mehr finanzieren und mussten es verkaufen. Es blieb zwar in der Familie, da Teddys Onkel Guy es gekauft hat - doch was Guy damit machte, gefiel niemandem. Er stammt aus Amerika, verabscheut alles Englische und Traditionelle, modernisiert und amerikanisiert alles.
Mit dem Herrenhaus, das die Familie kannte und liebte, hat das nichts mehr zu tun ... Die Familie freute sich darauf, das Weihnachtsfest und die Weihnachtsferien gemeinsam dort zu verbringen - doch aus gegebenem Anlass ist die Stimmung schnell ruiniert.
Und es kommt noch schlimmer: Guy hat sich ein Escape Room-Whodunnit-Mystery-Spiel ausgedacht. Die Familie hat sechzig Minuten Zeit, um Guys Mörder zu finden. Doch aus dem Spiel wird schnell bitterer Ernst - denn Guy wird tatsächlich getötet! Die Tat kann nur von einer Person aus dem engsten Kreis begangen worden sein, und diese Person befindet sich noch immer unter ihnen. Fast jeder hat ein Geheimnis, fast jeder hat ein Motiv ... Die Polizei kann nicht kommen, da das Haus und die kleine abgelegene Insel vor Cornwall durch einen Sturm und einen schweren Wintereinbruch mit viel Schnell komplett von der Außenwelt abgeschnitten sind. Und so beginnt die Krimi- und Agatha Christie-Liebhaberin Teddy, gemeinsam mit ihrem Freund Patrick und ihrem kleinen Bruder William, selbst zu ermitteln ...
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Ich habe alle Bücher der Autorin gelesen und geliebt - vor allem ihre Weihnachtskrimis, und vor allem "Ein Mörder auf der Gästeliste". Umso erfreuter war ich, als ich gesehen habe, dass auch "Falsches Spiel im Herrenhaus" in einem Herrenhaus, das durch das Wetter von der Außenwelt abgeschnitten ist, spielt. Die kleine abgelegene Insel macht das Ganze absolut perfekt.
Der Schreibstil ist gewohnt gut, die Figuren sind wieder absolut gelungen, die Geschichte wieder herrlich bildhaft und atmosphärisch. Man wird sofort auf diese Insel, in dieses Herrenhaus - und vor allem in Weihnachtsstimmung versetzt!
Die Weihnachtsstimmung wird perfekt gemischt mit einer mysteriös-gefahrvollen Grundstimmung. Neben viel Weihnachtsstimmung gibt es ebenso viel Spannung und Gefahr. Und diese Mischung ist wirklich perfekt. Man kann von Anfang bis Ende mitermitteln, tappt aber doch im Dunkeln, da Alexandra Fischer-Hunold es wirklich versteht, falsche Fährten zu legen, völlig unerwartete und überraschende Wendungen einzubauen - überhaupt einen Fall sehr geschickt zu konstruieren. Die Auflösung ist ebenso überraschend wie stimmig. Das Ende der Geschichte passt wirklich zu Weihnachten.
Wer cosy crime und Weihnachten liebt, sollte "Falsches Spiel im Herrenhaus" unbedingt lesen. Es ist ein Weihnachtskrimi, der einem schaurig-schöne Lesestunden schenkt, Weihnachtsatmosphäre, Spannung, Gefahr und einen gut konstruierten Fall vereint. Einer, der wirklich für jedes Alter perfekt ist, den sowohl Jugendliche als auch erwachsene Leser lieben werden. Zusammen mit "Ein Mörder auf der Gästeliste" ist es wirklich der beste cosy Weihnachtskrimi, den ich bisher gelesen habe. Absolute Leseempfehlung!
Nicht das erwartete Highlight
Der Buchclub der eigensinnigen Frauen von Marie Bostwick
Virginia im Jahre 1963: Vier völlig unterschiedliche Frauen kommen in einem Buchclub zusammen. Ihr perfektes Leben ist lediglich eine Fassade; dahinter wächst die Unzufriedenheit.
