Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Eternal-Hope:
Schnelle, alltagstaugliche Rezepte für Kochanfänger
Koch! Mich! Jetzt! von Leon Schreiber
Das Kochbuch des erfolgreichen Social-Media-Kochs Leon Schreiber präsentiert sich genau passend zur Zielgruppe: am Cover sehen wir eine junge Frau, die gerade Toast mit Eierspeise zubereitet, dazu gibt es den treffenden Titel "Koch! Mich! Jetzt!" und die Ankündigung einfacher, schneller, richtig guter Gerichte.
Genau das findet sich in diesem Buch: simple, schnelle, vielen Menschen gut schmeckende Rezepte für alle, die noch nicht so viel Erfahrung mit dem Kochen haben oder auch für Menschen, die im Alltagsstress schnell und einfach mit wenigen Zutaten etwas Schmackhaftes auf dem Tisch stehen haben wollen. Hier geht es um Alltagstauglichkeit und Zugänglichkeit, nicht um Schnick-Schnack oder Gesundheitsoptimierungstrends. Wer besondere Ernährungsformen verfolgt oder Unverträglichkeiten hat, ist hier eher falsch.
Wer hingegen Pasta liebt, so wie ich, der wird mit diesem Kochbuch seine Freude haben, denn dafür gibt es viele Rezepte, ergänzt um schnelle Ofengerichte, One-Pot-Speisen, Bowls, Snacks und Ideen für Meal Prep, um auch in die Arbeit etwas Gutes mitnehmen zu können, das sich mit wenig Aufwand zubereiten lässt.
Präsentiert sind die Gerichte äußerst ansprechend, es gibt zu jedem Gericht ein großformatiges Bild, was ich sehr mag, denn so kann ich meiner visuell orientierten Familie einfach die Bilder zeigen und sie fragen, worauf sie gerade Lust haben. Die Fotos sind alle so Appetit machend, dass sie richtig Lust darauf machen, die Rezepte auszuprobieren.
Zusätzlich finden sich auch noch viele praktische Tipps für Kocheinsteiger, etwa dazu, welche Töpfe, Pfannen und Kochwerkzeuge man wirklich braucht, wie man vielseitig anwendbare Gewürzmischungen herstellen kann, mit denen sich viele Gerichte schnell aufpeppen lassen, oder auch, was in Küche und Vorratsschrank gehört, um eine Basis zu haben, aus der sich spontan alles Mögliche kochen lässt.
Ich habe viel Erfahrung auch mit dem Kochen aufwendigerer Gerichte und bin so sicher nicht die Kernzielgruppe dieses Kochbuches. Dennoch kann auch ich mir einige neue Inspirationen daraus mitnehmen, z.B. für ein schnelles Pfannen-Bananenbrot, Tomaten-Mascarpone-Pasta oder Falafel mit Zitronenreis und Hummus, und finde es perfekt für stressige Tage, an denen einfach schnell etwas Gutes auf dem Tisch stehen soll.
Insgesamt ist es ein schön gestaltetes, sehr ansprechendes und praxistaugliches Kochbuch, das ich allen, die sich für schnelle, einfache Rezepte interessieren, sehr empfehlen kann und das ich insbesondere für junge Menschen, die von zu Hause ausziehen und sich zum ersten Mal alleine kulinarisch versorgen müssen, ohne über größere Vorkenntnisse im Bereich Kochen zu verfügen, als Geschenk sehr gut passend finde.
Ein Buch für fortgeschrittene Leserinnen und Leser
Erde von Sven Hillenkamp
Wer in Betracht zieht, "Erde", das neueste Buch des deutschen, nach Schweden ausgewanderten Autors, Soziologen und Philosophen Sven Hillenkamp, lesen zu wollen, dem empfehle ich, zuerst einmal innezuhalten und sich die Frage zu stellen: warum lese ich Bücher und was erwarte ich mir von der Lektüre?
Denn wer sich angenehme Unterhaltung, spannungsgetrieben oder mit schönen Gefühlen, wünscht, der ist hier definitiv falsch.
Dieses Buch ist unbequem, es ist schwierig, es ist fordernd und am Ende werden die meisten Menschen froh sein, wenn sie es wieder zuklappen können. Und doch lässt sich rückblickend viel Erkenntnisgewinn aus dieser unbequemen, aber lohnenden Lektüre ziehen.
Wir befinden uns direkt im Kopf eines Menschen, der es gar nicht leicht hat mit sich und der Welt, und erleben die ganze Geschichte konsequent aus seiner Perspektive: Jan ist so einiges nicht klar in der Welt, das ist schon in seiner Kindheit der Fall und zieht sich auch später durch sein Leben. Die Mutter ist psychisch krank und nimmt sich das Leben, als der Junge 11 Jahre alt ist. Sie wird monatelang verschwunden sein, bis man endlich ihre Leiche findet.
