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Rezensionen von yellowdog:

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Umfassende Analyse

Die Zerstörung Amerikas von Elmar Theveßen

ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen ist Experte für die USA und bekannt für seine klaren Feststellungen. Er fasst in seinem Buch das Treiben Donald Trumps zusammen. Er reist auch durch Länder mit vielen Trumpwählern, die Anhänger bleiben.
Der Untertitel „Wie Donald Trump sein Land und die Welt für immer verändert“ ist zweifellos zutreffend.

Es wird vermutlich nie mehr in der amerikanischen Politik wie vor Trump. Künftigen Populisten wird einfacher fallen ins gleiche Horn zu stoßen.

Die Stärke des Buches ist der umfassende Ansatz, was zu einem aussagefähigen Gesamteindruck führt!

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Umfassende Analyse
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Arm trifft reich

Super reich von Polly Horvath

Super reich ist ein Buch für Leser ab ca. 10 Jahren von der in Kanada lebenden Schriftstellerin Polly Horvath. Das Buch beeindruckt durch ein schön gezeichnetes Cover.

Der 10jährige Rupert lebt in einer sehr armen Familie.
Durch Zufall gerät er an Weihnachten an die wohlhabende Familie Rivers.

Rupert ist von deren Reichtum beeindruckt, aber wie diese exzentrische Familie ihn behandelt, war schon unangenehm zu lesen. Es hatte etwas übergriffiges und man war geradezu unangenehm berührt. Das spricht natürlich nicht direkt gegen das Buch, denn skurrile Figuren haben auch etwas reizvolles, aber etwas übertrieben fand ich das beschriebene Verhalten und die Dialoge schon.

An überraschenden Einfällen mangelt es nicht. Neben einer Zeitreise gibt es auch einen Banküberfall samt Entführung, dann sogar noch ein Geheimagent. Vielleicht ein wenig viel auf einmal, aber die Autorin gestaltet es einigermaßen ausgewogen.

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Arm trifft reich
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Eine amerikanische Ikone

Sempre Susan von Sigrid Nunez

Ich mochte schon Sigrid Nunez Roman Der Freund sehr und das gilt auch für ihre Erinnerungen an Susan Sontag, die sie schon 2011 verfasste.
Von der 2004 verstorbenen Essayistin und Autorin Susan Sontag habe ich viel gehalten, daher ist dieses Buch für mich ein Geschenk.
Sigrid Nunez war Susan Sontags Assistentin und Freundin ihres Sohnes.

Sie ist selbst eine erfolgreiche Autorin, mit sehr individueller Note, also ganz ähnlich wie ihre Mentorin.
Nunez startet hier keine Verherrlichung von Susan Sontag sondern zeichnet ein sehr realistische Porträt der amerikanische Ikone Susan Sontag, die so klarsichtig über amerikanische Verhältnisse schrieb. Dabei benennt sie auch Schwächen, die Sontag umso menschlicher für den Leser machen.

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Eine amerikanische Ikone
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Geschmeidiger Stil

Sempre Susan von Sigrid Nunez

Albas Sommer (Originaltitel: Historia de una Flora)ist ein Roman der 1875 in Aragonien angesiedelt ist. Die Hauptfigur Alba ist an eine reale Figur angelehnt, der Botanikerin Blanca Catalan de Ozon y Gayola. Das Buch zeigt den den anfänglichen Werdegang der talentierten Alba, gefördert von ihrer Mutter.

 Gepaart ist dieser Lebenslauf mit einer fiktiven Liebesgeschichte.

Die in Barcelona geborene Autorin Claudia Casanova verfügt über einen wunderbar flüssig zu lesenden Stil. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so vor sich hin.

Mit der Entwicklung des Buches geht auch eine Entwicklung der jungen Hauptfigur überein.

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Ein starker Triest-Roman

Die Liebenden von der Piazza Oberdan von Christian Klinger

Ein großartiger Triest-Roman von Christian Klinger für den Picus-Verlag.
Zu Beginn haben es die Hauptfiguren schwer.
Es gibt 2 zeitlich versetzte Handlungsstränge.
1945 ist Pino in Gefangenschaft. Pino und seine Verlobte Laura sind die titelgebenden Liebenden.

