Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nele33:
eher ein Drehbuch
Totenfrau – Die Rückkehr von Bernhard Aichner
"Totenfrau" von Bernhard Aichner ist eine Reihe, die ich schon vor Jahren förmlich verschlungen habe. Um so mehr freute ich mich auf eine Fortsetzung.
Blum und Reza sind untergetaucht und haben sich ein Leben in Kroatien aufgebaut, welches auf ihrer Yacht stattfindet. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie mit Segeltörns und Tauchkursen.
Ihr Leben läuft vermeintlich in ruhigen Bahnen, bis auf ihrer Yacht ein Gast verstirbt. Doch Blum wäre nicht Blum, wenn sie nicht auch in dieser Situation eine Lösung finden und durchsetzen würde. Bei Lesen hatte ich immer Anna-Maria Mühe, die Schauspielerin die Blum verkörpert, vor Augen. Eine grandiose Besetzung für diese Rolle.
Aichners Schreibstil war wie immer prägnant und auf den Punkt gebracht. Seine Dialoge mag man oder mag man nicht, persönlich haben sie mich wie immer anfangs irritiert. Die Atmosphäre die er schafft, die Gegensätze am schönen Meer und gleichzeitig diese Brutalität, einfach genial.
Einzig das letzte Drittel der Story konnte mich dann nicht mehr erreichen, es war mir zu konstruiert und auch zu unrealistisch. Trotzdem hat die gesamte Geschichte mich sehr gut unterhalten und empfehle die "Totenfrau" gerne weiter.
Auf die Verfilmung freue ich mich jetzt schon.
Poznanski TOP
Canvas (Cryptos, Band 2) von Ursula Poznanski
"Canvas" der Autorin Ursula Poznanski ist der zweite Band der Cryptos Reihe der Autorin. Bei dieser Buchreihe handelt es sich um eine Story für Jugendliche. Empfohlen wird es ab dem Alter von 14 Jahren.
Die Fortsetzung der Geschichte schließt nahtlos an den Vorgängerband Cryptos an und als Leserin treffe ich schon zu Beginn wieder auf Weltendesignerin Jana Pasco.
In der dystopischen Welt geht es erneut um die oberen, die Elite, die versucht die niederen für nicht nützlichen Bewohner zu eliminieren, um so die knappen Ressourcen zu schonen.
In der Zwischenzeit hat Jana einige neue virtuelle Welten geschaffen, in denen allerdings rätselhafte Dinge vor sich gehen. Allen voran ist die Welt Canvas zu nennen, in denen die Regel andere sind. Jana als Designerin nimmt die Überwachung und Auflösung selber in die Hand, wobei sie doch überambitioniert wirkt.
Die dystopische Welt ist in diesem Teil nur ein Randthema, es wird sich ausführlich mit den von Jana geschaffenen virtuellen Welten beschäftigt, was ich sehr interessant, allerdings teilweise auch etwas langatmig empfunden habe.
Insgesamt hat Ursula Poznanski hier wie gewohnt ein spannendes Buch mit ihrem unverkennbaren Schreibstil geschaffen, welches für die empfohlene Altersgruppe sehr zu empfehlen ist.
sehr empfehlenswert
Solange der Fluss wartet von Wally Lamb
"Solange der Fluss wartet" von Wally Lamb ist ein berührendes und bewegendes Buch, welches noch lange in mir nachhallte.
Ein Mensch verliert nach und nach die gesamte Kontrolle über sein gesamtes Leben. Nachdem Corby Ledbetter seine Arbeit verloren hat übernimmt er den Part des Hausmannes und kümmert sich liebevoll um seine zweijährigen Zwillinge.
Als ein neuer Job auf sich warten lässt, greift er gerne zu den von seinem Arzt verschriebenen Beruhigungsmittel und betäubt seine Depression und Unzufriedenheit mit zusätzlich mit Alkohol. Dies geht bis zu dem schicksalshaften Tag gut, an dem er betrunken seine Familie zerstört und eine Schuld auf sich lädt, die kein Mensch tragen kann.
