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Rezensionen von yellowdog:

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Der unglaubliche Gesang des Troubadix

Asterix - Der Goldene Hinkelstein von René Goscinny; Albert Uderzo

Der Goldene Hinkelstein ist ein etwas anderer Asterix-Band. Die Vorgeschichte ist ja bekannt. Aber, wenn man bedenkt, dass die Story von 1967 stammt und doch irgendwie zeitlos geblieben ist, das ist schon etwas besonderes.
Die Grundidee, dass Troubadix an einem Gesangswettbewerb teilnimmt, ist originell.

Zusammen mit Asterix und Obelix macht er sich auf den Weg und ist sehr von sich überzeugt. Asterix ahnt aber schon, dass es Ärger geben wird.

Leider werden ein wenig zu viele bekannte Zutaten verwendet, die man schon zu kennt. Man denkt schon an ein paar Stellen, immer das selbe.
Außerdem wird die Story mit der Zeit doch sehr harmlos. Die Versatzstücke der Story sind einfach zu erwartbar.
Aber gezeichnet ist das Band wundervoll, vor allen, wenn die ganze Komplexität mit einer Illustration auf einer Doppelseite eingesetzt wird.

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Der unglaubliche Gesang des Troubadix
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Eine literarische Explosion

Speedy - Skizzen von Florian Havemann

Speedy – Skizzen ist nicht nur eine literarische Explosion sondern auch ein Porträt des umstrittenen Malers Rudolf Schlichter
Sein Werk war ungewöhnlich und wurde teilweise als entartet gebrandmarkt.
Er war u.a. mit Ernst Jünger und äBrecht bekannt.

Ausgangspunkt ist eine dreimonatige Haft 1938, wegen unnationales Verhalten.

Erzählt wird konsequent aus der Perspektive des Malers.

Im Mittelpunkt steht seine Beziehung zu seiner Frau Speedy, die von sadomasochistischen Verhalten geprägt ist.

Der Roman leidet an einer Überlänge, die aber durchaus ertragbar ist, da man sich in einem großen Lesesog befindet.

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Eine literarische Explosion
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Klemperers Kinotagebuch

Licht und Schatten von Victor Klemperer

Dieses Kinotagebuch zeigt über einen längeren Zeitraum (1929 bis 1945) wie ein kritische Intellektueller die Kinolandschaft in Deutschland wahrgenommen hat.

Früher habe ich mich viel mit dem frühen deutschen Film beschäftigt und wenn ich auch sehr viele der erwähnte Filme überhaupt nicht kenne, verstehe ich doch, von was Klemperer spricht und welche Filmstars damals bedeutend waren: Emil Jannings, Fritz Kortner, Greta Garbo, Marlene Dietrich, Pola Negri

Ein wenig Interesse für die alten Filme sollte man als Leser schon mitbringen, um viel von dem Buch zu haben.

Klemperers Bewertungen sind konsequent und, so glaube ich, kenntnisreich.
Klemperer sieht auch internationale Filme, z.B. Charlie Chaplins Großstadtlichter. Sehr schöne Analyse von Klemperer.
Ein Highlight wird dann für ihn der berühmte Film Im Westen nichts neues. Dann mit Der blaue Engel noch eins.

1933 ändert sich die logischerweise die Stimmung mit Judenhetze und Verlesung von Judengesetzen, aber noch gibt es gute Filme, z.B. Menschen im Hotel, wirklich gut besetzt, u.a. mit der Garbo.

Die Lage in Deutschland verdüstert sich immer mehr. Ab 1938 dürfen Juden nicht mehr ins Kino. Dann kommen die Kriegsjahre. Erst nach der Befreiung kann Klemperer wieder ins Kino.

Klemperers Tagebücher sind so lesenswert, weil sie den Zustand Deutschlands in seiner schlimmsten Zeit deutlich zeigen.

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Klemperers Kinotagebuch
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Deutsche Literatur

Herzenssache von Gerhard Wolf



Gerhard Wolf war der Mann von Christa Wolf, der großen Schriftstellerin.
Er war stets an ihrer Seite und unterstütze sie und ihr Werk. Außerdem engagiert er sich für viele andere Schriftsteller. In diesem Buch schreibt er über die Begegnungen mit einer Reihe von ihnen.
Ich hatte, ehrlich gesagt, auf mehr Christ Wolf gehofft, so außer Gesprächen und ein paar Briefen gibt es wenig von ihr.

