Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Danislesestube:
Gelungener Dark Fantasy Roman
Artefakt des Todes von C. Gina Riot
Vor einer Weile habe ich Teil drei der Spikero Reihe von C. Gina Riot gelesen. Zur Abwechslung wanderte ein Exemplar in meine Hände, welches mit der Reihe nichts zu tun hat. Bis auf eine offensichtliche Sache. Der Schreibstil. Denn von Anfang bis Ende zieht sich ein fast identischer poetischer Stil durch die Handlung.
In diesem Fall hat die Autorin diesen etwas ausgebaut und an die Gegebenheiten angepasst.
Die Hauptcharaktere, namentlich Weidemar, Loras und Dandrian genannt, sind nicht irgendwelche dahergelaufenen Scharlatane. Ihre Fähigkeiten und ihr unerschütterlicher Mut widerlegen diese Annahme. Jeder von ihnen zeigt im Laufe der Handlung eine ganz eigene Palette an Entscheidungen, welche man durchaus hinterfragen darf und meiner Ansicht nach auch sollte. Auch wenn die drei im Grunde ein gemeinsames Ziel verfolgen, sind diese nicht immer einer Meinung. Dies artet in vielen Fällen in Diskussionen aus, welche eine Weile andauern können. Das Schöne hierbei ist, mich haben diese nicht einmal gelangweilt. Im Gegenteil, aufgrund des höflichen Umgangtones und der guten Argumentation habe ich diese Passagen mit Freude verfolgt. Aber keine Sorge, an actiongeladenen Passagen wurde nicht gespart.
Ich bin ein großer Fan von Mythen und Sagen. Dementsprechend war ich gespannt, wer dieser rachsüchtige Geist ist und wie dieser zu jenem wurde. Wie man sich denken kann, hat die Vorgeschichte einen eher tragischen Hintergrund. Diese wird im Verlauf der Handlung nach und nach aufgedröselt. Selbstverständlich endet die Reise des Trios hier noch nicht. Es gibt für sie noch viel mehr zu bestaunen und zu entdecken. Aber ist es das Risiko am Ende wert, wenn der Gewinn den Verlust überwiegt? Eine berechtigte Frage. Besonders gefiel mir, dass sich Weidemar, Loras und Dandrian nicht selten auch selbst hinterfragt haben. Sogar vor den eigenen Fähigkeiten machten diese nicht halt. Stellenweise zurecht.
Das Buch hat mir gut gefallen und mir schöne Lesestunden beschert. Die abwechslungsreiche und interessante Handlung konnte mich von Anfang bis Ende packen. Letzteres kam unerwartet. Das Timing für den Überraschungsmoment ist der Autorin wirklich gut gelungen.
Grundsolide Anthologie
Wolfswinter von Autor*innenkollektiv Winterworte
Anfang des Monats gab es eine Aktion, bei der Buchblogger diese optisch sehr ansprechende Anthologie, welche am 21.12.24 erschienen ist, bewerben durften. Ich war einer davon. Mich sprach sowohl das Cover als auch die Themen dieser Kurzgeschichten Sammlung sehr an. Praktischerweise gab es für mich auch noch ein Leseexemplar in Form eines E-Books.
Soweit so gut.
Aber wie hat mir das Gesamtwerk denn jetzt gefallen? Wer mich schon etwas länger verfolgt, weiß, dass ich Anthologien sehr gerne lese. Habe bisher schon ein paar Genres durchprobiert. Hier gefiel mir die bunte Mischung aus Genres innerhalb einer Anthologie wirklich gut. Das sorgte nicht nur für Abwechslung, sondern auch dafür, dass ich nur so durch die Kurzgeschichten geflogen bin. Jede dieser hatte das gewisse Etwas. Mal gab es etwas zum Nachdenken, zum Gruseln, zum Träumen und Staunen. Oder alles auf einmal. Thematisch orientierten sich die Schreiberlinge immer an Wolfswesen. Bei dem Titel hätte ich mir auch nichts anderes erwartet.
