Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Danislesestube:
Ein wundervolles und humorvolles Buch über das Leben
Der Flügelschlag des Paarfalters von Andreas Rainer
Es gibt Momente im Leben, in denen sich ein unsichtbarer Schalter umlegt und man beginnt, seine bisherigen Entscheidungen zu hinterfragen. Anschließend folgt die nächste Frage: Habe ich etwas verpasst? Hätte ich mich irgendwann anders entscheiden sollen? Diesen und vielen weiteren Fragen gehen Jonas durch den Kopf, als er nicht wie geplant in die USA fliegt, sondern zurück in die Stadt Wien fährt.
Nach dieser Entscheidung beginnt er mit offeneren Augen durch seine Heimat zu laufen und entdeckt Dinge, die er bisher übersehen oder ignoriert hat. Aber ganz ehrlich: Wer interessiert sich wirklich für Menschen in seinem Umfeld, die nicht zum Freundes-, Arbeits- oder Familienkreis gehören? Eben. Zugegeben, oft hat das zeitliche Gründe, oder Hemmungen sind auch oft dafür verantwortlich. Jonas hingegen erkundet in diesem Buch bewusst Teile von Wien, unterhält sich mit Menschen, die scheinbar nur eine Nebenrolle spielen, aber dennoch viel zu erzählen haben.
Das Buch ist voll von Situationen, in denen jeder von uns schon einmal gewesen ist. Gerade diese Tatsache macht das Buch umso zugänglicher. Ich verstand so ziemlich jede Handlung und fast jeden Gedankengang von Jonas. Wenn man erst einmal damit angefangen hat, über scheinbar belanglose Dinge nachzudenken, können sich einem plötzlich andere Welten eröffnen. Die einen nennen es sich vom Umfeld inspirieren lassen, die anderen tun es als „Hirnschaß“ ab, weil Gedanken wohl zu ineffizient sind. Interessant waren auch die Situationen zum Thema „es muss nicht immer alles einen Sinn haben, oft reicht es einfach da zu sein und zu schauen, was kommt“. Gerade diese Passagen haben mir am meisten gefallen. So macht das Leben doch viel mehr Spaß, oder? Wie Jonas sein weiteres Leben bestreiten wird, bleibt ein Geheimnis. Das ist okay. Insgesamt hatte ich eine wundervolle Zeit mit diesem Buch. Und ja, was ein Paarfalter ist, wird natürlich erklärt. ????
Den Autor dieses Buches kannte ich bisher nur vom Instagram-Account Wiener Alltagspoeten, dem ich schon seit einer Weile folge und mir mit so ziemlich jedem Beitrag ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Danke für dieses Buch und deine Mühe, lieber Andreas.
Guter dritter Teil mit Schwächen
The Story of Mara von Venice M. Summer
Nachdem ich die ersten beiden Teile der „The Story of Mara“ Reihe gelesen und geliebt habe, war ich sehr gespannt auf deren Nachfolger. Nach dem Cover-Reveal und etwas Wartezeit durfte das Buch vor einer Woche bei mir einziehen. Hat sich das Warten gelohnt? Freue ich mich nun auf den vierten Teil? Mal schauen.
Fangen wir mit dem Cover an. Dieses ist wunderschön und die Farbgebung ist wie schon zuvor sehr gelungen. Hinter der Schrift sieht man einen Raben. Der wird definitiv eine noch größere Rolle in dieser Handlung spielen als zuvor. Er kam Mara in der Vergangenheit vielfach zu Hilfe. Freut euch also schon auf sein erneutes Auftauchen.
Der Handlungsverlauf wird durch den diesmal recht umfangreichen Klappentext angedeutet. Unsere bisher bekannten Charaktere sind auf sich alleine gestellt und versuchen, ihre Aufgabe zu erfüllen. Mara ist, dank Blazes Verrat im letzten Teil, die meiste Zeit ziemlich eingeschränkt. Bis auf ein paar Begegnungen mit Eiswölfen, dem erwähnten Raben, einem wahnsinnigen Herrscher und einem vermeintlich recht neuen Charakter passiert bis kurz vor dem Ende des Buches recht wenig.
