Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Drei???:
Nichts als Vögel
Das Museum der Vögel von Dominic Couzens; Teagan White
Das Buch Museum der Vögel hat mich schon allein durch seine Größe überrascht. Es ist wirklich riesig. Dadurch kann man aber vor allem die Bilder sehr gut betrachten. Es ist wie ein Museum aufgebaut mit verschiedenen Räumen die nach Kategorien z.B. Wasservögel sortiert sind. Man bekommt immer zuerst etwas über die gesamte Gruppe erzählt und dann nochmal über jeden Vogel im Detail, mit Bild, wodurch das ganze informativ und schön anzusehen ist.
Es wechseln sich bekannteren und unbekannter Vögel ab.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, da man definitiv noch etwas neues Lernen kann, da auch einige erstaunliche Fakten erzählt werden, die man sicher vorher noch nicht wusste. Auch das Cover ist sehr schön und gibt schonmal einen guten Einblick was für eine Vielfalt den Leser erwartet.
Also eine klare Empfehlung meinerseits, auch zum Gemeinsamen anschauen mit Kindern sehr gut.
Rezensionen von peedee:
Weihnächtlich, schokoladig, kitschig-süss
Hot Chocolate Kisses von Harper Graham
Maple Falls, Band 2: Cassidy ist unweit von Maple Falls aufgewachsen, hat aber lange Zeit in Paris gelebt. Indem sie nun hier ihre eigene Chocolaterie eröffnet, geht ein Traum in Erfüllung. Sie liebt Weihnachten, obwohl es für sie auch mit schmerzlichen Erinnerungen verbunden ist, doch sie will trotz allem die Weihnachtszeit mit allen Sinnen geniessen.
Sie will den Wettbewerb um den schönsten Weihnachtsladen gewinnen. Doch das will auch der sexy Grinch von gegenüber: Liam mit seinem Hofladen. In der Weihnachtszeit ist er nicht sich selbst; er ist stets froh, wenn wieder der normale Alltag einkehrt. Was ist mit ihm los?
Erster Eindruck: Das Cover passt gut zur Reihe und zu Weihnachten. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich nicht (und ich verstehe auch nicht, wieso man dann nicht gleich den Originaltitel „The Spiced Cocoa Café“ gewählt hat).
Dies ist Band 2 einer Reihe, kann jedoch unabhängig vom Vorgängerband gelesen werden. Da ich erst vor kurzem lesetechnisch in Maple Falls war, ist es für mich ein schönes Wiedersehen.
Cassidy ist wirklich eine Frohnatur, die Weihnachten über alles liebt. Sie trägt schon früh Weihnachtspullis, hat eine Playlist von Weihnachtsmusik und -filmen, ein Rezept für den besten Kakao. Nachdem ihre Beziehung in Paris in die Brüche gegangen ist, hat sie sich geschworen, ein Jahr ohne Männer zu machen. Diese Frist ist noch nicht vorbei und die Anwesenheit des sexy Holzfällers, wie Cassidy Liam insgeheim nennt, gefährdet ihren Plan ungemein.
Liam ist – wie die anderen Bewohner von Maple Falls sagen – im Dezember ein anderer Mensch. Sie wollen Cassidy aber nicht verraten, weswegen dies so ist. Er hat Schuldgefühle und Angst, eine neue Beziehung einzugehen. Cassidy gefällt ihm. Sehr. Aber das darf nicht sein. Hinter seinem sicheren Auftreten steckt viel mehr Unsicherheit als man denkt.
Es war wieder sehr unterhaltsam in Maple Falls. Zwei kleine Kritikpunkte: Cassidy hat beim Abladen eines Weihnachtsbaumes eine allergische Reaktion, die dann aber kurz darauf – beim Schmücken des gleichen Baumes – keine Rolle mehr spielt. Auch die Inaktivität in Bezug auf den „Weihnachtsvandalen“ fand ich merkwürdig. Das Weihnachtsfeeling und die Kleinstadtatmosphäre waren zur Genüge vorhanden – 4 Sterne.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Influencerin mit Herzblut
Schule, aber stabil von Gina Waibel
Auf den ersten Blick war ich mir nicht sicher, was ich von diesem Buch halten sollte. Der Titel "Schule, aber stabil", was soll das heißen? Und dann prangt noch prominent die Autorin mit einem Ganzkörperbild auf dem Cover. Fast hätte ich dem Buch also keinen zweiten Blick gegönnt und nicht hineingelesen.
