Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Eternal-Hope:
Einfühlsames Coming-of-Age
Mit dem ersten Licht von Florian Knöppler
"Mit dem ersten Licht" ist ein Buch, das eine spezielle Stimmung braucht beim Lesen. Es ist ein ruhiges, einfühlsames Buch, wir kommen nah an einen Jugendlichen ran, beobachten und erleben die Welt aus seinen Augen, die Treffen mit Freunden, die herausfordernde Situation in seiner Familie, die Annäherung an das Mädchen Laura.
Es ist kein Buch, das von Spannung oder schnellen Handlungen lebt, sondern eines, das dazu einlädt, innerlich ruhig zu werden und sich mit dem jungen Mann zu verbinden, tief mitzufühlen und sich dabei verbunden zu fühlen.... oder auch etwas Neues zu lernen über die Gefühle von Entfremdung, Anders-Sein, Sich-Unverstanden-Fühlen und dann doch wieder Momenten der zarten Verbindung, die so vielen Heranwachsenden vertraut sind.
Ich empfehle das Buch jenen, die gerade in sich die Ruhe und Tiefe spüren, sich darauf einzulassen und dafür mit einem zarten, einfühlsamen Leseerlebnis belohnt zu werden.
Wer hingegen gerade Spannung, schnelle Unterhaltung und Tempo sucht, ist mit anderen Werken besser beraten.
Humorvolle Vermittlung zwischen den Welten
Mis(s)understood von Nina Niedereder
Nina Niedereder hat, wie viele autistische Frauen, erst im Erwachsenenalter ihre Autismus-Diagnose erhalten. Viel zu verbreitet ist nach wie vor das stereotype Bild des männlichen Autisten wie Rain Man oder eines kleinen Professors, doch an Mädchen und Frauen wird bei dem Thema nach wie vor von vielen Menschen kaum gedacht, sodass viele weibliche Autistinnen und ihre Potenziale, Herausforderungen und Bedürfnisse unsichtbar bleiben.
Lange dachte man auch in der Fachwelt, dass Autismus hauptsächlich das männliche Geschlecht beträfe. Doch auch aufgrund von Bewusstseinsbildung, die aus der engagierten und auch durch das Internet weltweit immer besser vernetzten autistischen Community (die für sich das Recht einfordert, selbst für sich zu sprechen) selbst kommt, wächst langsam ein Verständnis dafür, dass auch viele Mädchen und Frauen betroffen sind. Diese werden nur von den an kleinen Buben ausgerichteten Diagnosekriterien oft nicht erfasst und maskieren außerdem aufgrund der geschlechtsspezifischen weiblichen Rollensozialisation noch einmal anders und oft stärker als Männer, spielen also erfolgreich, aber unter hohen Kosten, eine Rolle, um sich an die Erwartungen einer nicht-autismusfreundlichen Welt anzupassen, oft bis zum Zusammenbruch.
Auch die Autorin musste erst einmal viele Fehldiagnosen wie etwa Borderline ertragen, bis die korrekte Diagnose gestellt werden konnte. Nun hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, über autistische Menschen und ihre Bedürfnisse aufzuklären und zwischen den Welten zu vermitteln. Dabei ist ein humorvolles, interessantes, zugängliches und zugleich sehr informatives Buch entstanden. Aufbauend auf ihrer eigenen persönlichen Erfahrung sowie einer fundierten Recherche zum Thema Autismus geht die Autorin auf verschiedene autismusspezifische Besonderheiten des Erlebens in der Welt ein.
Besonders gut hat mir dabei gefallen, dass es sich bei ihrer Sicht - im Gegensatz zu den meisten immer noch verbreiteten Diagnoseinstrumenten - nicht um eine Außenperspektive, sondern um die Innensicht der Betroffenen handelt: es geht nicht darum, auf welche Art und Weise autistische Menschen allistischen (sogenannten "normalen"/neurotypischen Menschen) sonderbar erscheinen und wie sich das zeigt, sondern wie sich das Leben eines autistischen Menschen konkret im Alltag anfühlt: wie reizüberflutend und überfordernd diese Welt sein kann, wie unverständlich menschliche Kommunikation, die voll von Sarkasmus, Ironie, Lügen und Ungesagtem ist, wie nicht einfach nur autistische Menschen ein Problem mit der Einfühlung in andere haben, sondern das ein wechselseitiges Thema ist (Double-Empathy-Problem) und auch sie von neurotypischen Menschen oft genauso wenig verstanden werden wie umgekehrt, aber sich mit anderen Autistinnen und Autisten gut verstehen, und vieles mehr.