Dann haben wir noch meine beiden Lieblingscharaktere Erion und Serena. Ein Mensch und eine Schlangenfrau machen sich auf zu einem Volk, welches bisher recht passiv agierte. In dieser Zeit kommen sich die beiden näher. Diese Passagen haben mir am besten gefallen.
Weniger gut haben mir die Kapitel mit Ardron und Kari gefallen. Im Vergleich zu den anderen haben die beiden kaum Zeit gehabt, um zu glänzen. Am Ende war Ardron immer noch der von Rache getriebene und unsympathische Eiswolf und Kari Maras Schwester, die dann etwas kämpfen durfte. Schade. Gerade bei den beiden hätte ich mich sehr über eine Charakterentwicklung gefreut. Zugegeben, dafür war am Ende einfach kein Platz mehr. Es gab so viele Charaktere auf den Knapp 600 Seiten, die sich um das Rampenlicht gestritten haben, außerdem musste ja noch die Handlung irgendwie vorangehen. Achja. Handlung. Bedingt durch die Fülle an Charakteren schlich diese bis kurz vor dem Ende eher im Schneckentempo dahin. So spannend vor allem die Passagen von Erion und Serena auch waren, so fad waren jene mit Mara und Blaze. Klar, Mara konnte ein Versprechen gegenüber einem anderen Charakter einlösen, aber sonst tat sich da nicht viel. Die Geschichte um den Raben war zwar soweit schlüssig, aber diese wurde erst ganz am Ende erzählt. Das Ende wiederum ist der Autorin gut gelungen, und es wurde sehr viel aufgeklärt, was zuvor vorgefallen war. Trotzdem musste ich mich teilweise wirklich motivieren, weiterzulesen. Daher habe ich die Hoffnung, dass ich über den vierten Teil wieder mehr positive Dinge schreiben kann. Empfehlung: jein.
Ein gelungener Einstieg
Sera: Verborgene Macht von Rebecca L. Knippen
Sera hat es nicht leicht im Leben. Ihre leiblichen Eltern hat sie schon früh verloren. Aufgrund ihrer mangelnden Fähigkeiten wird sie nicht als Wächterin akzeptiert und muss dementsprechend „niedere Arbeiten“ verrichten. Trotz all dem haben wir es hier mit einer recht fröhlichen und sympathischen Protagonistin zu tun, die bislang nicht aufgegeben hat, den Wächtern zu beweisen, dass sie dennoch etwas wert ist, auch wenn ihr in aller Regelmäßigkeit das Gegenteil entgegen gedonnert wird.
Ihre neuen Eltern samt Geschwistern geben ihr zusätzlich Kraft, ebenso ihre näheren Bekannten und Freunde. Diese Charaktere waren mir neben der Protagonistin am sympathischsten. Bei den Wächtern scheiden sich die Geister, ein paar sind echt in Ordnung, andere wiederum hätte ich gerne zum Mond geschossen. Insgesamt sind die Charaktere gut gelungen, nicht zu detailreich, nicht zu künstlich, jeder erfüllt seine/ihre Rolle. Apropos Rolle.