Auch davor war die Beziehung zu ihrem Sohn nicht von viel Liebe geprägt. Der Vater hat sich zu diesem Zeitpunkt längst schon von der Mutter getrennt, er ist eine schwache Persönlichkeit, bemüht sich zwar immer wieder ein bisschen, kann seinem Sohn aber nicht den Halt geben und die Grenzen aufzeigen, die dieser brauchen würde. Eine Ambivalenz, die kaum aushaltbar ist für den heranwachsenden Jungen:
"Ich weiß: Mein Vater ist jämmerlich, ein Kind, ein Idiot, feige, dumm und lächerlich, weniger als ein Nichts. Er hat mich verlassen. Er ist nicht mehr mein Vater. Ich habe keinen Vater.
Ich weiß: Mein Vater ist verständnisvoll und großzügig und immer lustig. Er hat das reinste Herz von uns dreien. Keiner hat einen Vater, wie ich ihn habe. Ich liebe meinen Vater." (S. 80)
Dazu kommt noch Jans sehr spezielle Persönlichkeit, die möglicherweise ein bisschen in Richtung Neurodivergenz/autistisches Spektrum geht (das wird nie explizit so benannt und es ist gar nicht leicht, hier zu differenzieren, was eine Folge der traumatischen Kindheit war und was andere Ursachen haben könnte).
Jedenfalls sucht er zwar die Nähe zu anderen Menschen, kann als junger Mann auch immer wieder Frauen zumindest kurzfristig für sich begeistern, scheint sich aber immer wieder, ihm selbst unbewusst, so zu verhalten, dass sich die Menschen von ihm distanzieren und auch die Eltern seiner Schulkameraden ihren Kindern den Kontakt zu ihm verbieten wollen.
So ist sein Leben in allen Bereichen von abrupten Beziehungsabbrüchen geprägt, die ihm selbst oft unverständlich bleiben (der beobachtende Leser hat hingegen oft durchaus eine Idee, wie es dazu gekommen sein könnte):
"Mein Chef sagt: "Paul und Viktor wollen nicht in der gleichen Schicht wie du arbeiten. Sie wollen eher kündigen, als mit dir zu arbeiten." Ich gehe zu Paul. "Warum kannst du mich nicht leiden?", "Ich kann dich nicht leiden, das ist alles." (S. 97)
Dabei hat Jan durchaus eine sehr sensible Seele, fühlt sich der Natur und ihren Geschöpfen verbunden und kann es kaum ertragen, wenn diesen von den Menschen Leid zugefügt wird:
"Ich gehe in Richtung des Wassers. Fort von den verhassten Menschen. Die Menschen zerstören alles. Jedes Paradies." (S. 8)
Wir haben hier also das Psychogramm eines in vielerlei Hinsicht ungewöhnlichen Menschen, der vom Schicksal schwer gezeichnet ist, von vielen missverstanden wird und auch selbst die Welt und die Menschen nicht wirklich versteht.
Selbst aus dieser Innensicht ist Jans Persönlichkeit und Motivation oft nicht eindeutig: wir haben in einer Leserunde ausführlich über seinen Charakter diskutiert, der an vielen Stellen ganz unterschiedlich gelesen und interpretiert werden kann, je nachdem, mit welcher Linse man darauf schaut.
Es erfordert große Meisterschaft in den Bereichen Empathie und schriftstellerischer Ausdruck, ein Buch so konsequent aus dem Innenleben eines so stark von den Normen und dem Durchschnitt der Gesellschaft abweichenden Charakters zu schreiben. Und es braucht Mut, so ein Buch, das bewusst unbequem und störrisch ist und sehr wahrscheinlich nicht den Geschmack der großen Masse treffen wird, zu veröffentlichen. Dafür hat der Autor meinen tiefsten Respekt.
Empfehlen kann ich das Buch all jenen, die auch vor sehr anspruchsvollen Werken nicht zurückschrecken, die offen sind, sich auf einen sehr schwierigen Charakter, dunkle Themen und eine insgesamt depressive Stimmung einzulassen, die sich für die Tiefen der menschlichen Seele interessieren und diese ergründen wollen und die gerne über das Innenleben eines Menschen, der sich vielleicht stark von einem selbst und von den meisten Menschen, die man kennt, unterscheidet, nicht nur abstrakt lesen, sondern dieses von innen heraus erleben wollen.
Einzigartige Stimme, harte Geschichte
Waisenkind von Galit Dahan Carlibach
Das Waisenkind Avital lebt in Israel und ist die Tochter einer verstorbenen "Hure", so wird sie jedenfalls von ihren eigenen Eltern, Avitals Großeltern, despektierlich bezeichnet, und eines unbekannten Vaters, vermutlich kein Jude, so meinen Großeltern abfällig, denn Avital hat rote Haare, wie sonst niemand in der Familie.