Dennoch bleibt sie irgendwie immer auf eine spirituelle Art und Weise dabei.

Im Buch gibt es die offiziellen Reden und Ansprachen, zum Beispiel über Walter Jens. Noch stärker sind die Abschnitte über vielleicht nicht ganz so bekannte Persönlichkeiten, z.B. das lange Memorial über die Holocaust-Überlebende Franci Faktorova.

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Der Schrei der Ratten

Kreuzberg Blues von Wolfgang Schorlau

Kreuzberg Blues ist tatsächlich ein richtiger Berlin-Roman, wie ich es mag.
Die Stadt hat ihre guten wie schlechten Seiten , vor allen aber Atmosphäre, die in diesem Buch auch rüberkommt.
Beim Privatermittler Georg Dengler läuft es ganz gut. Zu seinen neuen Fall kommt er über Silke, eine Bekannte seiner Freundin Olga.

Sie hat Probleme mit ihren Vermieter, der seine Mieter mit unfairen Mitteln rausdrängen will. Das liest man, wenn man selbst Mieter ist, mit Grausen.
Die Mitproblematik ist sicher einer der schlechten Seiten Berlins.
Es gibt einige drastische Szenen mit Ratten.

Dengler zögert nicht und ermittelt zusammen mit Olga beim Immobilienhai Kröger.
Ich mag Dengler und Olga als Team.
Wolfgang Schorlaus Erzählstruktur funktioniert. Es gibt viele kurze Kapitel. Führend sind die Kapitel mit dem durchnummerierten Titel Ermittlungen, er setzt aber z.B. auch Rückblenden ein, bei dem auch eine Reihe anderer Figuren gut zur Geltung kommen.

Ungewöhnlich, aber durchaus gelungen sind die letzten Abschnitte, die mitten in der aktuellen Situation in Deutschland platziert sind.

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Schicksal oder der Zauber des Zufalls

Die Farbe von Glück von Clara Maria Bagus

Clara Maria Bagus erzählt in einem geschmeidigen Stil von Momenten, die das Leben von Menschen nachhaltig beeinflussen.
Es ist eine Geste des Mitfühlens gewesen, als Charlotte den kleinen Antoine bei sich aufnimmt, nachdem der von seiner Mutter verlassen wurde.
Dadurch macht sie sich aber auch verletzbar.

Der Richter Jules zwingt sie, die als Krankenschwester arbeitet, sein neugeborenes krankes Baby gegen ein anderes auszutauschen. Eine Tat, die schwer wiegt.
Man folgt als Leser aber nicht nur Charlotte und Antoine sondern jetzt auch Jules, der mit seiner Schuld nur schwer leben kann.

Es ist ein melodramatischer Roman mit philosophischen Gehalt. Die Figuren versuchen stets ihr Leben und ihr Schicksal zu verstehen. Es gibt einige schöne Gedanken, manche Sätze sind aber auch wie aus Glückskekse.
Es gibt dann ein paar Begegnungen, die nicht mehr Zufall sein können. Das verursachte bei mir ein wenig Zweifel an der Wahrscheinlichkeit.
Davon mal abgesehen ist es ein sehr lesbares Buch.

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eine verdüsterte Zeit

Olympia Der achte Rath-Roman. 02.11.2020. Hardback. von Kutscher Volker

Volker Kutschers Romane der Gereon Rath-Reihe sind mehr als Krimis. Sie zeigen Berlin in einer dunklen Zeit. Das trifft besonders auf diesen Teil zu, denn ist 1936 und die Nationalsozialisten üben ihre Schreckensherrschaft unerbittlich aus. Als Kriminalkommissar muss Rath sich auch irgendwie arrangieren.

Es ist auch die Zeit der Olympiade und das gibt den reizvolle Hintergrundschauplatz.
Neben Gereon (der in diesen Teil erstaunlich wenig dominant ist) ist Charly, die jetzt seine Frau ist, eine ganz starke Figur. Aber auch Fritze, der jetzt für die Olympiade arbeitet, ist weiterhin eine spannende Figur. Er ist einer meiner Lieblingscharakter der Reihe.