Doch ich bin sehr froh, es getan zu haben, denn schon die ersten paar Seiten haben mich so überzeugt, dass ich unbedingt das ganze Buch lesen wollte.
Nun nach der Lektüre kann ich sagen: es hat sich gelohnt! Gina Waibel hat etwa ein Jahrzehnt als Lehrerin gearbeitet und dabei mit ihrem sensiblen Radar für Rassismus und Diskriminierung viel erlebt. Leidenschaftlich und aus vollem Herzen setzte sie sich schon damals neben ihrem Lehrerjob und nun, nach Aufgabe ihrer Lehrtätigkeit, noch intensiver als Influencerin und Leitende von Workshops für Sensibilisierung in diesem Bereich ein.
Das Buch ist in einem zugänglichen, jugendlich-lässigen Stil geschrieben, der mir persönlich sehr gut gefallen hat, weil es sich dadurch leicht liest und es für viele Teile der Bevölkerung zugänglich ist. Anhand unzähliger Beispiele zeigt die Autorin auf, wie verbreitet Rassismus und Diskriminierung im Schulalltag sind und wie wenig Verständnis von Lehrkräften und Direktion es dafür gibt; auch an Schulen, die sich offiziell als rassismus- und diskriminierungsfrei bezeichnen.
Die Autorin ist eine streitbare Persönlichkeit, die sich voll Herzblut für ihre Mission einsetzt, das merkt man an jeder Zeile im Buch. Verständlich wird aber auch, dass sie sich damit im konservativ-bürokratisch geprägten Schulbetrieb nicht nur Freunde gemacht hat und diesen schließlich verlassen musste, was ich persönlich bedaure, da der Schule damit sicherlich eine sehr engagierte, unkonventionelle Lehrkraft, die nah an den Kindern und Jugendlichen dran ist, verloren gegangen ist.
Die Lektüre des Buches kann ich allen empfehlen, die sich gerne auf unterhaltsame und praxisnahe Art und Weise darüber informieren möchten, an wie vielen Stellen - auch so einigen, die man als weiße Person oft gar nicht vermuten würde - Menschen von Rassismus und Diskriminierung betroffen sein können.
Rezensionen von C. P.:
6 Briefe - 6 Entscheidungen
Six Ways to Watch You Fall von Colin Hadler
Brief 1: Entweder wählt Archer eine von zwei Varianten, sich selbst zu schaden, oder jemand anderes wird sterben! Natürlich hält er das für einen makabren Scherz, mit tödlichen Folgen für eine andere Person am Folgetag. Jetzt ist er verunsichert: Will jemand im Internat ihn erpressen mit dem, was er bei der letzten Sprachreise nach Mexico getan hat? Der nächste gelbe Umschlag wartet bereits auf ihn.
Ignorieren oder nachgeben?
Auf den ersten Blick klingt der Plot nach „ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“. Doch meine Erwartungen an Colin Hadler sind höher als ein simpler Rachefeldzug irgendeines Mitschülers aus dem Hintergrund. Und so einfach hat er es sich dann auch nicht gemacht, sondern stattdessen ein komplexes Katz- und Mausspiel abgeliefert. Schon das Internat selbst ist aussergewöhnlich, hier gibt es einen besonderen historischen Hintergrund zu entdecken. Dann das Dilemma, ob und wie Archer sich seinen beiden besten Freunden anvertraut. Und natürlich die wiederholte Anspielung, dass in Mexico irgendwas passiert sein muss. Wer ist der Täter, was sein Motiv?
Der YA-Thriller ist spannend konstruiert, die Jugendlichen tappen lange im Dunkeln und müssen stets abwägen, wie sie auf die Forderungen der Briefe eingehen wollen. Die Auflösung ist alles andere als geradlinig, wiederholte Rückblenden komplettieren das Bild schrittweise.
