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Rezensionen von Danislesestube:

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Macks: The Color of Music

Macks von Josefine James

Es war eine gute Entscheidung, das Rezensionsexemplar in Form des E-Books anzunehmen. Was interessant ist, wenn man bedenkt, dass ich mittlerweile Bücher meide, in denen die Protagonisten deutlich jünger sind als ich. Aber der musikalische und leicht dramatische Aspekt des Buches konnten mich schlussendlich zur Zusage bewegen.

Fangen wir wie immer am Anfang an. Dieser beginnt recht harmlos. Mackenzie kommt gerade frisch in ihrer neuen Heimat an. Dort kennt sie niemanden und hat zu Beginn sogar kleinere Probleme damit, neue Menschen kennenzulernen. Aufgrund einer ganz bestimmten Bekanntschaft bekommt sie die Möglichkeit ihre musikalischen Fähigkeiten auf einer kleinen Bühne zu beweisen. Zufälligerweise wird ihr Talent vom Chef eines bekannten Labels gesehen. Von da an ist es aus mit dem ruhigen Alltag. Der Einstieg hat mir gut gefallen. Er war nicht zu beladen mit Informationen oder Ereignissen. Eine gute Mischung aus etwas Dramatik, Sehnsucht und dem Mut etwas Neues zu wagen. Mackenzie oder Macks, wie sie sich nach ihrem Entschluss, mit ihrer Musik berühmt werden zu wollen, nennt, ist zu diesem Zeitpunkt fest entschlossen mehr aus sich zu machen.

Als sich etwas später die erste Liebe dazugesellt wird, ihr klar wie schwer es ist alles unter einen Hut zu bringen. Spätestens nach ihrem ersten erfolgreichen Album kennt sie praktisch jeder. Dementsprechend ist es anstrengend, etwas mit ihren Freunden zu unternehmen. Sofern überhaupt dafür Zeit ist. Denn Peter Miller, der genannte Chef des Labels, lässt ihr kaum eine Verschnaufpause. Außerdem wird alles, was ihrem Erfolg gefährlich werden könnte, wird von ihm rigoros ausgemerzt. Vor allem, wenn es sich dabei um das Them Liebe handelt. Aber Macks wäre nicht Macks, wenn sie sich nicht etwas einfallen lässt, um seinen Ketten zu entkommen. Und wenn es nur für ein paar Stunden ist. Spätestens nach dem ersten Viertel waren mir die Protagonistin und ihre Mitstreiterin sympathisch. Sie waren nicht nur ein Star und eine mutige Helferin, sondern auch irgendwie Freundinnen. Ihre Entwicklung im Laufe der Handlung, welche sich über mehrere Jahre erstreckte, hat mir gut gefallen. Die Lücken zwischen den einzelnen Zeitsprüngen wurden sinnvoll von den vorherigen und nachfolgenden Kapiteln verschlossen, um alle offenen Fragen zu klären. Generell ließ mich die Autorin selten lange im Dunkeln tappen. Viele zunächst nebulösen Situationen wurden recht schnell entschärft.

Die Handlung wurde nicht ausschließlich aus der Sicht von Macks erzählt. Auch Peter Miller durfte z.B. seinen Beitrag leisten, den Spannungsbogen hochzuhalten. Bin mir bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher, was ich von ihm halten soll. Einerseits wirkte er wie ein skrupelloser Unternehmer, der den letzten Tropfen aus Macks quetschen wollte, andererseits hatte auch etwas Väterliches an sich. Was Macks vor allem zu Beginn sehr gutgetan hat. Denn in der Welt der Stars hat man nicht viele Freunde. Und wenn, dann sind diese darauf aus auch etwas vom Rampenlicht abhaben zu wollen. Unser junger Star ist das nicht nur einmal auf die Nase gefallen. In solchen Momenten konnte man Mackenzie hinter der glamourösen Hülle erkennen, welche immer noch nicht glauben konnte, was mit ihr passiert ist. Das Leben als Star ist hart und verlangt nicht selten Opfer. Letzteres macht ihr vor allem am Anfang sehr zu schaffen. Die Autorin hat es definitiv geschafft, das Alter und die Eindrücke ihrer Protagonistin glaubhaft herüberzubringen.

Was aber trotz Druck von allen Seiten immer durchsickert, ist die Liebe zur Musik. Macks drückt sich mit dieser auch weiterhin aus. Ihre Gefühle, welche sie sonst niemanden mitteilen kann und darf, kommen so dennoch ans Tageslicht. So kommen wir endlich zum Untertitel: The Color of Music. Für jedes Lied gibt es eine passende Farbe. Die Geschichte hinter jedem wird uns zuvor elegant mit der Handlung erzählt.

Den Schreibstil möchte ich ebenfalls positiv hervorheben. Dieser ist einfach, garniert mit einer gesunden Portion Details und vor allem gefühlvoll. Macks und die Gefühle ihrer Mitmenschen waren nahezu jedes Mal zum Greifen nah. So etwas mag ich sehr.

Das Ende schließt den Bogen zum Anfang und ließ mich dennoch mit aufgerissenen Augen da sitzen. Der Cliffhanger war wirklich fies. Bin gespannt, ob und wie es weitergeht. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

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Macks: The Color of Music
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Eine gelungene Dystopie

Eleven offline von Jay Lahinch

Langsam komme ich immer mehr in das Dystopie-Genre rein. Immer mehr Geschichten konnten in der Vergangenheit mein Interesse wecken. Sofern es nicht zu realitätsfern war. Denn irgendeinen realen Bezugspunkt brauche ich, um mich in dem vom Autor/von der Autorin erschaffenen Universum zurechtzufinden. Jay Lahinch, die Autorin des Buches „Eleven Offline“, konzentriert sich auf eine KI namens Eve, welche den verbliebenden Menschen ein so perfektes Leben wie möglich bieten möchte.