Die Großeltern sind üblen Charakters, Avital wächst mit wenig Liebe auf, wird ausgebeutet, muss Alkohol für die Großeltern besorgen und wird von deren Bekannten missbraucht. Sie sehnt sich nach ihrem unbekannten Vater, würde ihn so gerne finden. Auch die Pflegeeltern, bei denen sie kurzfristig landet, behandeln sie nicht gut, auch wenn sie nach außen den schönen Schein waren wollen und so reißt Avital wieder aus.
Ja, dieses Buch ist harter Tobak. Erzählt wird die Geschichte von Avital selbst, einer jugendlichen, rotzfrechen Stimme, die sich gegenüber dem Richter und Anklägern erklären will und so aus ihrer eigenen, unverwechselbaren Perspektive die Geschichte einer jungen Frau an der Grenze zum Erwachsenenleben erzählt, die in keinster Weise auf die Butterseite des Lebens gefallen ist, die sich mutig und stark durchkämpfen will, die genau beobachtet und messerscharf kommentiert und der man doch auch ihre Verletzlichkeit anmerkt: "Doch hier muss ich kurz innehalten und euch was sagen: Ich habe mich nie vor der Hölle gefürchtet und auch nie für diesen Quatsch mit dem Paradies interessiert - alle wollten dahin, einschließlich Opa und Oma, was sollte ich dann wohl dort? Hatte ich im Diesseits nicht genug mit ihnen durchgemacht, um sie auch noch im Jenseits wiederzutreffen? (...) Und was die Hölle angeht - die war doch schon da." (S. 29 im E-Book)
Entstanden ist dabei ein außergewöhnliches Buch mit einer Stimme, die ich so noch nicht gelesen habe und die besonders und einzigartig ist. Allerdings muss man in der passenden Stimmung für dieses Buch sein und all die Gewalt, die Avital erfährt und die sie manchmal so kaltschnäuzig zu kommentieren scheint, während man gleichzeitig spürt, was für ein Leid dahinter liegt, aushalten können. Ist man dafür in der Stimmung, dann wird man mit einem einzigartigen Buch belohnt, das Einblick in das Israel der Menschen am Rande der Gesellschaft gibt und dabei in frech-rasantem Tempo eine spannende Geschichte erzählt.
Einfühlsames Coming-of-Age
Mit dem ersten Licht von Florian Knöppler
"Mit dem ersten Licht" ist ein Buch, das eine spezielle Stimmung braucht beim Lesen. Es ist ein ruhiges, einfühlsames Buch, wir kommen nah an einen Jugendlichen ran, beobachten und erleben die Welt aus seinen Augen, die Treffen mit Freunden, die herausfordernde Situation in seiner Familie, die Annäherung an das Mädchen Laura.
Es ist kein Buch, das von Spannung oder schnellen Handlungen lebt, sondern eines, das dazu einlädt, innerlich ruhig zu werden und sich mit dem jungen Mann zu verbinden, tief mitzufühlen und sich dabei verbunden zu fühlen.... oder auch etwas Neues zu lernen über die Gefühle von Entfremdung, Anders-Sein, Sich-Unverstanden-Fühlen und dann doch wieder Momenten der zarten Verbindung, die so vielen Heranwachsenden vertraut sind.
Ich empfehle das Buch jenen, die gerade in sich die Ruhe und Tiefe spüren, sich darauf einzulassen und dafür mit einem zarten, einfühlsamen Leseerlebnis belohnt zu werden.
Wer hingegen gerade Spannung, schnelle Unterhaltung und Tempo sucht, ist mit anderen Werken besser beraten.
Humorvolle Vermittlung zwischen den Welten
Mis(s)understood von Nina Niedereder
Nina Niedereder hat, wie viele autistische Frauen, erst im Erwachsenenalter ihre Autismus-Diagnose erhalten. Viel zu verbreitet ist nach wie vor das stereotype Bild des männlichen Autisten wie Rain Man oder eines kleinen Professors, doch an Mädchen und Frauen wird bei dem Thema nach wie vor von vielen Menschen kaum gedacht, sodass viele weibliche Autistinnen und ihre Potenziale, Herausforderungen und Bedürfnisse unsichtbar bleiben.
Lange dachte man auch in der Fachwelt, dass Autismus hauptsächlich das männliche Geschlecht beträfe. Doch auch aufgrund von Bewusstseinsbildung, die aus der engagierten und auch durch das Internet weltweit immer besser vernetzten autistischen Community (die für sich das Recht einfordert, selbst für sich zu sprechen) selbst kommt, wächst langsam ein Verständnis dafür, dass auch viele Mädchen und Frauen betroffen sind. Diese werden nur von den an kleinen Buben ausgerichteten Diagnosekriterien oft nicht erfasst und maskieren außerdem aufgrund der geschlechtsspezifischen weiblichen Rollensozialisation noch einmal anders und oft stärker als Männer, spielen also erfolgreich, aber unter hohen Kosten, eine Rolle, um sich an die Erwartungen einer nicht-autismusfreundlichen Welt anzupassen, oft bis zum Zusammenbruch.