Vittorio Robusti ist 1916 an der Front und wird verletzt.

Doch er überlebt und an seiner Seite begleitet der Leser das Schicksal Italiens und insbesondere Triest.
Es gibt einige gute Beschreibungen der Umgebung. Triest ist eine Stadt, die bis 1918 Teil der Habsburger Monarchie war, dann zu Italien fiel und deren Bewohner oft zwiegespalten waren, wo sie dazugehören. Das spaltete sogar Familien.
Betrachtet wird auch der Aufstieg Mussolinis.

Die Handlung bleibt nahe bei der Familie Robusti, wobei erzählerisch zeitlich hin- und her gesprungen wird. Es sind gute Hauptfiguren, die dem Leser schnell ans Herz wachsen. Auch an ihrem Schicksal werden die geschichtlichen Vorgänge abgebildet.

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Ein starker Triest-Roman
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Die Kapitel, in denen der Sebi erzählt

Der Halbbart von Charles Lewinsky



Die Handlung von Der Halbbart ist im frühen 14.Jahrhundert angelegt und der Schweizer Schriftsteller Charles Lewinsky erzeugt auch sprachlich ein Gefühl für die Zeit.

Der Roman wird durch die Erzählperspektive geprägt.
Der Erzähler Sebi ist ein naiver Junge, der aber auch manchmal ganz klug und vernünftig sein kann.

Er ist fasziniert vom neuen Einwohner der Gegend, dem Halbbart. So wird ein kluger, welterfahrener Mann genannt, dem aufgrund von Brandwunden im Gesicht nur auf einer Gesichtshälfte ein Bart sprießt.
Für Sebi ist er ein Quell des Wissens. Erst nach einer Weile erfährt der Leser auch mehr vom Schicksal des Halbbarts.

Es ist ein umfangreicher Roman und die Ironie erinnert mich ganz leicht an Thomas Manns Joseph und seine Brüder. Auch Charles Lewinsky nutzt einen charismatischen Plauderton, allerdings sehr genau ausgeführt, um die Geschichte des Dorfes und seiner Einwohner, des Halbbarts und Sebis und seinen Brüdern zu erzählen.
Es ist amüsant, aber es gibt auch ernste Themen.
Und am Ende ist es auch eine Coming-of-Age-Geschichte, die Sebis Weg zeigt. Er taugt weder zum Soldat noch zum Mönch. Er ist kein mutiger Junge, aber wenn es darauf ankommt, ist er da und schließlich weiß er, was er will. Es ist eigentlich unmöglich diesen Protagonisten nicht zu mögen.

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Die Kapitel, in denen der Sebi erzählt
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stimmungsvoll und überzeugend

Unter uns das Meer von Amity Gaige



Eine Familie, die für ein Jahr aus dem Alltag aussteigt und mit einem Segelboot durch die Karibik segelt.
Treibende Kraft ist Michael. für ihn ist es ein großer Traum, schon mit seinem früh verstorbenen Vater war er oft segeln. Seine Frau Juliet hatte Zweifel an diesem Abenteuer. Dennoch, sie nehmen ihre 2 Kinder mit und los gehts.

Die Erählweise ist geschickt gemacht. Erzählt wird einerseits von Juliet, dazwischen sind immer wieder Ausschnitte aus dem Logbuch, das Michael führt und in dem in erster Linie private Gefühle stehen.Es ist also eigentlich mehr ein Tagebuch.

Die Reise ist tatsächlich paradiesisch, besonders die Tochter Sybil genießt das Leben auf der Yacht, das Meer und die Freiheit. Das naseweise Mädchen wird schnell meine Lieblingsfigur, aber natürlich mag ich alle Figuren! Das heißt aber nicht, dass sie einfache Typen sind.
Zwischen Juliet und Michel gibt es immer wieder Konflikte. Sie schleppen einiges an emotionalen Ballast mit sich. Im Verlaufe des Buches erfährt der Leser mehr.