Das wird nicht etwa durch eine Schnittstelle, sondern durch eine direkte Injektion in den Körper gelöst. Unabhängig davon, ob das in der echten Welt möglich ist, finde ich diese Herangehensweise an die Nutzung einer künstlichen Intelligenz recht spannend. Was einer der Gründe für den Kauf des Buches war. Durch eine genaue Beurteilung weist Eve den Menschen verschiedene Level und Zonen (Wohn-, Arbeitsbereiche) zu. Da dies durchgehend geschieht, kann es immer passieren, dass jemand ein Level aufsteigt oder dieses abnimmt. Wenn letzteres passiert, wird das Individuum am Ende verbannt. Somit sind z.B. Verbrechen Geschichte. Nach einer kontrollierten Abschaltung ist die Menschheit auf sich alleine gestellt. Genauso wie unsere Protagonistin Skye.

Diese war mir direkt sympathisch. Sie ist ein relativ freundlicher und hilfsbereiter Charakter, dessen Ziel es ist, immer weiter in der Gesellschaft aufzusteigen, um dann irgendwann im engen Kreis der Eleven ihre Arbeit zu verrichten. In der Handlung geht sie der Arbeit der Systemadministration nach, welche eine große Wichtigkeit hat. Denn ohne Pflege des Systems kann Eve nicht mehr korrekt arbeiten. Dennoch muss letztere aus zunächst nebulösen Grünen für einen bestimmten Zeitraum deaktiviert werden. Kurz zuvor trifft Skye auf unseren zweiten Protagonisten namens Noah.

Dieser wirkte auf mich zu Beginn wie ein ganz normaler Arbeiter. Nur eben auf einem etwas höheren Level als Skye. Er ist ebenfalls freundlich, aber etwas ruhiger. Letzteres hat seine Gründe. Einer davon verbirgt sich in der Zukunft.

Sonst haben wir noch eine Handvoll Nebencharaktere, die brav ihre Rolle erfüllen. Allzu viel Tiefe dürft ihr nicht erwarten. Denn die meiste Arbeit floss definitiv in die Handlung und Umgebung. Diese beiden wurden, wie in den anderen Büchern der Autorin zuvor, sehr detailliert beschrieben. Bis zur ersten Hälfte des Buches konnte ich mir gut vorstellen, wie eine mögliche Zukunft/Welt der Menschheit, welche sich durch ihre fehlerhaften Verhaltensweisen jeglichen Lebensraum nahmen, aussehen könnte. Klassengesellschaft wird hier wörtlich genommen und ebenfalls genau in separaten Kapiteln und stellenweise in der Handlung erklärt. Auch die Funktionsweise von Eve wird uns vor allem auf den letzten Absätzen näher gebracht. Immerhin müssen wir ja erfahren, warum Skye und Noah welche Entscheidung getroffen haben. Apropos Entscheidungen. Natürlich entwickeln die beiden auch Gefühle für einander. Jedoch bleibt deren Liebesleben eher im Hintergrund. Die Geschichte hatte hier definitiv Vorrang.

Die Art und Weise, wie die Autorin an das Thema Zukunft und die Weiterentwicklung einer KI, welche bei uns noch in den Kinderschuhen steckt, herangegangen ist, hat mich fast durchgehend fasziniert. Dieser Gedankengang konnte mich anregen, mir auch selbst Gedanken zu diesem Thema zu machen.

Kommen wir am Ende noch zu den moderat vorhandenen unerwarteten Wendungen. Nicht alle haben bei mir gezündet, da viele Ereignisse bereits darauf hingedeutet haben und ich im Prinzip nur auf die große Enthüllung warten musste. Dass mit Noah etwas nicht stimmt, steht sogar im Klappentext. ^^ Alles andere kann man sich denken. Jedoch ist das nicht weiter schlimm. Da der Aufbau der Handlung, die Entwicklung der Charaktere und Thematik gut bis sehr gut umgesetzt wurden. Nur das Ende hinterließ bei mir einen mäßigen Eindruck. Klar, was hätte nach der schicksalshaften Aktion weiter passieren sollen? Dennoch fehlte mir da noch das gewisse Etwas. Schade.

Insgesamt ein Buch, welches ihr euch gerne näher anschauen und bestenfalls lesen könnt. ????

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Eine gelungene Dystopie
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Ein wundervoller Liebesroman

Eleven offline von Jay Lahinch

Kaum hat Vera Schaub dieses optisch sehr ansprechende Buch angekündigt, war ich schon begeistert von diesem. Der Klappentext klang zu meiner Freude ebenfalls nach etwas, was mir gefallen könnte. Kein Highschool, College oder WG Liebesdrama. Auch wenn die Protagonistin namens Rosie in diesem Alter ist.

Theoretisch wäre sie auch aufs College gegangen. Jedoch dachte sich das Leben so „Nein, du nicht.“ und schwups war ihr Traum dahin. Genauso wie ihr Freund, der das Mädchen nach dem Unfall alleine ließ. Genau dann, als Rosie ihn am meisten gebraucht hat.

Ohne große Umschweife und ellenlange Erklärungen zeigt uns der Beginn des Buches recht gut, wohin die Reise geht. Hier ist noch alles Friede, Freude, Eierkuchen. Rosie, ihr Freund und deren Freunde freuen sich auf ihre gemeinsame Zukunft. Jedoch sollte es, vor allem für Rosie anders kommen als geplant. Nach einem schweren Unfall, bei dem ihre Mitfahrer nur leicht bis mittel verletzt wurden, kann sich unsere Protagonistin von ihren Plänen verabschieden. Von diesem Ereignis gezeichnet wird sie die folgenden Wochen, Monate und Jahre bei verschiedenen Ärzten verbringen. Von da an wurde mir bewusst, dass das Buch keine leichte Kost sein wird. Zugegeben, die Triggerwarnungen wiesen mich direkt am Anfang darauf hin. Bis zum Zeitpunkt ihres Erwachens lernte ich bereits ein paar Nebencharaktere kennen, von denen eine Handvoll in den kommenden Abschnitten noch eine wichtige Rolle spielen werden. Generell gefiel mir die Beschreibung dieser recht gut. Der Einstieg in die Handlung und der angedeutete noch kommende Leidensweg von Rosie machten mich neugierig. Wie geht es weiter? Wie sehr werden sich die Folgen des Unfalls auf sie auswirken?

