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Rezensionen von robertp:

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Heiter mit etwas Spannung

Mord in Notting Hill von May Wellington

Was für ein Anfang. Ein Krimi basierend auf den Dreharbeiten zum Film Notting Hill. Ja, dem Blockbuster mit Julia (Roberts) und Hugh (Grant). Ein Mordanschlag am Set wird im Prolog akribisch vorbereitet und nur durch ein rasches Eingreifen von Julia entgeht Hugh dem sicheren Tod.
Interessant die Aversion von Julia Hugh gegenüber, dem sie dann doch das Leben rettet.

Äußerst amüsant ist wie sich das Verhältnis von Julia zu Hugh im Laufe des Romans verändert. Dieser bleibt seiner Rolle als britischer Frauenheld sowohl im Film als auch im (Roman)Leben überwiegend gerecht.
Der Roman verspricht zunächst viel Spaß gepaart mit Spannung. Die Figuren, wie etwa der rasch herbeigeholte Bodyguard (noch im Dachdeckeroutfit) wirken durch ihre kleinen Fehler (hier stottert jener) sehr menschlich. Seine Rolle, wie auch die anderer Akteure wird jedoch nicht weiter ausgebaut. Sie bleiben Statisten in der Handlung (wie in einem Film). Auch die Einsatzkräfte von Polizei und MI5 bleiben Schablonen, die nicht mit Leben gefüllt werden.
May Wellington schreibt hier einen Krimi, der in einem bekannten Setting spielt und die Bekanntheit des Filmes benutzt, um eine Handlung zu erfinden, die nur wenig Spannung erzeugt.
Ein Krimi der in London spielt, aber ohne die Rahmenhandlung keinerlei Aufmerksamkeit verdient. Schon rasch erkennt man den Drahtzieher, da aber einige witzige Szenen im Text verteilt sind, liest man bis zum Ende.
Für alle, die den Film Notting Hill gerne haben winkt ein neuer Blick auf die Dreharbeiten, gewürzt mit einer Prise Mord. Wie im Film haben Julia und Hugh hier den größten Part und lösen gemeinsam den Fall.

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Heiter mit etwas Spannung
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Wir suchen einen Auftrag

Wir jagen Schatten von Richard Osman

Das Titelbild zeigt prominent drei Personen, zwei Frauen und einen Mann. Eine schwarze Katze sitzt zu Füßen einer älteren Dame und im linken Hintergrund sieht man eine (vielleicht) toskanische Villa. Rechter Hand ein Aufkleber (?) mit den Worten „vom Autor des Mordclubs“. Ja Richard Osman hat schon eine biografische Altlast und auch dieser Roman ist der zweite Band einer Serie.

Die Detektei „Wir finden Mörder“ ist wieder aktiv. Die junge Personenschützerin, die ältere Krimischriftstellerin und der eigentliche Detektiv (im Ruhestand) sind wieder im Einsatz.
Zunächst nur im Zuge einer Buchpräsentation, aber in Kürze schon wird ein neuer Fall an das Trio herangetragen werden. Ein, sich in der Toskana zurückgezogener, Krimineller, Vern Blackwoods, bö sucht die Aufklärung eines Todesfalls in seiner Villa. Die Polizei kann und will er nicht einschalten, aber den Fernsehapparat und wen sieht er dort in einer Talkshow? Genau Rosie, die ihren neuen Roman promotet und schon erfolgt ein Anruf bei der Detektei.
Was nun folgt ist eine atemberaubende Jagd um den halben Globus, nach einem Phantom, einem Schatten und Auftragskiller, der die Konkurrenten von Vern ausschaltet. Kann es dem Trio gelingen den Mörder rechtzeitig zu finden?
Mit viel Humor und Liebe beschreibt Osman seine drei ProtagonistenInnen und ihre inneren Spannungen, die seit der Gründung ihrer Zweckgemeinschaft aufgetreten sind. Die Figuren der Detektei werden uns LeserInnen nahegebracht. Wir erfahren von den Sorgen und Problemen der Protagonisten.
Der Roman liest sich wie in einem Fluss, immer neue Wendungen lassen die Aufmerksamkeit nicht abschweifen. Die Lösung des Falles bleibt auch nach knapp vierhundert Seiten offen und führt letztlich zu einem logischen Ende.
Für alle die britischen Humor lieben und eine gute und spannende Abenteuergeschichte zu schätzen wissen. Die handelnden Personen werden mit ihren Ängsten und Nöten in humorvoller Weise beschrieben und wachsen einem beim Lesen immer mehr ans Herz. Die Geschichte ist spannend und man wird bis zur letzten Seite unterhalten.
Normalerweise meldet sich ja niemand, der gerade eine Leiche eingegraben hat, bei den Behörden, aber das Triumvirat wird es schon richten. Ein „heißer“ Tatort und dolce vita Italien verspricht viel Spannung und noch mehr Spaß.

