Kunden em pfehlungen
Rezensionen von _Le4_:
Thriller in Dänemark
Ultramarin von Ann-Christin Kumm
Lou macht mit seinen Freunden Urlaub in Dänemark. Als seine Freundin Sophie absagt, ist er mit Raf und Nora alleine. Das führt zu einer komischen Dynamik, da er mit Raf eine langjährige, sexuelle Beziehung hat und Nora auf ihn steht. Als sie plötzlich verschwindet, wird die Stimmung immer gereizter und Lou muss sich fragen, wie gut er Raf in Wirklichkeit kennt.
Das Buch ist sehr atmosphärisch geschrieben. Der Schreibstil sorgt dafür, dass man sich stark in die Landschaft und die Freundesgruppe reinversetzen kann.
Die Dynamik zwischen Lou und Raf ist höchst fragwürdig. Lou hat eher Rafs Bedürfnisse im Blick als seine eigenen und nimmt jedes bisschen Liebe als Geschenk an, auch wenn es nur die kleinsten Krümmel sind. Raf hingegen hält Lou konstant auf Armlänge und lässt ihn aber auch nicht gehen. Seine Aktionen sind ganz klar toxisch und besorgniserregend. Über sie zu lesen war sehr spannend und hat dafür gesorgt, dass ich einen ganz schönen Stein im Magen hatte.
Als Nora verschwindet, mutet die Geschichte wie ein Thriller an. Ich habe mir viele Sorgen gemacht, die nicht vollkommen unbegründet waren.
Leider war die Geschichte insgesamt auch etwas wirr, weswegen mir auch nicht so ganz klar wurde, was das Ziel war oder ob es nur um die Stimmung des Buches ging.
Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen, da es sehr atmosphärisch war. Ich kann es also trotz der leicht wirren Story empfehlen.
Rezensionen von Lilli33:
Ein Pageturner!
Moorland. Die Zwillinge von Andreas Winkelmann
Ein Pageturner!
Inhalt:
Nach einem Ausflug ins Moor kommen die Zwillinge Nike und Jana nicht nach Hause. Es ist eiskalt und Nebel hängt über dem Moor. Der besorgte Vater bittet die Polizei um eine Suchaktion. Doch der zuständige Beamte wiegelt ab. Da ergreift Ruth Sichler die Initiative und stellt eine Suchmannschaft auf die Beine.
Sie kennt das Moor wie sonst niemand in Moorbach. Bald steht fest, dass es um ein Verbrechen geht. Malia Gold wird mit dem Fall betraut, ihrem ersten an der neuen Dienststelle. Dabei ist Moorbach kein unbekannter Ort für sie …
Meine Meinung:
Andreas Winkelmann in Hochform! Mit diesem Werk konnte er mich von der ersten bis zur letzten Seite packen, und das sind weit über 400 Seiten. Ich habe sie an einem einzigen Tag verschlungen, weil ich unbedingt wissen musste, wie die Sache ausgeht.
Die Vielzahl an Personen bereitete mir dabei überhaupt keine Probleme, da jede einzelne sehr gut ausgearbeitet ist und sich von den anderen abhebt. Ihre Beziehungen zueinander sind komplex und zunächst undurchsichtig, doch genau das macht auch den Reiz aus. Fast jeder hat irgendwo ein kleines oder größeres Geheimnis, und diese nach und nach aufzudecken, ist ein großes Vergnügen. Es kommt dadurch zu ständigen Wendungen in der Handlung, die die Ermittelnden und die Lesenden auf Trab halten. Die kurzen Kapitel und die häufigen Perspektivwechsel sorgen dabei für ein hohes Tempo. Verdächtige gibt es zuhauf, sodass man herrlich miträtseln kann. Am Ende wird man trotzdem überrascht. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand auf den wahren Täter kommt, und doch ist die Auflösung logisch und rund.
„Moorland. Die Zwillinge“ ist der Auftakt einer neuen Thriller-Reihe aus dem Knaur-Verlag. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band, denn der erste konnte mich restlos überzeugen.
Rezensionen von Ryria:
Aktuelles und wichtiges Thema spannend verpackt
Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt? von Nick Brooks
Was für uns meistens weit entfernt ist, ist für viele Menschen z.B. in den USA leider trauriger Alltag: (Polizei-)Gewalt und ständiger Rassismus.
In diesem Buch begleiten wir einige Schwarze Jugendliche, die in eine schlimme Situation hineingeraten: Während Monique auf einer Black Lives Matter Demonstration friedlich ihre Meinung kundgibt, nutzt ihr großer Bruder Jason die Gelegenheit zum Plündern.