Die Triggerwarnungen sind nicht nur Dekoration. Auch Wochen später ist Rosie bei Weitem nicht bereit, wieder ein halbwegs normales Leben führen zu können. Irgendwo nachvollziehbar. Denn ihre Freunde und ihr Ex-Freund leben das Leben, welches sie auch hätte führen können. Wären da nicht die Schmerzen bei jeder Bewegung. Das „kaputte“ Gesicht im Spiegel, welches sie mit einem Blick anstarrt, als wolle es damit sagen, wie hässlich sie doch ist. So ist es kein Wunder, dass sich unsere Protagonistin immer mehr zurückzieht. Auch ihre Therapeutin ist ratlos. Genauso wie ihr Umfeld, welches mit der Zeit immer weniger wird, da dieses nichts mehr mit Rosie, in diesem Zustand, anfangen kann. Spätestens bis zur Hälfte des Buches wird einem bewusst, wie schlecht es Rosie geht. Die Autorin hat ihren Schmerz, ihre Hilflosigkeit, ihre Selbstzweifel und ihre Schwächen ausgezeichnet zu Papier gebracht.

Gleichzeitig hatte ich immer die Hoffnung, dass sie von alleine die Kurve kriegt. Und siehe da, kaum ist Leik in ihr Leben getreten, kehrt wieder etwas Lebensmut zurück. Ihre innere Wunde beginnt sich nach und nach zu schließen. Er selbst sieht nicht nur ihr Äußeres, sondern auch die Rosie, die sich darin verbirgt. In den ersten Momenten blitzt nur ein Teil ihrer alten Persönlichkeit durch. Nach ein paar Wochen immer mehr. Jedoch ist es nicht nur sein Verdienst, dass Rosie wieder zurück ins Leben findet. In diesem Buch wird deutlich gemacht, dass es an ihr liegt, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Wobei Leik nicht nur der Auslöser, sondern generell ein wundervoller Charakter mit seinen Ecken und Kanten ist. Genauso wie Rosie hat auch Leik Wünsche und Sorgen, welcher er mit ihr teilt. Es wirkte irgendwann so, als würden sie sich gegenseitig „therapieren“. Was irgendwie ein schöner Gedanke ist, welcher mich bis zu den letzten Seiten des Buches begleitet hat.

Der Name der Protagonistin und das Cover kommen übrigens nicht von irgendwo her. Im Laufe der Handlung wird eine Rose immer wieder für eine Lebensweisheit verwendet. Nachfolgend ein Beispiel:

>> Ein Neuanfang ist wie eine Rose – sobald die alten Blätter verwelkt und abgefallen sind, können darunter, neue bunte Knospen sprießen. << – Zitat Seite 11.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass mir das Buch unglaublich gefallen und es jede Minute wert gewesen ist. Die Handlung bietet so viel Inhalt und Stoff zum Nachdenken. Solche Bücher mag ich sehr und werde auch nicht müde diese im Bücherurwald zu suchen.

Was gibt es zum Meckern? Eigentlich gar nichts. Denn jede Sache, die mir beim Lesen nicht gefallen hat, etwa das Verhalten von Rosies Ex-Freund wurde im späteren Verlauf durch eine noch schönere Sache ersetzt. Was mich beim Schreiben an das Zitat von oben erinnert. Dafür gibt es übrigens generell viele Beispiele. Ich liebe solche kleinen Details. Also nein, nichts zum Meckern.

Ich kann euch das Buch sehr ans Herz legen. Lest es und gebt mir gerne Bescheid, wie es euch gefallen hat.

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Eine gelungene Dystopie
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Für mich: Zeitverschwendung

Hast du Zeit? von Andreas Winkelmann

Es ist schon eine Weile her, seit ich ein Buch von Andreas Winkelmann gelesen habe. Sein letztes Werk konnte mich eher mäßig überzeugen, dementsprechend gering war mein Interesse, mich direkt auf das nächste Buch von ihm zu stürzen. Etwa zwei Jahre später konnte wieder eines seiner Bücher meine Neugier wecken.

Zeit ist ein Thema, welches mir gut gefällt, vor allem weil man mit dieser Komponente sehr viel anstellen und umsetzen kann. (Gutes Beispiel: Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit) Welche Gedanken hat sich der Autor dazu gemacht? Der Klappentext klingt vielversprechend, wenn auch etwas dünn, was kein Nachteil ist. Was wir wissen, dass jemandem offenbar Zeit gestohlen wurde bzw. sich darüber aufregt, dass andere seine verschwenden. In welcher Form kann man nur raten. Wie möchte dieser Jemand seinen Opfern wohl deren Zeit stehlen? Logisch. Er wird sie vermutlich umbringen. Das ist jetzt kein Spoiler, sondern naheliegend.

Fangen wir also wie immer am Anfang und mit den positiven Dingen an. Das Buch beginnt mit dem Prolog, oder wie es weiter unten heißt „Hinter der Zeit“. Jemand scheint ein Gespräch mit einer anderen Person zu führen, oder mit sich selbst, so genau weiß man das nicht. Die noch unbekannte Person bewundert eine Wand. Eine Wand, in welche er viel Arbeit gesteckt hat. Was sich darauf, oder darin verbirgt, weiß man genauso wenig. Fakt ist, hier floss viel Arbeit rein. Oder besser gesagt, seine wertvolle Zeit, die ihm von seinen Mitmenschen genommen wurde. Das ist auch das Grundthema des Buches. Menschen, die seine Zeit, in welcher Form auch immer, verschwendet haben, müssen mit selbiger bezahlen. Hier fingt meine anfängliche Freude bereits an zu bröckeln. Es las sich bis dahin eher mau. Diese Art von Mörder:in kannte ich bereits von den anderen Büchern des Autors. Aber davon ließ ich mich nicht beirren. Könnte ja noch etwas werden.