Sehr betroffen hat mich, wie die Autorin aufzeigt, wie sehr viele nach wie vor gängige Diagnose- und Therapiemethoden nur einen Blick von außen darstellen, die Perspektive der Betroffenen nicht berücksichtigen und diese nur einseitig an die Erwartungen der allistischen Welt anpassen wollen, oft zum Schaden der autistischen Menschen. Dazu bringt die Autorin etwa ein Beispiel von jugendlichen, nicht sprechenden Autisten mit normalen oder sogar überdurchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten, mit denen manchmal immer noch gesprochen und umgegangen werde, als ob sie kleine Kinder seien, nur weil sie sich nicht mündlich äußern würden.
Geschickt spielt die Autorin im Titel und auch in den Kapiteln mit jeweils zwei Perspektiven auf ein Thema: einerseits geht es darum, zu wie vielen Missdiagnosen, Missverständnissen usw. es kommen kann und wie man autistische Menschen mit ihren Herausforderungen besser verstehen kann.
Andererseits zeigt sie auch auf, welche spezifischen Qualitäten und einzigartigen Perspektiven auf die Welt autistische Menschen haben können und stellt darauf aufbauend viele Ideen vor, wie man eine Welt gestalten könnte, die vielleicht nicht nur für Autistinnen und Autisten, sondern auch für viele andere eine lebenswertere wäre, etwa mit Ruhezonen, mehr Toleranz bezüglich individueller Kleiderwahl, mehr Wahlmöglichkeiten in Bezug auf die Kommunikation, stärkere Verbreitung von Homeoffice für alle, die es sich wünschen und brauchen, Reduktion von Großraumbüros und vieles mehr. Dabei zeigt sich, dass vieles, was autistischen Menschen gut tun würde, auch anderen, die zum Beispiel hochsensibel oder auch einfach nur überlastet von ihrem Alltag sind, sehr entgegen kommen könnte.
Insgesamt ist es ein Buch, das aufzeigt, mit welchen Herausforderungen und welchem Nicht-Verstanden-Werden viele autistische Menschen im Alltag zu kämpfen haben und dass die meisten davon tatsächlich gar nicht mit ihrer Neurodivergenz an sich zu tun haben, sondern daraus resultieren, dass sie in einer Welt leben müssen, die überhaupt nicht an ihre Bedürfnisse angepasst ist. Damit sensibilisiert es auf äußerst wertvolle Art und Weise dafür, was wir alle - autistisch oder nicht - konkret machen könnten, um eine freundlichere Umgebung zu gestalten, in der möglichst viele Menschen ihr Leben genießen und ihre Potenziale entfalten können.
Allen, die sich für einen modernen, innovativen und speziell weiblichen, inklusiven Blick auf Autismus, aber auch weit darüber hinaus auf das Thema Individualität und Ideen für eine bessere Welt, interessieren - ob Betroffene, Angehörige, Freundinnen und Freunde, Fachkräfte im psychosozialen, therapeutischen und medizinischen Bereich, aber besonders auch Politikerinnen und Politiker sowie Entscheidungsträger in Unternehmen - möchte ich dieses wertvolle, leicht zugängliche und humorvolle geschriebene und dabei äußerst informative Buch wärmstens ans Herz legen und eine Leseempfehlung dafür aussprechen!
Einblick in Sorgen und Ängste der Gen Z
Sorry, ich hab heute Angst von Hannah Lübbert
Das Hörbuch "Sorry, ich hab heute Angst", verfasst von der jungen Klimaaktivistin Hannah Lübbert und sehr einfühlsam eingesprochen von Susanna Cuda gibt einen authentischen und berührenden Einblick in die Perspektiven und Ängste, aber auch in die Hoffnungen und Sehnsüchte, die viele junge Menschen aus der Generation Z teilen.
Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrung mit einer Angsterkrankung, die insbesondere durch die gefühlte Hilflosigkeit angesichts der Klimakrise, aber auch durch weitere Faktoren wie das exzessive Hören von True Crime Podcasts ausgelöst und aufrechterhalten wurde, hat sich die 2001 geborene Autorin intensiv damit auseinandergesetzt, was Ängste und Angsterkrankungen auslöst, warum diese gerade in ihrer Generation so omnipräsent sind, wie wir sie besser verstehen können, wer davon profitiert, aber auch wie wir sie überwinden oder sogar als Antrieb für positive gesellschaftliche Veränderung nutzen können.
Mir als eineinhalb Jahrzehnte früher geborener Angehöriger der Generation Millenials hat dieses Buch noch einmal ganz anders die Augen geöffnet in Bezug auf das Erleben der nächstjüngeren Generation, das auch schon in früher Kindheit und Jugend von viel mehr Krisen und Unsicherheiten geprägt war als mein eigenes, sowie von dem Gefühl, gegen eine Übermacht, die die Welt unterdrückt und zerstört, kämpfen zu müssen: Generation Katniss, wie es im Hörbuch so treffend heißt, nach der fiktiven Heldin der später verfilmten, enorm erfolgreichen und offenbar stark das Lebensgefühl dieser Jugendlichen spiegelnden Romantrilogie von Suzanne Collins.
