Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Danislesestube:
Eine gute Ergänzung
Der Sehende von A. N. Green
Das ist das letzte Buch, welches ich bei der Buchmesse in Pasching gekauft habe. Es ist der Nachfolger von Seelenfluch, welches bereits von mir gelesen wurde. Wobei „der Nachfolger“ nicht ganz korrekt ist. Die Handlung ist nicht neu, sondern wurde nur rund um den Nebencharakter Thomas Hader, den wir im Vorgänger kennengelernt haben, erweitert.
Zeitlich gesehen sind die Bücher gleichauf.
Fangen wir mit dem an, was wir bereits wissen. Thomas hat eine besondere Gabe, die sich durch Berührung aktiviert. Er kann hauptsächlich die Vergangenheit dieser Person sehen. Eine lebende kann ihm sogar einen Ausschnitt aus ihrem Leben zeigen. Ein toter Körper zeigt ihm den Grund für dessen Ableben. Dadurch ist er ausgezeichnet darin, hartnäckige Fälle zu lösen. Thomas kann diese Gabe nicht kontrollieren und da Berührungen im Alltag stellenweise unvermeidbar sind, kratzt das stark an seiner Psyche. Soll heißen, er verfällt immer mehr der Sucht nach Alkohol und Zigaretten.
Wenn diese beiden Mittelchen ihm nicht ausreichend Befriedigung verschaffen, gibt es ja noch seinen besten Freund, mit dem er eine Freundschaft + Beziehung pflegt. Den Rest könnt ihr euch ja denken. ???? Irgendwann trifft er auf die beiden Hauptcharaktere aus Seelenfluch und deren Kameraden. Von da an gerät sein Leben komplett aus den Fugen. Fleißige Leser:innen wissen ja bereits, was dort vorgefallen ist.
Zum Aufbau. Im ersten Drittel dürfen wir Thomas dabei zusehen, wie er sich im Kreis dreht. Er sieht eine Vision. Ballert sich mit den erwähnten Suchtmitteln zu, knattert seine Liebschaft und wieder von vorn. Bis zu seiner schicksalhaften Begegnung. Ab da wird es wieder interessanter. Die andere Perspektive gibt der gesamten Handlung beider Bücher mehr Tiefe und klärt Fragen, die zwischen den Ereignissen passiert sind. War das zwingend notwendig? Nein. War es trotzdem spannend? Ja. Obwohl die Handlung gerade am Anfang und gegen Ende spürbare Leerläufe hatte. Das ist vor allem dann etwas bitter, wenn man den ersten Teil noch gut im Kopf hat und weiß, was wann passiert. Das trage ich dem Buch nicht nach.
Insgesamt betrachtet ein guter Lückenfüller bzw. eine gute Ergänzung zur bereits gut bestückten Geschichte von Seelenfluch.
Ein gelungener Auftakt
Seelenfluch von A. N. Green
Das ist das Erste von fünf Büchern, dass ich mir bei der Buchmesse in Pasching gekauft habe.
Die Autorin hat mich bei ihrer Lesung neugierig gemacht. Ein modernes Buch, in dem es um Vampire geht, die nicht glitzern und auch nicht verboten gut aussehen? Ja. Scheinbar gibt es solche Exemplare. Aus diesem Grund durften gleich beide Bücher der Reihe mit nach Hause fahren.
Hinzu kommt noch das wunderschöne Cover. Wie dieses entstanden ist, hat mir A. N. Green auch neben einer Signatur mit auf den Weg gegeben.
Der Anfang des Buches hält sich nicht lange mit zu vielen Rückblenden auf, sondern zieht uns direkt ins Geschehen. Wer ist Lucia? Was macht sie? Wie lernt sie Laurent kennen? All das und noch viel mehr wird uns direkt im Prolog erklärt. Ein solider Einstieg, dem eine ebenso gelungene Handlung folgt. Bedingt durch die Fülle an Details und den Leidensweg, den beide Charaktere gehen (mussten) und den schlussendlichen Ausgang der Handlung, kommt eigentlich nie Langeweile auf. Es wirkt alles gut durchgeplant. Höhen und Tiefen, genauso wie Schicksalsschläge, wurden elegant in die laufende Handlung integriert. Die Atmosphäre war meistens eine Mischung aus Dunkelheit und (sexuellem, lebensnotwendigem) Verlangen.