Etwas später werden wir Zeugen, wie die ersten Opfer geholt und getötet werden. Interessant empfand ich, wie der erwähnte Jemand diese geködert hat. Hier ein Beispiel. Eine junge Frau fährt auf einer Landstraße. Plötzlich taucht ein Auto neben ihr auf und schneidet sie, sodass sie eine Vollbremsung einleiten muss, um Schlimmeres zu verhindern. Daraufhin steigt ein Mann aus und stellt ihr folgende Frage „Hast du Zeit?“. Mal abgesehen davon, dass wir wissen, was folgt, wie glaubt ihr, beantwortet die Frau diese Frage? Genau, dass was ihr gerade denkt. Selbstverständlich wird sie anschließend niedergeschlagen und verschleppt. Diese „Logik“ zieht sich durch das gesamte Buch. Es gibt sogar Ausnahmen, in denen Menschen tatsächlich ihre Zeit dem Typen komplett freiwillig schenken. Natürlich werden diese dann in Ruhe gelassen. Nein, natürlich auch getötet. Halten wir fest: Menschen, die sich für ihn keine Zeit nehmen wollen, werden getötet. Menschen, die ihm ihre Zeit hingegen schenken, werden getötet. Das ist doch logisch. ^^

Ups, jetzt habe ich die Kritik etwas vorgezogen. Jetzt zum Positiven. Das durch tragische Umstände zusammengefundene Trio, bestehend aus Lilly (der Freundin eines Opfers), Grotheer ein ehemaliger quasi Polizist und seinem Hund namens Jemand (fragt nicht) machen sich auf der Entführungsserie und den mysteriösen Paketen, welche an die Verbliebenen geliefert wurden, auf den Grund zu gehen. Die Polizei scheint stellenweise zwar bemüht, aber eher desinteressiert zu sein. Es verschwindet doch jeden Tag irgendwer. Gelegentlich gesellen sich ein paar Nebencharaktere hinzu, welche irgendetwas mit den Opfern zu tun haben und daher gerne mithelfen. Diese bleiben, aufgrund mangelnder Auftritte, eher blass. Nicht so schlimm, immerhin geht es um das erwähnte Trio, welches mir sympathisch war. Alle drei sind komplett unterschiedlich, mit ebenso unterschiedlichen Herangehensweisen. Durch den Wechsel der Perspektiven kam so etwas Abwechslung in die Handlung. Diese hatte letztere bitter nötig, denn viel zu bieten hatte diese nicht.

Mal abgesehen davon, von den kleinen Abenteuern der kleinen Gruppe gab es kaum Highlights. Die letzten Stunden der Opfer, eine Handvoll Auftritte unseres Mörders, welche mit der Zeit immer abstruser wurden. Ja, es soll eine kranke Seele mit einer „interessanten“ Wahrnehmung und mangelnder Selbstreflexion darstellen. Das verstehe ich, aber die meiste Zeit über waren diese Passagen unglaublich langweilig. Schon so oft gelesen, sogar in den Büchern des Autors selbst. Ich habe keine Logik oder nachvollziehbares Verhalten erwartet, aber das war einfach nicht meins.

Die grundsätzliche Handlung war langweilig. Nach den ersten 70 Seiten weiß man als Leser, wie die restlichen 310 Seiten aussehen könnten. Es ist nahezu immer das gleiche Schema. Ein bisher unbekannter und offenbar unwichtiger Charakter taucht auf, begegnet jemanden, der Hilfe benötigt oder ersterer wird einfach mal so Krankenhausreif geschlagen und stirbt wenige Kapitel später. Wie die Opfer sterben ist bereits vor dem Auftauchen der Sanduhren (kein offensichtlicher Spoiler, da auf dem Cover) klar. Da, wo an Details gespart hätte werden können, wurde leider nicht gespart und sehr viel bereits vorweggenommen. Dabei hätten wir ja noch viele Seiten vor uns, die irgendwie gefüllt werden mussten. Irgendwie ist auch gleich unser nächstes Stichwort. Viele Geschehnisse wurden genauso gelöst. Gerade so, dass sie Sinn ergeben (könnten). Mehr nicht. Garniert mit ein paar „Oh mein Gott, da passiert gleich etwas Schlimmes.“ Momenten und einem Familiendrama. Wobei ich letzteres noch am spannendsten fand. Was sehr viel über das eigentliche Thema aussagt.

Die Fragen, die ich mir das Ganze Buch über gestellt habe, waren folgende: Der Mörder geht also davon aus, dass Menschen ihre und seine Zeit verschwendet haben. Demnach müssen sie dafür bzw. damit bezahlen. Verschwendet er somit nicht seine eigene Zeit damit, um anderen ihre Achtlosigkeit unter die Nase zu reiben, indem er sie umbringt? (Und Apparaturen baut, um dies zu tun) Wäre es nicht besser gewesen, diese am Leben zu lassen, um aus seiner Lektion, wie auch immer diese dann ausgesehen hätte, zu lernen, um dann anschließend ihre Zeit wieder sinnvoller zu nutzen?

Mit diesen Fragen im Kopf und den genannten Kritikpunkten fällt das Buch bei mir gnadenlos durch. Keine Vollkatastrophe, aber meine Zeit habe ich damit definitiv verschwendet.