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Wir suchen einen Auftrag
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Vino tinto

Rotwein im Blut von Georg Torres

Wer tötet jemanden indem er dessen Blut in Rotwein tauscht?
Diese Frage stellen sich die Ermittler im vorliegenden Roman. Der Autor Georg Torres schreibt über und auf der spanischen Insel Mallorca. Es hat sogar einen eigenen Leseclub. Ich habe bislang noch gar nichts von ihm gelesen. Den Krimi bespielen ein Deutscher, Georg Rothenburg mit Namen, der auf einem Boot in einem kleinen Hafen wohnt und die Inspektorin Ana Banderas, die erstmalig einen Mord bearbeitet.

Vor Ort muss sie annehmen, dass es sich um einen Ritualmord handelt und sie nimmt die Ermittlungen mit ihrem Partner Donis Nunez – Spitzname Adonis – auf. Rasch kommen die Kommissare auf ein verzweigtes Netz von Weinhändlern, die international tätig, die Weine des Ermordeten verfälschen und veräußern. Nebenbei finden sie noch eine weitere Spur, eine die in die Vergangenheit des Weingutes führt. Welche führt zum Täter?
Die eigenwillige Polizistin – sie fährt einen auffälligen Corvette Sportwagen – wird sehr bestimmt geschildert. Ihr deutscher Freund unterstützt sie indem er seine, selbst entwickelte, KI auf den Fall ansetzt. Dieser Rechner, Sonia genannt, findet weltweite Zusammenhänge in Sekundenbruchteilen und könnte auch Datenschutzgrenzen verletzten. Tatsächlich hat Sonia bei den Ermittlungen eine Schranke illegal durchbrochen und Rothenburg darüber nicht in Kenntnis gesetzt. Erst nach Lösung des Falles wird Sonia dies gestehen. Die notwendigen Löschungen in den Protokollen lassen aber einen neuen Mitspieler auf Georg Rothenburg aufmerksam werden.
Georg Torres gelingt es mich mit verschiedenen Szenarien an der Verfolgung des Täters teilhaben zu lassen. Die Mordermittlung und der Weinskandal werden durch den dritten Aspekt die Aktivitäten der künstlichen Intelligenz vervollständigt. Hier bespricht er ein Thema, das auch aktuell in den Medien vertreten ist. Im Fall von Sonia scheint der Computer sich bereits menschliche Züge angeeignet zu haben.
Ich mag Krimis gern, die auf der Insel spielen. Es gibt ja eine Menge davon (Lucia del la Vega, Klaus Spane …) und auch eine Fernsehserie. Was auffällt ist, dass die Autoren meist aus Deutschland kommen (wie auch hier). Vielleicht darf ich ja hier in die Abenteuer von Herrn Torres einsteigen zumal das Ende dieses Romans bereits den nächsten zu lösenden Mord ankündigt.
Für alle die einen spannenden Mallorca Krimi lesen und sich gleichzeitig über die Gefahr der künstlichen Intelligenz Gedanken machen wollen. Nicht überall ist ein maschinelles Superhirn wie hier dem Menschen behilflich, ja diesem sogar zugetan.

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Allora, Miss Marple

Abfahrt ins Jenseits von Salvatore Simonetti

Marcella ist nach Jahren in Deutschland wieder in ihre Heimat Dolceaqua (ein kleiner italienischer Ort in Ligurien) zurückgekehrt. Ihr Ehemann bleibt notgedrungen zurück, da er eine Haftstrafe absitzen muss. Ihr Sohn, schon länger wieder in Italien, ist Polizist in der Gemeinde.
Marcella kommt die neue Freundin ihres Sohnes nicht geheuer vor und sie beginnt Nachforschungen anzustellen.