Die Charaktere selbst waren mir direkt sympathisch, und bedingt durch ihre Geschichte konnte ich sehr viele Entscheidungen gut nachvollziehen. Und ja, die Handlung dreht sich um mehr als nur zwei Charaktere. Jedoch möchte ich euch an dieser Stelle nicht zu viel verraten. ???? Fakt ist: So gute Nebencharaktere gab es schon länger nicht mehr.
Selbstverständlich finden sich im Buch auch zahlreiche Liebesszenen. Mal leidenschaftlich, mal schmerzhaft. Auch das Umfeld kann seine Finger nicht voneinander lassen. Diese Tatsache/n hat/haben mich jedoch nie gestört. Es passte alles gut zusammen. Die Geschichte rund um den titelgebenden Seelenfluch konnte mich ebenfalls überzeugen.
Teil eins konnte mich jedenfalls überzeugen. Bin vor allem nach dem Ende gespannt, wie es weitergeht. ????
Ideal für Zwischendurch
Sideliner von Lena Corina
Na ihr? Das ist Buch Nummer zwei von fünf, welches bei der Buchmesse in Pasching in mein Bücher-Sackerl wandern durfte. Dieses ist mir im Vorbeigehen beim Stand von Lena Corina, einer sympathischen Autorin, aufgefallen. Nicht nur, weil es scheinbar der einzige Thriller auf ihrem Stand war, sondern auch die Farbgebung, im Vergleich zu ihren anderen Büchern, hob sich stark ab.
Dazu kommt noch der Fakt, dass ich es auf den ersten Blick für einen Prospekt oder eine Leseprobe gehalten habe. Aber nein. Das ist das vollständige Werk.
Die Handlung ist verständlicherweise recht einfach gehalten. Sieht man ja am Klappentext. Dennoch hat sich die Autorin erlaubt, ein paar Details und kleine Fallen bzw Ablenkungen zu integrieren, damit man nicht gleich auf den Trichter kommt, was Sache ist. Der Hauptcharakter, dessen Name zunächst nichts Besonderes ist, weist interessante Facetten auf, welche nach und nach essenziell werden. Denn darauf stützt sich die komplette Handlung. Selbst wenn man schon vorher herausgefunden hat, was der Kniff ist, kommt Spannung auf.
Die Nebencharaktere sind nichts Besonderes und dienen, bis auf eine Person (Auslöser), ausschließlich ihrem Zweck.
Es lässt sich also sagen, dass mich das Buch für ca. 30 min gut unterhalten konnte. Es enthält alles Nötige, um Spannung aufzubauen, welche in einem Aha-Moment endet. Für die ca. 7 € nicht uninteressant. Spannend wäre eine erweiterte Version dieser Kurzgeschichte.
Kennt ihr das kleine Büchlein schon?
Eine gute Ergänzung
When Stars Unfold. Life is a Story - story.one von Josefine James
Wie wir ja bereits wissen, hatte es auch Simone Schneider, welche später Bekanntschaft mit Macks macht, kein allzu einfaches Leben. Dennoch schaffte sie den Sprung ins Rampenlicht. Der Weg dorthin war lang und steinig. Simone wuchs in einer recht altmodischen und gläubigen Familie auf. Alles, was von deren Grundsätzen abwich, wurde bestraft und/oder verboten.
Doof nur, dass unsere Protagonistin in dieser Kurzgeschichte so gar nicht dem Standard entsprach und entsprechen wollte. Sie wollte mehr aus sich machen. Dementsprechend kämpfte die werdende Schauspielerin so lange für ihren Traum, bis dieser eines Tages in Erfüllung ging. Auf diesem Weg lernte sie viele neue Menschen kennen. Auch wurde ihr durch diverse Ereignisse beigebracht, eine Maske für die Öffentlichkeit zu erschaffen. Denn auch beim Thema Liebe war Simone anders. Diese Tatsache wurde nicht nur von ihrer Familie, sondern auch von allen anderen Menschen in ihrem Umfeld nicht wirklich akzeptiert.
