Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Danislesestube:
Sehr atmosphärischer, teils gruseliger Thriller
Das Krähenzimmer von Carolin Frey
Einige Zeit ist vergangen seit Lotta diesen Ort betreten hat. Er steckt voller schöner Erinnerungen. Hier konnte sie sich frei fühlen. Die Menschen um sie herum waren ihr Mittelpunkt. Jahre später kehrt sie aufgrund diverser Ereignisse in die kleine Ortschaft zurück. Schon bei der Anreise wirkt es so als wäre jegliches Leben entwichen.
Die Umgebung wirkt kalt und ausladend. Die Menschen eher zurückhaltend, teilweise sogar feindselig. Trotz des seltsamen Ersteindruckes bleibt Lotta. Was dazu führt, dass ein gewisser Jemand, je mehr sie sich sträubt, ihr ihren Aufenthalt immer mehr zur Hölle machen möchte. Da es aufgrund unzuverlässiger Verbindung nach Draußen nicht ohne Weiteres möglich ist mehr über die Ereignisse der letzten Jahre zu erfahren, bleibt Lotta nicht anderes übrig als auch Spurensuche zu gehen. Was den Einwohnern noch viel mehr missfällt als ihre Anwesenheit. Wo sind eigentlich ihre Freunde und Kollegen von Früher? Sollten sich diese nicht freuen, dass ihre Kameradin wieder da ist?
Nach einem rasanten Einstieg, der uns auf Teile der Handlung vorbereiten soll, lernen wir Lotta kennen. Aus Gründen, die erst nach und nach erklärt werden, kehrt sie an jenen sicheren Ort zurück der ihr in ihrer Vergangenheit Sicherheit gegeben hat. Aber irgendetwas ist anders. Fühlt sich anders an. Das Haus, in dem sie unterkommt, wirkt unheimlich. Als würde es atmen. Wie ein lebendiger Organismus. Trotz fleißiger Reparaturarbeiten in der Vergangenheit quietscht und rumpelt es. Anstatt die Beine in die Hand zu nehmen und zu fliehen, versucht Lotta einen kühlen Kopf zu bewahren. Auf dem Land kann das ja durchaus passieren, oder?
Als sie dann erfährt, dass in diesem Haus schreckliche Dinge passiert sind, wird sie hellhörig. Ein Teil der Handlung der mir sehr gut gefallen hat. Ja, sie hat Angst, Probleme einzuschlafen, das Gefühl, dass ihr jemand sehr nah ist, aber sie haltet tapfer durch. Immerhin hat sie ja jene Einwohner, die ihr freundlich gesinnt sind. Diese sind nicht einfach klischeehafte Statisten oder erfüllen nur eine Rolle. Jede Person hat ihre Geschichte. Einen eigenen Bezug zum Umfeld. Zu Lotta. Sodass es bis zur Mitte des Buches überhaupt nicht klar war, wer ihr denn etwas Böses will. Die unfreundliche Nachbarin? Menschen, die auf der Straße nicht grüßen können? Menschen in ihrem Alter die ihr gegenüber feindselig sind? Die Autorin dreht den Fokus munter hin und her. Während sich plötzlich eine Person verdächtig macht, kommt Lotta der anderen näher, diese ist dann im Fokus und das Rad dreht sich wieder weiter.
Bis man am Ende wie Lotta nicht mehr weiß, wem man trauen kann. Ich mein, der einen Person, die davor warnt anderen zu trauen, der kann man doch blind vertrauen, oder? Glaube, ihr versteht, wohin das führt. Alles in Kombination, die unheimlichen Vorkommnisse im Haus, das seltsame Verhalten der Einwohner, reichen doch für eine bedrückende Stimmung. Der Autorin offenbar nicht. Denn ab einem gewissen Punkt gibt es Passagen, die offenbar von der Person sind, welche unsere bislang unerschrockene Protagonistin ins Visier genommen hat. Weil das auch noch nicht reicht, gibt es zwischendurch Tagebucheinträge, die aus der Vergangenheit stammen und erklären, wie die Zeit zuvor war. Vor allem gegen Ende wird klar, dass diese gute alte Zeit definitiv ihre Schattenseite hatte. Jetzt haben wir aber alles Komponenten zusammen, die dieses Buch so großartig machen. Schon lange keinen so atmosphärischen und vor allem gruseligen Thriller gelesen. Aber was ist denn jetzt mit den Krähen? Immerhin heißt das Buch ja, das Krähenzimmer. Nun, das dürft ihr gerne selbst herausfinden. ????