Dabei wird sie von ihrem Untermieter Harry, einem deutschen Künstler, mehr oder weniger freiwillig unterstützt. Parallel dazu fällt ihr auf, das in der Umgebung immer mehr jüngere Senioren sterben und deren Beerdigung nur mittels teurer Transporte in ihre Heimat stattfindet.
Salvatore Simonetti ist wieder einmal das Pseudonym eines deutschen Schriftstellers (Simon Sahnder) der kurzweiliges Lesevergnügen in einem der beliebten Regionalkrimis verspricht. Tatsächlich gelingt ihm das auch hier. Ich bin anfangs wirklich gespannt auf die Geschichte, die sich hier vor mir entwickelt. Leider wird dann mein Interesse durch eine etwas fabulierte Handlung abgeschwächt. Auch der Trick mit italienische Phrasen (zumeist gleich auch Deutsch übersetzt) um original/originell zu wirken wird mit der Zeit langweilig (ist aber bis zum Schluss durchgehalten worden). Etwas italienisch lernt man als bei der Lektüre quasi im Mitlesen. Das Lokalkolorit ist treffend beschrieben, das Dorf, die Menschen, der Verkehr und die Umgebung scheinen wunderschön zu sein – der Tourismus weniger.
Für alle die einen italienischen Krimi lesen wollen, ohne sich anzustrengen. Die Ermittlerin ist eine italienische Mamma, die Miss Marple spielt und beinahe im Alleingang eine Bande Verbrecher zur Strecke bringt. Nebenbei lernt man viele italienische Floskeln kennen. Va bene, allora.

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Allora, Miss Marple
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Fensterplatz

Gib mir alles von Alexandra-Maria Pipos

Wer in der Agentur geht als Letzte(r) und kommt als Erste(r)? Es ist Johanna (eigentlich Ioana, aber sie hat sich angepasst) und sie bekommt den Fensterplatz. Ihr Studium hat sie abgebrochen, die Arbeit in der Agentur sieht sie als Spiel, in dem sie sich von level zu level hochschaukelt.
Tom ihr Chef, wird von ihr genau beobachtet.

Was hat er angezogen, welche Sonnenbrille trägt er, wie faltet er die Serviette? Sie spiegelt ihn und ist auf ihn angewiesen. Sie schlägt ihn beim Kaffee trinken 3 zu 4.
Die Eltern sind eingewandert, aus Rumänien. Lange Zeit ein ungutes Gefühl, ob man geduldet ist. Aber auch nach der Einbürgerung noch keine Gelassenheit, was wäre wenn? Ein schlechtes Gefühl bei Behörden, Vermietern – nur nichts falsch machen.
Jetzt ist auch noch der Opa im Krankenhaus. Ioana muss nach Rumänien, aber gleichzeitig wartet ein wichtiger Kunde und ein großer Bonus winkt. Kann sie beides gleichzeitig abwickeln? Vorab gespoilert – fast.

Alexandra-Maria Pipos ist ein Roman gelungen, der die moderne Arbeitswelt drastisch schildert. Ständig am Telefon, keine Freizeit, jederzeit verfügbar, nur keine Gelegenheit auslassen um zu punkten. Solange man jung ist hält man den Anforderungen stand.
Ioana sieht die Arbeit zunächst als Spiel, aber es ist ihr klar, dass viel verloren werden kann. Die Unterstützung der Eltern und indirekt ihrer Verwandten in Rumänien liegt in ihrer Arbeitskraft gebunden. In Rumänien sieht sie sich bestätigt, das Land hinter sich gelassen zu haben. Ihre alten Freundinnen und Freunde, Verwandte und Bekannte haben keine Aufstiegschancen. Die beste Freundin sollte studieren, hat aber ihren Job bei Penny verloren – sie ist krank – Krebs. Mit diesen Schicksalen konfrontiert überlegt Ioana, wie sie ihr weiteres Leben gestalten will.
Eingestreut sind einige Kapitel, die aus Sicht der, überall anwesenden, Heiligenfiguren erzählt werden. Diese haben als übergeordnete Wesenseinheiten einen allumfassenden Blick auf die Schicksale der Protagonisten und kommentieren auf (manchmal) amüsante Weise die gegenwärtige Lage.
Für alle die einen modernen Entwicklungsroman lesen wollen. Eingeflochten sind Systemkritik, Zweifel an der modernen Arbeitskultur und die Beschreibung des rumänischen Kleinstadtlebens aus Sicht einer Westbürgerin. Lesenswert deshalb, weil einem die Hauptdarstellerin immer mehr ans Herz wächst je mehr Probleme über sie geworfen werden und sie ihren Lebensmut nicht aufgibt.