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Für mich: Zeitverschwendung
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Ein gelungener Auftakt mit einem fiesen Cliffhanger

A Breath of Winter von Carina Schnell

Passend zur Jahreszeit habe ich ein winterlich angehauchtes Buch für euch. Anfang Dezember wurde meine Anfrage bei Netgalley bestätigt. An Heiligabend kam ich in den Genuss des Buches. Zuvor wollten noch ein paar andere Bücher gelesen werden. Nun liegt es gelesen vor mir und wartet darauf, rezensiert werden.

Wie fast immer muss ich mich nach einem Buch von Carina Schnell wieder etwas beruhigen, um nicht ausschließlich positiv zu berichten. Denn nur weil das Ende der Knaller war, muss das nicht für das gesamte Buch gelten. Wobei es bisher bei anderen Autoren oft andersherum war. Tolle Handlung, spannende Nebenereignisse, aber maues oder zu schnelles Ende. Oder die Charaktere waren mir zu Klischeehaft. Warum so viele Schreiberlinge bereits verwendete Charaktere bzw. deren Eigenarten so oft verwenden ist mir ein Rätsel. Dass es anders geht, beweist z.B. Carina immer wieder aufs Neue. Der Fokus liegt da wohl bei jedem anders.

Hier haben wir das Glück, dass sich meine Lieblingsautorin, was sie nicht ohne Grund ist, auf die richtigen Dinge in ihrer Handlung konzentriert hat. Angefangen bei der tragischen Geschichte von Smilla. Es wurde erst gar nicht versucht, die vergangenen Ereignisse großartig dramatisch in Szene zu setzen. In knackigen Rückblenden wird erzählt, wie es dazu kam und warum Rache der sinnvollste Weg für unsere Hexe ist. Wo hingegen nicht an Details gespart und sich dementsprechend Zeit gelassen wurde, ist die Beschreibung der Charaktere und der Umgebung. Oft reichte es aus, nach ein paar Absätzen, die Augen zu schließen, um in die Welt von Smilla und Gent tauchen zu können. Egal, ob der Angriff der Walküren, die sich mit ihren Krallen tief ins Fleisch ihrer Gegner bohren und verheerenden Schaden anrichten oder die Anziehung zwischen unseren beiden Hauptcharakteren. All das und noch viel mehr konnte ich beim Lesen nicht nur spüren, sondern auch in Gedanken sehen. Wo es an Details mangelte, half die eigene Fantasy nach. So muss das bei einem Fantasy Roman sein. Wäre auch langweilig, wenn Leser alles auf einem Silbertablett serviert bekämen.

Kommen wir zu Gent. Dem scheinbar brutalen und gnadenlosen Anführer der Söldnergruppe, welcher sich Smilla zu Beginn der Handlung angeschlossen hat. Um ihn ranken sich viele Gerüchte. Nicht ohne Grund, wie man im Laufe der Geschichte erfährt. Von seiner weichen, fast schon feinfühligen Seite wird hingegen kaum berichtet. Zugegeben, bisher schaffte es keine Frau, außer Smilla, diese hervorzuholen. Sein Misstrauen ihr gegenüber verfliegt, zum Glück, nicht direkt auf den ersten Blick, und auch danach bleibt es bis zu einem gewissen Grad bestehen. Das ist eine Sache, die ich bei Carina liebe. Es gibt für sie keinen Grund, warum ihr Hauptcharakter alles stehen und liegen lassen sollte, nur weil er eine interessante Frau sieht. Er kennt sie nicht. Wer sagt denn, dass diese ihn nicht hintergeht? Eben. Auch sein engster Mitstreiter ist sich nicht sicher, was Smilla im Schilde führen könnte. Sie tauchte aus dem Nichts auf und schweigt lange Zeit über ihren wahren Grund, warum sie sich der Gruppe angeschlossen hat. Wer riskiert schon freiwillig sein Leben? Jetzt mal den Mord ihrer Familie ignoriert.

Die grundsätzliche Handlung und der langsame Einstieg haben mir gefallen. Nicht zu kompliziert, keine dramatischen Schicksale und was weiß ich. Die Geschichte von Middangard füllt die wenigen leeren Passagen mühelos aus. Der Hauch von nordischer Mythologie passt hier perfekt rein. Was auch an der Optik der Umgebung, der Gebäude und auch der Charaktere zu sehen ist. Gleiches gilt für die mystischen Kreaturen. Hier hat sich Carina reichlich bedient.

Selbstverständlich hat sie auch darauf geachtet, uns einen abwechslungsreichen und rasanten Showdown zu liefern. Der Plottwist gegen Ende rundete alles erlebte perfekt ab. Hier wurde noch einmal hinterfragt, ob sich die Reise für alle gelohnt hat. Vor allem aus welchen Gründen der Hexenschlächter seine Jagd auf Hexen eröffnet hat. Seine Familie wurde jedenfalls nicht von diesen ausgelöscht.

Noch ein paar Worte zum Magiesystem. Dieses ist simpel wie effektiv. Spannend, was man alles mit Knochen machen kann. Woher die Kraft aus diesen kommt und wie diese genutzt wird, hat die Autorin gleichmäßig auf verschiedene Situationen, in denen eine bestimmte Kraft benötigt wurde, verteilt. Auch hier wurde der Lesefluss nicht durch ausschweifende Erklärungen gestört.

Was hat es eigentlich mit den Raben auf sich? Hier muss man als Leser etwas genauer hinschauen. Diese werden nicht nur für Maßeinheiten genutzt. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, bietet sich an, das Buch zu lesen. ????