Das Leseerlebnis würde ich insgesamt als solide betrachten. Obwohl ich jeder der Geschichten etwas abgewinnen konnte, haute mich keine davon so richtig vom Hocker. Eine gute Unterhaltung für etwa eine Stunde. Sollte es von den Kurzgeschichten eine „Vollversion“ geben, biete ich mich gerne zum Lesen an. Was die Autoren aus ihren Schnipseln machen, wäre schon spannend.
Gelungener Science Fiction Roman
Brüder der Finsternis von Jacqueline Mayerhofer
Dieses Buch habe ich auf der vergangenen Vienna Comiccon direkt bei der Autorin gekauft. Wäre es mir in einer Buchhandlung untergekommen, hätte ich es liegen lassen.
Warum? Der Klappentext beschreibt nicht einmal ansatzweise, was sich in diesem Buch auf den knapp 600 Seiten abspielt. Dieser sollte Lust auf die Handlung und die Charaktere machen.
Jedoch liest sich der hier so, als würde man als Leser:in eine x-beliebige Science aufgetischt bekommen.
Wenn ihr also diese Zeilen nehmt und eine ordentliche Schippe drauflegt, kommt ihr dem Endergebnis relativ nahe. Denn von Anfang bis Ende erwartet euch ein umfangreiches Abenteuer einer kleinen Mannschaft, die es in sämtliche Winkel der von der Autorin erschaffenen Welt verschlägt.
Die verschiedenen Planeten werden von zahlreichen verschiedenen Rassen/Wesen bewohnt, mit denen die Charaktere interagieren. Die Vorgeschichte der Mitglieder der Crew des Raumschiffes wird immer mal wieder angerissen und im Verlauf der Haupthandlung weiter ausgeführt. Sogar der scheinbar einfache Androide Leyxor bietet ausreichend Stoff für mindestens eine Kurzgeschichte. Im Fokus steht hauptsächlich die Mission von Connel, ein Charakter, den ich am Anfang nicht sonderlich mochte, der allerdings mit der Zeit sehr über sich hinaus gewachsen ist. Was natürlich auch für seine Mannschaft gilt.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Sämtliche Ereignisse, Charakterbeschreibungen und Schlüsselmomente wurden hervorragend beschrieben. Vor allem bei letzteren merkte man direkt, wenn man diese vor der Nase hatte, dass es gleich ordentlich knallt und/oder eine wichtige Enthüllung folgt. Vor allem das Ende profitierte sehr davon. Der Endkampf wurde unglaublich gut in Szene gesetzt. Hier hat die Autorin nicht mit Details gespart.
Dieses Buch eignet sich durch die einfachen Erklärungen, die gut nachvollziehbare Handlung und die gut durchdachten Charaktere für Einsteiger im Science-Fiction-Genre.
Guter dritter Teil mit kleineren Schwächen
Werwolfgen & Teufelei - Die Abenteuer des Barden Spikero 3 von C. Gina Riot
Mitte des Jahres habe ich zuletzt vom Barden Spikero und seinen Abenteuern gelesen. Auf der Vienna Comiccon durfte Teil drei der Reihe mit einer Signatur in meine Einkaufstasche wandern. Ich hatte wieder Lust bekommen, vom eitlen Barden mit der lieblichen Stimme und seinen Erlebnissen zu lesen. Der Vorgänger entließ mich vor ein paar Monaten mit einem Cliffhanger.
Wie reagiert Spikero auf die plötzliche Veränderung in seinem Alltag? Jetzt weiß ich es, und noch viel mehr.
Der Anfang der Handlung knüpft praktischerweise an das Ende der vorherigen an. Relativ schnell stößt unser liebgewonnener Barde auf die bereits im Klappentext erwähnten Gaukler. In dieser Gruppe ist einer kurioser als der andere. Der erste Eindruck gefiel mir. Diese wirkten nicht wie 08/15 Nebencharaktere. Jedes Mitglied hatte seine/ihre eigene Geschichte. Nur die Streitereien mit seinem „Konkurrenten“, welcher in der Gruppe als tadelloser Spieler gilt, gingen mir relativ schnell auf die Nerven. Dazu gesellte sich noch Spikeros nicht selten ausufernde Eitelkeit und sein Herzschmerz bezüglich seiner Geliebten. Dabei ging es diesmal um zwei sehr interessante Themen, welche hervorragend in die von der Autorin erschaffene Welt passten. Die Suche nach der Wahrheit und allerlei Stoff für Gruselgeschichten ging leider etwas unter. Was ich sehr schade fand. Hier hätte ich gerne mehr gelesen.
