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Rezensionen von yellowdog:

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Quintus

Wilde Jagd von René Freund

Die Hauptfigur Quintus Erlach in Rene Freunds neuen Roman Wilde Jagd ist zunächst nicht in bester Verfassung.
Zeitweise getrennt von Frau und Tochter, anscheinend in einer Midlifecrisis, trinkt zu viel und ist auch noch am Fuß verletzt. Da ergeht er sich schon ganz schön in Selbstmitleid.
Die Kurve bekommt er, als er Evalina trifft, die ihre verschollene Schwester sucht.

Er freundet sich mit ihr an und unterstützt sie. Auch mit dabei ist Machtnix, der Hund von Quintus Tochter, den er hüten muss.

Wie schon im Klappentext angedeutet, gibt es dann auch „fast“ einen Kriminalfall. Dieser Aspekt hat mich persönlich nicht so überzeugt wie die Ausgangssituation. Aber ich bin ja auch kein Krimifan.

Ich mochte schon frühere Romane von Rene Freund, wie Ans Meer und Liebe unter Fischen. Wilde Jagd geht in die gleiche Richtung. Leichte Kost mit Niveau!

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Quintus
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5 Tage

Die Einladung von Emma Cline

An dem Buch ist das aufregende erben der ungewöhnlichen Hauptfigur und dem Setting sicherlich der bemerkenswerte Stil von Emma Cline.

Alex ist eine 22jährige Frau, ebenso haltlos wie skrupellos. Sie ist bereit zu lügen, zu täuschen und etwas zu riskieren und ihren Körper ei zusetzen.
5 Tage will sie auf Long Island überbrücken, um dann wieder mit ihrem Sugardaddy zusammen zu kommen.

Gesucht wird sie aber auch von ihrem Ex, dem sie Geld gestohlen hat.

Der festgelegte zeitliche Rahmen bestimmt das Lesegefühl mit. Eine beklemmende Atmosphäre durchzieht das Buch.

Man ist nah an der getriebenen Figur dran und kann sie doch nicht ganz durchschauen. Alex entzieht sich jedem moralischen Halt. Sie erinnert an eine weibliche Version des talentierten Mr. Ripley, zweifellos ist das von der Autorin so gewollt.

Es ist ein ungewöhnlicher wie faszinierender Roman.

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5 Tage
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Kurzroman

Der Schwimmer von Graham Norton


Bis jetzt hatte ich mich nicht an Graham Nortons Bücher herangetraut, aber der Kurzroman Der Schwimmer ist ein geeignetes Einstiegswerk.
Die Handlung ist nicht direkt neu, es ist nach meiner Lesart mehr ein Thriller als ein Krimi.
Der Kurzroman lebt von seiner charismatische Hauptfigur. Helen, 72 Jahre alt, ehemalige Lehrerin, lebt mit ihrer unerträglichen Schwester Margaret.

Dann beobachtet sie eines Tages, wie ein Mann auf den See hinausschwimmt und nicht zurückkehrt. Die Polizei wird verständigt, aber keine Leiche gefunden.
Ein Jahr später sieht Helen den Mann wieder.

Die Handlung ist raffiniert genug um den Leser bei der Stange zu halten. Es ist konzentriert erzählt. Die Kürze des Buches erlaubt es, konsequent und geradlinig zu bleiben.

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Schwestern

Elternhaus von Ute Mank

Ute Manks Elternhaus erzählt von 3 Schwestern im mittleren Alter. Die Eltern werden langsam älter und krank.
Ute Mank arbeitet gut heraus, wie unterschiedlich die Schwestern sind.
Sie heißen Sanne, Petra und Gitti

Sanne hängt sich rein, alles für die Eltern zu machen. Dafür hat sie oft einen Zorn, dass die anderen nichts machen.

