Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Silvia Grutze:
„Leicht zu lesen, schwer zu verdauen – warum ‚Ochsenkopf‘ von 1 auf 5 Sterne gestiegen ist“
Ochsenkopf von Manik Sarkar
Der Roman „Ochsenkopf“ von Manik Sarkar hat es in sich.
Was sich leicht lesen lässt, ist inhaltlich alles andere als leicht verdaulich.
Zu Beginn dachte ich noch: Was für ein skurriler Roman. Ich war tatsächlich kurz davor, nur einen Stern zu vergeben. Doch als ich das Buch beendet hatte und begann, über den Inhalt nachzudenken, änderte sich meine Meinung um mehr als 180 Grad.
Heute bin ich mir zu 100 % sicher: Dieser Roman verdient fünf Sterne.
Rensing Junior wächst zwischen dem Schlachtraum, in dem sein Vater sein Handwerk ausübt, und dem Verkaufsraum der Fleischerei auf, in dem seine Mutter hinter der Theke steht. Was anderes als selbst Metzger zu werden, scheint für ihn kaum vorstellbar. Er tritt in die Fußstapfen seines Vaters – allerdings mit messerscharfen neuen Ideen und einem enormen Wissensdurst. Alles, was er sich aus Büchern aneignet, versucht er in seinem Handwerk umzusetzen, während die Fleischerei zunehmend gegen Supermärkte und deren Diskontpreise kämpfen muss.
Für Rensing zählen vor allem Qualität, artgerechte Tierhaltung und handwerkliche Perfektion. Was seine Kundschaft tatsächlich möchte, versteht er dagegen nur schwer. Seine Frau versucht ihm immer wieder zu erklären, dass man sich den Kunden und den veränderten Zeiten anpassen muss, wenn man überleben will. Doch Rensing bleibt stur und hält an seiner Philosophie fest.
Er ist ein Eigenbrötler, gleichzeitig wissbegierig und besessen von allem, was mit dem Zerlegen von Tieren und dem Metzgerhandwerk zu tun hat. Sarkar führt uns dabei sehr detailliert in dieses Milieu hinein. Manchmal war das beim Lesen tatsächlich schwer auszuhalten – und nicht nur gedanklich. So manches Mal hat sich mein Magen dabei bemerkbar gemacht.
Während Rensing immer tiefer in seine eigene Welt und seine Fleisch-Philosophie eintaucht, übersieht er, dass er selbst und seine Frau dabei auf der Strecke bleiben.
Und trotzdem – oder gerade deshalb – finde ich es sensationell, wie Manik Sarkar die moderne Zeit, unsere Konsumgesellschaft und die Gleichgültigkeit vieler Konsumenten einfängt. Der Roman zeigt auf schonungslose Weise, wie leicht sich Menschen beeinflussen lassen und wie schnell Qualität, Herkunft und Handwerk hinter dem vermeintlich günstigen Preis verschwinden.
Je länger ich über das Buch nachgedacht habe, desto mehr hat sich meine anfängliche Meinung verändert. Aus einem vermeintlich skurrilen Roman wurde für mich ein Buch mit einer ziemlich bitteren und nachdenklich stimmenden Botschaft.
Das tragische Ende macht die Geschichte noch trauriger – und gleichzeitig bleibt sie dadurch umso länger im Kopf.
Von mir gibt es deshalb eine absolute Leseempfehlung.
Und vielleicht auch einen kleinen Aufruf beim nächsten Fleischeinkauf: Wenn ihr Fleisch kauft, schaut doch einmal, ob es in eurer Nähe noch einen niedergelassenen Fleischer bzw. eine handwerkliche Metzgerei gibt. Unterstützt das Handwerk, solange es noch da ist.
Rezensionen von robertp:
Vino tinto
Rotwein im Blut von Georg Torres
Wer tötet jemanden indem er dessen Blut in Rotwein tauscht?
Diese Frage stellen sich die Ermittler im vorliegenden Roman. Der Autor Georg Torres schreibt über und auf der spanischen Insel Mallorca. Es hat sogar einen eigenen Leseclub. Ich habe bislang noch gar nichts von ihm gelesen. Den Krimi bespielen ein Deutscher, Georg Rothenburg mit Namen, der auf einem Boot in einem kleinen Hafen wohnt und die Inspektorin Ana Banderas, die erstmalig einen Mord bearbeitet.