So viel zur groben Handlung. Das Leseerlebnis war in Ordnung. Selbstverständlich löste es in mir nicht die gleichen Gefühle wie „Macks: The Color of Music“ aus. Logisch, da fehlen nicht nur einige Seiten, sondern auch mehrere Perspektiven, aus der die Geschichte erzählt wird. Simone Schneider selbst war mir auch hier sympathisch. Die zusätzlichen Informationen über ihre Herkunft, ihre Gefühlswelt, ihr Leben vor ihrer Karriere waren spannend, aber so richtig gebraucht habe ich diese jetzt nicht. Es muss nicht immer alles erklärt werden. Außerdem soll es ja noch einen zweiten Teil von Macks geben. Demnach würde ich sagen, ja, kann man lesen, muss aber für den Taschenbuchpreis nicht sein. Denn das wäre mir eindeutig zu teuer. Fragt da lieber die Autorin freundlich und nett um ein Rezensionsexemplar oder um die E-Book-Version.
Twelve of Nights: Das gestohlene Herz
Twelve of Nights - Das gestohlene Herz von Nena Tramountani
Wer mich schon länger verfolgt, weiß, ich liebe Mythen und Legenden. Stellenweise bin ich sogar etwas abergläubisch. Da passt dieses Buch doch perfekt zu mir, könnte man meinen. Das dachte sich auch meine Buchhandlung und legte es mir zur Abholung bereit. Danke dafür. ???? Von der Autorin selbst habe ich schon ein paar Bücher gelesen.
Darunter die „Cards of Love“ Reihe, welche mir ausgezeichnet gefallen hat. Dementsprechend war ich gespannt, was Nena Tramountani aus ihrem für das Buch gewählten Thema herauskitzeln konnte.
Fangen wir diesmal mit der Optik des Buches an. Der Umschlag ist der Autorin, bzw. der Person, die dieses Design entworfen hat, unglaublich gut gelungen. So viele kleine Details und schöne Lichteffekte habe ich bisher selten gesehen. Hinter dem Umschlag befindet sich ein dezenteres Herz, welches ebenfalls ein Hingucker ist. Im Inneren findet ihr eine Zeichnung der beiden Protagonistinnen. Einfach nur schön. All das passt perfekt zur düsteren Grundstimmung des Buches.
Der Anfang der Geschichte beginnt zeitlich gesehen in Daphnes Gegenwart, in der sie theoretisch zum ersten Mal auf Ioanna trifft. Praktisch trifft das nicht so ganz zu, was ihr relativ schnell klar wird. Die beiden haben sich bis zu diesem scheinbaren ersten Treffen nicht nur einmal oder gar zweimal gesehen. Genauso verwirrt, wie die Protagonistin versuchte auch ich, die Wahrheit hinter Ioannas Worten zu ergründen. Wer ist dieses mysteriöse und wunderschöne Mädchen, welches so bekannt und fremd wirkt? Im Verlauf der Handlung begleiten wir die beiden durch verschiedene Zeitabschnitte, die uns langsam zur anfänglichen Gegenwart führen und aufzeigen, wie gnadenlos der Fluch für Daphne und Ioanna ist. Es dauert nicht lange, bis erstere merkt, dass Mythen um die Kalikanzari durchaus einen wahren Kern haben und der lebende Beweis vor ihr steht. Dazu kommt noch, dass die Liebe nur innerhalb der Raunächte existieren kann. Davor und danach müssen sie getrennt verbringen. So will es der Fluch. Daphne vergisst dabei jedes Mal Ioanna. Diese wiederum behält ihr Gedächtnis.
Was mir gut gefallen hat, ist, wie sich die beiden nach und nach eine gut funktionierende Lösung für das Vergessen erarbeitet haben. Somit können Daphne und Ioanna mehr miteinander verbringen, bevor sich alles wiederholt. Die beiden waren mir die ganze Zeit über sehr sympathisch. Ihre Gefühle und Hingabe kaufe ich ihnen jederzeit ab. Generell bot die Autorin ihren Lesern hier wieder einen hohen Detailgrad und aufgrund des Themas eine gesunde Portion Nachvollziehbarkeit. Die Nebencharaktere passten perfekt zum Geschehen und spielten ihre Rollen so, wie man es sich von ihnen erwarten würde.
Der Handlungsverlauf und das schlussendliche Ende haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Vor allem letzteres holte noch einmal alles aus der Geschichte heraus.
