Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Odina:
Skandinavische Spannung
Weißer Rausch von Anu Ojala
„Weißer Rausch“ von Anu Ojala handelt von einer Mordserie im eisigen Grenzgebiet zwischen Finnland und Schweden. Kommissarin Ronja Jentzsch ermittelt in brutalen Verbrechen, einer tödlichen neuen Droge und rätselhaften Spuren nach Schweden. Die Autorin schreibt sehr flüssig, bildhaft und atmosphärisch dicht.
Besonders die eisige, raue Umgebung wird so lebendig beschrieben, dass man sich sofort mitten im Geschehen fühlt. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten erzählt, was mir sehr gut gefallen hat. Die Spannung ist von Anfang an hoch und hält sich bis zum Schluss. Ich wollte ständig wissen wie es weitergeht, welche Verbindung die einzelnen Ereignisse haben und welche Rolle Kristian wirklich spielt. Gerade dieser hatte von Beginn an mein Mitgefühl. Es war hart mitzuerleben, was er alles durchmachen und einstecken musste und in welchem inneren Zwiespalt er stand. Ronja fand ich als Ermittlerin großartig und sehr authentisch. Sie wirkt klug, entschlossen und gleichzeitig menschlich. Auch die übrigen Protagonisten sind klar und übersichtlich dargestellt, sodass man der Geschichte sehr gut folgen kann. Insgesamt ist das Buch ein sehr guter Thriller und für alle Skandinavien-Fans ein Muss. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!
Enttäuscht
Meertotfrau von Christoph Kastenbauer
„Meertotfrau“ von Christoph Kastenbauer handelt von Richard Graber, einem ehemaligen SEK-Beamten aus Berlin, der heute als Sicherheitschef eines Luxusresorts in Puerto Limón arbeitet. Als die verstümmelte Leiche einer jungen Touristin am Hotelstrand angespült wird, gerät er in einen Fall voller Gewalt, Gier und internationaler Kriminalität.
Die Spur führt ins brutale Geschäft mit Haiflossen und zugleich zurück in Ricos eigene Vergangenheit. Die Grundidee klang für mich vielversprechend, doch leider konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen. Der Schreibstil war leider gar nicht meins. Dadurch fiel es mir schwer, richtig in die Handlung hineinzufinden und ich habe mich stellenweise eher durch das Buch gequält. Auch die teils sehr brutalen Beschreibungen waren mir zu viel. Natürlich gehört Härte zu einem Thriller dazu, doch hier empfand ich manche Szenen eher abschreckend als spannungsfördernd. Zusätzlich haben mich einzelne Abschnitte im Lesefluss gestört. Sie wirkten auf mich teilweise verwirrend und haben es mir erschwert der Geschichte flüssig zu folgen. Auch die Spannung war für mich eher durchwachsen. Zwar gab es immer wieder Ansätze, die interessant waren, aber wirklich fesseln konnte mich die Handlung leider nicht. Mit den Protagonisten wurde ich ebenfalls nicht warm. Richard Graber hätte als Figur eigentlich viel Tiefe haben können, blieb für mich aber eher oberflächlich. Dadurch konnte ich keine richtige Verbindung zu ihm oder den anderen Charakteren aufbauen. Insgesamt hatte ich mir mehr von dem Buch erhofft.
Angst und Vergangenheit
Blut für Blut von Anna Schneider
„Blut für Blut“ von Anna Schneider handelt von Sophie Roth, die nach einer gewalttätigen Beziehung als Fotografin neu anfangen will. Ein Auftrag bei der reichen Familie Grafinger bringt sie jedoch ihrer Vergangenheit näher, denn der Mord an ihrem Vater vor zwanzig Jahren scheint plötzlich wieder eine Rolle zu spielen.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leichtgefallen. Die Autorin schreibt flüssig und bildhaft, sodass ich schnell in die Handlung hineingezogen wurde. Besonders gut gefallen hat mir der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Dadurch setzt sich die Geschichte nach und nach zusammen und man möchte unbedingt wissen, was damals wirklich passiert ist. Die mysteriösen Aufträge, die unheimliche Atmosphäre rund um die Familie Grafinger und Sophies Vergangenheit haben für viel Spannung gesorgt. Ich hatte oft das Gefühl, dass hinter jeder Figur mehr steckt, als man zuerst denkt. Dadurch blieb meine Neugier bis zum Schluss geweckt. Sophie als Protagonistin mochte ich sehr. Ich konnte ihre Angst vor Philip gut nachvollziehen und hatte von Anfang an Mitgefühl mit ihr. Gleichzeitig fand ich sie mutig, weil sie trotz allem versucht, ihr Leben neu zu ordnen und sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Die Figuren sind klar dargestellt, sodass man der Handlung gut folgen kann. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen. Auch wenn ich gegen Ende manche Entwicklungen schon erahnen konnte, blieb die Geschichte für mich interessant und fesselnd. Insgesamt ist das Buch ein sehr gelungener Thriller, der mich überzeugen konnte.