Er wird aufgrund dessen verurteilt und wird für 3 Jahre inhaftiert. Als Leserin begleite ich diese 3 Jahre von Anfang an und erlebe die Gefühlslage von Corby hautnah und intensiv. Die Anfeindungen der Mithäftlinge und Wärter, aber auch Annäherungen und Menschlichkeit. Die Schuld die ihn immer wieder einholt und nach und nach verändert. Seine Ehe zu Emily wird zum Thema, da sie nach der Tragödie auf Distanz geht und nicht weiß, wie ihr Leben nach den 3 aussehen wird.
Teilweise waren die Szenen im Gefängnis sehr gewalttätig und bedrückend, aber gleichzeitig auch sehr realistisch und sehr gut recherchiert.
Seit "Früh am Morgen beginnt die Nacht" wieder ein absolutes Highlight von Wally Lamb. Nur zu empfehlen.
Mittelmaß
Aprikosenkind von Judith Merchant
"Aprikosenkind" der Autorin Judith Merchant beschreibt das Familienleben mit einem besonderen Kind, in diesem Fall mit Ruby. Ruby malt sehr gerne, allerdings nur einfarbige Quadrate. Dies setzt ihre Mutter Nathalie unter Druck, will sie doch anscheinend nur das Beste für ihr Kind. Ihr Mann sieht dies anders und möchte Ruby alle Zeit der Welt lassen sich zu entwickeln.
Als Leserin des Buches hatte ich nach den vielen positiven Rezensionen einiges mehr erwartet, vor allem nach dem Buch "Schweig" von Judith Merchant, welches mich begeistert hatte.
Schnell wird klar, dass in dieser Familie so einiges nicht stimmt und sowohl Nathalie als auch ihr Mann ein perfides Spiel miteinander zu spielen scheinen.
Leider zogen sich manche Kapitel und die Gedanken der Protagonisten sehr in die Länge, dass ich manchmal mit den Gedanken abschweifte.
Zudem war manches zu vorhersehbar um mich im Verlauf dann noch zu überraschen. Das Ende war zu abrupt und sehr an den Haaren herbeigeschrieben, für mich auch noch zu unrealistisch.
Bedauerlicherweise war dieses Buch für mich von der Spannung her eine Enttäuschung und dadurch nur Mittelmaß.
prima Debüt
Martha von Anna Schwarz
Bei " Martha" der Autorin Anna Schwarz handelt es sich um das Debüt der Autorin, welches mehr als gelungen ist.
Die Polizeiärztin Katharina Schwarzinger zu einem Todesfall gerufen wird, sieht es auf den ersten Blick nach einem Routineeinsatz aus Doch der erste Schein trügt, bei ihren Ermittlungen stößt Katharina immer tiefer in das Leben der Familie Schönberger ein und stößt dabei auf einige Ungereimtheiten.
Ihr besonderes Augenmerk richtet sich bald auf Martha Schönberger, die Mutter des Toten, allerdings hat sie keine Ahnung welches Familiendrama die Grundlage für dieses Verbrechen ist.
Die Person Katharina Schwarz in ihrer Eigenschaft als Polizeiärztin wird wunderbar eingeführt und gefällt mir mit ihrer Art als Ermittlerin sehr gut. Es werden auch einige private Abschnitte erzählt, die mich normalerweise stören, hier aber einen wichtigen Zweck erfüllen, sodass es mich letztendlich nicht gestört hat.
Besonders haben mir die wienerischen Einschläge in der Sprache und der Erzählstil gefallen, er entwickelte dadurch eine ganz eigene Dynamik, die der Geschichte gutgetan hat.
Einige Aspekte waren ziemlich schnell durchschaubar, was meinen Lesegenuss aber in keinster Weise beeinträchtigt hat.
Auf einen Folgeband bin ich schon sehr gespannt.
interessantes Thema
Blaues Feuer Yorick Vard von Michael Thode
"Blaues Feuer" von Michael Tode durfte ich als Hörbuch, eingelesen von Wolfgang Berger, genießen. Es war für mich das erste Buch des Autors und ich bin aufgrund des spannenden Klappentextes darauf aufmerksam geworden.