Eher unfreiwillig mit dabei ist auch Cooper, der heimlich für Monique schwärmt. Als Jason kurz darauf wegen Mord verhaftet wird, liegt es an Cooper und Mo, den wahren Täter zu finden.
Besonders beeindruckt hat mich an der Geschichte die Authentizität: Der Autor ist selbst Schwarz und hat die Gedanken und Ängste der Menschen eindrucksvoll beschrieben. Es ist eine Sache, von der Situation mit genügend Abstand in den Nachrichten zu hören, aber eine ganz andere, die Gedanken eines Schwarzen Jungen zu lesen, der Angst hat, dass ein Polizist ihn wegen einer falschen Bewegung einfach erschießt.
Ein gesellschaftlich relevantes Thema wird einem hier in unterhaltsamer Form nähergebracht, denn gleichzeitig ist es auch ein spannender Jugendthriller. Man kann toll miträtseln, wer denn jetzt der wahre Mörder ist, mit vielen falschen Fährten und Überraschungen.
Auch ein bisschen Romance ist vorhanden, jedoch im angemessenen Maße und passend zu einem Jugendbuch.
Der Schreibstil ist recht schnörkellos und angenehm zu lesen, die Sprache hat sich für mich auch recht authentisch jugendlich angehört.
Cooper und Monique erzählen abwechselnd aus ihren Perspektiven, beide waren mir überwiegend sympathisch, sie erschienen reflektiert für ihr Alter, aber gleichzeitig auch noch unüberlegt in ihren Entscheidungen manchmal.
Das Erzähltempo war ebenfalls schön hoch, nur das Ende ging mir leider doch etwas zu schnell bzw. hätte ich mir dort noch etwas mehr gewünscht.
Rezensionen von Odina:
Gefährliche Ermittlungen
Heaven's Gate von Daniel Faßbender
Der Krimi "Heaven's Gate“ wurde von Daniel Faßbender verfasst und erschien am 25. Februar 2026 im Diogenes Verlag. Das Buch umfasst 304 Seiten und das Cover ist stimmig zum Setting gestaltet. In der Geschichte geht es um Caruso, einen ehemaligen deutschen Profisurfer, der auf der philippinischen Insel Surogao in Geldnöten steckt.
Als eine Spanierin ihn bittet, ihren vermissten Sohn zu suchen, nimmt er den Auftrag an. Schnell merkt er, dass hinter dem Verschwinden mehr steckt: Die paradiesische Insel ist ein gefährlicher Drogenumschlagplatz und Caruso gerät in einen Strudel aus Korruption und Gewalt. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, ruhig und sehr bildhaft. Die lebendigen Beschreibungen der Insel und ihrer Atmosphäre lassen die Umgebung förmlich greifbar werden. Die Spannung bleibt dabei von Anfang bis Ende hoch, die Krimihandlung ist gekonnt und fesselnd aufgebaut. Die Charaktere sind klar nachvollziehbar gestaltet. Besonders Caruso wirkt als Hauptfigur authentisch und vielschichtig. Seine Vergangenheit als Surfer und sein jetziges Leben als Privatdetektiv fügen sich zu einer glaubwürdigen und sympathischen Persönlichkeit zusammen, deren Handlungen und Gedanken stets verständlich bleiben. Insgesamt ist das Buch ein gelungener, kurzweiliger Krimi, der nicht nur spannende Unterhaltung bietet, sondern auch zum Nachdenken anregt.
Rezensionen von Sina:
Hilfreicher Wegbegleiter
Dein ADHS Buddy von Grace Koelma
Das Workbook „Dein ADHS Buddy“ von Grace Koelma verknüpft gekonnt wissenswerte Informationen rund um das Thema ADHS mit praktischen und professionellen Tipps, um den Alltag damit besser bewältigen zu können.
Im ersten Teil des Buches wird erklärt, was ADHS überhaupt ist, vor welchen Herausforderungen Betroffene stehen, wie sich eine Komorbidität mit Autismus äußert oder auch die spezifischen Stärken von ADHSler:innen.
Insbesondere die Teile zur emotionalen Regulation und dem Nervensystem haben mir sehr gut gefallen. Die Texte sind recht kurz und in einer klaren Sprache gehalten. Jedes der drei Kapitel im ersten Teil enthält zudem einen Erfahrungsbericht eines Betroffenen, was meiner Ansicht nach den Zugang zum Thema erleichtert und Selbstakzeptanz fördert.