Vor Ort muss sie annehmen, dass es sich um einen Ritualmord handelt und sie nimmt die Ermittlungen mit ihrem Partner Donis Nunez – Spitzname Adonis – auf. Rasch kommen die Kommissare auf ein verzweigtes Netz von Weinhändlern, die international tätig, die Weine des Ermordeten verfälschen und veräußern. Nebenbei finden sie noch eine weitere Spur, eine die in die Vergangenheit des Weingutes führt. Welche führt zum Täter?
Die eigenwillige Polizistin – sie fährt einen auffälligen Corvette Sportwagen – wird sehr bestimmt geschildert. Ihr deutscher Freund unterstützt sie indem er seine, selbst entwickelte, KI auf den Fall ansetzt. Dieser Rechner, Sonia genannt, findet weltweite Zusammenhänge in Sekundenbruchteilen und könnte auch Datenschutzgrenzen verletzten. Tatsächlich hat Sonia bei den Ermittlungen eine Schranke illegal durchbrochen und Rothenburg darüber nicht in Kenntnis gesetzt. Erst nach Lösung des Falles wird Sonia dies gestehen. Die notwendigen Löschungen in den Protokollen lassen aber einen neuen Mitspieler auf Georg Rothenburg aufmerksam werden.
Georg Torres gelingt es mich mit verschiedenen Szenarien an der Verfolgung des Täters teilhaben zu lassen. Die Mordermittlung und der Weinskandal werden durch den dritten Aspekt die Aktivitäten der künstlichen Intelligenz vervollständigt. Hier bespricht er ein Thema, das auch aktuell in den Medien vertreten ist. Im Fall von Sonia scheint der Computer sich bereits menschliche Züge angeeignet zu haben.
Ich mag Krimis gern, die auf der Insel spielen. Es gibt ja eine Menge davon (Lucia del la Vega, Klaus Spane …) und auch eine Fernsehserie. Was auffällt ist, dass die Autoren meist aus Deutschland kommen (wie auch hier). Vielleicht darf ich ja hier in die Abenteuer von Herrn Torres einsteigen zumal das Ende dieses Romans bereits den nächsten zu lösenden Mord ankündigt.
Für alle die einen spannenden Mallorca Krimi lesen und sich gleichzeitig über die Gefahr der künstlichen Intelligenz Gedanken machen wollen. Nicht überall ist ein maschinelles Superhirn wie hier dem Menschen behilflich, ja diesem sogar zugetan.
Rezensionen von April1985:
Feenschuhe, Geister und mysteriöse Portale
Ein Haus aus Salz und Tränen von Erin A. Craig
Meine Gedanken:
Manche Geschichten funktionieren für mich einfach besser als Hörbuch.
Ein Haus aus Salz und Tränen war genau so eine. Ich habe ungefähr ein Viertel gelesen und bin dann auf das Hörbuch gewechselt. Beim Lesen war mir die Geschichte anfangs etwas zu langsam. Als Hörbuch hat mich das deutlich weniger gestört, weil die düstere Atmosphäre und die ganze Stimmung viel stärker bei mir angekommen sind.
Und genau diese Atmosphäre ist für mich auch eine der größten Stärken des Buches.
Salz. Meer. Wind. Dunkle Häuser. Geistererscheinungen. Feste, die zu schön wirken, um wahr zu sein.
Ich hatte diese Insel sehr schnell vor Augen.
Von Feenschuhen, Portalen und Göttern:
Ein Haus aus Salz und Tränen ist angelehnt an das Grimm-Märchen Die zertanzten Schuhe – und diese märchenhaften Elemente haben für mich richtig gut funktioniert.
Dazu kommen Götter, Geister und mysteriöse Portale, durch die die Schwestern in eine andere Welt voller Feste und rauschender Bälle gelangen.
Gerade diese Mischung aus Märchen und Gothic-Fantasy mochte ich sehr.
Es fühlt sich gleichzeitig wunderschön und falsch an. Und genau das sorgt für diese unterschwellige Gruselstimmung.
Annaleigh und ihre Schwestern:
Annaleigh mochte ich sehr gerne. Sie hält sich mit ihrer Meinung nicht zurück, ist mutig und lässt sich von den mysteriösen Todesfällen in ihrer Familie nicht einfach abspeisen.