Die Frauen reden längst nicht nur über Bücher; der Buchclub wird schnell zu einem sicheren Ort für sie, in dem sie über ihre Situation, ihre Unzufriedenheit, ihre Probleme, Gedanken und Gefühle, Sehnsüchte, Wünsche und Träume reden - und Freundinnen werden.
Sie erkennen, dass es nicht die Erfüllung sein kann, ein Leben lang lediglich Hackbraten zuzubereiten und Windeln zu wechseln; dass das Leben einer Frau aus so viel mehr bestehen kann und sollte als aus Ehe und Mutterschaft; dass Frauen das tun sollten, was sie tun wollen - und nicht das, was Männer und die Gesellschaft ihnen vorschreiben; dass sie sich aus Begrenzungen befreien und selbständig leben, eigene Entscheidungen treffen, Mut haben, an sich glauben sollten; dass Frauen einander unterstützen und fördern sollten.
Und Sehnsüchte, Wünsche und Träume hat jede dieser Frauen. Sie machen sich gemeinsam daran, ihr Leben zu ändern, auszubrechen, ihren Sehnsüchten zu folgen und ihre Wünsche und Träume zu leben.
Auslöser ist ein bestimmtes Buch, das die Frauen in ihrem Buchclub gelesen und besprochen haben.
Mir gefielen vor allem die schönen und so wichtigen Botschaften, die dieser Roman vermittelt - dass Bücher Leben positiv verändern können; dass man seinem Herzen und seinen Sehnsüchten folgen und seine Wünsche und Träume leben sollte und es dazu nie zu spät ist; dass Frauen ihr Leben leben und sich niemals von Männern, der Gesellschaft oder wem oder was auch immer fremdbestimmen und kleinhalten lassen sollten; dass Frauen einander unterstützen und fördern sollten; dass über Bücher auch wundervolle Freundschaften entstehen können usw.
Zudem lernt man etwas über das Leben von Frauen im Amerika der damaligen Zeit.
Der Klappentext klang großartig, der Roman schien viel Potenzial zu haben ... meine Erwartungen waren sehr hoch, zumal es sich um einen Bestseller aus den USA handelt.
Letztlich konnte mich "Der Buchclub der eigensinnigen Frauen" aber leider doch nicht vollends überzeugen; der Roman war leider nicht das Highlight, das ich erwartet hatte. Er wies einige Längen auf. Und die Figuren und die Handlung blieben mir auch zu distanziert; ich konnte keine wirkliche Verbindung zu ihnen aufbauen.
Insgesamt ein Buch, das ich zwar nicht ungern gelesen habe - aber von dem ich doch viel mehr erwartet hatte.
Toller Auftaktband!
Sturmland von Miriam Georg
Die junge Cora flieht im Jahre 1860 aus Hamburg und aus ihrem alten Leben nach Norderney. Sie ändert ihren Namen und arbeitet als Gouvernante eines kleinen Mädchens. Schon kurz nach der Ankunft geraten Cora und Emmeline in Seenot. Onnen, ein Mann, der auf der Insel lebt, rettet sie. Fortan soll Onnen auf Cora aufpassen.
Er braucht das Geld, also tut er es. Schon bald entwickeln sich Gefühle zwischen Cora und Onnen - Gefühle, die beide kaum unter Kontrolle halten können. Doch beide haben Geheimnisse, von denen niemand erfahren darf: Onnen auf der Insel Borkum, von der er stammt - und Cora will und darf keinesfalls von den Menschen, vor denen sie floh, gefunden werden. Niemand darf erfahren, wer sie wirklich ist - und was sie getan hat ...
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Die Leseproben zu "Im Nordwind" und "Im Nordlicht" haben mir damals gar nicht gefallen; und so habe ich lange überlegt, ob ich mir die Leseprobe zu "Sturmland" überhaupt ansehen soll. -Zum Glück habe ich es doch getan, denn sonst hätte ich wirklich was verpasst!