Ganz viel Gesellschaftskritik findet sich in dem Buch: gegenüber einer Gesellschaft, die selbst angesichts des sich immer mehr verschärfenden Klimawandels nicht vom Fortschritts- und Wachstumsparadigma ablassen will und gegenüber einem unbarmherzigen Kapitalismus, der das Geld-Verdienen über alles andere stellen will, während Familien, Freundschaften, politisches Engagement, aber auch die eigene psychische und körperliche Gesundheit zu kurz kommen. Am Ende finden sich hoffnungsvolle Ausblicke und Hannah Lübbert zeigt uns eine engagierte junge Generation, der nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern das anderer Lebewesen und des Planeten am Herzen liegt und die bereit ist, entschlossen dafür zu kämpfen. Eine Generation, die nicht mehr alles opfern und dabei die Welt weiter zerstören will.
Ich kann das Hörbuch allen, die sich für das Lebensgefühl und die Perspektiven speziell der in den letzten Jahren erwachsen gewordenen jungen Menschen interessieren, sehr empfehlen: es ist äußerst erhellend, sympathisch und gleichzeitig nachdenklich machend, denn es zeigt auf, was wir dazu beitragen können, gemeinsam mit dieser jungen Generation zu einem langfristig nachhaltigen Leben für alle auf dieser Erde beizutragen.
Mutiges und ehrliches Buch über problematische aktuelle Entwicklungen im Bereich Meinungsfreiheit
Meinungsfreiheit von Ronen Steinke
Auf dieses Buch bin ich aufmerksam geworden, weil es für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert war. Ansonsten wäre ich aufgrund der sehr unscheinbaren Aufmachung wohl daran vorbei gegangen, und hätte damit ein sehr wertvolles und aktuelles Werk verpasst!
Der Autor, selbst Jurist und Journalist, hat sich die Aufgabe gestellt, die aktuelle Rechtslage und damit verbundene Unklarheiten sowie die Entwicklungen der letzten Jahre zu Themen wie Streitkultur, Aufstachelung, Blasphemie, Beleidigung oder Desinformation darzustellen und kritisch zu beleuchten.
Das gelingt ihm auf sehr informative und interessante Weise: jedes Kapitel beginnt mit wahren Fallgeschichten zu dem Thema, bei denen die Leserinnen und Leser erst einmal selbst überlegen dürfen, ob Gerichte ein bestimmtes Verhalten als strafbar eingestuft haben oder nicht, und dann die tatsächlichen Gerichtsentscheidungen und deren Hintergründe erfahren, die manchmal gut verständlich und manchmal subjektiv kaum nachvollziehbar erscheinen.
Dabei lernt man eine Menge über aktuelles deutsches Recht, aber auch über subjektive Entscheidungen und über den aktuellen Zeitgeist, durch den es in vielen Bereichen in den letzten Jahren, insbesondere in den Jahren nach der Flüchtlingskrise 2015 und noch einmal mehr während der Coronazeit zu deutlichen Verschärfungen in der Einschätzung der Strafbarkeit von davor als harmlos und nicht strafbar angesehenen Äußerungen in Deutschland, aber auch in einigen anderen europäischen Ländern, gekommen ist.
Es macht sehr nachdenklich, dass es in vielen Fällen nicht im Vorhinein klar erkennbar ist - schon gar nicht für Laien - wo die Grenze der freien Meinungsäußerung endet und die Strafbarkeit beginnt. Das schafft ein Klima, in dem immer weniger Menschen sich offen zu sagen trauen, was sie wirklich denken - wodurch unbeliebte Meinungen aber nicht verschwinden, sondern nur der Dialog unterbrochen wird.
So wird auch verständlich, warum Menschen aus manchen anderen Ländern, etwa den USA, durchaus entsetzt sein können, wenn sie erfahren, dass man für relativ harmlose Kritik an in der Öffentlichkeit stehenden Menschen in Deutschland schon vor Gericht gestellt werden kann.
Sehr gut hat mir auch gefallen, wie der Autor klug analysiert, wie problematisch es sein kann, nur mehr vermeintliche Fakten zulassen zu wollen, da es in vielen Bereichen stark von der eigenen Perspektive abhängt, was man für solche hält und auf welchen Grundlagen man diese interpretiert und den Herrschenden unglaublich viel Macht verleihen würde, wenn sie alleine über die vermeintliche Wahrheit, die geäußert werden darf, bestimmen könnten (so weit ist es juristisch bis jetzt in Deutschland zum Glück noch nicht, auch wenn es schon erste Stimmen gibt, die die Strafbarkeit vermeintlicher Falschbehauptungen fordern).
Insgesamt ist es ein wichtiges Buch, das dafür sensibilisiert, wie wichtig es ist, dass wir dafür eintreten, dass die Grenzen der Meinungsfreiheit nicht immer mehr verschwimmen, bis sie so eng gefasst sind, dass sich kaum mehr jemand Kritik an den Mächtigen zu äußern droht.