432 Seiten voller atmosphärischer Spannung, ruhige Passagen, etwas Geschichte zum Ort, gruselige Ereignisse und ein Täter bei dem es mir kalt herunterläuft. Kann das Buch sehr empfehlen.
Gelungener elfter Teil
Toter Schatten von Leo Born
Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Jetzt sind schon elf Teile meiner liebsten Thriller Reihe veröffentlicht worden und irgendwie scheinen dem Autor die Ideen noch lange nicht ausgegangen zu sein. Zugegeben, wenn man immer wieder neue Charaktere erschafft, die teilweise über mehrere Teile präsent sind, kann man sehr viel herausholen.
Aber was, wenn Charaktere aus nächster Nähe ins Kreuzfeuer geraten und Dinge ans Tageslicht kommen, die man sich zwar hätte denken können, aber dennoch bei der Enthüllung überraschen? Mara hat im letzten Buch ohnehin schon viel einstecken müssen, aber irgendwann muss der Moment kommen, in welchem ihr alles zu viel wird?
Der Anfang ist wie immer eine kurze Vorschau auf das, was noch folgen wird. Ein Mädchen wird ermordet. Ihr wird ein Schmetterling auf den Schenkel gemalt. Von Vergewaltigung bewegt man sich schnell weg. Ins Nichts. Mara Billinsky und Co haben keine Spuren. Und wenn dann enden diese in einer Sackgasse. Selbst die Verbindung zu einem alten Fall hilft da nur bedingt etwas. Nebenbei bekommen wir eine zunächst unauffällige Nebenhandlung spendiert, die bis zur Mitte gerade so etwas mit dem Mordfall zu tun haben könnte. Daher beschließt Mara Billinsky wie immer mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Was neu ist: Ihr treuer Kollege Rosen scheint etwas vor ihr zu verbergen. Alte Ermittler sind erstaunlich schweigsam. Ein Grund mehr vorzupreschen.
Der Handlungsverlauf hat mir gut gefallen. Wie immer eine schöne Gerade mit ein paar wenigen Abzweigungen die sehr viel mehr Substanz und Gefahr hineinbringen. Das Mara einmal mehr auseinandergenommen wird und Misstrauen gestreut wird ist nur logisch. Ihre Charakterentwicklung hat sich seit Teil zehn noch ein Stück vertieft. Genauso bei Rosen und Klimmt. Dennoch ist diesmal etwas anders. Die Handlung ist weitaus langsamer und zäher. Kaum rasante Momente und wenn dann schlugen sie ein wie eine Granate. Man wird, versinkt regelrecht in die Handlung. Am Anfang war ich mir unsicher, ob das etwas Gutes ist.
Jetzt kann ich sagen: Es passte perfekt. Denn hier haben sich einige Abgründe aufgetan. Die nur durch ein reduziertes Tempo Zeit hatten sich zu entfalten. Sei es durch Entscheidungen oder Enthüllungen. Gänsehautmomente hatte ich einige. Manchmal auch Angst um einen bestimmten Charakter. Dass nicht immer jede Ermittlung ein Happy End hat, wird besonders hier deutlich. Das Ende knallte dementsprechend ordentlich rein. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Hier war es teilweise umgekehrt. Immer wieder erstaunlich was sich Leo Born einfallen lässt. Bin schon gespannt, wie Teil 12 sein wird. Offenbar geht es langsam Mara Umfeld an den Kragen. Was entweder für ein krasses Finale sorgen könnte, oder einem abrupten Ende. Wir werden sehen.
Tolle Fortsetzung einer grandiosen Fantasy Reihe
Ashturia von Naomi Huber
Kennt ihr das auch? Ihr habt eine Buchreihe „zu Ende“ gelesen, habt damit gedanklich abgeschlossen und schwelgt noch eine Weile in der von Menschenverstand erschaffenen Welt. Die Bücher seht ihr von da an in eurem Regal liegen und denkt immer wieder gerne zurück als ihr den ersten Teil gelesen habt.
So erging es mir unter anderem mit Ashturia. Eine meiner liebsten Buchreihen, die sogar einen Ehrenplatz in meinem Wohnzimmer hat.