Miriam Georg schreibt wirklich hervorragend. Ihr Stil ist nicht nur schön, sondern auch stets angenehm flüssig lesbar. Die Figuren sind gelungen, die Kulisse ist wunderschön. Die Geschichte ist unglaublich atmosphärisch, bildhaft, authentisch und lebendig. Man fühlt sich wirklich in diese Zeit und auf diese Inseln versetzt. Schon das habe ich geliebt und schon deshalb hat sich die Lektüre gelohnt. Es ist eine absolut gelungene Mischung aus Liebesgeschichte, Themen der Zeit, dem Leben auf den Inseln, auch Spannung und Gefahr ... schnell hat dieser Auftaktband eine starke Sogwirkung entfaltet; ich konnte ihn kaum noch aus der Hand legen.
Nichts ist vorhersehbar, die Atmosphäre und auch Spannung nehmen immer weiter zu.
Ich möchte unbedingt wissen, wie es mit Cora und Onnen weitergeht, ob sie diese Liebe leben können; ich möchte noch mehr über ihre Geheimnisse, über ihre Leben erfahren; ich möchte erfahren, ob Cora unentdeckt bleiben kann bzw. was geschehen wird, wenn sie doch gefunden/ihre wahre Identität und Vergangenheit aufgedeckt werden; wie es mit der kleinen Emmeline weitergeht ...
Band 2 verspricht, mindestens ebenso spannend und gut zu werden.
Der Auftaktband endete zudem sehr spannend, sodass ich es nun kaum erwarten kann, die Fortsetzung in Händen zu halten.
Schon lange hat mich kein historischer Roman mehr so überzeugt und begeistert. Absolute Leseempfehlung - Liebhaber historischer Romane werden "Sturmland" lieben!
Mord im Grand Alpine Hotel von Lucy Foley; Agatha Christie
Fünfzig Jahre nach dem letzten Miss Marple-Krimi ermittelt sie wieder: Kulisse ist das Grand Alpine Hotel in den Schweizer Alpen im Winter. Es beherbergt eine internationale und illustre Gästeschar. Auch Miss Marple ist unter ihnen. Man genießt die Zeit ... doch eines Morgens stirbt ein Gast. Er besteigt bei bester Gesundheit unten eine Gondel - und kommt tot oben am Gipfel an.
Schnell vermutet man, dass er ermordet worden sein muss. Miss Marple beginnt zu ermitteln - und die Zeit drängt, denn jeder in diesem Hotel scheint etwas zu verbergen zu haben. Es wird befürchtet, dass es nicht bei einem Mord bleiben wird. Also muss Miss Marple den Täter schnellstmöglich enttarnen ...
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Als großer Fan von Agatha Christie und Miss Marple waren die Freude über einen neuen Fall für sie groß - und die Erwartungen hoch, haben Agatha Christie´s Erben Lucy Foley doch eigens ausgewählt für diese Aufgabe!
Das Warten hat sich gelohnt und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht - ganz im Gegenteil. "Mord im Grand Alpine Hotel" bietet eine tolle Kulisse, absolut gelungene Figuren, einen kniffligen Fall, der zum Mitermitteln einlädt, den Leser fordert - und doch bis zum Schloss im Dunkeln tappen lässt. Lucy Foley´s Schreibstil ist wirklich großartig. Der Krimi bietet nicht nur Spannung und Gefahr, sondern ist durch seine Kulisse auch unglaublich atmosphärisch. Der Fall ist raffiniert aufgebaut, nichts ist vorhersehbar, die Auflösung ist ebenso verblüffend wie logisch und durchdacht, absolut überzeugend.