Ein rundum gelungenes Buch.
Interessantes Konzept trifft auf guten Schreibstil
Böse Mädchen sterben nicht von Christina Henry
Nachdem ich in letzter Zeit sehr viele Liebesromane bzw. Romantasy Bücher gelesen habe, habe ich mich sehr über etwas Abwechslung gefreut. >> Böse Mädchen sterben nicht << stach mir bei meiner Suche nach etwas Abwechslung ins Auge und komme mich schlussendlich durch den interessanten Klappentext vom Kauf überzeugen.
Fangen wir mit dem Konzept des Buches an. In diesem werden uns nacheinander drei Geschichten von drei Frauen erzählt, welche aus ihrer natürlichen Umwelt gerissen werden. Und das zu unterschiedlichen Zeitpunkten innerhalb des jeweiligen Handlungsstrangs. Sprich, Maggie merkt als Erstes, dass mit ihrem Umfeld etwas nicht stimmt, danach folgt Allie und knapp dahinter ist Celia. Der interessante Teil ist der, als noch alles in Ordnung zu sein scheint und die Frauen langsam realisieren, dass gerade etwas sehr Komisches abgeht. Das Rätselraten findet natürlich nicht nur im Buch statt, auch außerhalb machte ich mir während des Lesens ausreichend Gedanken, wie es weitergehen könnte. Die Anordnung der Gegenstände, der Gebäude, das Verhalten der Charaktere in (vor)bestimmten Situationen brachten das gewisse Etwas mit sich. Natürlich ging alles relativ schnell vonstatten, immerhin hatten die einzelnen Geschichten nur wenige Seiten zur Verfügung, um ihr Potenzial ausschöpfen zu können. Ist das gelungen? Ja. Definitiv.
Celia beispielsweise nutze ihren verbliebenen Verstand, welcher immer mehr zurückkehrt, dafür, ihre Umgebung zu beobachten und im richtigen Moment zu handeln. Andererseits überrumpelten sie unvorhersehbare Ereignisse, die sie aus dem Konzept bringen sollten. Ihre Handlungen und Gedanken waren für mich jederzeit nachvollziehbar.
Allie war wiederum ein komplett anderer Charakter. Sie wollte eigentlich nur mit ihren Freunden eine schöne Zeit haben und landete dabei in einem Horrorszenario. Was ihr gleich stutzig vorkam, waren kleine Details, welche die Umgebung irgendwie seltsam erscheinen ließen. Sie konnte schlussendlich durch ihren Verstand das Rätsel um den seltsamen Ausflugsort lösen und konnte so einen Schritt weiter in Richtung Freiheit wagen. Auch mit ihr hatte ich eine schöne Zeit. Durch ihre logische Herangehensweise war sie mir sogar etwas sympathischer als Celia.
Am Ende haben wir noch Maggie. Diese landete, wie die Klappentextbeschreibung eventuell vermuten lässt, in einem an die Tribute von Panem inspirierten Szenario. Zehn Frauen müssen in einem Labyrinth um ihr Überleben kämpfen. Im besten Fall können alle überleben. Praktisch für den Veranstalter wäre keine. Maggie unterschied sich von den beiden anderen Charakteren noch einmal ein Stück weit. Ihre Eigenschaften passten perfekt zum Szenario, in welches sie geworfen wurde. So langsam kommt ihr auch dahinter, wie die Autorin das Buch aufgebaut hat, und welches Ende dieses nehmen könnte. Oder? Gut. Wenn nicht, lest das Buch. ????
Allgemein betrachtet bietet das Buch einen sehr spannenden und detailreichen Erzählstil. Alles ist da, wo man es erwartet. Überraschungsmomente gibt es ausreichend. Die Gegenspieler wurden gut inszeniert und passten perfekt zu ihrer Rolle. Das gelungene Ende rundete alles noch einmal schön ab. Außerdem gibt es eine kleine Message, welche perfekt zu allen drei Geschichten passt. Zum Meckern habe ich nichts. Das Buch hat mich gut unterhalten. Kann es euch sehr empfehlen.