Ihre Schwestern blieben für mich hingegen – bis auf das Nesthäkchen Verity – etwas blass. Ich hatte gerade am Anfang Schwierigkeiten, sie auseinanderzuhalten.
Allerdings muss ich auch sagen: Für die Geschichte selbst war das nicht unbedingt ein großes Problem. Nicht jede Schwester musste für mich gleich viel Raum bekommen.
Annaleigh hingegen trägt die Handlung sehr gut. Sie hinterfragt. Sie ermittelt. Und sie will wissen, was wirklich passiert ist.
Gerade dieser Mystery-Anteil hat mir viel Spaß gemacht.
I ♥️ Cassian und Fisher:
Und dann sind da noch Cassian und Fisher.Die beiden haben es mir ebenfalls angetan. Der eine ist ein einziges Geheimnis. Der andere fühlt sich an wie ein Freund zum Pferdestehlen.
Natürlich fragt man sich irgendwann unweigerlich, ob einer von beiden etwas mit den Todesfällen zu tun haben könnte. Wobei ich persönlich relativ früh eine ziemlich klare Theorie hatte, wer wohl wirklich dahintersteckt. Trotzdem war der Weg dorthin spannend genug, dass ich weiterwissen wollte.
Und irgendwann war selbst ich mir nicht mehr ganz sicher, ob meine eigene Theorie wirklich stimmt.
Was ist real?
Für mich wurde die Geschichte immer dann am stärksten, wenn Realität und Illusion ineinander verschwimmen.
Was ist wirklich passiert? Was sieht nur Annaleigh? Was ist Wahnsinn – und was Magie?
Ab einem gewissen Punkt konnte man sich auf kaum noch etwas verlassen. Und genau da hat mich die Geschichte richtig gepackt.
Die Geistererscheinungen, die Ermittlungen rund um die Todesfälle und die Frage, ob wirklich ein Fluch über der Familie liegt, haben für mich sehr gut funktioniert.
Ein bisschen weniger Ball hätte gereicht:
Ganz ohne Längen kommt die Geschichte für mich allerdings nicht aus. Hundert Seiten weniger hätten wahrscheinlich nicht geschadet. Gerade im Mittelteil verliert sich die Handlung für meinen Geschmack etwas zu stark in den Bällen, Kleidern und rauschenden Festen. Natürlich gehören diese Szenen zum Märchenmotiv der zertanzten Schuhe. Aber irgendwann hätte ich mir einfach wieder mehr Fokus auf die Todesfälle, den Fluch und Annaleighs Ermittlungen gewünscht.
Das Hörbuch hat mir hier wirklich geholfen, weil mich die Atmosphäre trotzdem weitergetragen hat.
Wie klang die Geschichte?
Als Hörbuch hat Ein Haus aus Salz und Tränen für mich deutlich besser funktioniert als beim Lesen.
Gerade die düstere, maritime Stimmung, die Geistererscheinungen und die langsam zunehmende Unsicherheit kamen beim Hören viel stärker bei mir an.
Ich hatte das Gefühl, mich leichter auf die Atmosphäre einlassen zu können und weniger über das eher gemächliche Tempo nachzudenken.
Für mich war das definitiv eine Geschichte, die durchs Hören gewonnen hat.
Was bleibt?
Ein Haus aus Salz und Tränen hat mich vor allem mit seiner Atmosphäre bekommen.
Eine Insel, die vom Meer und Salz lebt. Eine Familie, die immer mehr Schwestern verliert. Geister. Götter. Feenschuhe. Mysteriöse Portale.
Und die Frage, ob das, was Annaleigh sieht, wirklich real ist.
Die Geschichte hätte für mich etwas gestrafft werden dürfen und einige der Schwestern blieben ziemlich blass.
Aber gerade die märchenhaften Elemente, die Mystery-Ebene und das immer stärkere Verschwimmen von Wahnsinn, Illusion und Realität haben für mich richtig gut funktioniert.
Düster, märchenhaft und schön unheimlich.
Vier Eulen für Salz, Geister, märchenhafte Portale und eine Geschichte, bei der irgendwann selbst die Realität ins Wanken gerät.* ????????????
Rezensionen von April1985 :
Feenschuhe, Geister und mysteriöse Portale
Ein Haus aus Salz und Tränen von Erin A. Craig
Meine Gedanken:
Manche Geschichten funktionieren für mich einfach besser als Hörbuch.