Lucy Foley hat es geschafft, Miss Marple wieder zum Leben zu erwecken. Und zwar genau so, wie man sie von Agatha Christie kennt und liebt. Überhaupt braucht Lucy Foley den Vergleich mit Agatha Christie nicht zu scheuen und erweist sich als ihr ebenbürtig. Bisher war mein Favorit in dieser Hinsicht Anthony Horowitz; das wird er auch bleiben, da er wirklich großartige klassische britische Krimis schreibt. Den Namen Lucy Foley werde ich mir aber merken. Ich fand "Mord im Grand Alpine Hotel" großartig und hoffe sehr, dass es sich bei der Entscheidung der Erben nicht um eine einmalige Entscheidung handelt, sondern dass weitere Miss Marple-Krimis aus der Feder von Lucy Foley folgen werden.
Fans klassischer britischer Krimis und Fans von Agatha Christie und Miss Marple werden "Mord im Grand Alpine Hotel" lieben. Absolute Leseempfehlung!
Vampire in Temstown
Dracula & Töchter (Dracula & Töchter 1) von Emma Carroll
Die letzte Vampir-Epidemie in Temstown liegt schon zwanzig Jahre zurück.
Dann dann ist eines Tages das Grab einer jungen Schauspielerin, die auf der Bühne zusammenbrach und starb, plötzlich leer. Und es sieht so aus, als ob sie daraus ausgebrochen wäre! Es kann sich also nur um einen Vampir handeln.
Und tatsächlich folgen schnell Vampirangriffe.
Als ihr Freund Varney von dem Vampir gebissen wird, beschließen die Cousinen Mina, Buffy und Bella, Varney zu retten und Temstown von der Vampir-Epidemie zu befreien. Der Arzt möchte Varney studieren, um seine Karriere voranzutreiben, und sein Herz mit einem Weißdornpfahl durchbohren, da er nun ebenfalls zum Vampir wird und das die einzige Möglichkeit zu sein scheint, die Vampire zu bekämpfen. Die Mädchen wollen dies jedoch nicht zulassen und suchen nach einer anderen Lösung. Sie finden ein uraltes Buch, in dem steht, dass die Heilung von Vampiren möglich ist - und dass Frauen, die bisher nur von einem Medizinstudium träumen konnten, Erfolg in der Wissenschaft haben können ...
Doch die entscheidenden Seiten des Buches sind leer - und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit ...
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Nachdem "Nacht über Frost Hollow Hall" schon toll war, waren wir sehr gespannt auf "Dracula & Töchter" und freuten uns sehr darauf. Und wir wurden nicht enttäuscht - es war tatsächlich ein Highlight!
Das Cover passt perfekt zur Geschichte.
Emma Carrolls Schreibstil ist toll, er lässt sich absolut angenehm und flüssig lesen. Es gibt viele recht kurze Kapitel. Das Buch eignet sich perfekt sowohl zum Vorlesen als auch zum Selbstlesen, durch die Kapitellänge auch zwischendurch oder abends vor dem Einschlafen im Bett - wobei man dieses Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen kann! Es ist so spannend und gut, dass man es am liebsten in einem Rutsch lesen möchte, weil man unbedingt erfahren möchte, wie es weitergeht. Es geht schon Schlag auf Schlag, die Geschichte hat viel Spannung, Gefahr - und damit natürlich auch Tempo. Für Kinder, die ruhige, langsame Geschichten mögen, ist es also die falsche Wahl. Wir haben es geliebt, und es passt auch einfach perfekt.
Die Geschichte ist extrem atmosphärisch und bildhaft, mit einer düsteren, gefährlichen, mysteriösen Grundstimmung. Auch dies hat uns sehr gefallen.
Auch die Figuren sind absolut gelungen. Toll finde ich hier gerade für Mädchen, dass v.a. diese drei Mädchen, daneben auch etwas ihre beiden Mütter, im Mittelpunkt stehen. In allererster Linie geht es aber zumindest in diesem Auftaktband um Mina, Buffy und Bella. Kinder lernen, dass Freundschaft usw. nichts mit Klassenunterschieden, Geld und dergleichen zu tun haben und dass diese Dinge dafür völlig irrelevant sind. Gerade für Mädchen finde ich auch den Fokus auf Frauen in der Medizin bzw. generell in der Wissenschaft toll, wenn man bedenkt, wie unterrepräsentiert Frauen in Medizin, Jura, generell in der Wissenschaft jedenfalls in Führungspositionen auch heute noch sind, dass der Frauenanteil immer noch erhöht werden muss etc.