Gute Idee, mittelmäßige Umsetzung
Wir könnten alles sein von Jami Attenberg
Das könnte so eine interessante Geschichte sein: der jüdische Holocaust-Überlebende Rudy gründet mit Frieda eine Familie, die beiden bekommen die Töchter Nancy und Shelly. Wir lernen die Familie bei gemeinsamen Scrabble-Abenden kennen, als die Mädchen Jugendliche sind.
Doch bald darauf stirbt Vater Rudy früh und die drei verbliebenen weiblichen Familienmitglieder haben es nicht leicht miteinander.
Frieda versinkt in Trauer und ist oft nicht sehr nett zu den Mädchen, beide flüchten deshalb früh aus dem Elternhaus: Nancy wird jung schwanger und heiratet, Überfliegerin Shelly stürzt sich in Studium und Arbeit.
In den darauffolgenden Kapiteln erzählen wechselweise Nancy, Shelly, Frieda, die Tochter/Nichte/Enkelin Jess sowie weitere Personen. Hier wird es schön langsam unübersichtlich und zeitweise wurden neue Personen eingeführt, bei denen mir erst spät klar wurde, was sie mit der Gesamtgeschichte zu tun haben und warum ich mich für sie interessieren sollte.
Es geht um durchaus spannende Themen: Entfremdung zwischen Mutter und Töchtern, transgenerationale Traumatisierung, Sucht und vieles mehr. Doch aufgrund der vielen Perspektivwechsel und der Erzählweise, die oft mehr auf die Beschreibung der Umgebung fokussiert als auf das Innenleben der Figuren, bleiben die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander seltsam blass.
Aus der Idee hätte man mehr machen können, so bleibt insgesamt ein mittelmäßiges Buch, das man lesen kann, aber nicht unbedingt muss.
Humorvoll, reflektiert und sympathisch
Hundeheimat von Don Pablo Mulemba
Don Pablo Mulemba ist der Sohn eines Angolaners, der im Rahmen eines Arbeitskräfteprogramms in die DDR kam, und einer ostdeutschen Mutter. In diesem Hörbuch, das er nicht nur selbst geschrieben, sondern auch selbst eingesprochen hat, was es ganz besonders authentisch macht, erzählt der Autor auf sehr unterhaltsame und zugleich tiefgründige und nachdenklich machende Weise von seinem Leben zwischen zwei Kulturen.
Es geht um das Aufwachsen in einer angolanisch-deutschen Familie im wiedervereinigten Deutschland, um die wirtschaftlich und politisch schwierigen 1990er und 2000er Jahre, in denen es leider speziell in den Bundesländern des ehemaligen Ostdeutschlands zu einem immer stärker werdenden Rechtsradikalismus und damit verbundenen Attacken auf Menschen, die als anders oder fremd gelesen werden, kam.
Bedrückend macht, dass der dunkelhäutige Vater des Autors sich in Ostdeutschland mit der Zeit so unwohl fühlte, dass er entschied, in die afrikanische Heimat zurückzugehen und dort ein Haus zu bauen, in das ihm wenige Jahre später seine hellhäutige deutsche Frau folgte, während die beiden Kinder, damals Teenager bis junge Erwachsene, alleine in Deutschland zurückblieben und die Eltern ihnen aus Afrika Geld zu schicken versuchten. Und auch der Autor selbst überlegte immer wieder, ob es für ihn unter der Sicherheitsperspektive noch vertretbar sei, weiterhin in Cottbus zu bleiben, insbesondere, da auch von Seiten der Polizei wenig Unterstützung zu erwarten war.
Dieses Beispiel zeigt schon, dass es der Autor mit seiner Kindheit, seinen Rassismus-Erfahrungen und auch mit dem Verhältnis zu seiner Familie nicht immer leicht hatte. Doch es geht auch noch um so viel mehr: um gute Freundschaften, um die Liebe zum Basketball und um einige Reisen nach Angola, deren bisher letzte vieles veränderte, denn der Autor lernt verloren geglaubte Verwandte kennen und sich und seine Wurzeln damit noch einmal mit ganz anderen Augen sehen.
Ich habe den Autor als Sprecher seines eigenen Hörbuches als sehr sympathischen Menschen mit einem feinen Humor und einer guten Beobachtungsgabe wahrgenommen und es gefällt mir, wie er gesellschaftliche Entwicklungen pointiert zu beschreiben versteht.
Damit ist es insgesamt eines der Hörbücher, wie ich sie ganz besonders mag: unterhaltsam und nahbar, aber gleichzeitig lehrreich, eine neue Sicht auf vieles eröffnend und mobilisierend, sich gemeinsam mit anderen für eine Gesellschaft frei von Rassismus und Diskriminierung einzusetzen. Ich kann das Hörbuch einer breiten Leserschaft wärmstens empfehlen!