Und nun, gibt es einen vierten Teil. Die Abenteuer von Trina und Liam sind eigentlich vorbei. Beide haben viel erlebt und sogar für Nachwuchs gesorgt. Raya, die Tochter der beiden ist zum Glück weder eine 1:1 Kopie ihrer Mutter, noch ein nerviges junges Mädchen, welches die Welt entdecken möchte und sich prompt verliebt. Naomi Huber dafür gesorgt, dass sie über ausreichend Vernunft und Intelligenz verfügt. Aber trotzdem, reicht das und ein Thronfolger aus, um ein ganzes Buch zu füllen, ohne aus dem Takt zu geraten, welcher bereits seit drei Büchern besteht? Nun.
Der Einstieg wurde recht einfach gehalten. Was ist seit dem Ende von Teil drei passiert und wie ging es weiter? Ein paar kurze Ausflüge in die Vergangenheit um alle auf den aktuellen Stand zu bringen. Dann geht es aber wirklich in ein neues Abenteuer. Mit einer neuen Protagonistin. Denn, Trina und Liam sind zwar immer noch da, haben aber größtenteils ihren eigenen Handlungsstrang. Was gut ist, so kann sich Raya mit ihrem Begleiter Elnor und Fecyre (unsere liebenswerte Drachin) relativ ungestört der neuen Aufgabe widmen. Bis diese jedoch erfüllt werden kann, erwartet die beiden ein übersichtliches aber gut gefülltes Abenteuer. Natürlich haben andere Personen wenig Lust, dass der Thronfolger seine Aufgabe erfüllen kann, so kommt es dazu, dass sich unser Dream-Team zur Wehr setzen muss. Auf ihre ganz eigene Art und Weise. Auch hier schwimmt die Autorin im Wohlfühlpool, den sie sich mit den ersten drei Büchern aufgebaut hat. Es gibt viel Neues, genauso wie Altbewährtes. Raya und Elnor entwickeln sich gemessen an den Erlebnissen gut weiter. Natürlich kommen sich die beiden irgendwann näher. Aber nicht sofort, schon gar nicht stürmisch. Sehr subtil und erst gegen Ende ist es nicht mehr nur offensichtlich, dass die beiden etwas mehr füreinander empfinden. Trina und Liam sitzen zum Glück nicht nur auf ihrem Thron herum, sondern bereiten sich auf die große Tagung der Regierenden vor. Es wird gegen Mitte des Buches angedeutet, dass eventuell etwas schiefgehen kann.
Und sonst so? Wieder tolle Beschreibung des Umfeldes. Es wird fleißig Reaka getrunken. Ruhige Momente laden zum Entspannen ein, rasante Momente wiederum zum Mitfiebern. Natürlich gibt es auch Stellen, die etwas überraschend kamen, aber zum Glück kein Plottwist Feuerwerk.
Meine angedeuteten Sorgen waren umsonst. Teil vier schließt nahtlos an die ersten Bücher an und führt die Geschichte rund um und in Ashturia logisch weiter. Ob ein fünfter Teil sinnvoll ist weiß nur die Autorin.
Ein gelungener Auftakt
Of Ice and Fire - Eissonne von Jana Stehr
Heute habe ich wieder ein Buch von Jana Stehr für euch. Nach den Dark Romantasy Büchern war ich gespannt, wie mir ihr Romantasy Buch mit etwas nordischem Touch und Drachen gefallen wird. Der Klappentext klingt ja erst einmal spannend. Frauen und Männer haben getrennte Ziele, werden von der Gesellschaft entsprechend behandelt.
Männer sind die Helden, die das Land beschützen. Frauen, nun, haben wenige Rechte und werden mit irgendeinem Typen verheiratet. Unsere Protagonistin Ember hat darauf sehr wenig Lust. Entsprechend rebellisch ist ihre Einstellung, was nicht nur ihre Familie alles andere als gutheißt. Als dann ihr Bruder stirbt, der ja eigentlich in einem Wettkampf sein Können unter Beweise stellen sollte, ist Ember entschlossener denn je etwas zu ändern. Nicht ahnend, dass der Wettkampf kein Spaziergang ist und nicht nur wesentlich stärkere Kontrahenten ihr Ableben wollen, auch ihr Mentor scheint ein Auge auf sie geworfen zu haben. Wäre das nicht genug, muss sie sich auch noch gegen Drachen behaupten, deren Ursprung und Sinn in der Geschichte ganz andere Abgründe aufzeigt.
