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Rezensionen von yellowdog:

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Malik und Nimmi

Der Geheimnishüter von Jaipur von Alka Joshi

Der Geheimnishüter von Jaipur heißt der neue Roman der in Indien geborenen Schriftstellerin Alka Joshi.
Der Geheimnishüter von Jaipur setzt an Die Hennakünstlerin an.
Laksmi, die Hauptfigur des ersten Teils, wirkt wieder mit. Zusammen mit ihrem Mann, der Arzt ist, arbeitet sie in einem Krankenhaus.

Diesmal wird aber nicht nur aus ihrer Perspektive erzählt sondern auch aus Maliks und aus der Sicht der jungen, verwitwetes Mutter Nimmi. Die Passagen mit den Gedanken von Nimmi halte ich sogar für die stärksten.
Aber auch die anderen sind detailliert und voller Sprachreichtum.
Indien in der Zeit nach der Unabhängigkeit wird lebendig.
Im Vordergrund stehen aber die Figuren und ihr Schicksal.
Die Handlung entwickelt sich nur relativ langsam. Das ist dem Detailreichtum geschuldet.
Man darf auch nicht verschweigen, dass der Roman nicht ganz so relevant und eindringlich ist wie Die Hennakünstlerin.
Das ist aber immer noch gute Unterhaltungsliteratur.

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Malik und Nimmi
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Cozy Detektive in Amsterdam

Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Genuss von Amy Achterop

Wenn die Hausboot-Detektei überhaupt ein Kriminalroman ist, dann ist er sehr cozy. Es ist eine entspannte Lektüre, manchmal mit komischen Einschlägen.
Es beginnt schon sehr stark mit Maddie, die vor Gericht sitzt, weil sie sich für ihre Schwester etwas zu rabiat eingesetzt hat. Das bringt ihr aber einen Job als Detektivin bei Arie, einem ehemaligen Polizisten.

Sie sind zu viert, einen Auftrag haben sie zunächst noch nicht. Dann kommt noch eine Kriminalautorin hinzu, und ein Eichhörnchen als Maskottchen.
Arie, Maddie, Jack, Jan und Elin. Diese Truppe muss sich aber noch richtig finden.

Das Buh profitiert auch von dem Amsterdam-Feeling, dass die Autorin Amy Achterop geschickt aufbaut.
Dafür bin ich von den Figuren nicht so sehr überzeugt. Außer Maddie bleiben alle sehr blass. Maddie wird aber auch mit Abstand am meisten Raum gegeben. Die Schriftstellerin Elin ist noch ein ganz interessanter Charakter.

Tödlicher Genuß ist der Serienanfang. Es wird schon bald ein weiterer Teil folgen. Ich persönlich werde aber nicht weiterlesen, dafür fehlt es an Qualität.

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Cozy Detektive in Amsterdam
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Der Weg eines Schauspielers

Das Leben hat kein Geländer von Christian Redl

Das Leben hat kein Geländer. Dieser geniale Titel war es, der mich angelockt hat und das Buch ist wirklich lesenswert.
Christian Redl ist Theater-, Film- und Fernsehschauspieler. Geboren wurde er 1948. Dieses Buch ist seine Autobiografie, aber es ist auch ein Zeitporträt.
Die Kriegsjahre haben seine Eltern geprägt.

Es war keine leichte Zeit.
Die Familie war nicht reich. Es gab Entbehrungen. Aber so ging es sicherlich vielen bis dann schließlich das deutsche Wirtschaftswunder eintrat.
Man spürt auch die Sitten der Zeit.
Christian war kein guter Schüler, aber als er auf die Waldorfschule durfte, entdeckte er sein Talent für die Schauspielerei.
Dann geht es in die sechziger Jahre zur Schauspielausbildung. Auch hier viel Zeitkolorit. Erste Berufserfahrungen im Theater und das Treffen von bedeutenden Persönlichkeiten, z.B. Peter Zadek folgen. Für Theaterfans dürfte das sehr interessant zu lesen sein.
Schließlich folgen bis in die Gegenwart auch Erfolge im Film und Fernsehen und Chrsitian Redl wird sehr bekannt.
Dieses Buch gehört mit Sicherheit zu den angenehmen Autobiografien, die ich gelesen habe.