Sera spielt zumindest am Anfang nicht wirklich die Hauptrolle. Ihre Schwester hingegen steht bis gut über die Hälfte des Buches im Rampenlicht. Was ungewöhnlich, aber sehr abwechslungsreich ist. Erst als der Fremde auftaucht, rückt Sera mehr in den Fokus. Dann geht es nicht nur richtig rund, sondern wir bekommen endlich eine Erklärung, wie Seras Schicksal zustande gekommen ist. Klingt nicht nur spannend, sondern macht auch Lust auf den zweiten Teil. Die Geschichte endet mit einem gelungenen Showdown und dazu passenden Cliffhanger. Jetzt habe ich Lust auf Teil zwei.^^
Optisch ist das Buch ebenfalls gelungen. Mag die Farbe sehr. (Zugegeben, violett ist eine meiner Lieblingsfarben^^)
Toller zweiter Teil der Reihe
Der Zuschauer von Roland Hebesberger
Vor ein paar Wochen habe ich „Die Vernehmung“ ein Buch der Lisa Seifert und Jan Theurer Reihe gelesen und habe es sehr gemocht. Als logische Konsequenz durfte schon bald der zweite Teil „Der Zuschauer“ in mein Bücherregal einziehen. Konnte mich dieses Buch auch überzeugen?
Wie schon zuvor startet die Handlung ohne großes Geplänkel direkt ins Geschehen.
Was ist das Kernthema des Buches? Wer ist darin involviert? Garniert mit ein paar Zusatzinfos, welche praktischerweise erst gegen Ende des Buches Sinn ergeben. Mit dabei sind natürlich wieder unsere Lieblings-Protagonisten. Der Zuschauer als Täter ist sehr interessant. Bekomme selten derartige Charaktere serviert, die nicht direkt ihren Opfern das Leben aushauchen. Dieser ist anders. Das merkt man vom ersten Absatz weg. Vor allem aber auf eine unangenehme Art und Weise. Ich hatte von Anfang an eine Vermutung, um welche Art von Mensch es sich bei diesem Kollegen handeln könnte. Habe leider recht behalten.
Auf dem Weg zur Auflösung begegnet unser Duo zahlreichen Charakteren, denkt sich mehr und mehr in den Kopf des Drahtziehers hinein und schnappt diesen vermutlich am Ende auch. Der Weg dahin ist gepflastert mit Blut und Hirnresten. Denn der Zuschauer hat bei keinem der Opfer Kosten und Mühen gescheut, sie so brutal wie möglich hinzurichten. Pardon. Natürlich sind es die Opfer, die über ihr Leben entscheiden. Nicht er. Man kann sich Vieles einreden, wenn der Tag lang ist. ^^
Insgesamt wieder ein spannender Thriller ohne Überlängen oder Pausen. Wenn man erst einmal in dem Sog drinnen ist, kann es durchaus sein, dass das Buch in einem Rutsch gelesen werden könnte. ^^
Ein wundervolles Buch mit einem spannenden Thema
Bet on Life von Jennifer Böhm
Seitdem das Cover enthüllt wurde, war ich gespannt, was mich erwarten würde. Was nicht nur daran lag, dass es schon eine Weile her ist, seit ich das letzte Mal ein Buch aus diesem Genre gelesen habe. Auch, weil mich das Thema von „Bet on Life“ sehr neugierig gemacht hat. Nun denn, auf zur Rezension.
Der Anfang des Buches ist recht einfach gehalten. Dean begibt sich zur Samenbank, lässt etwas Lebenssaft fließen, so wie es die Wette verlangt hat, und damit sollte es eigentlich getan sein. Was danach aufgrund seiner Zweifel, das Richtige getan zu haben, folgt, hat nicht nur für ihn weitreichende Konsequenzen. Beinahe gleichzeitig lässt sich Lindsay künstlich befruchten, da ihr Mann offenbar nicht fähig ist, ein Kind zu zeugen. Zumindest wirkt es so, er möchte sich nicht untersuchen lassen. Weil, Stolz. Weil Mann. Weil Baum.
Irgendwann steht Dean vor ihrer Haustüre und das Unheil nimmt seinen Lauf. Oder? Kommt darauf an, von welcher Seite man das Geschehen betrachtet. Der Einstieg hat mir schon mal gut gefallen. Dean und Lindsay sind zwei sympathische Charaktere. Jeff hingegen ist schwierig zu beschreiben, ohne ausfallend zu werden. Solche Charaktere mag ich einfach nicht. Finde es schön, dass das Karma im Laufe der Handlung richtig schön hineinhaut und man den Zipfelklatscher nicht häufiger als nötig zu Gesicht bekommt. Natürlich stellt man sich beim Lesen unweigerlich die Frage, wie Lindsay so einem Typen das Ja-Wort geben konnte, denn großartig anders war er scheinbar vor der Enthüllung, was Lindsay getan hat, nicht wirklich.