Um langsam zum Ende zu kommen. Mir hat das Buch bzw. der Auftakt der Dilogie ausgezeichnet gefallen. Alles ist da, wo es sein soll, der Einstieg ist ein Träumchen. Zum Meckern gibt es eigentlich nichts. Wenn ich es darauf anlegen würde, dann hätte ich mich darüber beschwert, dass es zu wenig Informationen über die restlichen Mitglieder der Gruppe gegeben hat, oder was Leif (Gents engster Vertrauter) für ein Problem mit Smilla hat, oder warum Charaktere so sind, wie sie sind. Aber das sind Dinge, die mich kaum bis gar nicht stören. Es ist, wie es ist. Eventuell bekommen wir mehr Informationen in Teil zwei. Wer weiß das schon? ????

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Schwächer als seine Vorgänger, aber gut lesbar

Der Polizistenmörder: Ein Kommissar-Beck-Roman von Maj Sjöwall; Per Wahlöö

Früher wie heute bin ich bei „Der Polizistenmörder“ zwiegespalten. Einerseits haben mir die rasanten Szenen, die im Vergleich zu den anderen Teilen häufiger vorkamen, wirklich gut gefallen, andererseits wurde recht wenig über das eigentliche Thema gesprochen. Der Vergewaltigungsteil nahm viel Raum in der Handlung ein.

Die Befragungen vom einst verurteilten und nun in Frieden lebenden Sexualstraftäter zogen sich sehr in die Länge. Auf der anderen Seite wiederum wurde recht viel über die neue Umgebung geschrieben. Erzählerisch und vom Detailreichtum gut gelungen. Auch die Absätze, in denen Martin Beck ermittelte und mit seinem im Ort ansässigen Partner eine schöne Zeit hatte, empfand ich ebenfalls als gut.

Abwechslung gab es also genug. Viel zu kurz gekommen ist der Fall des Polizistenmörders. Nicht nur, weil dieser erst nach der Hälfte des Buches in Fahrt gekommen ist, sondern auch, weil schon von Anfang klar war, was vorgefallen ist. Somit schlich man den ahnungslosen Ermittlern hinterher, bis dann der große Showdown die Erlösung brachte.

War zumindest der Abschluss des Sexualfalles da hinfiebern wert? Ja. Bedingt dadurch, dass der Täter nicht durch die halbe Stadt gejagt werden musste und die schlussendliche Befragung friedlich ablief, bekamen wir hier einen angenehmen Ausgleich zum anderen Fall.

Ein guter neunter Teil, mit mehreren Schwächen, aber dennoch gut lesbar und unterhält für ein paar Stunden.

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Für Fans des Autors ein solider Thriller

Die Dämmerung von Marc Raabe

Vor etwa einem Jahr habe ich den Vorgänger „Der Morgen“ gelesen. Dieser hat mir, mal abgesehen von ein paar Kritikpunkten, recht gut gefallen. Dementsprechend war es nur eine Frage der Zeit, bis Teil zwei in meinem Warenkorb landet. Vorweg kann ich sagen: Ja, das Buch hat mir etwas besser gefallen, aber dennoch missfielen mir wieder ein paar Dinge.

Fangen wir also wie immer am Anfang an.

Dieser gestaltet sich recht rasant. Ein Wildschwein attackiert eine junge Frau. Diese kann sich gerade so retten. Während ihrer Flucht hört sie einen markerschütternden Schrei. Ein paar Meter von ihr entfernt findet sie ein Mischwesen, welches sich später als die tote Charlotte Tempel herausstellt. Bis hierhin hat mir das Buch gut gefallen. Knallharte Action. Herzklopfen. Zur Krönung eine Portion Entsetzen.

Danach ebbt das Tempo etwas ab, als Art Mayer und Nele Tschaikowski den Fall übernehmen. Was folgt, ist eine gut geschriebene und rasante Ermittlung. Die beiden Charaktere haben sich von Teil eins weg bis hierhin gut weiterentwickelt. Die Ereignisse von vor einiger Zeit stecken ihnen immer noch in den Knochen. Arts Privatleben ist turbulent wie eh und je. Seine „Ziehtochter“ haltet ihn auf Trab. Und sonst hat er immer was zu tun. Nele hingegen geht es diesmal etwas ruhiger an. Aus guten Gründen versteht sich. Dementsprechend steht sie diesmal etwas weniger im Rampenlicht. Dennoch gerade so viel, dass sie nicht wie ein Anhängsel wirkt. Außerhalb des Wahrnehmungsbereiches der beiden tut sich nicht viel. Ihre Kollegen sind etwas blass und tragen zum Geschehen nicht mehr bei als sie sollten.

Leo, die Tochter von Charlotte Tempel, hält unser Duo ordentlich auf Trab. Bedingt durch die Umstände zeigt diese sehr viele Charaktereigenschaften auf einmal. Außerdem ist ihr Handeln in der Regel unberechenbar und stellenweise brutal. Passt irgendwie so gar nicht zu ihrer Mutter. Daher ist es kein Wunder, dass sie zuerst ins Visier der Ermittler gerät. Zwischen dem aktuellen Geschehen wird eine Tonband-Aufnahme abgespielt, welche viele Fragen zur gegenwärtigen Lage beantwortet und eine durchaus spannende Geschichte erzählt. In dieser kommen zwei Charaktere vor, welche in der Handlung auch ihren Auftritt haben. Die Namen wurden jedoch geändert.

Bis es zum schlussendlichen Showdown kommt, vergeht eine Weile. Diese ist glücklicherweise nicht lange von Dauer. Denn der Schreibstil erzeugt eine recht hohe Geschwindigkeit, sodass die Geschehnisse gerade zu an einem vorbeifliegen. Was in den meisten Fällen gut funktioniert hat.

Jedoch haben mich ein paar Dinge beim Lesen gestört.