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Der Weg eines Schauspielers
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Rasante Fahrt

Dein Taxi ist da von Priya Guns

Dein Taxi ist da von Prya Guns ist ein Debütroman. Er fällt zunächst wegen dem genialen Cover auf. Damit ragt das Buch auf jeden Büchertisch heraus.
Der Roman ist vielleicht nicht perfekt, ich halte ihn zum Beispiel thematisch überfrachtet. Aber irgendwie passt das auch, denn die Hauptfigur Damani ist eine Taxifahrerin und sie sieht viel auf ihren Fahrten.

Sie hat die unterschiedlichsten Fahrgäste. Das pralle Leben.
Was der Autorin wirklich bemerkenswert gelingt, ist es, eine Stimme zu entwerfen. Damanis Job als Taxifahrerin ist hart und kann auch gefährlich sein. Sie verbringt viel Zeit in ihrem Taxi, befördert viel Fahrgäste und kommt doch kaum über die Runden, zumal sie sich auch noch um ihre Mutter kümmern muss.
Dann trifft sie Jolene, aber das wird eine toxische Beziehung.
Leider wird nie verraten, in welcher Stadt sich die Handlung abspielt.
Damani ist tough. Ihre Gedanken bestimmen den ganzen Roman.

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Vier Geschichten ergeben einen Roman

Der weiße Fels von Anna Hope

Es sind vier Geschichten, die in Der weiße Fels erzählt werden.
Sie handeln alle in verschiedenen Zeiten.
Die Schriftstellerin – 2020, Das Mädchen – 1907, Der Sänger – 1969, Der Leutnant – 1775.
Nicht alle Geschichten haben mich gleich stark gepackt. Die Erzählungsteile um Das Mädchen gingen mehr oder weniger an mir vorbei.

Der Erzählpart um dem Leutnant hingegen war faszinierend.
Der Sänger ist durchdrungen vom Zustand der Figur, die von Alkohol und Drogen bestimmt wird. Es gibt bessere Jim Morrisons-Porträts, aber doch. Dieser Text hat was.Das gilt auch für den zeitgenössischen Teil um die Schriftstellerin.

Was die Geschichten verbindet, die vom Ablauf auch geschickt verschachtelt sind, ist die Stimmung und der Schauplatz rund um den von den Figuren mythisch verklärten weißen Fels im Pazifik bei San Blas. So wird aus dem Einzelnen zusammengenommen doch ein großer, komplexer Roman.

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Vier Geschichten ergeben einen Roman
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brillant gestaltete und bewegende Geschichte

Die spürst du nicht von Daniel Glattauer

Lange habe ich Daniel Glattauer nicht mehr gelesen und war daher sehr gespannt auf das neue Buch und wurde auch nicht enttäuscht.
Es beginnt schon brillant, indem ein Familienurlaub in der Toscana gezeigt wird, mit all dem, was damit zusammenhängt, also auch gewissen Spannungen.
Mit dabei ist die Schulfreundin der Tochter, die ein 14jähriges Flüchtlingskind ist.

Schon früh im Buch kommt es zu einem unerwarteten Bruch. Ein Unglück erfolgt. Das Mädchen ertrinkt im Schwimmigpool. Wiederbelebungsversuche mißlingen.

Für die Familie ist das auch eine Belastung, besonders die Tochter Sophie-Luise ist traumatisiert. Hinzu kommen viele negative, provozierende Meldungen in den sozialen Medien. Diese Passagen waren für meine Geschmack nicht so gut lesbar, aber natürlich wichtig für die Handlung und mit ein zentrales Thema im Buch.

Einen großen Teil der Handlung nimmt dann der Zivilprozess ein, dessen Dramatik Glattauer perfekt beschreibt und es gipfelt schließlich darin, dass die somalische Familie auch ihre Lebens- und Flüchtlingsgeschichte erzählen kann. Das ist ziemlich bewegend.

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Töten als Rausch

Der perfekte Schuss von Mathias Enard

Mathias Enards 20 Jahre alter Debütroman hat es in sich. Erzählende Hauptfigur ist ein Sniper in Kriegszeiten. Es wird konsequent aus seiner Perspektive erzählt und selten eine so kalte und bösartige Stimme erlebt.
Für ihn wird das töten zum Rausch. Und er ist gnadenlos. Außer dem Schießen interessiert ihn nicht viel.

Außer vielleicht noch das 15jährige Mädchen, dass sich um seine demente Mutter kümmert. Eine latent bedrohliche Beziehung.