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Etwas passiert

Tschikago von Alexandra Stahl

Am Buchumschlag sehe ich ein Foto zweier Menschen. Ein älteres Paar schaut in die Kamera. Diese knipst die beiden durch die Windschutzscheibe eines Autos. Das Auto wird in wenigen Augenblicken zurückschieben und wegfahren. Das Paar lächelt. Der Mann hat zwei unförmigen, zu große Arbeitshandschuhe an und winkt mit seiner rechten Hand zum Abschied.

Im Hintergrund ein geschlossenes Garagentor. Dem Fotografen ist es gelungen eine klare Kant zwischen dem Ende des Handschuhs und einem Panel der Garage zu bilden. Das Foto wirkt somit wie mit dem Lineal durchgestrichen.
Das Paar scheint glücklich.
Tschikago steht oben linksbündig. Unterhalb des Bildes der Name der Autorin Alexandra Stahl linksbündig. Ein Roman liegt vor mir.
Frankfurt, ja Frankfurt am Main – mit dem Fernglas kann man den Fluss sehen.
Die Menschen sprechen Dialekt, so wird es hier auch aufgeschrieben.
Im kleinen Dorf gibt es alles doppelt, auch die Menschen, die sehen dann wie Schauspieler aus.
Die Ich-Erzählerin berichtet vom Leben mit ihren Großeltern, heiter mit Humor, auch wenn die Leute sterben. Die Oma hat ja immer Trauerkarten auf Vorrat zuhause und verschenkt sie bei Bedarf.
Alexandra Stahl beschreibt das Leben im Dorf, lange vor dem Internet.
Das Ich lebt gerne bei den Großeltern, obwohl ihre geschiedene Mutter auch ein Haus im Dorf besitzt, sind die beiden doch ihr Lebensmittelpunkt und davon erzählt der erste Teil des Buches. Von einer innigen Beziehung zwischen Enkelin und Großeltern.
Im zweiten Teil reflektiert Alexandra Stahl über ihre Arbeit in einem Seniorenheim. Sie beschreibt die Personen und ihre Marotten, die sie im Alter erworben haben. Vieles haben die Menschen vergessen. Dinge, meist aus der näheren Vergangenheit, sind verloren, aber tief im Gedächtnis sind noch Erinnerungen erhalten geblieben.
Im letzten Teil reflektiert die Autorin nochmals ihre Beziehung zu den Großeltern und ihre Arbeit am Buch. Schnipsel und Szenen ergeben diese ein Ganzes? Kann sie aus den Erinnerungen ein Buch zusammenkitten? Verliert sie etwas das sie weglässt für immer?
Die Autorin wiederholt immer wieder, sie erinnert sich – an die Menschen im Heim, an die Großeltern und ihre Mutter. Etwas passiert und sie hält es fest.
Für alle die sich auf eine etwas eigenwillige Biografie einlassen wollen. Gewürzt mit Schmankerl im Dialekt des südlichen Deutschlands – nicht Bayern, wir sind schon nahe bei Frankfurt (das schlimmer ist als Tschikago).

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Mr. Smith

Ein unglücklicher Tod von Peter Grainger

Und so beginnt es: DC Smith soll routinemäßig den Unfalltod des siebzehnjährigen Wayne Fletcher prüfen, der beim Baden mit Freunden im Fluss ertrank.
Der Polizist spielt hier die Hauptrolle, der Fall ist nur Nebenschauplatz. Tatsächlich geht es darum, dem Kollegen nahezubringen in den Ruhestand zu gehen.