Ein Haus aus Salz und Tränen war genau so eine. Ich habe ungefähr ein Viertel gelesen und bin dann auf das Hörbuch gewechselt. Beim Lesen war mir die Geschichte anfangs etwas zu langsam. Als Hörbuch hat mich das deutlich weniger gestört, weil die düstere Atmosphäre und die ganze Stimmung viel stärker bei mir angekommen sind.
Und genau diese Atmosphäre ist für mich auch eine der größten Stärken des Buches.
Salz. Meer. Wind. Dunkle Häuser. Geistererscheinungen. Feste, die zu schön wirken, um wahr zu sein.
Ich hatte diese Insel sehr schnell vor Augen.
Von Feenschuhen, Portalen und Göttern:
Ein Haus aus Salz und Tränen ist angelehnt an das Grimm-Märchen Die zertanzten Schuhe – und diese märchenhaften Elemente haben für mich richtig gut funktioniert.
Dazu kommen Götter, Geister und mysteriöse Portale, durch die die Schwestern in eine andere Welt voller Feste und rauschender Bälle gelangen.
Gerade diese Mischung aus Märchen und Gothic-Fantasy mochte ich sehr.
Es fühlt sich gleichzeitig wunderschön und falsch an. Und genau das sorgt für diese unterschwellige Gruselstimmung.
Annaleigh und ihre Schwestern:
Annaleigh mochte ich sehr gerne. Sie hält sich mit ihrer Meinung nicht zurück, ist mutig und lässt sich von den mysteriösen Todesfällen in ihrer Familie nicht einfach abspeisen.
Ihre Schwestern blieben für mich hingegen – bis auf das Nesthäkchen Verity – etwas blass. Ich hatte gerade am Anfang Schwierigkeiten, sie auseinanderzuhalten.
Allerdings muss ich auch sagen: Für die Geschichte selbst war das nicht unbedingt ein großes Problem. Nicht jede Schwester musste für mich gleich viel Raum bekommen.
Annaleigh hingegen trägt die Handlung sehr gut. Sie hinterfragt. Sie ermittelt. Und sie will wissen, was wirklich passiert ist.
Gerade dieser Mystery-Anteil hat mir viel Spaß gemacht.
I ♥️ Cassian und Fisher:
Und dann sind da noch Cassian und Fisher.Die beiden haben es mir ebenfalls angetan. Der eine ist ein einziges Geheimnis. Der andere fühlt sich an wie ein Freund zum Pferdestehlen.
Natürlich fragt man sich irgendwann unweigerlich, ob einer von beiden etwas mit den Todesfällen zu tun haben könnte. Wobei ich persönlich relativ früh eine ziemlich klare Theorie hatte, wer wohl wirklich dahintersteckt. Trotzdem war der Weg dorthin spannend genug, dass ich weiterwissen wollte.
Und irgendwann war selbst ich mir nicht mehr ganz sicher, ob meine eigene Theorie wirklich stimmt.
Was ist real?
Für mich wurde die Geschichte immer dann am stärksten, wenn Realität und Illusion ineinander verschwimmen.
Was ist wirklich passiert? Was sieht nur Annaleigh? Was ist Wahnsinn – und was Magie?
Ab einem gewissen Punkt konnte man sich auf kaum noch etwas verlassen. Und genau da hat mich die Geschichte richtig gepackt.
Die Geistererscheinungen, die Ermittlungen rund um die Todesfälle und die Frage, ob wirklich ein Fluch über der Familie liegt, haben für mich sehr gut funktioniert.
Ein bisschen weniger Ball hätte gereicht:
Ganz ohne Längen kommt die Geschichte für mich allerdings nicht aus. Hundert Seiten weniger hätten wahrscheinlich nicht geschadet. Gerade im Mittelteil verliert sich die Handlung für meinen Geschmack etwas zu stark in den Bällen, Kleidern und rauschenden Festen. Natürlich gehören diese Szenen zum Märchenmotiv der zertanzten Schuhe. Aber irgendwann hätte ich mir einfach wieder mehr Fokus auf die Todesfälle, den Fluch und Annaleighs Ermittlungen gewünscht.
Das Hörbuch hat mir hier wirklich geholfen, weil mich die Atmosphäre trotzdem weitergetragen hat.
Wie klang die Geschichte?