Welcher Krieg das eigentlich ist, wird nicht so genau gesagt. Dadurch wirkt der Text universell.
Ein wenig erinnerte mich das Buch an Clint Eastwoods Film American sniper.

Enards Beschreibungen sind nüchtern und präzise. Vielleicht wirken gerade deswegen einige harte Passagen so stark und schockierend.

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Großmutter ist tot

Männer sterben bei uns nicht von Annika Reich

Es geht in diesem Roman um eine Familie, mehrere Generationen, die fast nur aus Frauen besteht und bei der die Großmutter als Anführerin prägend war.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von der Enkelin Louise, die gleich am Anfang des Buches, als sie noch ein Kind war, eine Tote im Wasser findet.

Als sie 30 Jahre alt ist, stirbt ihre Großmutter und Luise fühlt sich wie ohnmächtig. Auf der Beerdigung erinnert sie sich zurück an die Kindheit, auch daran, wie wie ihre ältere Schwester Leni verschwand.

Männer sterben bei uns nicht, ist ein für mich ein streckenweise rätselhafter Roman. Aber schlecht ist er nicht. Im Gegenteil ist er sehr stimmungsvoll, manchmal etwas melancholisch.
Das Buch ist sprachlich etwas besonderes. Annika Reich kann schreiben.
Einen ungewöhnlichen Abschnitt möchte ich mal zitieren, um einen Eindruck zu vermitteln.
„Die fünf Häuser schwiegen, und sie schwiegen auf ihre eigene Art. Das Haus von Großmutter schwieg wie eine Königin, die man nicht ansprechen durfte, unser Haus schwieg wie jemand, der etwas verbrochen hatte, das Schweigen von Großmutter Veras Haus war zentnerschwer...“
Diese Sprache empfinde ich als so reichhaltig.
Es ist eine außergewöhnliche Art, die Geschichte der Frauen einer Familie zu erzählen.

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Großmutter ist tot
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Chiara und Jonas

Straßenmusik von Markus Behr

Der beim Picus-Verlag erschienene Roman Strassenmusik ist ein besonderes Buch, da es dem Autor Markus Behr gelingt, seinem Text eine große Leichtigkeit zu geben. Das jemand so locker, so unverkrampft schreibt ist eine Qualität.
In dem Roman geht es viel um Musik und dem damit verbundenen Lebensgefühl.

Es ist auch ein Buch über Freundschaft. Zwei junge Leute treffen sich in Amsterdam. Chiara spielt auf der Straße Songs mit ihrer Gitarre, die sie kurzfristig verliert. Gefunden wird sie von Jonas, der dann selbst auf ihr spielt. Eine kuriose Situation, aber so verrückt geht es manchmal zu im Leben.
Chiara und Jonas sind ziemlich verschieden. Chiara gibt sich immer cool, während Jonas oft neben sich steht. Er hat auch etwas von einem Pechvogel, zum Beispiel wurde er als Bassist gerade aus der Band Wunderwerk geworfen, als diese beginnt erfolgreich zu werden.
Zusammen mit Chiara spielt er entspannt.
Was mich am Buch am meisten berührte ist, dass es zwei Menschen mit all ihren Möglichkeiten zeigt. Für sie ist noch nicht alles entschieden und das ist beneidenswert.

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Stillleben

Wir hätten uns alles gesagt von Judith Hermann



Judith Hermann ist seit ihrem Erstling Sommerhaus, später eine Erfolgsautorin und heutzutage eine der wirklich ernst zunehmenden Schriftstellerinnen unserer Zeit. Ich mochte auch ihre letzten Romane.
Wir hätten uns alles gesagt von Judith Hermann enthält eine Reihe von Texten, die etwas anders gestaltet sind, aber das ist originell.

Autobiografisches fließt ein. Sie hat außerdem einen guten, detailreichen Blick auf ihre Umgebung und die Dinge. Vielleicht ist es manchmal sogar zu detailreich.
Es gibt außerdem einen analytischen Ansatz.
Erfahrungen mit einem Analytiker und Therapiesitzungen teile ich nicht, aber es geht auch um Familie sowie um ihre eigene Literatur. Diese Familiengeschichte überzeugte mich am meisten.
Auch in diesen Texten ist Judith Hermanns Stil genau und ansprechend, dabei gut lesbar.
Zuletzt möchte ich noch auf das ansprechende Cover mit dem Stillleben-Motiv hinweise, der meiner Meinung nach gut zum Buch passt.

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Stillleben