Seine Anwesenheit ist lästig, er kennt zu viele Geheimnisse, warum möchte er nicht in Rente? Beförderungen lehnt er ab, die Kollegen schauen zu ihm auf oder weg sobald er den Raum betritt. Um ihn umzustimmen bekommt er auch noch einen Azubi zugeteilt, ihm soll er die Raffinessen des Berufs zeigen. Der junge Kollege, Chris Waters, hat sich ihn als Mentor gewünscht. Der Detektiv sieht zwei Beweggründe darin entweder ist er ein Spitzel, der ihn observieren soll oder tatsächlich interessiert an der unkonventionellen Art wie Smith seine Fälle erfolgreich löst. Als er erfährt, dass er der Sohn eines Arbeitskollegen und Freundes ist, wird die Beziehung herzlicher.
Die Recherchen bringen die beiden zu einem, im Ruhestand befindlichen, Captain J. Hamilton, der sich auf seinem Anwesen eine Privatarmee leistet. Warum, fragen sich die beiden und forschen nach.
Bald schon werden sie in Verbrechen von internationalem Umfang (Jugoslawienkrieg) involviert.
Mit DC Smith hat Peter Grainger 2013 den englischen Krimiboden betreten - im Selbstverlag. Inzwischen sind es 15 Fälle mehr geworden und seine „follower“ sind begeistert. Die Serie sollte dem Englischlehrer zunächst ein kleines Taschengeld nebenher einbringen, wurde aber zu einem größeren Erfolg als der Autor gedacht hat. Nun ist DC Smith auch in Deutschland angekommen. Mit seinem Debüt wird er sicherlich erfolgreich sein, steht er doch in der Tradition eines John Rebus in den nördlichen Gefilden und ist am Ende seiner Karriere angelangt, womit er sich sozusagen um nicht mehr sch….. muss. Der ersten Teil macht Lust auf viel mehr und hoffentlich folgen bald alle anderen – 2 & 3 sind schon in der Pipeline des Verlags.

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Liora Märklin

Klein aber tot von Jo Fischler

Liora Märklin. Nein, das ist keine Minieisenbahn, sondern das geheime Liebesobjekt von Kommissar Johannes Jojo Wunder. Wiewohl Mini stimmt auch, denn dieser Krimi spielt in Knuffigen einem Hamburger Miniaturwunderland (hat eine eigene Webadresse!), welches mir bis dato unbekannt war.
Krimimäßig spielt sich anfangs noch nicht viel ab, eine Brandstiftung im Schloss muss geklärt werden und der Hund des neuen Polizeichefs sollte Gassi gehen.

Relativ einfache Aufgaben - sollte man ¬meinen. Tatsächlich kommt der Polizist relativ rasch in Schwierigkeiten, als eine Leiche gefunden und seine Mutter sowie Liora zu den Hauptverdächtigen gehören. Mit Hilfe vieler Freunde und dem Bernhardiner gelingt die Aufklärung des Mordes, jedoch die Brandstiftung bleibt unaufgeklärt.
Ring frei für weitere Abenteuer aus dem Miniaturwunderland also und das wird auch vom Autor Jo Fischler bestätigt. Figuren und Fahrzeuge des Romans sind bereits in Hamburg zu begutachten. Solange also Interesse an den Abenteuern der Polizei von Knuffingen besteht werden diese auch niedergeschrieben werden. Lose Enden gibt es ja genug und die Liebe hat sich vorerst nur als zartes Pflänzchen einen Platz im Roman erkämpft.
Für alle die einen sympathischer Ermittler in einer etwas nach Toy Story klingenden Umgebung kennenlernen wollen und sich mit den Figuren (auch im eigentlichen Sinn des Wortes) eines Miniatuswunderlandes auseinandersetzen wollen. Der Kommissar und alle weiteren Bewohner sind bereit ihre Geheimnisse zu offenbaren, allerdings frühestens im nächsten Band.

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Liebe und Tote in Berlin

Die Toten von morgen - Thriller (Berliner Schattenwelt 2) von Kim Koplin

Eine Liebesgeschichte, die mit einem Mord beginnt, findet statt. Die Kommissarin Nihal hat es nicht leicht mit ihrer Leiche, die in Berlin im österreichischen Alpengarten gefunden wird. Eine Hinrichtung, aber wer steckt dahinter? Gleichzeitig mit den Ermittlungen kehrt der „Geduldete“ Asylant Saad mit seiner Tochter Leila wieder nach Berlin zurück.