Abseits davon gefiel mir der zum Umfeld passenden Schreibstil wieder gut. Auch die Weiterentwicklung der bereits in die Welt eingeführten Charaktere ist ein großer Pluspunkt. Das Cover gefällt mir diesmal besonders gut. Es passt perfekt zum Fokus des dritten Teils. Das Ende wurde super umgesetzt. Die schlussendliche Enthüllung, was Sache ist, garniert mit einem gelungenen Showdown, rundet das Buch super ab.
Insgesamt konnte mich das Buch trotz kleiner Kritik gut unterhalten.
Toller Einstieg in eine spannende Reihe
The Story of Mara - Tödliches Königreich (inklusive Farbillustrationen) von Venice M. Summer
Als ich dieses Buch zum ersten Mal gesehen habe, war mir klar, dass wir beide eine schöne Zeit haben werden. Es beginnt mit der Kennenlernphase von Mara und ihrem Umfeld. Ein guter Einstieg. Ihr entspannter Alltag als Jägerin und beste Freundin währt jedoch nicht lange, als ihre Schwester einen fatalen Fehler begeht.
Dieser wird jedoch von unserer mutigen Protagonistin auf sich genommen und so muss sie nach einer tränenreichen Verabschiedung ihr Dorf verlassen. Trotz des andauernden Gedankens, ihre Gefährten nie wiederzusehen, ergibt sich Mara nicht einfach ihrem Schicksal. Dies muss Blaze, der Anführer der Eiswölfe, welche nebenbei bemerkt, unglaublich schöne und mächtige Kreaturen sind, relativ schnell feststellen. So beginnt eine unglaubliche Reise durch den bisher unüberwindbaren Teil des Kontinentes, in dem nicht nur Eiswölfe Zuhause sind.
Vom Anfang bis zum Ende des Buches ist der Spannungsbogen mindestens genauso gespannt wie der von Maras Jagdbogen. Es gab zwar viele ruhige Passagen, aber keine Leerläufe. Die Autorin hat ihren Charakteren in ersteren nicht nur eine Auszeit gegönnt, sondern sich auch die Zeit genommen, ihren Lesern die Welt rundherum näher zu erklären. Diese ist riesig. So sehr, dass viele verschiedene Lebewesen aller Art einen Platz zum Leben haben. Egal, welches Biom das ungleiche Paar betrat, es gab immer etwas zum Endecken. Jedoch waren manche Bewohner ihnen nicht immer freundlich gesinnt. Die rasanten Abschnitte wurden super umgesetzt. Es war zwar hektisch, aber nie unübersichtlich. Mara und Blaze haben sich selten kopflos in einen Kampf gestürzt. Wobei Maras Helfersyndrom oft dafür gesorgt hat, dass Blaze mehrfach die Krise bekommen hat. Aber am Ende war doch immer alles gut, oder? Wenn ich mir den Cliffhanger ins Gedächtnis rufe, würde ich sagen, jein.
Ein wichtiger Punkt für mich war das Thema Liebe. Wie wurde dieses in die spannende Handlung voller Geheimnisse eingebaut? Dezent. Keine wilden Orgien, während die Welt um sie herum untergeht. Danke dafür. Schöne Momente zum Dahinschmelzen gab es ausreichend. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil.
Ein kurzes Buch welches zum Nachdenken anregt
Leben mit Chaos: Die Selbstfindung nach dem Amoklauf!. Life is a Story - story.one von Sandra-Michelle Strausz
Wie passen ein Amoklauf an einer Schule und ein Junge, der sich nicht wohl mit seinem angeborenen Geschlecht fühlt, zusammen? Diese Frage stellt man sich unweigerlich, wenn man dieses Buch das erste Mal in den Händen hält und von der Autorin nur wenige Stichworte bekommen hat. Viele von euch, einschließlich mir, bekommen fast täglich mit, wie Menschen sich die Frage stellen, mit welchem Geschlecht sie sich identifizieren sollen, da sich ihr Körper und/oder Gedanken so gar nicht nach dem aktuellen Stand der Dinge anfühlen.