Olympia ist ein gutes und durchaus komplexes Buch, doch eine gewisse Distanz hatte ich beim Lesen und so wie frühere Teile hat es mich nicht erreicht. Ich kann daher nur 3,5 von 5 Sternen geben.

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Ein bunter Kessel Berlin

Fräulein Gold. Scheunenkinder von Anne Stern



Fräulein Gold – Scheunenkinder setzt unmittelbar an den ersten Teil „Schatten und Licht“ an und hält erfreulicherweise das hohe Niveau. Es ist jetzt 1923 und Hulda Gold ist weiterhin in Berlin als Hebamme tätig.
Es ist eine besondere Zeit, widersprüchlich und mit viel Unruhe. Es ist aber auch eine spannende Zeit, über die es viel zu berichten gibt.

Insbesondere die Schilderungen des Scheunenviertels und der jüdischen Bevölkerung dort beeindrucken.
Hulda sucht nach einem verschwundenen Baby und sie lässt sich mit ihrem Dickkopf nicht aufhalten. Eine so gute Hauptfigur, empathisch und stark, ist selten. Ihr glaubt man ihr Engagement und ihr mitfühlen.
Spannend ist auch, wie die Autorin Anne Stern die Beziehungen beschreibt, zum Beispiel die schwierige von Hilda zu ihrem Freund Karl, zu ihrem Vater, ihrer Hauswirtin und ihren Freunden.

Es ist ein bunter Kessel Berlin in den nur scheinbar goldenen Jahren und ein dritter Teil der Reihe ist schon angekündigt.

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Eigenwillig und leidenschaftlich

Mr. Crane von Andreas Kollender

Im deutschen Sanatorium Badenweiler war einst Tschechow zur Behandlung und auch der amerikanische Schriftsteller Stephen Crane.

Andreas Kollender wählt für seinen Roman 2 Erzählzeiten, die sich kapitelweise abwechseln. 1900, als sich die Krankenschwester Elisabeth und Stephen Crane treffen und verlieben.

Und 1914, als Elisabeth einen verwundeten Soldaten namens Fischer pflegt und ihm von Mr.Crane erzählt.
So ergänzen sich die Abschnitte gut.

Es gefällt mir auch gut, dass es sich um eigenwillige und leidenschaftliche Figuren handelt.
Die Dialoge zwischen Elisabeth und Crane halte ich sehr gelungen.

Das Buch weckt das Interesse auch mal einen Roman von Stephen Crane zu lesen. Er ist bekannt für Die rote Tapferkeitsmedaille. Ein Klassiker, der auch verfilmt wurde.

Andreas Kollender schreibt gut und er hat auch einen Sinn für Ironie, wenn er immer wieder Zitate aus „Die Frau als Hausärztin“ zwischenschaltet, ein ziemlich altmodisches Nachschlagebuch.

Mr.Crane hingegen kann man trotz des historischen Kontext der modernen Literatur zurechnen.

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Carl und Schascha

Der Buchspazierer von Carsten Sebastian Henn

Ein Blick aufs Cover erzeugt ein Bild der beiden Hauptfiguren, dem alten Buchspazierer Carl und die neunjährige Schascha, die ihn beim Buchaustragen begleitet.

Carl arbeitet für eine Buchhandlung. Ihm liegen die Leser am Herz. Er bringt ihnen nicht nur die Bücher sondern sprich auch mit ihnen über die Bücher.

Die Kunden haben alle verschiedene Eigenschaften, so kommt es auch zu ganz unterschiedlichen Begegnungen.

Der Autor schwelgt in den Welten der Bücher. Es gibt auch viele Zitate aus bekannten Romane. Hinzu kommen aber auch Elemente aus dem realem Leben, denn manche von Carls Kunden haben auch ernste Probleme.

Carsten Sebastian Henn lag sein Stoff offensichtlich am Herzen.
Seine Stärke liegt in den Dialogen.
Die Charakterisierung der Figuren bleibt aber ein wenig auf der Oberfläche.
Mich überzeugte aber die Freundschaft zwischen den alten Mann und dem Mädchen. Die kleine liegt Carl bald sehr am Herzen. Als sie plötzlich nicht zu den gemeinsamen Spaziergängen erscheint, ist er in Sorge. Dann steht er aber selbst vor einer unerwarteten Bedrohung.

Fazit: Der Buchspazierer ist ein Buch für die Seele!

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Carl und Schascha