Menschliches Verhalten
Die Lüge in ihrem Gesicht von Anne Keßel
„Die Lüge in ihrem Gesicht“ von Anne Keßel handelt von einer schweigenden Frau nach dem Tod eines jungen Mannes. Obwohl alles nach Notwehr aussieht, misstraut Verhaltenspsychologin Marlene Nielsen der Situation und stößt auf ein Netz aus Lügen, in dem Täterin und Opfer kaum noch zu unterscheiden sind.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und bildhaft, sodass ich mühelos in die Geschichte eintauchen konnte. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sorgen dafür, dass man immer weiterlesen möchte. Ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen. Besonders gelungen fand ich die durchgehend beklemmende Stimmung. Marlene Nielsen hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Sie ist klar gezeichnet, authentisch und vielschichtig. Spannend fand ich ihr Wissen über Mikroexpressionen und menschliches Verhalten. Dadurch hatte die Geschichte nicht nur einen hohen Unterhaltungswert, sondern man konnte beim Lesen auch noch etwas dazulernen. Ich habe Marlene gerne begleitet, mit ihr mitgefühlt und mitgefiebert. Auch die übrigen Figuren sind übersichtlich und glaubwürdig dargestellt. Man hinterfragt ständig Motive, Aussagen und Wahrheiten. Insgesamt ist das Buch ein sehr gelungener psychologischer Thriller, den ich gerne weiterempfehle.
Guter Thriller
Der Prätorianer von Tobias Bukkehave
„Der Prätorianer“ von Tobias Bukkehave handelt von Kommissarin Sara Levin, die in einer eisigen Stadt einen rätselhaften Ritualmord untersucht. Als Hinweise zu ihrem verurteilten Vater führen, muss sie sich ihrer dunklen Familienvergangenheit stellen um den Serienkiller zu stoppen. Der Autor erzählt die Geschichte in einem flüssigen und bildhaften Schreibstil.
Besonders das skandinavische Setting wird atmosphärisch beschrieben und sorgt für eine kalte, düstere Stimmung. Durch die wechselnden Perspektiven bleibt die Handlung abwechslungsreich und bekommt zusätzliche Spannung. Stellenweise hätte man einige Passagen jedoch kürzen können, da sie das Tempo etwas bremsen. Die Charaktere sind klar und gut nachvollziehbar gestaltet. Besonders Sara Levin wirkt glaubwürdig in ihrem Denken und Handeln. Auch ihr Partner Janus sowie ihr Bruder Adam passen überzeugend in die düstere Handlung. Insgesamt ist das Buch ein guter Thriller für alle Skandinavien Fans.
Küstenatmosphäre
Hummerjahre von Beatrix Gerstberger
„Hummerjahre“ von Beatrix Gerstberger ist der zweite Band der Hummerfrauen-Reihe und erzählt von Mina, Julie und Judith, die auf Eagle Island mit Liebe, Verlust, Schuld und Vergebung konfrontiert werden. Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, sollte man Band 1 gelesen haben. Mina begegnet ihrer vergangenen großen Liebe, Julie sucht nach einem Neuanfang im Alter und Judith muss sich den Erinnerungen an einen tragischen Sommer stellen.
Alle drei fragen sich, ob Glück und Vergebung noch möglich sind. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Die Kapitel wechseln zwischen den Perspektiven der Protagonistinnen, zwischendurch gibt es Rückblicke in die Vergangenheit der verstorbenen Ann. Die Spannung bleibt eher mittelmäßig, große Überraschungen gibt es kaum. Dennoch bleiben die Figuren und ihre Beziehungen interessant. Besonders Julie fand ich diesmal am spannendsten. Insgesamt ist das Buch ein guter Roman mit schöner Küstenatmosphäre, klar gezeichneten Charakteren und einigen kleineren Schwächen.
Fesselndes Verwirrspiel
Was sie nicht weiß von Shari Lapena
„Was sie nicht weiß“ von Shari Lapena handelt von Bryden und Sam, einem scheinbar glücklichen Ehepaar mit kleiner Tochter. Als Bryden eines Tages spurlos verschwindet, obwohl ihre persönlichen Sachen noch zu Hause liegen, beginnt ein rätselhaftes und spannendes Verwirrspiel. Schon das mysteriös gestaltete Cover macht neugierig und passt sehr gut zur Geschichte.