Das Buch war okay, nicht mehr, nicht weniger
Irish Love - Vom Glück geküsst von Josie Donovan
An dieser Stelle noch einmal ein Dank an den Verlag und die Autorin für das Rezensionsexemplar. Ebenfalls möchte ich mich bei Melly, meiner Lesepartnerin, vor allem für ihr Durchhaltevermögen bedanken. Denn, ein Spoiler vorweg, das Buch hat uns etwas mehr Nerven gekostet als gedacht. Aber dazu möchte ich später noch etwas schreiben.
Beginnen wir am Anfang des Buches. Ein wichtiger Teil, der entscheidet, ob man weiterlesen oder es beiseitelegen möchte. Allie Malone befindet sich aktuell in ihrem von ihr seit Jahren gewohnten Alltag. Sie lebt mit ihrem Partner Giles ein glückliches und erfolgreiches Leben. Bald planen die beiden sogar in die USA auszuwandern. Denn dort können sie noch mehr Karriere machen. Vor allem Giles würde alles dafür geben, so erfolgreich wie möglich zu sein. Allie scheint diesem Gedanken ebenfalls nicht abgeneigt zu sein.
Bis zu dem Zeitpunkt, als Allies Vater das Glück mit einem Anruf ins Wanken bringt, denn dieser möchte, dass seine Tochter ihn beim diesjährigen Matchmaker-Festival vertritt. Aufgrund eines Herzinfarktes ist es ihm nicht möglich, seiner Aufgabe nachzugehen. Selbstverständlich sagt unsere Protagonistin zu, ihn zu unterstützen und in ihre alte Heimat, der sie einst den Rücken gekehrt hat, zurückzukehren.
Soweit so gut. Jedoch stellte sich mir hier eine Frage: Warum hat Allie das gemacht? Es gab, laut ihr, gute Gründe, sich so weit wie möglich von ihrem Heimatdorf zu entfernen. Sie ist erfolgreich, hat einen Partner, mit dem sie sogar bereit ist, auszuwandern. Ja, es handelt sich um ihren Vater, auch ist es wahr, dass ein kleines Dorf wenig Chancen auf eine erfolgreiche Karriere bietet, aber so eine Entscheidung fällt man normalerweise nicht so leichtfertig. Alt genug ist Allie um sich den Konsequenzen bewusst zu sein.
Nächster Punkt. Sie befindet sich nach längerem Hin und Her und Jammern von Giles Seite nun wieder in ihrer Heimat. Nach nur wenigen Augenblicken verliebt sich die Gute in den dort ansässigen Landarzt Jake. Ein sympathischer und gut aussehender Typ, das muss man ihm lassen. Vor allem nicht so glatt geleckt wie Allies aktueller Partner. Aber das ist ohnehin egal, denn Giles ist plötzlich Geschichte. Nur zur Info. Allie und Giles waren relativ lange ein Paar. Wenige Tage reichen offenbar dennoch aus, um die Beziehung zu zerstören. Man könnte meinen, dass die beiden nicht füreinander geschaffen waren, oder Giles einfach ein Idiot ist. Es könnte auch beides der Fall gewesen sein.
Nach diesem zähen Anfang geht die Handlung glücklicherweise relativ angenehm weiter. Allie und Jake kommen sich näher. Sowie das Matchmaking Festival. Die Bewohner des Dorfes sind, bis auf wenige Ausnahmen, echt sympathisch. Vor allem Fred war so ein Charakter, den ich direkt mochte. Sein Grund, jedes Jahr das Matchmaking Festival zu besuchen, war einfach nur schön.
Irgendwann kam der Tag des Festivals, genauso wie etwas Drama, welches relativ schnell wieder aufgelöst wurde. Gleiches gilt leider auch für das Ende des Buches. Im Laufe der Handlung wurden viele Fragen gestellt, welche jedoch eher hektisch aufgelöst wurden. Was passiert mit Charakter XY? Kommen Allie und Jake trotz einer ungewissen Zukunft trotzdem zusammen? Hat Freds Warten endlich ein Ende? Trotz der meist glücklichen Stimmung im Buch gab es vor allem beim besagten Ende Szenen, die so gar nicht in erstere passen wollten. Alle sind glücklich, das Festival ist ein Erfolg, aber einer geht leer aus? Gerade Fred hätte ich sein Glück, auf das er so lange gewartet hat, gegönnt. Aber nein. Wäre doch schön gewesen.