Sie denkt auch oft, dass sie als Knd härter von den Eltern behandelt wurde als ihre Schwestern, weil sie die älteste ist.
Petra ist zurückhaltender und die jüngste, Gitti, ist selbstbewusst und macht immer ihr eigenes Ding.
Der schwelende Konflikt zwischen den Schwestern ist spürbar, aber er entlädt sich nicht. Stattdessen ziehen sie sich mehr in sich selbst zurück, besonders auch Sanne, die sich plötzlich überfordert fühlt.

Fazit: Gute Ansätze, aber unspektakulär. Man hätte mehr daraus machen können.

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Schwestern
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Liebe und Tod auf Trinidad

Als wir Vögel waren von Ayanna Lloyd Banwo

Bücher, die in Trinidad handeln, liest man auf dem dfeutschen Buchmarkt nicht so oft, aber der Debütroman der Autorin Ayanna Lloyd Banwo nutzt diese Umgebung detailliert und auf poetische Art.
Das Buch ist aus dem trinidad-kreolischen Englisch von Michaela Grabinger übersetzt.
Der bestechende, manchmal auch beklemmende Schauplatz ist die fiktive Stadt Port Angeles.

Ein mystischer Einschlag bestimmt das Buch, in dem es neben der Liebe auch um den Tod und um Geister geht.

Zu den Hauptfiguren; Da ist Yeyide, die, wie die Frauen aus ihrer Familie, Tote sehen kann.
Und dann Emmanuel Darwin, ein Rastafari, der aus Not den Job eines Totenmgräbers auf einem Friedhof annehmen muss, obwohl Rastafari nichts mit dem Tod zu tun haben wollen.
Erst Mitte des Buches begegnen sie sich wirklich.
Darwin und Yeyide sind lebendige Charaktere. Sie sind beide jung. Beide sind sie gefangen von den Traditionen und spezifischen Glauben ihrer Familien und Vorfahren und sie schwanken zwischen Widerstand und Annehmen eines vorgegebenen Schicksals.

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Eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs

Die unglaubliche Grace Adams von Fran Littlewood

Die unglaubliche Grace Adams von Fran Littlewood ist ein Roman über eine Frau in der Krise und eine Mutter-Tochter-Beziehung. Es ist ein intensives Drama.

Grace ist 45 Jahre und auf dem weg zu ihrer Tochter, die heute den 16 Geburtstag feiert. Sie will ihr eine Torte bringen.
Früh merkt der Leser, dass Grace in einem verzweifelten Zustand nahe der Hysterie ist und Eskalation droht.

Es gibt viele Zeitsprünge, die zeigen, wie es dazu gekommen ist, dass Lotte ausgezogen, in Zorn auf ihre Mutter zu ihrem Vater ist.
Aber da gibt es noch mehr und erst spät im Roman kann der Leser Graces Zustand richtig verstehen. Dieses Detail darf hier aber noch nicht verraten werden.
In vielen Passagen sind Grace und Lotte sich nahe und manchmal wirken sie wie die Gilmore-Girls.

Der Roman hat dramatische wie witzige Passagen. Eigentlich ist das Buch abseits von Grace Ausflippen eher ruhig und mehr dialogbetont.
Vor allem ist es aber ein emotionales, anrührendes Buch.

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Sonny & Lou

Rattensommer von Juliane Pickel

Sonny & Lou

Die fünfzehnjährigen Sonny und Lou sind ziemlich unterschiedlich, aber doch seit Jahren Freundinnen.Ihre Freundschaft besteht aus Vertrautheit und Tiefe. Sie haben eine enge Beziehung und langsam kommt für Lou neben der emotionalen auch eine körperliche Liebe hinzu.

Sonny ist beherrscht von Rachegedanken, denn Hagen Bender ist aus dem Gefängnis raus.

Er war Schuld am Tod ihrer Mutter.

Erzählt wird aus Lous Sicht. Sie ist viel vorsichtiger und introvertierter als Sonny. Sonnys Rachepläne sieht sie skeptisch.
Man ist als Leser nah an der Figur dran und es ist nahezu unmöglich, nicht emotional teilzunehmen.