Auch die Autorin musste erst einmal viele Fehldiagnosen wie etwa Borderline ertragen, bis die korrekte Diagnose gestellt werden konnte. Nun hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, über autistische Menschen und ihre Bedürfnisse aufzuklären und zwischen den Welten zu vermitteln. Dabei ist ein humorvolles, interessantes, zugängliches und zugleich sehr informatives Buch entstanden. Aufbauend auf ihrer eigenen persönlichen Erfahrung sowie einer fundierten Recherche zum Thema Autismus geht die Autorin auf verschiedene autismusspezifische Besonderheiten des Erlebens in der Welt ein.
Besonders gut hat mir dabei gefallen, dass es sich bei ihrer Sicht - im Gegensatz zu den meisten immer noch verbreiteten Diagnoseinstrumenten - nicht um eine Außenperspektive, sondern um die Innensicht der Betroffenen handelt: es geht nicht darum, auf welche Art und Weise autistische Menschen allistischen (sogenannten "normalen"/neurotypischen Menschen) sonderbar erscheinen und wie sich das zeigt, sondern wie sich das Leben eines autistischen Menschen konkret im Alltag anfühlt: wie reizüberflutend und überfordernd diese Welt sein kann, wie unverständlich menschliche Kommunikation, die voll von Sarkasmus, Ironie, Lügen und Ungesagtem ist, wie nicht einfach nur autistische Menschen ein Problem mit der Einfühlung in andere haben, sondern das ein wechselseitiges Thema ist (Double-Empathy-Problem) und auch sie von neurotypischen Menschen oft genauso wenig verstanden werden wie umgekehrt, aber sich mit anderen Autistinnen und Autisten gut verstehen, und vieles mehr.
Sehr betroffen hat mich, wie die Autorin aufzeigt, wie sehr viele nach wie vor gängige Diagnose- und Therapiemethoden nur einen Blick von außen darstellen, die Perspektive der Betroffenen nicht berücksichtigen und diese nur einseitig an die Erwartungen der allistischen Welt anpassen wollen, oft zum Schaden der autistischen Menschen. Dazu bringt die Autorin etwa ein Beispiel von jugendlichen, nicht sprechenden Autisten mit normalen oder sogar überdurchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten, mit denen manchmal immer noch gesprochen und umgegangen werde, als ob sie kleine Kinder seien, nur weil sie sich nicht mündlich äußern würden.
Geschickt spielt die Autorin im Titel und auch in den Kapiteln mit jeweils zwei Perspektiven auf ein Thema: einerseits geht es darum, zu wie vielen Missdiagnosen, Missverständnissen usw. es kommen kann und wie man autistische Menschen mit ihren Herausforderungen besser verstehen kann.
Andererseits zeigt sie auch auf, welche spezifischen Qualitäten und einzigartigen Perspektiven auf die Welt autistische Menschen haben können und stellt darauf aufbauend viele Ideen vor, wie man eine Welt gestalten könnte, die vielleicht nicht nur für Autistinnen und Autisten, sondern auch für viele andere eine lebenswertere wäre, etwa mit Ruhezonen, mehr Toleranz bezüglich individueller Kleiderwahl, mehr Wahlmöglichkeiten in Bezug auf die Kommunikation, stärkere Verbreitung von Homeoffice für alle, die es sich wünschen und brauchen, Reduktion von Großraumbüros und vieles mehr. Dabei zeigt sich, dass vieles, was autistischen Menschen gut tun würde, auch anderen, die zum Beispiel hochsensibel oder auch einfach nur überlastet von ihrem Alltag sind, sehr entgegen kommen könnte.
Insgesamt ist es ein Buch, das aufzeigt, mit welchen Herausforderungen und welchem Nicht-Verstanden-Werden viele autistische Menschen im Alltag zu kämpfen haben und dass die meisten davon tatsächlich gar nicht mit ihrer Neurodivergenz an sich zu tun haben, sondern daraus resultieren, dass sie in einer Welt leben müssen, die überhaupt nicht an ihre Bedürfnisse angepasst ist. Damit sensibilisiert es auf äußerst wertvolle Art und Weise dafür, was wir alle - autistisch oder nicht - konkret machen könnten, um eine freundlichere Umgebung zu gestalten, in der möglichst viele Menschen ihr Leben genießen und ihre Potenziale entfalten können.