Als Hörbuch hat Ein Haus aus Salz und Tränen für mich deutlich besser funktioniert als beim Lesen.
Gerade die düstere, maritime Stimmung, die Geistererscheinungen und die langsam zunehmende Unsicherheit kamen beim Hören viel stärker bei mir an.
Ich hatte das Gefühl, mich leichter auf die Atmosphäre einlassen zu können und weniger über das eher gemächliche Tempo nachzudenken.
Für mich war das definitiv eine Geschichte, die durchs Hören gewonnen hat.
Was bleibt?
Ein Haus aus Salz und Tränen hat mich vor allem mit seiner Atmosphäre bekommen.
Eine Insel, die vom Meer und Salz lebt. Eine Familie, die immer mehr Schwestern verliert. Geister. Götter. Feenschuhe. Mysteriöse Portale.
Und die Frage, ob das, was Annaleigh sieht, wirklich real ist.
Die Geschichte hätte für mich etwas gestrafft werden dürfen und einige der Schwestern blieben ziemlich blass.
Aber gerade die märchenhaften Elemente, die Mystery-Ebene und das immer stärkere Verschwimmen von Wahnsinn, Illusion und Realität haben für mich richtig gut funktioniert.
Düster, märchenhaft und schön unheimlich.
Vier Eulen für Salz, Geister, märchenhafte Portale und eine Geschichte, bei der irgendwann selbst die Realität ins Wanken gerät.* ????????????
Rezensionen von Nele33:
mehr Drama als Thriller
Wie ein Fluss in der Nacht,2 Audio-CD, 2 MP3 von Tana French
"Wie ein Fluss in der Nacht" von Tana French ist der dritte Band um den pensionierten Cop Cal Hooper, der in dem irischen Dorf Ardnakelty mittlerweile Fuß fassen konnte. Eingelesen wurde das Hörbuch von Wolfgang Wagner.
Rachel Holohan, eine junge Frau verschwindet kurz vor ihrer Hochzeit.
Sie ist nach einem Besuch Lena, der Verlobten von Cal plötzlich für niemanden mehr erreichbar. Schnell versammeln sich die Dörfler und organisieren die Suche nach Rachel. Schlussendlich wird ihre Leiche gefunden. Schon wird gemutmaßt und es gibt einige Verdächtige, auch Eugene ihr Verlobter und Sohn von Tommy, der quasi das Dorf regiert, gelangt in den Fokus der Bewohner.
Tana French hat mit dem dritten Band für mich keinen Thriller, sondern eher ein Gesellschaftsdrama geschrieben, welches jedoch durch die Tiefe der Beschreibungen einiges an Spannung bietet. Besonders die Machtstrukturen im Dorf, die sich im Laufe der Zeit sehr geändert haben und wieder auf dem Weg einer neuen Veränderung zu sein scheinen, haben mich beeindruckt. Die Story ist nicht schnell heruntergeschrieben, sondern
hat einige Wendungen und bietet einen ausführlichen Blick auf das kleine Dorf Ardnakelty. Cal als Protagonist gefällt mir nach wie vor sehr gut und auf einen Folgeband freue ich mich schon jetzt.
Wolfgang Wagner als Sprecher verleiht dem Hörbuch durch seine Intonation eine schöne Tiefe.
Eine Empfehlung für Krimi und Drama Liebhaber.
Rezensionen von Simo.Monet:
Gefühlvolle Fortsetzung
Im letzten Moment (Paper Hearts 2) von Maxine Reuker
„Im letzten Moment“ von Maxine Reuker hat mich emotional richtig mitgenommen. Die Geschichte rund um Mila und Nicolas ist nicht einfach nur eine Liebesgeschichte, sondern beschäftigt sich auch mit Selbstzweifeln, emotionaler Abhängigkeit, Freundschaft und der Punkt, wie wichtig es ist, seine eigenen Grenzen zu kennen.