Was haben wir bisher? Einen zähen, teilweise unsinnigen Anfang, einen guten Mittelteil und ein gehetztes, inkonsequentes Ende. Natürlich könnte man jetzt sagen, dass das Buch viel mit Selbstfindung und Selbstverwirklichung zu tun hat. Sich wahre Liebe anders, als man denkt, offenbart. Erfolg und viel Geld auf Dauer nicht glücklich machen. Und man deswegen nicht so ins Detail gehen brauch. Außerdem ist ein Wohlfühlroman dafür da, sich beim Lesen wohlzufühlen, daher sollte man nicht alles hinterfragen oder logisch betrachten. Das mag alles sein und ist für viele da Draußen sicher okay, aber …
… was am Ende übrig bleibt, ist ein Buch, welches ich als Okay bezeichnen würde. Es kann, wenn ihr dem Inhalt etwas anfangen könnt, euch für ein paar Stunden gut unterhalten, aber ich bzw. wir bin/sind offenbar nicht die Zielgruppe.
Gelungener zweiter Teil
Black Bird Academy - Fürchte das Licht von Stella Tack
Endlich ist es so weit. Der von mir heißt erwartete zweite Teil der Black Bird Academy Reihe liegt nun gelesen neben mir. Nachdem mich der erste Teil durchaus begeistern konnte, war die Vorfreude groß. Vor allem dessen Ende machte Lust auf mehr.
Apropos Lust. Diese finden wir direkt beim Einstieg in die Handlung zuhauf.
Dass Stella Tack „speziellen“ Themen und Tätigkeiten in Büchern nicht abgeneigt ist, war mir spätestens nach Band eins bekannt. Aber hier drehte die Autorin ordentlich auf. Zugegeben, nach dem Ende des Vorgängers tat diese Auflockerung gut. Jedoch währte die entspannte Stimmung nicht lange. Nach dem sich die beiden Charaktere in diesem Kapitel, namentlich Lore und Kain (der Störenfried), zusammengerafft haben, geht die Handlung ins erste Kapitel über. Dieses wurde von Leaf, unserer Protagonistin eröffnet. Sie hat sich in den letzten Monaten ordentlich verändert. Vor allem innerlich. Obwohl der Dämon aus ihrem Körper gewichen ist, spürt sie in sich immer noch etwas Dunkelheit, welche seltsamerweise immer mehr wird. Der Einstieg hat mir gut gefallen. Der Ernst der Lage wurde nicht vernachlässigt, sondern nur aufgeschoben und mit neuen Details versorgt.
Generell kann ich über die wichtigeren Charaktere, egal auf welcher Seite diese in der Handlung stehen, nur positiven berichten. Leaf ist kein wehrloses Mädchen mehr. Lore ist, seit er wieder für sich agieren kann, gefährlicher denn je. Falco ist spätestens jetzt wesentlich mehr als nur ein sexy Charakter. Die Besetzung der Black Bird Academy dubioser denn je. Die Organisationen, welche hier im Verborgenen agieren, umso spannender. Ich konnte mich nicht entscheiden, worauf ich mich freuen möchte. Letzten Endes ließ ich mich durch die Geschichte führen. Da der Schreibstil wieder grandios war, gar kein Problem. Es kam nicht selten vor, dass mir irgendein interessantes Detail ins Auge fiel, was eine Situation, oder eine Kreatur, oder einen Gegenstand umso spannender gemacht hat. Die Beschreibungen am Anfang jedes Kapitels, welche mir gut zusammengefasst die nötigen Informationen gaben, mochte ich sehr. Die Art und Weise, wie Stella Tack das von ihr erschaffene Universum nach und nach sinnvoll erweiterte, ist einzigartig. Jegliche Anmerkungen flossen ohne zu stören gemütlich mit der Geschichte mit.
Diese ist diesmal wesentlich flotter und zum Teil auch blutiger. Da hat der Klappentext definitiv nicht zu viel versprochen. Dank dem bereits erwähnten tollen Schreibstiles wechselten sich die verschiedenen Etappen der Handlung immer wieder ab, sodass kein Leerlauf, aber auch nicht zu viel auf einmal auf einen zukam. Eine gesunde Abwechslung, um es in weniger Worten auszudrücken.