Für mich ist es ein sehr gutes Buch, weil man sowohl Juliets als auch Michaels Gedanken und Emotionen kennenlernt und verstehen kann. Interessant wird es auch, als Juliet später das Logbuch von Michael liest und im Rückblick Ereignisse wertet.

Die amerikanische Autorin Amity Gaige hatte ich vorher noch nie gelesen. Sie ist eine gute Entdeckung für mich.

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stimmungsvoll und überzeugend
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Zukunft und Vergangenheit

Fremdes Licht von Stavaric Michael

Fremdes Licht ist ein ungewöhnliches Buch in zwei Teilen:

1. Winterthur und das Ende der Welt
2. Grönland und die Weiße Stadt

Es teilt sich auf in Zukunft und Vergangenheit, und doch sind die Teile miteinander verbunden.

Sowohl die Dystopie um Eliane Duvel als auch der historische Anteil um die Inuk Uni haben Qualitäten.

Es beinhaltet die Besinnung auf die Kultur der Inuit.

Auffällig am Buch ist das phantastische Cover, das viel verspricht und tatsächlich kreiert der Autor Michael Stavaric Sprachbilder von Eis, bittere Kälte und tiefem Schnee.

Vielleicht sind manche Formulierungen etwas überzogen, doch der Stil dürfte mit der Grund dafür sein, dass das Buch auf die Longlist zum Österreichischen Buchpreis gelandet ist.

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Die Brüchigkeit der Welt

Wenn es dunkel wird von Peter Stamm

Peter Stamms neues Erzählungsband kommt mir zunächst zahmer vor als seiner bisherigen Bücher. Die Story „Der erste Schnee“ zum Beispiel hat gute Ansätze, wird dann aber zu harmonisch. Das ist etwas unterkomplex. Da hätte man mehr draus machen können.
Die Titelgeschichte ist erwähnenswert weil es einige gute Formulierungen gibt, doch dann läuft sie irgendwie ins Leere.

Sehr schön aber die Geschichte Mein Blut für Dich.
Langsam kommt man dem Thema auf die Spur.
Es sind bestimmte Momente und Erkenntnisse, die das Leben der Protagonisten der Geschichten beeinflussen und verändern.

Meine favorisierten Geschichten sind Die Frau im grünen Mantel und Sabrina, 2019.
Am Ende spürt man ihn doch, den bekannten Peter Stamm-Ton.

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Die Abschottung

Die Stadt am Ende der Welt von Thomas Mullen

Die Stadt am Ende der Welt ist Thomas Mullens Debütroman von 2006, der in den USA ca. 1918 angesiedelt ist und die Stadt Commonwealth in einem Ausnahmezustand zeigt. Aus Angst vor der Spanischen Grippe schottet die Stadt sich ab. Zu den bewaffneten Wächtern der Stadtgrenze gehören die Hauptfiguren Graham, der sogar einen fremden erschießt, der sich nähert und der erst 16jährige Philip, der kurze Zeit später vor der gleichen Problematik steht.

Nur ist es bei ihm so, dass er und der fremde Soldat in Kontakt kommen und daher beide außerhalb der Stadt evakuiert werden. Sie kommen ins Gespräch, aber es sind auch Gegensätze und Konflikte da. Gerade diese Abschnitte sind sehr interessant.

Man fragt sich auch, ob der Soldat ein Deserteur oder ein Spion ist.
Philips Gefühle kann man nachvollziehen. Jeden Morgen prüft er sich besorgt, ob er noch gesund ist.
Für seine Recherchen wurde Thomas Mullen preisgekrönt. Ich glaube auch, dass er es schafft, ein glaubwürdiges Porträt dieser Zeit zu zeichnen. Sprachlich ist der Roman durchwachsen, aber Atmosphäre kann man ihm nicht absprechen. Und als Gesellschaftsroman funktioniert es. Es ist daher ein lesenswertes Buch!

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Die Abschottung