Mich konnte der Thriller so richtig abholen. Ein perfides Spiel, verborgene Schuld, moralisches Abwägen, Freundschaft und Zusammenhalt sowie bewegende Geheimnisse, alles verpackt in eine Handlung, die kaum Zeit zum Luftholen lässt. Sehr genial!
Rezensionen von Norbi_liest:
Bücher als Verbindung zwischen Menschen
Schascha und der Buchspazierer von Carsten Sebastian Henn
Die Grundidee ist einfach und hat mir sofort zugesagt. Der Buchhändler Carl Kollhoff bringt Bücher persönlich zu den Menschen der Stadt. Eines Tages schließt sich ihm die neunjährige Schascha an. Sie liebt Bücher, ist neugierig und deutlich lebhafter als der eher stille Carl. Gemeinsam machen sie sich auf seine täglichen Wege.
Dabei begegnen sie unterschiedlichen Menschen und ihren Sorgen. Gerade diese Begegnungen machen für mich einen großen Teil der Geschichte aus. Bücher stehen zwar ständig im Mittelpunkt, doch eigentlich geht es ebenso um Freundschaft, Zusammenhalt und Hoffnung. Auch schwerere Themen werden angesprochen, sodass die Handlung nicht nur aus gemütlichen Buchspaziergängen besteht. Das sorgt dafür, dass das Buch auch für Erwachsene interessant bleibt. Der Schreibstil ist verständlich und gut lesbar. Die Geschichte ist auf jüngere Leser ausgerichtet, wirkte auf mich aber nicht übermäßig vereinfacht. Das Cover passt mit den vielen Büchern sehr gut zum Inhalt. Noch besser haben mir die farbigen Illustrationen im Buch gefallen, weil sie die Figuren und Situationen anschaulich begleiten. Ich habe die Geschichte gern gelesen und fand vor allem überzeugend, wie selbstverständlich Bücher hier Menschen miteinander in Kontakt bringen.
Rezensionen von Norbi_liest:
Eine besondere Reise durch die Zeit
Die Geisterkatze von Alex Howard
Die Idee, mehr als ein Jahrhundert aus der Sicht eines Katers zu erleben, hat mir von Anfang an gut gefallen. Grimalkin ist ein aufmerksamer Beobachter und gerade seine Sicht auf die Menschen und die Veränderungen um ihn herum macht den besonderen Reiz der Geschichte aus.
Auf seiner Reise durch die verschiedenen Jahrzehnte verändert sich erstaunlich viel.
Technik, Sprache, Kleidung und Lebensgewohnheiten wandeln sich und immer wieder werden auch historische Ereignisse aufgegriffen. Diese Verbindung fand ich sehr gelungen, zumal Grimalkin vieles aus der Sicht eines Katers betrachtet, der ursprünglich aus einer völlig anderen Zeit stammt. Dabei gibt es einige humorvolle Szenen, aber auch ruhige und berührende Momente.
Besonders gefallen hat mir, dass neben all den Veränderungen auch Grimalkins Verbundenheit mit den Menschen aus seinem früheren Leben eine Rolle spielt. Dadurch bekommt die Geschichte eine melancholische Seite, die gut zu seiner ungewöhnlichen Reise passt.
Die einzelnen Stationen sind allerdings teilweise recht kurz. Manchmal hätte ich gerne noch etwas länger in einer Zeit verweilt, bevor bereits der nächste Sprung folgt. Dadurch wirkt die Geschichte stellenweise eher wie eine Reihe miteinander verbundener Episoden als wie ein durchgehend erzählter Roman.
Trotzdem habe ich Grimalkin gerne durch die Jahrzehnte begleitet. Der ruhige Schreibstil, die historischen Einblicke und vor allem die ungewöhnliche Katzenperspektive haben mir gefallen. Auch der Abschluss passt für mich gut zu seiner langen Reise und lässt einen noch ein wenig über die vergangene Zeit und all ihre Veränderungen nachdenken.
Rezensionen von C. P.:
Vier Schicksale, verwoben zu einer Geschichte
Ms Atkins und die Bibliothek der Träume von Vanessa Göcking
Regeln und Routinen geben Amanda Atkins Sicherheit; seit Jahren schon lebt sie absolut sicher. Bis zu dem Freitagnachmittag, an dem sich etwas ändert: Statt der alten Mrs Hodgins sitzt Schüler Henry am Ausleihtresen der ehrwürdigen Lady Ophelia Harringdale Library. Und ausgerechnet dieser Junge führt Amanda, die doch bereits jede Ecke der Bibliothek kennt, zu einem zwischen Bilderbüchern und Stofftieren versteckten Leseraum für ganz besondere Kunden.