Zuerst das Offensichtlichste. Die Aufmachung der Handlung ist der im ersten Teil sehr ähnlich, wenn nicht sogar identisch. Schade, dass sich hier nichts anderes überlegt wurde. Wieder wurde darauf verzichtet, einen Charakter als Täter:in zu nehmen, den/die man kennt und welcher bereits Anzeichen gezeigt hat, dass mit ihm/ihr etwas nicht stimmt. Stattdessen wurde, böse gesagt, ein/e Statist:in gewählt, der/die mit dem Geschehen relativ wenig zu tun hat. Anwesend und etwas komisch zu sein reicht wohl aus, um als Mörder:in durchzugehen. Die Glaubhaftigkeit seines/ihres Motivs war löchriger als ein Schweizerkäse. Ich habe ihm/ihr seine/ihre Rolle keine Minute abgenommen. Schade.

Die genannten Punkte haben mir das Buch etwas madig gemacht. Fühlt sich sehr nach Recycling an. Was prinzipiell nichts Schlechtes ist. Es gibt genügend Leser:innen da draußen, die sich wohl damit fühlen ein bekanntes Schema vor Augen zu haben und nicht auf unerwartete Wendungen zu treffen. Für mich ist das leider nichts. Andere größere Autoren habe ich dafür ausreichend kritisiert. Verstehe aber, warum das so gehandhabt wird.

Trotz aller Kritik könnte das Buch, bzw. die Reihe, etwas für euch sein, wenn euch meine genannten Punkte nicht stören.

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Eine gelungene Dystopie

Our Mechanical Hearts von Jacqueline Mayerhofer

Es ist schon eine Weile her, seit ich einen Roman aus diesem Genre gelesen habe. Nicht jede Handlung gefiel mir auf Anhieb. Viele Bücher waren mir zu klischeehaft oder zu einfach gestrickt. Dementsprechend mied ich dann irgendwann alles, was damit zu tun hatte, oder so ähnlich klang.

Nachdem ich auf der VIECC dieses Buch live vorgelesen bekommen habe, wollte ich dem Ganzen eine erneute Chance geben.

Das Cover sah vielversprechend aus, der Klappentext klang simpel und versprach nicht zu viel. Nur das Wesentliche. Da ich kein Fan davon bin, wenn ich auf der Rückseite die halbe Handlung lesen kann, war ich davon recht angetan.

Der Anfang erklärte recht flott, worum es geht. Julian Baldir wohnt zusammen mit einem Mitbewohner in einer viel zu kleinen Wohnung. Die Preise und Löhne scheinen in dieser noch weiter auseinanderzuklaffen als bei uns. Dementsprechend ist alleine wohnen für unseren Protagonisten ein Wunschtraum. Aufgrund seines Jobs wird er von Menschen, die recht wenig von den mechanischen Lebensformen halten, angefeindet und schief angeschaut. Als ob er absolut freiwillig für den „Feind“ arbeiten würde.

Von da an machte mich das Buch noch neugieriger. Das klang bisher nicht nach dem üblichen Standard Plot.

Während seiner Schicht trifft er neben seinen menschlichen Arbeitskollegen auch auf eine Androidin, welche optisch, wie viele andere moderne Modelle auch, sehr menschlich wirkt, aber sich vom Verhalten her nicht weiter von ihrer Vorlage unterscheiden kann. Das scheint aber von der großen KI, der alle mechanischen Helferlein dienen, so gewollt zu sein. Es könnte sich durch ein freies Entfalten ein neues Bewusstsein entwickeln. Das will ja keiner. Menschen sind ja bekanntlich das beste Negativbeispiel dafür, wenn die vollständige Kontrolle fehlt.

Die alten Modelle, mit denen sich Julian nach besagtem Vorfall anfreundet, wirken dagegen sehr viel menschlicher. Nach und nach wird auch klar, dass es sogar unter mechanischen Individuen so etwas wie „Rassenunterschiede“ oder gar Rassismus gibt. Sieht man perfekt am überheblichen Verhalten der modernen Androiden. Warum sollten sich diese auch mit dem alten Schrott abgeben?

Die Art und Weise, wie die Autorin die Handlung erzählt hat, hat mir wirklich gut gefallen. Nicht zu hastig, aber nicht zu langsam. Immer der Situation entsprechend. Die grundsätzliche Stimmung fing sie ebenfalls perfekt ein. Genauso wie ich mir so eine Zukunft vorgestellt habe.

Das Ende inklusive Showdown und dem liebevoll erzählten Epilog rundeten das Gesamtwerk perfekt ab.

Wenn ihr das Buch noch nicht kennt, oder einen kurzweiligen Science-Fiction-Roman sucht, könnte es euch gefallen.

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Für Fans einen Blick wert

Gestehe von Henri Faber

Nach einem recht eindrucksvollen Einstieg lernen wir einen Charakter namens „ER“ kennen. Dieser scheint sehr viel Spaß dabei zu haben, seine Opfer zu quälen. Dass dieser Gedanke zu kurz gedacht ist, zeigt sich später recht eindrucksvoll. Danach ist es endlich so weit, wir lernen unseren Helden, den Star-Ermittler, Johann Winkler, Jacket kennen.

Seine Fassade. Unantastbar. Sein Lächeln. Umwerfend. Seine Vergangenheit. Futter für jeden Verlag und die lokale Zeitung. Auf den ersten Seiten empfand ich keinerlei Sympathie für ihn. Freut mich sehr, wenn Jacket von sich überzeugt ist und seit jenem Ereignis auf einem roten Teppich durch Leben läuft, aber wie kann man nur so unsympathisch und teilweise ekelhaft sein? Später wird klar, alles nur Fassade, für die Blitzlichter, für den Verlag, der seine Geschichte in Form eines Thrillers veröffentlicht hat und für ihn selbst. Denn unter dem makellosen Äußeren verbirgt sich eigentlich ein verletzlicher Mann, der mit vielen Problemen zu kämpfen hat. Sprich einerseits mochte ich ihn so gar nicht, andererseits hatte ich einen Hauch Mitleid. Eher eine semi gute Basis für einen Hauptcharakter, der die Handlung tragen sollte. Dieser Eindruck bessert sich auf den nachfolgenden Kapiteln und Seiten kaum.