Das Setting in der Arktis und die Entdeckung eines Bakteriums welches die Energieprobleme der Menschheit lösen könnte, lieferte viel Potenzial.
Dr. Kristina Sabo hat mit ihrem Kollegen José Ruiz Fernández das leuchtende Bakterium entdeckt, doch bei einem Test kam es zu einem Zwischenfall, dessen Folgen nicht abzusehen sind. Um die Testreihe zu Ende zu bringen begibt sich Sabo mit einem Forschungsschiff zurück in die Arktis, um neue Bakterienproben zu erlangen. Mit an Bord der ehemalige Elitesoldat Yorick Yard, dessen Funktion Kristina nicht in Gänze bekannt ist. Zeitgleich geht es José in Hamburg immer schlechter und er wird von der Firma bei der sie angestellt sind, geradezu überwacht. Es darf nichts über das Bakterium nach außen dringen, ist es für den Besitzer der absolute Gamechanger auf dem Energiemarkt.
Wolfgang Berger versteht als Sprecher seinen Beruf exzellent und hat den Charakteren auf spannende Weise Leben eingehaucht. Die Emotionen der Personen wurden durch ihn sehr gut transportiert.
Leider wurden in dem Thriller einige Klischees übermäßig bedient, sodass vieles vorhersehbar wurde und für mich die Spannung darunter gelitten hat.
Insgesamt ein interessantes Thema, welches ein wenig mehr thrill hätte gebrauchen können.
Sogwirkung
Jetzt beginnt das Leben,1 Audio-CD, 1 MP3 von Alex Schulman
"Jetzt beginnt das Leben" von Alex Schulman habe ich als Hörbuch, eingelesen und gesprochen von Fabian Busch ist ein ganz besonderes Buch.
Vidar, ein suspendierter Lehrer, aus Gründen, die sich ihm nicht wirklich erschließen, findet beim Aufräumen und sortieren eine längst vergessene Telefonnummer.
Sie gehört zum Sommerhaus der Familie, in dem Vidar viele Sommer seine Kindheit verbracht hat. Aus einem nicht erklärbaren Impuls wählt er die Nummer und das Unglaubliche geschieht: Sein Vater geht ans Telefon. Nach und nach findet Vidar heraus, dass er nur an einem Tag in seinem Leben nämlich dem 17. Juni 1986 Kontakt zum Sommerhaus bekommen kann. Welche Möglichkeiten sich ihm da bieten, er kann mit seinem jüngeren Ich kommunizieren, allerdings nur wenig Einfluss auf dessen/sein Leben nehmen.
Vidar wird besessen von der Idee herauszufinden, was an dem 17. Juni 1986 passiert ist, welches Schlüsselerlebnis geschah und welchen Einfluss dieses auf sein Leben hatte.
Gleichzeitig läuft sein Leben in der Gegenwart weiter, die Schlinge wegen des Vorfalls an der Schule wird immer enger und er stellt sein gesamtes Leben infrage.
Im Verlauf der Geschichte telefoniert Vidar auch mit seiner Mutter und Schwester, am meisten jedoch mit dem kleinen Vidar.
Für mich war es das erste Buch von Alex Schulman, werde mir aber aufgrund der Rezensionen und der Thematik seiner dysfunktionalen Familiengeschichte nun noch die anderen kaufen.
Fabian Busch hat der Geschichte durch seine Intonation den Figuren Tiefe und vor allem Emotionen verliehen, sodass "Jetzt beginnt das Leben" ein absoluter Hörgenuss. Die Geschichte entwickelte einen unheimlichen Sog, der mich begeistert hat.
teilweise langatmig
Die Lüge in ihrem Gesicht von Anne Keßel
"Die Lüge in ihrem Gesicht" der Autorin Anne Keßel hat ein spannendes Thema als Plot gewählt.
Nachdem die Polizei bei ihren Ermittlungen nicht weiter kommt, da eine Verdächtige nur reglos und schweigend bleibt wird Marlene Nielsen, eine Psychologin mit Schwerpunkt auf Mikroexpressionen um Hilfe gebeten.