Glücklicherweise ist das Thema in den letzten Jahren mehr ins Rampenlicht gerückt. So fällt es betroffenen Menschen wesentlich leichter, ihr „wahres Ich“ auch im Alltag ausleben zu können, ohne Angst zu haben, dafür belangt oder beschimpft zu werden. Zumindest ist das meistens der Fall.
Wir verfolgen die Geschichte von Florian, der offenbar im falschen Körper geboren wurde und viel lieber Tina wäre. Zu Beginn der kurzen Handlung werden wir Zeuge, wie sich sein Gedankenkarussell immer weiter dreht und sein Verstand ab einem gewissen Punkt Amok läuft. Wie reagieren seine Freunde, wenn er kein Freund, sondern eine Freundin ist? Wie reagieren seine Eltern, wenn diese plötzlich noch eine Tochter hätten? Ist die Sorge überhaupt berechtigt? Wie geht es dann weiter? Kann er als Tina ganz normal die Schule besuchen und später seinem/ihrem Beruf nachgehen?
Zu diesen Fragen findet ihr in diesem kurzen Büchlein logische und gut nachvollziehbare Antworten. In Florians Fall sind die Sorgen zwar berechtigt, jedoch hat er das Glück, dass sein Umfeld positiv auf den scheinbar wichtigsten Schritt seines Lebens reagiert. Selbst der Klassenlehrer, welcher zu Beginn, wie viele andere auch, etwas überfordert ist, versucht, mit dieser Veränderung umzugehen. Selbst für kleinere Ereignisse abseits des Kernthemas hat die Autorin noch Platz gefunden. Denn der Amoklauf fand nicht nur in Florians/Tinas Kopf statt. ???? Es hat sich für mich gelohnt, auch dieses Buch bei der Buchmesse mitzunehmen. ????
Gelungener erster Teil, der Lust auf mehr macht
Der Weg des Feuers von C.A. Federschrieb
Die junge Feuermagierin Gwendolin kann es nach dem Abschluss ihrer Ausbildung kaum erwarten, endlich in die große weite Welt zu ziehen, um einen Auftrag nach dem anderen zu erledigen. Jedoch unterscheidet sich die Außenwelt sehr von der Umgebung, die sie bisher kannte. Nach dem kurzen Kulturschock rutscht das Mädchen direkt in das nächste Problem.
Der Heiler Euronimus ist zwar ganz nett. Aber die beiden Barbaren (eigentlich sind sie Söldner), welche nicht nur so wirken, sondern offenbar auch so riechen, sind ihr ein Dorn im Auge. Mal abgesehen davon treiben sich diese auch noch in sehr speziellen Etablissements herum, um ihren „Stress“ abzubauen. Trotzdem versucht Gwen, einen kühlen Kopf zu bewahren. Was ihr als Feuermagierin nicht immer gelingt, was zahlreiche Situationen beweisen.
Auf ihren Abenteuern trifft die Gruppe auf zahlreiche Kreaturen, Rätsel, zwielichtige Wesen und manchmal auch auf Dinge, bei denen es sich noch mehr lohnt, die Hände dreckig zu machen. Beim Lesen hatte ich nicht selten ein Déjà-vu, was vor allem daher rührt, dass sich die Handlung wie ein Rollenspiel, garniert mit Nebenmissionen, liest. Kommen euch diese Zeilen bekannt vor? Bei „Die Legende der Nathril“ habe ich sinngemäß das Gleiche gesagt. Hier wurde dieser Aspekt etwas anders aufgezogen. Die Autorin hat sich hier auf die größten Abenteuer fokussiert. Gelegentlich durfte ich eine Handvoll Informationen über die Mitglieder der Gruppe lesen. So machten ihre Handlungen und ihre Beweggründe wesentlich mehr Sinn. Generell erschließt sich hier sehr viel erst nach und nach. Was eine gute Erzählweise ist. Bin kein Fan davon, alles unter einmal hineingedrückt zu bekommen.