Die Handlung selbst beschäftigt sich hauptsächlich damit, wie sich Dean und Lindsay nähern, mit Jeff fertig werden und ihr neues Leben planen. Selbstverständlich gibt es allerlei schöne und zärtliche Momente zwischen den beiden, genauso wie emotionale bis dramatische. Das ist normal und passt auch perfekt zu den Gegebenheiten.
Gegen Ende der Handlung, als das Glück fast perfekt ist, gibt es noch eine unerwartete Wendung. Quasi als Abrundung des Ganzen. Wie man sich denken kann, trägt diese nicht zum Bruch zwischen Dean und Lindsay bei. Insgesamt ein toll geschriebenes Buch, mit einem schönen Cover, mit zwei wundervollen Charakteren und einer spannenden Handlung. Wenn euch der Klappentext nur minimal zusagt, schaut es euch gerne näher an.
Gelungener erster Teil
Das Reich der neun Geisterwesen von Jana Stehr
Vor ein paar Tagen stöberte ich wieder durch Instagram auf der Suche nach spannenden Büchern, die mir gefallen könnten. Nach einer Weile stieß ich auf den Account von Jana Stehr. Sie scheint nicht nur ein grafisches, sondern auch ein Talent zu haben, wenn es um geschriebene Wörter geht. Zumindest war das mein erster Eindruck, als ich mir ihren Account genauer angesehen habe.
Mir fiel ein Beitrag ins Auge, in dem sie nach Lesern für den zweiten Teil der Reihe suchte. Ich wurde neugierig. Ich kannte zwar Dark Fantasy Romane. Aber Dark Romantasy war mir neu. Dark Romance sagte mir hingegen etwas. Hatte aber bisher meine Finger davon gelassen. Meine Neugier siegte und ich schrieb, dass ich zwar Interesse hätte, aber aufgrund des interessanten Themas gerne mit Teil 1 anfangen würde. (mag Romane über Geister, Übernatürliches und Sagen) Daraufhin erhielt ich von der Autorin zu meiner Freude die ersten beiden Teile als E-Book. Vielen lieben Dank. ????
Also. Wie hat mir das Buch in einem für mich unbekannten Genre gefallen? Zuvor noch ein paar Worte zum Cover. Das ist erfrischend anders. Nicht überladen, optisch passend zum Buch. Insgesamt schön schlicht. Das mag ich. Die Handlung ist von Anfang bis Ende durchzogen von sehr emotionalen Ereignissen, Gewalt, Folter, blutigen Szenen und Diskriminierung. Die Autorin verweist im Buch freundlicherweise auf eine Trigger-Warnung. Daher fielen die zärtlichen Momente zwischen den Charakteren noch viel mehr auf. Das Zusammenspiel der Charaktere, bzw. eher der Zusammenhalt, von Thyri und ihrem Verbündeten in dieser brutalen Welt hat mir sehr gefallen. Vor allem, wenn man einrechnet, was Thyri Tag für Tag durchleben muss. Sie ist eine Blutfüchsin, deren Schicksal es ist, zu dienen und zu leiden. Trotzdem findet sie immer einen Lichtblick, um nicht wahnsinnig zu werden. Ihre Herrin Mara mag zwar wie eine Freundin wie sie sein, dennoch, und das darf man nicht vergessen, ist Thyri immer noch ihr Eigentum. Wie Blutfüchse üblicherweise behandelt werden, sieht man bei den anderen Charakteren, die regelmäßig in der Handlung auftauchen. Die Charaktere wurden insgesamt allesamt hervorragend ausgearbeitet. Es blieb genügend Interpretationsspielraum, um sich seine eigenen Gedanken zu machen. Mein Kopfkino lief die ganze Zeit über auf Hochtouren. Ja, auch bei den Szenen, die nicht nur körperliche Schmerzen verursachen.