Allen, die sich für einen modernen, innovativen und speziell weiblichen, inklusiven Blick auf Autismus, aber auch weit darüber hinaus auf das Thema Individualität und Ideen für eine bessere Welt, interessieren - ob Betroffene, Angehörige, Freundinnen und Freunde, Fachkräfte im psychosozialen, therapeutischen und medizinischen Bereich, aber besonders auch Politikerinnen und Politiker sowie Entscheidungsträger in Unternehmen - möchte ich dieses wertvolle, leicht zugängliche und humorvolle geschriebene und dabei äußerst informative Buch wärmstens ans Herz legen und eine Leseempfehlung dafür aussprechen!
Einblick in Sorgen und Ängste der Gen Z
Sorry, ich hab heute Angst von Hannah Lübbert
Das Hörbuch "Sorry, ich hab heute Angst", verfasst von der jungen Klimaaktivistin Hannah Lübbert und sehr einfühlsam eingesprochen von Susanna Cuda gibt einen authentischen und berührenden Einblick in die Perspektiven und Ängste, aber auch in die Hoffnungen und Sehnsüchte, die viele junge Menschen aus der Generation Z teilen.
Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrung mit einer Angsterkrankung, die insbesondere durch die gefühlte Hilflosigkeit angesichts der Klimakrise, aber auch durch weitere Faktoren wie das exzessive Hören von True Crime Podcasts ausgelöst und aufrechterhalten wurde, hat sich die 2001 geborene Autorin intensiv damit auseinandergesetzt, was Ängste und Angsterkrankungen auslöst, warum diese gerade in ihrer Generation so omnipräsent sind, wie wir sie besser verstehen können, wer davon profitiert, aber auch wie wir sie überwinden oder sogar als Antrieb für positive gesellschaftliche Veränderung nutzen können.
Mir als eineinhalb Jahrzehnte früher geborener Angehöriger der Generation Millenials hat dieses Buch noch einmal ganz anders die Augen geöffnet in Bezug auf das Erleben der nächstjüngeren Generation, das auch schon in früher Kindheit und Jugend von viel mehr Krisen und Unsicherheiten geprägt war als mein eigenes, sowie von dem Gefühl, gegen eine Übermacht, die die Welt unterdrückt und zerstört, kämpfen zu müssen: Generation Katniss, wie es im Hörbuch so treffend heißt, nach der fiktiven Heldin der später verfilmten, enorm erfolgreichen und offenbar stark das Lebensgefühl dieser Jugendlichen spiegelnden Romantrilogie von Suzanne Collins.
Ganz viel Gesellschaftskritik findet sich in dem Buch: gegenüber einer Gesellschaft, die selbst angesichts des sich immer mehr verschärfenden Klimawandels nicht vom Fortschritts- und Wachstumsparadigma ablassen will und gegenüber einem unbarmherzigen Kapitalismus, der das Geld-Verdienen über alles andere stellen will, während Familien, Freundschaften, politisches Engagement, aber auch die eigene psychische und körperliche Gesundheit zu kurz kommen. Am Ende finden sich hoffnungsvolle Ausblicke und Hannah Lübbert zeigt uns eine engagierte junge Generation, der nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern das anderer Lebewesen und des Planeten am Herzen liegt und die bereit ist, entschlossen dafür zu kämpfen. Eine Generation, die nicht mehr alles opfern und dabei die Welt weiter zerstören will.
Ich kann das Hörbuch allen, die sich für das Lebensgefühl und die Perspektiven speziell der in den letzten Jahren erwachsen gewordenen jungen Menschen interessieren, sehr empfehlen: es ist äußerst erhellend, sympathisch und gleichzeitig nachdenklich machend, denn es zeigt auf, was wir dazu beitragen können, gemeinsam mit dieser jungen Generation zu einem langfristig nachhaltigen Leben für alle auf dieser Erde beizutragen.
Mutiges und ehrliches Buch über problematische aktuelle Entwicklungen im Bereich Meinungsfreiheit
Meinungsfreiheit von Ronen Steinke
Auf dieses Buch bin ich aufmerksam geworden, weil es für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert war. Ansonsten wäre ich aufgrund der sehr unscheinbaren Aufmachung wohl daran vorbei gegangen, und hätte damit ein sehr wertvolles und aktuelles Werk verpasst!
Der Autor, selbst Jurist und Journalist, hat sich die Aufgabe gestellt, die aktuelle Rechtslage und damit verbundene Unklarheiten sowie die Entwicklungen der letzten Jahre zu Themen wie Streitkultur, Aufstachelung, Blasphemie, Beleidigung oder Desinformation darzustellen und kritisch zu beleuchten.
Das gelingt ihm auf sehr informative und interessante Weise: jedes Kapitel beginnt mit wahren Fallgeschichten zu dem Thema, bei denen die Leserinnen und Leser erst einmal selbst überlegen dürfen, ob Gerichte ein bestimmtes Verhalten als strafbar eingestuft haben oder nicht, und dann die tatsächlichen Gerichtsentscheidungen und deren Hintergründe erfahren, die manchmal gut verständlich und manchmal subjektiv kaum nachvollziehbar erscheinen.