Unerhört! Und wo steckt überhaupt Mrs Hodgins?!
Der Roman ist so liebevoll gestaltet wie unterhaltsam konstruiert und lebt von vier Hauptcharakteren. Amanda hat Schwierigkeiten, aus ihren festgefahrenen Gewohnheiten auszubrechen, welche sie zu einer einsamen Person gemacht haben. Schüler Henry hat familiäre Schatten zu bekämpfen, welche ihn an seinem persönlichen Glück hindern. Robert ist bereits langjähriger Besucher des geheimen Lesezimmers und besitzt eine bewegende Vergangenheit. Schülerin Xiao ist auf der Suche nach sich selbst und hat zugleich Angst vor dem, was sie dabei finden könnte. Alle vier treffen im Leseraum aufeinander, welcher zugleich Eingangsbereich ist in die Bibliothek der Träume. Und alle vier haben von der Autorin ihre eigenen Kapitel erhalten, welche jeweils mit einem eigens für sie gestalteten Initial beginnen (also Amandas Kapitel z. B. mit dem Großbuchstaben A, in welchem sie zu sehen ist, während Henry unter einem großen H sitzt).
Es ist so schön zu lesen, wie die Charaktere miteinander agieren, über Umwege Vertrauen zueinander finden und zugleich in der Bibliothek der Träume auf magische Weise mehr über sich und die eigenen Träume und Ängste herausfinden. Vanessa Göcking hat einen einfühlsamen Stil, der mich auf voller Länge überzeugt. In der Printversion mit Lesebändchen ist zudem mittig ein PageOverlay (so eine halbdurchsichtige Seite), welches den Blick in einen der magischen Bibliotheksflure mit seinen magischen Türen zeigt.
Die Idee, wie die Bibliothek der Träume funktioniert und sich seinen Besucher/innen offenbart, ist einfach zauberhaft. Die Erzählung berührt das Herz, bringt die richtige Mischung aus Spannung, Drama und Freude mit sich und hinterlässt ein bittersüßes Glücksgefühl, sobald die letzte Seite ausgelesen ist.
Rezensionen von uncletom:
Spannung in einer Welt ohne Licht
DunkelZone von Vojtech Matocha
Von uncletom
„DunkelZone“ von Vojtěch Matocha zieht mit seiner düsteren Atmosphäre schnell in den Bann. Die Vorstellung eines Ortes, an dem Dunkelheit und Gefahr zum Alltag gehören, sorgt für eine ganz besondere Stimmung. Dabeistehen nicht nur Abenteuer und Spannung im Mittelpunkt, sondern auch Mut, Freundschaft und die Frage, wie weit man gehen würde, um das Richtige zu tun.
Die Geschichte entwickelt einen guten Sog und hält immer wieder überraschende und bedrohliche Situationen bereit. Besonders gelungen ist die geheimnisvolle Welt, die beim Lesen viele Bilder im Kopf entstehen lässt. Auch die jungen Hauptfiguren wirken sympathisch und wachsen an den Herausforderungen, vor die sie gestellt werden.
Das Cover passt hervorragend zur Geschichte: dunkel, geheimnisvoll und voller Dynamik. Es vermittelt bereits einen guten Eindruck davon, welche Atmosphäre einen im Buch erwartet.
Ein spannendes und atmosphärisches Abenteuer, das neugierig macht und bis zum Ende gut unterhält.
Rezensionen von Norbi_liest:
Spannend bis zum Schluss – mit kleinen Schwächen beim Ende
Blut für Blut von Anna Schneider
Sophie Roth hat gerade eine schwierige Beziehung hinter sich gelassen und versucht, noch einmal ganz von vorne anzufangen. Als Fotografin erhält sie überraschend einen gut bezahlten Auftrag von einer wohlhabenden Familie. Eigentlich könnte es für sie nun langsam aufwärtsgehen. Doch Sophie fühlt sich beobachtet und verfolgt.