Der Schreibstil hat mich positiv überrascht. Die Autorin hat sich einerseits sehr bemüht, ihre erschaffene Welt so zugänglich zu machen wie möglich, dennoch hat sie sich ein paar kreative Freiheiten erlaubt. Thyris verbotene Gedanken sind durchgestrichen. Nur für uns lesbar, versteht sich, denn wenn jemand aus ihrem Umfeld etwas davon mitbekommt, ist ein Peitschenhieb ihr geringstes Problem. Apropos verboten. Nicht nur unsere Protagonistin denkt und macht verbotene Dinge, auch alle anderen Charaktere brechen regelmäßig Grenzen und Gesetze. Oder habt ihr geglaubt, dass die Reinblüter auch gedanklich rein sind und nichts Böses im Sinn haben?
Was ist denn jetzt mein Fazit? Das Buch hat mir in seiner Gesamtheit wirklich gut gefallen. Diese Genre-Mischung und die gut dosierten romantischen, gewalttätigen und emotionalen Momente haben mir gefallen. So absurd das klingt. Kann Teil zwei kaum erwarten.
Ein spannender Urban Fantasy Roman dem es an nichts fehlt
Das Flüstern der Unterwelt von Lily Stark
Mein erstes Buch von Lily Stark „Die Kinder der Träume“ hat mir vor ein paar Monaten eine schöne Zeit beschert. Daher habe ich mich sehr auf „Das Flüstern der Unterwelt“ gefreut, welches ich von einer Bloggerkollegin >> bookmountains << geschenkt bekommen habe. Danke abermals an dieser Stelle.
In diesem Buch geht es um Anastasia, die seit einem schrecklichen Ereignis nichts mehr mit übernatürlichen Dingen zu tun haben möchte. Blöd nur, dass sie einer jener Auserwählten ist, die Seelen hilft, heil auf die andere Seite zu kommen. Demnach muss sie sich, ob sie will oder nicht, ihrem Schicksal beugen. Während ihrer Arbeit in einem kleinen Laden, den sie mit ihrem Bruder führt, passieren ihr plötzlich seltsame Dinge, welche darauf abzielen sollen, sie zu töten. Was zunächst nur für ein paar Kratzer und eine zerstörte Einrichtung sorgt, entpuppt sich schon bald als großes Problem. Zum Glück stehen ihr schon bald ein witziger Sidekick, ein Vampir und ein Werwolf zur Seite, um sie vor den Gefahren zu schützen. Etwas später treten die Widersacher aus den Schatten und denen ist jedes Mittel recht, um Ana den Gar auszumachen. So beginnt eine Hetzjagd auf Leben und Tod.
Ohne Zeit zu verschwenden, wirft uns die Autorin direkt in die Handlung. Im ersten Kapitel lernen wir bereits einen der später wiederkehrenden Widersacher kennen. Er scheint aus guten Gründen sehr schlecht auf Ana zu sprechen zu sein. Generell hat jeder auf der Gegenseite einen „guten“ Grund, sie lieber tot als lebendig zu sehen. Die Charaktere an sich, egal auf welcher Seite sie in der Handlung stehen, haben mir gut gefallen. Jeder seine Stärken, Schwächen und Macken. Einige bewegen sich in Grauzonen, bei denen man nie weiß, auf welcher Seite sie gerade stehen. Das machte alles etwas spannender. Obwohl Anas besondere Fähigkeiten, ihre Familiengeschichte und ihr interessantes Umfeld ohnehin schon genügend Stoff geboten haben, mich bei der Stange zu halten. Die Auflösung gegen Ende, wer tatsächlich für den Tod ihrer Eltern verantwortlich war, hat mich überrascht. Denn in den Kapiteln zuvor gab es kaum Anzeichen, wer es denn gewesen sein könnte.