Auch der Schreibstil von Shari Lapena konnte mich sofort überzeugen: Er ist sehr flüssig, fesselnd und sorgt dafür, dass man regelrecht durch die Seiten fliegt. Die angenehm kurzen Kapitel verstärken diesen Lesefluss zusätzlich und machen es schwer das Buch aus der Hand zu legen. Die Spannung bleibt durchgehend hoch, sodass es großen Spaß macht mitzufiebern und eigene Vermutungen anzustellen. Besonders gelungen ist, wie die Autorin immer wieder falsche Fährten legt. Man weiß nie genau, wem man vertrauen kann oder wer tatsächlich die Wahrheit sagt. Auch die Protagonisten sind klar und übersichtlich dargestellt. Sie wirken authentisch und man kann gut mit ihnen mitfühlen. Gleichzeitig sticht niemand zu deutlich hervor, was die Geschichte noch spannender macht, da bis zum Schluss vieles offenbleibt. Insgesamt ist das Buch für mich ein echtes Lesehighlight! Hervorragende Umsetzung!
Gelungener Inselthriller
Düster von Ivar Leon Menger
In „Düster“ von Ivar Leon Menger verschwindet eine junge Frau aus einem Grandhotel auf einer Nordseeinsel und wird wenig später grausam zugerichtet am Leuchtturm gefunden. Ex-Kommissar Stahl reist unter dem Vorwand eines Luxusurlaubs mit Geli an, doch statt Erholung erwarten ihn ein gefährlicher Auftrag und weitere Morde.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht. Auch ohne den Vorgängerband zu kennen, fand ich problemlos hinein. Die Figuren sind klar gezeichnet, authentisch und lebendig. Besonders Stahl war mir sympathisch und auch Geli brachte mich mit ihrer Art immer wieder zum Schmunzeln. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, wodurch die düstere Inselatmosphäre sehr gut zur Geltung kommt. Die kurzen Kapitel empfand ich als angenehm, da sie das Lesetempo erhöhen. Die Spannung bleibt durchgehend hoch und unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass die Geschichte bis zum Schluss fesselnd bleibt. Insgesamt ist das Buch ein gelungener Thriller, der mich sehr gut unterhalten hat. Ivar Leon Menger werde ich mir auf jeden Fall merken.
Düsteres Grauen
Die Villa von Markus Heitz
In "Die Villa" von Markus Heitz geht es um Doreen und Marina Markert, die eine alte Villa in Leipzig kaufen und plötzlich großen Erfolg haben. Doch ihr neues Glück hat einen dunklen Preis. Gleichzeitig sucht Musiker Ethan in London den Mörder seiner Mutter und entdeckt eine gefährliche Verbindung.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, bildhaft und düster. Die beklemmende Atmosphäre passt perfekt zur Geschichte und jedes einzelne Kapitel sorgt dafür, dass die Spannung durchgehend hoch bleibt. Die Protagonisten sind klar und übersichtlich dargestellt. Am liebsten habe ich die Kapitel um Doreen und Marina gelesen, da es in der Villa richtig zur Sache geht. Aber auch Ethans Kapitel sind wichtig, weil sich am Ende alles zusammenfügt. Insgesamt ist das Buch ein spannender und interessanter Horror-Roman, der die Fantasie anregt. Die Horrorelemente sind allerdings sehr detailliert beschrieben und daher nichts für empfindliche Leser.
Liebe im Apfelgarten
Der geheime Apfelgarten: Getrennte Welten von Rebekka Eder
„Der geheime Apfelgarten: Getrennte Welten“ von Rebekka Eder erzählt von Kea Loop, die 1892 auf Finkenwerder lebt und sich im Apfelgarten ihrer Mutter in Kristen verliebt, den Knecht der verfeindeten Nachbarn. Doch ihre Liebe wird durch Familie, Grenzen und die Cholera auf eine harte Probe gestellt.
Ich bin sehr schnell in die Geschichte hineingekommen, vor allem durch den flüssigen und bildhaften Schreibstil. Die Atmosphäre hat mir besonders gut gefallen: der Apfelgarten, Finkenwerder und die Zeit um 1892 wurden für mich richtig lebendig. Auch die Spannung war gut dosiert, sodass ich immer wissen wollte, wie es für Kea und Kristen weitergeht. Beide habe ich sehr gern begleitet. Ihre Gefühle konnte ich gut nachvollziehen und auch Keas Cousine Rosa ist mir ans Herz gewachsen. Die Freundschaft zwischen Kea und ihr fand ich besonders schön und berührend. Für mich war es ein toller Wohlfühlroman mit historischem Hintergrund und viel Gefühl. Ich warte jetzt sehnsüchtig auf den zweiten Band.











