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Rezensionen von Rosenfreund:

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Humor und Gefühle in einem außergewöhnlichen Cosy - Crime

Niemals geht man so ganz von Andreas Izquierdo



Das leuchtende, orangefarbene Cover verspricht Aufmerksamkeit, jedoch ist der Untertitel “Ein Trauerredner ermittelt“ für einen Kriminalroman sehr unüblich. Aber es wird gleich deutlich, dass Mads Madsen kein normenkonformer Kriminalheld ist. Er ist hilfsbereit und äußerst empathisch, liebt seinen Beruf, kommt sehr sympathisch rüber, wirkt jedoch manchmal etwas tüffelig.

Manchmal trifft er in seinem Beruf auf Todesfälle, die exaktes Recherchieren notwendig machen, denn oftmals sind Ungereimtheiten an der Tagesordnung. Leider gerät er deshalb des öfteren in gefährliche Situationen, die Polizeikommissarin Mills Sorge bereiten. Sie ist oftmals recht schwierig, ruppig und ist, nach ihrem Anti-Aggressionstraining, doch noch unberechenbar.
Die Handlung fängt in Glücksburg an der Ostsee an. Mads entdeckt zufällig eine merkwürdige Frau am Ende eines Stegs, spricht sie behutsam an, kann sie jedoch nicht von ihrem geplanten Selbstmord abhalten. Sie hinterlässt Tilly, ihre neunjährige Tochter, gibt Madsen aber noch eine seltsame, undurchsichtige Nachricht für ihre Tochter mit. Er versucht, diese Botschaft zu entschlüsseln und stößt dabei auf teils gefährliche Rätsel, die er nun zu lösen beginnt. Die wahre Identität der Frau ist verschlüsselt und schiebt den Krimifaktor an. Generell ist die Handlung nicht übermäßig actiongeladen oder blutrünstig, sondern hat ihre Stärken im psychologischen Bereich, in der Entwicklung der Charaktere und der Atmosphäre. Das ganze in einem flüssigen, frischen und lebendigen Schreibstil. Fridtjof, Mads Vater, ist eine total schräge Figur, und die Dialoge zwischen den beiden lassen einen wiehern. Er lässt sich, von 3 Seniorinnen das Haus putzen und sich fürstlich bekochen. Auch Tilly, mit ihrer altklugen Ernsthaftigkeit, ist sehr besonders, mal obenauf, dann wieder weinerlich und in sich selbst zurückgezogen. Welche Geheimnisse verschließt sie in ihrem Inneren?
Sie kommuniziert mit Mads auf Umwegen über Figuren eines sehr seltsamen Kartenspiels und kommt, leider, in ein Kinderheim.
Handlungsmäßig geht es sofort rasant los, mysteriöse Fakten kommen zutage, gerät dann aber ins Hinplätschern, um dann zum Schluß sehr spannend zu werden und mit einem Twist zu enden.
Für Freunde von knallharten Krimis ist dieses Werk nichts, Humor, Verständnis füreinander, Gefühl und Izquierdos Fähigkeit, auch ungewöhnliche Themen geschickt zu verpacken, machen das Werk zu einem Highlight, für das ich gerne 5 Sterne vergebe.

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Humor und Gefühle in einem außergewöhnlichen Cosy - Crime
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Pflegedienstbetreuung von hilflosen, alten Menschen

Gnadenopfer von Viveca Sten

Da ich “Lügennebel“ von Viveca Sten mit Begeisterung gelesen habe, wurde “Gnadenopfer“ von mir dringend erwartet, und ich wurde nicht enttäuscht!
Wieder gibt es ein Cover mit einer schwedischen Schneelandschaft in Weiß-Rot- und Grautönen in wundervoller Haptik, mit einem perfekten Wiedererkennungswert.