Hagen Bender bewegt sich wie ein Paria durch die Kleinstadt, in der jeder weiß, was er getan hat.
Wie nebenbei gibt es einige gute Beschreibungen vom Leben in einer Kleinstadt.
Schließlich nehmen die inneren Spannungen immer mehr zu und es deutet alles auf Eskalation hin.

Die Autorin scheut sich nicht, auch dramatische Szenen zu schildern, vor allen zum Ende hin. Das macht sie aber glaubhaft und man spürt die literarische Stärke der Peter Härtling-Preisträgerin.

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Gelassenheit

Wo du mich findest von Anne Barns

Anne Barns Wo du mich findest ist ein Roman, den ich außerordentlich schätze, denn obwohl es viele Bücher über Trennung und Neuanfang gibt, ist hier nichts verkitscht.
Auffällig ist die Ruhe, mit der erzählt wird und die auch schließlich die Protagonistin Sophie ausfüllt.
Sophie träumt von einem Mann, den sie nur einmal kurz begegnet ist.

In ihren Träumen teile sei ein Leben. Mit ihrem Ehemann kommt es zur Trennung und Sophie, die Übersetzerin ist, beginnt einen Neuanfang in Rügen, wo sich auch der Mann ihrer Träume befindet und sie freundet sich mit einer Malerin an.
Ihren eigenen Weg findet sie durch Akzeptanz ihres neuen Zustandes und sie ist dann auch bereit, ihren Ehemann gehen zu lassen. Auch den Tod ihrer besten Freundin Ella kann sie akzeptieren. So wandelt sich die Melancholie, die einen Teil von Sophies Wesen war und löst sich auf.

Die oben erwähnte Ruhe spiegelt sich selbst in dem schön gestalteten Cover und wenn man Anne Barns ihren eigenen Roman als Hörbuch sprechen hört, findet man auch da Gelassenheit.

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Can’t you hear the Future weeping?”

Tiger Work von Ben Okri

An artist’s ardent plea for change.

Ben Okris Tiger work ist ein Buch, das viel bietet: poems, prosageschichten, essays.
Verbunden sind die Texte durch das Thema Climate change.

Es beginnt mit drei Parabeln über Wasser.
Dann ein mehrteiliges Gedicht The Broken
Es folgen Stories.

Zentral steht das titelgebene Gedicht, das zu den Höhepunkten des Buches gehört.

Das gilt auch für die parabelhaft erzählte Story The House below.

Mit The songbirds silence ist sogar eine Story für Kinder dabei. Es gibt auch ein kurzes Interview.

Unbedingt erwähnenswert ist auch die 11 Kapitel umfassende, dystopische Erzählung After the end.

Es folgt noch einiges bis das Buch mir Anthem schliesst.

Es ist ein Buch, dass viele bemerkenswerte Texte enthält und den Leser nicht kalt lässt.

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In ihrer eigenen Hölle

Taormina von Yves Ravey

Das Buch erinnert in Form und Ton an einen Georges Simenon-Roman.
Ein Paar, Melvil und Luisa, die sich in einer Ehekrise befindet, reist im Urlaub nach Sizilien.
Dabei gibt es einen Unfall, bei dem sie Fahrerflucht begehen. Es stellt sich heraus, dass sie ein Kind angefahren und getötet haben. Von da an sind sie Flüchtlinge, die sich immer mehr in Not bringen.

Melvil ist Icherzähler. Das ist Vorteil und Fluch zugleich. Einerseits erhöht das die Dichte, andererseits ist es schmerzhaft zu verfolgen, wie empathielos er hinsichtlich des Todes des Kindes bleibt, wie sehr er sich nur um ihre Lage sorgt. Auch Luisa ist nicht weniger egoistisch. Dennocn leben in ihrer eigenen Hölle.

Der Roman ist relativ kurz, wirkt aber durch die erzählerische Dichte, die Yves Ravey erzeugt, komplett. Als Krimi sehe ich das Buch kaum. Für mich ist es mehr ein Gesellschaftsporträt.

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In ihrer eigenen Hölle