Noch ein paar Worte zu unserer Protagonistin. Zum Glück ist sie nicht ein übernatürliches Wesen, welches von Anfang an alles kann und super toll ist. Nein, sie ist eigentlich ziemlich normal, abseits ihrer besonderen Rolle und ihren dunkeln Fähigkeiten. Sie verlässt sich immer wieder auf ihre Gefährten und sorgt mit ihnen zusammen für Ordnung. Der Schreibstil hat mir allgemein auch sehr zugesagt. Von ruhig bis rasant, romantisch bis dramatisch war alles dabei. Langeweile gab es nicht. Das Ende konnte mich ebenfalls überzeugen. Ein toller Urban-Fantasy-Roman für spannende Lesestunden.
Ein detaillierter, sehr gelungener Thriller
Die Vernehmung von Roland Hebesberger
Lange bin ich um die Bücher von Roland Hebesberger herumgeschlichen. Ich konnte mich nie für eines entscheiden. Bei der letzten Buchmesse durfte dann endlich eines mit. Das Ergebnis seht ihr hier. Der Klappentext klingt spannend. Das Cover sieht super aus. (vor allem nicht so generisch) Also kann es doch nur meinen Geschmack treffen, oder? Nun.
Wer mich schon etwas länger verfolgt, der weiß, dass mir atmosphärische und detaillierte Thriller wesentlich mehr zusagen als jene, in denen es (fast) nur darum geht, die Gewalt des Täters zur Schau zustellen. „Die Vernehmung“ gehört zum Glück zu ersterem. Selbstverständlich wird natürlich darauf eingegangen, wie die Opfer ermordet wurden. Jedoch stehen die eigentlichen Ermittlungen eindeutig im Fokus. Die logische Erklärung, wie die Ermittler zu ihren Schlüssen gekommen sind, gefiel mir sehr. Der psychologische Aspekt durfte natürlich auch nicht fehlen. Genauso wie jene Kollegen, die damit nichts anfangen können und ihren eigenen Weg gegangen sind.
Wer ist diese Person in der Vernehmungszelle, die eine Vision nach der anderen hat? Wer sind die Ermittler, die wie Ameisen Informationen von A nach B tragen und versuchen, den Täter so schnell wie möglich zu fassen? All das und noch viel mehr wird euch fein säuberlich und mundgerecht während der Handlung serviert. Vor allem das Zusammenspiel der Ermittler hat mir wirklich gut gefallen, vor allem die Tatsache, dass manche ihre Zuständigkeitsbereiche etwas ausdehnen, um einen Schritt voranzukommen. Auch Hauptkommissarin Lisa Seifert macht mehrere Male davon Gebrauch und ich liebe es. Hatte immer wieder mal leichte Mara Billinsky Vibes. Das Umfeld außerhalb der polizeilichen Räumlichkeiten wurde recht einfach gehalten. Was seitens des Autos eine gute Entscheidung war, so konnte ich mich vollends auf die Hauptgeschichte fokussieren. Generell gab es sehr wenig Ausflüchte, wenn diese denn nicht absolut nötig für die Handlung waren. Der Showdown am Ende rundete das Gesamtpaket perfekt ab.
Und sonst so? Toller Schreibstil, Spannung da, wo sie gebraucht wurde, ruhige Momente, wenn es ans ermitteln ging. So. Jetzt habe ich Lust auf das nächste Buch der Reihe.
Spannende Kurzgeschichten Sammlung, die ein paar Stunden unterhält
Vergessene Geschichten von Michael Hirtzy
Diesmal habe ich wieder eine Kurzgeschichtensammlung, die ich bei einer Buchmesse entdeckt habe, für euch. Diese ist nicht an ein bestimmtes Genre gebunden, ihr bekommt hier also eine bunte Mischung serviert. Was alle gemeinsam haben, ist der leicht düstere Anstrich. Mal geht es um Tod und Verderben, mal um Sagen und Geschichten, dann wiederum um das Ende der Menschheit, oder was die neue Technik aus uns macht und was passieren könnte, wenn diese außer Kontrolle gerät.