Generell ist es super, dass hier mutige, starke, selbstbewusste und tolle Mädchen und Frauen im Mittelpunkt stehen! Und diese Mädchen und Frauen setzen sich gegenüber den Männern durch.
Es gibt überraschende Enthüllungen und Wendungen, nichts ist vorhersehbar, sodass es wirklich bis zum Schluss absolut spannend bleibt.
Der Fall bzgl. dieser Schauspielerin wird in diesem Auftaktband geklärt und gelöst, sodass dieser erste Band quasi in sich geschlossen ist und man ihn durchaus auch nur einzeln lesen könnte, ohne zwingend die ganze Trilogie lesen zu müssen - aber ich glaube kaum, dass irgendjemand diese Reihe nach diesem Auftaktband abbrechen wird! Dafür ist sie einfach viel zu gut. Wir sind richtig gespannt auf die beiden noch folgenden Bände und würden diese am liebsten sofort lesen.
Und die Geschichte hat auf jeden Fall das Potenzial für mehrere Bände! So ist die Abstammung der Kinder höchst spannend. Wir würden gerne etwas, am liebsten auch viel, über den Großvater erfahren, auch über die Mütter der Kinder, über ihre Heimat; vielleicht reisen sie ja auch noch hin?! Im ersten Band erfuhr man nur das Nötigste. Das hat absolut gereicht, macht die Leser aber auch extrem neugierig. Wir denken und hoffen, dass in den Folgebänden in dieser Hinsicht noch was kommen wird.
Einziger Kritikpunkt ist vielleicht das empfohlene Lesealter: ab 10. Das halte ich für oftmals zu früh, da ich nur wenige Kinder kenne, die so eine Geschichte in diesem Alter schon lesen können und wollen. Sie ist wirklich düster und gruselig durch die Thematik und Handlung. Aber hier ist jedes Kind verschieden ... ich persönlich würde das empfohlene Lesealter etwas anheben, jedenfalls gerade bei jüngeren Kindern aber empfehlen, das Buch erst mal selbst (an)zulesen und dann zu entscheiden, ob man es dem Kind schon zum Vorlesen oder Selbstlesen gibt oder ob man lieber noch etwas wartet damit.
Wenn es aber passt, dann kommen kleine und große Gruselfans aber voll auf ihre Kosten! Es ist das perfekte Buch für den Herbst und Winter, gerade jetzt vor Halloween oder auch im November.
Auch ich als Erwachsene fand das Buch richtig spannend und gut, konnte und wollte es ebenfalls nicht mehr aus der Hand legen. Wir haben es zusammen verschlungen.
Absolute Leseempfehlung!
Durchwachsen
Sommerhaus von Rachel Joyce
Der Maler Vic Kemp versammelt seine vier Kinder, um ihnen eine große Neuigkeit mitzuteilen - er wird wieder heiraten. Mit Mitte 70. Eine Frau, die gerade mal 27 Jahre alt ist und die er erst seit kurzer Zeit und somit kaum kennt.
Diese Nachricht löst bei den Geschwistern alles andere als Begeisterung aus.
Und wenige Wochen nach der Hochzeit ist Vic Kemp tot. Ertrunken. In Italien, in einem See, an dem sich sein Sommerhaus befindet, den er genauestens kennt. Und Vic Kemp war ein hervorragender Schwimmer ...
Die Geschwister reisen an, um herauszufinden, was passiert ist. Alles ist seltsam, vor allem Bella-Mae - Vic Kemps neue Frau ... Schnell vermuten die Geschwister, dass Bella-Mae ihre Finger im Spiel gehabt haben muss ...
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Ein Roman, der richtig spannend und gut klang.
Und war er auch spannend und gut - der Schreibstil war toll, die Atmosphäre ebenfalls; ebenso die Figuren.