Besonders Milas Entwicklung und ihr Umgang mit ihren Gefühlen haben mir sehr gefallen und wirkten für mich authentisch. Der Schreibstil ist emotional und gleichzeitig angenehm flüssig, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Besonders schön fand ich auch, dass die Freundschaft und die persönlichen Entwicklungen der Charaktere genauso viel Raum bekommen wie die Romance. Dadurch hatte die Geschichte für mich deutlich mehr Tiefe. Auch optisch gefällt mir das Buch richtig gut. Das warme, helle Cover mit den kleinen Herzdetails und den Illustrationen der Charaktere passt wunderschön zur Geschichte. Der Farbschnitt mit den Herzen ist dabei noch ein besonderes Highlight und macht das Buch zu einem echten Hingucker. Eine gefühlvolle Fortsetzung, die mich zum Mitfiebern und Nachdenken gebracht hat und die ich definitiv weiterempfehlen kann.
Rezensionen von Rosenfreund:
Pflegedienstbetreuung von hilflosen, alten Menschen
Gnadenopfer von Viveca Sten
Da ich “Lügennebel“ von Viveca Sten mit Begeisterung gelesen habe, wurde “Gnadenopfer“ von mir dringend erwartet, und ich wurde nicht enttäuscht!
Wieder gibt es ein Cover mit einer schwedischen Schneelandschaft in Weiß-Rot- und Grautönen in wundervoller Haptik, mit einem perfekten Wiedererkennungswert.
Inhaltlich geht es um die Problematik der Betreuung von alten, kranken und sehr einsamen Menschen durch einen Pflegedienst. Der Tod von 3 Patienten innerhalb kurzer Zeit lässt Kommissarin Hanna Ahlander die Fälle untersuchen, obwohl alles auf Tod durch Altersschwäche hindeutet, jedoch lag der Notfallknopf nicht mehr in Reichweite der möglicherweise ermordeten alten Menschen. Die drei Personen wurden aber alle von dem gleichen Pflegedienst betreut, der, reiner Zufall, von Hannas Bekannter geleitet wird. Hanna Ahlander versucht, nach Querelen mit ihrem angestammten Ermittlungspartner, Daniel Lindskog, jedoch auf seine weitere Unterstützung hoffend, mit besonders viel Einfühlungsvermögen, die Lösung der Fälle zu erreichen. Sie wird wieder sehr umgänglich, clever und resilient dargestellt. Aber warum reagiert Daniel so abweisend und genervt von ihr? Was spielt sich da zwischen den beiden ab?
Wieder liegt Viveca Stens Stärke im psychologischen Bereich, in der Entwicklung der Charaktere und der evozierten Atmosphäre.
Es gelingt ihr, die Leserschaft, unterstützt durch einen klaren, realistischen Schreibstil, auf falsche Ermittlungsfährten zu locken, und, durch überraschende Wendungen, gibt es immer wieder neue verdächtige. Die kurzen Kapitel lassen einen nur so durch die Seiten fliegen. Besonders ist auch das sofort einsetzende Spannungselement, in dem der Mord an einer alten Dame in all seinen Leidensphasen geschildert wird. Und die Spannung bleibt bis zur Auflösung erhalten!
Erschreckend sind die mit “Gnadenengel“ in Kursivschrift eingestreuten kurzen Kapitel, wo die Begründung für die Morde aus Tätersicht dargelegt wird. Sind es Morde aus Barmherzigkeit oder haben wir es mit einem gestörten Serienmörder zu tun?
Die Mischung aus der Problematik der häuslichen Pflege, wo akuter Zeitmangel und finanzielle Probleme vorherrschen, der Verfolgung von verdächtigen und die Einbettung des Privatlebens diverser Personen, macht das Werk nicht nur zu einem mitreißenden und nervenaufreibenden Krimi sondern lassen auch dem Menschlichen viel Raum. Daher 5 Punkte
Rezensionen von evaki:
Sardiniens Kultstätten begleitet von einem Familiendrama
Der Abend der Seelen von Maria Laura Berlinguer
Maria Laura Berlinguer führt uns in das Sardinien ihrer Vorfahren und bringt sowohl die mystischen, sardischen Kultstätten, als auch ein überliefertes Familiendrama, in diesem gut zu lesenden Roman, zusammen. Es ist ein Muss für alle, die Sardinien nicht nur wegen des fantastischen Essens, der Luxushotels oder weißen Sandstrände lieben.
Wer zu diesem Buch greift sollte mit dem Nachwort beginnen, damit er weiß, was er darin erfährt, lernt und was beim nächsten Besuch auf Sardinien unbedingt dazugehört. Für mich ist es eher ungewöhnlich die hochinteressante kultische Vergangenheit dieser traumhaften Insel mit einem Liebesdrama zu vermischen. Aber wer Land und Leute verstehen will, der muss natürlich auch tiefer einsteigen und so spiegelt sich mancher raue Landstrich in den Menschen dieser Insel wieder. Eine Bereicherung für alle, die mehr über Sardinien und ihre Bewohner wissen wollen!