Dabei lernt man eine Menge über aktuelles deutsches Recht, aber auch über subjektive Entscheidungen und über den aktuellen Zeitgeist, durch den es in vielen Bereichen in den letzten Jahren, insbesondere in den Jahren nach der Flüchtlingskrise 2015 und noch einmal mehr während der Coronazeit zu deutlichen Verschärfungen in der Einschätzung der Strafbarkeit von davor als harmlos und nicht strafbar angesehenen Äußerungen in Deutschland, aber auch in einigen anderen europäischen Ländern, gekommen ist.
Es macht sehr nachdenklich, dass es in vielen Fällen nicht im Vorhinein klar erkennbar ist - schon gar nicht für Laien - wo die Grenze der freien Meinungsäußerung endet und die Strafbarkeit beginnt. Das schafft ein Klima, in dem immer weniger Menschen sich offen zu sagen trauen, was sie wirklich denken - wodurch unbeliebte Meinungen aber nicht verschwinden, sondern nur der Dialog unterbrochen wird.
So wird auch verständlich, warum Menschen aus manchen anderen Ländern, etwa den USA, durchaus entsetzt sein können, wenn sie erfahren, dass man für relativ harmlose Kritik an in der Öffentlichkeit stehenden Menschen in Deutschland schon vor Gericht gestellt werden kann.
Sehr gut hat mir auch gefallen, wie der Autor klug analysiert, wie problematisch es sein kann, nur mehr vermeintliche Fakten zulassen zu wollen, da es in vielen Bereichen stark von der eigenen Perspektive abhängt, was man für solche hält und auf welchen Grundlagen man diese interpretiert und den Herrschenden unglaublich viel Macht verleihen würde, wenn sie alleine über die vermeintliche Wahrheit, die geäußert werden darf, bestimmen könnten (so weit ist es juristisch bis jetzt in Deutschland zum Glück noch nicht, auch wenn es schon erste Stimmen gibt, die die Strafbarkeit vermeintlicher Falschbehauptungen fordern).
Insgesamt ist es ein wichtiges Buch, das dafür sensibilisiert, wie wichtig es ist, dass wir dafür eintreten, dass die Grenzen der Meinungsfreiheit nicht immer mehr verschwimmen, bis sie so eng gefasst sind, dass sich kaum mehr jemand Kritik an den Mächtigen zu äußern droht.
Gute Idee, mittelmäßige Umsetzung
Wir könnten alles sein von Jami Attenberg
Das könnte so eine interessante Geschichte sein: der jüdische Holocaust-Überlebende Rudy gründet mit Frieda eine Familie, die beiden bekommen die Töchter Nancy und Shelly. Wir lernen die Familie bei gemeinsamen Scrabble-Abenden kennen, als die Mädchen Jugendliche sind.
Doch bald darauf stirbt Vater Rudy früh und die drei verbliebenen weiblichen Familienmitglieder haben es nicht leicht miteinander.
Frieda versinkt in Trauer und ist oft nicht sehr nett zu den Mädchen, beide flüchten deshalb früh aus dem Elternhaus: Nancy wird jung schwanger und heiratet, Überfliegerin Shelly stürzt sich in Studium und Arbeit.
In den darauffolgenden Kapiteln erzählen wechselweise Nancy, Shelly, Frieda, die Tochter/Nichte/Enkelin Jess sowie weitere Personen. Hier wird es schön langsam unübersichtlich und zeitweise wurden neue Personen eingeführt, bei denen mir erst spät klar wurde, was sie mit der Gesamtgeschichte zu tun haben und warum ich mich für sie interessieren sollte.
Es geht um durchaus spannende Themen: Entfremdung zwischen Mutter und Töchtern, transgenerationale Traumatisierung, Sucht und vieles mehr. Doch aufgrund der vielen Perspektivwechsel und der Erzählweise, die oft mehr auf die Beschreibung der Umgebung fokussiert als auf das Innenleben der Figuren, bleiben die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander seltsam blass.
Aus der Idee hätte man mehr machen können, so bleibt insgesamt ein mittelmäßiges Buch, das man lesen kann, aber nicht unbedingt muss.
Humorvoll, reflektiert und sympathisch
Hundeheimat von Don Pablo Mulemba
Don Pablo Mulemba ist der Sohn eines Angolaners, der im Rahmen eines Arbeitskräfteprogramms in die DDR kam, und einer ostdeutschen Mutter. In diesem Hörbuch, das er nicht nur selbst geschrieben, sondern auch selbst eingesprochen hat, was es ganz besonders authentisch macht, erzählt der Autor auf sehr unterhaltsame und zugleich tiefgründige und nachdenklich machende Weise von seinem Leben zwischen zwei Kulturen.