Gleichzeitig wird sie immer wieder mit Ereignissen aus ihrer Vergangenheit konfrontiert, die sie längst hinter sich lassen wollte.
Anfangs musste ich mich erst an die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gewöhnen. Nach und nach haben mir gerade diese Rückblicke aber immer besser gefallen. Man bekommt immer nur einzelne Informationen und versucht automatisch, daraus ein Gesamtbild zusammenzusetzen. Dabei hatte ich einige Vermutungen, von denen sich manche bestätigt haben und andere völlig falsch waren.
Auch die Frage, wer Sophie verfolgt und wem sie überhaupt trauen kann, hat mich lange beschäftigt. Die Autorin legt einige falsche Fährten und schafft es dadurch, den Verdacht immer wieder in eine andere Richtung zu lenken. Gleichzeitig habe ich mich über Sophie manchmal etwas gewundert. Gerade aufgrund ihrer Vorgeschichte handelt sie in einigen Situationen für meinen Geschmack ziemlich unvorsichtig.
Der Schreibstil ist flüssig und die eher kurzen Kapitel lassen sich angenehm lesen. Besonders im weiteren Verlauf nimmt die Spannung deutlich zu und ich wollte wissen, wie Vergangenheit und Gegenwart schließlich zusammenhängen.
Die Auflösung konnte mich teilweise überraschen, ganz überzeugt hat mich das Ende allerdings nicht. Einige Entwicklungen gingen mir zu schnell und bei manchen zuvor gelegten Spuren hätte ich mir noch etwas mehr Aufklärung gewünscht. Das hat meinen insgesamt positiven Eindruck aber nicht grundlegend verändert.
Für mich ist es eine spannende Geschichte, bei der vor allem das Miträtseln und die vielen offenen Fragen den Reiz ausmachen. Trotz kleiner Schwächen zum Ende habe ich das Buch gerne gelesen.
Rezensionen von C. P.:
Etwas überzogener Cozy Krimi mit sturköpfiger Ermittlerin
Three Willows: Mord und Häkeldeckchen von Katie Kento
Adelaide Peel ist gezwungen, vorerst im Seniorenheim Three Willows unterzukommen. Dass ihr Haus abbrannte, war keine Absicht, sondern lediglich ein Konstruktionsfehler in ihrer Erfindung. Und ihre niesende Handtasche beherbergt in Wirklichkeit den alten Rauhaardackel Broderick, welchen die 83-jährige gezwungen ist, in das tierfreie Wohnheim reinzuschmuggeln.
Ihr Einzug muss wohl ein Wink des Schicksals sein, denn für mysteriöse Tode und Unfälle, wie sie kurz darauf in Three Willows stattfinden, ist die betagte Krimileserin die reinste Profi-Ermittlerin. Natürlich glaubt ihr das niemand (ich auch nicht), aber wozu braucht eine langjährige Einzelgängerin schon Hilfe von anderen?
Die Handlung schreitet so schnell bzw. langsam voran, wie Adelaides Hüfte es auf ihre alten Tage noch zulässt. Dadurch gewinnt der Krimi eine große Portion Gemütlichkeit, welche teilweise schon etwas strapaziert wird. Adelaide ist zunächst ein richtiger Sturkopf, die es verlernt hat, soziale Kontakte zu pflegen. Mit ihren Amateur-Ermittlungen stößt sie entsprechend zunächst allen vor den Kopf. Ihre Sturheit wirkt erschreckend realistisch, mit ihrer Neigung, alte Menschen als Trockenobst und Rosinen abzutun tat ich mich ebenso schwer wie mit den permanenten Verdauungsstörungen des Dackels. Nachdem ich die verschiedenen Senioren samt ihrer Eigenarten zuordnen konnte wurden die Ermittlungen nebst smarter Pflegerin und etwas paddeligem Großneffen dann doch noch ganz unterhaltsam, wenn auch etwas überzogen.
Ein gemütlicher Krimi mit einer sturköpfigen alten Dame, die neben einem Kriminalfall langsam lernt, auf ihre alten Tage wieder soziale Kontakte zu knüpfen.