Doch auch bei Marlene bleibt die Frau regungslos, bis sich in einer Sekunde doch eine winzige Regung zeigt. Ab diesem Zeitpunkt ist Marlene klar, die Frau hat etwas zu verbergen und die Situation könnte eine ganz andere sein, als es den Anschein hat.
Besonders der Aspekt der Mikroexpressionen hat mir in diesem Thriller sehr gut gefallen und Marlene als Protagonistin war gut charakterisiert.
An Spannung habe ich mir mehr versprochen, denn schnell war klar, wie die Story enden wird.
Der Aufbau des Buches war gut und klar gegliedert, die Kapitel angenehm kurz.
Fazit: Tolles Theam, zu wenig Spannung.
mehr Drama als Thriller
Wie ein Fluss in der Nacht,2 Audio-CD, 2 MP3 von Tana French
"Wie ein Fluss in der Nacht" von Tana French ist der dritte Band um den pensionierten Cop Cal Hooper, der in dem irischen Dorf Ardnakelty mittlerweile Fuß fassen konnte. Eingelesen wurde das Hörbuch von Wolfgang Wagner.
Rachel Holohan, eine junge Frau verschwindet kurz vor ihrer Hochzeit.
Sie ist nach einem Besuch Lena, der Verlobten von Cal plötzlich für niemanden mehr erreichbar. Schnell versammeln sich die Dörfler und organisieren die Suche nach Rachel. Schlussendlich wird ihre Leiche gefunden. Schon wird gemutmaßt und es gibt einige Verdächtige, auch Eugene ihr Verlobter und Sohn von Tommy, der quasi das Dorf regiert, gelangt in den Fokus der Bewohner.
Tana French hat mit dem dritten Band für mich keinen Thriller, sondern eher ein Gesellschaftsdrama geschrieben, welches jedoch durch die Tiefe der Beschreibungen einiges an Spannung bietet. Besonders die Machtstrukturen im Dorf, die sich im Laufe der Zeit sehr geändert haben und wieder auf dem Weg einer neuen Veränderung zu sein scheinen, haben mich beeindruckt. Die Story ist nicht schnell heruntergeschrieben, sondern
hat einige Wendungen und bietet einen ausführlichen Blick auf das kleine Dorf Ardnakelty. Cal als Protagonist gefällt mir nach wie vor sehr gut und auf einen Folgeband freue ich mich schon jetzt.
Wolfgang Wagner als Sprecher verleiht dem Hörbuch durch seine Intonation eine schöne Tiefe.
Eine Empfehlung für Krimi und Drama Liebhaber.
Aufklärung
Ein ganz normales Wunder von Woody Brown
"Ein ganz normales Wunder" von Woody Brown habe ich als Hörbuch eingelesen von Julian Mehne, Timo Weisschnur, Nora Schulte und Marian Funk genießen dürfen,
Woody Brown ist das, was man einen nonverbalen Autisten nennt und hat das unglaubliche geschafft: Mithilfe seiner Mutter hat er ein Universitätsstudium angefangen und beendet.
Seine Eltern haben ihn immer unterstützt und haben mit ihm anhand einer Buchstabentafel (heute gibt es dafür Talker) kommuniziert. Als sein Vater jedoch früh verstirbt, bleibt seiner Mutter keine andere Wahl, als Woody in eine Tagesstätte für Menschen mit Behinderungen zu geben.
Genau dieses Leben in dieser Tagesstätte macht der Autor zu seinem Debütroman. In kurzen Geschichten erzählt er das Leben der dortigen Mitarbeiter und Besuchern. Diese Geschichten beinhalten das gesamte Spektrum des Lebens: Mal traurig, mal lustig und vor allem immer berührend und nachdenklich machend.
Das Buch spielt in den USA und kann natürlich nicht unsere Sicht auf Inklusion widerspiegeln. In meiner Erfahrung gehen wir hier einen inklusiveren Weg. Vor allem werden die unterschiedlichen Auswirkungen des Autismus-Spektrums -Störung sehr gut transportiert.
Die Sprecher haben das Buch zu einem wahren Genuss gemacht, den Charakteren leben eingehaucht und die Emotionen wunderbar transportiert.
Sehr zu empfehlen.