Es wird wirklich erst zum Schluss aufgelöst, wie Vic starb, und die undurchschaubare Bella-Mae sorgt zusammen mit anderen seltsamen Umständen für eine mysteriöse und unheilvolle Grundstimmung. Man ist wirklich gespannt auf die Auflösung und will unbedingt wissen, was mit Vic geschah; ob Bella-Mae nun (Mit-) Täterin ist oder nicht.
Dennoch konnte "Sommerhaus" mich leider nicht komplett begeistern und überzeugen.
Das lag daran, dass es leider immer wieder Längen gab, die mir den Lesefluss und die Lesefreude nahmen.
Auch war mir die Geschichte gerade am Ende einfach auch zu oft zu wirr und seltsam.
Eine ebenso schöne wie berührende Geschichte - und ein Wohlfühlbuch!
Ms Atkins und die Bibliothek der Träume von Vanessa Göcking
Amanda Eleonore Atkins ist Finanzbeamtin. Sie braucht klare Regeln und Routinen. Tag für Tag. Sie liebt Bücher. Sie liest seit Jahrzehnten keine fiktiven Geschichten mehr.
Doch dann kommt sie eines Tages wieder in ihre geliebte Bibliothek, und Mrs Hodgins ist nach Jahrzehnten plötzlich nicht mehr da.
Statt ihrer arbeitet nun der junge Henry Brown in der Bibliothek - jedenfalls als Aushilfe. Und er erzählt ihr, dass er von Mrs Hodgins den Auftrag bekommen habe, Amanda einen verborgenen Leseraum zu zeigen; sie habe ihm eingeschärft, dass er dies auf keinen Fall vergessen dürfe. Also tut er es.
Und in diesem verborgenen Leseraum entdeckt sie nicht nur Bücher, sondern auch Robert Joy und Xiao Mei Smith. Sie erleben Geschichten, werden mit ihren Träumen, Ängsten, Sehnsüchten und Wünschen konfrontiert ... denn diese Bibliothek beherbergt eben nicht nur Unmengen an Büchern - sondern auch die Wünsche und Träume aller Personen, die sie betreten ...
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"Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" ist ein leises Buch; ein schönes; ein trauriges; ein unfassbar berührendes; ein magisches; und insgesamt einfach ein sehr gutes Buch.
Vanessa Göckings Schreibstil hat mir extrem gut gefallen. Stets angenehm zu lesen, von dieser besonderen Schönheit, unfassbar atmosphärisch ... ich kann mich nicht erinnern, wann mir zuletzt ein Schreibstil so gut gefallen hat. Schon allein deswegen habe ich dieses Buch unglaublich gerne gelesen.
Die Idee der Autorin, diese Geschichte ... sind so fantasievoll, so originell!
Auch die Figuren schließt man schnell sehr ins Herz. Im Mittelpunkt steht natürlich Amanda; über die anderen Figuren hätte man vielleicht noch mehr schreiben können; ich hätte gerne noch etwas mehr über sie erfahren. Aber auch so ist diese Geschichte einfach rund.
Obwohl Fantasy nicht mein Lieblingsgenre ist bzw. ich allenfalls cosy fantasy wirklich mag und gerne und in letzter Zeit zunehmend lese, hat mir dieses Werk wirklich gefallen, sodass ich es auch Lesern empfehlen würde, die nicht oder nicht allzu gerne Fantasy lesen. Denn "Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" ist so viel mehr als das!
Es ist eine wunderschöne und zutiefst berührende Geschichte über Familie, Freundschaft, Liebe, Schicksalsschläge, Schuld und Vergebung, Träume, Ängste, Sehnsüchte, Wünsche, Akzeptanz, Heilung, Hoffnung, voller Weisheit ... und natürlich auch und vor allem auch eine Liebeserklärung an Bücher, Bibliotheken und das Lesen!