Vielleicht wollte er gar nicht schweigen, er fand bloß die Worte nicht von Misha Schoeneberg
Mit Misha Schoenebergs Vater ist irgendetwas anders. Aber lange weiß Misha nicht, was es sein könnte, denn der Vater ist gebrochen, tief traumatisiert, und er spricht nicht darüber. Jedenfalls nicht mit seiner Frau und seinen Kindern. Später wird Misha erfahren, dass der Vater mit seiner älteren Schwester durchaus sogar darüber gesprochen und sogar bald nach Kriegsende einer Sekretärin seine Geschichte diktiert habe, doch davon findet sich leider keine Spur mehr.
Aber feinfühlige Menschen wie Sohn Misha spüren schon früh die Dunkelheit, die den Vater umgibt: "Ich erinnere mich allzu gut an meines Vaters Augen. Meist starrten sie in unbestimmte Ferne. Nicht in der Art, dass man sie traurig nennen könnte, vielmehr ließ die rätselhafte Leere seines Blickes uns mit betretenem Schweigen allein zurück. Es war etwas Dunkles, etwas Unnahbares an dem Geheimnis, das meinen Vater umgab. Wir Kinder hatten nicht daran zu rühren - Punktum!" (S. 8 im E-Book)
Misha Schoeneberg ist 1959 geboren, seine Kindheit war also in den 1960er Jahren. Da war die dunkelste Zeit Deutschlands noch gar nicht lange her und viele der Täter waren noch jung, vital und Teil der Gesellschaft:
"Und diese Zeit war dermaßen dunkel, dass niemand Lust hatte, darüber zu reden. Vielleicht aber lag das Dunkel schon so weit zurück, dass sich kaum noch jemand daran erinnern konnte oder nicht erinnern wollte oder bloß nicht daran erinnert werden wollte. Oder das Dunkel war derart dunkel, dass niemand dafür Worte fand. Jedenfalls nicht die richtigen. Und was wären die richtigen Worte gewesen?" (S. 10 im E-Book)
Irgendwann beginnt der Vater, zu erzählen, dass er Auschwitz überlebt hat, doch es dauert noch einmal länger, bis die Kinder erfahren, dass der Vater aus einer jüdischen Familie ist und viele Verwandte und seine erste Frau von den Nazis ermordet wurden. Denn zu wissen, jüdisch zu sein, das sei noch gefährlicher, als, dass einer in Auschwitz gewesen sei, denn Auschwitz sei nicht ansteckend, das sei das persönliche Trauma des Vaters, aber was bedeute es für die Nachkommen, wenn der Vater Jude sei, in einem Nachkriegsdeutschland, das von all dem nichts mehr hören und alles unter den Teppich kehren wolle, aber damals Menschen jüdischer Abstammung erbarmungslos verfolgt hatte, selbst wenn sie den Glauben nicht einmal praktizierten? Man könne als Jude oder Kind von Juden niemals sicher sein, sobald andere davon wüssten.
Immerhin gibt es "Tante", eine der älteren Schwestern des Vaters, die rechtzeitig fliehen konnte und dadurch überlebt hatte, aber an der Last trägt, dass es ihr nicht mehr gelungen ist, ihre Familienmitglieder ins rettende Ausland nachzuholen. Zu ihr entwickelt Misha ein enges Verhältnis, er ist ihr Lieblingsneffe, mit dem sie "befreundet sei, obwohl sie verwandt seien", eine besondere Auszeichnung.
Tante antwortet auf die neugierigen Fragen des Neffen, sie beginnt zu erzählen, zum Beispiel von den zwischenmenschlichen Veränderungen im Deutschland der 1930er Jahre: "Es sagt sich so leicht, nach 1933 hätte sich das Leben in Deutschland verändert. Ach, das Leben, das Leben! Die Menschen hatten sich verändert!" Das sei furchtbar gewesen. Überall nur unfreundliche Gesichter." (S. 52 im E-Book)
Der Vater wird weiterhin nicht viel erzählen, doch aus Beobachtungen und Schlussfolgerungen, eigenen Nachforschungen und den Erzählungen der Tante reimt sich Misha so einiges zusammen und versucht dem schweigsamen, in sich gekehrten Vater, der doch nach außen so ein erfolgreiches, gutbürgerliches Leben lebt, für seine Familie einiges an Wohlstand geschaffen hat und mit einer Deutschen verheiratet ist, die früher beim BDM war, so ein bisschen näher zu kommen. Dabei ist ein zutiefst berührendes, sehr persönliches und mutiges Buch entstanden.
Klar nimmt der Autor auch zu dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, den Folterungen, Ermordungen und Verschleppungen unschuldiger feiernder Israelis und dem darauffolgenden Krieg der israelischen Armee gegen die Hamas Stellung.