Dann haben wir noch Mo, welcher bisher eigentlich im Hintergrund gearbeitet hat. Seine Arbeit erledigt er immer mit absoluter Präzision. Aufgrund dieser Tatsache und weil er „Ausländer“ ist, wird er von seinen Kollegen immer wieder aufgezogen. Nicht selten auch körperlich gemobbt. Hier wurde die Rassismus-Keule so richtig schön geschwungen. Denn so ein Verhalten legten die Kollegen, trotz Mo’s Erfolg in dem Fall, nicht ab. Im Gegenteil. Es wurde mit der Zeit immer schlimmer. Besonders ein Kollege fällt durch seine „besonders kritische“ Art auf. Ich weiß nicht, ob so ein Charakter unbedingt eingebaut werden musste. Dass dieser so oft vorkam, machte es nicht besser. Natürlich ist nur Akzeptanz, Liebe und Heiterkeit in hoher Konzentration auch anstrengend, aber eine gesunde Balance hätte gereicht. Mal abgesehen davon, macht sich dieser Ermittler damit auf keinen Fall verdächtig. Niemals. ???? Immerhin bekommt Mo von seiner Freundin die Unterstützung, die er braucht, um sich behaupten zu können.

Wer „Er“ ist, welcher einem fast schon liebevoll erzählt, was mit seinen Opfern als Nächstes passiert, und warum diese seiner Meinung nach sterben müssen, erfahren wir glücklicherweise erst gegen Ende. Denn alles andere wird uns schon ab der Hälfte des Buches serviert. Wer sich nicht von zahlreichen Wendungen und Perspektivenwechsel durcheinander bringen lässt, kommt recht schnell auf die Lösung, wer mit wem unter einer Decke steckt.

Das Lesen empfand ich allgemein als eher anstrengend. Der Anfang zog sich, dank unseres Star-Ermittlers, sehr in die Länge, die vom Autor gestreute Verwirrung, welche zu oft angewendet wurde und die angesprochenen Probleme der Kollegen untereinander, welche den Rest der Handlung ausmachte, machten es nicht besser. Für die meisten Leser, welche gerne die bekannten Bestseller Thriller lesen, wird es ein tolles Buch sein, aber für mich ist es eines von vielen, welches ich bald wieder vergessen werde.

Die schlussendliche Auflösung hat mir nicht zugesagt. Es wurde versucht sehr viel im Nachhinein zu erklären, was in den Seiten zuvor vorgefallen und dass „Sache A“ eigentlich durch „Ereignis D“ entstanden und die logische Lösung selbstverständlich „Lösung Z“ und nicht „F“ ist. Selbst nach mehrmaligem Lesen und darüber grübeln wurde es für mich nicht logischer. Oder ich bin einfach zu doof für einen solchen Plot. Das kann auch sein.

Hier möchte ich auf mein zu Anfang verwiesenes Zitat hinweisen. Es war wieder einer dieser Fitzek ähnlichen Romane, welcher für die Masse ausgelegt wurde. Nicht mehr und nicht weniger.

Zum Schluss noch ein paar positive Dinge. Den Charakter Mo habe ich bereits erwähnt. Ein toller Charakter, mit viel Ehrgeiz, mit dem Herz am rechten Fleck, welcher sich kaum aus der Ruhe bringen konnte. Die kleinen Verweise auf den tatsächlich existierenden Verlag „dtv“ und den Autor selbst haben mich zum Grinsen gebracht.

Wenn euch das Buch immer noch zusagt, lest es gerne und teilt mir eure Meinung mit. Würde mich freuen. Bis zum nächsten Mal.

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Für Fans einen Blick wert
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Ein guter Auftakt der Reihe

Diebesgut & Hexenmal - Die Abenteuer des Barden Spikero 1 von C. Gina Riot

Wie hat mir das Buch nun gefallen? Wurde ich enttäuscht oder konnte ich dem ersten Abenteuer von Spikero etwas abgewinnen?

Beginnen wir zunächst mit dem auffälligsten Merkmal des Buches. Dem Schreibstil. Dieser bedient sich dem Wortschatz aus den mittelalterlichen Gefilden. Sowohl in den Dialogen als auch in der Beschreibung der Handlung.

Zu Beginn empfand ich die Ausdrucksweisen als ungewohnt oder gar gestelzt. Befand aber mit dem Fortschreiten der Handlung, dass der Stil perfekt zum ganzen Rest gepasst hat. Manchmal schlich sich ein Schmunzeln auf meine Lippen. Die teils sehr detaillierten Beschreibungen von Spikeros Gedanken oder dessen Aussehen konnten mir stellenweise einen Lacher entlocken.

Wenn man vom Teufel spricht. Der gute Spikero spielt ganz eindeutig die Hauptrolle. Nicht nur auf seiner kleinen Bühne, sondern auch in der Handlung gibt es praktisch kaum einen Absatz ohne ihn. Dies stellte sich in den folgenden Kapiteln als gute Entscheidung der Autorin heraus. Denn die anderen Charaktere, sogar seine liebste Ber, konnten mich nicht wirklich überzeugen. Letztere spielte ihre Rolle zwar noch recht gut, aber die andere Besatzung vergaß ich irgendwann sogar komplett. An sich nicht weiter schlimm.

Denn unser eitler Barde riss jeden nur verfügbaren Scheinwerfer an sich, um im Rampenlicht stehen zu können. Seine teils naive und tollpatschige Art brachten ihn in die seltsamsten und gefährlichsten Situationen, aus denen er sich zwar verbeult, aber halbwegs gesund heraus wieseln konnte.

Und sonst so? Die Umgebung, die Beschreibung der Schlüsselcharaktere und das rasante Ende haben mir wirklich gut gefallen.

Insgesamt betrachtet konnte mich das Buch überzeugen.

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Ein guter Auftakt der Reihe