Im zweiten Teil des Buches geht es dann mehr um das Praktische. Themen wie Zielsetzung, Produktivität und das bewusste Arbeiten mit Hyperfokus-/fixierung werden hier klar in den Fokus gestellt.
Insgesamt ist die Aufmachung des Buches aus meiner Sicht absolut gelungen. Die Mischung aus informativen Inhalten mit farbenfrohen Illustrationen und tollen Vorlagen zum Arbeiten laden zum Lesen und aktiv werden ein, während sie hervorragend auf ein neurodivergentes Nervensystem abgestimmt sind.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Dieses Buch hat mich zutiefst berührt
Midnight Caller von Christine Wayand
Romy ist der Hauptcharakter des Buchs von Christine Wayand und hier muss ich schon meine erste Begeisterung teilen : Wieviel Talent kann man bitte besitzen, Charakteren in Büchern Leben einzuhauchen ? Sie individuell und tiefgründig beschreiben und den Leser / die Leserin damit sofort zu catchen ? Die Autorin Christine Wayand hat dieses Talent definitiv und damit hat sie mich auch schon auf den ersten Seiten gefangen.
Romy, die nachts das Sorgentelefon bedient, ist professionell, geradezu akkurat – ihre Gefühle kann sie problemlos auf die Seite schieben und sich Nacht für Nacht die Sorgen anderer Menschen anhören. Bis da diese eine Stimme auftaucht, die sie zutiefst berührt; die etwas mit ihr macht, was nicht sein darf – denn Nähe ist bei diesem Job nicht erlaubt. Und doch weckt diese Stimme so viel in ihr, was im Verborgenen bleiben sollte und eigentlich nicht an die Oberfläche sollte.
Dies ist kein klassisches Romance Buch – sondern geht viel, viel tiefer. Ich habe das Buch wirklich verschlungen und konnte es nicht mehr aus der Hand legen.
Christine Wayand schreibt so bildhaft, dass man sich wie gefangen fühlt mit ihren starken Figuren – und fast fühlt es sich nach den ersten paar Seiten an, als wären diese Figuren alte Bekannte, ja fast Freunde. Man fühlt alle Emotionen so toll mit.
Was für ein Jackpot dieses Buch ist, solltet Ihr unbedingt selbst erleben – eine absolute Leseempfehlung gibt es von mir !
Rezensionen von Ulla:
im Kopf der Frau
Grüne Welle von Esther Schüttpelz
Eine, zuerst namenlose, Frau, eine Künstlerin, verlässt das Kino, in dem sie regelmäßig mit ihrer Freundin aus Studienzeiten trifft. Dies ist ihre einzige Auszeit von ihrem bestimmenden Mann, einem erfolgreichen Anwalt. Sie steigt in ihr Auto und will nach Hause fahren, bis sie zuerst in einer Umleitung gerät und dann, im Dunkeln, einen falschen Weg gewählt hat.
Sie beschließt weiterzufahren und an der nächsten roten Ampel zu wenden. Doch jede Ampel leuchtet grün. So fährt sie und fährt, übermüdet und unterzuckert, bis sie einen kleinen Unfall hat.
Was diese Frau bewegt hat, sich immer weiter von ihrem Zuhause zu entfernen, wird uns während der langen Fahrt nahegebracht. Die Gedanken und Gefühle der Frau, ihre Wünsche und Sehnsüchte, die sie sich jetzt erst eingesteht, könnten viele Frauen so oder so ähnlich erlebt haben. Als sie auf zwei junge Anhalterinnen trifft werden die Reflektionen mit ihrem bisherigem Leben intensiver.
Eine weitere Sichtweise erleben wir durch die Freundin der Frau, die sich erst Sorgen um die verschwundene Frau macht, dann jedoch merkt, dass sie nicht zu ihrem Mann fahren möchte.
Der Roman ist in einer ganz besonderen Sprache geschrieben, teilweise mit sehr langen Sätzen und einem Inhalt, der nachdenklich macht.
Rezensionen von Krani:
Unterhaltsam
Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell
Das White Octopus Hotel ist längst geschlossen und verfällt. Die Kunstgutachterin Eve Shaw ist mit diesem Hotel verbunden. Sie trägt ein Oktopus-Tattoo, das über ihren Körper zu wandern pflegt. Außerdem trägt sie eine schwere Schuld mit sich herum. Als sie das Hotel betritt, wird sie in die Vergangenheit versetzt.