Erschüttert ist er nicht nur von den Gräueltaten dort, sondern auch von den einseitigen Schuldzuschreibungen vieler europäischer und auch deutscher sich für linke Intellektuelle haltende Menschen, die sich seiner Meinung nach einseitig auf die Seite der Palästinenser stellen und nicht genug würdigen würden, wer diesen Angriff begonnen habe und dass es der schlimmste Massenmord an Juden seit dem Holocaust sei:
"Es lässt sich nur so erklären, dass die sogenannten linken Intellektuellen weder links noch intellektuell sind, sie stehen vielmehr, in beiden Strängen der Geschichte, der westlichen wie der arabischen, in der Tradition des Nationalsozialismus. Ihr offener Antizionismus folgt ihrem verschämten Antisemitismus. Was Wunder, dass da am Ende die israelische Armee mit der deutschen Wehrmacht gleichgesetzt wird." (S. 99 im E-Book)
Es macht sehr betroffen, zu lesen, wie alleingelassen und schutzlos sich nicht der Autor, sondern auch viele andere jüdische Menschen in Mitteleuropa seitdem verstärkt fühlen, wie wenig Solidarität sie erfahren (das ist nicht der erste jüdische Autor, von dem ich so etwas lese, und es macht mich jedes Mal wieder bestürzt) und wie sich seitdem jüdische Menschen noch weniger als davor öffentlich als ihrem Glauben zugehörig zu zeigen trauen:
"Lass niemanden etwas über dich wissen. Die Schlechten wie auch die Guten, sie schauen dich anders an. Ich stand dem Schweigen meines Vaters kritisch gegenüber. Ich hatte gedacht, es wäre vorbei. Jedenfalls in unseren Breiten. Dabei, ich hätte es besser wissen müssen, hatte ich doch Geschichte studiert. Sie lehrt: Es ist nie vorbei. Nirgends." (S. 90 im E-Book)
Ich habe schon viele Bücher über den Holocaust, über Israel, über das Judentum und insgesamt von jüdischen Menschen gelesen. Doch dieses ist in seiner Eindringlichkeit noch einmal etwas ganz Besonderes, es findet zutiefst berührende Worte, mit denen es hoffentlich viele Menschen erreichen und uns unsere Verantwortung, die wir für Menschenrechte insgesamt, aber ganz besonders im Eintreten gegen Antisemitismus haben, noch einmal anders bewusst macht.
Wenn der Erfolgsdruck dich fast zerreißt
Gib mir alles von Alexandra-Maria Pipos
Ioanas Eltern haben für sie die Chance ergriffen, nach Deutschland auszuwandern, um der Tochter ein vermeintlich besseres Leben zu ermöglichen. Dafür haben sie Verwandte, Freunde und Heimat hinter sich gelassen, dafür arbeiten sie in körperlich anstrengenden und schlecht bezahlten Jobs. Ioana hat in Deutschland Abitur gemacht und ein Jura-Studium begonnen, doch als sich die Chance bot, in einer Unternehmensberatung Karriere zu machen und viel Geld zu verdienen, hat sie diese ergriffen.
Hier arbeitet sie nun seit mehreren Jahren verbissen an ihrem Aufstieg, sagt zu jeder Anforderung "ja", Feierabend, freie Wochenenden oder gar Urlaub gibt es kaum. Für eine Beziehung oder gar Kinder ist auch kein Platz in ihrem Leben. Dafür kann sie mit ihrem guten Gehalt die Eltern und die wiederum damit die Verwandten in Rumänien unterstützen, auch wenn sie sich selbst einige Wünsche versagt. Selbst Schlaf gönnt sie sich kaum und absolviert frühmorgens noch ein anstrengendes videoangeleitetes Fitnessprogramm, schließlich gehört zu ihrem internalisierten enormen Leistungsanspruch ja auch, so schlank, schön und trainiert wie möglich zu sein.
Ins Schwanken gerät Ioanas Alltag, als plötzlich der Großvater in Rumänien stirbt und die Familie erwartet, dass sie alles stehen und liegen lässt, um zur Beerdigung zu fliegen, während ausgerechnet jetzt ein wichtiges Kundenprojekt präsentiert werden soll, das darüber entscheidet, wer die nächste Beförderung bekommt, die mit einer hohen Vergütung verbunden ist: Ioana oder ihr ebenfalls sehr ehrgeiziger und außerdem intriganter Kollege, der schon seit längerem alles versucht, um ihre Leistungen für sich zu verbuchen und sie mit unfairen Mitteln karrieretechnisch zu überholen.
In dieser Zeit meint Ioana, sich nicht wirklich frei nehmen zu können. Doch der Beerdigung des Opas fernbleiben ist auch keine Option. Also versucht sie, beides miteinander zu verbinden: sie fliegt nach Rumänien und arbeitet dort weiter, versucht, trotz schwankender Internetverbindung an Zoom-Konferenzen teilzunehmen und rechtzeitig zum entscheidenden Kundentermin wieder zurück zu sein. Ioana ist ehrgeizig, willensstark, intelligent und bereit, über alle Grenzen zu gehen und immer alles zu geben und noch mehr, das wird also schon klappen, oder?