Fangen wir wie immer am Anfang an. Der Einstieg ist relativ einfach gestaltet. Ember und ihren Bruder lernen wir früh kennen, bekommen ihren Alltag etwas mit und wenige Kapitel darauf ist er auch schon tot. Embers Weg zum Wettkampf ist ebenfalls simpel gehalten. Was gut ist, denn daraus eine viel zu epische und dramatische Geschichte zu konstruieren, wäre etwas seltsam gewesen, zudem geht es eigentlich darum was Ember während des Wettkampfes erlebt. Denn dieser ist eindeutig das Herzstück der Geschichte. Aber wie behauptet sich Ember jetzt unter Männern? Sie ist nicht übermächtig. Hat keine geheimen Talente oder lässt ihren Charme spielen. Sie versucht wie ein ganz normaler Mensch Schritt zu halten und geht temporäre Bündnisse ein. Sie scheitert, hat aber dann wieder die Überhand. So kann sie sich Schritt für Schritt an die Spitze kämpfen. Sie selbst ist als Charakter gut gelungen. Stur, ehrgeizig, aber auch verletzlich. Die Glaubwürdigkeit ist auf jeden Fall vorhanden. Alle anderen abseits vom Mentor, der wirklich gut gelungen ist und seine eigene Geschichte mitbringt, erfüllen ihren Zweck. Was nicht negativ gemeint ist, nur sind sie eben nicht so vielschichtig.
Der Spannungsbogen hält sich die ganze Zeit über tapfer. Keine Dämpfer, keine Leerläufe, keine unnötigen Dramen auch als Ember erfährt, was wirklich mit ihrem Bruder passiert ist, nimmt alles seinen Lauf. Das Ende und die Aufklärung was es mit den Drachen auf sich hat, wurde kurz und knackig gestaltet. Eine gesunde Mischung für einen Auftakt. Die rasanteren Passagen sind ebenfalls gut gelungen auch gibt es den einen oder anderen Plottwist. Kann das Buch also ruhigen Gewissens empfehlen.
Großartige Fortsetzung
Sera: Verlorene Vergangenheit von Rebecca L. Knippen
Vor einer Weile, fast einem Jahr, habe ich den ersten Teil der Sera Reihe gelesen. „Sera: Verborgene Macht“ hat mir wirklich gut gefallen. Toller Aufbau der Welt. Spannende Charaktere mit sehr unterschiedlichen Wesenszügen und Fähigkeiten. Nach einem gelungenen Ende wartete ich sehnsüchtig auf den zweiten Teil.
Hat sich das Warten gelohnt?
Zu Beginn der neuen Handlung wird Sera samt ihrer Begleiterin Soela in eine neue Umgebung transportiert, in der sie laut Talim ihre Eltern wiedersehen wird, aber zuvor muss noch einiges erledigt werden. Sehr zum Leidwesen von Sera. Was sie nicht weiß, er war mehr an den Ereignissen in der Vergangenheit beteiligt als zunächst angenommen. Zudem wirken seine Begleiter alles andere als vertrauenswürdig. Noch nie fühlte sie sich so fremd und alleingelassen. Zum Glück weichte ihr Soela nie von der Seite. Immerhin lernt sie eine neue Gegend kennen. Lernt ihre neuen Fähigkeiten besser einzusetzen. Etwas Geschichte rund um die Inseln und Begleitwesen kommt noch obendrauf. Aber was, wenn das auch zu seinem Plan gehört?
Zwei Absätze, die ich mit einer Frage beendet habe. Das kann nur eines bedeuten. Spannung ohne Ende. Fragen bis zum Abwinken. Ereignisse, die an Seras Nerven zehren. Wo ist sie da nur hineingeraten? Egal, wie schlimm es ist und vor allem noch kommen wird. Sie hält tapfer durch. Aus dem eher schwächlichen Mädchen ist eine starke junge Frau geworden, die sich mit jedem Widerstand immer weniger gefallen lässt. Wer wird schon gerne durch die Gegen gescheucht? Diesen Mut braucht sie dringend. Die Handlung ist vollgepackt mit Fallen. Menschen, die ihr nichts Gutes wollen. Sogar ihre Eltern könnten einfach nur ein Köder in einer Falle sein, aus der sie nicht mehr entwischen kann. Gutes Stichwort. Denn das kann Sera unglaublich gut. Talim und seinen Begleitern ist sie zwar körperlich nicht wirklich gewachsen, aber dafür geistig meilenweit voraus. Vor allem merkt man hier umso mehr, dass sie tatsächlich nachdenkt, bevor sie etwas macht. Sogar ihre impulsiven Momente hatten zuvor mindestens eine Überlegungsphase. Das Thema Liebesgeschichte (oder angedeutet, wie ich geschrieben hatte), könnt ihr knicken. Zugegeben, diese hätte spätestens hier keinen Platz gefunden. Die Handlung hatte so auch genug Material, um zu funktionieren.