Die beiden – Nihal und Saad – umgibt eine toxische Liebesbeziehung, im wahrsten Sinn des Wortes. In immer kleineren Kreisen kommen sich die beiden und die Mordermittlungen näher. Vorweg, es gibt noch mehr Leichen und die beiden finden zusammen.
Kim Koplin führt hier die Geschichte der Kommissaranwärterin Nihal mit dem Asylanten Saad weiter. Es ist jedoch nicht notwendig den ersten Band zu lesen. Die Rückblenden erklären das Verhältnis der beiden und im vorliegenden Buch vertieft sich die Beziehung zwischen Leila und Nihal – wird daraus bald ein Mutter Tochter Verhältnis (3. Band?).
Ich als Österreicher tue mir hier anfangs schwer die Sprache zu verstehen. Ist das nun tatsächlich Umgangston im Norden oder eine Erhöhung der Umgangssprache in einen künstlichen Slang? Es entsteht aber ein Sog, der mich in das Buch hineinzieht. Die Geschichte ist spannend, witzig und lässt mich nicht vom Haken. Weshalb der Buchtitel zukünftige Tote prophezeit ist mir aber nicht verständlich geworden.
Für alle, die Krimis aus Berlin lieben und eine Liebesgeschichte mit einigen Haken und Ösen nicht verachten. Sehr modern geschrieben und rasch gelesen. Vielleicht kaufe ich mir auch noch den ersten Band (Die Guten und die Toten).

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Liebe und Tote in Berlin
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Aber davon später

Das Mosaik der Frauen von Rafik Schami

Said Mardini kommt im Jahr 1971 aus Beirut in Deutschland an. Er flüchtet aus einer Diktatur, die ihm, dem Dichter, die Freude am Leben genommen hatte. Hier wird er studieren, Dolmetscher werden und heiraten. Einer seiner Studienkollegen, Klaus Rosenbaum, wird Arzt und vermittelt ihm Arbeit als Begleiter für reiche arabische Patienten.

Dabei lernt er auch Nadim Suri kennen. Dieser erzählt ihm seine Vergangenheit und von seinen Lieben, die zusammen die Bausteine für das Mosaik seines Lebens und der Seele ergeben. In seinen Geschichten kommt er nicht selten vom hundertsten ins tausendste und muss „davon später“ wieder zum Kern seiner Erzählung zurückkehren.
Nadim kommt in Damaskus zur Welt, damals eine offene Gesellschaft, in der sich die verschiedenen Religionen noch miteinander vertragen. Dies ändert sich rasch und Nadim muss seinen Tod vortäuschen und nach Deutschland flüchten, wo er sich eine Existenz als Dolmetscher aufbaut und wohlhabend wird. Auf seinem Weg trifft er auf Frauen, die ihn nachhaltig prägen und sein Leben beeinflussen. All diese Geschichten erzählt er Said während er im Krankenhaus seinem Tod nahe ist.
Ist das ein biografischer Roman? In seinen Grundzügen schon, sind doch beide Erzähler nach Deutschland geflüchtet und haben hier ihr Lebensglück gefunden. Schami erzählt bestürzend und eindringlich von der Situation in den arabischen Ländern, wie sie ihre Freizügigkeit gegenüber dem Fremden auch den Religionen mit der Zeit immer mehr beschneiden. Sich selbst einengen, sich Tyrannen als Regierende heranzüchten und letztlich daran scheitern diese Konflikte in Kriegen zu lösen.
Die Liebe spielt eine große Rolle im Roman. Zunächst die Mutter, die als Deutsche in Damaskus lebt und ein Beispiel für Integration ist, aber auch an Toleranz gegenüber Kleingeistigkeit und Dummheit. Sie wird ihr neues Heimatland nicht mehr verlassen, regelt aber für den in der Diaspora bleibenden Sohn ihr Vermächtnis. Dieser Tod führt zum Zusammenbruch Nadims und zu schweren Herzrhythmusstörungen, die sein Leben bestimmen werden. In zehn Tagen berichtet er, jeweils einer Frau gewidmet, von den Stationen seines Lebens. Von Glück und Verlust, von Freud und Leid in seinen Beziehungen, von seinen politischen Entscheidungen und dem Glück, das er gehabt hat.
Für alle die über die Situation im Nahen Osten aus der Sicht eines, in den 70igern, Geflüchteten erfahren wollen. Die Geschichten vermitteln Nähe und verstärken den Glauben an ein glückliches Zusammensein, sowohl von Mann und Frau als auch den verschiedenen Völkern im arabischen Raum.

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