Rezensionen von Annaja:
Freude am Bewegen
Wichtel-Yoga im Winterwald. Bilderbuch von Gabriele Pohl
Die Autorin und Yogalehrerin Gabriele Pohl erzählt in ihrem Kinderbuch "Wichtel-Yoga im Winterwald" eine wunderbare Geschichte, die unsere Kleinen zum Mitmachen animiert, ist hochwertig und wunderschön vom Einband her. Die entzückenden Illustrationen verführen zum oftmaligen Blättern der bunten Seiten.
Die Geschichte der kleinen Lina, die gern Yoga macht und die sich Inspirationen vom Bären, dem Schneemann, von Schneeflocken, einer Eisprinzessin, von Krähen und Eichhörnchen holt, ist wirklich sehr einfühlsam und warmherzig geschrieben. Man hat Lust, direkt mit den einfachen Übungen, gemeinsam mit Lina zu starten. Nicht nur Lina staunt und freut sich über die Glücksmomente und die Ruhe, die sie bei den Entspannungsübungen danach am Ende verspürt.
Ein tolles Buch und ein überraschend neues Thema für ein Kinderbuch.
Rezensionen von Katto:
Drei Schwestern, drei Leben – und eine Verbindung, die bleibt
Schwestern. Trotz allem von Max Moor
Drei Schwestern, drei Leben – und eine Verbindung, die bleibt
„Schwestern. Trotz allem“ von Max Moor erzählt die Geschichte von Gerti, Rudi und Hansi, drei Schwestern, die nach dem Zweiten Weltkrieg voneinander getrennt werden. Während Gerti bei den Großeltern bleibt, kommen ihre beiden Schwestern ins Heim.
Was mich an der Geschichte besonders berührt hat, ist, wie unterschiedlich sich ihre Leben entwickeln und wie sehr die gemeinsame Kindheit trotzdem alle drei prägt.
Gerti steht dabei besonders im Mittelpunkt. Sie muss schon früh lernen, auf eigenen Beinen zu stehen und sich in einer Zeit zu behaupten, in der Frauen nur wenige Möglichkeiten hatten. Ihre schwierige Beziehung zu Albert (der ebenfalls nicht unerheblichen Anteil in der Geschichte bekommt), ihre beiden Kinder und ihr großer Wunsch nach einer eigenen Familie machen ihren Lebensweg gleichzeitig bewegend und teilweise auch schwer auszuhalten.
Aber auch Rudi und Hansi bleiben nicht bloße Nebenfiguren. Jede der drei Schwestern geht ihren eigenen Weg und versucht auf ihre Art, mit dem Erlebten und den Erinnerungen an die gemeinsame Kindheit umzugehen. Gerade diese unterschiedlichen Lebenswege fand ich spannend. Gleichzeitig wird deutlich, dass man seine Herkunft und die eigenen Wurzeln nicht einfach hinter sich lassen kann.
Die Figuren sprechen immer wieder einen leichten österreichischen Dialekt, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Da ich selbst einen Bezug nach Österreich habe, habe ich mich damit sehr wohl gefühlt. Max Moor erzählt ruhig, sprachgewaltig und ausführlich. Mir hat es gefallen, dass er sich viel Zeit für die Figuren und ihre Lebensgeschichten nimmt. Aber an manchen Stellen war mir die Erzählung allerdings etwas zu ausführlich, wodurch sich das Buch für mich zwischendurch immer wieder etwas gezogen hat.
Es ist kein Roman, den man einfach nur schnell wegliest, sondern einer, bei dem man die Figuren über viele Jahre begleitet und miterlebt, was eine schwierige Kindheit mit einem Menschen machen kann.
„Schwestern. Trotz allem“ ist für mich eine eindringliche Familiengeschichte über Verlust, Zusammenhalt und die Spuren, die eine gemeinsame Vergangenheit hinterlässt. Nicht jede Passage konnte mich gleichermaßen fesseln, aber insgesamt habe ich die drei Schwestern und ihre Lebenswege sehr gerne begleitet.