Das Ende des letzten Teiles konnte die Autorin toppen. Was bleibt mir also zu schreiben als: Ich freue mich auf Teil drei. Yay.
Definitiv gelungen
Dunkler Sog von Leo Born
Hurra, endlich habe ich es geschafft, den zehnten Teil meiner aktuell liebsten Thriller-Reihe zu lesen, dessen Protagonistin Mara Billinsky immer schlimmer werdende Verbrechen aufklären musste. Glücklicherweise hatte sie immer ausreichend Rückendeckung, um sich in aller Ruhe, auf Befehle von ihrem Chef pfeifend, ins Getümmel zu stürzen, um dem nächsten Verbrecher das Handwerk zu legen.
Wie immer beginnen wir am Anfang. Da zeigt uns der Autor schon sehr eindrücklich, mit welcher Härte das Verbrechen diesmal zuschlägt. Wobei zuschlagen das falsche Wort ist. Es ist eher so, dass die Opfer in diesem Buch entweder besonders qualvoll oder sehr effektiv den Weg ins Jenseits antreten. Genau darum dürfen sich Mara Billinsky und ihr neuer Kollege Tobias Cronberg kümmern. Wobei, wer Mara kennt, weiß, dass sie ihren Kollegen eher als Laufbursche anstatt als vollwertigen Kollegen betrachtet. Cronberg ist nicht Rosen. Der steht unserer Ermittlerin weiterhin mit Rat und Tat zur Seite, auch wenn er sich damit bei seinem neuen Chef keine Pluspunkte verdient. Aber genauso wie seine ehemalige Kollegin dehnt er Anweisungen etwas aus.
Der Einstieg ist wieder sehr gut gelungen. Ich war nach diesem noch viel motivierter, das Buch zu lesen. Und dann konnte Leo Born den Spannungsbogen halten? Wie sonst auch steht nicht nur das Verbrechen im Vordergrund. Sondern auch die Entwicklung der Charaktere. Vor allem Mara hat diesmal wieder sehr viel Substanz dazu gewonnen. Genauso wie ihr Chef, der leider nicht mehr den gesündesten Eindruck macht, aber auch Rosen, obwohl er nicht mitten im Geschehen war, bekam ein paar Charakterpunkte spendiert. Und der neue Kollege? Na ja. Sagen wir es so. Jung, naiv und neigt im richtigen Moment dazu, nicht viel nachzudenken.
Wie sieht es mit den Verbrechen aus? Reichte das Motiv aus, um die Taten irgendwie „logisch“ erscheinen zu lassen? Ja. Definitiv. Wer so etwas erlebt hat, kann kein normales Leben mehr führen. Da hilft nur: Rache. Egal an wem. Wer einen daran hindert, wird aus dem Weg geräumt.
Insgesamt war es mir wieder eine Freude, ein Buch von Leo Born zu lesen. Spannung gab es zuhauf. Ruhige Momente wurden toll genutzt. Der Showdown war perfekt
Gelungener erster Teil der Dilogie
Erträumt: Die Nächte des Schicksals von Jasmin Engel
Stellt euch vor, ihr könntet nicht nur jede Nacht eure Träume als Zuschauer erleben, sondern ins Geschehen eingreifen, um Dinge zu ändern, Orte zu besuchen, die ihr bisher nur von Weitem gesehen habt. Das wär doch etwas, oder?
Für Rain, unsere Protagonistin, ist das mittlerweile ein alter Hut. Auch wenn die letzte Traumreise zu Beginn der Handlung schon etwas her ist, fällt es ihr recht leicht, ihre alte Traumwelt zu besuchen.