Auch wenn ich zu Beginn etwas über Sibrand und Konstantin gelästert habe, sind diese eine wertvolle Ergänzung in zahlreichen Situationen. Hier zeigt sich wieder der Rollenspiel-Aspekt in Form einer ausgewogenen Gruppe, ohne die man in Spielen nicht wirklich weit kommt. Was nützt mir ein starker Magier, wenn dieser nach einem Treffer umfällt? Eben. ????
Freu mich schon auf den zweiten Teil, denn das Ende macht Lust auf mehr.
Humorvolles Büchlein
Wie erziehe ich nervige Verwandte?. Life is a Story - story.one von Jennifer Böhm
Man kennt sie, man liebt sie nicht immer so, wie es diese erwarten. Verwandte. Es gibt sie in allen Formen und Konstellationen. Von angenehm bis zum Davonlaufen ist alles dabei.
Nicht selten überlegt man vor oder während des Besuchs, wie man diese effektiv wieder den Heimweg antreten lässt. Immerhin ist man im Arbeitsalltag bereits von ausreichend tollen und super sympathischen Menschen umgeben, die natürlich nie lästig sein wollen.
(Ist klar)
Diesen oder einen ähnlichen Gedankengang hatte wohl auch Jennifer Böhm. Eine sympathische Autorin, welche ich auf der Buchmesse in Niederösterreich getroffen habe. Auch sie scheint von Verwandten umgeben zu sein, die ihr das Leben nicht selten „etwas“ erschweren. Demzufolge ließ sie es sich nicht nehmen, diesen wundervollen und natürlich vollkommen ernst gemeinten Ratgeber für all die gequälten Seelen da draußen zu schreiben.
Inhaltlich beschäftigt sich die Autorin mit den bekanntesten Szenarien. Vom Babysitter spielen bis zum gemeinsamen Urlaub mit der ganzen Familie ist alles dabei. Die Tipps und Tricks wurden nur mit einem Hauch Sarkasmus versehen, damit man unbedingt auf die Idee kommen sollte, das Gelesene bei der nächsten Gelegenheit in die Tat umzusetzen. Wäre doch schade, wenn man mit diesem Büchlein nichts anzufangen weiß. Oder? ????
Selten habe ich bei einem Buch so oft und lang anhaltend lachen müssen. Das ist genau mein Humor. Sarkasmus nimmt hier den größten Platz ein. Dennoch gibt es auch Stellen, die vor schwarzem Humor nur so triefen. Manche könnten diese Passagen als gemein abstempeln. Ich wiederum bin fast vom Stuhl gefallen vor Lachen.
Passend zu den garantiert ernst gemeinten Ratschlägen gibt es passende Bilder und Überschriften. Das Cover selbst passt perfekt zum Inhalt und zeigt gleichzeitig, dass manche Tipps nur bedingt zum Nachmachen geeignet sind. Wobei. Wo ein Wille, da auch ein Weg. ????
Wenn ihr Fans von Sarkasmus, schwarzem Humor seid und/oder einfach etwas Kurzweiliges zum Lachen braucht, ist das euer Buch.
Spannender Thriller mit einem ernsten Thema
Zerrissen von Vanessa Maurer
Am 09.11.24 fand in Gutenstein in der Dorfpension Mariahilfberg die Buchmesse “Bücher(t)räume” statt. Von dieser habe ich bereits in einem Reel auf Instagram geschwärmt. Heute soll es um das erste Buch gehen, welches von mir als erstes gekauft wurde. Schon vom Eingang lachte mich das Cover dieses Buches an.
Einfach gehalten, man kann sich ungefähr vorstellen, worum es gehen könnte. Wer ist das Mädchen auf dem Bild? Was könnte ihr zugestoßen sein?
Kriminologin Rebeka Michels und ihr Kollege Roman Winter schreiten nach dem ersten Mord an einer Frau zur Tat. Relativ schnell gerät ihr Ex-Freund ins Visier. Dieser stirbt jedoch wenige Stunden nach dem ersten Verhör. Zufall? Unsere Ermittler glauben nicht daran. Verübt hier jemand Selbstjustiz? Was hat eine bekannte Frauenbewegung damit zu tun? Es wird spannend.