Das Liebesleben von Falco und Leaf spielen auch hier wieder eine Rolle, nur mit dem Unterschied, dass diesmal ein gewisser Jemand wie ein Felsen zwischen ihnen steht. Denn unser sexy Protagonist ist bereits vergeben. Was ihn dennoch nicht davon abhält, seine Gefühle für Leaf offen zu zeigen. Sehr zum Ärger seiner Verlobten, welche unsere Protagonistin freundlich ausgedrückt so doll drücken würde, bis sie ihr damit das Genick bricht. Es kann halt nicht jede Dreiecksbeziehung gut verlaufen. Gut so.
Während Leaf für den bevorstehenden Wettkampf trainiert, bleibt die Zeit nicht stehen. In den Schatten tummeln sich neue Feinde und alte Bekannte. Letztere bekamen eine gesunde Portion Weiterentwicklung spendiert. Der Showdown am Ende und der Abschluss sind der Autorin super gelungen. Teil drei wird definitiv gelesen. ^^
Am Ende gibt es wieder die Frage: Habe ich etwas zum Meckern? Nein. Wirklich nicht. Und das ist schön. Wenn ihr Teil eins mochtet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr den Nachfolger auch mögen werdet.
Ein wundervolles Buch
Die Nähe, die wir suchen von Phillippa Penn
Vor einiger Zeit, als ich durch meinen Feed wischte, wurde mir dieses Buch von einer mir bisher unbekannten Autorin vorgeschlagen. Anschließend habe ich mich etwas über diese informiert. Der erste Eindruck vom Buch konnte mich dazu überzeugen es mir zu kaufen. Da mein SuB nur temporär bis quasi nicht vorhanden ist, landete „Die Nähe, die wir suchen“ zügig an der Spitze meines Lesestapels.
Fangen wir diesmal beim Cover an, immerhin ist es hauptverantwortlich dafür, dass ich mir das Buch so schnell gekauft habe. Optisch einfach gehalten. Ohne viel Glitzer, Muster, Reflexionen. Einfach nur eine Fotografin die ihre Kamera in unsere Richtung hält. Farblich wundervoll abgestimmt. Es ist wirklich sehr angenehm anzusehen. Eine willkommene Abwechslung in diesem Genre, in dem viele Bücher stellenweise komplett übertreiben. Hauptsache es funkelt und hat grelle Farben. Der Titel passt perfekt zur Handlung. Denn genau darum geht es. Auch hier eine Punktlandung.
Der positive Eindruck setzt sich auch in der Handlung fort. Der Einstieg wurde recht einfach gehalten. Fiona (25) ist eine Hochzeitsfotografin, die sich erst vor Kurzem von ihrem Partner getrennt und ihr Lager auf unbestimmte Zeit bei ihrem besten Freund Tomme aufgeschlagen hat. Letzterer arbeitet als Florist und steht ihr fleißig zur Seite. Die beiden ergänzen sich nicht nur beruflich perfekt, sondern auch privat. Das merkt man direkt auf den ersten Seiten. Als müssten sie ja rein theoretisch auch als Pärchen funktionieren? Oder? Ja, eigentlich schon. Das sage nicht nur ich, sondern auch deren komplettes Umfeld, welches kurz und knapp in wenigen Worten vorgestellt wurde. Diese wirkten trotz schneller Vorstellung nie fehl am Platz, oder gar störend. Jede/r hatte seinen/ihren Auftritt, welcher die gegenwärtige Situation ausreichend ergänzte.
Der Alltag der „besten Freunde“ wurde locker erzählt. Fionas Fotografen-Alltag hat mir dabei am besten gefallen. Irgendwie logisch, immerhin fotografiere ich selbst gerne. Kann ihre Begeisterung also nachvollziehen. Tomme war mir auch sympathisch, was ebenfalls mit einem meiner Hobbys zu tun hat. Pflanzen sind toll. Der Titel des Buches macht in Bezug auf die beiden komplett Sinn, denn man merkt auch als Leser:in, dass da mehr sein könnte als „nur“ Freundschaft. Es gibt einfach zu viele Zufälle, die dafür sprechen. Das langsame Entdecken, und das Eintreten der Realisierung von Fiona und Tomme, hat mir beim Lesen am meisten Spaß gemacht. Als hätte man ihnen die Augen geöffnet. Natürlich erwartet man so ein Ergebnis von so einem Buch. Mich interessiert bei solchen Büchern in erster Linie die Umsetzung. Mit welchen Mitteln kommt die Autorin vom Anfang zum Ende. Was müssen die Protagonisten durchleben, um sicher bei ihrem Happy End zu landen?