Inhaltlich geht es um die Problematik der Betreuung von alten, kranken und sehr einsamen Menschen durch einen Pflegedienst. Der Tod von 3 Patienten innerhalb kurzer Zeit lässt Kommissarin Hanna Ahlander die Fälle untersuchen, obwohl alles auf Tod durch Altersschwäche hindeutet, jedoch lag der Notfallknopf nicht mehr in Reichweite der möglicherweise ermordeten alten Menschen. Die drei Personen wurden aber alle von dem gleichen Pflegedienst betreut, der, reiner Zufall, von Hannas Bekannter geleitet wird. Hanna Ahlander versucht, nach Querelen mit ihrem angestammten Ermittlungspartner, Daniel Lindskog, jedoch auf seine weitere Unterstützung hoffend, mit besonders viel Einfühlungsvermögen, die Lösung der Fälle zu erreichen. Sie wird wieder sehr umgänglich, clever und resilient dargestellt. Aber warum reagiert Daniel so abweisend und genervt von ihr? Was spielt sich da zwischen den beiden ab?
Wieder liegt Viveca Stens Stärke im psychologischen Bereich, in der Entwicklung der Charaktere und der evozierten Atmosphäre.
Es gelingt ihr, die Leserschaft, unterstützt durch einen klaren, realistischen Schreibstil, auf falsche Ermittlungsfährten zu locken, und, durch überraschende Wendungen, gibt es immer wieder neue verdächtige. Die kurzen Kapitel lassen einen nur so durch die Seiten fliegen. Besonders ist auch das sofort einsetzende Spannungselement, in dem der Mord an einer alten Dame in all seinen Leidensphasen geschildert wird. Und die Spannung bleibt bis zur Auflösung erhalten!
Erschreckend sind die mit “Gnadenengel“ in Kursivschrift eingestreuten kurzen Kapitel, wo die Begründung für die Morde aus Tätersicht dargelegt wird. Sind es Morde aus Barmherzigkeit oder haben wir es mit einem gestörten Serienmörder zu tun?
Die Mischung aus der Problematik der häuslichen Pflege, wo akuter Zeitmangel und finanzielle Probleme vorherrschen, der Verfolgung von verdächtigen und die Einbettung des Privatlebens diverser Personen, macht das Werk nicht nur zu einem mitreißenden und nervenaufreibenden Krimi sondern lassen auch dem Menschlichen viel Raum. Daher 5 Punkte

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Mikroexpression als Ermittlungshilfe

Die Lüge in ihrem Gesicht von Anne Keßel

Das Cover mit weißer Schrift, in schwarz-rot gehalten, ist aufwendig und stilvoll konstruiert, ergänzt durch den tiefschwarzen Buchschnitt.
Die Geschichte ist gut konstruiert und exakt beschrieben. Es geht gleich spannend los, denn die,“ Mörderin“ soll von der Polizei verhört werden, doch sie spricht kein Wort.

Es wird ein für mich neues und interessantes Thema angegangen, denn der Bereich der Verhaltenspsychologie, hier der Mikroexpression, wurde bisher in kaum einen anderen Werk thematisiert.
Marlene, Uni-Professorin und Psychologin, mit dem Schwerpunkt Mikroexpressionen, wird bei ihren Ermittlungen begleitet, und es wird deutlich, was wirklich hinter diesem Fall steckt, der zuerst so klar zu sein scheint.
Es wird rasante, psychologische Spannung aufgebaut, und auch der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende erhalten. Der Schreibstil ist schnörkellos, realistisch und flüssig. Die Handlung ist nicht sehr actiongeladen, nicht bestimmt durch zahlreiche Morde und Gewalt, sondern hat ihre Stärken im psychologischen Bereich, in dem psychologisches Einfühlungsvermögen in die diffizilen Charaktere.
Die Handlung enthält diverse unvorhersehbare Wendungen, Lügen, aber auch Wahrheiten bestimmen das Geschehen. Man ahnt nicht, was am Ende ans Licht kommt, wird immer wieder zum Miträtseln animiert. Das hat mich an diesem undurchschaubaren Thriller besonders fasziniert. Also vergebe ich 5 Punkte

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Mikroexpression als Ermittlungshilfe
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Interessant für Menschen, die sich für zwischenmenschliche Beziehungen Interessieren.