Einziger Kritikpunkt ist für mich, dass es mir persönlich am Ende zu traurig wurde. Die Autorin erzählt auch dieses Ende nicht nur schwer und belastend, sondern stimmig und versöhnlich. Mir persönlich wurde es aber zu ernst und traurig. Ich möchte aber betonen, dass das nur mein persönliches Empfinden ist. Und rückblickend, wenn man erfährt und dann weiß, warum Amanda diese festen Regeln und Routinen braucht, warum sie seit Jahrzehnten keine fiktiven Geschichten mehr liest, obwohl sie diese als Kind liebte, warum sie so ist, wie sie ist ... dann macht das Sinn, dann ist das konsequent und auf eine Weise für Amanda sogar schön und erlösend.
Aber man hätte diese Begegnung mit dieser Person im Traum auch genau so geschehen lassen können, ohne danach mit Amanda geschehen zu lassen, was eben am Ende des Buches mit ihr geschieht. Das war es, was für mich unerwartet, was mir persönlich zu schwer und traurig war und was ich mir anders gewünscht hätte. Nicht die Begegnung mit der anderen Person im Traum - sondern eben das, was wir davor und danach über Amanda lesen; was mit Amanda am Ende der Geschichte geschieht.
Das hat für mich persönlich den Gesamteindruck etwas runtergezogen.
Insgesamt ist "Ms Atkins und die Bibliothek der Träume" aber ein sehr empfehlenswertes Buch, das einem gerade jetzt im Herbst in eine Wolldecke gekuschelt und mit einer Kanne Tee ein paar wundervolle Lesestunden schenkt.
Klassiker trifft Fantasy
Stolz, Vorurteil und Hexerei von Melinda Taub
Ich liebe Klassiker, in Sachen Fantasy bin ich hingegen schwierig - cosy fantasy lese ich mittlerweile sehr oft und gerne, in Sachen restliche Fantasy bin ich hingegen oft noch sehr wählerisch. Hier siegte aber wieder mal die Neugier, da Titel, Cover und Klappentext zu gut klangen.
Ich gebe zu - ich ließ mich auch etwas davon beeinflussen, dass die Bridgerton-Autorin das Buch so lobte und empfahl.
Ich liebe Bridgerton, und wenn die Autorin dieses Buch empfiehlt ... die Erwartungen waren also hoch.
Also war ich gespannt und freute mich darauf, Stolz und Vorurteil ganz neu kennen zu lernen - erzählt aus Sicht der jüngsten Bennet-Schwester und nicht als reinen Klassiker, sondern gemischt mit Fantasy.
Melinda Taubs Schreibstil gefiel mir extrem gut, ebenfalls die Atmosphäre und der wundervolle Humor. In dieser Hinsicht lohnte sich die Lektüre absolut!
Leider weist die Geschichte aber immer wieder extreme Längen auf. Das hat bei mir Lesefluss und -freude deutlich geschmälert und dafür gesorgt, dass das Lesen mitunter sogar etwas anstrengend wurde.
Von der Magie hatte ich mir mehr erwartet. Mir war es nicht originell genug.
Die Idee ist spannend und gut, aber die Umsetzung ist aus meiner Sicht leider nicht wirklich gelungen. Die Geschichte ist nett für zwischendurch, letztendlich aber leider nichts Besonderes und nichts, was lange nachhallen wird.
Wer jedoch sowohl Klassiker als auch Fantasy wirklich liebt, dem könnte Stolz, Vorurteil und Hexerei durchaus gut gefallen. Mich hat das Werk leider enttäuscht.
Der bisher beste Roman dieses Jahres!
Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin
Julika ist Wissenschaftlerin und erforscht Bernstein. Eines Tages hat sie ein ganz besonderes Exemplar in der Hand - und ein besonders wichtiges, denn dieses Exemplar könnte die Geschichte der Erde, wie man sie bisher annahm und lehrte, komplett auf den Kopf stellen ...
Julika will unbedingt mehr darüber erfahren, dieses Stück genauer erforschen.