Dieses Buch hat mich begeistert! Ich habe selbst viele Menschen mit Migrationsgeschichte in meinem sozialen Umfeld und kenne daher den enormen Leistungsdruck, unter dem viele von ihnen stehen: beweisen zu müssen, dass sich die eigene Migration bzw. die der Eltern und die damit verbundenen Entbehrungen gelohnt haben, erfolgreich zu sein im "reichen" neuen Land (was sich viele Verwandte und Bekannte in der Heimat viel einfacher vorstellen, als es tatsächlich ist), einen hohen Status erreichen und diesen mit entsprechenden Statussymbolen beweisen, dabei bei jedem Heimatbesuch unzählige Geschenke für die weitläufige Verwandtschaft mitbringen, viel Geld in die alte Heimat schicken, immer lächeln, keine Schwäche zeigen und nichts für sich selbst fordern.
Dieses Muster habe ich schon bei unzähligen jungen Menschen und nochmal mehr bei jungen Frauen mit Wurzeln in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens, Polens oder, wie hier, Rumäniens, beobachtet, und es ist ein unvorstellbarer Druck damit verbunden.
Die Autorin Alexandra-Maria Pipos ist selbst in Rumänien geboren und in Deutschland aufgewachsen, sie kennt diesen Leistungsdruck also sicherlich aus eigener Erfahrung und das merkt man dem Buch an.
Ich habe noch nie ein so authentisches Buch zu diesem Thema gelesen, das gleichzeitig unterhaltsam ist und bei dem man die Zerrissenheit zwischen dem enormen Leistungs- und Erfolgsdruck und aber auch dem Wunsch, sich Zeit für den Besuch in der alten Heimat und den Kontakt mit den Menschen dort zu nehmen, so mitfühlen kann. Dabei macht die Hauptfigur gleichzeitig eine beeindruckende Entwicklung durch und nähert sich ihrer alten Heimat und den Menschen dort wieder mehr an, während einige Dinge sich in einem neuen Licht zeigen.
Zusätzlich zu Ioanas persönlicher Geschichte erfährt man auch interessante Hintergründe über die Zeit unter der kommunistischen Ceaucescu-Diktatur, die, ähnlich wie in vielen anderen sozialistischen Diktaturen, von Bespitzelung, Willkür und Terror geprägt war, die bis heute tiefe Gräben mitten durch Familien gerissen haben, weil Menschen unter Druck gesetzt wurden, ihre eigenen engsten Freunde und nächsten Verwandten zu bespitzeln und zu verraten.
Ich habe dieses Buch mit großer Begeisterung gelesen und kann es allen, die sich für Themen wie Leistungsdruck, Migrationsgeschichten und generell Familiengeschichten und neuere europäische Geschichte interessieren, absolut empfehlen!
Nur für Benjamin-Enthusiasten
Benjamin im Stroboskop von Bernard Hoffmeister
"Benjamin im Stroboskop" ist ein ungewöhnliches Buch mit einem ungewöhnlichen Titel. Was ein Stroboskop ist, musste ich erst einmal nachschauen: ein Gerät, das in regelmäßigen zeitlichen Abständen Lichtblitze abgibt, sagt Wikipedia.
So ist auch das Buch gestaltet: nur, dass die Lichtblitze, mit denen wir Einblick in Benjamins Leben bekommen, keiner chronologischen Reihenfolge gehorchen und ständig in der Zeit nach vorne und wieder zurückspringen.
Die Hauptfigur Benjamin, um die es hier geht, ist 29 Jahre alt, promoviert über den Philosophen Walter Benjamin und tritt außerdem bei Poetry-Slams auf.
Es geht um Benjamins schlecht bezahlten Lehrauftrag auf der Universität, bei dem er sich ausrechnet, wie viele Pfandflaschen er zurückgeben müsste, um auf ein ähnliches Einkommen zu kommen wie die 30 Euro pro Stunde Lehren, Vor- und Nachbereitung wird nicht bezahlt. Es geht um seinen Kontakt mit seinem Doktorvater, der nicht wirklich hilfreich scheint, aber ihn doch unterstützt, ein Stipendium zu bekommen, aber ist das überhaupt Realität? Es geht um Benjamins Studentenleben, seine gesundheitlichen Probleme mit seinem Geschlechtsteil, Ausgehen und so einiges mehr. Es geht um viele philosophische Ideen, die man vielleicht versteht, wenn man sich mit Walter Benjamins Werk auseinandergesetzt hat, was ich nicht habe.
Mir persönlich hat dieses Buch nicht viel gegeben und die Lektüre hat mir auch nicht viel Freude bereitet. Ob und was ich mir daraus mitnehme, ist mir auch nicht klar.