Ich erklär das jetzt mal psychologisch von Stefanie Stahl

Bisher habe ich mich nicht besonders für psychologische Themen interessiert, deshalb bin ich von Stefanie Stahls Werk “Ich erklär das jetzt mal psychologisch“, herausgegeben beim Kailisch Verlag, sehr angetan, denn die, mir bisher unbekannte Autorin arbeitet nicht mit dem Zeigefinger in für Laien unverständlicher Fachsprache, sondern schafft es, psychologische Themen lebensnah und verständlich zu vermitteln.

Das Cover ist sanft, wenig aufdringlich, in dezentem Hellorange gehalten. Die Autorin, freundlich lächelnd und modisch-jugendlich gekleidet,erscheint im unteren Bildrand, und erweckt Vertrauen und Interesse an der Leserschaft.
Die Fallbeispiele aus Stahls Praxis für Psychotherapie sind an den Lebenswelten ihrer Leserinnen und Leser angesiedelt. Die sehr vielfältigen Themen sind auf 234 Seiten in 45 relativ kurzen Kapiteln verteilt, und dabei ergänzt sie viele Fakten auch durch eigene Erlebnisse. Jedes Kapitel ist in sich abgeschlossen, und kann bei Leerlaufzeit gut eingeschoben werden, denn die Kapitel bauen nicht chronologisch aufeinander auf.
Besonders gut haben mir ihre konkreten Tipps zur “Selbstverteidigung“ gefallen, wenn man unangenehm angegangen wird, also unsachlich oder beleidigend angegriffen wird. Sie macht Vorschläge, wie man, sprachlich geschickt, solche Situationen meistern kann.
Das Werk soll die Leserschaft dazu anregen, sich selbst und andere Menschen besser zu verstehen, denn sie sagt: „Selbstreflexion ist der Schlüssel zu mehr Gelassenheit und besseren Beziehungen“. Es lässt einen über das eigene Verhalten in zwischenmenschlichen Beziehungen nachdenken, Gefühle analysieren und optimieren.Ihre psychologischen Erklärungen helfen aber nicht nur Menschen in einer Identitätskrise, denn es ist nicht als Selbsthilfebuch ausgelegt, sondern will jeden zur Selbstoptimierung und Selbstverwirklichung befähigen.
Die Inhalte sind in einer klaren, gut verständlichen Sprache dargelegt. Dabei werden auch die für mich wichtigen Themen angegangen, warum Menschen sich oft wieder an den falschen Partner klammern und Eltern häufig in Verhaltensmuster verfallen, die sie bei ihren eigenen Eltern kritisiert haben.
Aber es wird auch deutlich gemacht, dass die Menschen sich in gleichen Situationen sehr unterschiedlich verhalten können. Das Buch ist ein guter Einstieg für Personen, die sich für Zwischenmenschliche Beziehungen und Psychologie interessieren. Daher vergebe ich 5 Punkte.

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Interessant für Menschen, die sich für zwischenmenschliche Beziehungen Interessieren.
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Bekannter Spielspaß in neuem Gewand

Carcassonne Labyrinth - Gesellschaftsspiel & Brettspiel ab 8 Jahre von Klaus-Jürgen Wrede; Max J. Kobbert

Seit der Zeit mit unseren Kindern ist mir sowohl das Spiel Carcassonne als auch das Spiel Labyrinth wohlbekannt. Durch die geschickte Kombination beider Spielmechaniken entsteht ein vertrautes, aber auch innovatives Spielgefühl.
Bereits das Layout des Spielekartons verspricht ein schön gestaltetes Spiel für die ganze Familie.