Es sollte für fast jeden von euch, der mit Fantasy, Horror, Grusel und Science-Fiction-Romanen etwas anfangen kann, etwas dabei sein.
Optisch macht das Buch etwas her und deutet schon mal an, was man erwarten kann. Auf den knapp über 200 Seiten warten rund 12 Kurzgeschichten, inklusive der Geschichte dazu, darauf, gelesen zu werden. Dabei haben wir „Der Eintreiber, „Wart ihr alle brav?“, „Die kalte Welle“ und „Gallu“ am besten gefallen. Hinweise auf triggernde Inhalte und zu den tollen Illustrationen finden sich ebenfalls im Buch wieder.
Insgesamt betrachtet hat mir diese kleine Sammlung an Kurzgeschichten sehr gut gefallen und konnte mich für eine Handvoll Stunden gut unterhalten. Gebt diesem Buch gerne eine Chance. Jetzt bin ich neugierig, was der Autor sonst noch so im Sortiment hat.
Ein würdiger Nachfolger mit noch viel mehr vom Guten
Die Legende der Nathril von Asna Chiron
Vor ein paar Monaten habe ich den ersten Teil der „Die Legende der Nathril“ Reihe gelesen und war begeistert, wie unkompliziert ein großes Abenteuer geschrieben werden kann. Mein Vergleich mit Rollenspielen findet bis heute Anklang. Und soll ich euch etwas sagen? Auch hier im zweiten Teil gibt es wieder sehr viele Verweise auf mein liebstes Genre im Gaming Bereich.
Nach den Ereignissen im ersten Teil ist die Geschichte der einzelnen Charaktere noch lange nicht auserzählt. Im Gegenteil, jetzt geht es erst so richtig los. Zu Beginn der Reihe wurde erst einmal darauf eingegangen, was ein Nathril ist, in welcher Welt die Handlung spielt, wer die Charaktere sind, welche Wesen es gibt und welchen Einfluss die verschiedenen Völker auf die gegenwärtige Lage haben. Daraus hat uns die Autorin eine wundervolle und spannende Geschichte gezaubert.
Aufgrund der Informationsflut wurden wir am Anfang der neuen Handlung an die Hand genommen und im Schnelldurchlauf durch die vergangenen Ereignisse geführt. Kurz danach landeten wir in der Gegenwart. Hier haben wir nicht nur einige verschiedene Perspektiven, aus denen die Geschichte stattfindet, sondern auch zahlreiche Ausflüge in die Vergangenheit, um gegenwärtige Ereignisse besser verstehen zu können. Was wir wieder bekommen haben, ist eine ordentliche Portion Charaktertiefe und Entwicklung. Das betrifft sowohl alte als auch neue Charaktere. Selbstverständlich durfte auch ein Löffelchen Liebe nicht fehlen. Die liebevollen Momente zwischendurch haben der Handlung sehr gut getan. Auch etwas Herzschmerz war mit dabei. Wohl dosiert. Immerhin ist das hier immer noch ein Fantasy-Roman. Die gut geschriebenen Kampfszenen bildeten einen tollen Gegensatz zu den liebevollen und freundschaftlichen Szenen. Die generelle Atmosphäre hat mir gut gefallen.
Der Abwechslungsreiche Schreibstil gepaart mit den spannenden Charakteren und der einfach gehaltenen Handlung sorgte dafür, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte und es innerhalb von zwei Abenden zu Ende gelesen habe. Optisch ist das Buch wieder ein Augenschmaus. Ich mag die einfache Farbpalette gepaart mit den schönen Zeichnungen sehr gerne. Bin schon so gespannt, was mich im dritten Teil erwartet.