Sie findet heraus, wer das Stück vor Jahrzehnten gefunden hat - Ebba. Sie findet heraus, dass Ebba immer noch an der Ostsee lebt - und macht sich auf den Weg dorthin ...
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"Die Bernsteinfischerin" ist für mich der mit großem Abstand beste Roman, den ich bisher in diesem Jahr gelesen habe.
Lisa Quentin schreibt hervorragend, ihr Stil hat mir unglaublich gut gefallen.
Diese Geschichte entfaltet sehr schnell ihre Sogwirkung, und sie ist unfassbar atmosphärisch. Auch das habe ich an diesem Roman geliebt.
Man hat das Gefühl, selbst an der Ostsee zu sein, mit den Figuren beim Tee zu sitzen.
Lisa Quentin erzählt auch zwei Zeitebenen immer im Wechsel die Geschichte von Ebba und Julika. Ebbas Geschichte beginnt fast achtzig Jahre zuvor, Julias Geschichte spielt in der Gegenwart.
Sie sind zwei ganz unterschiedliche Frauen, mit ganz unterschiedlichen Leben. Doch sie haben eine Sache gemeinsam: Sie sind beide sehr starke Frauen. Sie haben beide kein einfaches Leben und beide jeweils eine schwere Last zu tragen.
Es ist ein Roman über Familie, Liebe und Verlust, über zwei starke Frauen - und eine Liebeserklärung an die Natur und ihre Schönheit.
Was ist Liebe, was ist Glück, was ist Freiheit, wie will man leben und wie kann man so leben, wie man leben möchte?
Ein fast schon poetischer Roman, von unglaublicher Schönheit, ein zarter und leiser, zugleich aber auch sehr starker Roman.
Diese Geschichte ist ebenso wunderschön wie traurig, dramatisch und berührend. Wirklich das bisherige Highlight in diesem Jahr in diesem Genre.
Absolute Leseempfehlung!
Verwirrend und enttäuschend
Yesteryear von Caro Claire Burke
Natalie Heller Mills lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und den Tieren auf einer kleinen, abgeschiedenen Farm in Idaho, umgeben von Natur. Sie lebt das ursprüngliche, perfekte Land- und Familienleben. Ihre Millionen Follower fühlen sich in eine andere Zeit zurückversetzt und bekommen eine heile Welt präsentiert.
- Die Betonung liegt auf dem Wort präsentiert, denn hinter den Kulissen sieht es ganz anders aus. Doch die Fassade bekommt zunehmend Risse, und eines Tages kann selbst Natalie diese nicht mehr ignorieren ...
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"Yesteryear" ist ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut hatte, weil die Leseprobe so toll war, das ich mir lange aufgehoben hatte. Nun habe ich es endlich gelesen - und bin enttäuscht.
Der Schreibstil ist gut, lässt sich stets angenehm flüssig lesen, und es geht wie vermutet v.a. um das Influencer-Leben, Schein und Sein, Tradwifes, Religion ... um extreme Themen.
Nur unsympathische Figuren. Viele Längen, weil einfach zu wenig passiert. Die Auflösung ... zu simpel, zu konstruiert, zu wenig glaubwürdig. Der wow-Effekt blieb aus. Überhaupt bleibt dieser ganze Roman total blass. Figuren, Handlung ... alles bleibt so blass, distanziert, konstruiert.
Was in Erinnerung bleibt: Heftige Dinge, die da passieren. Viele unschöne Kraftausdrücke, die da verwendet werden. Und viele Fragezeichen auch nach dem Lesen der letzten Seite.
Ich bin ratlos, enttäuscht und genervt. Unbefriedigt. Und diesen Zustand mag ich als Leser gar nicht.
Ich frage mich immer noch, ob ich jetzt alles richtig verstanden habe. Warum noch offene Fragen bleiben.
Ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut hatte und durch das ich mich letztlich doch hindurchquälen musste. Ich kann den Hype absolut nicht verstehen und kann "Yesteryear" leider auch nicht empfehlen.