Dies bestätigt sich nach dem Auspacken des Spielinhaltes. So sind sowohl die Legeplätchen als auch das Spielbrett detailreich und familienfreundlich gestaltet. Die Spielmaterialien sind bekannt, glänzen jedoch in neuem Design. Es handelt sich bei diesem Crossover der beiden bekannten Spieleklassiger um ein Verschiebe-Legespiel von Plättchen, bei dem es als Zusatzaufgabe durch geschicktes Anlegen der erhaltenden Plättchen zusätzliche Punkte zu generieren gibt.
Das angegebene Spielalter ist gerechtfertigt für spielerfahrene Kinder.
Eine Partie zu zweit, bei 2 Erwachsenen, dauert 30 Minuten. Das Erlernen der Spielregeln hat ca. 15 Minuten in Anspruch genommen. Diese waren gut verständlich erklärt und illustriert. Eine zusätzliche Spielvarianz entsteht durch die 12 unterschiedlichen Auftragskarten, so dass ein andauernder Spielspaß gewährleistet ist.
Insgesamt kann ich dieses Spiel empfehlen für einen geselligen Spielenachmittag mit der ganzen Familie bis zu 4 Personen. Eine insgesamt gelungene Kooperation zwischen den etablierten Spieleverlagen Ravensburger und Hans im Glück!

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Rasante,psychologische Spannung

Der Clan - Die Straße von Pascal Engman

Dieses Werk von Pascal Engman gehört zu einer Trilogie, deren Bände nach und nach erscheinen werden. Das Cover passt gut zu dem Titel und zeigt uns eine Straßenszene im Licht von Straßenlaternen. Ich habe bereits mehrere Werke von Pascal Engmann gelesen und war immer begeistert.
Viele Großstädte in unser, durch Drogenkriminalität beherrschten, Zeit werden von Clans beherrscht, die aus der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien oder dem Irak und anderen klassischen Auswandererstaaten stammen.

Hier haben wir ein Beispiel aus Stockholm, wo Engman uns einen erschreckend brutalen Thriller über Macht und Angst liefert. Die Polizei und das Regierungssystem sind machtlos, denn diese Großfamilien haben Mitglieder in anderen Ländern und wichtigen Großstädten, wo sie mit Prostitution, Drogenhandel und Einkünften aus dem Nachtleben, besonders Clubs, ihr schwarzes und weißes Geld erwirtschaften. Dabei ist es erschreckend, inwiefern sie ihr religiös hergeleitetes Machtgefüge innerhalb der Familienstruktur erhalten, das heißt, die Männer dürfen Saufen, Huren, Koksen,..., während die Frauen still, freundlich, rechtlos als “Reproduktionskühe“ gehalten werden. So wird uns drastisch vor Augen geführt, was mit jungen muslimischen Mädchen passiert, die ein wenig Freiheit wollen. Sie werden misshandelt und eventuell in die Heimat geschickt, um dort zwangsverheiratet zu werden.
Die Clans erpressen Geschäftsleute und kontrollieren ganze Straßenzüge.
Die beiden Protagonisten Josef und Antonia, er lebt mit seiner Mutter am Existenzminimum, sie stammt aus einer begüterten Mittelschichtsfamilie, geraten immer stärker in den Strudel dieser Machtsphäre.
Der Polizist Hjalmar, versucht den Kampf gegen das System. Der Mansour-Clan ist gefährlich, niemand versucht, sich ihm zu widersetzen. Brutalität, Angst und Einschüchterung beherrschen das Leben der Mitbewohner des Viertels. Es wird beschrieben, wie sie ihren Aufstieg organisiert haben. Ihre Vorherrschaft wird auch durch Mord gesichert.
Dem Autor ist ein erschreckend realistisches Meisterwerk gelungen. Durch eine abwechslungsreiche, sehr realistische Sprache und treffende Charakterisierungen schafft er rasante, psychologische Spannung, die mitreißend und nervenaufreibend ist, so dass man unbedingt immer weiterlesen muss. Durch ein hohes Tempo, recht kurze Kapitel und mehrere, abwechselnde Handlungsstränge schafft er einen tollen Thriller, dessen Nachfolgebände ich schon mit Spannung erwarte.
Daher 5 Punkte

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