Jedoch hat sich seit ihrem letzten Besuch einiges verändert. So als hätte diese Welt, die eigentlich nur in ihrem Kopf existieren sollte, ein Eigenleben entwickelt. Nicht nur das, ihre süße Hündin Polly kann offenbar auch luzid träumen. Das erste Treffen der beiden war einfach nur schön. Apropos schön. Silas, ein weiterer Charakter, dem Rain über den Weg läuft, ist nicht nur optisch ein Highlight, sondern behauptet, dass er von ihr erschaffen worden ist und dementsprechend sehr an ihr hängt. Rain weiß zu Beginn nicht, ob sie sich geehrt oder überrumpelt fühlen sollte. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt den dreien allerdings nicht, denn ein Wanderprediger und seltsame Gestalten machen die Traumwelt unsicher. Mit einem Plan, der alles andere als friedvoll ist. Daher muss unser Trio handeln. Nebenbei muss Rain überlegen, ob es schlau ist, sich in eine „Fantasie-Gestalt“ zu verlieben.
Das war wieder ein Buch ganz nach meinem Geschmack. Nicht nur, weil ich die Thematik super spannend fand, sondern auch weil die Autorin die Umsetzung sehr gelungen ist. Die Charaktere, egal, ob es sich um Rain, Silas, Polly und den Wanderprediger handelt, tragen alle etwas Sinnvolles zur Handlung bei. Genauso wie Rains Eltern, Freunde und ihr Bruder in der richtigen Welt. Man merkt recht deutlich, wie sehr es Rain immer schwerer fällt, in ihrer Welt ihrem Alltag nachzugehen, während Silas und Polly munter durch die Traumwelt streifen. Bei letzterer haben wir zum Glück nicht nur ein weißes Nichts vor uns, sondern eine recht nahbare und bodenständige Umgebung. Mit Stadt, Land und verschiedenen Ebenen. (Erinnerte mich irgendwie an Inception) Die Bedrohung in Form von Kuttenträgern und dem Wanderprediger, dessen Absichten man erst gegen Ende erfährt, wirkt echt und nicht nur angedeutet. Toll fand ich neben dem Zusammenhalt unserer Traumgruppe ebenso die Konversationen mit Rains Bruder, der sie nicht direkt verurteilt, wenn sie von ihrem „Traummann“ spricht. Jedoch hinterfragt er genauso wie Rain, ob alles mit rechten Dingen vor sich geht.
Und sonst so? Interessanter Cliffhanger am Ende und ein wunderschönes Cover. Teil zwei wartet schon auf meiner Wunschliste auf mich. ^^
Sehr unterhaltsame Anthologie
Schw̶einwerfer in der M̶Nacht von Anke Höhl-Kayser; Lorenzo Maxwell; Michael Feldhofer; R. F. Krammer; Thomas Heidemann; Paul Liedvogel; Kiàn KoWananga; Carolin Lüders; Charline Winter; Susanne Bonn; Lina Sienemann; Katharina Kanzan; T. S. Orgel; Ivan Ertlov; Frederik Elting
Rechtschreibfehler sind menschlich und passieren sogar Autoren, die mit scheiden, ähm schreiben, ihr Geld verdienen. Anstatt die Fehler nach dem Löschen zu vergessen und in Zukunft etwas mehr darauf zu achten, keine mehr zu machen, dachten sich die Schreiberlinge samt Herausgeberin dieser Anthologie (vermutlich): „Hey, warum keine Geschichten um diese Fehler bauen? Könnte unterhaltsam sein.
“
Spoiler: Ja, die Idee ging auf. Aber was erwartet euch in dieser Anthologie, die von Wortwitzen, absichtlichen Fehlern und chaotischen Zuständen so trieft? Das wird doch irgendwann so witzig wie ein Blondinenwitz, oder?
Sagen wir so. Die Handlung ohne Rechtscheibfehler oder Wortverwehungen klingt ja erst einmal recht unaufgerehgt. Mal soll ein Urwerk repariert werden, dann eine Stadt planiert oder ein Angriff mittels einer Clownkrieger durchgeführt werden. Wären da nicht diese kleinen Tippfehder, die alles etwas kuhmplizierter machen, als es ist. Wie sehr verdreht sich eine Geschichte, wenn statt eines Feinstaubfilters ein Feenstaubfilter eingesetzt wird?