Kann sie sich auf diesem Weg von ihrer Schuld befreien?
Eve ist eine sympathische Heldin, die zu Beginn verletzlich und unsicher wirkt. Doch sie ist etablierte Gutachterin in einem Museum, und ihre Expertise ist gefragt. Sie wird mit Geheimnissen konfrontiert, auf die sie nicht vorbereitet ist. Auch die zweite Hauptperson, ein Soldat aus den Schützengräben des ersten Weltkrieges, wirkt glaubhaft und lebendig.
Der Stil ist sehr ansprechend und bildhaft. Es entsteht eine mystische, gruselige Atmosphäre, voller Emotionalität und Spannung. Es ist nicht immer alles leicht zu verstehen, da die Zeitreisen auch Schleifen bilden. Da ist es hilfreich, dass beinahe jedes Kapitel mit den Namen der jeweiligen Hauptperson und der Zeit überschrieben ist, in der es spielt. Immer neue Rätsel sind zu lösen. Das Ende fand ich allerdings unbefriedigend. Nach so viel Verwirrung hätte es mir besser gefallen, wenn sich die einfache Wirklichkeit wieder eingestellt hätte.
Ich hätte Eve lieber in einem rein realistischen Setting weiter begleitet. Die Zeitreisen kamen mir doch ein bisschen konstruiert vor. Außer der Pracht des Luxushotels ist mir wenig in Erinnerung geblieben. Am besten gefielt mir der Kleiderschrank, der immer nur ein einziges Outfit enthielt: das Passende.
Rezensionen von Ulla:
Entschleunigung
Mathilde und Marie von Torsten Woywod
Die junge Marie hat Paris fluchtartig verlassen. Sie sucht neuen Halt in ihrem Leben, nachdem sie erst vaterlos, dann zu früh den Tod ihrer Mutter verkraften musste und nun auch mit dem Tod ihrer Tante, die in den letzten Jahren für sie da war, zurecht kommen musste. Im Zug trifft sie auf die ältere Isländerin Jonina, die von Brüssel zurück nach Redu fährt, wo sie eine Buchhandlung betreibt.
Redu ist ein ganz besonderer Ort in den belgischen Ardennen, der wirklich existiert. Auf 390 Einwohner kommen 20 Buchhandlungen. Jónína überzeugt Marie, mit ihr mitzukommen, die Ruhe würde ihr guttun. Marie lernt ohne ihr Smartphone zu leben, im Ort wird das Internet nur für eine Stunde freigeschaltet und es gibt nur einen einzigen Fernseher für alle. Sie lernt, ihre Zeit anders zu nutzen, mit langen Spaziergängen mit der Labradorhündin Anneliese, mit Gesprächen und als Aushilfe in der Buchhandlung. Nach und nach entdeckt sie die Natur um sie herum und will mehr darüber erfahren. Und sie trifft auf Mathilde, die nach langer und glücklicher Ehe den Tod ihres Mannes nicht verkraftet, besonders, da dieser eine kryptische und Besorgnis erregende Nachricht hinterließ.
Der Roman ist so ruhig wie das Dorf, es ereignet sich nicht viel. Das Leben im Laufe eines halben Jahres mit den wechselnden Jahreszeiten, die Gemeinschaft der Dorfbewohner in ihrem entschleunigten Leben, die sich Zeit nehmen für die Sorgen ihrer Mitmenschen, wird sehr einfühlsam beschrieben und lässt einen selbst nachdenklich zurück.
Rezensionen von yellowdog:
Ein Appell
Genau so fängt es an von Eva Umlauf
Eva Umlauf ist eine Holocaust-Überlebende. Sie war als 2jähriges Kind mit ihrer Mutter in Auschwitz. Sie überlebten, aber alle anderen Verwandten waren tot.
Mit psychologisch geschulten Blick schreibt sie über darüber, wie in Deutschland jetzt wieder eine große Akzeptanz für eine rechtsextreme Partei gibt.
Sie warnt Friedrich Merz davor, dass er mit Zustimmung von Rechten Politik zu machen.
Scharf kritisiert sie die Israelkritik in Deutschland, der von der Gesellschaft, aber auch von Medien ausgeht.
Am Ende wendet sie sich mit ihrem Text, einem Appell, an die Jugend.
Es gibt nicht mehr viele Überlebende und Zeitzeugen. Man sollte ihnen zuhören.