Es geht um das Aufwachsen in einer angolanisch-deutschen Familie im wiedervereinigten Deutschland, um die wirtschaftlich und politisch schwierigen 1990er und 2000er Jahre, in denen es leider speziell in den Bundesländern des ehemaligen Ostdeutschlands zu einem immer stärker werdenden Rechtsradikalismus und damit verbundenen Attacken auf Menschen, die als anders oder fremd gelesen werden, kam.
Bedrückend macht, dass der dunkelhäutige Vater des Autors sich in Ostdeutschland mit der Zeit so unwohl fühlte, dass er entschied, in die afrikanische Heimat zurückzugehen und dort ein Haus zu bauen, in das ihm wenige Jahre später seine hellhäutige deutsche Frau folgte, während die beiden Kinder, damals Teenager bis junge Erwachsene, alleine in Deutschland zurückblieben und die Eltern ihnen aus Afrika Geld zu schicken versuchten. Und auch der Autor selbst überlegte immer wieder, ob es für ihn unter der Sicherheitsperspektive noch vertretbar sei, weiterhin in Cottbus zu bleiben, insbesondere, da auch von Seiten der Polizei wenig Unterstützung zu erwarten war.
Dieses Beispiel zeigt schon, dass es der Autor mit seiner Kindheit, seinen Rassismus-Erfahrungen und auch mit dem Verhältnis zu seiner Familie nicht immer leicht hatte. Doch es geht auch noch um so viel mehr: um gute Freundschaften, um die Liebe zum Basketball und um einige Reisen nach Angola, deren bisher letzte vieles veränderte, denn der Autor lernt verloren geglaubte Verwandte kennen und sich und seine Wurzeln damit noch einmal mit ganz anderen Augen sehen.
Ich habe den Autor als Sprecher seines eigenen Hörbuches als sehr sympathischen Menschen mit einem feinen Humor und einer guten Beobachtungsgabe wahrgenommen und es gefällt mir, wie er gesellschaftliche Entwicklungen pointiert zu beschreiben versteht.
Damit ist es insgesamt eines der Hörbücher, wie ich sie ganz besonders mag: unterhaltsam und nahbar, aber gleichzeitig lehrreich, eine neue Sicht auf vieles eröffnend und mobilisierend, sich gemeinsam mit anderen für eine Gesellschaft frei von Rassismus und Diskriminierung einzusetzen. Ich kann das Hörbuch einer breiten Leserschaft wärmstens empfehlen!
Vielleicht wollte er gar nicht schweigen, er fand bloß die Worte nicht von Misha Schoeneberg
Mit Misha Schoenebergs Vater ist irgendetwas anders. Aber lange weiß Misha nicht, was es sein könnte, denn der Vater ist gebrochen, tief traumatisiert, und er spricht nicht darüber. Jedenfalls nicht mit seiner Frau und seinen Kindern. Später wird Misha erfahren, dass der Vater mit seiner älteren Schwester durchaus sogar darüber gesprochen und sogar bald nach Kriegsende einer Sekretärin seine Geschichte diktiert habe, doch davon findet sich leider keine Spur mehr.
Aber feinfühlige Menschen wie Sohn Misha spüren schon früh die Dunkelheit, die den Vater umgibt: "Ich erinnere mich allzu gut an meines Vaters Augen. Meist starrten sie in unbestimmte Ferne. Nicht in der Art, dass man sie traurig nennen könnte, vielmehr ließ die rätselhafte Leere seines Blickes uns mit betretenem Schweigen allein zurück. Es war etwas Dunkles, etwas Unnahbares an dem Geheimnis, das meinen Vater umgab. Wir Kinder hatten nicht daran zu rühren - Punktum!" (S. 8 im E-Book)
Misha Schoeneberg ist 1959 geboren, seine Kindheit war also in den 1960er Jahren. Da war die dunkelste Zeit Deutschlands noch gar nicht lange her und viele der Täter waren noch jung, vital und Teil der Gesellschaft:
"Und diese Zeit war dermaßen dunkel, dass niemand Lust hatte, darüber zu reden. Vielleicht aber lag das Dunkel schon so weit zurück, dass sich kaum noch jemand daran erinnern konnte oder nicht erinnern wollte oder bloß nicht daran erinnert werden wollte. Oder das Dunkel war derart dunkel, dass niemand dafür Worte fand. Jedenfalls nicht die richtigen. Und was wären die richtigen Worte gewesen?" (S. 10 im E-Book)
Irgendwann beginnt der Vater, zu erzählen, dass er Auschwitz überlebt hat, doch es dauert noch einmal länger, bis die Kinder erfahren, dass der Vater aus einer jüdischen Familie ist und viele Verwandte und seine erste Frau von den Nazis ermordet wurden. Denn zu wissen, jüdisch zu sein, das sei noch gefährlicher, als, dass einer in Auschwitz gewesen sei, denn Auschwitz sei nicht ansteckend, das sei das persönliche Trauma des Vaters, aber was bedeute es für die Nachkommen, wenn der Vater Jude sei, in einem Nachkriegsdeutschland, das von all dem nichts mehr hören und alles unter den Teppich kehren wolle, aber damals Menschen jüdischer Abstammung erbarmungslos verfolgt hatte, selbst wenn sie den Glauben nicht einmal praktizierten? Man könne als Jude oder Kind von Juden niemals sicher sein, sobald andere davon wüssten.