Da tun sich ganz neue Welten auf, sag’ ich euch. Hätte man eine „nicht lachen“ Challenge gemacht, hätte ich relativ schnell aufgegeben. Glücklicherweise haben sich die Schreiberlinge nicht nur an plumpen Wortspielen bedient, bei manchen war es erst auf den zweiten Blick ersichtlich, was ursprünglich gemeint war, denn die Geschichte wurde nicht nur auf beide Versionen angepasst, sondern lies diese plötzlich in einem ganz anderen Licht stehen. Ein bestimmter „Fürchtetee“ zum Bleistift war so ein Fall, bei dem ich zuerst dachte, „aaah ja. Okay. “ nur um dann zu „Ist das geil. “ umzuschwenken. Etwas Gesellschaftskritik ist natürlich auch mit dabei, ebenso etwas Diversität, was man bei dem Verlag ohnehin erwartet.
Und sonst so? Gibt es etwas zum Kleckern? Hab ich etwas Falz in der Kuppe gefunden, über das ich mich aufregen könnte? Nö. Wirklich nicht. Das war eine sehr unterhaltsame Anthologie, die eine Banalität einmal quer durch alle Genres gepflogen hat. Sehr lesenswert, sofern ihr etwas resistenter gegen Tehler seid.
Solider Urban Fantasy Roman
Velvet-Dilogie 1: Velvet Falls, but the Gods forgot to die von Julia Dippel
Dieses Buch habe ich bei der „Seitenweise Herzklopfen“ Veranstaltung der Tyrolia nach der Lesung von Julia Dippel gekauft. Optisch sah es interessant aus, der Klappentext versprach in meiner Version nicht viel, aber spätestens bei der Lesung hatte ich Bock bekommen, es lesen zu wollen. Und nun? Hat es sich gelohnt? Mal schauen.
Velvet ist glücklicherweise keine Protagonistin, die einfach so mit göttlicher Macht oder vom Glück gesegnet wurde, sondern ihre Kräfte auf eine andere tragischere Art bekommen hat. Dieses Schlüsselereignis wird uns lange vorbehalten, nur um am Ende mit einem Knall enthüllt zu werden. Sie selbst ist eher bissiger und verschlossener Natur. Wer kann es ihr verübeln? Spätestens als sie sich an ihren Ex wenden muss, um ihren Auftrag zu erfüllen, ist ihre Laune so richtig im Keller. Und ja, diese zieht sich, ähnlich wie ihr Drang nach Essen und Geschlechtsverkehr, durch die gesamte Handlung.
Velvet hatte aber zu meiner Freude noch etwas mehr als nur das zu bieten. Ihr Ex-Freund spielt, wie könnte es anders sein, natürlich auch eine Hauptrolle. Kash ist gut aussehend, mächtig, der Fels in der Brandung (was für ein A…loch eine seltsam positive Eigenschaft ist) und hat sehr viele Mittel, um Velvets Auftrag zu erfüllen. Während der Handlung kommen natürlich auch ein paar Nebencharaktere dazu, die alle ihren Teil zum Fortlaufen der Handlung beitragen. Nicht mehr und nicht weniger. Was gut ist, denn die Welt der Götter und Widersacher braucht Platz, um sich entfalten zu können. Soweit so spannend.
Garniert wird das Ganze noch von den Visionen, die Velvets Geist regelmäßig heimsuchen. Was vielleicht daran liegt, dass in ihr ein böser Dämon sein Unwesen treibt und ihr ihre Kräfte verleiht. Ein Nebencharakter, der mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, ist Monty. Ein von einem Dämon besessener Körperteil. Klingt seltsam, ist aber so. Und vor allem eines: Richtig witzig. Das vor sich hin wabernde Geschöpf brachte mich regelmäßig zum Lachen und lockerte die Handlung auf, die sich stellenweise fast zu ernst nahm. Vor allem die Jagd nach Trigger, einer Identität, von der keiner wissen darf, die aber schnell abgefrühstückt wurde. Die Leerläufe wurden durch ihn zum Glück auch recht gut überspielt, denn teilweise passierte nicht wirklich viel in den einzelnen Kapiteln. Gelegentlich gab es ein Liebesdrama, mal wurde mehr und dann noch mehr der Akt der Liebe vollzogen, aber sonst? Ach ja, die Bösewichte hätte ich fast vergessen. Sie waren da, hatten Böses im Sinn und waren nicht so wirklich glaubwürdig. Warum wollten diese noch einmal die Götter auslöschen, wenn die Gefahr bestand, dabei selbst draufzugehen? Keine Ahnung. Zu viele Fragen sollte man da nicht stellen. Der Showdown war schnell und hart, genauso wie ….. nein aus Pfui.