Trotz der geringen Anzahl an Seiten gibt es zumindest bei Fiona und Tomme eine Charakterentwicklung, die nicht nur ihre Zukunft betrifft. Sieht man auch selten. Der Schreibstil wurde einfach aber aussagekräftig gehalten. Gewürzt mit einer Prise Humor. Liebe zum Detail darf natürlich auch nicht fehlen.
Was bleibt am Ende noch außer einer Empfehlung übrig? Richtig, euch viel Spaß mit dem Buch zu wünschen.
Ein guter Abschluss
Korallenrosa von Carina Schnell
Kaum zu glauben, dass die Sommer-in-Südfrankreich Reihe schon wieder zu Ende ist. Anders als die Vorgängerreihe fasst diese „nur“ zwei Bücher. Azurblau habe ich vor einer Weile gelesen. Korallenrosa kurz nach dessen Veröffentlichung. Ich war neugierig, wie Carina die Geschichte von Ben und Chloé geschrieben hat.
Immerhin haben wir im Vorgänger recht wenig von den beiden mitbekommen.
Konnte Teil zwei mich genauso überzeugen wie Teil eins? Letzterer legte die Messlatte recht hoch an. Vorweg sage ich mal so. Fast. Aber nicht ganz. Der erste Kritikpunkt befindet sich direkt am Anfang. Dieser war mir etwas zu langatmig. Chloés Alltag war der einzige Lichtblick. Wie sie ihre Kreationen erschaffen und an den Mann, bzw. die Frau gebracht hat, mochte ich sehr. Genauso wie die detaillierte und liebevolle Beschreibung dazu. Ben hingegen war mir vor allem zu Beginn viel zu aufdringlich. Ja, das Warum wurde in der zweiten Hälfte des Buches erklärt. Aber bis dahin konnte ich mit ihm kaum etwas anfangen. Für Chloé hingegen war das anfangs unangenehm, dass er sie immer wieder aus ihrer Reserve gelockt hat. Was aber dringend nötig war, da sie sich viel zu sehr zurücknahm, um niemanden zur Last zu fallen und notfalls die Schuld sogar auf sich nahm, obwohl das nicht immer nötig gewesen ist. Ben hingegen entwickelte sich aufgrund ihrer Reaktionen etwas weiter. Jedoch dauerte es wie bereits erwähnt sehr lange, bis der Ansatz dessen überhaupt spürbar war.
Die zweite Hälfte des Buches machte viele der kritisierten Dinge wieder einigermaßen gut, da viele Fehltritte, vor allem von Bens Seite, halbwegs logisch und nachvollziehbar erklärt wurden. Auch die Stimmung schwenkte von eher trostlos zu liebevoll, was der restlichen Handlung enorm gut getan hat.
Chloé mochte ich durchweg gerne. Sie war mir, trotz ihrer unsicheren Art, unglaublich sympathisch. Was mir etwas gefehlt hat, was in der Buchreihe zuvor vorhanden gewesen ist, war die mangelnde Einbeziehung der vorherigen Hauptcharaktere. In diesem Fall Alix und Leo. Hier muss ich fairerweise erwähnen, dass Chloé und Ben in Azurblau eine eher geringere Rolle spielten, aber dennoch hätte mir mehr von ersterem Paar schon gefallen. Immerhin haben sich die Alix und Chloé relativ schnell angefreundet.
Gegen Ende gab es noch den Versuch etwas Drama in die zuckersüße Handlung zu bringen, was zum Glück nicht lange andauerte, welches mit noch viel mehr Liebe aufgelöst wurde. Somit endete das Buch doch noch mit einem Happy End.
Insgesamt haben wir hier wieder einen liebevollen und mit Gefühlen vollgestopften Liebesroman von Carina Schnell. Diesmal mit kleineren Schwächen, die die Lesefreude vermutlich nicht zu arg dämpfen werden. Außerdem habe ich das Buch innerhalb von zwei Abenden beendet. So schlimm kann es also nicht gewesen sein.