Immerhin gibt es "Tante", eine der älteren Schwestern des Vaters, die rechtzeitig fliehen konnte und dadurch überlebt hatte, aber an der Last trägt, dass es ihr nicht mehr gelungen ist, ihre Familienmitglieder ins rettende Ausland nachzuholen. Zu ihr entwickelt Misha ein enges Verhältnis, er ist ihr Lieblingsneffe, mit dem sie "befreundet sei, obwohl sie verwandt seien", eine besondere Auszeichnung.
Tante antwortet auf die neugierigen Fragen des Neffen, sie beginnt zu erzählen, zum Beispiel von den zwischenmenschlichen Veränderungen im Deutschland der 1930er Jahre: "Es sagt sich so leicht, nach 1933 hätte sich das Leben in Deutschland verändert. Ach, das Leben, das Leben! Die Menschen hatten sich verändert!" Das sei furchtbar gewesen. Überall nur unfreundliche Gesichter." (S. 52 im E-Book)
Der Vater wird weiterhin nicht viel erzählen, doch aus Beobachtungen und Schlussfolgerungen, eigenen Nachforschungen und den Erzählungen der Tante reimt sich Misha so einiges zusammen und versucht dem schweigsamen, in sich gekehrten Vater, der doch nach außen so ein erfolgreiches, gutbürgerliches Leben lebt, für seine Familie einiges an Wohlstand geschaffen hat und mit einer Deutschen verheiratet ist, die früher beim BDM war, so ein bisschen näher zu kommen. Dabei ist ein zutiefst berührendes, sehr persönliches und mutiges Buch entstanden.
Klar nimmt der Autor auch zu dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, den Folterungen, Ermordungen und Verschleppungen unschuldiger feiernder Israelis und dem darauffolgenden Krieg der israelischen Armee gegen die Hamas Stellung.
Erschüttert ist er nicht nur von den Gräueltaten dort, sondern auch von den einseitigen Schuldzuschreibungen vieler europäischer und auch deutscher sich für linke Intellektuelle haltende Menschen, die sich seiner Meinung nach einseitig auf die Seite der Palästinenser stellen und nicht genug würdigen würden, wer diesen Angriff begonnen habe und dass es der schlimmste Massenmord an Juden seit dem Holocaust sei:
"Es lässt sich nur so erklären, dass die sogenannten linken Intellektuellen weder links noch intellektuell sind, sie stehen vielmehr, in beiden Strängen der Geschichte, der westlichen wie der arabischen, in der Tradition des Nationalsozialismus. Ihr offener Antizionismus folgt ihrem verschämten Antisemitismus. Was Wunder, dass da am Ende die israelische Armee mit der deutschen Wehrmacht gleichgesetzt wird." (S. 99 im E-Book)
Es macht sehr betroffen, zu lesen, wie alleingelassen und schutzlos sich nicht der Autor, sondern auch viele andere jüdische Menschen in Mitteleuropa seitdem verstärkt fühlen, wie wenig Solidarität sie erfahren (das ist nicht der erste jüdische Autor, von dem ich so etwas lese, und es macht mich jedes Mal wieder bestürzt) und wie sich seitdem jüdische Menschen noch weniger als davor öffentlich als ihrem Glauben zugehörig zu zeigen trauen:
"Lass niemanden etwas über dich wissen. Die Schlechten wie auch die Guten, sie schauen dich anders an. Ich stand dem Schweigen meines Vaters kritisch gegenüber. Ich hatte gedacht, es wäre vorbei. Jedenfalls in unseren Breiten. Dabei, ich hätte es besser wissen müssen, hatte ich doch Geschichte studiert. Sie lehrt: Es ist nie vorbei. Nirgends." (S. 90 im E-Book)
Ich habe schon viele Bücher über den Holocaust, über Israel, über das Judentum und insgesamt von jüdischen Menschen gelesen. Doch dieses ist in seiner Eindringlichkeit noch einmal etwas ganz Besonderes, es findet zutiefst berührende Worte, mit denen es hoffentlich viele Menschen erreichen und uns unsere Verantwortung, die wir für Menschenrechte insgesamt, aber ganz besonders im Eintreten gegen Antisemitismus haben, noch einmal anders bewusst macht.