Nach dem Kauf habe ich natürlich etwas mit der Autorin gesprochen. Sympathisch ist sie alle mal. Kann ich das vom Buch auch behaupten?
Zunächst zum Thema der Handlung. Es geht um Gewalt an Frauen. Diese passiert auch heute noch viel zu oft und dementsprechend braucht es niemanden wundern, wenn Frauen lieber Single bleiben, als bei einem gewalttätigen Partner zu landen. Die Autorin hat das Thema einwandfrei in die Handlung integriert. Nicht nur den Opfern wurde Gewalt angetan. Auch unsere Protagonistin kämpft noch heute mit den Folgen. Das merkt man vor allem in den Befragungsszenen deutlich. Wie sollte sie auch die Zwischenfälle in der Vergangenheit einfach so vergessen können? So passiert es, dass ihre Erlebnisse immer mehr mit jenen aus der Gegenwart zu verschwimmen scheinen.
Zum Glück hatte unsere Kriminologin den besten Partner an der Seite, den man sich vorstellen kann. Roman war mir durchgehend sympathisch. Mit ihm kam sie der Wahrheit immer näher. Die Frage, die man sich während des Lesens eventuell stellen könnte: Ist es richtig, dass die Täter ihre Taten am eigenen Leib zu spüren bekommen haben? Ist Selbstjustiz ein legitimer Grund, dem Leid ein Ende zu bereiten, wenn die Peiniger vom Gericht freigesprochen werden? Ist man dann selbst nicht auch ein Täter?
Ja. Das Buch war mir ebenfalls sympathisch. Spannend bis zum Schluss.
Unglaublicher fesselnder Fantasy Roman, klare Empfehlung
Die Legende der Nathril von Asna Chiron
Wenn ich mir bei einem Buch bewusst Zeit lasse, weil ich sonst zu schnell lese, ist das ein sehr gutes Zeichen. Sonst lese ich eher in der Geschwindigkeit der Handlung. Dieses Buch hat mich in vielerlei Hinsicht fesseln können.
Zum einen, der Aufbau der Welt und dann der Einstieg in die Handlung.
Sehr angenehm, unkompliziert und vor allem nicht zu schnell, nicht zu langatmig. Passiert gerne bei High Fantasy Romanen, weil eben die Welt zuerst beschrieben werden muss, damit sich die Leser auskennen. Hier haben wir das perfekte Mittelmaß.
Zum anderen sind es die vielschichtigen Charaktere. Ich konnte nie so wirklich sagen, wer jetzt der oder die Böse ist und wer ein reines Herz hat. Jeder der Charaktere hat etwas getan, bzw. wird etwas tun, was gut oder schlecht ist.
Das hängt auch sehr stark vom Blickwinkel des Betrachters ab. Das Miteinander der Charaktere, und wie sie miteinander und mit ihrer Umgebung interagiert haben, war anders als in anderen Fantasy-Romanen weit weniger distanziert. So wirkte es zumindest auf mich. Generell wirkte alles wie aus einem Guss. Als hätte man die Charaktere nicht einfach in eine fertige Welt gesetzt und das war es. Natürlich fanden auch Liebesszenen ihren Weg in das Buch. Dezent. Aber sie sind da.
Der Verlauf der Handlung erinnerte mich stark an die Rollenspiele, die ich gerne spiele. Es gibt Charaktere, die schon länger mit ihrer derzeitigen Situation zurechtkommen, und dann gibt es jene, die frisch hineingeworfen werden und erst damit klarkommen müssen. Nach und nach wird eigentlich klar, worum es eigentlich geht und dass die Nathril zwar der Aufhänger sind, aber noch viel mehr dahintersteckt.
Kurz vor dem Ende wurden die Karten noch mal neu gemischt und durch die Informationen aus den Passagen aus der Vergangenheit stehen vor allem die Charaktere abermals in einem anderen Licht da. Beim Ende hat mir gut gefallen, dass es nicht so ein übertriebener Cliffhanger war, sondern fast schon gemächlich mit einem Blick in die unbekannte Zukunft ausblendete.
Der Einband ist ein Traum. Die Zeichnungen auf der Rückseite inklusive der beiliegenden Charakterkarten runden das Gesamtbild super ab.