Grundsätzlich mochte ich das Buch. Es hat mich gut unterhalten. Liefert das was es soll. Eventuell schaue ich mir Teil zwei an.
Ein Satz mit X, .....
Die Housesitterin - Ein Traum von einem Job. Oder? von Emily Rudolf
Es gibt Bücher, die mich auf Anhieb begeistern können, dann gibt es welche, die ziemlich schnell bei mir durchfallen. „Die Auszeit“ und „Das Dinner“ haben mir wirklich gut gefallen. Etwas anderer Ansatz. Charaktere mit viel Substanz und eine Handlungshergang der nicht einfach zu durchschauen gewesen ist.
Insgesamt zwei sehr gelungene Thriller von Emily Rudolf. Dann gibt es „Die Housesitterin“, ein Buch, bei dem ich nicht mit Sicherheit sagen kann, ab wann es mich endgültig verloren hat. Also: Wo fange ich da nur an?
Am besten bei der Grundidee. Cecilia arbeitet als Housesitterin (passt in der Abwesenheit der Bewohner auf das Haus auf) in einer Villa der Familie Waldner. Nicht zufällig, wie wir später erfahren. Unsere Protagonistin hat offenbar einiges an Vorarbeit geleistet, um so weit zu kommen. Aber warum? Um Johannes Waldner näherzukommen. Auch das ist kein Zufall, wie wir recht früh im Buch erfahren, oder wer zwischen den Zeilen des Klappentextes lesen kann, findet es auch so heraus. Prinzipiell bin ich voll fein mit der Idee. Hat recht viel Potenzial für eine interessante Umgebung. Am Anfang der Handlung, nach einem vielsagenden Prolog, wird auch angedeutet, dass wir uns auf Spannung freuen können. Nur um dann eine Vollbremsung zu machen, um erst einmal zu erläutern, wer Johannes ist, was er getan hat (auch hier lohnt sich ein Blick in den Klappentext). Ab diesem Moment begann meine Vorfreude zu bröckeln. Okay. Ich habe also erfahren, was Cecilia womöglich im Schilde führt. Dass Johannes sein dunkles Geheimnis hat. Worauf soll ich mich noch freuen, wenn ich ohnehin schon weiß, wie der Hase läuft? Richtig. WIE ist das alles eigentlich passiert. Ja, cool, rein ins Geschehen.
Zuvor lernen wir noch unsere beiden Protagonisten, deren Perspektive wir abwechselnd erleben, und die Nebencharaktere kennen. Zwei davon kann man aus offensichtlichen Gründen direkt aussortieren. Einer ist interessant und sorgte mit seinem Verhalten für etwas mehr Zündstoff, den das Buch definitiv nötig hatte. Denn Cecilia und Johannes sind unglaublich langweilige Charaktere. Von Grund auf unsympathisch, auch wenn mir die Handlung weiß machen wollte, dass ich schon irgendwie Mitgefühl empfinden sollte. Immerhin mussten beide durch eine schlimme Zeit durch. Aber nein, dieses Gefühl haben sie sich beide zerstört. Zum einen, weil Cecilia keine wirklichen Stärken hatte, Schwächen dafür einige. Johannes fiel bei mir direkt durch. So oft wie bei der Knalltüte das Wort f….. fiel ist nicht mehr normal. Genauso wie seine Gedankenwelt und sein Verhalten. Cecilia hatte offenbar Tomaten auf den Augen, aber wie bereits erwähnt, hat sie sich nicht einfach so in ihn verliebt. Und wie sieht es mit dem Zündstoff-Nebencharakter aus? Er war der Einzige, dem ich sein Verhalten abgekauft habe. Und die beiden anderen Charaktere? Die eine war nur da, um die schlechte Seite des einen Charakters zu zeigen und die andere ….. war existent. Yay.
Der Schreibstil ist für mich das einzig Positive an dem Buch. Der Rest, puh, nein, nicht mein Fall. Von einem Thriller erwarte ich Spannung, Wendungen, unvorhergesehene Entwicklungen und kein Liebes- und Familiendrama.