Die Beschreibungen der ausbeuterischen Zustände an Universitäten waren für mich nichts Neues, auch orientierungslose und selbstzweifelnde junge Menschen wie Benjamin finden sich zuhauf in der Realität und in der Literatur.
Möglicherweise liest man das Buch noch einmal ganz anders, wenn man die philosophischen Hintergründe kennt und einordnen kann, vielleicht zeigen sich da ganz neue Tiefen auf und es zeigt sich ein Insider-Humor, den man nur mit weiterführendem Wissen verstehen kann.
Immerhin findet es sich auf der Hotlist für das Buch des Jahres der Unabhängigen Buchhandlungen, es liegen also vielleicht unerkannte Schätze darin und zumindest irgendwer hat irgendetwas Wertvolles in dem Buch erkennen können.
Das kann ich leider nicht beurteilen, ebensowenig, ob ich das Buch einer philosophisch einschlägig vorgebildeten Leserschaft empfehlen könnte. Für die meisten an Büchern Interessierten ist es vermutlich ein eher wenig zufriedenstellendes Werk.
Kritik eines einseitigen Intelligenzbegriffes
Fetisch Intelligenz von Gisela Schmalz
Dass dieses Buch seiner Autorin, der deutschen Wirtschaftswissenschaftlerin und Publizistin Gisela Schmalz, ein echtes Anliegen ist, merkt man von der ersten bis zur letzten Seite. Hier schreibt eine, die sich offenbar sehr über einen einseitigen Intelligenzbegriff, der sich zu sehr an klassischen Intelligenztests orientiert und politisch leicht missbraucht werden kann, ärgert.
Dieser Ton zieht sich auch durch das Buch: ob es nun darum geht, dass zu viele Kinder als hochbegabt eingeschätzt würden, um all die wichtigen Fähigkeiten, die mit Tests kaum messbar seien und deshalb aus dem Fokus rücken würden, wenn wir uns zu sehr auf Testresultate fokussieren, oder um rechtspopulistische Influencer, die sich für die stärkere Vermehrung von ihnen als intelligenter angesehener Menschen einsetzen: man bekommt beim Lesen den Eindruck, dass der herkömmliche IQ-Begriff und damit verbundene Tests etwas Schlechtes seien.
Dabei ist der Inhalt des Buches eine bunte Mischung aus der subjektiven persönlichen Meinung der Autorin, einzelnen Aussagen von Menschen, die im Bildungsbereich tätig sind und deshalb meinen, aufgrund ihrer Erfahrung sagen zu können, ob Intelligenztests im Einzelfall etwas taugen würden und das Potential eines Kindes korrekt vorhergesagt hätten oder nicht, und wissenschaftlichen Theorien zu Intelligenz. Das macht es manchmal gar nicht so leicht zu lesen, weil für Menschen mit wenig Vorwissen in dem Bereich nicht so leicht unterscheidbar ist, was hier Meinung ist und was der aktuelle Stand der Wissenschaft.
Wer sich hingegen mit dem Thema gut auskennt, ärgert sich schnell über manch undifferenzierte Betrachtungen, die zeigen, dass nicht alles in diesem Bereich wirklich tief durchdrungen und verstanden wurde, aber dafür schnell kritisiert wird.
Schwierig finde ich dabei auch, dass die Autorin mit so einer einseitigen These an das Thema herangeht und von Vornherein Argumente für die bisherige Intelligenzdefinition, die durchaus, wie alles, ihre Grenzen und Schwächen hat, nur sehr am Rande vorkommen: etwa, dass Testintelligenz tatsächlich empirisch in vielen Studien belegbar nicht nur mit formaler Bildung, sondern auch mit beruflichen Erfolgen, Gesundheit und einigem mehr korreliert.
Interessant sind die alternativen Intelligenzkonzepte, etwa jenes zu den Multiplen Intelligenzen von Howard Gardner, die Ideen zu Neurodiversität oder auch das praktische Beispiel einer Wangari Matthai, die mit ihrem Wirken offensichtlich sehr viel Positives geschaffen und damit vielfältige Begabungen bewiesen hat, ohne offiziell durch eine Testung als hochbegabt zu gelten. So finden sich durchaus nachdenkenswerte Ansätze in diesem Buch.
Wer sich neu mit dem Thema Intelligenz und wie man sie messen könnte, beschäftigen möchte, dem empfehle ich eher andere Werke zu diesem Thema: solche, die sich neutraler und weniger einseitig damit befassen.
Wer hingegen schon, etwa durch ein einschlägiges Studium im Bereich Psychologie oder verwandter Wissenschaften, einiges über das Thema weiß und es selbst kritisch betrachtet, der wird zwar an so manchen Stellen in diesem Buch nichts Neues mehr lernen, an anderen können sich aber durchaus betrachtenswerte neue Ideen zum Thema finden.











